Giesser Wochenklack. Zwcv lmd Fünfzigstes Stuck. Dienstags den 24. Decembr. 1776. Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigster Grlaubniß. Acadcmische V7c»igkeit. fä\en roten dieses bestieg Herr Henrich Tabor aus Francks, am May» ) den medicinischen Catheder, und vertheidigtr ohne Vorsitz mit un- gemeiner Geschicklichkeit zu Erlangung der Doktorwürde, seine auf ; Bogen abgedruckte Dissertation; sie handelt: de Variolis. Nachdeme das Ausspielen allerhand Waaren auf einen oder den andern Zug bey dem Darmstädter Lotto dergestalt überhand nimmt, daß der privilegirten Zahlen «Lotterie dadurch nicht nur ein merklicher Abbruch geschiehst, sondern auch das Publikum dadurch, daß die Waaren weit über den wahren Werth angeschlagen werden, sehr hintergangen wird, unt> bahero, um diesem Unwesen vor die Zukunft zu steuern, höchsten Orts qnadigst verordnet worden, daß alles eigenmächtige Ausspielen vonWaa. ren, bei einer ohnnachläßigen Strafe von 10 Rlhlr, verboten, und dergleichen Spiele nicht anderst verstattek seyn sollen, alü wenn solche vorher angezeiget, die Waaren durch verpflichtete Vaxarores anforderst geschatzek, und die Einsätze und Loose nach dem laxations-Preiß bestimmt, sodann vor dem Fürst!. Fiscum der zehnte Pfennig davon entrichtet worden ; AlS wird solches zu jedermanns Warn - und Nachachtung mit dem weiteren Verbot hierdurch bekannt gemacht, daß, wann Auswärtige dergleichen Nebenspiele auf die bey dem Darmstädter Lotto herauskommende Numern treiben wollten, sich Niemand die an ihn kommende Looße zu debitiren W rerstehrn solle. Signatum Gießen den uen Decembr. 1776. Zürstl. Heßische Regierung daselbst. Zsf Bey Wochenblatt. 3.06 Bey dem Handelsmann, Johann Willhelm Hast in Gießen, werden in Commißion 12, Sorten Tusch verkauft, weiche von Aug. Ludw. Pfan- nenschmid, in Hannover, verfertiget sind, und in folgenden Farben bestem hen: schwarz, blau, dunkelviolet, hellviolet, dunkesroth, hcllrolh, braun, grün, hellgrün, gelb und weis. Alle diese Farben werden von Kennern sehr fein, dauerhaft und schön befunden werden, und sind solche zugleich geschickt, durch Mischung alle übrige Farben zu erhalten, werden auch im Gebrauche nicht anders als der mehr bekannte schwarze Tusch behandelt. Der Preiß eines einzelnen Stückes, es sey von welcher Sorte «S wolle, ist 2.4 fr., und alle 12 Sorten, wenn sie zusammen genommen werden, ; fl. ;6 fr. Briefe und Geld werden postfrey erbeten. Auf Hochfürstl. Regierungs Verordnung soll dos frey adeliche von Milchlingische sogenannte Troh - und Reitzische Guth zu Burckhardöfel, den im Buseckerthal öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden, und ist zu solchem Ende auch bereits Terminus auf den riten Aug jüngsthin anberaumet gewesen, in welchem sich aber vermuthlich um deswillen keine Liebhaber cingefunden, weilen der eigentliche Ertrag des Guths, und die damit verbundene Vortheile nicht hinlänglich bekannt gewesen. Es bestehet die, seS Guth in ctlich und 70 Morgen Ackerland, sodann $ Morgen g Viertel 8 Ruthen Wiesen, nebst denen dazu gehörigen kleinen Gefällen, als mhmlich 68 Stück Rauchhühner, $ leibeigenen und dem Blut- Zehnten an Lämmer, welche Gefälle ein Jahr in das andere gerechnet, nach Ab- zug aller Kosten, wenigstens 7 st. ertragen können. In denen letzteren 9 Ley-Jahren ist dieses Guth ausschließlich der kleinen Gefällen, jährlich vor 200 sl. und nur in dem nächst verflossenen Jahr, wo der Verkauf schon resolviret gewesen, vor iso st. verliehen worden, und bey Erthei- lung einer neuen Leche, haben von jedem Jahr 3 fl. Leyhgeld noch besonders bezahlet werden müssen; wie dann auch die Verleyhung sechsten big, hero niemahlen einiger Schwierigkeit unterworfen gewesen, und eö in Burck, hardsftlden an Liebhaber dazu nie gefehlet hat. Man Hal also diesis hierdurch nochmahlen zu dem Ende öffentlich bekannt machen wollen, damit diejenige, welche sothanes Guth käuflich an sich zu bringen Lüsten tragen, sich entweder bey Endes unterzeichnetem Commiirarlo, oder dem von Milchlingischen Adminiftratore Fürsts. Regierungs - Advocato^rug melden, w-chenbarr. 