Giesser Wvcheilklatk. Bicrzigftcs <5tütf. Dienstags den r. (vctobr. i?74« Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigster Erlaubniß. Verzeichniß der Vorlesungen die auf hiesiger Ludwigs Akademie den x7tm Öctober sollen eröfnet werden- In der theologischen Facultät. /•Lett O. Iohann Herrman Benner/ wird, nachdem er den Brief A) an die Philipper akroamatisch und praktisch erläutert und seine« er Zuhörern, die mehr christliche Prediger, als blose Redner abgebe« wollen, genug Materie an die Hand gegeben hat, denjenigen , die einen Versuch mit Predigen machen wollen , mit seinem Catheder und Censur behülflich feyn; nachdem er die Lehre von dem Elend des menschlichen Geschlechtes und der Seligkeit geendigt hat, wird er die Lehre von der Heilsordnung vortragen, auf Verlangen die theologische Moral entweder nach seinem eigenen, oder einem andern Kompendium, daS aber doch gründ- Ifcb fevit mu6 / desgleichen den zweeten Theil der Dogmatik, leren» Auch bietet er jeden Monat öffentliche Disputirübungen an, deren Kosten nicht gros seyn sollen. Herr D. Johann Georg Bechtold/ hat im vorigen halben Jahr seine hermenevtitschkritische, desgleichen seine Vorlesungen über die Pasto- M i; raltheolo- Mschenblare. Z14 -Herr ralkheologie und den ersten Theil der Dogmatik, geendigek, und wird im gegenwärtigen halben Jahre den zweiten Theil der lezkern, nach Anleituna des seel. Gunners, und die erstere nach Herrn D. Ernest,s Intern® N°yi Teft. leren. Auch ist er bereit die theologische Moral zu leren, u,-d wöchentlich in 2. Stunden, denen die in theologischen Wissenschaften schon weiter gekommen sind, zu der in unfern Tagen so nöligen nüzlichen und ftuchtbaren Lesung der symbolischen Bücher, Anleitung zu geben. , Benjamin Ouvrier, leret von 9 « 10. die cheo ogiscl^Moral nach Henn D. Lessens ; von n - ,2. den zweiten Sb»i(öct iöognwtif nach Herrn D. Dansv's Kompendium > von ui. L?Ä"^ch-ch-- Ae T. nach Spanhe-ms Inrrod™. ad hift. S. mA«!?ribn ^r'h»ne^C)6 Uebungen fortsetzen und ein Examinakorium über den ersten Therl der Dogmatik anfangen. 1 Sviefcrid) tragt den zweiten dertdeos logischen Moral, welche die Lehre von der Äugend in sich fakt, vor, sert sEkurs°risch-xektion-n über Bücher des Alken und N.T sott? und bietet sich zu Vorlesungen über die Äirchengeschjchte und Homiletik, des» gleichen zum Epammiren und Dispukirübungen. J y nr' r 8 Jn der Iuristlsthen Facultak. ‘5«r V. Ishann Lhnstoph Raed, lehret die Pandekten, stikukionen, das peinliche und kanonische Recht. Di« Lehre: de fucceflione ab inteftato tragt er in einer besondern Stunde vor. ' „, „ ^6,rr. D- Ctm'ffum Hartmann Samuel Ganert , trägt von 8 6 ?• lus publicum Rom. germ. von 9 . ,0. 6a6 Jus »ermanicum Pf^mwr. con ; - 4. hält er praktische, von 4 - <• VorlesuEn üb« MS Wechselrecht, und erbietet sich auch über das Lehnsrecht zu lestm *■ e» apiasKÄ*»': zu andern Vorlesungen bereit, f örunD6tle 9fr Pf Wochenblatt Herr Rr » Herr Prof. Helwig Bernhard I-Up , wird publice i)6n i« r. die neueste Walkapitulaiionen erläutern. Privatim aber Montags und Donnerstags von n < rr. das lus privatum pnncipum, an den ubn« mn Tagen den ReichSproceß; von 2. < 3. Samstags von 10 - i t. das lus publicum und von 4 - f. die Reichshistorie von neuem