Wtcfische wöchentlich- DMMM Wnzchen mb Mchrtchten. Bier und Drcysigstes Stück. Dienstags dm 21 tert August 1764. Mit Hochfürstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. Beschluß der moralischen Erzehlung des zrtert Stüdes. (^Mach etlichen Tagen kam ihr Vatter von seiner Reise wieder zurück. Wie sehr erstaunte er, als er die TopesBlässe auf den Wangen seiner Tochter sahl Er fragte sie erschrocken, was ihr fehlte. Sie gab sich Mühe, ihm die eigentliche Ursache ihres Kummers zu verschweigen und schützte eine kleine Unpäßlichkeit vor. Allein der Gram und die Schande, die Llimene unter ihren Herzen trug, nahm von Tag zu Tag zu. Und als sie sie nicht langer mehr verbergen konte, faßte sie endlich den Muth, sich in Thranen vor ihrem Vatter niederzuwerfen, und ihn um Verzeihung ihres Fehltrittes zu bitten. Man kann sich leicht vorstellen, daß das Geständnis von dem Verlust ihrer Tugend und ihrer Ehre eine von den allerschrecklichsten Nachrichten seyn mußte, die Pison von seiner Tochter erfahren konte. GOtt ! rief er aus, du weißt es , daß ich meine Kinder zur Tugend erzogen habe. Verzeih es mir, wenn ich mich etwa zu viel auf ihre Tugend verlassen, oder bey meinen allzu wichtigen Geschäften zu wenig auf sie acht gegeben habe. - Doch so sehr sich auch ein zärtlicher Vatter über die Vergehung seiner Kinder betrübet, so ist er doch immer bereit, ihnen ihre Fehler zu vergeben, wenn sie sie auf der That bereuen, und L l wenn *64 Giesische wöchentlich gemcmnütztzc Anzeigen wenn er weiß, daß sie sie gewiß nicht mit Vorsatz begangen haben. Anstatt, daß die meisten Vatter Ckmenerr nicht mehr für ihr Kind würden angesehen haben, entzog ihr Pison doch seine Liebe nicht. Er gab ihr vielmehr Mitte! an die Hand, wodurch sie ihren Fehler ersetzen und sich in ihrem Unglück trösten konte. Allein bey dem Trost, den Pison seiner Toch. ter gab, wünschte er sich beständig den Tod, und sein unüberwindlicher Gram erfüllte in kurzer Zeit feine Wünsche. Durch den Tod ihres theuersten Vatters wurde Climene von neuem in eine unbeschreibliche Betrübniß gesetzt. Und wie konte dies auch anders seyn? Sie mußte sich nothwendigerweise den tödtenden Vorwurf machen, daß sie schuld an seinem Tode ftp, und daß sie zugleich ihren Bruder in das größte Unglück gestürzt hätte. So gros sie sich auch den Schrecken vorstellen mußte, den sie ihrem Bruder durch die unerwartete Nachricht von dem Tode seines Vatters verursachen würde, und so gros auch immer sein Kummer über ihren Fehler seyn mußte , so wagte sie es doch, an ihn zu schreiben und ihm ihren bejammernswürdigen Zustand bekannt zu machen. Theodor hatte kaum ihren Brief erhalten, so reiste er schon von der Universität ab. Unter dem unaussprechlichen Gram, seine geliebteste Schwester trostlos anzutreffen, und unter den treuen Wünschen, sie aufrichten und trösten zu können, langte er bald darauf in seiner Vatterstadt an. Allein kaum war er angekommen; so lief ihm ein Bedienter mit thränenden Augen und mit gen Himmel gerichteten Händen entgegen, und sagte ihm, daß seine Schwester vor einigen Stunden einen Sohn gebohren habe, und nun mit dem Tode ränge. Der unglückliche Theodor! Ereilte sprachlos zum Sterbebette seiner Schwester hin, wollte sie trösten, und aus Wehmuth konte er nicht. Nur nach einigen starren Blicken, womit sie ihn noch um Vergebung bat, und nach einem sanften Drucken der Hand mußte erste sterben sehen. Theodor blieb einige Stunden, als wenn er keine Empfindung mehr hätte. Als er sich ein wenig wieder erhohlt hatte, forderte er Llimenetts Kind, um es mit fernen Thränen zu benetzen. Er beschloß, seine aanze Erziehung über sich zu