Gttfftt Wvcheiiölatt. Funfzehentes Stück. Dienstags de» i r. April 1774. Mit Hochfürstl. Hessn Darmstadttscher gnädigster Erlaubntß. Veneichniß der Vorlesungen auf hiesiger Universität Gießen in künftigen Sommerhalben Jahr dieses 1774- Jahres. In der theologischen Facultät- x* err 0. Iohann Hermann Benner / wird in den gewöhnlichen Stunden öffentlich die Moral lesen, dergestalt daß er beständig die 12. Die Dogmatik über den Danomr f(lt auch seine homiletisch prgetische Uebungen fort. ii4 Wochenblatt- Herr D. Carl Friederich Bahrdt / fahrt in seiner cursorischen Erklärung des alten Testaments fort/ und nimt diesesmal die kleinen Propheten vor; wird aber nicht homiketisiren sondern philologisch erklären. Die Erklärung des V7. L. dis er binnen 3 Jahren zu Ende gebracht hat, fängt er von forne an. Moral liest er über den Müller. Zugleich erbietet er sich zum Unterricht im Syrischen, Arabischen und in der Re- formationsgeschichte. In der Irrristischen Faculeät. Herr D. Johann Christoph Roch / trage Pandecten, Institutionen , peinliches und canonisches Recht vor. Herr D. Christian Hartmann Ganmel Gayert / erklärt von 7 < 8. Pütters Sraarsrecht, auch von 8 * 9. Böhmers Lehnrecdt, von ir - 11. trägt er die Theorie des Proceffes vor, von 3» 4- endigt er Das teutsche Privatrecht. Herr D. Ludwig Julius Friedrich Hopfner/ wird publice allgemeines Staats-und Völckerrecht um 7. privatim um 8. Die Institutionen, um 10. die Rechtsgeschichte lehren. Ist auch zu Vorlesungen über Die juristische Litteratur und Rechtsalterthümer bereit. Herr Helwig Bernhard Iaup , erklärt von 7 biß 8. Pütters Staatörecht vou 9 biß 10 eben desselben Reichsproceß, von 3 biß 4. eben desselben Reichshisiorie das lus Privatum Principum wird jeden Montag und Donnerstag von 2 biß z Uhr erklären. In der Medicinifchen Faculeät. Herr v. Johann Wiuhelm Baumer/ liest um 10. über den ersten Theil der Würtenbergischen Pharmacopöe; um u. ein Collegium theoretico cafuale über den platner. Mittwochs und Samstags handelt er publice um 1 Uhr im öffentlichen medicinischen Hörsale von den venerischen Krankheiten- Herr D- Georg Ludwig Alefeld/ will um 2 Uhr allgemeine Pa, vhologie/ und über die Accouchirkunst nach dem Fried lesen. Bie- ftt auch ein Collegium difputatorium über physiologische Theses an. Herr D. Friedrich August Lartheuser / halt um 9 Uhr botanisch- Prälettidnen and demonstritt die Pflanzen des academischen Gartens nach Wochenblatt. nach dem Linneischen System. In einer andern Stunde wird er eine CH> tische Historie Der vornehmsten botanischen Lehrgebäude erzählen. der Philosophische» Facultät. Herr Prof. Andreas Bohm/ wird um 7 Logik, um z. WU* tavbvük/ um l. Mache sin purarn, um z. adplicatam vortragen. Er ist auch zu mehrerem willig. Die Bibliothee öffnet er zur gewöhnlichen Qdj£ Herr D. Friedrich 2lugust Cartheuser / liest von 8 - 9. über die Physik. Von 11 biß 12. wird er die Stadtwirthschaft nach dem Habricius lehren. , , ... Herr Prof. Job. Lhristsoh Friedrich Schul; z w,l! publice von 7*8. d-n Piiivor, privatim von io * 11. den Mütkhäus, von 11 e ir. den Siob erklären. Das Englisch- lehrt er ex officio. Herr D. Christia» Vertrieb Schmid / von 7-8. giebter in der Poetik Unterricht, von 8 # 9. erklärt er einige Comödien des PlaukuS. Bietet auch Vorlesungen über den dialogum de cauüs corruptae elo- quentiae , Lltteramr wer Prose, alte Geographie, Staatenhlstone, teutsche Sprachkundc an. c Herr Prof Erich Christian Llevcsahl / will öffentlich die Geschichte des Hdturrccbeß nach seinem eigenen Compendio, pnvatim Das LT^atur-und Völkerrecht lud) dem