Wteßsche wöchrntlich- gmciWilßlge Nnzetgcn * Hilf MchrtchM Viertes Stück. Drenstags den i4ten Januar. 1764. Mtt Hochfürstl. Hessen-Darmstädtlschcc gnädigsten Erlaubnis. Z-rtfttzUttg der Abhandlung vsn der Vortreflichkert der Grttenlehre. Freuden de« Tugendhaften bestehen in der Wollust, welche er in 'KgA der EMschung der Wahrheit, über die Schönheiten der natürli. chen Dinge, über die Verbesserung der Vorzüge seines ©eilte«. und überdie Erfüllung seiner Pflichten empfindet. Er ist nicht g« n al les sinnliche Vergnügen stoisch, unempfindlich. Die Weisheit wohnt in keiner finstern und mürrischen S-ele. Nein, sie weiß, indem sie un »ul. dige Ergötzungen, nut ernsthaften und schwehreren Beschastiqunaen aebö. ng abwcchslen läßt, den Werth der ersteren zu erhöhen und dft Be. schwerlichkeiten der letzteren zu versüffen. w D Die K. Eben so wenig wird jene häßliche, und zugleich so lächerliche Leidenschaft- die ihre Sclaven ohne Gift und Dolche hinrichtet, der Geiz, ihn ftsseln können. Da er den wahren Werth der Reichthümer kennt, so ist er eben so weit entfernt, durch Ungerechtigkeit sich Schätze zu sammeln, als rechtmä. sig erworbene Guter zu verschwenden, oder zu »erachten. Er ist weder ein D ' Sem» Ls Gr'esifche wochetttlichgemerttttützige Attzeigctt Smeca, der bey seinen schönsten Lehren von der Verachtung des Reich- thums, einen unersättlichen Hunger darnach hatte, noch ein Diogenes oder Democrir, der sein Geld, und mit seinem Geld seine Bequemlichkeit zrnd erlaubte Vergnügen in M Meer wirst. Er schätzt Vermögen und Güter, aber nicht deswegen, weil er sie für Tugenden oder Verdienste hält, sondern darum, weil er damit die Dürftigkeit beglücken und die nothleidende Tugend unterstützen kan. Der Herr von Hagedorn mahlt uns diese Züge in dem Bild des Weisen in seinem Gedicht von der Glückseligkeit vortrcflich. Er ruft entzückt über ihn aus: -0 wie beglückt ist der, auf dessen reine Schätze Nicht Fluch noch Schande fällt, noch Vorwurf der Gesetze, Der aus dem Uibekpuß, den er mit Recht besitzt, Der armen Blöse deckt, und ihre Häuser stützt, Die Künstler kennt und hegt, mit seinem Beystand eilet, Und mit gewohnter Hand des Kummers Wunden heilet l Vor ihm vermehren sich die Zähren banger Noch, Die Milde seiner Huld entfernt des Greisen Tod, Zieht ihre Kinder auf, die Väter zu verpflegen, Und wird ein Gegenstand von ihrem letzten Segen. Die Lust an aller Wohl beseelet was er thut. Es ist sein Eigenthum ein allgemeines Gut. Es überfliest sein Herz, der innre Freund der Armen, Von reger Zärtlichkeit, von göttlichem Erbarmen. Eine richtige Beurtheilung seiner selbst bringt ihn dahin, daß er sich nicht erhebt, und auf Vorzüge, die er nicht besitzt, oder die keine wahre Vorzüge sind, stolz ist. Nicht in der erhabnen Abkunft, und iw der Menge von Ahnen, sondern in der Menge von eigenen Verdiensten; nicht in dem Besitz vieler Schätze, sondern in ihrem weisen Gebrauch; nicht in der Schönheit seiner äusseren Gestalt, sondern in der Schönheit seines moralischen Characters, nicht in dem Ansehen, das ihm sein Stand crtheikt, sondern in dem Rang, den ihm die Tugend giebt, sucht er seinen Vorzug, und einen edlen, gebottenen Stolz. Rühren euch diese nur schwach gezeichnete Züge in dem Bild des Weisen; so achtet die Tugendlehre hoch, übt sie aus, und werdet ein Original zu diesem Gemählde. imb Nachrichten. tff Da daS Leben der Menschen eine Abwechslung von mannigfaltigen Zufällen ist, da es bald von glücklichen und angenehmen Schicksalen erheitert, bald von trüben und unglücklichen Begebenheiten verdunkelt, vorüber eilt: so erfordert es unsere Ruhe, und unser eigenes Wohl, daß