Gie ffcr WoPenö latt. Siebenzehentes Stück. Dienstags dm rf. April. i?7f. Mit Hochfürstl. Hessen Darmstadtlscher gnädigster Erlaubntß. Auszug aus dem Leben VTtwms* 5^sirac rTtewesn, dieses unsterbliche Genie, dem zu Gefallen die Na- X ,ur Innerstes eröfnete, um ihm dasjenige in Menge anzubttten, was sie rares und verborgnes hat; dieser schöpferische Geist , den raum ein Jahrhundert hat hervordringen können, wurde zu wolstrophe in Engelland geboren. Er nahm in den Wissenschaften so geschwind zu, daß er schon im r?sten Jahre seines Alters zum Professor der Mathematik auf der berühmten Universität Cambridge ernennt wurde. Die Geometrie des Careestus und Replers Optik, legten in ihm den ersten Grund dieser Wissenschaft. Im Jahr rsg?. erschien sein Buch, Principia mathemadca philofophiae naturalis » ein Werk, dem «Herr von Zonrenelles so viel Lob ertheilt, indem er gestehet, daß eö nur von einem Genie kömme, welches in dem glücklichsten Jahrhunderte kaum in drey oder vier Mannern anzutreffen sey, wenn man auch den ganzen Umfang der Gelehrten in aUtn Ländern zusammen nähme. Siebenzehn Jahre darnach gab er seinen Traceae von der Optik heraus. als ein Muster, woraus sich die berühmtesten Naturforscher mit den schönsten Kenntnissen bereichern. • „ ? ' R Endlich .1)0 Wochenblatt. Endlich erfuhr dieser große Gelehrte, nachdem er eine Menge andrer eben so bewundernswürdiger Werke'ans Licht gestellt batte, baö gewöhnliche Schicksal aller Sterblichen. Er starb in einem Alter von 8f Jahren, zrnd wukde in der Abkey Wrlkmünster zu London begraben. Die Physik hatle sich bis auf den Newron in Ansehen erhalten, oh, Ne zu untersuchen, ob die Farven einen wesentlichen Theil des Lichtes aus- machten. Vosstus scheint der einzige zu seyn, welcher glaubte, daß stein diesem Elemente anzulreffen waren., • UiIl ö v 1 lulOliniQ nw Careesius legte dem Lichte verschiedNe Abänderungen bey , welche- er alS eine gleichartige fiüssige Materie hr-trachtete, in der Vie aus Kügelchen bestehenden Stralen ftch beständig um ihren Mittelpunkt dreheten. Hieraus schloß er , daß die^leinere oder größere Geschwindigkeit der Bewegung in den Strafen hinten im Auge den verschiednen Eindruck der Farben verursachete. .&'S*"t Afth -.■* f ■ Alle-, was die Philosophen in diesem wichtigen Artikel gemuthma- ßet haben; selbst die Meynung des Larrestus, so scheinbarste auch rodrr, konnte doch dem Newton kein Genüge;leisten. Er mußte wirkliche Versuche Haden, und sie zu finden was ihm nur allein aufbehalten. Und wit werden nach denen Erkenntnissen, die dieser Meltweise der Nachwelt hin*, rerlassen hat, von dieser Materie handeln* Fast jedermann ist von einem Vorurtheile eingenommen, welche- man leicht über den Hausen stoßen kann. Diejenigen , weiche nur eine leichte Kennmiß in der Naturlehre haben, glauben, daß die Farben io den Körpern anzutreffen sind, Sie werden in der That davon asficirek, aber man muß nicht von ihnen allein erklärende Beweise wieder dieses Vor- urthest erwarten; hingegen müssen wir vielmehr den Lichtkörper selbst untersuchen, um den Sitz der Farben zu finden. Mer kann und die Gegenstände sichtbar machen? Wird eS nicht die Nacht seyn, worinn wir uns aller Arten von Licht beraubet sehen? Man kann von den Körpern