eitfftr WVGc !I 0 llltü Funfzehendes Stück. Dienstags dm rz.Aptik. 177;. Mit Hochfürst!. Hessen Darmstadtischer gnädigster Erlaubnis. Gedanken der Frau Rarschm in Berlin auf die Unterredung "3b> rs Majestät des Königs in Preussen mit dem hannöverischen Leibmedicus und Hosrarh D. Zimmermann in Sans- Souci. *) Alexanders Zeitgenossen Nach Delphos giengen / und des Gottes Gegenwart, -Dom Heilgen Schauer übergossen, Mit wunderbarer Art Empfanden auf des Tempels Stufen; So gieng der Schweitzer Zimmermann Jüngsthin nach Sansfouci, vom Könige berufen, Und staunte da den Marmor an — Und fühlte da die Gegenwart der Musen, Die vor und um den König gehn. Sein Herz erhob sich aus dem Busen, Und blieb in seinem Auge stehn. - P Dtt *) Die Unterredung findet sich in dem ersten und zweiten Stuck unserer Blätter 1773. und ist Mich apart in 8. zu haben. it4 Wochenblatt. Der König kam und Frost und Hitz- Ergriffen ihn, als käme mit dem Blitze In seiner Hand von des Olympus Spitze Der Götter Gott herab. Doch da der König mit dem Geiste Der Sanftmuth ihm zween Blicke gab. Und einmal lächelte, da ward der Schweitzer dreiste, Und seine Rede stoß den Honig Worten nach, Die Friedrich eine ganze Stunde Hindurch aus grosem Herzen sprach. Auf Cicerons und Casars Munde Hat nie die Sunda so geschwebt. Nie sprach im Edlen Marc Aurele, Mehr eine königliche Seele, Die Göttern nachzuahmen strebt, Mit einem Römer oder Griechen. In dieser theuren Stunde prieß Der Schweitzer Gott, daß nicht sein Geist von ihm gewichen, Daß er ihn auf der Erde ließ, Um diesen König anzuschauen. Ihr Dichter, die ihr euch bemüht. Ihm Ehrensäulen aufzubauen: Wer nicht sein stralend Auge steht — Wer nicht die Menschenliebe höret Mit aller ihrer Göttlichkeit, Der ist noch nicht geschickt, daß er die Nachwelt lehret, Wer Friedrich war zu unsrer Zeit. Antwort des Schweitzers auf bas vorige. Nein, Sappho I nicht mit Frost und Hitze, Die keine freye Brust vor Königen empfand, Nicht, wie, wenn Gott von des Olympus Spitze Den Sterblichen erscheint mit Blitz in seiner Hanv — Nicht zitternd vor der Majestät, Die um Monarchen glänzet, steht Ein Sohn Helvetiens, der seine Würde kennet, Nicht Wochenblatt. iif Nicht st vor Königen, selbst deinem Friedrich nicht. Er, den dein schmeichlend Lobgedicht, Zu meines Landes Stoltz, den Schweitzer nennet, Er, groß genug, den ganzen Werth Von deinem Könige zu schätzen, Dem Fürst, dem Helden und dem Weisen werht, Bewundert ihn nicht mit Entsetzen. Nein, seine Würde fühlend steht er da, So, wie ein freyer Geist den grosen König sah. Ihn schrecket nicht das göttliche Geleit Der Musen um ihn her: in feyerlichen Stunden Der denkenden geweihten Einsamkeit Hat er oft ihre Gegenwart empfunden. Voll Danck, davon sein Vuftn giüht, Prelßt er für sein erhaltneS Leben Den Retter, der es ihm gegeben: Nicht, weil sein Aug den grösten König sieht. Vom Tod in jene Welt geführet Sah er der Götter Gott, der Könige regieret - Er danckt mit hoch erhabnem Geist, Wofür Die Welt mit ihm den Retter preißt, Daß er, des Todes Arm entrissen, Auf neu betretner Lebens Bahn. Das süßeste, das schönste Glück genießen, Daß er der Erde nutzen kann. ; Verzeichnis ver Vorlesungen auf hiesiger Universität Gießen in künftigen Sommerhalben Jahr dieses 177z. Jahres. Jn der theologischen Faeultät. Herr O.Ioh. Herman Benner wird publice die Kirchenhistorie, privatim dieDogmatik und zwar keine populäre sondern eine gründliche,und durchaus mit Erläuterung der Beweißstellen begleitete lesen, weilen er es für Schande für einen künftigen Lehrer der Religion, für die Wiedersacher aber sehr erwünscht hält, nichts mehr als populäre Kenntnisse zu haben. Auch P r PM ns Wochenblatt. den praktischen Theil der Theologie wird er auf deutliche Begriffe gegründet vortragen, und in einer öffentlichen Schrift den Ungrund einer neuerlichen Klage als ob man in der Kirche noch keine Anweisung zu einer wirklichen christlichen Moral habe, darthun. Herr D. Joh Georg Bechtold / wird die im vorigen Winter geendigte dogmatische polemische Moral und PastoralVorlesungm aufs neue anftngen. Zugleich wird er die schwersten und von den Feinden der Religion am meisten gemißbrauchte Schriftsteller exegetisch durchgehen, endlich ist er bereit in der symbolischen Theologie, Hermenevtik und Homiletik Anleitung zu