-Messer DiGßatzs den ip. Gceoher i77f Mtt Hochfürstl. Hessen Darmsiädtrschcr gnädigster Erlaubnis n> €i sind im vorigenMben Jahre verschiedene Veränderungen an hiM .V* Mm Padagögio vorgegangen, welche man dem Publiko, daö hier- hey mkereßirt W möchte, nebst dem LectionsverzeichniS , wie gewöhnlich in diesen Blättern bekannt zu machen, für dienlich erachtet. Det Raum' aber derselben verstattet nicht weitlaustig zu seyn und ins Detail za gehen. Man wird also nur die Hauptsache berühren, und einem jeden, dem an der genauer» Kenntnis gelegen ist, mit der Folge der Zeit eine vMommntteund Ämstandlichere Nachricht ettheilen. / Die Mränderüngsn, die am hiesigen Pädagog vorgefallen sind, betteffen ,!) Die Lehrer. Die drey erledigten Stellen sind mit folgenden Personen, nämlich Herr Gkenrhamr / aus Castellaun in dem Sponhei- mischen, Herr Gnell / aus Dachsenhausen in der niedern Grafschaft Katzenelnbogen , und Herr Heyler, aus Buchsweiker, lnach einem vorgegangenen gründlichen Examen'vor der von Hofe aus des Pädagogii wegen niederge- Men, und a.us per Hochlöblichen Juristischen und Philosophischen Fa- cultat bestehenden Commißidn, wieder besezt worden, und Herr Bor3^ der zuvor schon als Lehrer am Pädagogio gestanden, hat die erste Stelle rrhchen, Cs sind alsi) vermahken 4. ordenttiche Lehrer .vorhanden- welche S s durch ZLL Wochenblatt. durch Uebernehmung mehreren Stunden die Arbeiten der sonst gewöhnlichen fünften stelle unter sich vertheilt haben, ohne daß dadurch dem Padagogio irgend eine Stunde, oder Lectionen entzogen worden wäre. Dagegen sind noch einige außerordentliche Lehrer angestellt worden, welche nach Massgabe der Notwendigkeit eine bestimmte Anzahl öffentlicher Stunden unentgeltlich halten müssen. Demnach giedt der Univer- stkätS Sprachmeister, Herr Chastel im Französischen, der Universi- takS' Tanzmeister Herr BrütmelK im Tanzen, der UniversitätS- MahB Ur Herr Berchelmann im Zeichnen, und der Musikdirektor Herr Bieler in der vocalmusik öffentlichen Unterricht. II) Den Lectionsplan. Man hat bey dem Entwurf desselben darauf gefchen; erstlich, daß in einer und ebenderselben Stunde in allen Klaffen auch ein und ebendieselbe Wissenschaft oder Sprache dotiert wird. Hierdurch hat man den Vorthril erhalten; daß ein jeder Schüler in einer jeden,Lecrion an den rechten Platz gelangt, so daß wenn er in einer Lettion, zum Berspiel im Lateinischen gut ist, und deswegen in eine höhere Kloße ge- ftzk wird, dagegen aber in andern Lectionen noch zurück ist, er diese in einer niedern Klaffe nachholen kann, ohne daß dadurch irgend eine andere tiction versäumt wird. Zweitens, daß einem jeden Ankömmling, welcher Lebensart er sich auch gewidmet habe, allemahl solche Lectionen angewiesen werden können, die ihm in seinem künftigen Stande nothwendig und vortheiihaft sind, mit Ausschließung der unbrauchbaren Dinge. ES steht daher den Eltern frey, sich die Lektionen, die sie noch der festgesetzten «t für ihre Kinder nicht für nökhig erachten, zu.verbitten. Jnsonder- für diejenigen, welche nicht studieren, und dennoch Vie Schule durchgehen wollen, gesorgt worden, daß sie, ohne sich mit unnüzlichen Dingen ayfzubalken, gerade dasjenige erlernen können, was sie in ihrer künftigen Lebensart vorzüglich gebrauchen, und um welcher willen sie die Schule ei- SMlich