Gicsscr ® o 4> c II 0 I a 11. Siebenzehendes Stück. Dienstags den-7. April. -77j. Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigster Erlaubnis. Beschluß der Betrachtung über den Nutzen der Hcon-mischen Gcjellsthafcen. ^^^iese Ankündigung ward mit einem allgemeinen Beyfall aufgenom- y&J men. Die Zahl der Unterschriften überstieg die Hoffnung des Er- fiiiverS dieses Vorschlags und der Personen die ihn aufgemuntert hatten die Gesinnungen seiner Mitbürger durch diesen Weg zu prüfen. Ein so erwünschter Erfolg gab dem Herrn Tschiffeli Muth seine Absichten wei, ters auszudehnen; er sah zugleich aber die Schwierigkeiten vor die bevorstehende Arbeit in einer zahlreichen Versammlung nach allen ihren umständlichen Theilen auszuführen. Dieser eifrige Freund des Vaterlandes bat sich also durch einen neuen Vorschlag an alle Unterschriebenen die Freyheit aus, sechs Mitarbeiter zu wählen, die sich wiederum sechs andere Mitglieder ernennen sotten, um gemeinschaftlich unter der Form einer beständigen Gesellschaft mit verschiedenen Landwirthen Briefe zu wechseln, und aus denen erhaltenen Nachrichten von demjenigen Zustande des Feldbaues die Untersuchung neuer Mittel zu desselben Verbesserung zu beleuchten. Herr Tschiffeli wählte sich nachfolgende sechs Herren als die ersten Vertrauten und Beförderer seines gemeinnützigen Vorschlags auch zu seinen ersten Mithelfern: Herrn Engel gewetzten Landvogren zu Aarbergjcht- R regierenden i3o Wochenblatt- regierenden Landvogt zu Tscherlitz ersten Präsidenten dieser neu entstandenen Gesellschaft einen ganz uneigennützigen Patrioten, und recht verehrungswürdigen Eiferer für daS gemeine Beste; Herrn Herbort gewetzten Direetorn des Salzamts zu Roche jetzt des täglichen Raths > Herrn von Dießbach zu Simmeringen des großen Raths; und die Herren Lönig, von Tawel und Tscharner den altern. Diese sechse wählten sich fernerS sechs andere Beysitzere: Herrn Gmner vormals Landvogten zu Jnterla- chen jetzt des täglichen Raths; Herrn von Wattenweyl Altlandvogten von Nydan ; die Herren Lienhard Seckelschreiber der deutschen Lande, Steiger von Aubonne, und von Grafenried Herrn zu Wallemann alle drey des großen Raths ; und Herrn von Grafenried von Burgistein- Diese Herren verpflichteten sich zu einander, auf die Gegenstände der Gesellschaft eine nähere Aufmerksamkeit zu wenden, und durch einen zweyten Beyschuß die nöthige Unkosten zu bestreiten. Sie hatten anfänglich keine gar reiche und vollkommene Früchte zu hoffen; es war nach ihrer Sprache zu reden fürs erste nüthig Arbeiter zu finden und das Erdreich zuzurüsten, ehe sie sich einer glücklichen Erndte versprechen konnten. Sie fanden genügsame Gründe zur Aufmunterung in den ersten Zeichen des BeyfallS und der allgemeinen Zuneigung ihrer Mitbürger und Landleute zu Gunsten ihres Unterfangens und in der be- sondern Thätigkeit einiger ihrer Mitglieder. Sie hatten sich auch des zuvorkommenden Schutzes verschiedener Magistratspersonen vom ersten Range besonders der hochwohlgebohrnen Herren Freudenreich von Bon- flatten/ und Herbere ihrer würdigen Präsidenten zu rühmen. Die freywillige Wetteiferung so vieler für das Vaterland wohlgesinnter Bürger ihren Einladungen zu entsprechen, und die einmüthige Bereitwilligkeit aller Mitglieder sich in der Ausführung ihrer gemeinschaftlichen Arbeit die Hand zu biethen, gaben ihnen ein recht von dem künftigen Erfolge immer bessere Hoffnungen zu schöpfen. Zu Anfang des Jahrs 17^1. wurde ein Vorschlag in dem ganzen Canton ausgebreitet und alle geübte Landwirthe, und alle geneigte Beför. derer ihres Zwecks überhaupt eingeladen, sich in Gesellschaften zu verbinden um sich mit ihnen um die Aufnahme des Feldbaues des Nahrungsstandes und der Handlung in dem Vaterlands zu bemühen. Sie hosten die einigung dieser verschiedenen Gesellschaften würde sie in den Stand setzen ihre Wochenblatt. in ihre Arbeiten mit besserm Vertrauen und dahero auch mit größtem Nachdrucke fortzutreiben. Die Pfarrherren auf dem Lande wurden erinnert, es für eine wichtige Wohlthat für ihre Heerde zu rechnen, wann eS ihnen gelingen sollte, richtigere Begriffe von der Landwirthschast unter das ftld- bauende Volk gebracht, und bey demselben durch einen überlegtem Fleiß die Lust zur Arbeitsamkeit erweckt zu haben, wodurch so wol die Gottesfurcht als die Sitten befestiget werden. Sie richteten die gleiche Aufforderungen auch an die Eigenthümer großer Landgüter die den ökonomischen Wissenschaften eine besondere Gunst schuldig sind; es seye, daß sie sich würklich auf ihren Landgütern aufhal- ten, oder nur die allgemeine Aufsicht auf die Besorgung derselben ihnen Anlaß gebe Verbesserungen anzustellen, und die Versuche des Landvolkes zu befördern, Endlich wurden alle Amtspersonen, alle Leute vom Stande um der Liebe des Vaterlandes willen vermahnt, niemals den großen Nutzen aus den Augen zu setzen den höhere Beyspiele, durch einiges Ansehen unterstütze Rathe, gelegentliche Handbiethungen, und Aufmunterungen bey der arbeitenden Classe von Menschen schaffen könne, die sich allzusehr durch Vorurtheile beherrschen lassen, und aus einer nothwendigen Folge ihrer Umstande weniger aufgelegt sind von sechsten nachzudenken, als von den Gedanken ihrer Obern geleitet zu werden. Auch in diesem Stücke wurden ihre Wünsche von dem Erfolge übertroffen. Es entstunden verschiedene Gesellschaften *) von denen sie bereits Früchte ihrer Untersuchung und Proben ihres Eifers empfangen haben. Was ihnen insonderheit die innigste Freude verursacht ist die edle Wetteiferung, mir welcher die Verehrung des Feldbaues bey verschiedenen ihrer Nachbarn undEyds- genossen auftvachet, und lebhaftere Begriffe von dem daraus fliessenden mannigfaltigen und für daS Vaterland wichtigen Nutzen ankündrgt. r Die *) Zn folgenden Städten des Cantons folgte man denen patriotischen Bemühungen der Hauptstadt nach und zwar erstlich in dem Französischen Therle; zu Lausanne, Vivis, Jverdon, Neus, und Päterlmgen. In dem deutschen Theile: zu Biel, Aarau, im Emmenthal, und zu Nybau. Diese Gesellschaften sind nach Maaßgabe der Städten und Gegenden in welchen sie errichtet sind mehr oder weniger zahlreich; und bestehen theils aus Standes Magisiratspersonen theils auch aus Gelehrten qeist und weltlichen Standes. Kzr ZVochettblatt. Die bereits im Jahr 1747. zu Zürich errichtete phystcalische