@ reffet Wocheiiklakl. Achtes Stück. DLettffags bett rr. Februar. i?74» Mit Hochfürstl. Hessen Larmstädttscher gnädigster Erlaubniß. Fortsetzung der Beeracheungett über die UnvE-m, meuheiteu der blsherrgen Aeßthetick. /^ocb würde man noch unendlich mehr zu der Vollkommenheit der ) Aeßthetick beytragen, wenn Leute, welche eine oder die andere schö- ne Kunst verstehen, in Rücksicht auf die Aeßthetick arbeiten und also einen Schritt näher wagen wollten. Man müßte die bisherige Aeßthe- rick gantz genau kennen , und sie so gut stuvirt haben , als möglich ist. Hernach nähme man eine einzelne schöne Kunst, in der man l ohnehin hinlänglich bewandert wäre, vor sich, arbeitete sie gantz durch , und bemerkte bey einem jeden Begriff und bey einer jeden Regel, in wiefern dieselbige in der bisherigen Aeßthetick entweder enthalten oder übergangen worden , in wie weit eine gewisse allgemeine Regel statt fände, und durch die Regeln der besondern Kunst, welche man vor sich hat, besiättigt und erleutert, oder allenfalls eingeschranckt würde. Auf diese Art würde wan nach und nach das mangelhafte in der Aeßthetick ergäntzen, das Fehlende ersetzen, manches bestimmter und fruchtbarer machen, und vielleicht eben so vielaus- mertzen. Fänden sich hernach noch Leute, welche etwa zwey schöne Künste, wie Du Bos oder Leßing entweder ohne, oder noch besser mit Rücksicht auf die Aeßthetick unter einander vergleichen wollten, so würde dieses zu H noch Wochenblatt- 58 noch ausaebreitetern Einsichten führen. Denn würcklich ist dieses noch nicht häufig genug geschehen: Man hat Mahlerey und Poesie verglichen: sollte man nicht auf eben die Art Mahlerey und Tonkunst , Tantzkunsi, und Tonkunst, Poesie und Veredsamkeit, Poesie und Musick, Bildhauerkunst mW Baukunst und so weiter mit einander zusammenhalten ? Wenn auf diese Art die Materialien gehörig zu dem Gebäude zugerichtet waren, so würde ein philosophischer Kopf mit weit weniger Mühe ein mercklich vollkommeners Gantze zusammensetzen. Ware Derselbe nun mit desondern Kenntnissen der schönen Künste selbst verseh n , so wurde em Werk geliefert werden, auf welches unsere Zeiten und unsere Nation stoltz sepn könnten. Und vielleicht ist dieses der einzige Weg, den man einsiblagen muß, wenn man diese Wissenschaft zu einer gewissen Vollkommenheit erheben will Die Materialien, die dazu vorhanden sind, sind noch t>v\ zu roy, und müssen besser bearbeitet werden, so rou, wenn em Gebaute aufge- fcblaaen werden soll, die Steine und das Holzwerk erst zuvor gehörig zu- btteitet seyn müssen. Es sind noch allzuviele Lücken übrig, welche erst an. gefüllt werden müssen, ehe man daran denken kann, eine ordentliche Lancr- straße darüber hinauszusühren. Denn noch zur Zeit sind die Grentzen , welche einer jeden schönen Kunst einzeln betrachtet zukommen, nicht genau genug bestimmt und abgemessen, daß sie nicht hin und wieder unordentlich unter einander lausen sollten. Was ist zum Beispiel vor ein Unterschied zwischen der Prose und Poesie? Soviel bereits hiervon geschrieben worden , so entsinne lw nnch doch noch nichts gelesen zu haben, wodurch die Sache außer allen Zweifel gesetzt würde , und wodurch man wenigstens, ohne sich auf sem bloßes dunkele Gefühl berufen zu dürfen, in den Stand gesetzt wurde, mit eines völligen Deutlichkeit die Merckmahle anzugeben, nach welchen diese veyde Künste, und die darinnen verfertigte Werke, a^nahl sicher und leicht unterschieden werden könnten. Eine jede Art von Gedichten hat etwas eigenes, etwas characteristifches und entscheidendes: aber was ist ^Mdrge, wann man manche einzelne -Orten von Gedichten m Betrachtung ruhen will. Eine jede Art hat wieder ihre Unterarten , und folglich sehr man- cherley Regeln, davon sich ein Theil nur auf diese, der andere nur. aunene Vf » n» V ^SSSBI UWL-LM-W -WSM'bLLZLs; W--MZ-HW müffTcbenfolg b?m