Mestsche wöchentlich- gemeimW KZtzcigcn W Ullchrichftil Zweytes Stuck. Dienstags den roten Januar- 1764. Mlt Hochfürstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. Der wunderbare aß Sophron niemals alleqiret, Stets eigene Beweise führet: Das wundert dichl DaßThraso aus Registern schmieret. Und die, so er nicht kennt citiret: Das lächert mich. Ich spreche nicht mit den Juristen Von Hermeuevtick, von Deisten, Das wundert, dich! Bav schwatzt mir stets von Docu- menten Von Servitut, von Testamenten: Das lächert mich. und Lächerliche. Daß ich nicht Tag und Nacht studire. Und Daphnen oft spazieren führe: Das wundert dich ! Du sagst: man muß die Mädchen fliehen! Ich weiß, daß sie sich dir entziehen: Das lächert mich. Cleanth spricht selten von dem Kriege, Und freuet sich bey keinem Siege Das wundert dich ! Belindus mehrt zu Preussens Ehre Der lächerlichsten Thoren Heere: Däs lgchert mich. B Dass Gresifche wöchemkch-- Daß Sopb, der doch stets meditiret, Nicht in Ges llschäft disputiret: Das wundert dicht Daß Matz die Rede darauf lenket, Was nie sein stumpfer Geist durchdenket: Das lächert mich. gemenmätzige Anzeigen Daß ich so oft Gedichte wachs Worinn ich über andre lache: Das wundert dich ’ Ich st!) oft junge Leute gehen, Dre sich auf lauter Possen blähen: Das lächert mich Nachricht von der teubschen Gesellschaft. »^-^-»bsEhaftliche »Leben ist eines von den vortreflichsten und nothwenugsten Mitteln zu unsrer Vollkommenheit; ein Mittel zu besten Gebrauch uns schon die Einrichtung unserer ganzen Natur mit einem angenehmen Zwang nöthigt. D-r Kräfte jedes einzelnen Menschen find viel zu unzureichend und schwach, um uns die mancherlcy Bedürfnisse, die unserm Vergnügen nokhwendig find, zu verschaffen, es werden vereinigte, gemeinschaftliche Bemühungen erfordert, ^enAn>.'r das Gluck und die Freuden, welche unser Leben erheitern können, Semejen wollen. So ungemein beträchtlich diese Vorteile sind, welche dem menschlichen Geschlecht aus dm Gesellschaften seiner Mitglieder TT’ 2lud) Dlc Wissenschaften empfinden den Einfiuß gesellchaftlicher Verbindungen, die zu ihrem Besten errichtet werden , rn einem sehr hohen Grade. Sie werden durch vereinigte Kräfte Wit geringerer Mühe zu einer höhcrn Vollkommenheit gebracht, und schleu- mger erweitert, als durch die einsamen Arbeiten ihrer Verehrer, -ofto E^t könten wir diese Wahrheiten durch die Gründe der Erfahrung bestcrtti- D ?erDlTe E' König!. Parisischen, Londnischen, Berlinischen, Petersburg scheu, und anderer berühmten Academien um die Ver- besserung der W stenschasten rn einem so Hellen Licht strahlen, wenn uns dieser Beweis Nicht allzuweit von unserm eigentlichen Zweck abführte' Der welchen die Gesellschaften dm schönen Wissenschaften insbesondere reisten können, gehet uns itzt allein an; und wie offenbar und deutlich ifl er mcht jedem, der diese Wsss.nschasten nur einigermassen kennt.' N-cht nur der Anfänger, welcher erst seine rohen, natürliche Talente ausbessern will, und noch ein Fremdling in den Reichen der angenehmen Wistmschaf. tm ist, sondern auch der, welcher sich in denselben weiter umgesehen hat, er # und it und die Musen genauer kennt , wird durch eine solche Verbindung, in die er sich als ein Mitglied begiebt, in den Stand gesetzt werden, schnellere Schritte auf dem blühenden Weg der schönen Künste zu machen. Der Geschmack wird in diesen Gesellschaften ausgebildet und zu seiner Reife gebracht; die Urtheilungskraft in den Werken des Witzes besser, als durch alle abstracte Regeln geschärft; und die Grundgesetze der Dichtkunst und Beredsamkeit wert leichter erlernt, und lebhafter eingedruckt, in dem man bey ihrer Erlernung zugleich ihre Anwendung sichet, als durch trocken- Systeme jemals geschehen kann. Die eigne Uibung im denken, und,im schriftlichen