Giesser Woche«» latt. Sechstes Stück. Diettstags den 6. Februar. 1776. Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigster Erlaubniß. a die bißherige falte Witterung gegenwärtig nicht selten der Gegenstand j geseüschaftlicher Unterredungen ist; sovermutheich, daß vielen Lesern des Wochenblatts die Nachricht von der Gröse der Kälte, wie sie hier in Gießen an einem in freyer Luft gegen Süd-Ost ausgehängten Re- aumurischen Thermometer beobachtet worden ift, nicht mißfällig seyn wird. Den 14. und 15. Januar, fiele ein schon ziemlich starker Schnee, worauf die Kälte bis den ig- abwechselnd von 1 bis 8 Grad unter (Akar. Den 19. aber war die Kälte vor Sonnen Aufgang r4 Grap. i)en2o. «$ Grad. Den 21. i; Grad bey Nordwind und Hellem Himmel. Den 22. 6 Grad bei) West und Schneegestöber. Den 23. roz Grad bey Nord. Ost. Den 24 9 Grad und etwas trüber Himmel. Den zften 10 Grad bey Nord « Ost und hellen Himmel. Den 26. n Grad de» Abends finge der Nord. Ostwind an stärker zu wehen. Den 2.7 16 Grad bey hellem Himmel und anhaltenden starcken Nord»Ostwind. Des Mittags um 12 Uhr im Sonnenschein z Grad unter 0. Um r Uhr, nachdem die Sonne ohngefehr ^tel Stunde vom Thermometer hinwegwar, i;Gral^nach Sonnen-Untergang lsGrav. Den28.Morgens 27zGr. Abends 1 3 Grad bey Nord und Hellem Himmel. Den 29. Morgens 14 Gra^Abends io Grad. Den 30. io Grad. Den 31. ,6 Grad allzeit noch bey Nord und Hellen Himmel, Abends 14 Grad und etwas duftig. Den rsten Februar. Morgms 17 Grad. Des Mittags wendete sich der Wind von Olten und um 2 Uhr von Süden, Abends n Grad. Den zten des Morgens - Grad. A Die jetzige Kälte ist also ungleich stärker wie im vorigen ^ahr, wo die größte Kälte den zf. Januar, j H Grad war. Sie har just den Höch- LL Wochenblatt. Pen Grad vom Jahr 1767. (welches der kälteste Winter seit 1709- und 1740 gewesen seyn loll) erreicht, wo aber die Kalte nur 8 Tage, vom Sten bis den izten Januar, dauerte. Beförderungen und Veränderungen / auch Charakterer- rheilungen in Fürstlichen Diensten. Vermöge Refcripti Clementiffimi vom I rten Januar, erhielt der zeitige Praeceptor Amend zu Romrodt den Characteur eines Caplans. Und vi Refcr. clement vom 20. Januar, wird dem Pjarrer Bär zuKö» Nigsberg der Characteur als Metropolitan beygeleget. Nachdem« die leydige Seuche, so unter dem Hornvieh in verschiedenen benachbarten Herrschaften allschon große Verwüstungen angerichtelhat, beglaubten Nachrichten zu folge, sich bereits bis in die Stadt Wetzlar com« mummet bat; Als wird solches zu jedermanns Nachricht und Warnung -*• hierdurch bekannt gemacht und die genaueste Belebung derer vorhin gegen die weitere Communication dieser leydigen Seuche gestellter Verfügungen jedermanniglich hierdurch anempsohlen und refpe&ive alles Ernstes aufge- -eben. Gießen den zoten Januar, Fürst!- Hessisches Oberarm daselbst. d'G. Sues. > *i s Avertiflement. Die Kaiserlich«privilegirte vollständige Sammlung/ derinGa^ chm Frankfurt contra Frankfurt/ von Anfang der daselbst oorge- »vefctten Commissionen bis hieher ergangenen allerhöchsten Resolutionen und anderer dahin einschlagender Stadtverwaltungs- Grundgesetzen/ welche drm Publikum in verschiedentlich^ Zeitungen vo, rigen Jahrs kund gethan worben, hat, wegen einiger dem Werk in der Thar zum Besten gereichenden Anständen, noch nicht im Druck erscheinen Wochenblatt. 