wir im Glück Mässigung, im Unglück Standhaftigkeit und Muth besitzen. Diese Eigenschaften, diese GemüthsRuhe, diese philosophische Gleich- müthigkeit, die durch keine Wiederwärtigkeiten kan ersthüttert werden, verschafft uns die Moral. Der Weise, welcher dem Glück seine Güter ohne kleinmüthig zu werden, zurückgeben kan, uftp sich in seine Tugend hüllt, der wie ein Fels im Unglück sein Haupt erhebt, den die Ruinen einer Welt unerschrocken zerschmettern würden, hat seine Gröse ihren Lehren zu danken. Betrachten wir uns in der Verbindung mit andern vernünftigen Geschöpfen , so leistet die Moral der menschlichen Glückseligkeit keine geringere Dienste. Die Menschenliebe, die allgemeine Wohlthätigkeit, die Sanft- muth, Dankbarkeit, Billigkeit, Freundlichkeit, Dienstfertigkeit, Höflich- keit, Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, und das ganze Gefolg gesellschaftlicher und unter sich verbundener Tugenden weichen nicht von ihrer Seite. Sie feuert uns zu allen diesen Tugenden mit starken Gründen an, und zeigt uns die Heßlichkeit des Menschenhaffes, der Grausamkeit, Undankbarkeit, Ungerechtigkeit und aller entgegen gesetzten Laster, mit ihren unseligen Folgen auf die irrdische Wohlfarth. Möchte doch jeder diese Pflichten, weiche die Sittenlehre gebeut, mit allem Ernste ausüben. Wie glücklich würde der Erdboden, welch ein seliger Wohnplaz würde er seyn, wann sich jeder de- mühete die erhabenen Stufen des Menschenfreundes zu besteigen, und den Nahmen eines redlichen, gerechten, wohlthätigen und rechtschaffenen Mannes zu verdienen ! Alles Elend und'alle Plagen, die sich die Menschen selbst unter einander verursachen, würden aufhören; man würde weder das Seufzen des Niedrigen über die Ungerechtigkeit des Grosen, nod) die Klage des Grosen über den Ungehorsam des Geringer« hören. Kein Nero, kein Domitian würden das Wohl seiner Bürger, seinen tobenden Begierden auf- opfern. Keine Thränen des Elends würde man fliesen sehen. Der Neid, die Grausamkeit und Unbarmherzigkeit würden unbekannt seyn, weil die Menschen durch die sanften Bande einer allgemeinen Liebe^ auf das genaueste vereinigt seyn würden. Eine ungestörte Ruhe und Sicherheit würden überall herrschen, und der Krieg dieses Ungeheuer, das allein tausendfache Plagen auf die Erde sendet, würde unbekannt seyn. D r Aber 8» Giestsche «Zchmrliche gemeinnützige Anzeigen . Aber wo befinde ich mich mit meinen Gedanken? Schweife ich nicke M dem^Rech der Phantasie und der Traume herum? Sind nicht alle diese schone Vorstellungen Geschöpfe memer-Eiubildung? O! mit welchem 2Bi» muß ich zur Schande der Menschheit bekennen, daß sie es mrklich sind, daß sie es ewig bleiben werden. Aber dennoch beweisen «eine Betrachtungen dieß, daß die Sittenlchr« höchst vortrestich, und ihre Ausübung zur Glückseligkeit des menschlichen Geschlechts unentbehrlich ist. Die Teutsche Gesellschaft hat durch einen Anschlag am schwarzen Brei ^ßsi'- ihre Zusammenkünfte ins künftige nicl-t mehr in fcrö Hei rn Aiisieherö Biehauiung, sondern in dem Medicinischen Hörsaale auf dem UmversitatsCoIIeg,o anstcllen werde. Sie war auch aiu^vvriaen Eamstage an diesem Ort zu der gewöhnlichen Stunde versammelt. Wir können von einer Uiberschwemmung, die vor m. Jahren die Stade Giestn in Gefahr setzte ^folgende Nachricnt aus einer eigenen Hand» schlist de« damalijstn StadtPfarrers und AffefToris Conliitorii, M. Harrmann Mögens, welcher ein Ur-Gros- Vatter unst» reS Herrn Profeflons, D. Mogens, gewesen ist, mittheilen. ‘ ... An"° l64;- 6cn 4. r.Januar«, ist eine gewaltige Crgiesunq der ^önn, alchier zu Giesen, zu Marburg, und anderswo gewesen, daß das Wasser