Giesser V ftienffafp den 7. März. i?7f« |.i . *'« ■■' । ........... ■ —'.«i —,1 j . > .......<'■ ," ,1 . .»11 Mit Hochfürsil. Hessen Darmstädtischer gnädigster Erlaubniß. ------~ Daß der Hinckendebott mit feinem hölzernen Stüzelfuß, dibmaleli tüchtig gestolpert, zeiget folgendes Schreiben, welches uns zum Emrü- cken zugefchickt worden: Aus der wetterau/ vom if. Febr. 177f. /^s giebt noch immer solche Personen die was Eigenes vor stch allein v> haben wollen. Zu solchen Eigengestnnten könnte auch der Verfasser deS Hmckendenbottencalenders auf diß Jahr 177; gezehlek werden; weil er mit seiner astronomischen Rechnung der Monden - Virtel und Finsternüsse in seinem Calender gemeldes Jahr von andern abgegangen, und seine eigene Rechnung geführt. Ein solches zeigt stch klar, wann dieser, deS Hinckendenbottencalender, gegen die Nürnberger gehalten wird; da komt so gleich der Ostervollmond vor, bey diesem hat er stch in seiner Rechnung sehr weit veWegen, er gibt denselben an aus den 16. April, welcher ein Sonntag ist, und sezt doch zugleich den ersten Ostertag darauf, welches ganz und gar wieder den Canon des nicanischen Concilii ist. Weil nun das -Osterfest die Grundstütze der übrigen Fest und Feyertäge in dem verbesserten Calender ist, so komt es hauptsächlich auf dessen richtigen Bestimmung an; es hat dahero das Corpus Evangelicprum zu R"Nen- spurg, um die Intention deS Nicänischen Concilii hey zu behalten, ^ben K «-umü- 7? 74 Wochenblatt. emmüthigen Schluß gefaßt, und allen evangelischen Calenderschreibern mt römischen Reich an befohlen, den wahren Ostervollmond , und den rechten Zeitpunkt des Osterfestes also zu bestimmen : vorerst solle das Frühlmgs- aquinoctium, wie auch der wahre Ostervollmond nach den praeceptis der Rudolphinischen Himmelskafeln auf uranoburgischen Mittagscncel berechnet werden; der nächste Vollmond nun, welcher nach dem Frühlingsaqui- «octio einfiele, seye vor den rechten und wahren Ostervollmond zu halten und anzunehmen Sodann der erste und nächste Sonntag, welcher nach dem Ostervollmond käme» seye die Zeit deS einfallenden Osterfestes; solte sich aber der Ostervollmond auf den Sonntag präsentsten, so solle das Osterfest nicht auf diesen Sonntag, sondern zurück auf den nächst folgenden gesetzet werden Nun haben die Nürnberger Calenderschreiber den wahren Ostervollmond auf diß Jahr per Cakulum gefunden, Sonnabends den i s. April, der folgende 16. April ist der nächste Sonntag folglich haben dieselbe das Osterfest mit recht in ihren Calendern auf diesen i6. April lociret. Der Hinckendebotk aber gibt seinen Ostervollmond an, aus diesen Sonntag den iS. April; weil nun dieser fein Vollmond der nächste nach dem Frühlingsäquinoctip ist, und von ihm auf Yen Sonntag angegeben, so hätte er auch nach dem Reichsroncluso und niränischen Schluß feilt Osterfest müssen zurück aufden folgenden Sonntag, nemlich den Lz. April se- tzen, und wäre das geschehen, dann hakte er noch einigen Grund gehabt, damit er sich aber hierbey nicht selbst öffentlich prostiruiret, sohar er viel lieber seinen Ostervollmond untüchtiMemacj-t, und das Osterfest gleich wie die Nürnberger auch auf den i6. April gesetzt» In Berechnung der Finsternüsse , har er in seinem Calendcr ebenfals seine eigene Rechnung. Die sogst gebräuchliche Himmelötaftln, unter andern, die Rudolphinische des Keppieri, zmd des de la Hire, geben auf dieß Jahr vier Finsternüsse an ,' nemlich zwey an der Sonnen, und zwey an dem Mond, welche die Nürnberger in ib» ren Calendern auch also angezeiget; der Hinckendebott aber meldet nur zwey Sonnenfinsternisse, und von den zwey Mondenfinsternissen gedenket er nichts, warum verschweiget er diese? die Urfach dessen steht bey ihme, ob er sie nicht gewust, oder ob er sie alleine vor sich behalten wollen, weil er gerne was eigenes hat, mag an seinen Ort gestellet feyn. Die zwei) Sonnenfinss-rnüffe hat er auch spater angegeben, als sie würklich einfallen; gut ist es, daß diefelbe unsichtbar fallen, denn waren sie sichtbar, und er wollte sie auf seine angegebene Zeit beobachten, so wäre er gewiß zu spät und poft feftum kommen. So hätte er also den Stieg auf die Sternwarth, Wochenblatt. 