Musische wöchentlich- t p * A Ein und Vierzigstes Stück. Dienstags den -een Dctdbr. »764» Mit Hochfürstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis? Die Gnade der Vorsehung bey den blnglückö- Fällen der Menschen/ Eine Morgcnländische Geschichte, *) aus dem Englischen übersetzt. tsa* »in yleanvtiscber Caliphe, hatte schon viele Jahrein den Lm oÄ‘ ‘SS'ä.SiKI'Ä s seine Reiche erobernd erwutert,^ ^götzte, von emer SÄ mit -in-"' Pi-" v-rwund-t und g-tddtet wmd.. S s Bozal- >. *.....•ÄÄ-.ÄfÄÄ Schrift genommen, welche mit der 4urw r ,ß unfcr$ Wissens noch tu e»nd°n httausg-kommeu ist^ 2 ,t A f ft „ w^t„fd)affUn, ^nige Übersetzungen bisweilen unterhalten werden. ALS Giesisthe wöchentlich - gemeinnützige Anzeigen Bdzaldab weigerte sich in der Zerstreuung, in welche ihn Kummer und Verzweiflung stürzten, zu seinem Pallaste zurück zu kehren. Er entwich in die dunkelste Höhle des benachbarten BergS. Dort wälzte er sich im Staube, dort riß er sich die Haare aus seinem grauen Bart, und verwarf die TrostGründe, die ihm die Gedult darbote. Er erlaubte seinen Sangern nicht, sich ihm zu nähern. Er horchte lieber auf das Geheul der melancholischen Vögel der Mitternacht, welche durch die einsamen Schwibbogen und durch die wiederhallende Gewölber der Pyramiden flatterten. n Kann GOtt ein gütiges Wesen seyn, rief er aus, dlUr GOtt, der „ die Seele, wie aus einem Hinterhalte, mit unerwarteten Sorgen ver- „ wundet, nnd in einem Augenblick seine Geschöpfe in Plagen stürzt, aus „ welchen keine Rettung zu erwarten ist? Ihr betrügerischen Imavs/ „ schwazt uns nicht mehr von der Gerechtigkeit und Güte einer Verse- „ bung, die alles regieren und alles lieben soll! der GOtt, der nach i, eurem Vorgeben im Himmei herrscht, beschützt so wenig die unglückseeli- „ gen Sterblichen, daß er sich vielmehr beständig damit ergötzt, die an* „ genehmsten Blumen in dem Garten der Hofnung zu verderben, und „ gleich einem mißgünstigen Riesewdie festesten Thürme der GLückseelig- i, fccit mit dem ehernen Sttpter seines Zorns niederzustürzen. Hätte die- 9f ses Wesen würklich die Güte und die Macht, womit es die Schmei- ff cheley der Priester schmückt: so würde es ohne Zweifel auch geneigt und „ fähig seyn, dik Uebel zu verbannen, welche die Welt zu einem Kerker „ des Elends, und zu einem Thale der Eitelkeit und des Jammers mass, chen - Ich will nein ’ ich will nicht langer darin verbleiben - In diesem Augenbick erhob er wütend feine Hand, welche die X)tx* Awerflung mit einem Dolch bewafnet hatte, um seine Brust zu durchbohren. Aber plötzlich drang ein flammendes Licht in seine Höhle. Ein Wesen von einer mehr als menschlichen Schönheit und Gröse, das mit einem azurnen Gewände geschmückt, und mit Amaranth bekrönet, einen Palm- Zweig in der rechten Hand führte, hielt den Arm des zitternden und betäubten Caliphen zurück, und sprach mit majestätischem Lächeln: „Folge „ mir auf den Gipfel dieses Berges; „Schau von hier, sagte der ehrwürdige Führer, ich bin Cdloc; der ff Engel des Friedens, schaue von hier in jenes ferne Thal hinab Bdzaldab öfnete seine Augen, und erblickte ein unfruchtbares, heisses und verödetes Evland. In der Mitte desselben saß eine blaffe, magre und fürchterliche Gestalt. Es war ein Kaufmann, dem der Hunger den Tod wfe ^lachrichtett. zrt ^ob drohete. Er weinte, weil er in bieser verlaßnen unbewohnten Wüste keine