wöchentlich- WWW WW uns Mchrtchte». AchtZehendes Stück. Dienstags den ittn Ma? 1*764» Mit Hochfürstl. Hessen Darmstadtischer gnädigsten Erlaubnis. IBötye Naturlehre ist eine Wissenschaft, welche so groft und mannigfalti- ge Annehmlichkeiten hat, und unscrm Geist ein so edles und un- schuldiges Vergnügen gewahren kan, daß selbst solche Menschen, - die sonst Verächter aller andern Wissenschaften sind, dennoch gegen ihre Reize nichr unempfindlich bleiben können. Die Betrachtung der bewundernswürdigsten Schönheit, Harmonie, Regelmäsigkeit, Ordnung und Vollkommenheit, die wir bey den Geschöpfen in allen Reichen der Natur erblicken, kan einem jeden der nicht ganz ohne Gefühl ist, und blos in der Vefriediglmg cörperlicher Begierden seine Glückseligkeit sucht, eine unerschöpfliche Quelle, der unschuldigsten und lebhaftesten Freuden sepn. Wie schr erheben schon diese Gründe den Werth der Naturlehre, und noch haben wir nicht an ihre würdigste Beschäftigung und an ihren erhabensten Endzweck gedacht. Sie leitet uns von der Betrachtung der Geschöpfe auf den Gedanken an den Schöpfer, und von der Bewunderung der Natur, zu der tiefsten Ehrfurcht und der feurigsten Dankbarkeit gegen ihren Urheber. Hier zeigt sie uns eine Weisheit, die wie alle Eigenschaften des höch- to Wesens unendlich - eine Allmacht, die in ihren Tiefe« unbegreiflich ist, : S und r z6 GLesische wöchentlich -- Zemchmützige Anzeigelund eine Güte, welche jedem Geschöpf die Triebe und Organe ertheilt hat, die es zu stirer Erhaltung brauchen, und jeden Weltstrich mit den Bedürfnissen versähe, die zur Glückseligkeit seiner Bewohner unentbehrlich waren. Selbst die Gegenden des Erdbodens, wo man die allerschwächste Spuren von dieser überall ausgebreiteten Vorsorge anzutreffen glaubt, geben davon bey einer genaueren Untersuchung die stärksten und überzeugendsten Beweist. Diese letzte Wahrheit ist es insbesondere, womit wir heute um* stre Leser etwas weitläuftiger unterhalten wollen. Wir wollen ihnen zu dem Ende einige Auszüge aus einem Buche mittheilen , die ihnen Gelegenheit geben können, dem angefangenen Betrachtungen weiter nachzudenken. Wir haben des Herrn Hane Egcde, Missionärs und Bischofes inGrön-» land/ Beschreibung und Naturgeschichte von Grönland vor uns, ein Buch, das vor einiger Zeit in unsrer Sprache erschienen ist, und sich bey allen Liebhabern der natürlichen Geschichte schon langst ausserordentlich empfohlen hatte. Den Verfasser, einen würdigen Dänischen Geistlichen, trieb sein Eifer für die Ehre Gottes, und die rühmliche Absicht, die christliche Religion, welche damals ziemlich unbekannt in Grönland war, auch dort auszubreiten, in diese Gegenden. Er war, nach überwundenen vielen Schwierigkeiten, endlich so glücklich, seinen Endzweck zu erreichen, in dem er in Grönland anlangte, und seine Apostolische Arbeiten daselbst fünf*, tehen Jahr lang mit groscm Segen verrichtete. Während dieser Zeit sammelte er die Nachrichten, woraus die ^ngezeigte Schrift erwuchs', und die soviel angenehmes und merkwürdiges enthalten, daß sie kein Leser von Einsicht und Geschmack ohne Vergnügen lesen wird. „ Die unter dem Nahmen Grönland bekannte Landschaft ist eine gro- ft Insel. Sie liegt ungefähr vierzig Meilen gegen Westen von Island, und fängt bey dem ^sten Grad, to. Minuten Norderbreite an. Sein östlicher Theil erstreckt sich gegen Morden zwischen dem 78sten und 8osten Grade bis an Spitzbergen; der westliche Theil ist bis auf siebenzig und einige Grade bekannt. Man hat noch bis itzt nicht ausfindig machen können, ob es nordwärts mit andern Ländern gränze. Das ist gewiß, daß es an der westlichen Seite nur durch einen engen Meerbusen, den man die Straft Davis nennt, von America abgesondert wird. Hingegen ist es nicht ausg.'macht, daß es auf der nordöstlichen Seite an Asien und die Tartarey gränzt. Grönland ist ein hohes und mit Felsen besetztes Land, von dmeg dir höchsten, so.wie das ganze Hmd, die Seefeste, und inwendig rmd Nachrichdstt. tzig in dm Meerbusen ausgenommen, mit ewigen Eis und Schnee bedeckt sind. Man kan die Höhe dieser Gebürge daraus ermessen, daß einige übex zwanzig Meilen weit in der See gesehen werden können. Die ganze Küste dieses Landes ist