besuchen. III) Die Lectrörreir selbst. Alle vernünftige Schul - Lehrer stim- NM schon längstens darinnen überein, daß Kinder, selbst in den untern Klaffen, nicht bloß Sprachen, sondern auch Realien zur Aufklärung ihres Verstandes lernen müssen Auch hierinnen sind solche Veränderungen ge- rrMn„worden., . wodurch diesen Zoderungen ein Genüge geleistet wird. t f. - . . _ ' r > Wochmblarr. In der ersten Klaffe werden nunmehr aüe Wissenschaften docirt,doch immer aus diesem Gesichtspunkte betrachtet, daß Jünglinge hierdurch nur zu höheren Schulen vorbereitet werden sollen. In den andern Klassenwer- den nur diejenigen Wissenschaften vorgetragen, Vie ihre Fähigkeiten nicht übersteigen, und sie zur obern Klaffe vorbereiten. Man hat deswegen weder die Anzahl der Stunden vermehrt, noch auch den Sprachen die für sie ersoderliche Zeit Und Stunden abgeschnitten , sondern sogar noch wöchentlich r. Stunden für das Latein mehr hinzugcfügt, als sonst gewöhv- lich war. Ein überhäuftes Memoriren, das Verstand und Witz unketdrücket, findet in dem Padagogio nicht statt: Dagegen sucht man der Jugend durch einen vernünftigen Vortrag die Sprachen und Wissenschaften so bey- zubringen, daß ihr die Erlernung derselbigen angenehm wird. Hebräisch und Griechisch wird in der dritten Klaffe nicht mehr gelehrt , sondern dich Stunden sind nöthigern Sachen gewidmet worden. Umständliche Nachricht von der Einrichtung einer jeden Lection zu geben, verstauet der Raum nicht. CS folget also nur die Anzeige der Lektionen, die in dem künftigen Winterhalbenjahr docirc werden sollen^ I) Itt der erster» Llasse. i) Theologie / nach Seilers; Compendium dotirinae Chri- ftianac. r) Philosophie/ nach Koesters kurzem Begrif der WeltweiSheit. r) Mathematik/ nach Krebsens Lehrbuch. 4) Historie, nach Koesters Lehrbuch der politischen Geschichte. f) Geographie, nach VüschingS Auszug der Erdbeschreibung mit Zuziehung der nöthigen Landcharten, wie sich solches von selbst versteht. 6) Aesthetik, noch dem Büchlein das den Titel führt; Grundsätze des guten Geschm acks. In Ansehung der Oratorie werden Regeln und prac- rische Ausarbeitungen mit einander verbunden. SSr H. In zrS wochenblate- II) In der zweiem und dn'rren Llasse in Verbindung mit einander- i) Theologie, nach Seilers Lehrgebäude der Glaubens und Lebenslehre für untere Klaßen. r) Encyclopädie / nach dem Büchelchenr Grundlegung aller Wissenschaften. I ) Historie / nach obigem Lehrbuch. 4) Arithmetik/ nach Krebsens oben angeführtem Lrhrbuch. 5) Geographie/ nach obigem Büschmgischen Auszug. 6) Äestheeik/ wird durch das bloße Lesen und die Erklärung deutscher klastischen Schriftsteller beygwrachr. B. Sprachen. I) In der ersten Rlaste. r) Latein. a) Horaz. bi-Virgil, c) CurkluS. «YdieOra, tionen des Cicero und seine Briefe., e) Exemtm. r) Griechisch a) Hesiovus und abwechselnd ein prosaischer profan Autor nach der Gesnerischen Chrestomathie, b) Das neue Testament. Für die Anfcinger wrrv Millers griechische Grammatik, für die grösere aber die Hallische gebraucht. 3) Hebräisch / wobey man sich der Michaelischen Grammatik bedient. 