wöchentlich- MNMHW WitztWN Mb Wachrtchken. Zwey und zwanzigstes Stück. Drettstags dm L-em LNav 1764. Mit Hochfürstl. Hess.n-Darmstadtischer gnädigsten Erlaubnis. Emgesatt-ee Betrachmrrgeir über bett Frühlmg. unendlich bewundernswürdig die Schönheiten überhaupt sind, welche der Schöpfer der Dinge uns zu allen Jahrszeiten vor Am gen legt,, so reizend und neu sind insbesondere die Annehmlichkeiten dieser gegenwärtigen Zeit/ des Frühlings. Itzt scheint sich die Natur zu verjünge«/ die wir vor einiger Zeit wie ganz erstorben und aller ihrer Kräfte beraubt sahen. Die edelsten Vergnügungen/ die wir in ihrer Betrachtung empfinden können > waren uns versagt. Keine blühende Auen, kein riesender Bach keine schattigte Laube/ kein erquickender West/ kein Lied der klagenden Philomele lockte uns zu sich. Alle diese Quellen der reinsten und edelsten Freuden schienen auf immer vertrocknet zu ftyn. Welcher Schauplatz des Vergnügens eröffnet sich itzt / da jene finstre Decke in der dieNatur verhüllt war / hinweg gezogen wird. Jeder empfindet neu- und stärkere Triebe die Reize der Natur zu geniessen. Unsere Seele erheitert sich/ wie sich unsre Atmosphäre erheitert/ und unser Herz ist dem unschuldigen Vergnügen ganz geöffnet. Die Mannigfaltigkeit der unzählbaren Geschöpft gibt Dem forschenden Geiste immer reichen Stoff zu Betrach- Wgen, und zeigt ihm täglich neue Wunder, die ihn in Erstaunen Hinreiffen. D Die i sz Giesisthe wöchentlich --gemeinnützige Anzeigen Die Sonne, welche sich immer höher über unstrn Horizont erhebt, breitet keben, Freude und Uiberfluß durch die ganze Natur aus. Wen ergreift nicht die froheste Entzückung, wenn er auf einer grünenden Wiese diepräch- tigste Abänderung der Farben, und die mancherley Lichtstrahlen, die von dm Thautropfen in unsre Augen M'rck geworfen werden, erblickt. Wo findet man in allen Zimmern der Reichen Schönheiten, die, mit drehn verglichen, nicht verschwinden müssen ? Jede Blume verdient die Betrachtung eines nicht unachtsamen Geistes. Ihre Farbe sowohl, als ihre Gestalt ist unsrer Bewundrung werth, indem sie die künstlichste Bemühung des Mahlers beschämt. Wie vergnügt sich das Ange, wenn es von ferne, hier blumenvolle Hügel, dorr eine unabsehbare Ebene und grünende Walder entdeckt. Die Hütten des Landmanns, wo Unschuld und Redlichkeit lieber als in den Pallästen der Grosen wohnt, und die glückseligste Unwissenh it,die ungestöhrtcste Ruhe verschaffet, stehen von blühenden Baumen umgeben; und rund umher liegen die schossende Saatfelder gleich smaragdenen Teppichen ausgebreitet, welche dem Lundmann, den reichen Lohn seiner Arbeit in vollem Maasse versprechen Doch wer kan alle diese unendliche Schönheiten erzählen, die der edlere Theil der Menschen ohnehin empfindet, der verwöhnte Wollüstling aber, und der, dessn Herz zu sanfteren Empfindungen, die der Menschheit Ehre machen, unfähig ist, verachtet. Jenem sind weitläuftige Betrachtungen dieser Art unnökbig ; tiefem scheinen sie abgeschmackt und lächerlich. Der letztere würdigt die Werke der Natur keiner Betrachtung, der erstere aber ruft bey rhrcm Anblick jedesmal von den lebhaftesten Regungen der Dankbarkeit und der Bewunderung erfüllt , mit dem königlichen Dichter aus: HErr, wie sind deiner werke si> groe und viel? du hast sie alle weislich ge^ Ordner, und die Erde ist voll deiner Gücer! Gelehrte Anzeige. Bey dem Verleger dieser Blätter ist auf 8, Bogen in 8. herausgekommen r die wahre Glückseligkeit/ ein Lehrgedicht in vier Gesängen, von