mit grosen und kleinen Inseln und Halbinseln gleichsam befestigt. Nach dem Lande zu laufen von allen Seiten her, ungemein viele grose Meerbusen und Flüsse - Erich Räude /welcher im Jahr Christi -8r. nebst einigen andern Isländern, dieses Land durch einen ungefähren Zufall zuerst entdeckte, kam, nachdem er sich die Beschaffenheit desselben einigermassen bekannt gemacht harte, im Jahr 98z. nach Island wieder zurück; woselbst die Lobeserhebung, welche er von dem Lande, so erGröri? land nennte, gemacht, verschiedene von seinen Landsleuten ermunterte, mit ihm dahin zu reisen, um daselbst neue Wohnungen zu suchen, und das Land zu bevölkern. Indessen warm die Norweger nicht die ersten ursprünglichen und natürlichen Bewohner dieses Landes ; denn kurz nach ihrer Ankunft, traffen sie in dem westlich, n Theile Grönlands ein wildes Volkan, welches ohne Zweifel von den Americanern abstammte, wie sich solches, auS der Gemüthsbesehaffenheit, Lebensart und Kleidung der Völker, welche nordwärts von Hudsonsbay wohnen, und von den Grönländern im geringsten nicht unterschieden sind, muthmaffen laßt. Kurz, nach der Bevölkerung Grönlands wurde das Christenthum daselbst eingeführt. Denn nachdem Lerf, der Sohn des Encd Rande, von dem König Olnf Lr^ggcsön, dem ersten christlichen König in Norwegen/ in dem christlichen Glauben unterrichtet worden, brachte derselbe auch einen Prediget aus Norwegen mit nach Grönland, welcher die sämtliche Landeseinwohner unterrichtete und taufte. Nach dieser Zeit sind die Norwegische Colonien wieder elngegangen, und die Gemeinschaft zwischen Grönland und Norwegen .aufgehoben worden. Hier berührt unser Schriftsteller viele merkwürdige Umstände, welche die Geschichte Grönlands erläutern, und gibt von den Schicksalen der Norwegischen Colonien sowohl, als der verschiedenen Reisen, die nach diesem Land sind gethan worden, Nachricht. Allem Auszüge aus dieser Beschreibung zu machen, verstattet uns Der Raum nicht; daher eilen wir zu dem folgenden Capitel, wo er von der Fruchtbarkeit, Den Producten, Metallen und Mineralien Grönlands redet. " Vom Losten bis'zum Lasten Grade gibt es gute Viehwepden: aber weder Waldungen noch Bäume; äusser den Birken- Erlen, und Weidenbüschen, welche überall in Menge wachsen, und den Colonien zur Feuerung dienen. Auch wachsen in diesem Striche viele angenehme und nützliche Krauter; da S 2, im MS Giesische wöchentlich-i gemeinnützige Anzeigen im Gegentheil «eitet gegen Norden nicht das geringste wächst. Man entdeckt in Grönland unachten Marmor; eine Art von roihem und weisen Bergtrystall, und ganze Asbestgebürge. Diesen Stein solle man demäus- prn Ansehen nach vor einen gemeinen und schlechten Stein ansehen; allein man kan ihn wie em Stuck Holz spalten und reiben. Inwendig ist er »oll Faftn und Zasern, welche wie Stroh oder Heu aussehen, und sich wie andere Faden drehen lassen. Wann sie in einer fetten Materie, als Baum« »hl oder Fischtran hegen, brennen sie, ohne sich zu verzehren, und ohne zu Asche zu werden. Was die Beschaffenheit des Himmels und der Lust he« trifft: so regnet es in Grönlaiid selten , auch bemerkt man daselbst wenige Sturmwinde; sondern man hat den ganzen Sommer über sehr heiteres Wetter und schone Tage. Würde es nicht, vomemlich an der Seeküste fast beständig von einem erschrecklichen Nebel geplaget, oder gar aiigesteckt, so wäre es cm vorttefliches Land. Der Sommer fängt erst'zu Ende des Maymonats an, und hort gegen die Mitte des Septembers auf. Wann die Luft hell ist, so ist es so warm als sonst irgendwo. DerWinter ist bis zuin eilten Grade erträglich; weiter nach Norden aber, vornehmlich unter dem sssten Grade, und noch höher hinauf, ist dieKälke dermassen scharf und strenge, daß der Franzbrandewein in den Häusern frieret Die See fangt oU Ausgang des Augusts überall zii frieren an; und dieses Eisschmiltt vordem April oder Mapmoäat nicht; ja zum östern schmilzt es auch wobt nicht vor dem Ausgange des Brachmonatö. Äusser dem entsetzlichen Eist, womit das Land biö über die höchsten Berge bedeckt ist, sieht man auf der . S-e eine grose Menge Eisschollen schwimmen. Diese Eisberge eiitstehen in dem sich an denjenigen -Oertern, wo die mit Eis bedeckte Felsen nach