nehmen, und er erfüllte seinen Entschluß auf das allervollkommenste. Theodor stunde auch wegen seiner eigenen grosen Verdienste, die er sich schon erworben hatte, in besonderemGnaden bey seinem Fürsten. Schon bey seiner Zmückkurstt von der Universität erhielte er die wichtige Stelle, welche durch den Tod des Gemahls der Blandino wäre erledigt worden. • j < Einige rmtz Nachnchrm. e^wxt Prä bemach, als er feine Bedienung angetretten hatte / begegnete ikm ein auierordsntlicher Zufall, wodurch die Gnade fernes Fürstm gegen thnu^ Er gieng in dein LustGarten der Blandrne svatzieren. Eine anmuchsvölle Stille/ und ein erquickender Schatten zogen ihn in einen oben zugewachsenen Gang, wo er hinter einem ^aftnbank em Pavier in der Form eines Briefs/ aber ohne Pettschast und Aufschrrftfand. is« uj/jr deaieria / den Inhalt desselben zu erfahren und eröfnete es. Allein wie fthr erfchrL er, als er die ersten Zeilen dann gelesen.hatte. Es war ein Brick von Blandinen an die älteste Prinzeßm seines.Fmsten, worrnn sie d-rsckb-n di«Ft bestimmt-, $u welcher«mann B«lst»r si« m ch- rem Lustgarten erwartete/ um mit chr zu ent^hen. Diese 6luch s schon den andern Tag unternommen werden. Theodor durfte also keinen Augenblick mehr versäumen/ diesesVorhaben seinem8»rstm bekannt »u- machen. Er überbrachte ihm den Brief der Blandme. Dtr Fu staunte über diese unglaubliche Nachricht/ er ließ aber doch lo 9 ch Anstalten machen / den Hauptmann und Biandmen Mzusuchen. -öduyttudtitt war iu feinem Glücke -nkslob-u. Blamdme vinacaen wurde eingerogen. Man untersuchte alles auf das genaueste und man sand1uIM, baß »lnndiste nicht nur dies- unerlaubt- Verbindung veranstaltet, und den Rath zur Flucht gegeben habe, sondern daß st-auch an dem Unglück der Climen« beynahe allein schuld gewesen sey. Man sorach ihr das Leben ab. Aus Mitleiden aber gegen ihre vornehmen Anverwandten linderte der Fürst die Strafe. Er schenkte ihr zwar das Leben, all-ch ste mußt- all- ihr- Güter verlassen und das Furstenthum raum-n. D Mrst machte Theodoren für seine Treue mit dem ganzen Vermögen ein Geichenck. Theodor nahm eS mit der grossen Dank-, barkeik an, nicht deswegen/ damit seine ohnehin schon sehr grose 9^$^ ,soiwern damit er mehr Gelegenheit bekäme, jebem 7u belfcn; und einen grösser« Theil des menschlichen Geschlechtes vollkommner zu machen. Er gab sogleich eine ^^achtliche Summe von feinem Vermögen den Armen, und eine noch beträchtlichere dun bi'efe1 biefer unglückliche Sohn der Clrmeire) hatte durch eine ernte Erziehung und durch die vortreflichen Gesinnungen, die man ihm von de wah n Ehre beygebracht hatte, alles dasjenige doppelt ersetzt,was ihm an den Vorzügen einer glücklichen Geburt abgieng Deswegen mach- , re ihn sein edeldenkender Fürst, der mehr auf eigene Verdienste, al^auf ai« Gieflsche wöcherrrlich - gemeiiinützig« Anzeigen Verdienste sähe, welche die Welt in eine vornehme Geburt tu sehen pflegt, noch ehe er funfjehen Jahr alt war, zu einem Sfficier. ‘ Auf der Reise nach dem Regiment-, unter welches Abdon kommen sollte, gerieth er in «ine gross LebensGefahr. Er wurde in einem Walde- den er durchreisen mußte, von zween Menschen, auf deren Gesichte die Wukh und die Verzweiflung abgebilvet war, mit dem Degen in der Faust angegriffen. Einer von ihnen faßte sein Pferd am Zügel, der andere ver- wuiidete ihn in den Arm, und setzte ihm den D-gen auf seine Brust mit der Drohung, entweder sein G.ld ihm zu überlassen oder sein heben zu ver« lieren. Als er eben im Begriffwar, ihnen alles zu geben, was er hatte, kam -ine Kutsch- in vollem kaufe auf sie zu. Die Räuber wollten entfliehen; ab-r sie suchten sich vergebens zu