Giesser Wochenblatt. Funfzehentes Stück. Dimstags dm 8. April 1777»' Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädrischer gnädigster Erlaubniß. wie das Alker des Hornviehes zu erkennen. Alter dieser Thiere erkennet man gemeiniglich auf folgende Art: ) Innerhalb zehn Monaten stoßen sie die vordersten Zahne ab; hernach in sechs Wochen die nächsten vabey; am Ende deö dritten Jahrs stoßen sie selbige alle mit einander ab; wenn sie im Stillstände sind, als, denn zeigen sich die Zähne gleich, weiß und lang; wenn aber das Thier anfängt alt zu werden, so pflegen die Zähne kurz, ungleich und schwart zu sevn. Etliche wollen die Jahre aus den Ringen und Absätzen in den Hörnern abnehmen, denn so oft sie kalben, sollen sie ein neues Ringlein um die Hörner bekommen; wenn man nun solche zahlt, hat man die Zahl der Kälber, und wenn man für das glatte Horn, bis auf den ersten Ising, drittehalb oder drey Jahre hinzu rechnet, wird man da- Alter eines solchen Thieres ziemlich genau herausbringcn können. Weil aber eine Kuh spät, eine andere aber früher trächtiger wird, auch bekannt ist, daß etliche Ringe oftmals wegbleiben, so ist leicht zu ermessen, daß man daS Alter dieser Thiere nicht mit Gewißheit hiernach bestimmen könne. Diemeh- resten Kühe aber vrrrathen ihr Alter durch das grobe Geschrey, durch die langen und breiten Klauen, weiche sehr oft und fast gemeiniglich ein sicheres Merkmal erreichter Jahre sind. Doch muß hiebey beobachtet werden, daß, wenn solche Thiere lange auf feuchten Weiden gegangen, oder in nassen Ställen gestanden, und nun auf die Weide kommen, auf Steinpflaster oder sonst hartem Wege, dahin und wieder zurückgehen müssen, sodann das erweichte Horn an den Klauen ausgedehnt wird, und einen unaestalten Fuß machen muß. Wer indessen Hornvieh kaufen will, der suche solches von bekannten Leuten zu erhandeln, die von dem Alter desselben sichern Beweis geben können. Denn wenn eine Kuh über zwölf Jahre alt geworden, pflegt sie nicht viel mehr zu taugen, daher sie am besten 64 Wochenblatt. fett zu machen und zu schlachten. Die alten Kühe geben zwaikaenieinkglich Vie mehreste Milch, allein die jungen sind doch allemal die besten Nutzkühe. Das Göttingische Wochenblatt, welches im vorigen Jahre unter dem Titel: Heilsame Vorträge rc. herausgekommen, wird in dem jetzigen Jahre, von einer Gesellschaft vereinigter Gelehrten in- und außerhalb Göttingen, unter dem Namen: Göttingische Nebenstunden, fortgesetzt, und jede Woche ein Stück von % Bogen ausgegeben. Der Pränumerations- preiö ist eben derselbe, wie im verwichnen Jahre, nemlich Vierteljährig auf Druckpapier 4 Ggr. oder is kr. und auf Schreibpapier 6 Ggr. oder 27 kr. Denen etwaigen Liebhabern der Sternkunde dienet desgleichen zur Nachricht, daß eine dritte, viel vermehrte und verbesserte Auflage von deS Herrn Prof Joh Elert Bodens Anleitung zur Kenntniß des gestirnten Himmels, zu Berlin, in Hrmburgischen Verlag, auf nächst künftige Qster- messe herauskommen, und auf Pränumeration gedruckt werden soll. Die Pränumeration beträgt für das ganze Werk, a 1 Rchlr. r6 Ggr. oder z fl. > dieser Preis dauert aber nur biS Ausgang Aprils: nach die« ser Zeit wird kein Exemplar geringer als r Rlhlr. iz Ggr. erlösten. Aus» führlichere Avertissements find gratis zu haben. Darmstadt. Einem ehrsamen Publiko wird hierdurch bekannt gemacht, daß sich faliche Conventions 10 kr. Stücke, mit dem verzogenen Namen LL. unter dem hiesigen Fürst!. Stempel undELpräg eing.schlichen, die die Jahrzahl 176s führen; welche an der schlechten Rändlung, wie auch an dem verzogenen Namen LL , welchen breiter auseinander gezogen, der Zürstenhur unförmlich groß, auf der Rückseite die Buchstaben