Giesser WoPeiiklakt. Ein und Zwanzigstes Stück, e Dienstags den -4- May 1774. Mit Hochfürstl. Hessen Darmstäülischer gnädigster Lriaubnlß. 34 X s... jhttt Lauscher der sein erlauscht s-yn sollende Nach,,ch en im eorgm S)i-n h-rumgehe, s» daß '» .n d.e tw-vre Etage sehen kann, so kan ich mehr hören als er. Zum wenig. . iienwilljch nichts schreiben, was ich nicht wirklich geht« habe. CX\tt ungesehr 4 Wochen ging ich anein Fenster in der Neustadt und SJi fah Out* Den Ritz im Laden, was wcmeit Sic hau »aase, S Sie das letztemal hierdurch fuhr. Liebe, Gott wie viel hat der gute Herr Landgraf und unsre liebe Prinjeßmen verlohren! Was werden die Armen lamenliren in Darmstadt! *** Wochenblatt. Ich konnte nicht langer aushalten. Dieser schlechte aber unaebeu- chtlte Ausdruck der Betrübniß brachte mich auch zu Thranen Ich qina nach den neuen Bauen da Hörteich einen gantz verschiedenen Auftritt. was ich in einer lIoth bitt Frau Nachbarin sagte ein Frauenzimmer, das kann ich ihr doch gar nicht sagen. Ich weiß meinem Leib keinen Rath. Ey was fehlt Ihnen Dann ? E? denken Sie ich will meine Trauer zurecht machen lasse«, und kann keinen Milchflorhaben. Das ist ein Unglück l Ist dann der Flor hier nicht zu haben. Hein die Lene hatte etliche Stüche. Aber er ist alle schon fort. Ich mochte mich zerreissen/ daß die Mariane diesen Markt nichtae- kommen ist. Eine dritte Person kam in die Stube. Wissen Sie was neues Frau P.? Ey was k Es Ist Milchßor angekommen. Ev wo ? Die Mariane har ein Stück von Wetzlar geschickt. Bey der »rN. können sie ihn sehen. Herr Ie ! Milchflor! was Sie Mrlchflorl dasistjagut/ Milchflorl Lisbet! Lisbet.' lauft doch geschwind zu der Jungfer N. und sagt ich hatte gehört, daß Milch- flor bey ihr angekommen wäre; ob ich auch 7 Ehlen zu Haube Manschetten und Halstuch haben könnte. Ich lies die Lisbet gehen, machte mich fort nach dem neuen Wege, und hörte: Sagen sie mir doch Herr Advocat was die Eno-ao-eanten in der Trauerordnung sind. Nicht wahr das sind Hauben, ^cb bitte um Vergebung Frau R es sind Frauenzimmermansthetten. Ev Possen es sind Hauben. Nun wann Sie mir nicht glauben z fo will ich morgen das Carholicon im Buchladen holen lassen / und es ihnen aufschlagen. Ich guckte auf meinen Stelzen weiter nach dem iDeltersweg in das zweyte Stockwerck. Ein Frauenzimmer riefCathrine! was befehlen Sie sagte die Cathrine. Geht morgen gleich zur Frau F in und sagt einen schönen Gruß, und sagt sie möcht euch doch ein Stück Roll Grosderour mitgeben und sagen was die Ehle kostet, ich wollte die Frisur auf meinem Schlender andern, weil sie noch nach der alten Mode ist. Alle diese Leute wollten also trauern, als ich aber in die Caplansgasse kam hörte ich: Trauern Sie denn auch Frau Baaste Ich trauern» Nein und wenn Sie es alle thun. ES wird ja von uns in Giesen nicht verlangt. Ich lobe die LMiersweiber rc. rc. Ich war deS Lauschens müde und ging nach Haus» Da Wochenblatt. Da kürtzlich itt unserer Stadt und Vestung einige merckwürdige und Se- henswürdige Thiere angelanget, so haben wir vor gut gehalten unseren geneigten Lesern von dessen Eigenschaften eine kurtze Nachricht mit- zuthrilen. Das Lameel, und der Dromedar- Diese beiden Thiere sind so wenig von einander unterschieden, daß ich sie hier in einen Artikel zusammengezogen habe. Sie dienen dem Menschen schon viele Jahrhunderte lang willig und muthig; Mahomet hatte sie in seiner Jugend gehütet, und sie waren in Mesopotamien und Chaldea schon viele Jahrhunderte lang vor ihm bekannt, Denn Abraham zahlte unter den gründlichen und wesentlichen Reichthümern seines Hauses eine große Anzahl dieser Thiere. Der ganze Unterschied zwischen dem Dromedar und dem Kameel bestehet darinnen, daß der erstere nur einen Buckel oder Hocker und das lez- tere zwei hat. Der Dromedar ist auch ein wenig grösser und nicht so stark wie das Kameel, er lauft aber geschwinder, wie solches schon sein griechischer Name Dromos, welches den Lauf oder die Geschwindigkeit anzeiget, zu erkennen giebet, man könnte ihn folglich auch das