4) Französisch / mit den Erwachsenen wird Koesters Recueil de diverles pie^cs , mit den Mittlern die Amufemens hiftoriqucs mit den G rinqern aber die der Kochnischen Grammatik, wdche von Herrn Sprachm.ister Cha,!el neu herausgegeben Worten, eingehängten G.spracl^ eyponirt. Diese Grammulikk diene auch jur Grundlegung der Sprache. ' n. 3« wschenblätk. zr? II) Itt der zweiten Elaste. x) Latein / ohne und in Verbindung mit der dritten Klaffe, a) Curtius. b) Ovid. c) Cornelius Nep. d) Phadrus. e) Epiftolae feledae Cic. f) E yntax und Etymologie nach der Rambachischen Grammatik, g) Exercicta. L) Griechisch. Siehe oben. z) Französisch. Siehe oben. III) In der dritten klaffe. X x) Latein / in und ohne Verbindung mit der zweiten Classe. a) Phadrus. b) Cornel, c) die Röchlingische Chrestomathie d) Syntax und Etymologie, c) Exercitia. r) Französisch. Siehe oben. Ein jeder Lehrer docirt in allen Klaffen. Sie befolgen emerley Me- . thode im dociren, welche ihnen in einer von den beyden hochlöbl. Facultü- ten verfertigten Instruktion vorgezeichnet worden ist. Die vorfallenden Vergehungen sucht man bey der Jugend mehr durch ernsthafte Vorstellungen , als durch strenge Züchtigungen zu ahnden. Nur Boßheiten, werden mit einer nothwendigen Harte bestraft. Ueberfaüpt sucht man den Jünglingen , als Leuten von edlerm Stande zu begegnen. Was die Beköstigung fremder Schüler betrift, so sind die Lebensmittel in hiesiger Stadt bekanntlich wohlfeil, und also die Kosten leicht zu bestreiten. Die Lehrer sind geneigt, einem jeden Auswärtigen, der sie darum ersucht, mit Rath an Hand zu gehen, damit sie ihre Kinder in gute Hauser bringen mögen. Jährlich wird zweymal ein feyerliche- Examen gehalten , welches , Zwey Tage Dauert, und im Frühling auf Den Montag in der Charwoche, im Herbst aber auf den ersten Tag Der Frankfurter Herbstmesse feinen Anfang nimmt. Auf den legten Nachmittag eines jeglichen Examens werden öffentliche Reden von Schülern aus allen Classen gehalten , womit bereits aus das verstoßene Examen der Anfang gemacht worden ist. S s z Auch wochettblore. Auch sind die ordentliche Schulferien ansehnlich abgekürzet, und alleZwi- schenferien gänzlich aufgehoben worden. Von allen diesen Dingen wird auf künftigen Osterexamen durch ein Programm« weitere Nachricht er- theilt werden. Ist die Eifersucht eines Mannes eine wahre Liebe t Der gemeinen Meinung nach, welche annimmt, daß die Eifersucht von der Liede unzertrennlich ist, sollte man glauben, daß ein Mann, je eifersüchtigerer ist, auch desto mehr Liebe habe. Diese Regel scheinet bev einem Liebhaber wahr zu seyn. Da ihm die Geliebte nichts schuldig ist, und er also auch von ihr nicht hoffen kann, wieder geliebt zu werden, als in so fern er sich durch seine sorgfältigen Bemühungen und durch die deutlichsten Zeichen seiner Zärtlichkeit ihrer Wohlgewogenheit würdig gemacht hat; so kann er sich ihres Herzens niemals so versichert halten, daß er nicht immer noch befürchten müste, es zu verlieren; und die geringste Höflichkeit, welche diese Geliebte seinen Nebenbuhlern erweiset, sind für ihn Ote gerechtesten Ursachen , sich zu beunruhigen. Ist nun seine Liebe sehr stark, so wird er gewiß darüber unwillig seyn, sich beklagen, und seine Eifersucht mit einiger Heftigkeit zu erkennen geben. Diese Klagen, dieses Murren und diese Eifersucht zeiget deutlich die Heftigkeit seiner Liebe, und ist dem schönen Geschlechte nicht mißfällig. < Kann im Gegentheil eben dieser Liebhaber die günstige Aufnahme seiner Nebenbuhler mit aller