Giess» MAMMtUk Sechs und Dreissigstes Stück. Dierrstags bett 5. Gepeembr. i?7f* Mtt Hychfürstl. Hessen DaemstadUschex gnädrgssec Erlaubnrß. >1 Anmerkuttgett über das Vrer- von Karl von Linnee. asser ist sicherlich der natüriichße Trank., wie man bey ayenTkiererr siehet, und ohne Zweifel der erste, den die Menschen gebraucht.!;«- den. Milch wird wohl das andere Getränke gewesen seyn, das die * Menschen aus Noch zu brauchen gelernet haben, werin sie ihre Heerpen über die brennenden Sandwüsten der südlichen Lander zu weiden führten Wein, Noabs Erfindung, ist wohl bey seinem rechten Gebrauch ein vortrefiicheS Getränk: aber er greift auch des Menschen Körper ziemlich an. Alle diese erfrischen das Blut, aber Wasser besonders ; Milch nähret mehr, und Wein muntert mehr auf. Master ist das vornehmste Getränke, das die Speisen am besten verdünnet, und das Blut abkühlet. Das Wasser ist aber so mancherlei), und von so vielerlei) Gattungen , als die Erdarten. Daher ist eS an manchen Orten übelschmeckend und schädlich. Die Menschen haben gesucht, es wohlschmeckend und gesund zu machen , indem sie allerley Saamcn und Gewächse in dem Wasser kochten. Da aber ein solches Getränk nach einigen Tagen sauer wird, und verdirbt, so hat man rrfunden, diesem dadurch vorzukommen, daß man bittere Kräuter dazu gebrauchet, und es gühren laßt. So ist das Vier, wie man glaubt, zu- . N n erst Wochenblatt. LZL erst in Egypten aufgekommen, ob es wohl schon um Christi Geburt den Gothen und Deutschen bekannt war. Man macht Bier/ wie jederman weis , aus Malz, Wasser/ Hopfen/ und einem gährenden Wesen, deren jedes für sich betrachtet werden muß- Das Wasser ist, nach Beschaffenheit des Landes und der Jahreszeit, von ungleicher Güte, und das ist die erste Ursache, warum sich zwischen einem Bier uno dem andern so em großer Unterschied findet. Die, welche in vernichten Ländern wohnen, haben daher gemeiniglich besser Bier, als die Leute näher an der See. Fast alle Brunnen in Stockholm werden von der Fluch salzig: und obgleich das salzige Wasser bey der Ebbe zurückläufk, !0 mögre es doch wol daher rühren , daß das Stockholmer Bier einen eigenen Geschmack bekommt, der von eben dem Brauer, und eben den Materialien, an einer andern Stelle nicht zu erhalten ist. Wer das Wasser zu Hamburg gesehen hat, wird auch die Ursache finden, warum das Hamburger Brer seinen eigenen Geschmack hat, und wie sonst unschmackhastes Wasser durchs Brauen kann erträglicher werden. Das Malz wird bett uns aus Gerste gemacht, bey wenigen aus . Weizen, aber selten aus Hafer, und am allerwenigsten aus Rocken, in Indien nur aus Reis. Der Gebrauch des Hopfens ist ein seltsames Unternehmen, das den Alten nicht bekannt gewesen. Wer bätte wohl glauben sollen, daß dieses Gewächs zu dem süßen Tranke, der aus dem Malze gekocht wird, so unentbehrlich werden sollte? Er muß aber durch den Hopfen bikter werden, damit er sich länger hält. Indessen hat man durch die Erfahrung nun befunden, daß, so nahe auch der Hopfen mit dem Hanfe verwandt ist, poch des Hopfens harzige Theile viel weniger schaden, auch zum Getränke viel dienlicher sind, als das Heydenkraut/ Vas man sonst in Schweden dazu brauchte, welches viel Koplfchmerzen verursachte, ich sage nichts von En-- Zian/ Wasserklee und Wermuth/ welche die Armen zuweilen statt des Hopfens brauchen. Der Hopfen zrrm Gähren ist meist einerley, er macht das Bier gesunder und starker. Er schlägt die groben Theile zu Boden, nachdem er sie Wochenblatt 28) sie lange durchgearbeitet hat, macht solchergestalt das Getränke klärer und reiner, und verhütet, daß eS nicht sauer wird; denn wer frisches Bier, das noch nicht gegohren hat, trinkt, der wird bemerken , daß es ihm nicht lange darnach sauer aufstößt, Buttelbier, das im Göhren ist gchemmet und in Bouteillen mit langen Halsen, die man vest verstopft hat • gegossen worden, giebt viel Luft von sich, sprengt oft die Bouteillen und dehnt die Eingeweide aus, denen es sowol, als den Nieren, schädlich ist. Las Gahren ist eine mißliche Sache bey allem Biere, und es kommt vicl darauf an, wie warm das Bier ist, wenn die Hefen hinein gtthan werden. Es wird heiß gegohren, wenn die Hefen in das Gebraue kommen, indem solches noch heiS ist, davon wird das Bier sehr fein, klar und stark, und behält den Schaum langer im Glas, aber es verursacht Sodbrennen, oder auch heftige Kopfschmerzen. Kalt gegohren wird das Bier, wenn man die Hefen hinein thut, nachdem eS ganz kalt ist. Das wird nie gern recht klares Bier, und wenn man es in einem Gefäß ein wenig in ein warmes Zimmer fetzt, so fangt eS etwas zu gahren an, und fetzt die Hefe zu Boden. Dieses verursacht wenig Kopfweh, und treibt stark, aber der Hefen schadet dem Magen. Lau gegohren heißt, wenn die Hefen da hin-' ein getban werden, wenn das Bier unten laulicht, aber oben mit einem kalten Ringe fühlet. Dieses xvird das beste pnb gesundeste Bier. Äusser allem diesem muß Bier, was gut bleiben soll, auch aus gutem Malz gebrauet seyn. Am Feuer gedörreteS Malz giebt braunes und nicht so schmackhaftes Bier. Das Bier muß auch wohl gekocht haben, wenn es unsirm Leibe wohl bekommen soll. Man muß es weder zu frisch, noch biS auf die Neige trinken , damit die l defen nicht den Magen beschweren und Durchlauf oder Kolick verursachen. Besonders müssen die, welche vom Steine oder Podagra geplagt sind, sich sehr dafür in acht nehmen; denn das frische Bier verursacht viel Wmd, und dehnet die Eingeweide aus; wenn solche einmal zu sehr ausgedehnt sind , so bekommen sie nie ihre vorige Starke wieder. Wer frisches und unqegohrneS Bier trinkt, und dazu noch etwas isset, das Blähungen verursacht, der wird eine unruhige Nacht haben. Sehr bitteres Bier dämpfet die Lübeslust/ trocknet den Körper aus, macht ihn mager und bereitet ihn zur Waster«" und Windsucht. Zu starkes Bier macht den Körper seist und schwer, und am Ende auch schwerem Othem. Sauer Bier macht Magensäure, Bleichheit, Kolick und Milzsucht. N n 2 Hier- *34 Wochenblatt, Hieraus erhellet , wie viel Wissenschaft, Erfahrungen und Aufmerksamkeit erfordert wird, auch aus guten Materialien gutes Bier zu machen; aber dadurch erhalt man auch ein Getränk, das viel dienlicher ist, als alles andere, zumal den Leuten, die etwaß starke Bewegung, oder heftige Arbeit haben. Ein gutes Bier streitet mit dem Wein um den Vorzug, so wohl an Klarheit und Geschmack, als auch am Nutzen zur Gesundheit, vornämlich, wenn es etwas alt ist. ES verursacht nicht Podagra oder Srein, wie der Wein insgemein macht. Das Bittere im Bier stärket die Nieren, und trägt solchergestalt viel dazu bey , daß sich der Stein nicht so leicht ansetzt. Gutes Bier erhitzt das Blut nicht, wie der Wein, und nähret vielmehr; daher sieht man, daß die, welche viel starkes Bier trinken, fett sind, wenn sie gleich wenig essen. Also macht das Bier den Leib fett, den der Wein auszehrer. Das Bier legt auch keinen solchen Grund, wie der Wein, zur Lungensucht, Fiebern und andern schädlichen Verstopfungen. Aber, daß das Bier, besonders von den Vornehmen, gefchmähetwird, ist nicht des Bieres Schuld, sondern derer, die es trinken. Das Beste im Ueberfiusse gebraucht, ist schädlich , und Bier ist nicht das dienlichste Getränk für diejenigen, die nicht die die nöthige Bewegung haben; denn soviel es diesen schadet, so viel nützet es den andern, die in völliger und täglicher Arbeit sind. Auch taugt starkes Bier nicht in der heissesten Sommerzeit; im Winter hingegen wärmet es Reisende ansehnlich, und mehr als anderes Getränke. Fetten, Skorbuti- schen u f w. ist es nicht dienlich, viel Vier zu trinken, dagegen bekommt es magern und ausgetrockneten wohl. Alle starke Getränke, überhüßig gebraucht, schaden dem Leib