nicht eher urtheilen, als wenn sie sichtbar sind, und was kann sie UNS anders sichtbar vorstellen, wenn es nicht das Licht ist? Die-Optik lehrt uns, daß wir die Gegenstände nicht eher sehen können,' : £ am wochmblarv ip HlS-WNn sie die -arauf fallenden Lichtstralen restectiren und-in unfern Augen abmalen; in diesem Augenblicke müssen wir die Farben beurtheüen. Lasten Sie unS hierin dem ttewton Nachfolgen^ und seine Versuche wieder vornehmen, die er unS über die Zergliederung der Farben hinterlassen hat, welche das Licht in seinem Innersten begreift. Man erzahltunS, daß die Entdeckung des VUwttne von der Zerlegung des Lichtes in seine Farben gar nicht eine Frucht seiner Bearbeitung dieses Gegenstandes wäre; sondern nur die Wirkung eines puten'Hhnge- Mrswelches ihm glückte, da er mit ewer gknz andern Sache beschäf- riget war. Er halte sich die Verbesserung der Glaler in den Telescopen dorgenommen. Seine Absicht war,, sie Heller zu machen, und eine größer- Menge Sonnenstralen aus den erhabnen Gläsern zu sammlen. Indem er also seinen Vorsatz auSzuführev suchte - so wurde er durch -vrscheidende Versuche gewahr, daß das Licht nicht durchgängig auS gleichartigen Theilen bestehe. Diese große Entdeckung war die endliche Folge von der schönen Erfahrung, die dieser Philosoph machte, und welche ihm die herrlichste und prächtigste Erscheinung verschaffte. * 11 s- 'l- ;-------- ------- ■ -------- Der Selbstverrarh. Ein polnischer Kaufmann reifete in seinen Angelegenheiten nach Con- stantinopel, und hatte Niemand bey sich, a!S seinen Kutscher, der ihn fuhr. Als sie in das türkische Gebieth kamen, fiel dem Kutscher ein, daß er wohl eben so gut ein Kaufmann seyn könnte, als sein Herr. Er sti'g daher von den Pferden und drohete seinem Herrn, ihm umzubringen, wenn ,r nicht seine Kleider mit ihm vertauschen, und ihm als Knecht dienen würde, Der Herr mußte sich solches gefallen lassen; sobald sie aber nach Con- stantinopel kamen, gieng er zu dem Richter unv brachte seine Klage an. Der Kutscher wurde geholet, weil er aber behauptete, daß er der Herr und der andere fein Knecht sei), der sich durch diese Lüge seines Vermögens bemächtigen wollte, so wußte der Richter nicht, wie er die Sache jchlich- ten wollte. Endlich ließ der Richter sie abmren , und sagte, vdß er der A L Sache w-ch«nblätei rzr Eache Nachdenken wollte. Aks sie eben hinaus gehen wollten, rief ei Sogleich drehet, sich der wahn Kutscher um. N'si-gle ter Richter, nun kenn« ich dich. Dein« Straf« fog sich Die Gans und die Schwäne. „„ unwissende, und eitle GanS, die laukesse von der «an« i*n geschwätzigen Heerde, mochte einstens mit Stolz und auSaeiireckleni Halst allen übrigen v,n Rang streitig. 4 auogeilttmem 3d> tatbe nur, sagte sie, über die Menschen; sie sprechen, die hm < ai'."r 'vr>tm ®a”9«. Sehet her! - Vie -Derläumvung ist offenbar; kein stolzer Mann gehet so aufgerichket. Jener Pfau dort! Himmel' wie stolz ist nicht das Geschöpf auf seinen prächtigen Schweif! und waren wir, bevde ausgezvgen, so wollte ich drauf werten, «ine GanS würbe ein weit schönerer Loge, seyn Di« Natur bedecket, um ihre eignenFehler u der. ""6eschlckketeS Geschöpf mit einem schönen Gewand. Wären dre Ganse nur mit halb Io vielen Zierratben qcschmüekt, würden