laufende IKamed nennen. ES begatten sich übrigens diese beiden Thiere miteinander, und bringen durch ihre gegenseitigen Begattungen drei bis vier Blendlingsar, ren hervor; die aber nur Abarten sind, die zu einem einigen Geschlecht gehören. Herr U Fontaine hat, ungeachtet er kein großer Naturkunhiger war, weil Herr von Buffon zu seiner Zeit noch nicht lebte, die Einför« migkeit des Geschlechts wohl ausgedruckt, indem er einem einigen Individuellen Thier die beiden Namen beileget, welche man zwei verschiedenen Arten desselben giebt. Der erste Mensch welcher ein kameel sähe/ entsezte sich vor diesem neuen Anblick und flöhe davon / der zweite machte sich ihm schon näher; und der dritte unterstunde sich so gar dem DroB medar eine Halfter anzulegen. X 2 Man 164 Wochenblatt. .Man bemerket an dem Kamee! vorzüglich folgende Eigenschaften: es vat emen sehr langen Hals, einen gespaltenen oder zweizackigten Fuß, und fünf Magen, anstatt daß die andern wiederkauenden Thiere nur vier Magen haben.. Dieser fünfte Magen ist ein Bebäitniß in welches weder Speisen noch einige Verdauungssäfte gelangen können; sondern das Thier fül- let selbigen mit Wasser, so oft es dessen welches findet *) und dieses erhält frch ohne im mindesten Schaden zu leiden oder zu verderben, länger als acht Tage darinnen. Wenn dieses Thier gewiße Musculn zusamm ziehet, so lasset es dadurch das Wasser aus diesem Bchältniß in den leztern Magen laufen, wenn dieser Feuchtigkeit erfodert. Es kann sich das Ka- meel mit Freßen so gut als mit Saufen im Vorrat!) versehen , und eS sind oft beide Fälle bei ihm nöthig. Man lasset es durch die heißesten Wüsten rechen, und beladet es dabei so stark, daß es unter seiner Last erliegen müste, wenn man es noch über dieses mit seinen eigenen ihm nöthigen Lebensmitteln beschweren wollte. Da das Kameel dazu bestimmet ist, unaufhörlich in Wüsten , und sandigen Gegenden zu wandern, so würde sich das Geschlecht desselben mcht haben erhalten können, wenn die Natur, welche ihm die Eigenschaft der Mäßigkeit verliehen, es nicht zugleich solchergestalt gebauet und eingerichtet hätte, daß es sich innerlich mit Vorrath versehen kann. Es kann nur bloß auf fanbigen Boden gehen, wenn man es nöthiget, auf einem weichen und thonichen Boden zu gehen, so läuft es alle Augenblicke Gefahr mit seiner Last zu fallen, und sich den Bauch entzwei zu borsten. Wenn es nur einen ganz kurzen Weg von dieser Art machen muß, so wirft man dicke Decken oder Zeuge aufdem Weg, vermittelst eS ohne Gefahr fortschrelten kann. Das Kameel kommt ursprünglich aus Arabien. Die Natur hat eS für eine so dürre und unangebaute Gegend geschaffen. Man kann nicht besser von dem Geburtsort eines jeden Thieres urteilen, alS wenn man eS Mit dem Land, dem es zuzugehören scheinet, vergleichet; sein wahres Va- Aehnlichke??ha^P°n ^u^00 $ fernst Land, womit es die mehreste Durch *) Es findet das Wassil-, wenn es eine halbe Meile weit von einer Pfüze ent- Obiges in dieser weiten Entfernung wittert, und sich von feinem Weg abwender, und darauf zugehet. Wochenblatt , Durch den Fleiß der Menschen, hat sich das Kamee! von Arabien aus wo es ursprünglich herkommt, in einige andere Asiatische und so gar auch in Afticanische Thcile ausgebreitet. Dieses arr £ bd te kes 7l-n frey. Di- Gelber müssen Franco an den Herrn Verfasser gesandt, oder wer b-y Krieger allhier vränumeri»» will 12. kr. dafür besonders beigelegt werden. 9 P anmneme« Ein« M-chenbläte- r68 Eirund auspaßirende vom 14» IH Pfund Hirse - Pfund geschälte Gerste - , Ochsenfleisch # Kühfletsch # Rindfleisch - Kalbfleisch - Schweinefleisch Hamniclstersch Schafflelsch 20 20 2 I MaaßFrucht Brandew. 12 r Meste Saltz 20 alb. w Backprobe zu Gießen den i6ten May 1774. i| Bockflersch i ij Wurst - - i Kalbsgelüng l Kalbs - Leber 1$ alb. Das Achtel Waltzen - 7 ft. 15 alb, muß wiegen Drodt. 9 9 9 Weck. 9 9 Butterbretzel aus gutem gewoVenen Taig, 9*999 3 5 alb. iS >5 7 2 i Karpfen 1 Hecht - 1 Perstng 9 1 Brasem , 1 Cchleyen 1 Butter, Pfund. fl. 9 Rrndsfett 1 9 Hamelsf. 1 1 Lichter 9