Dienstags den 14. Februar, vni» 49 Mit Hochfürstl. Hesse» Dar-mstüdrifcher gnadigsier Erlaubuißl wahre Vorstellung vorn Himmel und Hölle. §^ch habe mich vor einiger Zeit bemüht, dis Vorurkheile, so viel mit i möglich, auszurotken, die den meisten Theil der Menschen mit einer vj ungegründetm Furcht vor dem natürstchen Tode zu foltern pflegen: und dieses veranlasset mich, gegenwärtiges Blatt einer Betrachtung deck Zustande« der vom Leib« abgeschiednen Seele zu mieteten. Ich weis, daß ein großer Theil der Menschen in diesem Punkte eine eben so irrige Meinung hat, als in jenem, von der eigentlichen Beschaffenheit des natürlichen Todes. Dis mei|ien Menschen halten sich für überzeugt, daß sie nach dem Tode entweder in dem Himmel ober in die Hölle kommen, und diese Vorstellung haben sich bereits die Heiden gemacht: ein jeder aber bauet sich, so zu reden, seinen Himmel nach seinem Kopfe. Ich will zeigen, wie man sich Himmel und Hölle vorzustellen habe, wenn man sich dieselbe vernünftig adbilden, und nicht den Vorurkheilen Gehör geben will. . Der Zustand der Seel« nach dem Tode kann nicht ander«, al« von einer gedoppelten Art seyn. Denn entweder ist sich die vom keibe geschiedne Seele sthres Zustandes bewust, oder nicht. Im ersten Falle wacht sie, im zwepten aber nicht, sondern sie schläft. Beyve Falle sind an sich möglich, einer aber von beyden MU« wirklich sep. Die« ® » »eisigen 0 Wochenblatt« - ttnige» , welche das leztere behaupten, oder der Seele nach dem Tode das Bewusiseyn absprechen, werden Seelenfchläfer gencnnt. Ich halte ei für überfiußig, den Ungrund dieses vermeinten SeelenschlaseS zu zeigen, weil der Schlaf der Seele mit der Wirksamkeit und dem WMsthume der we. sentlichen Vollkommenheit derselben nimmermehr bestehen kann. Vielleicht find auch nur meisten» diejenigen dieser Meinung beygekhan, welche den Schlaf lieben, und daher auch den Schlaf der Seelen für! eine Wohlkdat halten. Ich kann mich nicht überreden , dieser Meinung bevzutrelen, so lange ,ch mrch für uberjeugt halte, daß die menschliche Seele in Ansehung >brer wesentlichen Vollkommenheiten, die sie zu einem Geiste machen, mehr )u, als abnehme, und daher «inso langerund fester Schlaf, als man ihr andichtet, ihrer Wirksamkeit zuwieder sey. ' Wenn eine Seele nach dem Tode wachet, oder sich in dem Zustande deutlicher Vorstellungen befindet: so mu» sie entweder in vergnügten oder unangenehmen Umständen sich befinden. Eines von beyben mus man noth« wendig zugestehen, wenn man bedenket, daß eS einem vernünftigen Geschöpfe wesentlich ist, seine deutliche Erkenntnis, entweder auf angenehme, oder unangenehme Gegenstände zu lenken, und daraus entweder Vergnügen oder Misveegnügen zu schöpfen. Ein vollkommner Stand der Gleichgültigkeit, welchen etwan einige der Seele nach dem Tode andichten möchten, schicket sich mehr für ein Empfindungsloses Geschöpfe, al« für einen wachenden Geist, der sich mit der Vorstellung entweder guter, oder böler Dinge beschäftiget. Ist nun die Seele nach Dem Lode entweder in ver. gnugten, oder imsvergnügten Umständen, so ist sie entweder glücklich, oder Unglücklich ; und hieraus kann ich den Schluß ziehen, daß eine jede abqe. schiedne Seele entweder in Dem Himmel, oder in der Hölle sei) °td> darf nut bestimmen, was man unter beyden zu verstehen habe. Der Himme ist unstreitig der Zustand einer größern Glückseligkeit, als diejenige ist, De, r£'^lnMctlölwft,t Mensch auf Der Erde rheilbaft werden kann; und Die Hölle ist überhaupt gleichfalls nichts anders, als der Stand einer ardfiem Unglückseligkeit Es ist also ganz vernünftig, wen7 man' nach d ? «rstgegebenen Beschreibung, behauptet, daß ein tugendhafter Mensch nach Dem Tode in den Himmel, und ein lasterhafter in Die Hölle kommt ' 6m f» genannter starker Geist verräth qewiS seine Schwäche sehr, wenn er H.u'n«« undHölle für etwas erdichtetes auSgiebt, indem