Musische wöchentlich- gemAMMc WWigen M Nachrichten. Sechs und DreMstes Stück- Dienstags den 4tett Sept- 1764» ---Mit Hochfürstl. Hessens Darmstädtischer gnädlgsten Erlaubnis. Beschluß der Gerichtsbarkeit der Universitäten ' ' in realibus. §. if* wir wollen die vorangesührte Stelle naher erwägen. Daß T> her flatus controverfiae darin bestanden habewb der Universität ÖSieffen in catüfis academicorum realibus die Gerichtsbarkeit privative zustche' erhellet nicht allein aus der gnädigsten decifion überhaupt, beybringen und darthun ^* «orm 6barten I-lill- Versltät Wlarburtt quoad imm&biha & forum aEiicnum re a hum, mey^ rerdiftin&ion und Freiheit gcmefeit; Wollen Wir naU) zoqw den darauf gnädigste nfiexim mache»/ und sie hrcrm kemes. roects deteriovis conditioms als iette sevn lassen. (d. l. Wenn die Universität Giessen Fpecialiter beybringen wird, daß die Universität Marburg die iurisdittionem in realibus privative hat, so soll ihr solche ebenfalls privative antofefl verliehen werden. Denn dies war der ftaius controverhae, / § i, ! c \ und eine jede decifio muß pro fubllrarae coritroverfiae datu Erstanden und erklärt werden. Auf diese Art erhalten auch die Worte: fpecialiter beybringen und darrbun re. ihre natürliche Erläuterung; denn die Universität soll, wie beym Beweis eines Herkommens Rechtes ist, caQis fpeciales beybringen, indem man das generelle ^euginß des N.ar. burgischen Prof/fforis Fqunschliffcrs Ml Beweis des angmchmten Herkommens nicht hinlänglich hielt. §. i7- Immittelst hat löbliche Universität diesen ihr nachgelassenen Beweis noch zur Zeit nicht angetreten, sondern sie hat sich bisher in realibus mit bet concurrente iurisdiitione cum foro rei fitae begnügt, als welche ihr das ius commune, (§.4.6.), die statuta academica, ( §. 10.) die gnädigste Hauptverordnung de 172.0, (§. 1 c.) das beständige Herkommen, welches durch noch andaurende Proeesse unterstützet wird, (§. n.) J« selbst N ln igi Gresische wöchentlich - gemeinnützige Anzeigen in contraditSlorio ergangene Erkäntniffe (§. II.) vindiciren, und allen zu erregenden Zweifeln ihre völlige abhelfiiche Maaße geben. Von dem Nutzen und Gebrauch der Tannen, Fichten und Kiefern. Die Tannen dienen zu Brettern und Bauholtz, und geben den besten Terpentin, welcher alle Jahr in dem Monat August gesammlet wird. Stehen die Tannen in guten Boden, so kan man ihm des Jahrs zwey- mal sammelen, nemlich in dem Frühling und August. Von Rothtannen bekommt man nur Pech. Ihr Holtz ist gut zu Schindeln, Wein- und PackFässcrn; nur darf ihr Holtz nicht roth seyn. Ein gesunder und in gutem Erdreich stehender Baum kan jährlich 30. bis 40. Pfund geben. Man kan von dieser Tannen ein vortrefliches Getränck verfertigen, wie folget. Nehmet einen sehr grosen Kessel, füllet den vierten Theil davon voll Wasser, lasset solches kochen, leget alsdenn einen Bündel zerschnittene Fich- tenZweige hinein, welcher ohngefehr sieben Zoll in der dicke haben muß. Man läßt das Wasser so lange kochen, bis daß sich die Rinde von den Zweigen völlig ablößt. Während der Zeit, daß das Wasser kochet, röstet man in einer eisernen Pfanne 10. bis u. Pfund Hafer, oder auch io. bis ir. Pfund dünn geschnittenes Brod, und wirfft alles dieses wenn es wohl geröstet ist, in den Kessel, wo es bleibt, bis das Getränck recht gut gesotten hat. Alsdenn nimmt man alle Zweige heraus, und löscht das Feuer aus. Der Hafer und das Brod fallen zu Boden, die obenschwim- mende Blätter werden mit einem Schaumlöffel abgenommen, endlich thut man 12. bis is. Pfund groben Zucker hinein. Dieses Getränck wird alsdann in ein rein gemachtes Faß gefüllet, worin vorher rother Wein gewesen. Man lässet auch wohl die Hefen nebst 4. bis 6 Maaß rochen Wein darinn, wann man das Getränck gefärbt haben will. Wann es nun laulicht worden ist, mischt man einen Schöpfen BierHefen darunter, und füllet daß Faß gantz voll. Hierauf wird es gähren und alle Unreinigkeiten auswerffen. Daß Faß muß allezeit wieder