Aufzeichnen seiner Gedanken, die in den Wissenschaften überhaupt ein untrügliches Drittel ist, höher auf die Stufen der Erkentnisse ju steigen, ist ein Hauptendzweck der teutschen Gesellschaften. Und wodurch wird man endlich leichter in den Stand gesetzt die Fehler seiner Arbeit«?, welche uns unsre Eigenliebe so oft vorbirgt, zu entdecken und zu verbessern als eben Her, wo mau sie der freundschaftlichen Critik der Kenner unterwerfen kann? Diese wichtige Vortbeile sowohl, als die Veyspiele der Ge- sellschafften zu Jena, Leipzig, Halle, Göttingen, Helmstätt, Königsberg, Wittenberg, und anderer Academien reizten einige hier studirende edet- wüthige und hoffnungsvolle Jünglinge an, ebenfalls unter der Aufsicht unsers hiesigen ordentlichen Lehrers der Dichtkunst und Beredsamkeit Herrn Mag. Johann Georg Bcchrolde, eine solche Verbindung zu errichten, welche die Cultur der lchönen Wissenschaften und der teutschen Sprache'zum^weck hätte. Sie legten den Grund dazu am -4ten Octob. des vorigen Jahrs, da sie sich versammelten und die Gesetze ihrer Gesellschafft festsetzten. Wir wollen in folgenden unfern Lesern aus denselben einen kurzen Auszug mit- theilen. Die gegenwärtigen Mitglieder sind: Herr Magister Mosebach aus Giesen, der Hochfürstlichen Stipendiaten Major. Herr Müller, der Gottesgelarth. Befliss, aus Giesen. Herr Llevesahl, der Gottesgelarth. Befliss, aus dem Mecklenburgischen. Herr Höpfncr, tw Recht« Befliss MS Giese», Secrekar der Geielljchaft, . V r Herr 22 Sresische wSchetttliche Femeinnütztge Anzergett Herr Magister weismann aus dem Schwarzburgijchen. HM wEttbronner/ der Gottesgelahrtbeit Bchffeüer, aus (Sdwinfurtl). ' *5';rr Srmmermarm, der Gottesgelartheit Befl;ss. aus Darmstadt. <)crr Gunkel/ der Rechte Beßiff. aus dem Werlburgischen. Academrjche LTlachncheen. Im ersten Stück haben wir folgende JnauguralDiffertation anzuzeigen vergessen: Am uten Marz dissutirte HerrAugust Lulemann aus Westphalm, Mlnmchr!ger Advocat des K. und R. Ccmmergericbts zu Weimar, über Thetes, un-d erhielt nachher den juristischen DoctorHut. Am Sonntage, den 8ten Januar, übergab der vorjährige Herr Rector Magnifieus HerrD. Ludwig Gottfried motten, der Geschichte ordentlicher öffentlicher Lehrer, die academgchen Scepter an Se. Hochwürden Herrn D. Johann Hermann Benner, der Theologie ordentlichen Lehrer, wre auch Superintendenten und Pädagogiarchen und Assessor des Fürstlichen Consistorii. Der abgehende Herr Rector bewies in einer öffentlichen Rede sehr gründlich, daß der Pabst Clemens der vierte an der Enthauptung des unglücklichen Prinzen Conradinus, wirklich mit Schuld gewesen fcy, und baß man ihn nicht mit Unrecht dieser U-beltbat beschuldige. Der neue Herr Rector redete von dem Unterschi.d der Religion und der Kirche mit der ihm eigener! Beredsamkeit. Er rief die Vorsehung mit einem sehr feurigen Gebet um ihren Beystand in seinem Amte an; bat den academischen Senat ihn in seiner beschwerlichen Würde zu unterstützen, und ermähnte die studi- rende Jugend zur Beobachtung der Gesetze. Das Programma, wodurch der Herr D. Professor und Hofrath Mögen zu diesem feyerlrchen Actus einlude, handelt de tempore, quo Acadcmia MarbtirgenHs priuiiegia cae(ärea impetrauerit. Er zeigt darinn mit vielen überzeugenden Gründen, daß die gemeine Meynuug/~als wenn die Mmöurgische Academie ihre Privilegien erst im Jahr i $41. von Kayser Carl dem fünften erlangt habe, falsch sey. Schon im Jahr i rz». hat rmd rTlachrichtett. hat dieser Kayser der Universität die academischen Vorrechte und Freyheiten ertheilt. D^-ß Privilegium aber ist im Jahr i$4i. durch ein ansehnlichers und gröseres aufgehobetr worden. Zuletzt hebt der Herr Hostath dr'e Zweifel, welche gegen seine Meynung fönten gemacht werden, sehr glücklich, und Wünscht, daß andere Gelehrte, welche