die MenB schen wohl den P|au bewundern? Gewiß nicht/ Unter solchen Prahlereyen gieng sie über die Wiese. Die aeschwä- h,ge Heerde begleitete sie auf ihrem Spatziergange. Die Sonne schoßikre mittäglichen Strahlen herab, die Schwäne spielten auf den Teichen; ihr Mneeweißes Gefieder, und ihr edler Stolz reizten die Galle der tböriaken GanS Da sehen wir wiederum, schrie sie, was der Hochmuth tkut ' " Diese armen Geschöpft ’ Wie sie mir cö nachmachen » Muß denn jeder Vogel auf dem Wasser herumstreichen, weil man von uns Gänsen weiß, «nrinUÄT? ** fOfl,n "a'd Dtmuth und ihr «igneö Unv«7mö. K So sagte sie, und mit aiMge'breikekm Flügeln ftatterre sie lei-bk auf Blasser dahin. Ihre Brust schwoll auf, sie spreitete ihre MV wollt« «8 des Schwans prächtig gewölbtem Halse nachmacbm^ Ad» I^^unv Spon folgten ihr nach, und «in lauter Gelachter «rschüt- " ' * <. Lin Wochenblatt. in Sin der sich vor den übrigen ausnahm, schoß hervor und redete die Närrin an: Betrogenes und aufgeblasenes Ding; Wir ave belachen deine Eitelkeit. Diese wichtigen Minen verrathen nur deine Ungeschicklichkeit, und zeigen deutlich, was du bist. Unter der großen Heerde von oelneS Bleichen wärst Du Dem öffentlichen Gelächter entgangen, und man hätte dich zu deinem eignen Besten für eine gute ehrliche, wackelnde Gans schalten. kerne die Grundsätze der Weisheit wohi prüfen. Wisse, alberns Grimassen sind der Stolz der Narren, und indem du Vollkommenheiten zergen willst, die Du nicht hast, so entdeckest Dy bloS Deine gehles - ■ .......... " ...... । ■ .....— ■■■■ «■ - - ■ Der Langschläfer. Ein Mann hatte zwey Söhne, wovon der eine sehr munter, der andere aber überaus träge und schläferig war. Der erste stand M Morgens in aller Frühe auf, Der letzte aber schlief allemal bis Mittag, An einem Morgen fand Der muntere einen Beutel mit GelD auf Der BaK , bin 0 dftO nHvmwO Ich habe durch eine andere Nachricht vom arten Han? kiieses Jahr, dekannl gemacht, daß ich willens sey, i ) em« Sammlung auserlesener Predigten, von Cramer, rNsshem,, Savrin, Schlegel rc. über die Leidensgeschichte Jesu, L) Schlegels auLDen vier Evangelisten gezogene und mit Anmerkungen erläuterte Leidensgeschichte Jesu, Pränumeration zu drucken. Dieser Nachricht füge rch hierdurch bey; i) daß ich die PränumerationS.Zeit, die ich jener ersten Nachricht bis auf -Ostern festgesetzt, nun bis zu Ende des Monat May dieses lauffenden Jahre- verlängert habe, r) Die Bitte an die Herrn EollecteurS mir die Namen der Herrn Pranumeranten emzusenden, weil ich solche dem Werk vorzudrucken gesonnen bin, und j ) die Versicherung, daß ich den ersten Theit deS ersteren Buchs, worauf 40. kr. voraus bezahlt wird, auf bevorstehende Herbstmeff, den rten Theil, worauf ebenfalls, und zwar bey AuS- liefeiung deS ersten 40. kr. pranumerirt werden, zu Ende October, Lez- eeres aberv worauf noch mit rZ. kr. pränumerirt werden kanr^ ohnfehl-^ bar biS zu Ende Junius abliefern werde. Auf die zwore Auflage der Epistel - Sammlung, so mit den vornehmsten Auszügen jeder Predigt, alS ein Anhang vermehrt wird , kann auch noch auf deren ersten Theil, der ohnfehlbar die Herbstmesse ausgelie- 4«t werden wird, mit ifl. zo kr. pranumerirt werden. ' Bey Ausliefe- rnug des erstens TherlS wirb