geben. Herr Ludwig Benjamin Ouvrier / fangt von io * n. seine Lehrstunde über Danov Dogmatik wieder an. In einer künftig anzuzeigenden Stunde ließt er über Leßens Moral, die Polemik wird er auf Verlangen über den Müller lehren. Herr D. Carl Friedrich Bahrdt / setzt seinen homiletisch praktischen Unterricht, und seine cursorische Lectionen über das alte und neue Testament fort. Desgleichen lehrt er die Grundsätze der arabischen Sprache , und die Kirchenhistorie des Neuentestaments ngch seinem eigenen Compendio. In der Juristischen Facultät. Herr D. Christoph Roch, ließt von 9. bis 10. und von n. bis 11 Pandekten, von ro.bis n. peinliches von r- z CanonischeS und Protestantisches Kirchenrecht. Herrv. Christ. Harem. Sam. Gayert, erklärt V0N8-- das kehnrecht nach dem Böhmer, von xo-u. und von u-12. das Deutsche und Privatrecht der Landesherrn nach dem Selchov. In Nachmittagsstunden ließt er ein Collegium pra&icum und über die Diplomatik. Herr D. Ludwig Julius Friedrich Hopfner, tragt von io-n die Rechtsgeschichte, von 1 x bis 12 römische Antiquitäten, von 2-- Institutionen von z - 4. juristische Litterairgeschichte vor. Publice wird er von 8- biß 9. examinir Uebungen halten. Herr Helwig Bernhard Jaup / erklärt privatim wn 1 - 3. Pü tter- Staatsrecht, von z-4- eben desselben Reichshistorie und in einer bequemen Stunde den Reichsproceß. Publice erzählt er die neueste ReichS- geschichte von Kaiser Leopold an. Wochenblatt. H7 In der Medicinischen Facultär. Herrv. Johann wiilhetm Baumer/ erläutert von y-ro. das 7te und 8te Buch des CelsuS von der Arzemywiffenschaft. Um io Uhr ließt er die Chemie und macht die nöthige Proteste. Um n. giebt er pathologisch therapeutischen Unterricht in der Lehre von den chronischen Krankheiten nach dem Plattner. Derr D. Georg Ludwig Alefeld/ verspricht von 9- io. die Physiologie nach dem Ludwig ; von r- z. über die Hebammenkunst nachdem Fried/ von r -4. über die Splanchnologie zu lesen, und zweymal in der Woche die Natur der Luft mit Experimenten zu erläutern. Herrv. Friedrich August Lareheuser/ lehrt um 9. die Botanik und demonstrirt die Pflanzen des Universitatsgartens nach Linnäischen Grundsätzen. Um n. Uhr handelt er die Lehre von den Speisen aus dem Pflanzenreiche ab. In der Philosophischen Faculrät. Derr Prof. Ernst Thom, ließt um 8. Uhr Moral und Politik nach Anleitung Winklers. Um 1. über die Landwirthschast nach dem Bekmann, und um r Uhr die gesamte ökonomische Wissenschaften nach dem Dithmar. Derr Prof. Andreas Böhm, trägt von 7-8. die Logik, von 8 - 9. die Metaphysik von 1 < 2. die reine, un dvon r - r. die angewendte Mathematik vor. Er wird auch nach Verlangen Naturrecht oder Physik dociren. Herr D. Friedrich August Cartheustr, lehrt von 8 - 9. die Physik; privatim von 7*8. die Naturgeschichte der Metalle publice zweymal in der Woche. Derr Prof. Ioh- Christoph Friedrich Schulz / erläutert von 9-io. die Epistel an die Römer. Von 2. -ließt er ebraische Grammatik. DaS Englische wird er nach seiner Gewohnheit publice und priva- tiffime lehren, auch zum Unterricht im Arabischen und Syrischen ist er bereitwillig. Herr D. Christian Henrich Schmid/ wird über die fiindamen- •a Stili cultioris des Heincccius von 8- 9; die sechs ersten Bücher derAe, neide, die Lrtterairgescbichte der Poesie, und MarmontelS Poetik lesen. Umversalhistorie erzählt er nach Gaccerers Lehrbuch. P $ Herr Wochenblatt- ii» Herr Prof. Erich Christian Alevesahl / will puplice die ge- lehrten Historien nach dem Heumann um 8 Uhr, privatim um io. daS Naturrecht nach dem Daries um z.die Universalhistorie nach dem Scdlö- tzer. Die neue europäische Völkergeschichte aber nach dem Achenwall vortragen. Will auch gerne Unterricht in der Heraldik Numismatik und Diplomatik ertheilen, wannS von ihm verlangt werden solte. Auserordentliche Vorlesungen- Herr Prof. Johann Christian Dietz/ wird die schwersten Sprüche der Bibel erklären, und wenn es bequem geschehen kann, homiletische Dispositionen beysügen, die Hermenevtik lehrt er nach dem Baumgarten, Vas Griechische vermittelst Erklärungen eines alten Autors und das Hebräische nach der Danzischen Grammatik. Auf Begehren wird er auch die Kirchenhistorie lesen. . Herr Prof. Ioh. Christoph Frrednch Schulz, halt von i»i; n^ungen mit den Mitgliedern des PredigerSeminarii. Von 8.9. wird