kN» Ioh. Daniel Müller/ Predigern zu Mendorf, und der Königl. freut* schm Geschäft in Göttingen Ehrenmitglied. In friefim philologischen Gedicht laßt der würdige Herr Verfasser den werfen mit dem Hochnrü- thigen, dem wollüstigen und dem Geizigen austretrerr, und durch diese und Nachrichten. th'efe in etrev dialogischen Form die wahre Quelle der Glückseligkeit beftim* MN. An ersten Gesang sucht der Hochmmhige zu heweisen , daß die Ehre der Grundstein sey, auf welchen das Gebäude der Glückieligkeit auf* geführt werd n müsse. Der Werse hingegen bestreitet seine Gründe, und erweist die Nichrigkeic der Ehre. Am zweyten Gesang mahlt der Werse die Dergünglichkeie des Reichehums wider den Geizhals; im dr-itten die Eitelkeit der Wollust- wider den Wollüstigen/ und beweist, daß Reichthum und Wollust eben sowohl als die Ehre nur eine falichr G ückseligkeit gewähren. Im vierten Gesang ti rtten die genannte vier Per* sonen zusammen auf. Der Weise hebt verschiedene Cinwürft des Hoch* müthigen, Wollüjtigen und Geizigen, und thut aus tüchtigen Gründen dar, daß die wahre Glückseligkeit der Menschen keine sndcre Quelle habe, als eine weise Tugend. Man erkennt an diesem Plan den philosophüchm Geist des Herrn Verfassers, den man schon vor dem in verschiedenen Schrif- ten von ihm mit Vergnügen w«hrgenommen bat. Er unterscheidet sich in den Gedanken sowohl, als in dem Mechanischen seiner Poesie von vielen Dichtern. Er scheint sich besonders den Herrn von Haller zum Muster gewählt zu haben, und die Leser dieses merkwürdigen Gedichts werden eine Menge Hallerischer Gedanken und Züge mit vielem Vergnügen darum entdecken. Das Werk ist sich allenthalben vollkommen gleich. Wir würden daher in unsrer Wahl nicht einig werden, wenn wir unfern Lesern Vorzügliche Stellen zur Probe vorlegen wollten. So viel können wir ver* sichern, daß dieses Gedicht wegen der seltnen Eigenschaften, die es besitzt, besonders wegen des reinen Reims , der darinnen durchgängig herrscht Vie Aufmerksamkeit allen Liebhabern der Poesie verdiene: und cs wird jedem sorgfältigen Leser eine Veranlassung zu vielen angenehmen und wrchtr* gen Betrachtungen werden. Beschluss der Gronlättdijcherr Geschichten des Herrn Egcde. Von der aussern Höflichkeit wissen die Grönländer nichts; Sie chd aber dennoch ungemein gastfrey. Sobald ein Fremder in ein Haus getretten ist, fordert man ihm seine Kleider ab, um sie trocknen zu lassen. Er fordert niemal zu essen, und wenn er noch so hungrig scyn sollte. Bekommt er zu essen , so ißt er sogleich nicht, um nicht gierig ge- nemst zu werden. Alle Leute in dem Haus müssen sich Abends, ehe der Y 2 . Fremde Die 170 Giesische wöchenoksch- g-'lchrs bei) Zubereitung dieser Haut« und Nachrichten. m Die Vkelweiberey ist nicht sehr gewöhnlich. Einige wenige Manner haben zwey, orey bis vier Wnber. Vor der Ankunft der Dänen herrschte unter den mehreren Weibern eines Mannes keine Eifersucht. Seit dem man sie aber von dem göttlichen Verbott der Vielweiberei) belehrt hat: so bezeigen die Weiber jedesmal ein groses Mißvergnügen, wann ihr Mann' eine neue Frau nehmen will. Die verheyratheten Personen leben gar nicht keusch. Man hat ein Spiel, darinn die Manner ihre Weiber vertauschen/ ohne daß einer darüber den geringsten Widerwillen bezeigt. Em Mann halt es vor ein Glück/ wenn ein Angetokk, das ist einer von ihren Propheten, seine Frau beschlaft. Er gibt demselben noch dazu eine Belohnung, weil er glaubt, daß das Kind, das seine Frau von dem Ange, kokk