man die Wirk! kichkeit derselben mit oer Vernunft bereits begreifen kann. Nach Dem avqe. meinen Wochenblatt ft meinen Begriffe, welchen ich vom Himmel und Hölle gegeben, müssen beyde nochwendig seyn. Nur darf man nicht denken, baß ich ekwan allein einen Himmel und eine Hölle im philosophischen Verstände glaube. Ich halte das alles für gewiS, was die heilige Schrift uns von der eigentlichen Beschaffenheit dieses gedoppelten Zustandes meldet. Ich will nur aber* deswegen nichts davon hieher fetzen, um nichtdie Offenbarung Mit der Vernunft zu vermengen. Es wird mir dem ungcachteterlaubt seyn, diesonst be, kannten Vorurtheile zu bestreiten, welche viele Menschen in Ansehung dieses Punktes hegen; weil ich überzeugt bin, daß dassenige, was ich in dem folgenden von der eigentlichen Beschaffenheit des Himmels und der Hölle sagen werde, mir den Grundsätzen solch-er GotteSgelehrten , die zugleich Philosophen sind, vollkommen übereinstimmet. Die Vorurtheile, nach welchen sich viele den künftigen Zustand im Himmel abzubilden pflegen, sind hauptsächlich von einer zweyfachen Gattung. Einige stellen sich die mr Himmel herrschende Glückseligkeit zu niedrig , andre hingegen viel zu erhaben vor, .als .sie, wenWens nicht so gleich nach dem Tode, seyn kann. Leute, welche in sinnlichen Dingen ihr Vergnügen suchen , versprechen sich im Himmel vornchmlich den Genuß der-enigen Güter, die sie auf Erden vor andern geliebet haben. Ein Liebhaber der Musik glaubet in dem Himmel durch den Ton wohlklingender Saiten ergötzet kzu werden, Ein Freund von Essen und Trinken verspricht sich djters nach dem Tode seine ihm sonst gewöhnlichen Vergnügungen ; er vergißt sich aber, daß er den Magen, welchen er dazu nüthig hätte, auf der Erde zurück gelassen hat. Vielleicht schmeichelt sich auch mancher Spieler, im Himmel einen mit allem Zugchör zubereiteten Spieltisch zu finden, an welchem er seine ihm sonst angenehmste Beschäftigung fortsetzen kann. So lächerlich diese Vorstellungen sind, so sind sie doch wirklich in manchem Gehirne anzutreffen. Dergleichen Leute bedenken aber nicht, daß die Glückseligkeit eines vernünftigen Geschöpfes hauptsächlich in dem wahrhaften Vergnügen des Geistes bestehet; gleichwie die Ver- damnis der unseligen Geschöpfe vielmehr in dem nagenden Misvergnügm über den Mangel der Glückseligkeit, und die Trennung von Gott, als in einer körperlichen Qual zu setzen ist. Andre, welche hierimren zu weit Men, Men sich den Himmel und die Hölle von dem Zustande auf dieser Erden gar zu unterschieden vor. Gr - Sie sS Kv-cheirblatt- bilbtn (5(6 tin, bit Umstände, in welche die Seele nach iw, »«*. Ä'ÄffÄäK ",'Ääs5 vttRMt tVItb* ^)ed gebe gerne , hflfe her Grad der ßtlncFülinFdiV* s der Verdammnis von dem Grade der (s^hah-it nnh 1^/«? ? • un^ Menschen in diesem Leben s-h^u«LW ab« ch Le-'Lb/,' >L'w-nn man diesen Unterscheid zu weit treibt, ff* ist, tmiW-sn 'm-6 Geschöpfes gegründet, baß es nicht anders, als flitfenmXÄ her» Vollkommenheit, oder Unvollkominenheit aelanaen kann"' will man denn ohne Gründe ann^nien K Waum, 2oot auf die höchste Stuft der S-WeitX&"&*« werde- wo er fernes weitern WachskhumeS fdbia märe?ߣ? Gradder Seligkeit und der Verdammt, S?ÄoSÄÄ Ur faulten kann, ift bey einem Geschöpfe schlechterdings unmöalicb rst genug, wenn man zugiebt, daß der Mensch na Atem »XtL < meMiches glücklicher, oder unglückseliger werde, als er im^eben a'we- noUnD^le er to 2 2 3 6 « MaaßZruchtBrandew. 12 alb 1 Meste Saltz 20 alb. alb.pf. ♦ 4 Ochsenfleisch - Kühflersch t Rindfiersch , Kalbfleisch - Schweinefleisch Haminelfieisch Schaffleisch Bockfleisch , Wurst t i Kalbsgelüng Kalbs-Leber alb. pf- *5 ‘5 7 4 1 Karpfen 1 Hecht > 1 Pcrstng , 1 Brasem , 1 Cchleycn 1 Butter t Pfund. TT rc> Rindsfett 1 loHarnelsf. 1 1 Lichter - alb. pf. 5 6 6 Becker/Preiß. Korn zu g fl. 15 alb. Weitzen zu 6 fl. ivalb. Loth.IQu. alb. pf^ ft. Loth. Qu.