mit mehreren Subsidien versehen wären, diese Sache in ein noch helleres Licht setzen möchten. In dem Programma ist durch einen Druckfehler in der 9. Zelle der 5-ten Seite da6 Jahr 1517» anstatt 1527. gesetzt worden. F-rtsitzung der öc-rromlschett Nachrichten. Fünftens. Für die an vielen Orten des Königreichs Schweden sich äusernden Viehseuche, welche nicht allein das Rindvieh und Die Pferde, sondern auch Schafe und Schweine trifft, hat ein erfahrner Mitbürger angewiesen, getrocknete und fein präparirfe folia afari einigemal des Tags dem Vieh mittelst eines Federkiels in die Nasenlöcher zu blasen,' welches zum Präservativ, und zur Cur mit vielem Nutzen zugebrauchen sey. Die erste Wirkung davon sey, daß dem Vieh eine grose Menge Schleim aus der Naie rinne. In Engelland hat, wie man versichert, dieses Mittel den Nutzen bewiesen, daß das frische Vieh, welches davon genossen hat, nicht krank worden ist, und das genesene Die Seuche nicht wieder bekommen hat, ob es gleich mit dem kranken zusammen gegangen ist. , Man hat auch sechstens an einigen l-Orten folgendes Mittel mit gutem Nutz n gebraucht: Man thut die Schwämme von Lindenbaumen unter den Trank, und läßt das gesunde V-eh davon saufen; dem krankem V-ch gibt man em Stückchen von solchen getrockneten und zu Pulver gestossenen Schwämmen in Wasser zu trinken, und hältesdabey warm. Unsre Leser können sich also aus diesen vorgeschlagenen Mitteln, welche man insgesamt an den bemeldten Orten bewährt gefunden hat, selbst wählen Wir werden das lebhafteste Vergnügen empfinden, wann unser patriotischer Eifer den Einwohnern unsers Vaterlandes wahre Vortheile verschaffen wird. B 3 Ein „ ’4 Mesische Wöchentlich- gemeinnütztz« Anzeigen! s®n auswärtiger Seconomievei ständiger bat und einen Vorschlag, wie' ?“/«' suugtt,nassen abhelfen könne,! bekannt ge« macht. xKi g»inben, paß er eine Stelle in un|mi Anzeigen verdient. nr*?cll Krieg sowohl al» das häufige Viehsteichen der Preis ??' >'u ■l.r (e£l hoch gestiegen ist: so haben sich verschiedene fieisiqe Wirth« ßt?7^’^r(IC. bieselbige einigermassen entbehrlich machen möchten. Man findet ein Kraut, das im La« tu. !!chm A4) ^05UM, Lmaria, Pfevdolinurn, Sefämum, im cJeufld)en reirö8"d länglich hinten breit, fornen aber Enbs' Äm?'" uni> SW ^gleich, zuweilen etwas su yer, im Junius, Julius/ und bringt an dem Stenael kleine vierblätt- uchte gelbe Blumen hervor, hierauf erfolgt ein kleines breites Schöttchen t1)e, C)C N- ä^ikalt einer umgekehrten Birn hat. Sie langlrcht runden Saamen/ von Farbe weisqelb/ von Ge)chmac. aber ,us uni) angenehm. Es fuhrt viel Oel bev fich mih h,ivh Qucb tur sehr nahrhaft gehalten. Im Magdeburgischen und Halber* ön Ä rC' weiche Ä Ä JO.C |tno. Es erfordert eben den Boden, wie der Lein. Das aus dem Saarncn ausgepreßte Oe!/ welches sehr angenehm schmeckt, brauchen die Sä» SpG» bO“?tcS Wtt ver ^am.er. chburde man also dieses 5?raut an denen Orten. weder Mangel an Wieswachs haben, oder wo doch itzt die Butter sehr in p;cßnßmte kinvn ausnehmenden Nutzen leisten. Das rOel dejfelben wurde nicht nur wohlfeiler seyn, a^Z die Butter sm,d>rn »a tvilrde auch zur Abwechslring dienen, indem man einerley Speisen bald mit .Butter oald nut diesem-Oe! zubereiten könnte, und da es die Glieder sehr SSnöÄronunb H^wegnng geschickt sind, dem Evipcr Nützlich >eyn. Erfahine, und von r^orurtheilen freue Oecnnomen ÄS &?. E * G-g-»d diese» Vorschlag in* und bllächrichtm. ir 6od?furfiltcbc iTTuiyverorönuiigtit. Nachdem Mw Hochsürsts. Durchlt. unfer gnädigster .»ander Herr, aus bewegenden Ursachen gnadigst verordnet hatten, daß dem Fürstliche Landmiinze de An 17 f 9. & 1761. sämtlich aus den ConventionSFus red», cn'ek, tolillicb rie , r. Kreutzer Stücke auf n. Kreutzer, die « Kr Stücke auf f und einen halben Kr. und die Batzen