WWW ' ; wöchentlich- gmciWüßge KnWn un6 Machrtchien. Fünftes Stück. Dr'ettstagö beit 31 teit Januar. 1764. Mit Hochfürstl. Hessen-Darmsiädtischer gnäfeigsien Erlaubnis. Die Grärtzert des Erträgll'chtrt. ^aß, wo des Wahnes Herrschaft ist, 3Q Der Mensch oft die Vernunft vergißt, Das ist nur zu beklagen. Doch daß der Mensch, der Weisheit Feind, Selbst, wann er irrt, sich weise scheint, , Das ist nicht zu ertragen. Daß mancher Jüngling, wann er liebt. Vor Traume seine Ruhe giebt, Das ist nur zu beklagen. Doch daß er seine Zeit verdirbt,^. Und fast vor Durst nach Küssen stirbt, Das ist nicht zu ertragen. Daß Martha Joungs Gesänge ließt Ob ihr gleich Stopp noch dunkel ist, Das ist nur zu beklagen. E Mein 14 Gresrsche wochrtttlrchgemeinnürzige Anzeigett Allein daß Young ihr deutlich scheint^ Und- daß sie ihn zu fassen meint, Das ist nicht zu ertragen. Durch seinen Geitz macht Harpax sich Bey allen Klugen lächerlich, Das ist nur zu beklagen. Doch daß er, sprechen wir von Geld, Mißtrauisch uns vor Diebe hält, Das ist nicht zu ertragen. Cleanths Verstand und Witz ist fein, Er sieht es flbst zu deutlich ein, Das ist... nur zu beklagen. Allein er setzt in stimm Sinn / Sich über Fontenelle hin, Das ist. nicht zu ertragen. Max wird durch Verse lächerlich! Ein jeder Narr ist Narr für sich, Das ist nur zu beklagen. Allein er touret auf mein Ohr, Und ließt mir seine Verse vor, Das ist nicht zu ertragen. rS Dorant ist froh bey seinem Weln, Und läßt die Bibel Bibel scyn, Das ist nur zu beklagen. ' * Doch daß, wann sein Eredit ihm sinkt, Er seine Bibel gar vertrinkt. Das ist nicht zu ertragen. Mein Mädchen hält mir ungern still, Wann ich zu oft sie küssen will, Das ist nm zu beklagen. Doch daß Philint um einen Kuß «Oft ganze Nächte frieren muß, Das ist nicht zu ertragen. Däß rmd Nachrichten Daß der politische Näran Nicht seinen Neid verbergen kan, '-v Das ist nur zu beklagen. Daß er den schimpft, den jeder ehrt. Und Narren ihn verachten lehrt. Das ist nicht zu ertragen. Daß Oenophil sein Geld verpraßt. Und alle leere Gläser haßt, Das ist nur zu beklagen» . Doch er will, ganz verzehrt vom ^bctrt, . - Durchaus ein Feind des Saufens seyn, Das ist nicht zu ertragen. Daß Codrus in der besten Welt Noch vieles sieht, das ihm nnßfallt, Das ist nur zu beklagen. Doch, daß er für die beste Welt Die Welt, die er sich träumet, halt, Das ist nicht zu ertragen. Das Uitttrfcbicbeite. Ein Vuch, so wie es Scribax schreibt, Das mittelmästg ist, und mittelmäsig bleibt, Das liefe sich wohl machen. Allein ob auch die feinre Welt Mich nicht vor einen Scribax hält? Ja, das sind andre Sachen! So reden, daß der Pöbel sagt „ Nun, das ist wahr! der Mann, der hat es gut gemacht Das liest sich wohl machen. Doch reden, daß der Pöbel bebt, Und auch der Kenner uns erhebt^? Ja, das sind andre Sachen! Ein Monstrum ohne Witz und Geists Das mancher Thor Gedicht, weil es gereimt ist, heißt. Das lieft sich wohl machen. Giesisihe wöchElich- gemeinnützige Anzeigen Doch in dem Reim, wie Gottsched, rein, Und Klopstock an Gedanken seyn? Ja, das sind andre Sachen! Ein Werk von Paragraphen voll, Wo keiner das beweist, was er beweisen soll; Das lieft sich wohl machen. Doch man verlangt nicht blos den Schein; Man soll ein wahrer Leibnitz seyn! Ja, das sind andre Sachen! Entfernt vom Elend, frep von Pein, Vom Uiberfluß umringt, ein Menschenfreund ZU seyn» Das lieft sich wohl machen. Allein man sey itzt auf dem Thron Und itzt im Staub ein Grandison? Ja, das sind andre Sachen! Beweisen, daß an keinen Stand, Daß an die Tugend nur das wahre Glück sich band; Das lieft sich wohl machen. Doch glauben, was man sich beweißt, Und thun, was die Vernunft uns heißt? Ja, das sind andre Sachen! Der Dichtkunst Regeln zu verstehn, Und bey Homeren