dem Meer zu abhängig sind, grose Stücke Eis losrissen, und alsdann ans den Meerbusen herausgekrieben werden.' Sie stellen ost seltsame Gestalten vor. Einige stellen sich dem Auge wie grosse Schlösser mit Tbürmen dar; andere haben die Gestalt eines Schiffes mit aüsgespannten Segeln, dergestalt, daß man sie öfters fnr wirkliche Schiffe gehalten hat. «ihre mannigfaltige Farben sind eben so bewundernswürdig. Bald sind sw weiß und glänzend wie Crpstall; bald saphirbläu; bald schrnaradgrün. Im höchsten Sommer hat man in Grönland aar keine Nacht; und an gewissen Orten sieht man die Soiine die ganze Nacht hindurch scheiiien. ' Dagegen aber ^ Ech die Tage !M Winter sehr kurz. Indessen ist doch niemals eine völlige Dunkelheit vorhanden. Nicht allein der Mond, sondern auch das Eis und der glänzende Schnee erheitern die Nächte. Besonders aber.ge. ben rmd V7achn'cheett. ri9 bett die Nordscheine, welche man zur Zeit des Neumonds, und zu allen Zeiten des Nachts, wann die Luft klar ist, sichet, so viel Licht von sich, daß man dabey in einem Buche vollkommen lesen kan. Die Luft ist gesund : nur die häufigen Nebel verursachen den Scharbock und Vrustzufälle: äusser diesen beyden Krankheiten aber weiß man von wenig andern. Gleichwie sich die Nebel hauptsächlich nur im Sommer einfinden, und den Em- wohnern beschwerlich sind; so thut dieses im Winter der Rauch oder der Dunst der Kälte. Er steigt aus der See wie aus einem Camin, und fo dick wie die dickste Wolke auf, und es fährt eine dermaßen brennende Kälte aus demselben, daß sie die Haut im Gesicht verbrennen kan, wenn man sich äusser dem Dunstkreise befindet; und dagegen, wenn man darem kömmt, das Gesicht und die Hände nicht mehr verbrennt, sondern sich tn eine Art von Zunder verwandelt, und an fre Haare und Kleider ametzt, wie bey einem Rohreif zu geschehen pfiegt. - Man findet in Grönland kein einziges schädliches Thier, äusser den Bären. Dieser gibt es nach dem 76sten Grad zu eine grose Menge. Sie find ungemein gros, haben lange weise Haare, und sehen gräßlich aus. Die Rennthiere sind an gewissen Orten in so groser Anzahl, daß sie Schaarweise gehen. Die Grönländer bringen den ganzen Sommer mit der Rennthierjagd zu. Sie umringen mit ihren Weibern und Kindern diese Thiere, und jagen selbige durch schmale Durchgänge hin, wo sie von Mannspersonen, die daselbst lauern, mitPsei- len erlegt werden. Wenn sie nicht Personen genug haben, sie zu umringen, so nehmen sie lange weisse Stangen , an deren Ende sie ein Stück Tortz stecken, und pflanzen selbige an den Weg der Rennthiere, damit sie sich davon entfernen, und nicht hindurch wischen mögen. Hasen gibt es im Ueberfluß; sie sind, sowohl den Winter als Sommer über, schön, gros und weiß. Die Wüchse haben weisses, graues, oder bläulichtes Haar. Die Grönländer fangen sie in steinernen Fallen, welche wie kleine Hauser gemacht sind, und worinn das Lockaas mit einer Stange befestiget ist. Sobald der Fuchs daran rührt, fällt die Thüre, welche aus einem grosen, platten und dünnen Steine besteht, herunter, und das Thier ist solchergestalt gefangen. Die einzigen zahmen Thiere, die man m Grönbrnd findet, 'sind die Hunde. Sie sind sehr gros, und die meisten haben ein weit- ses, oder weiß und schwarzes Haar, mit gerade in die Höhe stehenden Ohren. Sie sind stumm , und bellen niemals, sondern heulen blos. Tue Nordischen Einwohner bedienen sich ihrer anstatt der Pferde, auf dem ihre Schlitten zu ziehen. Man spannt vier, sechs, Meilen acht bis zehen S? Hunde Tu verlehnen. «..ii. die Rodenhausische hier belegens Gükher, als f unb einen halben Morgen Wießen im -Scegstrauch, i und 3 Viertel Moraen z Ru. W" M1 !eigestern« Weg, I halben Morg. zg Ruthen Acker aufm Selzersberg, i halben Morg. 38 Ruth. Garten am Riegelpfad, 4 und 1 Mben SMs. zg Ruth. Acker in der Au amCrofftorfcr Weeg, 1 Mor< gen z6 Ruth, ferner daselbst, von Michaelis Tag dieses Jahrs, ferner aus e oder - Jahre an den meistbiekhenden verlehnet werden sollen, und zu des. stn Versteigerung Montag der 14t« May bestimmet worden; als wird fol« iu dem Ende hiermit bekandt gemacht, daß diejenige, welche hierzu Listen haben , sich auf bestimmten Tag Vormittags um 10. Uhr ,» des Apr1h°7^^"" y