retten. Abdon hatte das Glück, dem -men, der >hm den Degen auf seine Brust gesetzt hatte, mit seiner Pistol auf der Stelle zu tödten. Und als der andere sähe, daß keine Rett»na mehr s»i ihn übrig war, fiel er für Abdon auf die Knie und bat um sein keben D-r grosmükhige Abdon war nicht so blutdürstig, daß er ihm das heben aus Rache Hütte rauben mögen. Er war zufrieden, daß er das l-inige erhalten hakte, und daß er diesen Räuber mit Hülfe der vorüberrei« senden in den nächstgelegenen -Ort bringen konnte. Sie fanden keinen er« deutlichen Richter daselbst, d-r im Stande gewesen wäre, ihn zu verhören. Sie vertratten deswegen selbst, so gut st- konnten, die Stelle des Richters, und zeichneten alles schriftlich auf, um ihn hernach mit dem Verhör in den Ork tw Obrigkeit überliefern zu lassen. Von feinen eignen Umständen qe> stunde er wenig, auser daß er von seinem Freunde, den Abdon im Walde erschossen hätte, zu dieser enksezlichen Lebensart seye verführet worden. Sie waren aber doch begierig, die Schicksal- des getödketen etwas genauer zu erfahren. Ich will ihnen, sagte er, seinen Lebenslauf ganz kurz mehlen, weil ich ihn von Jugend auf besser als «in Mensch in der Welt gekennk hab«. Darauf fieng er an: „ Mein Freund war von vornehm-n und reichen El- „ fern geböhren. Allein seine Erziehung war desto schlimmer. Als dem „ einzigen Kind« liefen ihm seine Eltern allzu grose Fr-iheik-n, und gewöhn« „ fen ihn zu lehr an sinnlich- Ergötzlichkciten, ohne auf die Bifferunq seine« „ Verstände« und seines Willens zu sehen. Er hatte das Unglück, im „ dreyzehnten Jahr- feine Eltern zu verlieren. Ihr Tod gieng ihn, f0 r,a. „ he nicht, als er ihm billig hätte gchen sollen. Er wußte, daß er sehr „ reich und schön war, und daß er auch ohne si- in d-r W-lt fortkommen n würde. Er gieng sogleich an den Hof seines Fürsten, um sich ganz sei« „nm rmd V7achncheett. ii i/ ii ii ii ii ii n ii it w ii n ii n n ii ii ii ii M 11 II ft fl 11 n „ nen Neigungen überlassen zu können. Allem er mußte ihn bald verlassen, „ weil er einigen Frauenzimmern vom Stande die Ehre geraubt hatte. Dar- „ auf nahm er seine Zuflucht zum Soldaten Leben und gieng unter Tmp- „ pen, wo niemand etwas von seinen Ausschweifungen wußte. Auch hier ,, hieng er noch immer seinen wollüstigen Gesinnungen nach. Und nichts- „ destoweniger stunde er bey jedermann in grosem Ansehen. Er war in dem Umgang der angenehmste und gesttteste. Sein Herz war wirklich lasterhaft; allein er wußte es unter der Mine eines Tugendhaften recht geschickt zu verbergen. Es gieng ihm, wie allen seinen Nachfolgern m diesem Stücke. Sie bedienen sich des Glanzes der Tugend, um es sich auf den Wegen zum Laster helle zu machen, ohne jedoch ihren Stralen einen Zugang zu ihren finstern Herzen zu erlauben Dieses sträfliche Mittel wendete er insbesondere dazumal an als er Climenen, das tugendhafteste und liebenswürdigste Frauenzimmer unglücklich machte. Wie? Climene hat er unglücklich gemacht, rief Abd-n erstaunt und ahndungsvoll aus! Welche Climene-' Sie war die Tochter des vornehmsten und rechtschaffensten Mannes in meinem Vatterlande, fuhr der Gefangene fort. Ihr „ Vatter liebte sie so sehr, daß er aus Gram über ihr Unglück sein Sebert n verlohr. „ Bey diesen Worten rollten schon Die Thranen von den Wangen des Abddns herab. Er ließ aber doch der Gesellschaft seine Bestürzung nicht merken. Der Gefangene fuhr fort: „ Als er seinen unverantwortlichen Endzweck bey Llimenen erreicht hatte, mußte er entfliehen, und von der Stunde an verfolgte ihm die Rache des Himmels auf allen seinen Tritten. Ach wie selten macht sich doch der Mensch die schönsten Gelegenheiten zu