angefüllet werden. Von der jetzigen graffirendeir Vieh Seuche. Die vornehmsten Zufälle, welche bey allen grosen ViehSeuchen bekannt worden sind, bestehen in folgenden drey Hauptumständen: Erstlich in 183 und Nachricht:«»». in einem krancken Rachen, da ihnen da« Maul, die Zunge und Gaumen von bösen Blattern angefreffen worden, so gar, daß »fft die gantze Zunge, wie vom Krebs darauf gehet: solches Verderben auch offt vom Rachen, bi« mm Magen kriechet. Zwevtens in dem (»genannten unterlaufenen Ru- iXt,(»man an der mühsamen und schmertzhafften Ausstreckung des Rückens, und bey der Verschlimmerung, an dessen unleidlichen angreifen imo dem festen anliegen der Hauk erkennet- wohin die Nachricht aus dem Braunschweigischen An. 17fr. gehöret, daß man bey solchen Vieh zwar die Leber und Galle gesund, alles Fleisch aber schwarz und das auswendige Kett weich und wässerig angetroffen: ruweilen ist auch der Schwanz in sei- neu Knochen von dem (»genannten Wolfgeschwür angegriffen, einigen schwindet der Kern im Horn daß es ledig und hohl wird, und vielen verdirbt aar das Gehirn. Drittens in dem Durchfall vom Verderben der Maaen des Viehes, fürnemlich des Blattermagens, das Buch, der Bsalter genannt, wenn derselbe zwischen denen Blattern mit fest gepackten und trocknen.Gras angefüliet ist, die Blätter aber selbst blau, M schwartz, 1111b fo foröbe tvorbcn, büß fw bcvrn $crbtcc|)cn« ift b > vielen von eingesoffenen Wasser, da« seinen Durchgang zu denMagen nicht gehabt, so aufgevehnt, daß er platzen möge, und lauft dem umge- tehrten Vieh zum Halse heraus: die Gedärme werden zuweilen entzündet und schwarz, mit ausgetretenen Geblüt angefüliet gefunden, besonder« die einen blutigen Durchfall gehabt; Die Gallenblase aber durchgehends griffet, und mi fiüff'ger Galle angefuUet. Einigen faulen Magen und Gedärm« durch , und dann findet sich bey der -Oeffnung des Bauch« eme Gauche von unleidlichem Gestanck. Es können zwar mehr Arten über eine Gegend kommen, doch breiten sie sich (o sehr nicht aus, als diese, und ihre Ursachen offenbaren sich leichter. Ein Kecept Welches man bey jetziger graffirenden Horn V ehSeucheauSdenCasselifchen PolieeyCommertien Zeitungen hierdurch gemeiner machen wollen. Man besichtiget die Zunge und Schlund des Morgens und Abends, verspühret man Knöpfen auf Der Zunge oder auf dir Seiten derselben , fo n mt man einen silbernen Löffel mit welchem man die Zunge und Die Kno. »ftn schabet, bis solche ausgerieben worden: hernach mmt man guten ’v Nn 5 Mnr- 284 Giesische wochemlrch^ KemeittttZtzrge Attzeigen W-inEW, gestossenen Pfeffer, Saltz, und zerquetschten Knoblauch unter einander. Alsdann wird ferner genommen zur Handvoll, ein Drittheil Roßmann, ein Drittel Salbey und ein Dritte! Zwiebelkraut, druk- ket solches in obbemeldeten zubereiteten Essig und reibet damit die Zunge und Schlund des kranken Viehes, nachhero nkmt man auch noch ein Stück ScharlachTuch, drucket es in obbemeldeten präparirten Essig und reibet wiederum den Schlund und die Zunge des Viehes mit jedem, so wohl der Krauter als Scharlachen Tuches zweymal des Tages, bis zur völligen Genesung. Um das gesunde Vieh vor diesem Ucbel zu bewahren nimt man Scharlachen Tuch, tunckets in den obbemeldeten zubereiteten Essig, und reibet dem Viehe die Zunge und Schlund einmahl des Tages damit. Herr von Fischer, gewesener LeibArzt bey der Ruffschen Kayserm Anna, giebt folgende Mittel in dieser RindviehKranckhcit an: Wenn man lm Maule und Rachen Blasen und Geschwüre im Entstehen wahrnimmt, so muß man sie. bald aufstechen, und mit Honig, Aloe, Myrrhen und Gentianwurzel bereiben, oder mit EM, in welchem Grünspan gekocht worden,^oder mit dem blauen-Vitriol. Bürstet auch mit solchem EM bis in den Schlund hinein, und giesset Bier und Honig nach. Die dem Viehe solche Hülfe thun, müssen den Athem wohl an sich halten, und Handschuhe anziehen; weil so wohl die Einathmung des Gcstancks der Geschwüre, als die Berührung derselben mit