bekommen würde, weit glücklicher, als ein anderes seyn werde. Die Mädchen dagegen sind züchtig und schamhaft. Niemals heurathen sich Verwandten brs aus den dritten Grad. Ihre Heurathen sind kein festes und beständiges Werk. Die Männer scheiden sich oft von ihren Weibern, wenn diese keine Kinder gebühren. Haben sie aber Kinder von ihrer Frau- so lcheioet sie nichts als der Tod. Wenn jemand stirbt, so wird sein Hausgeräthe, Kleider und waS ihm sonst zugehört, auf daS freye Feld geworfen , um sich durch den An- blick dieser Dinge nicht zu verunreinigen. Man beweinet alsdann den Toden auf einem grosen Geheul, eine Stunde lang, und verscharrt ihn in ein Grab, auf welches man einen Steinhaufen setzt. Neben das Grab legt man d.e Dinge, d^ren sich der tode ehemals zur Verschaffung feiner Nahrung bedient hat, als den Kahn, Bogen, Pfeil und andere Sachen. Bey bas Grad einer Weibsperson legt man die Nehnadeln, ihren Fingerhut, u. d. g. Sie glauben, daß einen Tode'n, wenn man ihn zu sehr beweine friere. Stirbt ein Mensch in seinem Haus, so trägt man ihn nicht zur Thure; sondern zum Fenster hinaus. Einem kleinen Kind legt man eine» Hundskopf bey, der ihm, weil es noch keinen Verstand hat, den Weg -um Lande der abgeschiedenen Seelen zeigen soll. In Ansehung der Religion sind die Grönländer gewisser massen Na- tm'alisten. Doch glauben sie die Unsterblichkeit der Seele. Sie halten die Seele vor ein.Dmg, das dermassen weich anzufühlen sey, daß es unfühlbar scheine, und welches weder Nerven noch Knochen habe. Den Götzen, welchen sie verehren, nennen sie Torttgarsirck, Sie machen sich unter» V Z schieden- *7* Gresische rv-cheMM 4 §ewemrrstzr'ge Anzeigen Medene Vorstellungen von ihm. Einige sagen; er habe keine gewisse PJe* fjalt; andcn legen ihm die Gestalt eines Bären bey. Einige behaupten, daß er gros sey, und tmr einen Arm habe; nßd) anderer Meinung ist er klein, und blos eines Fingers lang. Einige geben vor , daß er mcht fier« den könne; und andere, daß ihn ein Hauch um Pas Lehm bringen könne. Dieser Götze soll sich im innersten Per Erde aufhalten. In der Luft sind nach ih:er Ma-nung zwey Geister; einen nennen sie Innerternsok, und den andern Erloersördok. Dieser letzte so!! wie ein magerer und ausgehungerter Mann aussehen, und sich von dem Eingeweide der Toden nähren , weiche in den Himmel gehen. Sie haben vielerley Arten von Zauberern, die ihnen die lächerlichste Dinge, von ihren, der Zauberer, Reisen in den Himmel und die Hölle, von ihrer Macht die Leute sterben zu lasten^ von ihrer Heilungskunst, und vom Zustand der Seelen nach dem Tode überreden. Man trifft viel Jüdische Gebräuche, bet; ihnen an, welche man so wie ihre fabelhaften Meynungen von der Sonne, dem Mond und den Sternen bey dem Verfasser weitläuftig finden kann. Vlad)xid)t» Von des berühmten König!. Französ. Raths und Historiographen. Herrn Schöflius Hi/iovia Zaringo - Badenfi haben zween Tomi, nämlich Ildus und iVtus, oder des dazu gehörigen Codius pars ima, in der Mak« lotischen Druckerey in Carlsruhe nun auch die Presse verlassen. Der Tomus Illtius und Vtus oder der Hiftorise dritter Tomus und des Codicis pars Ilda werden das Werk schliessen, und wo nicht künftigen Michaelis doch Ostern 1765 gewiß erscheinen, die stärksten, kupfemich- sien, prächtigsten seyn, und sowohl das Werk, als der Codex vollständige Register, welche nach Gudeni, P. Hergotti und von Ohlenschlagers vollkommensten Mustern verfer-iget werden, enthalten. Damit aber, da ein Theil dem