Giesser Wochcuölakk. Sikbzehentes Stück. Dienstags den r;. April 1776. Mit Hochfürstl. Hessen Lannstädkrschcr gnädigster Erlaubniß. Beschluß der Mittel zur präservatisn und Curati-n der bisherig gen Horn - Vieh - Seuche. g) Alles rauhe Futter muß dem Vieh nur zum zten TM, mithin sehr sparsam, und statt dessen em nahrhafter Uederguß gegeben werden. Wie denn auch zuweilen etwas Sauerkraut dem Vieh mit Nutzen gegeben werden kann. Mil dieser Cur kann elwa 14. Tage con- tinuirct werden. Drittens. (Lrrratisns- Mittel. Wenn das Hom «Vieh würcklich kranck wird, ist 1) Wenn das Thier fest ist, oder einen geschwinden Athem-Zug und dabey einen kurtzen Husten hat, ist die vorhin littr. c. gedachte Aderlaß vorzunehmen 2) Kann man statt dem vorhin Imr. e. gedachten mit Vitriol-Geist vermischten lau warmen Geträncke dem Vieh des TageS etlichemahl ein Quenlgen gereinigten Weinstein in warmen Wasser eingiessen. ;) Muß sogleich dem krancken Vieh durch die dicke unter dem Halß hangende Haut ein Haar-Seil, so aus einer Linnen Schnur besteht, zwey Zoll von der Brust gezogen werden. 4) Muß dem Vieh Morgens, Mittags und Abends der folgende Tranck gegeben werden: Gersten - oder Hafer-Schroot, 1 Handvoll, Camillen- und Hollunder-Blumen, von jedem eine halbe Handvoll in 3 Schoppen Wasser ein wenig gekocht, die Brühe durch groben Leinwand geseihet,und wohl ausgerungen. Zu 1 Schoppen dieser Brühe wird ein Quent- gen fein gepulverter Weinstein und 4 Lbffelvoll Lemöhi gethan, und dem Thier auf einmal eingeschüttet. R " NB. Bep 6& w-chenblaee. NB. Bey diesem Tranck kann der Nro. r. bemerckte besondere Gebrauch Des Weinsteins weggelassen rottDen. f) Sollte ha6 Thier verstopft seyn, oder der Mist hart und mir Drängen mühsam abgehen, so ist alle r Stunden folgendes Clystir anzubringen: Man nehme «ine Handvoll Leinsaamen, koche selbigen mit einem Maaß Wasser und lasse die Brühe durch ein Luch stießen: zu einem Schoppen dieser Brühe rhue man etwas Lemöhl und einen kleinen Eß i'offelvoll Salz, und bringe sie dem Thier Milch-warm bey; dieses kann ohne viele Um» stände geschehen, wenn man die Brühe in eine Schweins»Blase giesset, in die 6 ffnung der Blase ein von Hollunder »Holtz verfertigtes Spann langes Rohr bindet, dem Thier 6 Zoll lang sanfft applicrret, und die Blase dergestalt mit der Hand zusammendruckt, auf daß Die Brühe in den Mastdarm gesprützek werde 6) Da- Futter muß während der Kranckheit in geringer 'Quantität gegeben werden, und leicht zu verdauen leyn; Gersten odei Weitzenstroh Mit Heu oder Grummet vermischt und geschnitten, darzu Weitzen»Kl«yen etwas Gersten oder Hafer Schrot gethan, und mit kochendem Wasser übergossen, damit es abbrühr, ist die schicklichste Nahrung. Abgebrühe, te weiße Koblstrüncke, oder Rüben, auch eingesaltzene Krautblatttr und Strüncke unter obiges Fuller gemengt sind ebenfalls dienlich. 7) Um der Entzündung des Halses vor zu kommen, ist folgendes zu ««brauchen; Man nehme Asche, Ofenruß von jedem eine Handvoll, Sakmiac r kotb und lasse solches mit 2 Maaß Wasser ein wenig kochen: In diese tätige tünch man einen Strang schlecht-s Garn, und binde denselben etwas warm dicht hinter den Kunbacken um den Halß: Die t auge muß zu Zeiten wieder aewärmet, und das Garn damit wiederum von neuem ang,-strichen und warm gehalten werden Auch ist sehr gut, wenn dem L> b täglich etlichem.'hl der H uß mit warmen Eß,g und Sa tz auSaewa'chen wird; m- g! ichem ist das Räuchern (üb litt. b. der Präservativ - Mittel nicht zu versäumen. Die Kennzeichen der eifolqrnl en Bessrung sind alkd nn, wenn das Tbier munterer wird, besser frist, wiederkäuet, und Der Durchfall