Hofer Hand schlimme Zufälle und Karbunckeln zu erregen fähig sind. Rächsel. Ein etwas, das die gröste Freude empfindet, wenn es ins Daseyn kommt, und das empfindlichste Mißvergnügen wenn seine Dauer zu Ende gehet. Ein etwas, das bald nach seiner Geburt verachtet, und auf mancherlei) Art beschimpft wird; immer aber desto mehr Achtung bekommt, je höhere Stufen in seiner Existenz es erreicht. Ein etwas, das zu einem edlen Endzweck bestimmt ist, den es zuweilen vollkommen erreicht, zuweilen nur wenig, oft gar nicht erfüllt. Ein etwas, das den Gram fast nicht kennt, dem Mangel und Zwang unerträglich sind; das von einem gewissen andern Wesen meistentherls so genau abhängt, daß es seinem völligen Untergang nahe ist, wenn ihm dieses seine Einflüsse entzieht. Ein etwas, das, wenn es entweder zornig oder ausschweifend vergnügt ist, eine gewisse besondere, und mrd tAachricheen. und ihm ganz allein eigene Handlung unttrnimmt, seinen Affeet (kfelnieil m neben. Ein etwas, dessen äusseres Ansehen nicht vollkonunen mit ferner Bestimmung harmomretr das am Ende seines Lebens Nicht selten noch Ungerechtigkeiten begeht. Ein nht> auspassrrmde v-m August brs z iteu August r?64. XOaUtW den zf. Aug. z. Kaufleute von Braunschweig, und r. Volt S-Izctthsr^cn /°?Auf d"/« Francks. Postw.; Kaufleute und i Weib-, versonen, paff, durch. röalltbor den -6. 4 Kaufleute von Braunschweig paffiren durch. wallthsr den 17. ein Hannövrischer Obristlieutenant, Herr Gothrer, paffirt sogleich durch. wallchor Den »8. ein Englischer Gesandter vom Preussischen Hof, Herr von Michelt, paff, durch. , . Eod. 2 Kaufleute von Hamburg, pass, durch. Schertbor den 28. auf dem Francks. Postw. ein Musicus von Mannheim, ein Geistlicher, ein Koch von Mainz, nebst 3 Kaufleuten, passiren durch. „ u , , Eod. Herr von Ehben, geheimder Rath von Wetzlar, und Herr von Evben, geheimder Rath von Dännemarck, sind herein» und sogleich durch paffirt. < - Eod. Herr Hofrath Hessel von Wetzlar, paff- und repassirt. wallrhor den ;o. Herr Hermann, RechnungsMeisttt von Darmstadt, lvgirt im Einhorn. Citntiort. EhMetha Schneiderin, von OberWalgern, Amts Marburg, läßt Hanß Cmkh Rau von OberWalgern, gewesener Soldat unter den Hes- smEaffelischen, weicherem Kind mit ihr in Unpflichten erziehlet, LvittaNter cititcn, und stehet der Termin auf Freykag den -Sten Octobr. h. a. Gegeben Marburg den sten Jul. 17^4- <6 Giesisihe wocheMlrch - gemelttttSMe Anzeiger» Selzerchor den zs Mg. Herr Schlitte»', Hessischer JngenieurMasor, kommt von Rheinfels, logirt im PosthauS. XVdlltbor den zi. auf Dem Cassel. Postwagen ( Kausteuthe, theilSvon Braunschweig und Hamburg, pass, durch. x) Gebohren tmb getauft. Am 29 August, Johann Adam Thor, Herrschaftlicher SchemenKnecht allhier, ein Söhnlein. Verstorben. Am i z August, Johann Daniel, Joh. Ludwig Planck, Bürgers und Weißgerbers allhier, Söhnlein. Am zf August, Maria Magdalena, weil. Christian Bösen, Bürgers und Leinwebers allhier, hinterlassene Wittib. Frucht-und andere Preisse am Markttag den 1 Sept. 1764. Gieser Maas. N- Alb. 1 Pf. 1 ft. -Ochsen Fleisch Alb.l Pf. » Achtel Korn - 4 if 4 1 Achtel Gerste ♦ z if auch » 4 4 x Achtel Waitzen 6 15 1 ft. Küh Fleisch r 4 auch ♦ - 7 1 ft. Rind Fleisch r 4 x Achtel Hafer - z f 1 ft. KalbFleisch r 1 ft. gescheite Hirsche - 2 1 tt. SchweineFleisch 4 x ft. gescheite Gerste - i 4 1 ft. HammelFleisch 2 ck x U. klein gescheite Gerste 2 1 ft. KalbsLeber r 1 Meste Erbsen - 16 1 KalbsKopff 7 4 1 Meste Linsen - 16 1 ft. frische Butter 7 sEyer - 2 Becker Preis. $7 Loch 1 Quint Brod ♦ 4 Pf* zLoth z Quint ButterBretzel 4 Ps. 7 Loch Weck - - 4 - 12 Loch z Quint Teitscher 4 - Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Johann Philipp Krie, Her, UniversitätsDuchhändlern hieselbst, an die Herrn Liebhaber gegen i Rthlr. halbjährige Pränumeration geliefert Einzelne Bogen werden für 4 Fr. ausgege, den. Man wird auch den Herrn jPrannnmanttn mit denen schon herans-ekomme- MN Stücken dienen»