Riesische wöchentlich- gUMMU Ureigen MöSachrichke«. Vierzehendes Stück. Dienstags dm rtm April 176s. --Mtt Hochfürstl. Hessen-Darmstädtischcc gnädigsten Erlaubnis---- 8»rtsttz»ng der Geschschre de»"m,r;a. Siehe das -te Stück Theuerstcr Mirzas Sorgen dunkel. Wer'soll nun* Bor Künia-"re> 2lu3en 1VUI'&{,! »0» wert ist ? wird sich Mn« M" 3 •,i,rcöl'n * IMml n beküm« meiner Seele erneuert host. Sie"haben^mist>^>,?^o p!’s>enfln du in 3* Ec- st- ^ch noch^Lew Awn 9,k'^ V-kaNchchnstt fern Ö"^JLL"Ä'^stl-itig« die Scenen des Schmenens, b^r "lachtett Sterblichkeit, die sich immer Bor mir^crK^^'hAS ^^wache, und der zitterte. Ich sah das Grab^^Bor^iÄ’lÄ* meinethalben wegen, nur die Gegcnden'm befroK l3^e’ 9fc¥"cC- Ich betebloß des- l-d-s Gut zu B-r7ch?en, das ich ch '/ba t n' nm, ^9en' llnt> ■ menen »oä Giesische gemeinnützige Anzeigett menen Armuth, und in einem mit einsamen Betrachtungen zugebrachten Leben bestünde. Hieraus zog ich den Schluß, daß nicht die Liebhaber, sondern nur die Verächter des Geldes zu einer moralischen Güte eigentlich aufgelegt wären. Ich vergrub daher das meinige in die Erde. Ich entsagte aller Gesellschaft, und begab mich in eine verwilderte und abgesonderte Gegend des Landes. Meine Wohnung war eine Höhle an der Seite eines Hügels. Ich trank das Wasser, wie es aus der Quelle strömte, und nährte mich mit den Früchten und Krautern, die ich finden konnte. Um die Strengigke^t meines Lebens zu vergrösern, wachte ich oft ganze Nächte durch. Ich setzte mich alsdann an den Eingang meiner Höhle, ich wendete mein Gesicht gegen Osten hin, ich überließ mich den geheimen Einflüssen des Propheten, und wartete von oben herab Erleuchtungen. Als ich einst nach meinem nächtlichen Wachen an einem frühen Morgen den Horizont von der annähernden Sonne bestrahlt sah, überfiel mich der Schlaf mit einer unwiderstehlichen Macht, und ich sank unter ihr nieder. Es kam mir vor, als wann ich noch immer an dem Eingang meiner Zelle fasse, als ob die Morgenröthe sich vermehrte, und als ich nach dem ersten Stral des Tags begierig hinsah; so schien es mir, als ob ein finstrer Flecken ihn vor mir verdeckte. Ich ward gewahr, daß dieser Flecken sich bewegte. Er ward immer gröser, je mehr er sich näherte, und endlich sah ich, daß es ein Adler war. Ich heftete meine Augen unbeweglich auf ihn, uud als er in einer geringen Entfernung von mir niederstieg, so entdeckte ich einen Fuchs, dessen beide VorderFüffe zerbrochen zu seyn schienen. Vor diesem Fuchs legte der Adler ein Stück von einem .Bock nieder, das er in seinen Klauen herbeygetragen hatte, und hierauf entfernte er sich wieder. Nachdem ich erwacht war, legte ich mein Haupt * in den Staub, und dankte den Propheten vor den Unterricht dieses Morgens. Ich überlegte meinen Traum aufs neue, und sprach also zu mir selber: Costou, du hast wohlgethan, daß du dich dem Getümmel, dm Geschäften und den Eitelkeiten des Lebens entrissen hast; aber du hast es nur noch zum Theil gethan; du bist nod) täglich mit der Verschaffung deiner Speisen beschäftigt; deine Seele ist noch nicht ganz in Ruhe, und dein Vertrauen auf die Hülfe der Vorsehung ist noch nicht ganz vollkommen. Was hat dich diese Erscheinung gelehrt? Wird nicht auch dir die Hand des Himmels deine Speise reichen, da du gesehen hast, daß er einen Adler gesendet hat, um einem lahmen Fuchs sein Futter zu bringen? Dieses wird um so viel eher geschehen/ weil dich nicht eine unvermeidliche Noch- Mttfc 107 MkhjvendigW, sondern die Andacht abhält, für deinen Unterhase zu sorgen. Diese Gedanken flößten mir ein so zuversichtliches Vertrauen auf eine wunderbare Erhaltung ein, daß ich versäumte nach meiner Nahrung LU gehen, welche