rrachläst M t dem weichen nahrhaften Flitter und Saufwassr wird dem ohuers achtet noch emeZeil lang conlmuiret, und bade- täglich etwas Heu gegeben, bis Wochenblatt- <7 bis das Vieh nach und nach wieder an sein gewöhnliche- Futter gebracht wird. , ,, .. ... Nachstehendes Recept ist auch vor die Lungenendzundung sehr dienlich befunden worden. . Enzian, Spießglas, gelber Schwefel, Lorbern, präparirter Weinstein, Angelick Wurtz, Liebstöckel, jedes vor z Kreujer. Untereinander gestossen, zu Pulver gemacht, und dem gesunden Vieh die Woche drey mahl eine Messerspitze voll des Morgens eingegeben Dem erkranckten aber täglich. NB. Der bey diesem Recept sonst adhibirfe gebrannte Alaun und blaut Vitriol ist dem Vieh höchst schädlich, und weg zu lassen. Bey dem Anfang vieler Lungen« Kranckheit, welche dadurch erkannt wird, wenn man dem Vieh an den Bug oder ferne an die Brust greifet und solches kechzet oder autschet, kann die Lungen »Ader geöffnet werden. Warmeö Getränck von Leinkuchen und Gersten »Schrot giebt man bey dem Pulver, und ist gut wenn solches Vieh mit Decken tugedecket wird. Gießen den roten Febr. 177^ Akademische Neuigkeit. Am i8ken dieses vertheidigte unter des Herrn Bergrath und erster» Profeflbr Medicinae, Dr. Baumers Lorsitz, Herr Georg Fried. Schraff von Dillenburg, zu Erlangung der Würde eines Do&oris in der Medicm, seine aut fi Bogen adgedruckte unter dem Tittel: Diffenatio Medica de vera catalcpfeos notione ac rational! curanone» mit großer Geschicklichkeit und Beyfall Die 7te Ziehung der von Sr. Hochfürstl Durchlaucht des regierenden Herrn Landgrafen zu Hessen Darmstadt gnädigst privilegirten und mit fünfzig tausend Gulden garantierten neuen Zahlenlotterie ist den 19 April mit aller »tccurateffe u^d gewöhnlichen Formalitäten vollzogen worden; Vit gezogene Nummern smv folgende: 6f. 7. 47. rr. 19. Die Zte Ziehung bleibt auf den roten May festgesetzt, und die übrige ton 3. zu }, Wochen, diejenige Personen welche sich mit Einsätzen zu in. tmßi- Wochenblatt. 48 trreßirrn belieben, können sich an alle authorisirte Herrn Collecteurs wenden, besonders aber an das HauptcoMroir in Gießen bey Herrn Simon Levi, auch wer gesonnen ist eine Collecte jU übernehmen kann sich bey eben demselben melden alwo denenselben mir aller Aufrichtigkeit und promten Bedienung wird an Händen gegangen werden. General Direktion. Nachdem der weil. Marien Elisabethen Hergertin von hier zuständig gewesene modo Bertramische am Mittelweg bey der kleinen Mühl neben der verwittibten Frau Superintendentin Liebknechtin gelegene Garten 79. Ruthen hallend, FreytagS den lotenMay laufenden IahrS, öffentlich aufgesteckt, und an den Meistbietenden verstrichen werden joll, als können Diejenige welche auf fothanen Garten mit zu streichen gesonnen sind, sich in iam di&o termino morgendS früh um 9 Uhr auf dahiesigem RathbauS einfinden,und dem Verstrich beywohnen. 8iZnar. Gießen den 19 April 1774. Fürst!. Hess Obcramr dafelbsien. Schott. Ein- und auspaßirende vom i). bis den 10 April 1776. Herr Oberland »Commissarius Claudius von Hamburg, log. im Einhorn. Herr von Wolff, Capitain in Englischen Diensten, pass, durch. Herr von Lehrbach, Domherr, logirt im Einhorn. Jreyherr von B00S zu Waldeck, Domherr zu Hildesheim, logirt im Posthaus. Lopuliree. Am 14 April, Johannes Justus Henckel, Bürger und Wollentuchmacher allhier, Johann Balthasar Henckels, Burgers und Wollentuchma« cherS allhier, ehelicher Sohn, und Maria Elisabetha, Johannes Will, Bürgers und Stadtmahlmüllers allhier, eheliche Tochter. Getaufte. AM 14 Mertz, Johann Conrad, Johann Peter Vogt, Bürgers und Metzgerö allhier, Söhnlein.