Gelassenheit ansehen ; so muß er ohne Zweifel nur gleichgültig gegen seine Geliebte seyn, und er kann unmöglich die Eroberung eines Herzens, welches er zu erlangen so wenig Mühe anwendet, für eine wichtige Sache hatten. Auf diese Weise scheinet es, daß man die Frage, ob die Eifersucht ein Zeichen der wahren Liebe sey, von einem Liebhaber mit Grunde bejahen könne. Allein bey einem schon verheiratheten Manne verhalt sich die Sache ganz anders. Die Person, welche er gehei- rathet hat, ist mit ihm durch solche Bande vereinigt, die sie in eine noch, wendige Verbindlichkeit setzen, ihn allezeit zu lieben. Es ist eine durch Liebe festgesetzte Wahl, welche die Vernunft bestätiget hat. Sie har die Stelle, die sie durch die Heirath erlangt hat, nicht verdienen können, ohne seine- Vertrauens würdig zu seyn; und da sie ihm alödenn ihr ganzes Herz schuldig Wochenblatt sa- schuldig ist, so kann er nicht mehr gegen eine Person eiftrsüchtigseyn, die er nicht für fähig hält, ihn zu hintergehen. Eine Geliebte kann sich immer noch geg-n einen Liebhaber verändern^ xv der durch sein Betragen eben nicht zu erkennen giebt, daß er sie aufrichtig liebet; allein em Mann, der das Herz seiner Frau kennen muß, befindet sich nicht in diesem Falle. Die Freyheiken, Vie er derselben vcrstattet, können nicht für «inen Mangel der Liebe angesehen werden. Sie sind vielmehr Zeichen seines Vertrauens, welches er in ihre Redlichkeit und Sur gend setzet". Dieses Vertrauen ist ein Beweis seiner Hochachtung; und so bald er sie hochschätzet, so muß er sie notwendig auch lieben. Daher' kann man eher den Schluß machen: daß ein eifersüchtiger Mann seine Frau nicht liebet. Man wird hierbey «foWWF, daß eS-grttSM FraMnziMMkMk, die ihre Männer durch ihre Aufführung zwingen, eifersüchtig zu seyn, und ihnen gewisse Freyheiken abzuschneiden, die sie mißbrauchen. ES ist allerdings wahr, daß alle verheirathete Frauenzimmer nicht auf gleiche Weise tugendhaft sind, und ihre Männer mit einer unverbrüchlichen Treue lieben; man muß aber doch zu gleicher Zeit auch einräumen- daß solche Männer, denen sie gerecht« Ursache zum Argwohn geben, auch aufhören, sie hochzu- schatzen, so bald sie ihre Untreue gewahr werden, und also nicht aus einem Uederreste von Liebe, sondern zur Erhaltung ihrer eigenen Ehre eifersüchtig sind. Sie wollen nicht, daß man sie für Mitschuldige von der Niederträchtigkeit ihrer Frauen halten, und da der Namen eines guten ManneS so zweydeutig und verhaßt ist, so suchen sie sich nur wieder den Vorwurf, alS ob sie ihnen zu viel Freyheit ließen, in Sicherheit zu setzen. Ja man findet Beyspiele von Männern genug, Vie sich eben deswegen von ihren treulosen Gattinnen scheiden, damit man ihnen bey einer solchen Trennung um soviel weniger den Vorwurf macken könne, als ob sie niederträchtig genug wären, die ihnen angethane Beleidigung zu billigen. Man kann also auf keine Weise behaupten, daß die Eifersucht bey einem verheiratheten Manne ein Kennzeichen einer wahren Liebe sey; fon» - dern eS erhellet vielmehr aus dem, was Vernunft und Erfahrung davon lehren, daß die Eifersucht bey verheiratheten Mannspersonen, in andern Dingen, welche die Liebe gegen ihre Gattinnen ganz ausschließen, ihren 1 Persing - 1 Brascm $ t Schleyen ' Butter , Pfund' fi7 io Rindsfett 1 io Hamelsf. 1 1 Lichter - '