einzige Frucht, keine Quelle finden konte. Er sichte um den Schutz M Fimmels wider die Tieger, die ihn nun gewiß verschlingen würben , nachdem der ganze Rest von seinem Holze verzehrt war, das er bisher ge- sammlet hatte, um sie durch nächtliche Feuer von sich wegzuschrecken. Er warf hierauf ein Käfigen mit Juwelen, als Kleinigkeiten, die ihm itzt nichts nütz"» konnten, auf die Erde, und kroch schwach und zitternd auf eine Anhöhe, wo er jeden Abend bei dem Untergang der Sonne zu wachen psieg- te, um irgend einem Schiff, das sich vielleicht dem Cyland nahem mögte, rin Zeichen zu geben. , „Bewohner des Himmels- rief B-zaldab, gib nicht zu, baß die- ser Unglückselige durch die Wut der wilden Thiere umkommt. Sey „ stille, sagte der Engel, und sey aufmerksam! Er schaute wieder, und erblickte ein Schiff, bas an der verwüsteten «Jnfel angeländet war. Welche Worte können die Entzückung schildern, die der ausgehungerte Kaufmann empfand, als sich der SchiffsCapitain erbot, ihn in sein Mtterland zu bringen, wenn er ihm die Helste seiner Juwelen zur Vergeltung geben wollte? Kaum hatte der unbarmherzige Befehlshaber die verglichene Summe empfangen: so berathschlagte er sich mit seinen Untergebenen, und sie wurden eins, die übrigen Juwelen eben- fals einzuziehen, und den unglücklichen verbannten in dem hülflofen und bejammernswürdigen Zustand zu lassen, in welchem sie ihn gefunden hatten. Der Kaufmann weinte, gitterte, bat und sichele um Erbarmen. Alles umsonst! Sie seegelten fort, und liessen ihn unmenschlich zurück. „Wie, rief Bozaldab aus, kann der Himmel die Ausübung einer „ solchen Ungerechtigkeit zn kaffen ? ; , ... „Schau noch einmal, erwiederte der Engel, und sieh dieses nehmliche v Schiff, in welches du, nach deiner Kurzsichtigkeit, den Kaufmann auf- „ genommen zu werden wünschtest, an einem Felsen zerschmettert! Hörst „ du nicht das Geschrei) der sinkenden Schiffer ? - Unterstehe dich nicht, Beherrscher der Welt in seinen Fügungen zu richten ! Der Mann, „ den du bedauerst, soll aus dieser furchtbaren Einöde weMnommen wer- , den, aber nicht auf die Art, welche du vorschrerben würdest. Sein La- „ fier war der Geiz, der ihn eben so verabscheuungswürdig als unglücksee- „ lig machte. Seine Einbildung fand im Reichthum einen gewissen mach- „ tigen Reiz, durch welchen er alle seine Wünsche zu erfüllen, und vor al- „ Ur Furcht gesichert zu sepn träumte. Nun ,st er gelehrt worden, diesen Ss L ,/Netch- Gr'esische wöchentlich ♦ gemeinnützige Anzeigen „ Mchthum nicht nur zu verachten, sondern auch zu verabscheuen. Sei- ,, ne Juwelen hat er weggeworffen, und rekannt, daß sie unnütz waren. „ Einen Theil derselben gab er den Seefahrern, und fand, daß sie ihm „ schädlich waren. Nun hat er gelernt, daß der Werth oder die Nich- „ tiakeit, der Nutzen oder das Verderben der Reichthümer blos von der „ GemüthsBeschaffenheit und den Gesinnungen des Besitzers abhänge. ,, Glückselig ist der, den das Unglück lehrt, weise zu seyn ! Wende nun " deine Augen auf eine andere und für dich interessantere Scene! Der Beschluß folgt nächstens. Gelehrte Nachricht. Am 28ten September disputirte Herr Johann Philipp wicner, der Gottesgelahrthert Beflissener aus Darmstatt, unter dem Vorsitze des Herrn Prof. Dr. Müllers über den Satz: „ La Providence ne S* in ter eße point K Y individu mais & I’ welchen der weltweise von Sanssouci