seiner Besserung zu Nutze! Anstatt daß er diesen Fehler hatte bereuen und in sich gehen sollen, wurde er immer noch boshafter. Er fiel aus einer Ausschweifung in die andere. Und als er endlich sein ganzes Vermögen verschwendet, und noch gross Schulden dabey gemacht hatte, wurde er als ein Nichtswürdiger von seinem Regiments gejagt. Hier Fönte die Verzweiflung ohnmöglich ausblelben. Von allen seinen Anverwandten gehaßt, und ohne ein andres Wittel zu sehen, sem Leben durchzubringen, faßte er den Entschluß, sich vom Strasenraube zu ernähren. Ich hatte kurz darauf, als er seinen Abschied erhalten hatte, das Unglück, einen von meinen Freunden im Duelle zu rödten. Ich mußte mich durch die Flucht zu retten suchen, und glaubte in dem Walde, wo wir sie angegriffen haben, vor allen Nachstellungen sicher zu seyn. Aber zu meinem noch grössten Unglücke traf ich meinen Freund daselbsten an. Ll } Ich rss Giesische wöchentlich-r gemeir-nützige Anzeigen ff Ich entdeckte ihm sogleich meine Umstande, und bat ihn, mit mir zu ent- „ fliehen. Er führte mich in ein dickes schauervolles Gebüsche, wo er sich » schön seit einigen Tagen aufgehalten hatte. Er beschwor mich, Theil an ff seinem Raube zu nehmen, und noch von dem Vlute eines freundes be- n fleckt, ergab Kd mich ebenfalls dieser abscheulichen und menschenfeindlichen tf Lebensart. Die, mein Herr, sprach er zu Abdon, Sie waren der er- ff sie, den wir unsrer Wuth und unsrer Grausamkeit aufopfern wollten. h Aber durch Sie hat mich und Alcemdorn die Rache des Himmels ge- ft straft. ff Ach gerechter GOtt! nefAbdon aus. Und es war wirklich ZU oandor / den ich ums Leben gebracht habe? Nie wird doch der Sünder den verdienten Strafen entgehen! - Niemand konte Addons Verwirrung begreifen. Er nahm seufzend von der Gesellschaft Abschied, und reißte wieder zurücke, um Theodoren fein Unglück zu klagen. Theodor erstaunte über diese seltne Begebenheit und sagte: Lerne hieraus, Abdon, die Grose des Verbrechens erkennen, dessen sich ein Mensch schuldig macht/ der einen Tugendhaften von den Wegen der Unschuld abführt. Die Gerechtigkeit der Vorsicht hat uns zu Werkzeugen ihrer Rache an Blandinen und Alcandorn erwählt. Laß uns nun die Laster mit Vorsichtigkeit vermeiden/ wodurch sie sich selbst fo unglückselig gemacht haben. Die beste Art von Zreßeomalerey zu machen. Machet de» ersten Anwurf, von gestossenen Ziegelsteinen und gutem Kalck, Ehe man ihn auftragt muß man in die Steine die nicht von Natur durchlöchert sind, solche schräge Oeffnungen einhauen, damit die Tünchung desto besser fassen und nicht abfallen kan. Ist die Maner von gebackenen Steinen, so ziehet sie den Mörtel von sich selbst an, ohne daß man nöthig hat solche erst zu bearbeite^. Die, ser erste Anwurf muß mit vielem Fleiß aufgetragen werden, an einem Ort fo dick Wie an dem andern, wohl gleich gemacht, aber dabey muß! er doch rauh bleibet?, damit der zweyte desto besser fassen und mit dem ersten nur einen Körper ausmache. Ehe man den zweyten Anwurf macht, wird der erste wieder ein wenig befeuchtet. Der Kalck welchen ihr dazu gebrauchet, muß ein gantzes Jahr vorhero dazu gelöscht worden seyn, wo dieses nicht ist, da hat man zu befürchten , daß euer Anwurf an allen Orten aufreißt. Den Sand welchen ihr dazu gebrauchet muß Fluß Sand seyn, der weder zu grob noch zu klar ist, dieser zweyte Anwurf muß eben- fals recht gleich gemacht werden, und weil auf demselben nur naß kan gemahlei werden, so darf man nicht mehr übertünchen, als man in einem Tag bemahlen kann rmd V7achnchrett. rL- kann. So bald er etwas feste geworden, und mau mit der Kelle alle Ungleichheiten geebnet hat, untersucht