den 4 Jan. Nachts zwischen 12. und -. Uhr m den Wallarab-ii. imd hernach m bie Stadt gebrochen, daß -San etlichen Orten zweier Mann rief gewesen, und sind die Leut des Nachts unversehens damit überfallen worden , daß vieles Vieh m Wassersnoth g-rathen, und auch etwelehes, wiewohl, GO« lob, allhter nicht viel, ertrink«, so sind auch zu Marburg m Weidenyaussen, ganze und halbe Baue weggestossen. a kAachrichten von allerhand Sachen. Ein Gelehrter ist neulich mit uns, um deswillen, nickt zufrieden ae« Wien, weil wir im ersten Stück dieser Anzeigen, im NeuJahrWunsch die Schonen denen verdienten Männern vorgezogen haben. Wir wissen nicht, wer er ist, weil der Freund, der es uns erzchlet hat, seinenNa- men rrrrd k7achricheett» 29 men nicht offenbaren will. Mer vermuthlich ist es ein Hagestolz gewesen , der die Schönen / wenn er gleich anderst sprechen mag, doch in seinem Herzen verachtet. Die Höflichkeit, die man den Schönen schuldig i(t, bat uns jenen Rmg in die Feder geflöset. Und wir haben in diesem Widerspruch, das ganze Reich der Schönen auf unserer Seite. Glück genügt Eben in diesem NmIahrs Wunsch wünschten wir, unter andern, auch: dem Hagestolzen Grain z den Mädchenfreunden Lüste. Einer, der sich selbst in jenen Orden Met, meinete, .daß, in unserer Zeile nur von einer Gattung des männlichen Geschlechts die Rede seye. Dß dienet zu einem zweyfachen Beweis. Einmal, daß er selbst ein Mädchenfreund ist, sodann auch, welches schnurstracks folget, daß wir ihm, und vielleicht noch mehreren, zugleich Gram und Küsse gewünschet haben. Ar verkaufende Güter. Nachdeme weiland, Lorenz Krachen Wittib allhier entschlossen, ihre von ihrem seek. Ehemann herrührende, erkaufte und sonsten besitzende Güter, als: r Morgen s f Ruthen Wiesen am Schätzgesbrunnen. 94 Ruthen Wiesen am Mittelweg. Einen halben Morgen Wiesen in dem Neustadter Feld an den grafen Weiden. 46 Ruthen Acker am Wißmarer Weg. 40 Ruthen Acker am Kreutzweg. 1 und einen halber? Morgen 1 r Rrr- then Acker a?n Rörerms Loch gelegen. 1 und eine halbe Ruthe Morgen Wiesen Hinterm Walbronn. Einen halben Morgen Acker im Heegstrauch. Einen halben Morgen Acker im Rödern. 51 Ruthen Acker, ohngefehr am Pfuhl, fz Ruthen Acker auf der hohlen Eich. 70 Ruthen Acker am Badenburger Pfad, giebt anderthalb«: Messen Pfacht, n Ruthen Acker am hohlen Weg. Ein Viertel Morgen Wiese auf dem Hamm. An- derthalbe Ruthen Morgen Acker auf der Ursenum. Ferner eine wehlcon- ditionirte Chaife benebst 2 Pferden, einen Wagen unt) allerhaird Geschirr, an den Meistbietenden zu verkaufen, zu dem Ende der Ee dieses Monats Januar, bestimmt ifi, Als wird solches hiermit bekannt gemacht, und können diejenigen, die hiervon etwas $11 licitiren Lust haben, in dem weisen Roß allhier Nachmittags um 1 Uhr sich emfindcn. Verlohrne Sacbm. Ein braunes noch neues seidenes SackTuch ist am Sonntag Abends, D z zwischen zo Giestsche wöchentlich - gemeinnützige Anzeigen zwischen der StadtKirche und dem Einhorn vcrlohren worden. Wer e- dem Verleger bringen wird, soll 15 Alb. Trinkgeld bekommen. Am zweyten Christtag sind 1 Paar sc! Warze Tauben, mit weisen Leisten, Herausgelaffen, aber von jemanden gefangen worden. Der vorige Ei- Senthums Herr erbietet sich 40 Kr. FangGeld davor zu zahlen. Sachen, so gesucht werden. Wenn frische Brücken, Bückinge, Stockfische und Lapperdan ankommen , so wird der Verkäufer starken Abgang finden. Verzeichnis der von dem itcn Januar, an bis den 19tat/ gehöhnten / verstorbenen und verehlichtcn Personen. 