75 warth, wie auch die Zurichtung der Obfervationsinfhmmenta vergebens gethan; das wäre eine kurzweilige Observationsarbeit vor diesen Himmels- betrachter gewesen, wann er viele Mühe angewandt, und doch nichts gesehen, also wieder vergebens von der Sternwarth herabsteigen müssen ohne zu wissen warum. Wegen der Monden Vittel, weil er die auch viel später angezeigt als die Nürnberger, so haben die Bauern und Gartner sich heftig gegen den Hinckendenbotten entrüstet; sie wollen eine Legation an ihn schicken, und fragen lassen, warum er die Zeit der Mondenvirtel in seinem Calender nicht wie andere Calenderschreiber angegeben ? damit sie sich mit Ackerbestellen und Garten bauen nach des Monden und Fimmels Einfluß richten könnten, zumahl man jetzo unsers Landes keinen andern Calender, als den seinen führet, so bestehen sie vest darauf, er solte, wann die auf seine angegebene Zeit der Mondenvirtel', gesaete und gepflanzte Früchte und Gewächse nicht gerathen, den Schaden ersetzen, und das v. LKW. I. j Die 86ke Ziehung bleibt auf den riten Marz vestgesezt > und die folgende von 3 zu z Wochen, die Emlage kann geschehen allhier in Gießen bey dem Schutz und Hanveiöjuden Simon Levr wohnhaft in der Brandgaß. Manheim den rken März 1775. Die 171h Ziehung der Churpfälzischen Zahlenlokterie ist heute mit aller Accurateffe und gewöhnlrchen Formalitäten vollzogen worden, die ge- -ogene Nummern sind folgende alS: 17» 4 )8. 7r» 11. *tv Die i72te Ziehung bleibt auf den r^ten Marz vestgesezt, und die folgende von 3 zu 3 Wochen, die Einlage kann ebenfals bey Srmorr Levr geschehen. ELn^und auspaßr'rende vom rr- Februar, bis den 4- März. 1775. Herr Hauptmann von German, in Hessen Hanauischen Diensten, paßi- ret durch. Herr Lieutenant Töpfer vom Dittfurthischen Regiment, pass, durch. Herr Cammerherr von Wallbrun, paßiret durch. Herr Hauptmann von Buseck, in Holländischen Diensten, log. bey Herrn Burqemeister Kempf. grau von Seebach, paßiret dnrch. Herr Domherr von Lebrbach, log. im Einhorn. Herr Lieutenant von Buseck, in Kurpfälzischen Diensten, logiert im PosthauS. Herr Fäbndnch von Wyckhause», in Holländischen Diensten, logirt im Postbaus. Herr Amtmann Valentin von Hachenburg, log. im Hirsch. Herr von Reitzcnstein, paßiret durch. Gebshrrre 80 Wochenblatt. Geb-Hrett und Gekaufte. AM ri. Febr. Christina Margaretha, Ludwig Melchior Fsrbrrs, Burgers und We'.ßgerbers, Töchterlein. Am 13. Febr. Ludwig Daniel Balthasar, Ludwig Friederich GeißmarS, Burgers und Peruquenmachers, Söhnlein, Am i4. Febr. Elisabeth« Margaretha, Johann Peter Haaß , Stock- Hausverwalters, Töchterlein. Am 15. Febr. Susann« Catharina, Tobias Schneiders, Burgers und Brandenweinbrenners, Töchterlein. / p Am 19. Febr. Maria Dorothea Philippina Christiana , Christian Peter Atsbach, Burgers und Steinfarbers, Töchterlein. Am Fchr Johann Conrad, Andreas Vetzbergers, Burgers und Rothgerberö, Söhnlein. Beerdigte. Am 5. Februar. Johann Jacob, JohannDam'el.Planck, Burgers und Cramers, Söhnlein. Am iL. Febr. Johann Philipp Marx, Burger und Fuhrmann all«;' hier. Frucht -und andere Preiße am Marktag den 4. Marz. 1775. Gießer MaaS alb. Pf. Pf« Pf. I I 1 4 i alb. pf. 4 3 PflurlandischeSeise 6 alb Becker-Preiß. Korn zu 3 fl. r z alh. Weitzen.;» 6 fl. io alb. ald.j pf. Ib. gofbaClu Nrsd. x Butter Bcetzelj 4 i 4 3 5 Achtel Korn , a 189 Pf« Achtel Gerste - Achtel Weitzcn Achtel Hafer x 16 16 2 4 4 10 tS 3 L f 4 alb. 3 2 2 f5 «5 7 1 1 9 14 | 3 4 2 4 4 4 4 4 Loth.!2n. 20 I 4 is alb.pf' - 4 - 4 X- Meste Erbsen x x Meste Linsen - t Pfund Hirse - 1 Pfund geschälte Gerste $ - 1 Pfund klein gex schalle Gerste - fi« 4 3 6 2 Weck x - Taigscher, Ochsenfleisch x Kühflersch x Rindfleisch x Kalbfleisch - Schweinefleisch Hammelfleisch Schaffieifch Bockfleisch $ Wurst 4 Kalbsgeküng Kalbs - Leber alb. 5 6 6 i Karpfen 1 Hecht > 1 Persing x 1 Brasem x 1 Cchleyen r tfrlithT x PfllNdl fT 10 Rlndsfett 1 io 4)aiüe!sf. 1 1 Lichter - 7 Eyer t MaaßFrucht Brandew. 12 alb. 1 Pf. Bratwurst;aid. 1 1 Meste Saltz ro alb.