) i c fi sch c *jiy ■ w'rJ wöchentlich- Mit Hochfürstj. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. Sendschreiben an einen guten Freund von derZunftfähigkeLr der Schäfer. und WachrWeu. Acht und Dreysigstes Stück Dienstags den nun Sept- 1*764» lk^ ev unserer letzteren mündlichen Unterredung verspräche ich Ihnen von der Reichsgesetzmäsigen Zunftfahigkeit der Schäfer ausfuhrll- che Nachricht zu ertheilen und Beyspiele anzuführen, daß selbige in einigen Ländern unter sich eine förmliche, Landesherrlicher seits bestattig- te, Zunft ausmachen. Ich werde mich bemühen mein Versprechen m gegenwärtigem Schreiben zu erfüllen. Die Römer machten einen Unterschied unter der rechtlichen Ehrlosigkeit, welche das Gesetz als eine Strafe gewisser Verbrechen ausdrücklich bestimmet batte, und derjenigen, welche die Folge einer niederträchtigen und verachteten Lebensart war. Hiervon war noch unterschieden diejenige Geringschakung, welche nicht sowohl aus einem eigentlichen Verbrechen und offenbar lasterhaften Leben , als sonsten einem zweydeutigen Betragen entstünde, wodurch sich jemand bey glaubwürdigen Männern verdachttg machte. s. Heinccdi D. de levis notae macula $. rr fqq. Die Temsche hingegen chcilken die Ehrlosigkeit in die grose und kleine oder Pp g-rn'- r-6 Giesische wochemlich«- gemeittttLtzrge Attzeigttt geringere. Jene entstünde ans einer Beleidigung der vier Haupttugenden, der Tapfferkeit, Keuschheit, Frömmigkeit und Treue; die geringere aber a) aus einer unehligen Geburt, b) aus einer unflätigen, niederträchtigen und verachteten Lebensart und Gewerbe. A (• Huthii Spccimen Jur, german. de bis qui norantur infamia s XVI. feqq. - : ■ . ; J ** ; 1 . < '' Unter die letztere Abtheilung b) gehörten i) diyeulge? welche sich aüffekße liederliche Art nährten, an sich verächtliche Künste trieben oder sie auf eine verächtliche Art ausübten, als Katzenritter oder Katzenbiftr *) Kämpfer, Schalksnarren, Bickelhering, Gauckler, SeiltänzerWahrsager, Zei- chendeuter, Seegensprecher/Störger, Wurzelkrämer/vagircnde Spielleute, Leyrer, Pfeiffer, Trompeter u.si w. *) diese stritten Mit Thieren s. Riccii fpicilcg. Jur. Germ. p. 640. r) welche geringe öffentliche Aemter bekleideten, als: Scharfrichter, Amtsdiener oder Amtsfronen, Bitte! oder Kerckerknechte, Thurnhüter, Toden- graber, Gagenkehrer, Winkelfeger, BettelvöZte, Flurschützen, Waldhainzen, Zöllner u. s. w. 3) gewisse Handwerker r fürnemlich Schinder, Schäfer, Schweinschneider, Gerber, Kirschner, Barbierer, Bader, B'ruchschnit- ter, Müller, Leinweber und andere mehr, welche Fromman in seiner ME de levis notae macula §. 20. & feqq anjühret. Der Grund der Ehrlosigkeit pnd Verachtung dieser Handwerker war unterschieden. Bey denen Müllem und Leinwebern gab das Sprüchwort: Gelegenheit macht Diebe, zur Vermuthung Anlaß, daß sie sich der b.eqffe- itien Gelegenheit, von denen ihnen anvertrauten Gütern unvermerkt zu entwenden, bedienen würden.. Es sind mancherley nachtheilige Pgroenmn von ihnen bekannt, als Der Müller mit der Metzen, * ' < Der Weber mit der Gretzen, • --r Der Schneider mit der Scheer, f Wo kommen die drey Diebe her? * * *** *** Ein Schalk und ein Müller, * Eines Meisters Schüler, Sind stets Gesellen Geschickt zum stellen. s. Pistorius im teutschen SpkÜchwörterSchatz, Cent. III. paroe- mia 4-. ingleichen WkWWWWW» in ingleicheu Der Müller ist fromm, der Haar auf der Zunge in der Hand oder auf den Zahnen