Glksstt WoPcnölatk. Neunzchentes Stück. Dienstags dm io. May 1774. Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädlischer gnädigster Erlaubniß. seligste Betrachtung die wir anstellen können, und die wir von a 1 rechtswegen recht tief in unser Herz einvrücken sollten , ist diese: Daß wir selbst, und alle Dinge die um uns sind , zu allen Zeiten, an allen Orten, und bei allen Gelegenheiten lediglich unter der Regierung und Sorge der Fürsebung stehen. Nichts kömmt von ohngefehr: Nichts geschiehst durch einen blinden Zufall: Das große Wesen, das Himmel und Erde und alles was darinn ist, aus dem Nichts herausgeführet, ist allenthalben gegenwärtig; und alle Dinge sind, leben, bewegen sich, und würfen unter dessen Aufsicht. Wer dieses leugnet, der muß Lust haben etwas zu behaupten, das mit den Wesen einer allmächtigen und allwissenden Gottheit streitet; und das sich mit der Natur zufälliger und erschaffener Dinge durchaus nicht reimen läßt: Denn diese können ohne ein hö- hers Wesen eben so wenig ihre Würklichkeit fortsetzen ; so wenig sie sich selbst zuerst hervorbringen können. Da nun das Wesen , das uns gemacht hat, allweiseist, so muß es uns zu gewissen Absichten und Endzwecken bestimmet haben; da es allmächtig/ so muß es seine Absichten jederzeit erreichen: und zu diesen laßt uns zu unserm Trost hinzu setzen, da es allgüeig/ ist, so müssen seine Absichten jederzeit auf unser Heil und auf unsere Glückseligkeit zielen. T Ich i iS Wochenblatt- Ich weiß es wohl, man wird mir den Einwurf machen: Diese Meinung zernichte den freien Willen der Menschen , und setze zum Grunde, daß so wohl das Böse als das Gute von Gott den Ursprung nehme. Wie leicht könnt ich aber zeigen , daß, unter der unumschrenkcen Regierung eines allweisen Wesens zu stehen, eine rühmlichere Freiheit sei, als wenn man bloß der schwachen Vernunft, diesem unbeständigen und blödsichkigen Führer, überlassen ist? Ja wie leicht könnte ich darthun: Essei ungereimt zu behaupten, daß etwas wider den Willen einer allmächtigen Mache geschehen könne: Allein ich habe einmal den Entschluß gefaßt, mich in keine Streitigkeiten, sie mögen Namen haben wie sie wollen, einzulaffen. Ich will einen Versuch thun, die Menschen geruhig und geduldig in ihren Unglück zu machen; und sie zur Dankbarkeit für den Segen des Himmele, und zur Zufriedenheit mit den ihnen bescherten Theil zu bewegen. - Es tragen sich täglich in der Welt tausend Begebenheiten zu , ohne daß wir dafür gesorget, oder nur einmal daran gedacht: Tausend andere entstehen so gar wieder unsere Absicht und Hofnung : Unsere Anschläge, die wir so klüglich ausgesonnen, die wir für untrüglich dielten , und auf deren Ausführung wir den größten Fleiß wenden, mißlingen dennoch und werden zu nichts. Niemand kann dieses leugnen: Eine kleine Aufmerksamkeit kann einen jeden davon überführen. Ist denn aber dieses nicht ein deutlicher Beweis, daß wir unter der unumschränkten Gewalt einer gewissen hühern Macht stehen, die alle Dinge nach ihren Wohlgefallen einrichtet, ordnet und füget; und