Siffict Wochenblatt. Zwanzigtes Stück. Dienstags den & Mav i77f» Mrt Hoa-sux«il. Hessen Har>ustä0nfcher gnädigster Erlaubjirß. Charakter zweyer recht^uge^hafter Frauenzimmer / in einer rührenden Geschichte. /2£in englischer Edelmann, aus einem von den testen Häusern, war in 13r feiner Ede mit einem Frauenzimmer beglückt worpen , welches alle v,r' Eigenschaften des Leches und der Seele besaß, die sich nur jemand wünschen kann, welcher Freundschaft und Glückjeligttisbey einer Ehegattin finden will. ES geschah aber, daß Win Herrn , in Ansehung ihrer, Gewogenheit und gute Sitten fehlten. Allein, well sie durch eine glückliche. Erziehung ihre Pflicht gegen-Gott wohl zu beobachten wußte , so ließ sie niemals, auch unter der strengsten Begegnung, etwas von dem Gehorsame nach, welchen sie ihrem Herrn ju leisten. sich gewiffenhasterweise gewöhnt hatte. Mit der Zeit ^urde ihrem Gemahle eine Trennung vorgeschlagenweicher geschwind Gelegenheit nahm, solche seiner Gemahlin anzudeuttn- die bey der ersten Anhörung Deffdben aufhörete, einige Gewalt über sich zu haben. Jedoch eine kleine Erholung gab ihr das Leden wieder, welches diese Härtigkeit von ihr genommen hatte; und nachdem einige Zähren die Last etwas erleichtert, Die sie auf dem Herzen hotte, so warf sie sich zu Den Füßen ihres Gemahls, und sagtet „ Ich verdiene eine Züchtigung voa U Hem r.54 to4S Gefängniß führeken. L), haltet sie auf, sagte die Edelfrau, ich will die Schuld bezahlen; lasset einen von den Gerichtöoienern herauskommen. Als der Gerichtsbediente kam; so sagte sie zu ihm: Warum gehet ihr doch mit dieser armen Edelfrau so grausam um ? Sie ist unsere Gefangene, sagte er, und weil die Schuld noch nicht bezahlet ist , so hat der Klager befohlen, sie nach dem Marsckallshdfe zu bringen. Sie will nicht fort, und wir sind genökhiget, Gewalt zu brauchen; denn es ist unsere Schuldigkeit, sie hmzuführen. Hier ist eure Schuld und eure Gebühren, sagte die Lady, lasset nur eure Gefangene zu mir kommen. Als die Gerichtsdiener abgefertiget waren; so wandte sie sich zu dem unglückseligen Frauenzimmer und sagte: Madame, Sie haben das Ansehen und die Sitten einer Edelfrau, welches meinen Rümmer wegen Ihres Zustandes vergrößert. Ich ersuche Sie, sagen Sie mir, wer Sie find, und wie ich Ihnen in Zukunft solche Hülfe leisten könne, als Sie bedürfen. Gnädige Frau , antwortete die arme Frau , Dero Mildthä- tigkeit wird mir sehr angenehm seyn: doch es würde mich sehr vergnügen, wenn Eure Gnaden sich wollten gefallen lassen, keine nähere Ktmittniß von meiner Perlon zu haben. Nein, Madame, sagte Sie, ich muß wissen, wer Sie sind, Denn ich wollte Ihnen gern Ihrem Stande gemäß helfen. Gnädige Frau, sagte die arme Frau, es kömmt mir sehr hart vor, vast eine Person von Dero Tugend und Freygebigkeit die Bekümmerniß aus- stehen soll, welche Ihnen, wie ich befurchte, die Nachricht machen wird, < y L v die Wochenblatt. H7 die Sie verlangen Wie, Madame, jagte die vermeynte Gemahlinn, sollte es mir eine andere Bekümmerlnß verursachen, alö die , weiche ich einem jeden GegenstanDe schuldig bin? Ja, gnädige Frau, antwortete je* He, es geht Sie gar zu nahe an. Wohlan denn, versetzte Vie andere, so fordere id> es, a!6 mein Reckt. Wenn Sie eö Denn wissen wollen, sagte die tugendhafte Frau, so muß ich Ihnen sagen, daß ich Die Lady T tt bin, und vor Ihnen ein Recht auf Ihren Gemahl Kade , welches Sie, wie ick überzeuget bin, nickt gewußt haben; unD wenn Der gnädige Herr fortgefahren , nur nur Den bloßen Lebensunterhalt zu ertheilen , so würde fein Charakter Durch meine Klagen nie verdunkelt worden seyn; denn ich weis, daß einige Ahndung an meiner Seite die Sünde an meinem gnädigen Herrn nicht verhüten wurde, und an Ihrer Seite haben Sie sich keines Verbrechens schuldig gemacht; Denn Die Nachricht von meinem Tode ist D*ro Rechtfertigung in allem , was vorgegangen ist ; und weil Der Wille meines Gemahls in allen meinen Handlungen , Die ihn angehen, meine Vorschrift ist; so war ich entschlossen , ihm so lange willfährig zu seyn, dis ich Durch eine unumgängliche Nothwendigkeit