hat.. . .... - T n VUT s. Hertii Päroem. Jur. German. L. i. Par. XIII. p- r,75- Eisenhart Grundsätze der teukschen Rechte in Sprichwörtern S.87- ferner Zwölf Müller machen ein Dutzend Dieb. f. Schmidt ad Jus Baivaricum T. III. p. if. n. f. Die Geringschätzigkeit der Barbierer, Bayer *) und Bruchschnitter hat ihren Ursprung aus dem Päbstlichen Recht- Die Geistliche trieben anfänglich die Chirurgie. Auf der vierten Lateranischen KirchenVersammlung, dem Synod zu Nimes im Jahr iz84> und demjenigen., welches man im c^ahr 130®. zu Bayonne hielte, würden sie, weil sie mit Schneiden und Brennen vergesellschaftet, denen Geistlichen als Unanständig verboten und dadurch diese aus einem so ehrwürdigen Chor verbannte Kunst in den Augen des verfinsterten Pöbels verächtlich < s. des Herrn Vicekanzler Estors kleine Schrift. '■&&; VII. Abhandlung, S- 9LL. *) die Bader sind bereits vom Kaiser Menzel-im Jahr 1406. m er- netti besonderen BegnadigungsBrief für ehrliche Leute erkläret worden, s. Goldasts ReichsSatzungen "P.-Il^ p. 8r. < Den Grund der Ehrlosigkeit und Verachtung der Schilder, Schäfer, 1 Schweinschneider, Gerber und Kirschner , setzten unsere Vorfahren in der roit ihrem Handwerck verknüpften unflätigen Arbeit. Die Schäfer und Schinder wurden in einem vorzüglichen und gleichen Grad verabscheuet, nach der Paroemie; , : •.; '?i,t Schäfer und Schinder sind Geschwister Kinder f. Eisenhart a. a. d. S. ?o. ingleichem Ein Rettig und ein Rüb, : . 1, .1 gjn Vrüller und ein Dieb Ein Schäfer und Schinder) Welches ist mehr oder minder? s. Herr. a. a. o. L. II. par. III. p. 4x5% Die Soreföting folge.. P p ' Gnge- Gresische wöckemüch - ZemeittttSyrge Anzeigen Lingesandte Beamworeung der Aufgaben im z7stm Stück der Gresifchen Attzeigeft. / Die Aufgaben von der Zulässigkeit der Dormeufen in einem wohl eingerichteten Staate hatte ich langst erwartet Der Herr Aufgeber, der fle eingeschickt hat, fönte seine Spottsucht > die er schon oft bey mir über diese glückliche Erfindung des Französischen DamenWitzes hat ausbrechen lassen, nicht besser befriedigen, als durch -diefi öffentliche Bekanntmachung seiner satirischen Fragen, Er ist ein starcker Naturforscher. Seit einiger Zeit bekümmert er sich sehr um die Allgemeinheit der anziehenden Kraft, und sucht, sie besonders an den Wangen der Frauenzimmer und seinen Lippen. Noch vor der Schöpfung der Dormeufen wurde er oft über seine Theorie zweifelhaft, weil ihn die Schönen mehr eine zurückstosende als anziehende Kraft empfinden liessen. Nunmehr befürchtet er durch die Dor- meufen in seinen -Observationen völlig gestört zu werden, und diese Furcht war die wahre Veranlassung zu seinen Aufgaben. Um seine z. Fragen mit einemmal abzufertigen, will ich nur den Ursprung dieser ihm so anstösigen Tracht mit zwey Worten erzählen. Die angesehnste Dame in einer nahmhaften Stadt der Picardie hatte vor einigen Jahren das Unglück, mit gewissen häßlichen Pochen auf eine so abscheuliche Art verunstaltet zu werden, daß sie sich nicht mehr ihrem Spiegel, geschweige dann der Welt zu zeigen getrauete. Ihr ganzes Gesicht war überzogen. Nur ihre Lippen und ihre Nase blieben versthont. Allein ihre Liebhaber, die um ihre Veränderung nichts wußten, wurden an dem ersten Tage halb rasend, und drohten ihr Haus und die ganze Stadt in Brand zu fetzen, wann sie sich nicht bald wieder sehen liesse. Die Dame erfand in dieser Verlegenheit eine Dorumeufe, welche