von der alles was sich zuträgt lediglich abhanget? Und muß nicht aus dieser Ueberzeugung eine vernünftige und wohlge- aründete Zufriedenheit entspringen? Was kann unsere Ruhe stöhren,wenn wir betrachten, daß diese allmächtige Macht zugleich allgütig ist; und daß die gewisse Folge aller Dinge, die uns zustoßen, sie mögen auch so wunderlich scheinen als sie wollen, dennoch unsere Glückseligkeit sei? Solle dieses nicht zulänglich sein uns in Armuth, in Kummerund Trübsalen zu trösten? Solle dies uns nicht bewegen, uns mit Freudigkeit den Fügungen des -Höchsten zu unterwerfen, und alles in die Hände einer so gütigen und allmächtigen Gottheit zu stellen, von der wir überführt sind, daß sie sich die Glückseligkeit aller ihrer Geschöpfe zum Ziel gesetzt, und weit besser, wie wir wissen, was uns gut und nützlich? Müßten I4> Wochenblatt. VAi* nickt für alles was um uns ist zittern und beben; müß- SÄWAÄfÄjäj Ljr ÄewAt haben, daß dieselbe ewige Liebe, d.e uns d WurkW ^!s D-chstkuIs zur SE^fthaffen: U|i«Ä eingerichtet und bestimmet. >7>i>s Mesen, weiches uns erschassen, hat ein unstreitiges Recht über nN-^Mae-Wir sind d^ Geschöpft seines Willens, und uns m (tun KSÄ ^ÄS«SS»r!-”Ä”S to.nHinm 3o*D= 'BtoX Benn^Sfa.™enb^"unö »B»s»ss M alle Wnge in eMem Augenblick überstehet. Es ist daher e.n Hör.g. Sr ^fok, es ifi eine halbe Raserei, daß wir uns unterstehen von den «SSwi'r'ä'irl'lS.'S S? BSssss h n Sen, durch den Willen Gottes uns bestimmet sei, ver uns dadurch 6 S « » tih?Ho ekT@hiffen näher zur Vollkommenheit fuhren will: fiffiftS alles Unglück das einem gerechwn und ♦itAstihhflffßn Mann begegnet, es sei Armuth oder Krankheit, oDtr sonst ftwas von dem, was wir insgemein ein Uebel nennen, es stoße ihm entwe» Ser im Leben oder Tode zu: das alles muß ihm zum Besten gereiche». Wir sehen daß alle Thiere solchen Maasregeln folgen, die stch am bellen M sie schicken; wir nehmen wahr,,daß der Schöpft- m ihrer Na- -tur einen Trieb zu dem, was gut für |ie ist, geleget, dem sie Mä anders M mit Gewalt widerstehen können; Können wir denn nun glauben, daß T - ” ZV-chenblaee. Jfo Serie Meinung davon mittheilen wird. AvertiHement. Es dienet zur Nachricht, daß den zoten dieses laufenden Monaths, eine sehr wohl conditionirte halbe Chaise, welche mit gutem grünen neuen Tuch beschlagen, und mit weißen Schnüren besetzet ist f welche zu z und auch 4 Persohnen gebrauchet werden kann, an den MeiWetenren soll verstrichen werden; wer Lüsten darzu traget, kann sich bey Ausgebern dieses melden und nähere Nachricht bekommen. Ziehung ist den ken May. in seiner Ordnung vor sich"gegangen,'und sind folgende Zahlen herausgekommen. r. Zf. rz. 17. Frey Nummer für die Prämie ist 40 ,, Die zue Ziehung geschiehet Freytags den r7ten May. und die folgende von drey ru drey Wochen. 9 ™ Ein, Wochenblatt Jp Ern^unb auspaßirende vom 3°* SCpril bis den 7. fTiay. 1774» H„r Baron de Geer, Königlich Schwedischer Kammerherr logirt irrt »ßett^Qüiner, Herr ©tcpbst, und Herr Slurai, log. imPosthaus. 