Vorträgen. Erbietet sich auch i» andern Vorlesungen. In der Medic,Nischen Facultät. Herrv. ’lobnnn Wilhelm Baumer/ lehrt von 10 > 1 r. die ms- dicinam forenfein nach dem Ludwigischen Kompendium; »klart von 11 . I r dis led Herrn Prof plakners artem medendi. Wöchentlich tvenfi« er r Nachmittagsstunden zu chymischen Versuchen an und giebt den Kandidaten der M-dicin Gelegenheit sich in der Praxis zu üben. Herr D. Georg Ludwig Alefeld, giebt von 1 - ;. Anleitung jm theatro publico jutanatomia prailica, und trägt von 3 >4- Detnon- ftratiohes anaromicas $0t, nach deren Endigung wird «r die Sem olo- jriam generalem Oder Ofteoloj^iam lehren. Jöert D. Friedrich August Larcheuscr / erläutert von 9« io. Retzii primas lineas pharmaciae, giebt auch Anleitung zum R-k-Pt- schreiben. I« der philosophischen Facultät. Herr Prof. Andreas Böhm/ der Logik, Metaphysik, und Ma- tkematik ordentlicher öffentlicher Lehrer, s-jt seine Vorlesungen über d,e Al- ,hr. (ßtf unh tränt von 4« f. die Logik: von s« £• die Metaphysiek, »en ? " die angewandte Mathematik vor.. Die natürlich- Theologie wM er ;u einer bequemen Stunde lesen und die Bibliothek «rLsnet er W gewöhnlichen Zeit. . ... _ Herr D. Friedrich August Larcheuscr / der naturüchen W-It- weisbett ordentlicher öffentlicher Lehrer, trägt von 8 ' S. die Nakmhistori« des Mineralreichs nach dem Wolt-rSdors, ober patt dessen die elementa feientiae politico - cameralis nach dem FabriciUS 1 Und von 11 biS r r. publice, mal wöchentlich, die Pyroiogie, oder Lehre vom Leuer vor. Drs tvochenblaek. .( >p«t ProS Christoph Friedrich Schulz, der onental. und griechischen sprachen ordentlicher öffentlicher Lehrer, wird publice von den klaßischen Autoren der Araber reden , privatim von io , n Den Lu. kas von ii < 12. Die Psalmen erklären, in der englischen Sprache giebl er «ach Thomsons Grammatik Unterricht. y Herr D. Christian Heinrich Schmid, der Dichtkunst und Beredsamkeit ordentlicher öffentlicher Lehrer, ließt publice von t. 4. über die römische Alterthümer nach dem Gruner. Privatim erklärt er einige Bü- cher auS den Annalen des Tacirus und erbietet sich zu Vorlesungen über die Lere vom Menschen, insofern man ihn philosophisch betrachtet, nach dem Plarner, über die celnsche Mythologie, Grundsätze der Poetik, Ge« schichte der schönen Kun,ie nach dem Büsthing, und über die Geschichte der Menschheit nach dem Jstlin. ... -pt Prof. Erich Christian Rlevesähl, der praktischen Welt« Äti' S?" öffentlicher Lehrer, will publice die Grundsätze des Kir« chenrechks; da« Ins publicum umverfale und die Geschickte Iw »taTH. ftben Philosophie, nach seinem eignen Handbuche lehren; privatim aber von 8 - 9. das Natur ♦ und Völkerrecht nach dem Danes; von y - io Vie Politik; von ;. q. die philosophische Sittenlehre von neuem anfangen Seme praktische Examinir-und Dispukirübungen sezt er fort. fi Ausserordentlich« Vorlesungen. D c ^trr Johann Christian Diez, der Theologie aufferordentlicher -rbsnek von neuem ein Collegium dogmatico-exlminator *m «der Seiner Hochwurden Herrn D. Benners Notitiam iälutk SS Glaubensartikel den er auf diese Art durch gegangen hat, wird er auch durch Zr? wochettblätk. durchdisputiren lassen. Auf Verlangen erklärt er den Brief deS herligm PaulluS an die Kolosser