W iefische wöchentlich- gemtnnüKge Knzelgen 11116 Nachrichten. Dreyzchentes Stück. Dienstags den &7teit März 1764. Mit Hochfürstl. Hessen - Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. Alte histonsche V7achrichtett. Mnno 1601. den 8ten Sept, des morgens zwischen 2.und -.Uhr WP bnt sich ein grofts Erdbeben verspüren lassen, das sich über 80. " Meilwegs in die Lange erstrecket. Anno i^if. den L8ten Nov. als das Rindvieh von der Weide nach Haus hat gehen wollen haben sich zwey TLagen unter dem Gewölb im Thor gehemmet, und sind neben einander halten geblieben, so daß das Vieh das bereits auf der Brücke gewesen, nicht .hat können hinein kommen. Dar hinterste Vieh hat so stark nachgedruckt, daß sich das förderste höher als zwey Mann hoch auf einander gestellt, und es sind drey Stücke erdrückt worden. Endlich als die Wagen von einander gekommen sind, ist Dal Vieh mit solchem Ungestimm hineingedrungen, daß ein Knabe, ob er sich gleich hinter das Thor retirirt hatte, tod gedrückt worden ist. Vieles Vieh ist in den Graben gefallen; aber alle wieder von den Bürgern lebendig herausgezogen worden. Anno i62o, den r-ten Februar, des morgens hat sich. ein Erdbeben N plötzlich 96 Gresistbe wöchentlich -gemeinnützige Anzeigen plötzlich erregt, das nicht allein hier zu Giesen - sondern auch an andern Orten ist gespürt worden. Anno i^o. den zoten Jan. erschossen drey Freybeuter in der Lrnder- mark ihren eignen Gesellen und beraubten ihn. Sie wurden in Marburg inhastiret und an hiesiges peinliches Gericht ausgeliesert Den roten April wurden zwey von ihnen enthauptet, und davon einer begraben, der andere auf das Rad gelegt. Der dritte, welcher noch jung und unverheirathet wäre, ist von einer ledigen Weibsperson durch einen Fußfall bey dem peinl. Gericht erbeten worden, und mit dem Leben davon gekommen. Man hat sie hierauf ehelich zusammen gegeben, und bey.de des Landes verwiesen; aber der Böswicht hat die Weibsperson verlassen, und ist davon gegangen. Anno 1629. den zzfen Oct. des Nachts zwischen iz. und 1. Uhr ging in der Fürstl. DofScheuer ein Feuer aus, und richtete die ganze Scheuer mit aller Frucht und Fütterung zu Grund. iDer Schade belief sich auf etliche icoo. Thlr. Wie das Feuer angegangen ist, hat man mcht erfahren können. Räthsel. Ich habe meine Geburt einem vernünftigen Wesen zu danken. Ich gehöre weder zum GeisterReiche, noch zum Reiche der Thiere, noch der Mineralien, noch der Pflanzen. Sobald ich gebohren bin, erscheine ich in der Welt. Ob ich gleich viele Kennzeichen an mir trage, an welchen man mich erkennen kann: so müssen sich doch die Meisschen viele Mühe geben, mich zu erkennen. Man halt mich bald vor dieses, bald vor jenes. Mün wettek über mich, und oft weiß keiner von den wettenden Partheien, wer ich bin. Mein Vatter, der zugleich mein Vatter und meine Mutter ist, weiß meine Natur gewiß, und erzerrgt mich blos aus der Ursache, daß andere mich erforschen sollen. So viel Mühe man