selbst bisweilen Mangel sehn; Das lieft sich wohl machen. Doch wagt euch auf der Dichtkunst Meer, Seyd nur ein Schatten vom Homer? Ja, das sind andre Sachen! Von Anlegung lebendiger Hecken. Jedem Landmann ist es bekannt, wie nothwendig und vortheilbast die Umzäunung der Gärten mit lebendigen Hecken ist. Da in unfern Gegenden durch die Unruhen des Kriegs die Zäune auf den Feldern sehr beschädigt und zu Grund gerichtet worden sind; so ist es die Pflicht eines Au- tors, und Nachrichten. Z7 tüdcbcv tkemeimiätzitte Nachrichten liefern will, die besten 9)2it* te( wodurch Är in der Ökonomie so beträchtliche Schaden er!e.zt werden kan bekannt zu machen. W v haben deswegen aus den vornehmsten und bewährtesten öconomischen Schriftstellern folgende Anmerkungen gesammelt. Es aiebt verschiedene Stauden, von welchen Hecken kömien gemacht werden: Holunder, Weiden, Weis- und Schwarzdorn, Stechpalmen, siachlichter Genst, und einige andere. Zu einer Heere in trocknem Boden schickt sich nicht leicht ein Gewächs besser als Holunder. Findet: man alo bofi diese Art von Hecken in einem Feld nützlich seyn können, so mache m r im Herbst an dem Ort, wo die Hecke angebauet werden soll, einen Gra- den, i Elle tief, mW eben so breit, nach der Schnüre. Will jemanö d e »liebt waren , und solchen z. Ellen breit und andeithalbe Ellen tus machen, der hat den Vortheil zu gewarten, daß die Hecke desto besser und geschwinder anwächst- Ist dieses geschehen, so wirst man den Graben mit der klaren Erde wieder voll und macht es gleich. Hernach nimmt man reift Holunderbeeren, thut sie in ein GefäS, zerknirscht sie, gießt ^Lasser oar- auf, und rühret es um, so schwimmt der Unrath oben, und der Saame seht sich zu boten. Diesen laßt man nut tin wenig trocken werden, daß man damit umgehen toi; wenn man ihn gan^ trocken werden liesse, wuwe er untüchtig werden. Man kan auch dm Saamen an solchen Orten in Menge bekommen, wo Holundermuß gesotten wird, und wo die Kerne ohnedem weggeschmissen iverden. Hat man nun den Saamen, so ziehet man eine Schnur nach der Länge der anzulegendeu Hecke , macht em kleines Oirdbcben mit einem Stock i oder anderthalben Zoll tief in die Erde, streuet den^Saanien hinein, und deckt es mit Erde zu Man wird wohlthun, wenn man unter diesen Saamen etwas von wilden Aoseusaamen menget. «N Frühjahr gehet der Saame bald auf, und man muß zu der Zeit darauf >e- hen, daß das Unkraut ausgerauft werde. Haben die jungen Pflanzen einen Sommer gestanden, so werden sie eine halbe Elle hoch gewachsen seyn, folamdes Jabr aber noch stärker treiben. Alsdenn müssen sie mit einer Gar- nsch'ere oben'und auf beyden Seiten abgeschnitten werden, damit sie von der Erde auf desto mehr ausschlagen und unten dicker werden. Und so muß man hernach alle Jahre damit verfahren. Der Vortheil dieser Hck- ken ist, daß sie sich innerhalb z. bis 4. Jahren in vollksmmnem Stand be- finöet, und alsdann 8° Jahre und länger stehen kan > daß das >aieh, äusser die Ziegen mchl davon frißt, daß man das alle Jahr abgeschnittene Holzver- VI vH* -8 Gkesische wochmtlrche gemeinttützige Attzetzett .brennen, auch die alten Stamme an die Drechsler verkaufen kan. Sollte aber jemanden die beschriebene Methode zu langweilig dünken, der nehme im Anfang des Merzen den jungen jährigen Wuchs, der in allen Stöcken ausschlägt, zerschneide solchen in Stücke etwa einer Ellen lang; doch so, -aß der Schnitt am untersten Ende all. mal nahe an einem Auge geschiehct, stecke sie in den obenbefchriebenen Graben, nach der Schnüre, doch daß sie nicht länger als eine Viertel Elle über der Erde stehen, und daß wenigstens ein Auge über der Erde bleibt, tritt solche fest mit den Füsen ein ; so werden sie eher wachse» und eine gute Hecke machen. Wer cs thun will, kan