1) Getaufte. Am z Ian. dem Johann Conrad Clauß, Burger und Schuhmacher allhier, ein Sohn. Am s. Ian. dem Ludwig Daniel Wagner/ Burger und Fuhimann . allhier, ein Sohn. Am 7- Ian. dem Herrn Hofrath, D. Johann Christoph Roch/ ordentlichen Rechtslehrer allhier, ein Sohn, Nahmens Christian Fraitz. Am 9. Ian. dem Peter Bahriy, Taglöhner allhier, ein Sohn. Am 10. Ian. dem Johann Dalthajär Constans, Burger und Metzger allhier, eine Tochter. Am 11. Ian. dem Schäfer, Johann Paul Euler/ eine Tochter. Am 17. Ian. dem Anton Faber, Burger unh Fuhrmann allhier, ein Sohn, r) Verstorbene. Der Herr Hofrath von Avemann, gewesener Amtmann zu Königsberg, ist in der Nacht zwischen dem i7ten und isfcn dieses, nachdem er den 17teil Vormittags mit Magenkrampf und -Ohnmächten befallen worden, gegen 12. Uhr, an einem Steckfiuß plötzlich verstorben. Am 4. Ian. Moriz Jacob/ Söhnlein des Feldschützens Johannes Ronigs. Am 6. Ian. Johann Henrich Müller, Burger und Gasthalter zu den drey Kronen, auch Steinsetzer allhier. Am ~ und Nachrichten. 31 ObriMutenank. He« Todesfälle und Beförderungen, f» im abgelauftnen Iahr bcv der Besatzung 311 Giesen und Darmstatt geschehen sind- 1) Todesfälle. , , jherr Lieutenant Hofnrann von der Grenadier Compagnie bey jW r £)urcl)lt. des Prinz Georgs Regiment, starb an einer hitzigen Krankheit ti^jp>err Major Sartorius von dem Land-Bataillon von * Hcrr ObristLieutenant von Häufungen, bey Jhro Durchlt. deS von dem Prinz Georgischen Regiment. , 2) Beförderungen. ch-rr £ieut. von Dernbach, und Herr Jnhndrich von Freudenberg wur« den von dem Prinz Georgischen R-gim. zu dem LerbGrenadrer.CorpS verfttzt. Herr sMndrich Stutzer wurde zum Lieutenant bey diesemRegun. ernennt. Der bisherige Cadet-Sergeant, Herr Stutzer, zum zahndnch bey der GrenadierCompagnie. Herr von Lichtenberg zum Fahndrich bey des Herrn Hauptmann Fähndrich Langsdorf zum Lieut. bey der Grenadier Compagnie. Der bisherige Caoet, Herr v.Wieger,zum Fähndr. beyebendieser Comp. Alle bey dem Prinz Georgischen Regiment. bey den LeibGrenadiers gestandene Herr Hauptmann Lrnd, zum Major bey dem LandBatalllon von Fock. jÄtxv Lieut. von Dernbach bey den LeibGrenadiers/ zum Hauptmann. Herr Major von Lindheim bey dem Crbprinzlichen Regiment, zum Am 1; CW Daniel Friedrich, des Tagiöhners Bahn^ SAnlcin. Am 17 Jan. eine Tochter Johann Philipp Roths, Burgers und Kiefers allhier. »erehlrchte. . Am ?.l^an. Philipp Jacob Leichtlein, Burger und Kramer allhier, und des ehemahligen Praeceptoris zu Langgöns Lwgieri) PlNgstej ^ochter. Am 10. Jan. ist unser Hexr Professor Böhm, mit der verw.ttibten Frau Pfarrer Trainerin, von Königsberg, getrauet worden. 32 Eiesische «Mmlitfe# gcnlemnützige Anzeige» ÄÄSÄSÄ *■' ®”9i|i«*■» te SSSS&*"*"'“" 3-b.»M- . a Sä)malcslder zum CapitaineLieutelrant bett des /tatn.-Hfiriff von Gpltznassen Cornpagnie, bey dem Prinz G'coch RWmcnt ^^^ fiMnn^k ^bBDnd) von Gchenc?,zum LiLutenant bepveö Herrn Hauvt- MnnLaberH Eompag. bey diesem Regiment. -H.WWWSSSS. Der deöymge Fahnde, und Ad/utantHerr GchoMnim Eieuteuanr V.Rsr>enhaustn,rumFähn»ich; Allebq-dMlPm.zGeoigWen Rcgii^ ^“anS19^.«,« ft! 6rn, DlfiC«r8 allemal di- " llild >lusp>rssirei«dc vom 14 tcn bis bcn loten Januar 17^4. WnUtb^r ^ctt T4teit 2 Courier von Hanover, passiren bierdurck n.ick» ^irq Fr^'o- penfionirter Capitain von den Voion- FranksiltthUdM?^^ R,chemont’ p^^»! von Cassel nach Cbor teri u. z Studenten zu Pferd, nebft r. Bedienten Butzbach / Ehmens Herr Bc>r:ck und Herr Gedhard, pass herein .“f Ccn'3rycr Postw. ein Kaufmann unbein Jud ää* gg* <**• “ ®ä 8«, SS^S'S# ™ b6;In^"ks«tzch-nn Philipp Sri« halbjährig- UnumerX Xf rt ri sxf n. f'^ab/.r S""" ' R-hIr. ' ben. Man wird auch den A«n' ®rimÄ„; ®*4e? f-'r 4 Fr. ausgeg« Kw Stückkli dienen, 3 ' l n,lt denen ichou herauögekomm«