Daries , um z Uhr Moral lesen unv Samstags dichutiren lassen. , . Herr Profess. I^H.TZacob Coster/ wirdd:eallgemeine Geschichte nach dem Gatterer um 8. Reichshistorie nach Pütter um 9. europäische Staatenhistorie nach seinem eigenen Lehrbuch um 10 Uhr, Moral ebenfalls nach seinem Compendio um Z Uhr lehren. -Offerirer auch seinen Unterricht in den Cameralwissenschasten und ausländischen Sprachen» Ausserordentliche prälectiOttett. Herr Prof. Johann Christian Dietz, nachdem er seine historischanalytische Einleitung in das neue Testament zu Ende gebracht, wird er eine gleiche Jnrroduction in die kleine Propheten geben. Zugleich Nest er ein exegetisch homiletisches Collegium über den Brrff Paust an d»e Galater, und ßiebc auf Verlangen Anweisung im Griechischen und He- * P x Herr rvochetMntt- Herr Prof. Ioh. Christoph Friedrich Schulz/ sangt Wied« von 9 - io. Dogmatik an. Zur gewöhnlichen Zeit eröfnet er das Pre- Vigersemmarmm. , ,. .... Herr D. Ludwig Christoph Nebel / ftzt feine pnvausfimum publicum über Heisters Anatomie fort, und wird dißmaldie^Lplanch- nologie lesen. Ist auch zur Osteologie und medicina forcnfi bereit. Die Hebammenkunst liest er pracrisch, und bedient sich dabey eines künstlichen Phantoms- Fölgender Brief ist auf einer Landstraße ohne Aufschrift gefunden; und uns zum Einrücken, weil man nicht wißen kann, von wem er geschrieben ist, zugefenvel worden. Er scheint von einem Dorfschultheiß geschrieben zu seyn. Gott zum Rruß vielgeliebter Fedder. Ich höre das ihr eures seligen Vatters Dienst bekommen habt und sch tf)U euch von Herzen varzu kradulyren. Euer Vatter ist euch aber zu früh gestorben und es war euch gut gewest, wann ihr erst noch hättet von ihm lernen können, wie ihr euer Amt mit Nutzen und Segen führen sold. Ein Man wie unser einer muß müßen ab und zuzuthun; sonst Hütt ich den Hencker vom Dienst. Der Fedder Lechß klagte mir auf dem letzten Marck, daß ihr eure Verwände und gute Freund eben so gut in Straf bringt, als andre, und da feit ihr unrecht dran. Mein Vatter Gott sei ihm gnädig hatte das Amt ro Jahr und ich Habs nun 10 Jahr, aber von unfern Freunden ist Die zeit keiner in Schitzenzeltel kommen. Leute, Die euch nit gut sind müßt ihr zuweilen anlauffen lassen, das gibt Resbekt. Wann ihr Giter kauft, so bezalt ihr was sie wart fein, und da fahrt ihr schebb dey. Wann Leute ihr Mondgeld nicht mehr bezahlen kennen, so legts vor sie aus, biß es so viel ausmacht, daß sies euch nicht mehr abtragen kennen, und dann laßt sie solang exequiren, biß sie euch einen Acker oder Miß vor 20 fl. laßen, die 40 wert ist. dann kennt ihr was bey eurem Dinst bro# sittiren, und euren Kmnern ebbes hinterlaßen Ist eine Verstergung oder so was, so muß so viel flasch Spek und Eier angeschaft werden , daß ihr und eure Leute die Woch davon leben kent, und drum muß der Schmauß in eurem Hauß fein- Wir weißen hier keine Staiijchweile an , es wer# vm V7 W^chettblntk. ben io. auch mehr Gulden verfressen und versoffen. Mit den Fürstehern miktibramdrahsein, und drauf sehen das eS Leut fein die gerndrln- tfe« Wann sie besoffen sein so wüßensie viel ob f. oder .0. Maß Brandenwein vraulaanaen sein Habt ihr was vor die Gemeine machen lassen/ so mißt ihr eS nit so genau akordiren, so quittiren euch die Handwerks- lmtt auch ein paar Gulden mehr als ihr bezahlt, Mit ven Herrn Be ttn- ten mißt ihr euch halten, und zuweilen ebbes mit ansehen, da habt ihrkel- nen Schaden von. Ihr mißt eben nit immer auch eine Quittung bei euren Ausgaben haben, und eben auch nit alles in die Jnnahme setzen- D Schitz und der Spicßman und die Leut