z Reihen neben einander stecken, so wird die Hecke desto stärcker werden. In nassem Erdreich kan man Hecken von Weiden ziehen. Man nimmt Daumensdicke Stöcke von Weiden, die eine Elle lang sind; steckt sie nach der Schnur in die obgemeldte Graben über die Hälfte kreuzweise in die Erde, nach dieser Figur XXXX, und tritt sie stark an; so werden sie bald wachsen. Haben sie nun ein Jahr gestanden , so binde man von den getriebenen jungen Zweigen allzeit zween kreutzweise übereinander; nur nicht mehrere, weil z oder 4 einander ersticken würden. Fährt man damit 5 Jahre fort, und hält die Hecke indessen gut unter der Schecke, so wird sie so dichte, daß weder Menschen noch Vieh'durchkommen können. Es rst nöthig daß bey Anlegung dieser Hecken erstlich ein leichter Zaun aufgeführt werde; da denn die Hecke allezeit innewendig feyn muß, damit solche vor dem Viehe einigermassen Schutz hat. Die Fortsetzung folgt. Personen/ die gcstrchv werden. Zwey Witrweiber, mittclmäsigen Alters, und zwo etwas betagte Jungfern, stehen bereitet, bey der ersten annehmlichen Gelegenheit sich zu verheurathen. Es ist kein Zweifel, daß die Ehepacten, vor die Bräutigame, sehr vortheilhaft können errichtet werden. Die eine erkläret sich so gar, daß sie lieber von ihrem Mann, eine Sclavin, als von ihren Kindern, eine Gebieterin seyn wölb'. Die andere ist munter und aufgeweckt, und was sie spricht, stimmet oft mit ihrem Herzen überein. Wer von Hagestolzen seinen Kaltsinn endlich brechen, und sich, diesem verhaßten Orden zu entziehen, schlüssig werden feite, (auch brave Wittmanner nicht Ausgeschlossen/) zu heumchen, mag sich menFreyersmann auösuchen Eine und Nachrichten. z- was Verlangt; wird. Ein Candidatus Theölogiae der feine Studien auf Akademien ab* solvirt, sucht Gelegenheit Information anzunehmen, es sey in der Stadt oder auf dem Lande, wo er sich zugleich im predigen üben kan. Bey Ausgebern dieses findet man Nachricht. Verlohrne Sachen. Es ist vor 8 Tagen allhier ein Etuit mit Silber beschlagen, Winnen ein silbern Messer, Scheere, Schreibtüfelgen von Elfenbein, und andere Kleinigkeiten von Silber enthalten, verlöhren worden, wer solches gefunden und anzegit, soll i grosen Thaler zur Vergeltung haben. i) Gebohme und getaufte. Am ryten Jenner, Herrn Johann Peter Loos, Burger, Wagner, und des Sechjehner Raths allhier Mitglied, ein Söhnlein. Am 2$fen Jenner, Johann Georg Linnenstrut, Burger und Fuhrmann allhier,. ein Söhnlein. u Am r4ten Jenner, Johann Heinrich Vogel, Burger und Glasner all- hier, ein Söhnlein. Am löten Jenner, Werner Franken, Burger und Rothgerber allhier, ein Söhnlein. An eben denselben Tag, Johann Maximilian Mank, Burger und Rothgerber allhier, ein Söhnlein. r) Verstorbene. Am 2;ten Jenner, Herrn Magnus, Weinwirth allhier, ein Kind. Eodem dato, Herrn Andreas Böhm, ProfefT. Log. & MetaphyC wie auch Mathemat. ordinär, und ßibliothecar. bei) löbl. Universität allhier, ein Töchterlein. Eodem. Joh. Henrich Vogel, Burger und Glasner allhier, ein Söhnlein. Am 2ften Jenner, Johann Martin Lony, Bürger und Metzger allhier, ein Söhnlein. z) Verchlr'chte. Am r6ten Jenner, Johann Nicolaus Müller, Bürger und HaarHand- ler allhier, und Jungfer Johannetta Margaretha Wagnerm, weit. Herrn 5>ieft wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Z^bann Philipp Lnc- 'n-lwersitätsBirchhaiidlem hieselbsi, an die Herrn Liebhaber gegen I.chlr. Pränumeration geliefert. Einzelne Bogen werden für 4 h*. ausgegee Ma» wird auch den Herrn Pränumerantcn mit denen schon herausgetomme, neu Stücken dienen. 4- Gicsischc rv§chemk,ch -- gcmcirtii5i$ic$e Anzeigen JBcmt Johann Philipp Wagners, Pfarrers ;u Vierftld im Pfältz- schm Gebiet, hinterlassene cheleibliche Tochter. * 1 , ' ■ —— . ■■ "'1 "" ~ Ein und 4U6p