und der Seele, wenn man aber einmal im Üeberfluß sündiget, so ist die Gefahr vom guten Bier geringer, und leichter zu überwinden, als von andern starken Getränken. Diejenigen,welche schwere Arbeit thun, müssen gut Bier haben, wenn sie es aushalten sollen, denn von Waff r, Thee und Kaffee werden sie ausgczchrt. Wer nichts anders als Wasser trinkt, ist allezeit mager, wenn er nicht dabei) gute und nährende Speisen genügt. Stark Bier muß von denen behutsam gebraucht werden, die einen starken Körper hoben, denn cs macht alle Feuchtigkeit in uns zähe und nähret viel Schleim. Wer nach vieler Arbeit zur Ruhe kommt, täglich eine Kanne stark Bier trinkt, und Nachmittags schläft, ohne zu arbeiten, verkürzet sicherlich seine Lebenszeit. Des Menschen Leben und Gesundheit kommt so sehr auf das Getränke, als auf die Speisen an; daher ist an der Braukunst sehr viel gelegen. Wie heschwer- - - - lich Mochenb!ate. *8f lich ist es nicht an den Orten zu reifen, wo die l’eufe nicht gelernt haben zu brauen; bey jeder Abwechselung eines elenden Getränkes kömmt man in Gefahr einer neuen Krankheit. Oft sind Zuthaten und Kosten, für wohlschmeckendes und gesundes, für eekelhaftes und schädliches Bier, einerley, der ganze Unterschied besieht nur im Brauen. Der Sturm. Glüender Mittag herrschte mit feinem gewaltigen Einflüsse durch alle Gefilde. Schmachtend neigten die Blumen des grünenden Ufers ihre Häupter herab mW schaueten in die hmschleichenden Wellen der Bache: soiwie ein Unglücklicher, in Wüsten verirret, in die zu spat getroffene Quelle, die ihn laben sollte,'da schon seine Seele so heftig ermattet war, traurig hinab schauet; er sinkt bey ihr nieder und stirbt. — Wre erzürnt, sprach Siarah, wie erzürnt, mein Geliebter, strahlet die Sonne, die uns sonst so wohl thuet, über den Trifften! Siehe wie unsre Heerden so kleinmuthig umher liegen. Stumm schleichen die Stiere zu den Schatten des Holzes, und die Ziegen und Lämmer streckten sich lechzend in die kühlende Wiese. - Ja wohl, sagte Phasiel, wohl thut es mir bange, wenn ich die guten Geschöpfe so um mich her seufzen sehe. Ach! lange schon bat ich den Himmel um segnenden Regen; aber noch gefiel es ihm nicht meine Bitte zu hören. - Siehe! siehe! unterbrach ihn Siarah, wie es sich dort am Rande des Abendhimmels färbet! Graue Wolken, steigen aus der See dort auf und der glüende Himmel verhüllet sein Antlitz schon zum weinen: so wie wir unser Gesicht verhüllen, wenn es Mitleid und Erbarmen trüben. Komm, sprach sie, und das fromme Vertrauen wohnte in ihren Augen, als sie es sprach; komm mein Phasiel, und laß uns in vereinten Gebeten die Erhö- rung herbeirufen, die dort im Fernen schon uns grüßet. Da sangen sie also r Der du das Land mit süßem Thaue, Mit Quellen deine Bäche tränkst; Undu an den jüngsten Baum der Aue, Wie an den Engel, sorgend denkst. Der du mit Freundlichkeit die Thäler, Mit hohen Ernst die Wälder schufst, Und zahllos um uns her Erzähler Der Huld aus allen Tiefem rufst, N n , Wtnn a8 /Braskm i 1 Cchleytn 1 Butter t 3 15 *5 7 3 2 3 3 2 18 3 4 2 1 Pfund klein geschälte Gerste t 16 16 2 7 -z Kalbsgelüng Kalbs t Leber loAindsfett 1 10 Harnelsf. 1 1 Lichter - Ochseuflcisch - Kühflelsch t Rindfleisch - Kalbfleisch - Schweinefleisch Hammelfleisch Schaffleisch Bockfleisch - Wurst - - 1 Maaß Zeucht Brandew. 12 alb 1 Meste Saltz 20 alb. alb.pf. » 4 - 14 a 189 Pf- Achtel Gerste - Achtel Weihen Achtel Hafer » Meste Erbsen f Meste Llnfen # Pfund Hirse - Pfund geschälte Gerste s 1 Weck - - Taigscher x Beerdigte. Am 1;. August Philipps Conrad, Andreas Bissels, Burgers und Be- ckermestiers, Söhnlein. Am rr. August Eleonora Maria Bröckingin, weiland Johann Wlllhelm Bröcking, Burgers und Cramers, hinrerlassene Wittrd. Pfund. fl. an). 1 Hecht - 6 1 Persing , ! 6 Becker-Preist. Kprnzu zfl.IZalb. Weitzen zu 7 fl. r? alb. alb.! pf. W. Lokh.iQu.