auf j. und vrev Viertel «r hn untergesetzt, dahingegen den Fürstlichen Untotbaiieii bey ,0 Rkltlr' Straft verbokken f yn solle, die abgewürdigte MünzSorten höher, als in d-iii devalvirten Werth anzunehmen; so wie auch niemand d-y Vermeidung Rthlr. Straft die abgewürdigte Sorten nach dem heruntergefttzteii Meis aiijunehmen sich weigern solle: So hat die hiesige Hochfürstliche Re- gmung diesen gnädigsten Befehl durch einen gedruckten öffentlichen Anschlag unterm zosten August 1763. bekannt gemacht. Man hat auch hierauf von Seiten des Hochfürstl. MünzAmteS in einer gründlichen Demonftration dessen, wie disproportioirin und ino- gemeirt schädlich die refp. den i;kei, und , eren Auktnss unni -7«;. von Serrcn Mnvnr und Frankfiirth, vor Absch^iß eines gemeingültigen Lhur- imd OberRhcinischcn Lr.rvs Schlussesun- rernomnie^ Deualuatim der Herzoglich Swe^drückisch- und A'''ft! «oesten-Darmssudtilchen 6. »„d 4. Lreiizerlkücker |cve, auf bas bündigste dargethan, daß wann die Fürst!. Darmstädtische n Kr. Stucke auf ,0. und einen halbe» Kr. die 6. Kr. Stücke, auf f . und emcn halben Kr. und die Batzen auf ; und drey viertel Kreutzer heruntcrgesetzt werden, dieselbe noch feiner am Gehalt als selbst die ConventionsMüme sind. Allem wegen da^ ungemein grosen Schwierigkeiten, welche sich durch diese Ungleichheit im Werth der Münzen im Handel und Wandel ereiane- ten, hat man sich endlich genöthiget gesiiiiden, die Franksurtüch - Pro« Jof}en August -7«;. auch in ven Hochfürstl. Hessen-Darmstadtijchen Landen anzunehmen; fo!q!>ch die iz Kr Stücke L" .7,-..und .762. auf 10. Kr., die ü. Kr. Stücke von ,7^. auf t Kr. und die Batzen von diesen Jahren aus; Kr. herabzusetzen. Zuletzt, da man sich verschiedentlich geweigert, die nach dem Convention-; Sud r6 Gresisthe w§chendlich - gemeinnützige Anzeige Fus ausgeprägte Münzen in hiesigen Fürstlichen Landen nach dem Frankfur- ther Cours anzunehmcn: so ist auch dieftrhalb Die Verordnung öffentlich bekannt gemacht worden, daß niemand ins künftige bey -o.^thlr. Straft, die besagte Münzen umzuweisen sich unterstehen solle. Gcbdhrtte und verstorbene: Indem verflossenen 1763fren Jahr sind in unsrer Stadt, und zwar bey der SradeB.ü'che gebobren - - ♦ - J0, worunter 4. uneheliche sind verstorben - - - - . - - II4 ropulirt »<•<. 4 t, - • 4 f ^ep der Garnisons - oder BurgÄirche sind gebohren ♦ 27 verstorben « - - . - - - - 45 copulirt * * - - - - - Paar 27 Die Anzahl der verstorbenen übersteigt also die Zahl der gebohrnen um 29. Personen. Äbird diejes Verhältniß, das man schon seit einigen Jahren immerbemerkt hat, wofern es in der Zukunft noch lange fortdauern sollte, unsre c^tadt nicht zur Emöde machen ? und fordert es eben deswegen nichtjeden rechtschaffnen Ehemnnn zur Erfüllung seiner Pflichten nachdrücklich, auf? Zu verlegnen. Demnach die Fürstl. Hesscn-Darmstädtische in dem Amt Cleeberg gelesene Sucher, als der Cleeboff, und MeyereyGuth zu Cleeberg, welche Petri Tag 1764. leyfällig werden, hinwiederum öffentlich verliel)-en werden sollen: Als wird solches hiermit bekannt gemacht, daß der- oder diejenige, welche ftthane Güther zu Bestand zu nehmen Lüsten zeigen, Freytags den izten Ja». 1764. sich m dem Fürstl. Amthaus zu Butzbach melden, und Oie tw tere Vedingnisse erfahren können. Im ersten Stück ist unser den Veränderungen in den Bedienungen auf der 5 Seite 9. Zeile anstatt Melbach, rliaulbach und in der 10. Zeile anstatt Garnisdns Prediger, Stadt und Burgsdredlger zu lesen. Diese wöchentliche Anzeigen werden von Dem Verleger Johann Philipp Krieger UniversitatsBuchhärrdlern hieselbst, an die Herrn Liebhaber gegen l - Rthlr. halbjährige Pränumeration geliefert. Einzelne Vogen werden für 4. kr. ausgegeben. Man wird auch Den Herrn Pränumeranttn mit denen schon herausgekommenen Stücken dienen.