in dem bekannten Brief an den Mauperruis ausge»ühret hat. Die hierüber gedruckte Dissertation ist zu merckmürdig, als daß wir uns begnügen könten, sie blos angezeigt zu haben. Ein kurzer Auszug aus derselben wird wenigstens einigen von unfern Lesern büchst angenehm seyn. Die Absicht des Herrn Verfassers ist nicht, den Brief des Welkwei- stn zu wiederlegen. Diese Arbeit ist schon lang gethan worden. Er unternimmt eine unerwartetere Bemühung. Er will ibn retten, er will beweisen, daß nur dem Anschein nach ein alter oft widerlegter I rthum in demselben vertheidigt würde; daß hingegen würklich und in der That die orthodoxe Minung der Theologen von der göttlichen Vorsehung in diesem Bries zum Grund läge. Die berühmten Berlinischen .unstrichter, welche seit einigen Jahren die neueste Litreratur beurtheilen, haben bereits versucht, dem oben angezeigken irrigen Satz ein unschuldigees Ansehen zu geben. Herr W ist aber mit ihrer Rettung nicht zufrieden, sondern sucht ihre Unzulänglichkeit zu beweisen, und die Unschuld des erhabnen Philosophen auf einer andern Seite darzustellen. Um dieses glücklich bewürken zu können, trägt er zuerst auf eine vollständige und deutliche Weise die Lehre von der Vorsehung, wie sie von den orthodoxen Theologen und Philosophen gelehrt . . «ndNachrichrM. W gilchrt wird, 66t, (?. j. • 4.) un6 führt jugleich die Beweise an, mit »eichen dies« wichtige kehre von beiden unterstützt zu werden pflegt. (M4- 11) Hicrnächst widerlegt er die wichtigsten Einwurfe, die von den Feinden dieser Lehre wider ste selbst und ihre Beweis« gemacht worden sind. 2,2, 2,-.) Zweitens beurkheilt der Herr Vers, di« Vertheidigung des Phils« tsvken von Sans-iouci, welche in den Briefen die neueste Litte« ramr bccrcffenv versucht worden ist. Di« Verfasser dieser Briefe Hal« ten die Ausschrifft: La provide/ice ^c. vor unächt, und geben das ganze Gedicht vor eine Nachahmung des Lucrez, oder sonst eines noch altem Schwätzers aus. Sie glauben, daß sich der durchlauchtigste Dichter eine philosophische Larve vörgezogen, daß er nicht im Ernste, sondern »um Zeirverrrerbe Gedanken, in Reime gebracht habe. Die er als Regent durch Thaten verlaugne / als Weltweiser durch Gründe verspotte, und als Mensch, der sich seines angebohrnen Adels bewußt sey, anzunehmen sich weigern müsse. ; Hierwieder macht der Herr Verf. (5. zr.) gegründete Erinnerungen, und beweißt aus andern Stetten Der Oevres du Philoiophe de Sans- Souci, daß er nicht die Absicht gehabt haben könne, Die ihm die Berk- Nischen Lunstrichrer zuschreiben. Doch diese letztern zweifelten nicht blos an der Avthentie der Aufschrift. Sie getrauten sich auch dleLehren m diesem Gedichte, bis auf einige Ausdrücke, zu vertheidigen. Ihre Vertheldi- auna kommt hauptsächlich darauf hinaus, daß sie behaupten, der hohe Verfasser habe nichts, als den berühmten Lehrsatz, welchen Pope durch Dit Reitzungen der Dichtkunst verschönert hat Alts not by partial but by gen'ral laws. in dem Briefe an den Herrn Maupertuis in Gedanken gehabt, und fev blos durch die Unbestimmtheit der Worte verleitet worden , eme Sprache zu führen , die bcy dem ersten Anblick bedenklich und anstößiA schiene, bey einer genauern Untersuchung aber minder verdächtig würde. Unferm Herrn Verfasser gefällt diese Vertheidigung nicht Der Lehrsatz des Pope scheint ihm, so wie die Erklärungen, welche Malebran- d