mißen euch arbeiten, sonst setzt ihr sie ab. Daß solche Vorthclger helfen kann euch mit mir und meinem Vatter Seliger beweißen. Die Perner wollen zwar immersagen solch Gut deihte nicht aber hie laßt ihr schwatzen. Um 40, 50 l. hak 0 r noch keinen gcholt Wann ich zu euch komme, will ich euch noch mehr Amtsvorthelgcr ins Uhr sagen, welches mich hiermit berichte. Bg. Laßt Ihn die Freunde spöttisch rühmen! Herr Gellert war zu wunderlich. Ich sreihte selbst um Wilhelmrnen Denn wer sorgt nicht zuerst vor sich? Will Er uns hierdurch überreden Man sande keinen treuen Freund? 5a Lügner sind die Herrn Poeten Ich kenn ein Hertz das redlich meint Meran, mein Freund der reiche Erbe Von seines Vatters großem Gut, Der ist ein Freund für den ich sterbe, Und er vergießt für mich sein Bluk P 3 WoM u8 NS-cheMätk. Wollt Ihr, Ihr Gläubiger mich quälen? Ihr quält mich wsrlich nicht $u todt? Ich seh Neran Duckten zählen, Und er ist auch ein Freund in Noch.' Jetzt geh ich hin ihn zu besuchen: 7’ Nur heut Gedult, sprecht Morgen zu. WaS hilft euch Schelten Droh'n und Fluchen? Kommt morgen, laßt mir heute Ruh! j, Willkomm mein Freund! schon seit zwei Tagen „ Hab ich mein Hertz, dich nicht gesehn! ff Du bist betrübt - - Was sinds vor Klagen? tf Mein Blut soll dir zu Diensten stehn! Mich quälen die verfluchten Schulden, „ Drum ärgert mich die ganze Weltr Leih mir acht Gantze zwanzig Guloen! „Ja - - lieber Frennd - - ich hab - - kein Geld s. s. Acabeml'sche V7eulgkeitett. Der Herr gcheimde Regierungsrath D. Gatzert hat zu der neulich ongezeigten Promotion des Herrn D. Rumpel und D. Kingenheimer von Frankfurt das Programm« verfertiget, und handelt de S. R. I. Princi- pum Comkumvc liberis ex Mat^imonjo Confcienciae illegirimis und ist auf 4- Bogen in 4- abgedruckt. Das jetzige Osterprogramma ist von Jhro Hochwürden Herrn D. und Superint. Bechtold verfertiget. Es hat zur Aufschrift: Examinis Sen- tentiae Wochenblatt tentiae tTayTorianae de Aerumnis Chrifti Piacularibus Ecclefiae Noftrae Recens Commendatae Continuatio und ist auf 2| Bogen abgedruckt. In der Kriegerischen Buchhandlung hat die Presse verlassen, und ist zu haben: D. Johann Christoph Koch Opulcula iuris Canonici Compen- dium Boebmerianum Hlulirantia g. Gifsae 1774. 2.0 kr. 2) Pompo- vius Mela drey Bücher von der Lage der Welt ins teutfche übersezt und mit einem volsiandigen geographischen Commentar versehen von Job. Christ. Dietz 8. Gießen 1774 ifl- ?) Historische Neuigkeiten für Frauenzimmer 8. 4) sind noch einige Exemplar des beliebten und gemeinnützigen Giesser Wochenblatts auf das Jahr .773. von dato bist Ende May um 2 si. zu erhalten. Auch.ist der vortresirch gerathene Riß des neuen Exer- cierhaust in der Residenz Darmstadt jo eine Lange hat von -.72 Fuß und 6 1 Hecht * Kühflelsch - 4 2 1 6 I I Pf» I I 4 1 Kalbsgelüng r Kalbö - Leber 8 4 alb. 1 Pf. Bratwurst 5 alb. 1 Pf. Becker-Preist. Korn zu 5 st« Weitzen zu 7 fl. 1 । ft ßnfh I I lalb.l pf» tb. Loth.! alb. pf. 8 - '4 - 4 4 20 20 2 4 4 6 8 2 Weck / Teitscher 2 2 3 2 2 2 ; 2 2 1 Pfund klein ge schälte Gerste - Brod. - Butter Bretzel Rurdfielsch - Kalbfleisch - Schweinefleisch Hammelfleisch Schaffleisch Bockfletsch - Wurst » Achtel Gerste - Achtel Weitzen Achtel Hafer - Meste Erbsen - Mcste Lmftn > 1 Pfund Hirse 1 Pfund geschatte Gerste « » W- Loth.! Qu « 1 s 1 1 Persing s 1 Brasem / 1 Echleyen 1 Butter t Pfund. fi. 9 Rindsfett 1 9 Hamelsf. 1 1 Lichter - i.Mn-ß.FkuchtBrnnd-w.14 x Meste Saltz 20 alb. 3 S alb. 15 15 8 2 8 Eyer inländische Seife 7 alh, gegeben. »ä Stücken dienen. ^L'Ä^LEİd°uHL-u £,wn m°?d"n schon' h-rnuchei°mm«,