8? SSSäSttS&mf«, l.a. »«»HW ehe« Keller Grimme! von Gronau, log. im Posthaus. Herr Marschcommistarius Rauch von Echzel, log. tm Löwen. H^r Kaiserlicher Reichscammergerichtsaffessor von Brttfmth, von Wetzlar, paßiret durch. , . „ . Herr Baron von Schenck von Marburg, log. tm Posthaus. Herr -Oeconomus Hofmann von Grünberg, log. tm Einhorn. Herr Graf Görtz, paßiret durch. , , Zerr Graf von der Lippe Kaiserlicher Kapttam, paßtret durch. Herr Cavirain von Ä-eyland, log. im Postdaus. Her! von Werner, Königlich Preusischer Lieutenant, logirt tm Post- Herr von Lampe, Königlich Preustscher Lieutenant, log. im PosthauS» Frau von Milchling von Treysa, log. trn PostyauS. Herr Baron von Öberkampf, paßiret durch. Herr obnst von Schenck, von Westerburg, log. ini Einborn. Herr von ktwenstern, paßiret durch. . Herr Rachfeld SvndicuS von Gellhausen, log. im Einhorn. Herr Nicolai und Herr Gebhard, 2 Kaufleurhea von Gellhausen,! log. im Einhorn. „ ~ c. . Herr Saul, Capitain von den Hessen Caffelischen Truppen, paßiret durch. Herr Major von Wachs, in Englischen Diensten, paßiret durch. Frau von Radenhaußen komt von Erfmch, paff, durch. Herr Hofgerichtsrath Richter, und Herr Registrator Geppel, beide von ' Cassel, log im Posthaus. Gebshren und Geraufte. Am 2.5. April Conrad Melchior, Johann Rudolph Uanck, Börger- und Rochgerbers, Söhnlein. Eodem f4 wschmdlatk. Eodem Philippina Fridmca, Herrn Johann Philipp Schäfers, Chi- rurgiaübiet, Töchterlein. Am 16. April Maria Johanne»« Magdalena, Johann Philipp Roth, Bürgers und Küfers Töchterlein. Am i. May Wilhelm Christian Henrich Andreas, Herrn Christian Willhelm Kreußler, Magiftri am Fürstlichen Paedag. iliuftr. all, hier, Söhnlein. Beerdigte. Am L4. April Catharina Margaretha, weiland Johann Georg Vetzberg gers, Töchterlein. Am 5. May Herrn Oeconomi Handwerks Jungfer Tochter. Frucht-und andere Preiste am Marktag den 7. May. 1774. Gießer Maas ith alb. Pf- alb. Pf- Pf. 2 4 4 9 Eyer 4 2 X MaaßFruchtBrandew. 12 alb. r Pf.Bratwurst5alb. 1 Pf.inlandifche Seife7alb. 1 Meste Saltz 20 nlb. 1 1 1 1 1 Achtel Korn , Achtel Gerste - Achtel Wcitzcn Achtel Hafer $ 4 4 2 2 2 2 2 fi- 4 8 2 2 2 Pfund klein ge, schalle Gerste - «8 18 2 1 Meste Erbsen # 1 Meste Linsen , Pfund Hirse - Pfund geschälte Gerste - - alb. pf. r5 ‘5 7 Pfund. fi. 9 Rindsfett i 9 Hamelsf. i 1 Lichter - 5. ialb. 1 Karpfen 5 1 Hecht > ' 6 1 Perstng - I 6 1 Vrafem - ! 1 1 Cchleyen I z 1 Butter t I 5 1 Ochsenfleisch - 1 Kühfteisch - 1 Rindfleisch - 1 Kalbfleisch - 1 Schwelnefieisch 1 Hammelfleisch t] Schaffleisch 1 Bockfleisch - 1 Wurst - - i Kalbsgelüng 1 Kalbs-Leber i » Becker-Preiß. Korn zu 5 fl- Weitzen zu 7 ff. Loth. Qu.j K. Loch.Q».^ Butter Bretzel - 14 - 1 - - Weck - Teitscher 8 12 16 4 alb.! pf. - 14 i * Brod. - alb. - pf« 4 4 Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Johann Philipp KrieZ ree Universitäts Buchhändlern hieselbst, an die Herrn Liebhaber gegen einen Flor^ albjähriger Pränumeration geliefert. Einzelne Bogen werden für 3. kr. aus- gegeben. Man kann auch den Herren Liebhabern mit den schon herauögekomme- Mv Schcken dttmlv