andern in Bogenanzahl, Tabellen, Vignetten, Kupfern, gröberer oder kleinerer Schrift im Werth nicht gleich kommt, und es verdrüßlich ist jedem Theil einen andern Werth zu geben; sö will der Verleger, das Publicum in eine Gewißheit zu sitzen, und billig zu seyn, den Preis eines jeden Theils auf $ Rchlr. oder 7 fi. 30 fr. be- filMMn^ und darunter also auch sowohl den ersten Theil, als die-noch zu drucken- rrnd V7achnchtett. x7i druckende beyde Theile, sie mögen in der Bogenanzahl so stark, und an Kupfern so reich werden, wie sie wollen, begreifen. Die fertigen Theile sind also so wohl bey dem Verleger -in Carlsm» he, als in allen ansehnlichen Buchhandlungen Deutschlands jeder a 7 (L zo'kr. oder die drey im Druck fertige zusammen ä rr fl. 50 Fr. zu Haben, doch Wird der Tomus IVtus qui Cockcis Diplomatie! pars prim», Wöll davon kein weiteres Epmiplar als von den andern Theilen gedruckt worden, nicht besonders verkauft, welches auch hernach von dem Tomo Vto oder Vcö Codiicis Diplomatie! parce ilda, wenn er die Presse verlassen haben wird, zu verstehen ist. - - Em und auspasirrende vom 19rett tYTny bis den r/ren May 1764. Wallehor den zo. May, Herr Luskant, Postmeister von der Amöneburg, paffirt durch. Gelzerkhor den zoten, Herr Graf Grosse, kommt von Frankfurt, pass strt hierdurch. walwvor den z ten, Herr Obrist von Rabenau, von der Darmstüdti» schm Garde, pass, und repassrt. ♦ » lLodem Hm Hachberg, Hessscher Dbrist, paffirt von Marburg hierdurch. Gelzervhor den z .len, Herr Major von Finkenstein, passv. Frst. durch. - Wallchor z?ten, Aui demCass. Postw.einCapitaiy, HerrBauermHek, ein Bedienter, z. Kaufieuthe und eine Weibsperson, paff, durch. 1) Vervhlichde. Am zz. May, Job.Valent.Flett, Bürg'r und EismhciEr allhick, Jfa Joh Conrad Flett, KirchenGenioris allhiex, eheleibk. Sohn, undMari- Cathar. Müllerin, Joh. Caspar Müllers, weil. Bürgers und TobackS- spinners all hier, hinterlassene eheleibliche Tochter. z' Gcbokrne mrd qettltlftO. Am 15 May, Maria Julrana, Gerog Melchior Vetzbekger-, RölhgeE allhier, Töchterlein. Am ri Miy. tarn Sch-NM Vmasar Frech, Bürger- Md MetzzerS nuhier, Schnlem. 3) "Ott* Eßsthe wZchemlich -gemrÄEtzigr Arrzsigett z) Verstorbene. Am r r.May, Johann Daniel Vogt, Burgers und Metzger Meisters alk hrer, Sohn. Aln r2. May, Christina Elisabetba, Johannes Simons, Burgers und Becker Meisters allhier, Töchterlein. Am 2;. May, Johannetta Elisabetha, Johann Caspar Lampus, Burgers und Metzger Meister alihier, Töchterlein. Frucht-md andere Preisse am Markttag den 2.6 May 1764. Gieser Maas. Q, , N' A-b. Pf. Alb. Pst x Achtel Korn • 5 auch ♦ - f auch - - $- i Achtel Gerste - r x Achtel ÄZaitzen 7 x Achtel Hafer - z 1 H. geschelte Hirsche - x ft. geschelte Gerste - r ft. klein geschelte Gerste x Mesie Erbsen - x Meste Linsen - «r Loch X Quint Brod • . LZ 10 f 15 f r X r x6 r6 Beeke §Pf. 4 4 r Pr 1 ft. Ochsen Fleisch auch - 1 ft. Kuh Fleisch 1 ft. Aind Fleisch 1 ft. KalbFleisch 1 ft. SchweineFleisch 1 ft. HammelFteisch 1 ft. KalböLeber 1 KalbsKopff 1 ft. frische Buttev 8 Eyer - eis. M ;QuintButterBr ?orh 24 Quint Tetrscher |4 4 r r Z 4 r r 7 7 r etzel 4 4 r 4 r 6 4 Pf. s Loch i QmntWeck • 4 S i Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger sodann Philipp Krie/ Ler, UnrversitatsDuchhändlern hiefelbst, an tje Herrn Liebhaber gegen i Rthlr. k b,a^l5c Pl-anumeratisn geliefert. Einzelne Bc>qcn werden für 4 fr. ausgege- - » <2*2 ^tsdauch dm-Herm Prsuumeranttn ernt denen schon heranögel-mm«- KG CKMndrenm,