2z Em Vortheil vor die Kenner und Gönner desselben, den die Versos ständigung desselben erproben wird, und derenthalben nunmehro drey Ab- theilungen gemacht werden müssen. Die erste Abheilung enthält die im Jahr 17t?. ergangene neun Kaiserliche Enlschlüssungen, nebst denen Urkunden, Verträgen rc., auf welche darinnen Bezug genommen wird, oder die sonst zu deren Erläuterung dienen, von Kaiser!. Majestät oder hoher Commißion herrühren, und meistens Frankfurts politischen Staat kennbar machen. Die zweite Abrheilung begreift die sogenannte Visttationsord- Mutig aller frankfurtiscben Aemter oder Departements , wie solche zwar schon Ao, 1616. verfasset, Ao. -72,6 aber revidirt und verbessert worden, nebst denen zu jeder derselben gehörigen Tax - öder Gefällenordnungcn, mithin meistens ökonomische und Cameralumsiände, samt denen, über viele derselben, ergangenen besondern Kaiserlichen und Eomissarischen Verfügungen. Die dritte liefert alles dasjenige womit Kaiser!. Majestät zu Frankfurts Wohlfahrt, im Jahr 1732 und folgenden, gleichsam die letzte Hand angelegt haben. Ein vollständiges Register über alle drey Abtheilungen wird, mit der letztem, ebenfalls erscheinen, und die Erste instehende Ostermeß laufenden Jahrs, geliebt es Golt.' Gewiß die Presse verlassen, und so die übrige Beede, vierteljahrweis, folgen. Jeder, welcher auf ein oder mehrere Exemplar, dahier in der An- dreäisthen Buchhandlung, unterzeichnet, empfängt solche daselbst, und zahlt sodann für jeden Bogen, auf sauber Schreibpapier gedruckt, nicht mehr als 1 Kreuzer; dahingegen derjenige, so nicht in Zeiten, nämlich höchstens bis in Mitte Merz dieses Jahrö, die Unterzeichnung beliebet, gewiß die Hälfte darüber, oder bewandten Umständen nach noch mehr, ni geben gemüßigt seyn würde. Man verbittet alle Correspondenz, äusser derjenigen Liebhaber, die in Frankfurt keine Bekanntschaft haben sollen , welche dann die Briefe, an ersagte Buchhandlung postfrey einzusenden, oder, bey Empfang irden Kheils, das Porto an dieselbe zu vergüten belieben werden. Frankfurt/ dm 18. Jänner, 1776. Christoph Sigismund Müller, D. R- L. 8 1 Mr Wochenblatt- 24 Wir müssen unfern Lesern, die eS noch nicht wissen solten, sagen, dass der Sammler, Herr Hofrath Müller/ ein Mann ist, dessen vieljahriger Fleiß und Erfahrung in Den Frankfurchischen SkadtSachen alles sicher hoffen und erwarten lastet. Selbst diese Sammlung ist ein Werk, woran schon viele Jahre gearbeitet worden, und welches äusser dem Herrn Hofrath Müller nicht leicht ein anderer zu liefern im stände gewesen seyn würde, weil dergleichen Urkunden rc. tbeil6 ad arcana, theilS ad odiofa, gerechnet zu werden pflegen. Die kriegerische Buchhandlung nimt Sub- fcription an. Die roite ZiehungderHochfürstl. Nassau - Saarbrück-Usingischen Zahlenlokterie ist an heute den zoten Januar, mit aller Accuratesse und gewöhnlichen Solenniläten vollzogen worden; die herausgekommene Nummern sind folgende: 70. L. ar« 14. 86. Die roste Ziehung bleibt auf den 2vten Februar, desigesetzt, und die folgende von 3. zu 3. Wochen» Die r87teZiehung der Churfürstl. Pfälzischen Zahlenlotterie ist heute den 31. Januar, mit aller Accuratesse und gewöhnlichen Formalitäten voli- zogen worden; die gezogene Nummern sind folgende:i 14- 34- 7- 36. 83. Die r88te Ziehung bleibt auf Den raten Februar, vestgesetzk, und die folgende von 3. zu 3. Wochen; diejenige Personen welche sich mit Einsätzen zu diesen Lotterien zu inkereßiren belieben, können sich bey Endes gesetzten alhier in Gießen melden, wo Denenfelben mit aller Aufrichtigkeit und promten Bedienung wird an Händen gegangen werden. Simon Levi- Zu Mardorff bet) Schweinsberg sind einige 100. (Zentner vom besten Heu, und eben so viel Krümmet um guten Preis zu haben; wer hievon zu kaufen beliebet, kann bey dem Henn NotariuS Bietsch dahier, nähere Nachricht bekommen.