meinen Vorsatz ändern mußte. Madame, sagte die vermeynte Gemahlin, ich will die Wahrheit von dieser Sacke erfahren, ehe ich schlafen gehe; und ick versichere Sie, Daß, wenn ich eS so finden werde, als Sie es sagen , ich nicht nur mich des Bettes meines Gemahls begeben, sondern auch zu Ihrer Versöhnung mein Bestes thun will. Ich erwarteten gnädigen Herrn alle Augenblicke; unD es möchte nicht gut für Sie seyn, wenn sie Key seiner Ankunft hier wären ; sagen Sie mir aber, wo Sie anzutreffen sind , Damit Die guten Dienste n'cht verloren gehen, Die ich Ihnen zu leisten willens bin , und ich erfucbc Sie, diesen Beutel anzunehmen , damit Sie sogleich Unterhalt puden können. Das arme Frauenzimmer gieng fort, und der Edelmann kam bald darauf nach Häuft, Da er Denn feine vermeynte Gemahlin in großer Bekümmern tz bey sicf fand, und sie um Die Ursache dieser Unruhe fragte. Mylord, sagte sie, ein trauriger Umstand hat mir eine Sache bekannt gewacht, weswegen ich eine Frage an Sie fhun muß; unD ich beschwöre S ie, so daraus zu antworten, ols Sie vor Dem höchsten Richterstuhle Darauf antworten würden. Ledet Ihre erste Gemahlin noch? z U z Nach Wochenb!att. Nach einigem Stillschweiaen sagte er: Was haben Sie von ißr gehöret, Madame? Mylord, jagte sie, es ift noch keine Stunde, als ich eine Schuld für sie bezahlet, um sie von den GerichtSdienern los zu machen, Die ihre Kleider zerrissen hatten , und Die g.öhte Rauhigkeit gegen sie auöubten, weil sie nicht ms Gefängniß gehen wollte; und ich habe ihr aus ihrem eigenen Munde eine Nachricht von ihrem Stande und ihren gegenwärtigen Umstanden ausgepresser: doch sie gab solche mir einem Widerwillen, welcher Die Ruhe und das Ansehen Eunr Gnaden in Beobachtung zu ziehen schien. Ich muß also von diesem Tage an , Dero Bette meiden: Doch werde ich memalü ermangeln, Ihnen die allerbesten Dienste zu leisten^ Die ich nur thun kann; und ich werde mich mchr eher Vergnügen, als bis Sie mit Ihrer ersten Gemahlin« wieder vergnügt leben. Sie entsagte seinem Bette, und vermochte ihn dahin , seine Gemah. lin wieder anzunehmen; und Durch ihre guten Dienstleistungen wurde Der Friede unter ihnen bis an Der Mylady Tod unterhalten; worauf Der My- wrd ihr wiederum die Ehe ancrug, und sie Darauf feine rechtmäßige Gei mahlinn wurde. Der Edelmann letzte ihr vierhundert Pfund jährliche Einkünfte au-, welches das höchste war, Das seine Güter Damals tragen konnten; wovon sie, zur Ehre der Familie, einem armen Zweiae Davon DreyhundertPfunv gab. Sre verfügte sich an einen wohlfeilen Ort, Damit sie für Die hundert Pfund, Die ihr noch übrig blieben , wohlanständig könnte zu Grabe gebracht werden, und nach vier Jahren ungefähr endigte sie ihr Leben, wel« cheS alle Diejenigen erbauet hat, welche Das Glück hatten, sie zu kennen. tlacbricbt. Nachdeme die Kriegerische Buchhandlung allhier jederzeit den Ruhm der Billigkeit im Verkauf Der Bücher biß dakero erhalten, und solchen Ruhm fernerhin beyzubehalten gesonnen ist, alS wird ein geehrtes Publicum hiermit benachrichtiget, daß alle Bücher in besagter Handlung um Den Preiß wie in den Franklurther und Leipziger Meßcatal. angemerket stehen künftighin erlaßen werden., und zwar twch außerdem allen resp. Liebha* b775. Gießer Maas Pf-L Pf. Pf. I «5 3 11 1 1 4 1 I 8 Eyer 2 Becker -preist. $u $ fr. Loth. Qu. tb. alb. pf. 2 - 2 alb. 20 : r8 4 24 24 2 I I 3 I 4 Karpfen 1 Hecht » 1 Persing - 1 Brafem x 1 Echleyen .1 Butter $ 4 4 4 8 xa 4 2 kalb. 3 2 2 2 3 3 1 fi. 4 4 7 2 Achtel Korn - a 189 Pf. Achtel Gerste - Achtel Weitzen Achtel Hafer » Meste Erbsen -7 Meste Linsen - Pfund Hirse - Pfund geschälte Gerste - - , Weck - x Targscher x Pfund klein geschälte Gerste - loHamelSf. 1 1 Lichter t alb. pf. - 4 Brod. / Butter Bretzel 15 *5 7 4 alb. 5 6 6 Weitzen zu 7 fl, 15 alb. w. LothuQ'u. Ochfenfleisch, Kühflersch x Rindfleisch x Kalbfleisch - Schiveinefieisch Hammelfleisch Gchaffleisch Bockfleisch $\ Wurst t - Kalbsgelüng Kalbs-Leber 6 6 Pfund fi. alb. pf. loRindsferri 1 MaaßFeucht Branderv. 12 alb. i Pf. Bratwurst 5a b. 1 Pf.inländischeSetfe b alb x Meste Saltz *0 alb.