ich nach dem ersten Tag mit einer Ungedult erwartete, Die mir wenig Vermögen übrig lies, auf irgend einen andern Gegenstand' aufmerksam zu seyn. Dem ungeachtet bestrebte ich mich diese Ungedult zu unterdrücken, und bestund auf meinem gefaßten Entschluß. Aber nach und nach siengen mir meine Augen an zu vergehen, und meine Knie zu wanken. Ich warf mich rücklings auf die Erde, und hofte, daß aus meiner Schwachheit bald eine Unempfindlichkeit werden würde. Doch auf «inmahl erweckte mich die Stimme eines unsichtbaren Wesens mit diese« Worten: „ Cosrou/ ich bin der Engel, dem der Allmächtige befohlen „ hat, die Gedanken deines Herzens aufzuzeichnen. Nun bin ich gesandt, „ sie zu verwerfen. Well du dir weiser zu seyn dünkest, als derjenige, der f, dich durch tim -Offenbarung zu belehren suchte: so hat deine Thorheit #, den Unterricht verkehrt, den dir die Gottheit verliehen hatte. Hast du „ dann das Unvermögen des Fuchses? Oder hast du nicht vielmehr die „ Kräfte des Adlers? Auf, auf, mache den Adler zum Gegenstand „ deiner Nachahmung • Gehe hin und verkündige wieder dem Schmerz „ Linderung, und der Krankheit Genesung. Nicht ruhen, sondern thun #, ist Tugend. Wenn du zum Beweise deiner Liebe gegen GOtt den „ Menschen Gutes erweisest: so wird sich deine blos philosophische Tu- ,, gend zu der erhabnen Würde der Religion erheben, und jene Glücksee- „ ligkeit, die das Pfand des Paradieses ist, wird schon hier cmfErdendei- ,, ne Belohnung seyn. Ueber diese Worte gerieth ich in eine nicht geringere Betäubung, als wenn ein Berg zu meinen Füssen eingestürzt wäre. Ich sank mit der tiefsten Erniedrigung vor dem Unendlichen in den Staub hin. Ich kehrte |u der Statt zurücke. Ich grub meine Schatze wieder auf. Ich war freygebig, und dem ungeachtet wurde ich reich. Die Wissenschaft, die ich besaß, dem Körper seine Gesundheit wieder zu geben, gab mir öfters Gelegenheit die Krankheiten der Seele zu heilen. Ich zog die geweihten Kleider an. Ich gelangte zu einem Ansehen, das über mein Verdienst erhaben war, und cs gefiel dem Könige, daß ich vor ihm stehen sollte. Verzeihe mir deswegen, theuerster Mirza! Ich rühme mich keiner Wissenschaft, die ich nicht empfangen habe. Wie der Sand der Wüsteneyen die Tropfen des Regens, oder den Thau des Morgens gustrinkt; so sauge auch O 2. ich u? Gi'esisch -wöchentlich geinernnntzige Anzeige» ich, der ick nichts mehr bin, alö (Staub, die Lehren des Propheten ei». Glaube also , daß er es ist, der mit dir redet. Alle Wissenschaft, die stch m Dir begranjek, ist eitel und unheilig, und ein Leben das mit müssige» Betrachtungen verschwendet wird, kann einen sehr geringen Gewinn gewahren. Wann die Le Anzeigen !, Versiorbene. Am zr. Mitt. -5 dem »ein* lichen Gericht, wie auch Advoeatus Ordinarius bei) Hochfürstl Sie, gierung. Am rs.Marc. Herr Schiesser, StadtHauxtmann allhier. Frucht- und andere'Preisse am Markttag den zr Zedr. 1765. Gieser Maas. ym 1 Achtel Kom - 4' if 1 Achtel Gerste » Z 20 1 Achtel Waitzen 6 io i Achtel Hafer - z\ i L. geschelte Hirsche i ft. gescheite Gerste i U. klein geschelte Ger i Meste Erbsen ♦ i Meste Linsen , r w. Ochsen Fleisch auch - - 2 *4 14 3 2 Pf. L 1 ft. SchweineFleisch ; # ;z L 4 f r L Pf. 4 r r ft. Küh Fleisch i ft. Rind Fleisch i ft. Kalb Fleisch i ft. SchaafFleisch r ft Wurst - - iKalbsKopff 1 ft- frische Butter LEper Alb. 2 Becker Preis. I9e Loth Brod ♦ - 4 Pf. gx £rtfß Meck - „ , mc 4t roch ButterBretztl 4 Pf. -4 r»th Ditscher - . 4 Pf' Diese wöchentliche.Anzeigen werben von dem Verleaer auur.^kx - ger, UnlverfttatsBnchhandlern biefclfift an h.o ^,...» 5 Ärw halbjährige <|>t«nume7Ä^I «Ä ÄÄ den. Man wird auch den Herrn ^Vränumeranten 4 ^r*