ihr schreckliches Angesicht verhüllte, und sie besaß Arglist genug, ihrer Erfindung die Lob- fprüche ihrer Buhler zu erwerben. Sie ließ sich öffentlich in ihrer Tracht sehen , und kaum vergingen einige Tage so wimmelten alle Geftllschafften mit Dormeufen Gesichtern. Die Mode schlich sich aus einer Stadt in die andere, und erhielt endlich, was sie zu ihrer allgemeinen Ausnahme nur noch nöthig hatte, den Beyfall der Pariserinnen. * Der Ursprung der Dor- „ meuten * Eine umständlichere Nachricht findet man in Hes Hofschneider Mr. le Bouc matischer Geschichte der neuesten Moden jnFranckktich p. 6$. u. folgend. und Nachrichreir. meufen war eben nicht so gar rühMch. Aber die zufälligen Vortheile, welche sie gewahren, geben ihrer Erfindung «men desto grostrn Werth. Vielleicht werden di« häßlichen Schonen, Die sich mit Verstand und Recht» schaffenhelt schmücken, Liebhaber genug unter den Mannern finden, die nunmehr nicht Durch Die Dormeufen hindurch sehen können. Und rote mancher ungezogene Engel wird sich um etwa6 mehr als um Die Anriss Mouchen mit Gout ju legen bekümmern muffen , wenn er nicht ungenutzt verblüben will! BeDencke ich endlich nur noch dieses, Daß das zarte Gehirn d-r Schönen nicht mehr in Gefahr steht zu verbrennen, oder zu erfrieren: so muß ich jedem Staat glücklich preisen, m welchem Die Dormeufai Die allgemeine Mode werDen. Frey,ich werDen Die,-nige Frauenzimmer, Die kein anderes Verdienst haben, als ein rundes und blühendes Gesicht, sich übw-rüch entschlieffen, Die Mode mit zu machen. Dann die Donneren w7ftn auf dm Glanz dieser belebten Puppen einen allzudicken Schatten. • Sind sie hiermit zufrieden Herr Aufgeber? Man hat uns folgende Verse zugeschickt, welche wir ohne sie zu verän» dem einrücken wollen. Das begreifliche und unbegreifliche. Daß Bav sich stets mit Reimen plagt Und nur am Ml und Daumen nagt begreif ich noch. Doch daß auch wjtz'ge Köpfe träumen Und Baven wircklich Witz emraumen ist mir zu hoch. Daß mancher reiche Narr sich brüst Und sich so abgeschmackt entrüst, begreif ich noch. Doch daß oft auch der Kluge fehlet Und jenen gar zum freunde wehlet, ist mir zu hoch. P p z Daß Giefische rvSchemlich -gemeittttötzige AttZtigstt Daß mancher grosse Prahler spricht: Um 4 Procent da leih' ich nicht, begreif ich noch. > Doch daß um 6 Procent er borget Und nicht vor Unterpfänder sorget, ist mir zu hoch. Daß Harpax ganze Nachte sitzt Geld zählet, und beym Zählen schwitzt/, begreif ich noch. Doch daß er Durst und Hunger leidet Die Frau aus Furcht vor Kindern meidet, ist mir zu hoch. Daß mancher Lehrer heftig schmäh» Wann der Zuhörer etwa fehlt, begreif ich noch. Doch daß ihm alles soll hingchen Und niemand seine fehler sehen, ist mir zu hoch. Daß mancher Mann gebiethrisch spricht: Hör' ungebildes Mensch.' grau hörst du nicht! begreif ich noch. Doch daß dem Sohn er nicht bestehlet Der ohne Scheu in Lastern wühlet, ist mir zu hoch.' Daß ost ein abgeschmackter Thor Sich, was er nicht ist, doch stellt vor, begreif ich noch. Doch daß der Klügre sich vergisset Und jenem gleich, die Schritte misset ist mir zu hoch. Daß mancher nur um gut zu leben Sich einem RichterAmt ergeben, begreif ich noch. Doch . Doch daß er sich gelehrt wiS nennen Und fein« Schwache nicht erkennen/ ; ,, z . ist mir -u hoch. Daß mancher/ wann er dieß ließt, lacht Und spricht - das * ist auf den gemacht begreif ich noch. Doch daß er den mit Namen nennet -W Der es gemacht, und ihn nicht kennet, C moti \V. ist mir zu hoch._______________________________ FoWM Recepte sind uns bey-jetziger graff-render RindvichSeuche eingeschickt,und Mche hier einzurücken haben wir ebenfalls nicht ermangeln wol.cn. ' ' .