Giesser Wochenblatt. Drittes Stück. Dienstags den - 8. Januar 1776. Mtt Hochfürül. Hessen Darmstäbtischcr gnädigster Erlaubniß. Academische Neuigkeit. (TMS Programm, mit welchem zur neuen am ersten Januar, d. I. vor- <3 ) gegangenen Rectorwahl eingeladen worden, war von dem abgehen, den Herrn Rc&oi-e Magnif. Schulz verfertigt, und enthalt eine für die hebräische Kritik unentbehrliche Fortsetzung seiner bereits in einem vorhergehenden Programm angefangnen Beschreibung und Vergleichung der hebräischen Fragmente, welche auf hiesiger Universirärsbi^ bliothec aufbewahret werden. — ES sollen noch mehrere Fortsetzungen folgen. Beförderungen und Veränderungen, auch Charakterertheilungen im Fürstlichen Dienste vom vorigen Jahr 177 f. Herr Johann Ludwig Eckstein, Cand. Juris, erhält den Acceß bey dem Secretariat und der Schreibstube bey Fürst!. Regierung zu Gießen, den rten-Oct. I77f. Herr Joh. Carl Schenk / bisheriger Adv. und Proc. ord. wird statt des gewesenenF. Ämtrath E?mes mit Beybehaltung seiner Praxis bey den Fürst!. LandeScollegien zum Rath bey Fürst!. -Oberamt dahier in der Maaße wie jene solches Officium bekleidet, und mit der Versicherung der Anwartschaft auf den Fall einer Erledigung bey gedachtem Oberamt, gnädigst ernannt und bestellet, den 12. Dec a. c. Herr voge, Fürst«. Amtmann zu Allendorf, erhält die Amtmannsstelle über die deyde Gerichtet Burkhards und Crainfeld, eod. HerrVerbiet, vormaliger Marggräfir. Brandenburg-BayreuthischerJu« stitzrath, wird zum Fürst!. Amtmann zu Allendorf gnädigst ernannt, eod. E Sei- Wochenblatt. LS Nachricht ans Publikum. Ein Dichterling hat des Herrn Hölty Elegie auf Röschen, geplün- Vert, dis daraus entstandene poetische Erstgeburt als eine Elegie auf den Tod eines Lieblings-Hündgenö ins iezke Wochenblattvon vorigem Jahr ein« gerücket worden, und weil man leicht vermuten konnte, daß wann sie auch ganz ohne Unterschrift oder Anfangsbuchstaben eines Namens hier öffentlich erschiene, er ohnfehlbar für den Verfasser würde angesehen werden, sich ganz dreiste der Freyheit genommen, sie mit den Anfangsbuchstaben V. D. W. zu bezeichnen. Der Verlust M HündgenS, der sich wircklich ereignet hat dessen Name, die Namen der beiden darunter betroffenen Frauenzimmer, die Unterschrift sind allzuhandgreifliche Merckmale des Vorfalls, als daß ich mich, der ich dieses schreibe, darunter verkennen sollte. Da ich kaum im Stünde bin ein Gedicht mit nötigem Urteil zu lesen, vielweniger selbst ein solches zu verfertigen, so lasse ich mich auf den Wert oder Unwert dieser Arbeit nicht ein; es kann seyn, daß der Herr Verfasser dadurch eine Stelle unter den berühmten Dichtern unsers Jahrhunderts erhält, und mir also dadurch ohnverdient eine große Ehre wiederfahren wäre Ich glaube auch, ohne Mich zu irren, den eigentlichen Vater diefes Kindes so gut zu kennen, daß ich ihn für einen allzufreunkschaftlich und edeldenkenden Mann halte, als Laß er dadurch meiner als eines Ungelehrten hätte spotten wollen. Ich Hätte mithin gegen dieses Unternehmen eigentlich nichts einzuwenden allein, va es auch wohl einst einem andern schlechter denkenden einfallen möchte, meinen oder einen andern eben so kennbaren Namen zu einer Satire o^er Paöquille auf femand zu gebrauchen, so bitte den Herrn Verfasser in meinem und aller übrigen gesitteten Weltbürger Namen sehr höflich k infuhro sich dergleichen weder in gute»-; noch bösen Absichten erlaubten Frevhert zu enthalten. den i. Januar. 1776. der angebliche Verfasser der erwehnten Elegie. Nüchterne die beglaubte Nachricht eingelaufen, daß nicht allein ru Langenstein bet) Kirchhain, die laidrge Seuche alles Hornvieh allda weg- gerast, sondern auch diese Seuche bis nach Menckbach diesseits Marburg verbrei. Wochenblatt. 