man , ob derselbe fest genug ist und ob er nicht, wenn man ihn mit den Fingern drückt, ein wenig nachgiebt. Nachdem leget man seine auf grob Papier gemachte Zeichnung an, und fahrt mit einer Spitze über die äusserste Zeichnung des Papiers, so, daß wenn man solches wegnimmt, man alle Umrisse auf dem Anwurf deutlich sehen könne. Ehe man zu mahlen anfangt, muß man alle Farben in irrdenen Gefässen zu bereiten, und sie, da man solche auf Platten von Gyps, Kalck oder Ziegelsteinen, welche die Feuchtigkeit gleich an sich ziehen, eben so wie in der Wassermahlerey trocknen lässet, versuchen. Alle Farben, welche nicht aus Erde bestehen, können zu dieser Arbeit nicht gebraucht werden, weil das Salz des Kalckes die Farben welche aus dem Pflanzen und Mineral Reich kommen, verändert. Selbst die Erdfarben müssen von trockener Natur, und wenn es möglich ist von gestossenen Steinen oder Marmor seyn, damit sie eine Art colorirten Mörtels ausmachen. Die Farben, welche man braucht sind das Weise, welches aus Kalck so ein Jahr vorhero ist gelöschet worden , bestehet. Man löset ihn in reinem Wasser auf, läßt ihn durch ein dichtes Sieb laufen und sich auf dem Boden eines Gefases setzen, das obenstehende Wasser wird abgcschüttet und man bewahret den Satz vor Staub. Das Eyerschalen weiß ist trefflich zu dieser Mahlerey. Um es recht schön weiß zu machen, pulvert man es, und laßt solches mit ein wenig Kalck kochen: man schäumet das Wasser wohl ab und gieset nach diesem alles in reines und kaltes Wasser, in welchem, wenn sie wohl gewaschen worden, man sie mit frischem Wasser an macht, und wieder so lange wascht bis sie rein werden. Man reibt sie nach diesem auf einem Steine zu Pulver und macht kleine Stucke daraus welche man zur Arbeit aufhebt, sie dürffen aber in kein verschlossenes Gefast aethan werden, sonst würden sie verderben. Der feine Marmorstaub wird mit Kalck weiß vermischt um ihn dichter zu machen. Die Erfahrung lehret die Proportion der Vermischung. Einige nehmen von beyden Theilen gleich viel. Manchmal ist ein Viertel RarmorStaub genug, weil allzuviel hiervon das Weise schmutzig macht. Die Büre des Weisen hanget von der Beschaffenheit des Kalckes ab. Der Ocker so wohl roh als gebrannt ist sehr gut. Er wird mit Kalck weiß versetzt wann man ihn hell machen will. Das englische Roth, die rothe Kreide und Umbra so wohl natürlich als gebrannt sind ebenfalls dienlich. Der Zinnober ob er gleich ein Mineral ist, kann dennoch gebraucht werden, wenn er auf folgende Art zube- reitet wird. Thut feinen Zinnober in ein irdenes Gefäß, und giesset Kalcrwasser, das noch von dem Aufsieden des Kalcks heiß ist, darüber; Nehmet das klarste und rcineste davon. Schüttet nach diesem das Kalckwasser ab, ohne den Zmnober aufzurühren, und giesset noch verschiedenemal dergleichen Wasser darüber,^nachdem ihr jedesmal das erstere abgegossen habet. Die Schmälte und der LasurStern gepulvert bestehen wohl in der Luft und in dem Regen. Diese Farben sind besonders in Landschaften gut. Die gemeine Erde von Verona ist eine der besten gres- co Farben, Cöllnische Erde, Römische ingleichen , die Deutsche schwartze Erde find rbenfals gut Ein „„ Dwst wöchentliche Anteigen werden von dem Verleger Johann Dbilivv m ^bEuchhandlern hieselbst, an die Herrn Liebhaber gegen i^Rldlr halbrahrrge Pränumeration geliefert. Einzelne Bogen werden für 4FrÄ u'n emSr"“»'««* be" •&swÄd!°H°chfürst,. S-cr-tarius ,md Otconomu« vey hiesiger Hochlobl. Universität, mit Jungfer MariaElifab. Christin Hastch. Li.« r^flH,*Änn 3Ud’ ^"nh. Clermont, Reg. Advoc. allhier, ein Söhnlein. Lim 14. Aug. dem Burger und Cramer Borbeck allhstr, ein Töchterlein.