103 den, ihr Gebot thun, und sich darauf das welkeren gewärtigen können. Signat, Gießen den sten Decembr. 1776» P. B. Langsdorf Regierungs-Lecrerarius und zu dieserSache verordneter Commißärius. ____i____________i---------------i-------------------I-----------------—----------- Die l)Lte Ziehung der Churfürsil. Mainzischen Zahlenlotterie ist den roten Dec. mit aller Accurakesse und gewöhnlichen Formalitäten vollzogen worden, die gezogene Nummern sind folgende: 7. 18. - r. 19. 24. Die i;;le Ziehung bleibt auf den roten Januar vestgesetzk, und die folgende von 3. zu 3. Wochen. Diejenigen Personen weiche sich mitCin, sätzen zu diesen Lotterien zu intereßieren belieben , können sich dcy Endes gefetzten allhier in Gießen meiden, alwo denenselben mit aller Auftichtichkeit und promten Bedienung wird an Händen gegangen werden. Demnach in meiner überhaupt glücklichen Eollecte dermalen in der lösten Mainzer Ziehung 2708 fl 30fr. gewonnen worben, und auch soglclich prompt aus, gezahlt sind) da nun dieses vor die Herrn Einleger künftiger Ziehungen sehr vor, theilhast ist, als werden alle diejenigen welche sich mit Einsätzen zu versehen belie, Heu, gebeten, solche in Zeiten zu thun, weil auf die Letzt die Geschäfte zu viel wer* * den, und die Original < Billeis worauf die Zahlung gcschicht, nicht vor der Zir, hung ankonunen können. Simon Levi. Beerdigte. Am 27 Novembr. Johannes Diehl, Beysaß allhier. Am 28 Novembr. Christian Jacob Friederich, Jacob Weigels, Bürgersund Schuhmachers, Söhnlein. Am 3. Decembr. Barbara Wagnerin, alt 73 Jahr. Am 4 Decembr. Johann Christian Carl, Herrn Traugott Georg Chri- • stian Kempf, Licent. und Regierungs-Advokaten, Söhnlein Am 6 Decembr. Christian Peter Atöbach, Bürgers und Strumpfwebers, Söhnlein. Ain 8 Decembr. Charlotta Johanna Reulingin, weiland Johan Conrad Reuling, Bürgers und Schneidermeisters, hinterlassene Wittwe. Alt 72 Jahr, 2 Monat. Frucht- log wvchettbUte. X I 1 I I X I I I I I I I I X X I I I I I I X I I I X Frucht » und andere preiste am Marcktag den 21 Dec. 177s. Gießer Maas. a Pfund Ochsenfleisch Ib. z Pf. 6 t Antvogel ♦ ♦ , Pfund Kühfleisch z z £ Pfund Span, Sau Pfund Rindfleisch z t Pfund geschälte Hirse Pfund Kalbfleisch 4 £ Pfund grob geschälte Gersten Pfund Schweinefleisch 2 4 £ Pfund klein geschälte Gersten Pfund Hammelfleisch Z t Meste Erbsen * , Pfund Lammfleisch £ Meste Linsen t » Pfund Schaasfleisch I 6 £ Achtel Korn * - Pfund KaibSgelüng z £ Achtel Gerste - , Pfund Kalbsleber z £ Achtel Waitzen - # Pfund Hammelsgelüng r Achtel Hafer » < Kalbskopf 4 v Meste weiö Meel - , Kaldsgekrös 4 i Meste Hafer«Meel « , Pfund Karpfen 6 1 Meste Saltz « # Pfund Hecht 6 6 Eyer « # « Pfund Bsrsch 6 1 Pfund Holländischen Käß Maas Grundeln 1 Pfund Handkuß Pfund Rothaugen 1 4 1 Maas gut Bur # » Pfund Weisfisch 1 4 1 Pfund Wurlt - , Pfund Schleyen r 1 Pfunv Bratwurst Pfund Vrasem i 4 1 Maas Frucht Brandewein Pfund frische Bukker 7 4 z Maaß Hesen-Brandeweiri Maas geschmälzte But1 Pfund Schweinefett ter - « » 11 Pfund Rmdösekt Gans « $ ♦ 16 11 Pfund Hammelsfettf alt Huhn - - 6 1 Pfund innländische Saiffen Paar junge Hahnen 8 1 Pfund innländischeUnschlikt« Paar junge Tauben $ Lichter • » ♦ Becker--Preist. Vor 4-Pf.Brod L4Loth xQuint.i vor4Pf.Bukker«Bretzeln sLokh iH2. Vor 4Pf.Weck loLoth zQuint.I vor4Pf.Taigscher x?Loth z£>. Wer dieses Wochenblatt oder aber den Gemeinnützigen, der künftiges Jahr unter dem Sittel: der Hessische Patriot, continuirek wird, fortzuseijen beliebet, hat die Pränumeration einzusenden.