1 r verbreitet habe; Als wird em solches nicht allem zu jedermanns Wissenschaft bekannt gemacht, sondern auch die Verwarnung angefüget baß bey schwerer Strafe, niemand mit seinem Hornvieh jene Gegenden besuchen noch weniger aber von daher einiges Hornvieh oder Heuthe in diesseitige Fürsts. Landen einvringen solle, maßen dann künftig hin kein fremdes Hornvieh, so nicht mit einem — und zwar von dem Beamten selbsten des Orts unter, schriebenen Gesundheitspaß versehen ist in hiesige Stadt eingelassen, auch solchen Gesundheitspaß, so nur von Bürgermeister und Vorstehers ausge- stellet seynv, durchaus nicht angenommen werden sollen. Gießen den 11 len Januar. >776. „ Fürst!- Heßrsthes Obcramt daselbst. Sues. Nachricht. Die Samlung von Predigten über die Glaubenslehren aus den besten Schriftstellern in groß; 4t so wir vor einiger Zeit auf Pränumeration angekündiget, wird nun nächstens vollständig zu haben seyn. Wik haben vorläufig die Herrn Pränumeranten davon avertiren wollen, daß sie sich noch so lange gedulten möchten, und uns die Schuld dieses Verzugs nicht beymessen, indem das Werck wenigstens um ftd an Bogen stärker werden wird, als wir anfänglich versprochen und das ohr-möglich voraus berechnet werden konnte. Den iten Band kann man Ihnen vorzeigen, gewisser Ursachen halben wird aber vor dem gänzlichen Abdruck dieser nicht apart auSgcgeben. Kriegerische Buchhandlung. Die ioo(6 Ziehung derHochfürstl. Nassau - Saarbrück-Usingischen Zahkenlottenrie ist an heute den <-ten Januar, mit aller Accuratesse und gewöhnlichen Solennitäten vollzogen worben; die herausgekommcne Nummern sind folgende - *4' 39. rr. ff. 19. Die rotte Ziehung bleibt auf den zoten Januar, vrstgesetzt, und die folgende von z. zu r> Wochen. Wochenblatt- 12, Die rväteZiehung dir Churfürsil. Pfälzischen Zahlenlokterie ist heute den 11. Januar, mit aller Accuratesse und gewöhnlichen Formalitäten vollzogen worden; die gezogene Nummern sind folgende: 6. 47. 72. 84. 64. Die 107(6 Ziehung bleibt auf den z rten Januar, vestgcsetzk, und die folgende von z.zu 3. Wochen; diejenige Personen welche sich mit Einsä. gen m diesen zwei) Lotterien zu intereßiren belieben, können sich bey Herrn Simon Levi in Gießen melden, wo denensilben mit aller Aufrichtigkeit und promten Bedienung wird an Händen gegangen werden. Von General Admimsirarions wegen. Ein-- und auspaßirende vom 6. Dan bis den 13. Januar. 1776. Herr Obrist von Loos, in Hesien Caffelrschen Diensten, pass durch. Herr General Feldzeugmeisier Graf von Orlow, in Kaiserlich Russischen Diensten, pass durch, . Herr Major von Fuchs, von Erbprintz Regiment, pass, durch. Herr Hofrath Hellmold von Friedberg, log- im Posihaus. ^ruclrt $ und andere Preiße am Marktag den 1;. Jan. 1776. Gießer Maas. ö I fi. alb.ipf.lb. alb. pf. ft. alb lebtet Korn 5 1 Ochsenfleisch < 2 b 1 Karpfen 5 Pf. 5 Hecht t 2 4 I I 2 I 1 4 1 4 rs alb. 1 Pf. Bratwurst 5 alb. 1 Pf. »inländische Seife Dorsch f Drasem t Echleyrn Butter t 3 7 3 6 4 2 4 4 >4 >4 2 l 1 I 6 6 Kühflelsch t Rindfleisch » Kalbfleisch - Schweinefleisch 1 Achtel Korn I Achtel Gerste - l Pfund klein geschälte Gerste Achtel Weitzcn Achtel Hafer t Meste Erbsen r Meste Linsen» Pfund Hirse , Pfund geschälte Gerste t < alb. pf. 'S 'S 7 2 1 Maaß Frucht Brandew. 6 alb. 1 Meste Saltz 10 alb» Pfund. fl. ivRindsfctt, loHamelsf. 1 1 Lichter , 6 Eyer 1 Bockfleisch • 1 Wurst 1 f 1 Kalbsgelüng 1 lKalbs - Leber 1 Hammelfleisch 1 Schaffleisch - ft lkoth. t | 18 1 V 4 Qu. 3 Brod. - Butter Bretzel alb. t - Becker-Preiß. Pf. ft- Loch 4 » 9 4_ f i; Qu. I 2 I 3 Weck - , Taigscher 1 alb. ♦ pf. 4 4