in einem Collegio exegetico - pradico und gwt Anweisung zur griechischen und hebräischen Sprache. Herr Johann Christoph Friedrich Schulz/ der Theologie ausserordentlicher ProfeCTor tragt von 9 * 10. den zweeten Thell der Dogmatik nach dem Heilmann vor; und sezt die Arbeiten des Predrgersemma- riums fort. Herr D. Christoph Ludwig Nebel/ der Medicmau^ cher ProfeHor sangt von neuem Vorlesungen Uber die Hebammenrunlt nach dem Stein an. In seinen Vorlesungen über die -Osteologn wird er von den mancherlei Verrenkungen und Brüchen der Knochen llnlemchr geben und privatiffime die Wundarzneikunst vortragen. privat Docenr. Herr Johann woltzaug Lonrad Lmck / der Weltweisheik Doclor, fd-igt die Logik, Mekaphvsick und phllosophische Moral nach dem Feder von neuem an. Die Sprüchwörter Salomons erklatt er und «rbi-t-t sich zu Vorlesungen über die hebräische und arabische Sprache, nach Herrn Hofralh Michaelis Grammatiken. Beschluß des im z8. Stück abgebrochenen Hand - und Sitten« Küchleins, welches einige allgemein« Vorschriften enthält- 3. Von der Aufführung des Abends. DeS Abends ohne Gesellschaft zu ftyn, ist eine unerträgliche Last. Man muß daher dafür sorgen, sie zu erhalten. ES ist einem Manne vom Stande unanständig, des Abends viel schlechter zu speisen, als des Mittages. Wie armselig sieht es auS, wenn man etwa ein bißgen kalken Braten und Buikerbrod austrägt. Da kann «S sreylich nicht recht lustig zu gehen. Mich deucht: keine Zeit ist zum Trinken bequemer als di« Abendzeit. So Halle ich es. Und ich bin gegen I l Uhr mit allen meinen Gasten fer- R r 3 tig. 3 l 8 WdLdmb!arr' tig. Wir erzehlen uns denn allerhand Historien, erinnern uns unserer Im gendränke und freuen uns herzlich darüber. Wir vergnügen uns mit lusii. gen Spielen und lachen und küssen uns mühe, bis wir um 12 oder rUhr zu Bette gehen. Ich kenne Leute, welche in ihrer Einfalt behaupten, daß man sich des Adenos nicht mit Essen und Trinken überladen , zu rechter Zeit, das heißt bey ihnen um 10 Uhr zu Bette gehen und des Morgens mit Anbruch des Tages wieder ausstehen solle; denn, sagen sie, so werden wir des Morgens munter und zur Arbeit geschickt sevn. Allein, was gehen uns ihre Arbeiten an. Ich danke Gott dafür, daß ich nicht arbeiten darf. Jä) war neulich in einem Hause, wo man des Abends nach einer sehr mittelmüßrgen Mahlzeit so moralisch sprach und so viele Anmerkungen Über das Sittliche der menschlichen Handlungen machte, daß ich ganz verwirrt wurde. Ja! ich hörte, da ich schon auf meiner Stube war, im ganzen Hause singen, als wenn ev in der Kirche wäre. Ich fragte den folgenden Lag: ob man hier alle Tage bettelte? Unser wunderlicher Wirth sagte: er bete zu Gott, damit er nicht bey Menschen betteln dürfe, die zuweilen schlimmer wären, als Teufel. Nachdem ich überhaupt diesen kleinen Abriß von meiner Denkungs- und Lebensart gemacht habe; will ich inskünstige einige besondere Maximen sammlen, welche ungemein brauchbar sind, und wofür die Leier ihr Geld nicht ohne Nutzen ausgeben werden. J Academifche Nem'gker'teri. Den Een und Een September waren bey hiesiger hochlöbs Universität feierliche Tage. Zwey Gelehrte Frankfurter, Herr lobann Isaac Hofmann, und Herr Philipp Carl Diehl / betraten tu Erlangung des Doctorhuths unter Vorsitz des Herrn Geheimenraths und Vicecanzlars Loch den juristischen Cakheder und handelt die Hofmanni- sche Dissertation de Creditore hypothecario liciratore in fubhaftatione hypothecae non excludendo, 41 Bogen, die Diehlifche aber de Ci- tatione edittali cautiom ab heredibus peregrinis praeftandae furro- gata. 5 Bogen. Eiri- Gebühren und Getaufte. Am 12. September Christian Moritz, Johann Georg Ludwigs , Bey« Am is.