sich auch gicbt, mich kennen zu lernen: so wenig achtet man mich, wann ich erkannt bin. Ich halte mich am liebsten in den SpinnStuben auf, und je verliebter die Gesellschaft ist, desto mehr gefalle ich, wann ich in einem schmutzigen Kleide erscheine. Und doch bin ich selbst meistentheils sehr rein und unschuldig, wenn Mein Auszug grob und schmutzig ist. Vielleicht werden sich heute viele nach mir erkundigen. Aber ich weiß nicht, ob mich jemand finden wird, wenn mau gleich, indem man mich sucht, meinen wahren Nahmen und LTsachnchten. 91 hundertmal rennen wird. Man ist sonst froh, wenn man Dmge leicht finden kann, die man begierig sucht. Aber mit mir ist- man nicht zufrieden, wann ich mich leicht finden lasse. Ich bin am meisten der Liebling der Kinder und der erwachsenen Jugend.- Manner von einem reifen Alter achte« mich wenig. Vielleicht mag dieß daher kommen, daß ich ihnen auf dem Wege zur Weisheit zu oft begegne. 25ef■/ werden kan. - der Teig zuin Brode eingeknetet werden soll, so nimmt man EMehr hundert Dopffen LaventelWaffer, und giesset dieselben in das Wasser,dannt das Mehl eingemenget werden folU so wird das Brod niemals schimmeln/ Md der Geschmack des Brodes wird doch der ordentliche bleiben. Wiber die Erdflöl)s 3n den laten Blatt unserer Anzesgen haben wir ein Mittel gegen die Erdflöhe vorgebracht. In denen LangensalZer öconom Sammlungen findet si§> ganz ein leichteres; wenn man disPflanzenSaatmit trockenen ßuchti- gerr ErdeStaub fleisig überstreuet, bis die Pflanzen stärker werden. Man wird es wahrnehmen können, wo dergleichen beseele Aeckcr so am Weg lie- gen/wo Fuhren, R:nd- oder SchaafVieh vorbey getrieben wird, wo ber Staub sich erhebet und auf die Felder ausbreitet, wenig oder gar keine Erdflöhe pnden kaffen und Schadet! thun. Verlohrne Sachen. Em schwarzes von Marke genehtes Krägelgen mit einem Creutz von Rubinen m Silber eingefaßt und überguldet, nebst oben einer Rosen von der nem- sichen Matme ist verlohren worden. Wer solches gefunden, kan sich bey Ausgebern dieses melden, wofür ein gutes Trinkgeld bezahlt werden soll. lchwAk! Schweig des eitlen Pomps Getümmel! Bgten will ich! Erde schweig! Schweigt ihr Welken! Schweigt ihr Himmel r Aber tt-rd Nachrichrers. Aber hört auch der Allmächt'ge, Seele, deinen Seufzern zu? Du bist Staub! - verstumm!' nein! rede! des Mmächtgen Staub bist du! Aber ach! wie soll ich dich Ursprung alles Daseyns, neunen? Dich zu nennen, müßt ich dich, müßt ich ganz dein Wesen kennen! Du bist ewig, mächtig, gütig, herrlich, wunderbar, unendlich Du bist alles, bist Jehova! - ach! so nennst du selber dich! Tief im Staube fleh ich dich, GOtt Jehova! Laß das Lallen Deines Wurmes deines Kinds, deines Menschen dir gefallen! Ach von deinem Gnaden Throne auf dein Kind ein einz'ger Blick Ist Entzückung in dem Kummer, ist im Staub des Himmels Glück! GOtt der Weisheit lehre mich, niemals meiner Thorheit Willen, Immer meines Lebens Zweck durch mein Leben zu