£ . Für die Füsse des Rindviehes. Wagenschmier, frischen keimen und -ObstEssg zur Salbe untereman- der gemacht, alsdann mit Tücher um Die Füsse gebunden. Für den Halst und Zunge. -Osterluzey welches man in den Apothecken bekommet, klein geschyik- ten, mit ObstLfflg den Kühen eirigegeben, und nachgehends die Zunge mit BienenHonig geschmieret, dadurch sie wieder anfangen zu fressen, da- bev darf aber kem grün Futter gegeben werden, sondern Grummet, ms haß das Vieh wieder besser ist. Diese Mittel sind im HeffenCaffellschen für sehr gut befunden worden. \ Zu verlohnen. Nachdeme die hiesige HerrschafftlicheWindMühle, cum pertinentiis, als drey Härten, einem Teich und etwas AckerLand zu Flachs, Kraut und sonstig Gemuß, aus Montag den iten schierkmiMgeu >Dwnaths L-ct-obns, unter gewisser Bedingung an den Meistbietenden verpachtet werden lolle; Als har oeyenrge, so hierzu Lust bezeiget, sich besagten Montags Morgens 8 Uhr bey dem Fürstlich hessischen Herrn CammerRath Schantzen zu Marburg emzufinden und lein Oebott zu wagen, jedoch sich Zuvor mit ^>brig- hitl. Aiieitaiion, daß er gewisse Caution zu stellen vermögend, Nicht weniger des Mühlenwercks anreichend verständig seye , verlehen zu lassen. Grüningen den 4ttn Sept. 1764. " - ' ' Medern. • Hochfürstl. Herrschen AmtsVerweser. Giesische nöcbcutlich -- gemeinnStzrge Anzeigen Ein und auspaftirende vom Sten Sept, bfo den i4ten Sept. 1764. Mallth-r den 8 Sept. Vierzehn Kauffleute theils von Braunschweig und Cassel, paßiren durch. Eod. ein Weinhändler von Rheinfels kommt von Marburg hierdurch. Gelyerthor den 8. Auf dem Franckfurter Poftw. 4. Kaufl. gehen durch. Mallthor den 9 Zwey Herrn Grafen von Münch kommen von Cassel, paßiren durch. f . , . . Selzerthor den % E-'n Preußischer Capitam Herr Gabriel, vom Regt- - ment Salamon, kommt von Wetzlar paßirt durch. — Wallthor den 10. Fünfzehn Kaufleute theils von Cassel und Münden, paßiren durch. Drey Juden von Paderborn paßiren durch. Gelzerthor den io, Ein CammerRath von Rheinfelß, Herr Gedeck, kommt von Franckfurt/ paßirt durch. Mallthor den u. Vier Kaufleut von Hannover/ paßiren durch. ' Eod. in der Sperr herein paßirt Herr Obrist Bauer von den Preussen/ logirt im Postbäus. Selzerthdr den n. Jhro Durchl, der Fürst von Braunfelß, paßiren herein / logiren im Löwen. Neustädrerthör den r r. Ein Preußischer Lieutenant Herr Liebofskp/ to- girt im Posthaus. . XVaUtbor den 12. ein KnegsRath von Cassel Herr Wille/ paßirt durch. X^euftaotertbor den lz. Ein CammerRath von Wittgenstein Herr Frentzdorff/ paßirt durch. .1) Gebohrne und getaufte. Am 8. Sept. Georg Wilhelm, Joh. Martin Zieglers, Burgers und Schuhmachers allhier, Söhnlein. „ , Am 9. Sept. Sophia Margaretha Henrietta, Joh. Peter Brockmgs, Burgers und TabackSpinners allbier, Töchterlein. Am to. Sept. Joh. Georg, Conrad Schmands/ Schantzenmanns all- hier/ Söhnlein. Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Johann Philipp Krieger, UniversrtätsBrrchhändlern hieselbft, an die Herrn Liebhaber gegen i Rthlr. halbjährige Pränumeration geliefert. Einzelne Bogen werden für 4 Fr. ausgeger bcih Man wird auch den Herrn .Pränumeranten mit denen schon her«usoekomme- nen Stü-ken diene».