^SeptembV AZillhelm Christian, Johann Melchior Noll, Bur- ,k;s”ä6S W ME M. und Kleinuhrmachers, Söhnlein. nll- Am i8. Septembr Moritz Conrad, Ernst Smon &mti, Burgers all- hier, Söhnlein. Wochenblatt. W Ein--uttd auspaßirende vom 24. September bis den i. Oceober 1774» Herr Regierungsrath Stock von Vraunfelß, paßiret durch. Herr Professor Kahrel von Marburg, paßiret durch. Herr Hofrath Verdries, log. bei) Herrn Obereinnehmer Tasche. Herr Gcheimderrath von Reneck, in Fürstlich Wallveckilchen Diensten, Herr Klopstock, in Königlich Dänischen Diensten, paßiret Herr Obnst und Oberstallmeister von Schorokofsky, nebst dessen Gemahlin, und Frau von Wallbrun von Darmstadt, log» un Einhorn. Herr Capitain von Schachten, in Hessen Caffelischen Diensten, paßiret durch. u . Herr Factor Stein von Hessen Cassel, paßiret durch. Herr Capitain Stockhausen, in Königlich Preusischen Diensten, logrrt Herr Gruber von St. Jean, und Herr Wagner von Hoyneck von Vern, Herr ^illhelnst?Heffencasselischer Artiüerielieutenant, paßiret durch. Herr Capitain von Duclas, und Herr Capltam von Gleyen , deyde m Englischen Diensten, pass, durch. . . Herr Eieutenant Reinbold, in Holländischen Diensten , log. iM Einhorn. Herr Amtmann Hentzerling von Ellingen, log. im Einhorn. Beer- zrcr Wochenblatt. Beerdigte. Am 16. Septembr. Georg Balthasar Rinn, Burger und Brauknecht allhier. e Am 17. Septembr. Johann Anton, Johann Henrich kynckerS, Brief» ttägerS, Sohnlein. , Eodem Herr Johann Henrich Wilhelm Schuhmacher, Studiofus Iuris allhier. Am 19. Septembr. Conrad Melchior, Johannes Noll, Burgers und Fuhrmanns, Söhnlein. Eodem Christina Johannetta Maria, Johann Philipp Ruppersbergers, Burgers und Schreinermeisters, Töchterlein. Am 20. Septembr. Jeremias Friederich, Johannes Noll, Burgers und Fuhrmanns, Söhnlein. Am 2z. Septembr. Anna Sophia, Johann Georg Linnestruthö, Burgers und Fuhrmanns, Töchterlein. Frucht-und andere Preiße am Marktag den i.Octobr. 1774» Gießer Maas Pf. Pf. 1 4 1 6 1 1 Pf- 4 1 7 Eyer 1 4 alb. 1 Pf. Bratwurst zalb. 1 Pf.jnlandische Seife 6 alb. Becker-Preiß. Korn zu 3 fl. rzalb. Weitzen tu 6 fl< koch. «Qu. alb.' pf. Brod. ♦ t \4 I- z jButter Bretzel - 4 - l- i 1 3 ? 4 4 Weck - f Taigscher, alb. pf. 1 4 - 4 alb. 2 2 2 ; 2 alb. IS *0 Ochfenfleifch - Kühfleifch - Rindfleisch - Kalbfleisch - Schweinefleisch Hammelfleisch Schaffleisch Bockfleisch - Wurst - , Kalbsgelüng Kalbs-Leber Achtel Gerste - Achtel Weitzen Achtel Hafer - Meste Erbsen - Meste Linsen - Pfund Hirse - Pfund geschälte Gerste - - Pfund klein geschalte Gerste - 25 16 16 2 Qu. I 2 I r 22 4 pf. 6 2 fl. 3 2 6 i Achtel Korn 1 a 189 Pf. alb. 5 6 6 1 Maaß Frucht Branden». 12 1 Meste Saltz 20 alb. 3 6 alb. 15 «5 7 2 1 Karpfen 1 Hecht > 1 Persing - 1 Brasem, 1 Echleyen 1 Butter - Pfund. fl. roRindsfett 1 lo Hamelsf. i 1 Lichter -