erfüllen; UwWuge meine Seele van der Spanne meiner Zeit, Und das Ziel von meinen Wünschen stell' mir in die Ewigkeit! Meiner Leidenschaften Sturm und das Feuer meiner Jugend Stille der Betrachtung Macht, dämpfe das-Gebot der. Tugend! Wenn mein Fus nach Sünden taumelt, ach so reiß mich deine Hand, Eh mein Schwindel mich hinabstürzt, von des steilen Abgrunds Rand- Laß des Menschenfteundes Rang — owie hoch sind seine Stufen! - Mehr als aller Helden Glanz mich zu edlen Thaten rufem Wenn mein Ohr das bange Winseln klagender Bedrängten hört; O wer bin ich, wemralsdenn sich nicht mein ganzes Herz empört? Nicht um Reichthum bitt' ich dich, wo ist Reichthum ohne Bürde? Nicht um Ehre, nicht um Ruhm! dein zu seyn, sey meine Würdet Herr, was mein Bedürfnis fordert, und was Minen Brüdern nützt, Das nur schenk mir deine Güte, deine Güte, die mich schützt. Soll ich zu der Ewigkeit durch bedornte Wüsten wallen -O so laß mich nie so tief, daß ich frevelnd murre, fallen ! Wasne, Vatter, meine Seele mit dem Panzer dee Gedüst! Selbst die Leiden, die du sendest, sind ja Pfänder deiner Huld, k N - Rüstet iöo Gl'cslsche rvcchetttlich- gMelMÄtzige Attzeigm Rüstet wider meine Ruh sich ein Schwarm Verruchter Feinde So errette mich, mein GOtt, durch den Aun getreuer Freunde, Ach! die hast du mir verliehen, hier der Trost in meiner Pein Und dort in dem Schoos der Freuden ewig meine Lust zu scyn. Meinen Pflichten treu zu seyn, und mein Daschn zu geniesten Laß ein unvergiftet Blut meiner Adern Gang durchfliesen ! »Heften mich der Krankheit Pfeile auf ein langes Lager hin; Ach so laß mit meinen Kräften nur nicht deinen Trost entflicht Laß des Todes lehrend Bild meinen Geist mit seinen Schrecken , Wenn er dich und sich vergißt, aus verwegnen Schlummern wecken. Winkt er mir einst aus dem Leben; o so folg ich ihm voll Muth. Tilgt nur meiner Sünden Rechnung meines grosen Mittlers Blut, .........*.............. 1 ■ '■1 ...........--- ' .....——. Sümgedichte. Die betrsgne Betrügerin. Heut gab mir Doris zwanzig Küsse, Ob ich sie gleich um vierzig bat. O gutes Kind! ich kenne deine Schlüsse Und weiß vor deine Schalkheit Rath. Dann, um mich ganz erhört zu sehen, Darf ich ja nur um achzig flehen. Der unglückliche Glückliche, Du bist im Unglück fromm, und gottlos in dem Glücke. Was kannst du als- thun, um dich beglückt zu sehn? Den Himmel muß dem Herz mit wahrem Ernste fiehrn Ach nimm, wann du Mich liebst, was du Mir gabst zurücke. Die Verwunderung. Daß Bav mich'immer schimpft, Clcanth, das wundert dich. Das Bav dich immer lobt, Manch, das wundert mich ■ ' . .. ' - ff * ' ’ EM 101 yrrd ^lachrichtett- s waürhsr de» ichMMKj, $»«« ThmMmMe DiMm«, H.n« von • DMlwig, vom Regim Lambei-g, paff durch. . Wattchor den :8teu, in der Sperr herein, cm Kaufmann von ~jM htira» Jicrv (Srinnnicr, log. im Einhorn. SelzerThor den i8ten, aus dem Frans. Postw. ein^Comet von r em ge- 'wesenrn Luckner Corps,, Herr Helni, und ein -dranjos/pal du ich. Th Ar den l 9ten, aus dem Caff Postw. ein Kapserl. Dbr>st^.