von unterschiedener Größe, und nicht in einer gleichen Lmie grad stehen, von denen ächten sich unrerlcheiden, auch an der Farbe ihren Stoff, nemlich daS Kupfer verrathen, indem selbe nur übersilbert sind, und gar keinen Werth haben. So Hal man solches zur Sicherheit und Warnung schuldigst anfügen sollen. R. Fehr, Fürstl. Münzmeister. Eudoxus, eines alten Pfarrers aus dem Darmstadt. Antwortschreiben aukdie gegen die D- geistl im 29ten B der Berliner Bibl. am Ende inserirte Verläumdungen, 8. gehest, ist a 4 kr, im Kriegerischen Buchlaren zu Haven. Die Wochenblatt. Die inte Ziehung der Hochfürstl. Nassau-Saarbrück. Usingischen Zahlenlotterie ist den r Tten März gezogen worden ; die herausgekommene Nummern sind folgende: 68. f. j6. 71. 32. Dir l?lte Ziehung der Hochfürstl. Wirzburgischen Zahlenlotterieist den LSlen Marz geschehen, die gezogene Nummern sind folgende: Is. 52. 58. ;o. 54- Die r 37te Ziehung der Churfürstl. Mainzischen Zahlenlotterie ist den roten Merz mit aller Akkuratesse und gewöhnlichen Formalitäten vollzogen worden, die gezogene Nummern sind folgende: 66. 4. 79» S2-- 54« Simon Levi/ authoris. Collecteur in Gießen. Em- und auspaßr'rende vom 2.?ten März bis den sren April i?77- Herr Cammer - Ass ssor du Fay von Hessen Cassel, pass, durch. Herr Odrist von Graß, Herr Hauptmann Schneider und Herr Lieuten. Lachenwitz, in Englilchen Diensten, paff, durch. Herr Steuerralh Kolb und Herr Canzkilist Muller, log. im PosihauS. Herr Cammerherr von Rau, pass, durch. Lopulirte. Am 9 Mertz, Jost Peter Schmidt, Bürger und Metzger allhier, weiland Tobias Schmidts, Bürgers und Metzaers alli ier, ehelicher Sohn, und Mana Catharina, Georg Henrich Vogts, Bürgers und Metzgers allkier, eheliche Tochter. Am 16 M rtz, Johann Ernst Roos, Bürger allhier, weiland Carl R00S, Bürgers und Cramers in Idstein, ehelicher Sohn, und Philippina Sophia, Johann Michael Schäfers, Bürgers und Stadtbleichers allhier, eheliche Tochter. Beerdigte. Am 5 Mertz, Herr Henrich Carl Fischer, Studiofus Theol. allhier. Sm is Mertz, Catharina Eüsabetka, Anton Schmidt, Bürgers und Schneidermeisters, eheliche Hausfrau, gebohrne Volckm vooKirch- gönnß. 66 Wochenblatt. frucht und andere presste am Marcktag den f April 1777; Gießer Maas. alb. x Pfund Ochsenfleisch x Pfund Kühfleifch 1 Pfund Rindfleisch 1 Pfund Kalbfleisch x Pfund Schweinefleisch 1 Pfund Hammelfleisch x Pfund Lammfleisch 1 Pfund Schaasfleisch x Pfund Kaibsgelüng 1 Pfund Kalbsleber 1 Pfund Hammelsgelüng 1 Kalbskopf 1 KaldsgekröS 1 Pfund Karpfen 1 Pfund Hecht x Pfund Bürsch 1 Maas Grundeln 2 2 2 1 ; i 1 1 1 3 3 6 6 6 1 Pfund Rothaugen 1 1 Pfund Weissisch 1 1 Pfund Schienen ; 1 Pfund Brasem 1 1 Pfund frische Bukker $ x Maas geschmalzte Butter - « » 1 Gans - - * 1 alt Huhn t - 6 1 Paar junge Hahnen 1 Paar junge Tauben 6 pf. 6 2 4 6 4 4 4 4 4 4 t Antvogel < • • r Pfund Span, Sau i Pfund geschälte Hirse r Pfund grob geschälte Gersten 1 Pfund klein geschälte Gersten 4 Meste Erbsen • * r Meste Linsen - « r Achtel Korn • . r Achtel Gerste • « 1 Achtel Waitzen - , r Achtel Hafer » ♦ 1 Meste weis Meel - , 1 Meste Hafer-Meel ♦ • r Meste Saltz « # 9 Eyer ♦ ♦ < 1 Pfund Holländischen Käß - Pfund Handkäß i Maas gut Bier « « i Pfund Wurst - - i Pfund Bratwurst 1 Maas Frucht-Brandewein 2 Maaß Hesen-Brandewein i Pfund Schweinefett n Pfund Rindsfett n Pfund Hammelsfett 1 Pfund innlandischr Saiffen l Pfund innländischeUnschlitt» Lichter • • • Becker--preist. Vor 4Pf. Brod 24 W r Quint.l vor 4 Pf. Butter-Bretzeln skoth rZQ» Vor 4Pf-ÄZeck ivLorh ZQuint.I vor4Pf.Taigscher x?Loch Ä« Wer Arertisscments oder andere Antigen in dieses Wochenblatt einrücken tviIT. beliebe solches Mmcchl FrcykagS einzusendkn.