auf den rten gleichfalls wieher r|L 30 kr. voraus bezahlt, und dsrielbe mir dey Auszügen zu Ende laufenden Jahres ohnfehlbar ferttg. Auf die erwähnten Auszüge kann auch mir i< kr. apart pranumerirt werden. Dis berühmten Namen der Verfasser dieser zu sammelnden Wochenblatt. MS melnden Predigten, und die Sorgfalt des Verlegers der eS an korrekten Druck und säubern Papier nicht ermangeln lassen wird, cherden hoffentlich dieses zur Erbauung so nützliche Ukiternehmen unterstützen. Giesen den 8t ' l ■ - ' ! — Mainz den ^itey Äpril i77f- ®it iojfe Ziehung der Chmsürstl. Mginziscken, Zahlenlptterie ist zeute mit aller Accurateffe und gewöhn lichm MchaWEMWet lvor» den, die gezogene Nummer n sind folgende als: 6i fi. 17- 56. rr Die iO4te ZiehunA jhlstbt ovf den raten May vestgesezt, und die folgende vou -.zu §. Wochen, die Einlage kann ebenfatü dey dem hiesigen Schutz und Handelsjuden Simon Levi geschehen. Ein ♦ und avspassirende t>om i f, April, bis den M. April i?7f. Herr Baron Horst, paßiret durch. Fraü^on Mallbrun, nibst zwey Fräulein von Breitenstein, logiern im Einhorn. * Herr -(Mrforstmeister von Drachstätt nebst seinem Secretair, paßiren durch. | Herr Baron Gronseck, paßiret durch. 4#mw i Ihrs Durchlaucht - Prmz Friedrich von Usingen, nebst dero Suite, paff, durch. Herr Capitain Gilz, in Wurtenbergiscben Dienstes, log- im PosthauS. Herr Kammerrath Martin von Darmstadt, log im Posthaus. Herr Regierungörath Geißelet von Marburg, log im Hirsch. Herr Geheimderrath Reinrck, in Fürstl. Waldeekischen Dkensten, paßiret durch. WAHrsS/^k l UufcuM te Herr Intendant Schonlang, von Ihrs Durchlaucht Printz Würtenberg iogrrt im PosthauS. . MGrBrmM i T Frau von Alefelv / paßlret durch. Gebohme 10 Wochenblatt^' Pf» tb pf. i 3 i Pf* 4 1 I f MaaßFrucht Brandety. i s alh. i Pf. Bratwurst ^ald« i 1 Meste Saltz ro alh Decker, Preiß. Korn zu z fl,, 5 alb. Weitzen zu 6 fl. ro alb. alb. pf. K.lLoth.Hu s » * 4 xj x I raigfchcr, 1 1 16 20 9 6 - 4 4 4 6 4 {Alb. 5 6 6 alb. X s s Pf- 6 18 4 10 i5 15 fl- 4 3 6 2 I Achtel Korn - a 189 Pf. 1 Achtel Gerste s 1 AchtelWeitzen 1 Achtel Hafer - I Meste Erbsen f x Meste Ansen i 1 Pfund Hirse « 1 Pfund geschälte Wurst , 1 Kalbsgelüng Halbs - keber ^Gerste f f 1 Pfund klein ge« schalte Gerste - Ochsenfleifch ♦ Kühfleifch /.; Rindfleisch » Kalbfleisch • Schweineflej/ch Hammelfleisch Schaffieisch Bockfl ei sch • • alb.tof. Weck • e 1 Gebohren und Getaufte. Am >6. April Johann Petero Johann Balthasar Weidich , Bürger- und Metzgers, Söhnlein. Loäem Conrav, Andrea« Lony , Burger» und Metzger«, Am 17. AMMariaEhrPina, Philipp Ludwig Verdrieß, Burger« MV Schreiner«, Töchterlein, 8 Eyer Pf.tnländifcheSeifeöalb, r» ■ ‘f yr r\ Beerdigte. Am rp. Avril Susanna Elisabetha Muinmin, weiland Philipp Fried«, ri» Mumm, Burgers und Eisenhändlers allhiek, hinterlassene Wit. tib, gebohkne Müllerin. Am 11. April Maria Elisabetha Schottin, weiland Johann Daniel Scho», Bürgers und Beckers, hiaterlaffene Wittib, gebohrn« Vetzbekgmn. 3 _s_ alb. iS IS, 7 i L. 1 Karpfen 1 Hecht # 1 Persing 1 1 Brafem - 1 Schleyen. i Butter f Pfund. fl. roRiudSfett, loHamelsf. 1 1 Lichter • Frucht -und gndeee Preifle am Marktag den 42. April. 1775. Gießer Maas alb. Loch. Qu.| '» Brod. „ . , 1 iButterBretzeq ♦ I4