«.uter. Her"?GriMl, vom Regiment Durlach, und ein Wartemderziicher Lieutenant, Hr. Steindorff, neb|I 6 Kausteuthen, paff, durch. Sel-erThor den i-ten, Herr Capitain Hofmann, paff, mit der Gkena- Vier LeibCompagnie hinaus. Wallthor den roten, zween Herrn Grasen von Schulmansoo ff, ff. von Lasset hierdurch nach Frankfurt. ,;fs z / den Ziten, Herr von Hassenbera, DomHerr von Hll^eshcnN, Herr Reg. Rath von Berner, aus Marburg, ein Nastaulscher La- pitain, Herr von Herbert, paff, durch, und Herr Gmeral v. ^l- ken vass herein, leg. im Einhorn. , - * den züen, Herr von Wardensleben, Herr von Dunkel, em Kayserl. Husaren Capitain, -Herr'von ^oure, und Herr Baron v. - Gras ?on Verlenburg, Französ. Dbrister , Httr voü Honeg, Braunschweigischer CammerJunker. Auf dem EmMchen Postw. 2 Kaufleuthe, ein Musicus und z Studenten, paff. dmch. Ein und nuopasftrende vom i6tm »ärz brs bM i?tcn Marz 1764. 1) Verchlrchte. Am 25 Febr. Johann Simon Kohlenberger, Bürger und Schneider- Meister, und Johanna Dorothea Ksrrin. Am 1? Marz, Johann Philipp Rol!, Bürger und Wollenweber, und Maria Elisabetha Frechin. 2) Gebohrrie und getaufte. Am.rzM-irz, Philipps Peter, Johann Andreas Ramspeck, Schuh' macher allhier, Söhnlein. Am 101 Mesische wöchentlich # genieinnüizige Anzeigen Am i? Mr,', Anna Maria Christina, Ich. Georg RooS, Peruaucm machers aiihier, Töchkcrlcin. Am 17 März, Ich. Daniel, Phil. Stübers, Strunipfwebers allh., Söhnt. Am --tm, Mana Juliana Johanmkta, WEHell» Balthasar Magnus, Küfers atlhicr, Töchterlein. Frucht und andere Preisse am Markttag den z. Mrs 1764. , 5) Verstorbene. Am Marz, Anna Gisch., weil.Joh. Kellers, Leinwebers allhrer, Wittib. Am iS Marz, Ich. Philipp Ernst, Ich-.Gregorius Vetzbergers, Roch, gerbers allhier, Söhnlein. Am -« März, Catharina Louysa Christina, Jacob Andrä, Chirurgien Mmors nn Hoipital zu SaarLouis, Töchterlein. Am 2^ten f Fmu Maria Catharina Charlot. Rheniin, weil, «Senn Ähenii, kro5. PhiloC allhiel'/ hinterlassene Wittib. Gieser Maas. Fl. Alb. M Alb. Pf.- x Achtel Korn - 5 20 1 ft. -Ochsen Fleisch 4 auch - - r if auch - 4. r auch . - - r 10 C * r ft. Küh Fleisch z 4e i Achtel Gerste # r L5 r ft. Rmd Fleisch z 1 .Achtel Wattzm 7 20 i ch. KalbFleisch z x Achtel Hafer - 2 f 1 H. SchwcineFleisch 4 r 1 ft. geschehe Hirsche r 4 1 ft. HammelFteisch z 6 1 ft. gescheite Gerste ♦ X 4 1 ft. KalbsLeber z r tt. rleiil geschehe Gerste r i KalbsKopff 7 4 1 Meste Erbsen - .15 1 ft. frische Butter 8 x Weste Linsen - 16 ?Eyer - U 1 Becker Preis. rz Loch r Quint Brod - 4Pf. z Loch ; Quint ButterBretzel 4 Pf. 6 Loch Quint Weck - 4 9 Loch Qumr Teitscher 4 Dir ft wöchentliche Anzeigen werden von dein Verleger Johann Philipp Kries veMr^Mn^chhändlernchreft!b.st, an bic Herrn Liebhaber gegen i Rthir. t ' Pränumeration geliefert. Eirrzelire Bogen «perden für 4 fr. ansgeg'es 'vird auch den Herrn Pegnnn?efaytch mjr cheffen scheq heraasgekomme- tun Socken brevem