Giesser Wochenblatt. Zwky und Zwanzigstes Stück. Dienstags den r. Ium'i 1772* Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigster Erlaubnis. ollen wir die Ursachen deö Windes, DonnerS und Blitzes untersuchen, so müssen wir erst die vier Elemente, ihre Entstehung, Wirkung in einander, Veränderung derselben durch sich selbst und Scheidung kennen lernen. Bey der Entstehung der Elemente müssen wir zurück sehen auf die grosse Schöpfung des Allmächtigen. Dav erste Chaos, das Gott schuf, war das Wasser; in dem Wasser ließ er die Erde entstehen; denn in dem Wasser waren die übrigen drey Elemente enthalten; er sonderte zuerst daS allersubtileste, daS Feuer ab, und setzte eS (n die oberste Höhe des Weltgebaudes; denn daS Feuer ist ein leichter Cörper, und alles, was leicht ist, steiget aufwärts. Darauf sonderte der Schöpfer wiederum, daS was das subtiieste nach dem Feuer ist, nämlich die Lust, und setzte sie neben das Feuer; nun war noch übrig feucht und grob, dies schiede Gott nun wieder von einander, nämlich daS Wasser von der Erven. So theilte er also daS erste Grundgeschöpf in vier Thei- le, in Feuer, Luft, Wasser, Erde; ein jeglicher der 4 Theile, hat seine Kraft stärker, nachdem eS subtiler ist. — In der Starke übertrist das Feuer alle; es durchdringt alles, und vermag die übrigen Elemente seiner Klarheit gleich zu machen; eS giebt allen Geschöpfen das natürliche Leben; denn ohne ihm sind alle Dinge tod, wie wir im Winter augenscheinlich se- D hen. Von den Ursachen des Windes / Donners und Blitzes. I7o wochenblaer. ben Das Feuer macht die Luft klar, eS reiniget sie von allen Dünsten, die eine Feuchtigkeit sind, und macht sie subtil; es macht mit der Luft Gemeinschaft, so daß es nicht ohne ihr bestehen kann; denn schlüffet das Feuer ein, und benehmet ihm die Lust, so wird es verlöschen. Dies weiS ein jedes Kind; es gehet alsdenn zurück, woher es gekommen ist. Wie aber das Feuer in die Lust würket, so auch ins Wasser und die Erde; es macht das Holz glänzend, wenn wirs damit entzünden; denn eine Kohle wird, wenn man sie anzündet, ganz helle und durchsichtig, wie das Feuer; es bringt sie zurück in ihr erstes Wesen, in Aschen. Diese Asche fann durch das Feuer wieder clarificirt, zum Glaß und also auch unsichtbar gemacht werden, denn ihr sehet keine Asche mehr , sondern Glaß. Dazu bedient sich daS Feuer der Lust, als des Vereinigungsmlt- tels, durch welche es in die Körper eindringen kann. Eben dieses Mittel braucht das Feuer auch, wenn es sich mit dem Wasser vereiniget, wozu noch die Trockenheit der Erde beytragen muß; denn ihr könnt kein Wasser erhitzen ohne Lust und trockener Erde, welche Torf oder Holz seyn kann. So wunderbar diese Vereinigung, die Erhöhung der Elemente und -ihre Würkung ineinander ist; so wunderbar ist auch ihre Scheidung. - ! Nun kommen wir auf die Scheidung der Elemente, die beständig fortgehct. Da sie aber alle unter einander unzertrennlich vermischt .sind, so scheiden sie sich auch nur auf eine solche Art, daß immer eines von den andern etwas mit sich führt. So steigt der Geist des Feuers von der Erde empor, und führet mit sich Luft, Wasser und Erden, welche durch die Kälte der Lust erkaltet und verdicket werden, und gehen dann wieder zu ihres gleichen, davon sie gegangen sind. Der Geist des Wassers , welcher auch das Oehl oder die Fettigkeit der Erden heißt, steigt in Gestalt eines Nebels aus dem Wasser, oder der mit Wasser erfüllten Erde, und fällt wieder nieder in Waffertropsen, u. s. w. Ein jedes Element ist tot) ohne die andern. - Das Feuer giebt den übrigen Elementen das Leben, so wie auch die Warme daS Leben des menschlichen Cörpers bestimm:, der aus allen Elementen zusammen gesetzt ist. - Auch das Feuer ist tod ohne den übrigen Elementen. Und so sichet man, wie die Weisheit des Schöpfers alles in der Natur auf das genaueste W-chenblatt. 17t raueste verbunden und kein wesentlicher Theil deS Ganzen weg seyn kann, wo nicht Vie ganze Natur in ihr Chaos, ja, m -hr Nkchts zuruck- aeven soll Das Feuer ist das Leben deS Ganzen; das Feuer lebet tn der ffi dieLuftüi, Mr; das 23a|fer in her Erden; die Erde im Ma - ser; da« Wasser in Der Lust. So reiniget das Feuer Die Lust , Die Lust Da« Wasser, Das Wasser Die Erden, unD ein jegliches kheilek dem andern von seiner Wesenheit oder Natur mit^- Jm Sommer ziehet Die Kraft Der Sonne da» Wasser unsichtbarer Weise von der Erden auf; Die Lust macht es heile, so Daß man da« Wasser nicht von Der Lust unterscheiden kann; so bald aber Die Kalte eintritt, congesirt Das Wasser und wird sichtbar. - Die Kälte ist Dem Feuer entgegen gesetzt ; jenes macht subtil, unD D?eft verdicket, indem sie Dun Wasser die Warme ben.mmt und zu. oleick die Subtilität Der Luft. Das ist alsDenn Die Ursache, warum das Wässer in Tr p n wieder niederfällt, welche Die Erde als ihre Nahrung empfängt, im6 sie Durch Hülfe der Wärme zu einesjeden Gewachst Natur zur Fruchtbarkeit verwendet. - Hier ist Weisheit des Schöpfte«, - wer mag sie genugsam aussorschen? - n^(l, zunehmender Kälte wirD DaS Wasser congelirt und verändert mithin Die Gestalt Der Erden; Da macht-die Kalte als em Effect der Erden Das Wasser ihr in Der Dicke und Hurtigkeit gleich. - So verdickt auch Die Luft DaS Feuer, wenn Die Kälte größer wird , als Die Warme des FeuerS; und so verändert sich Das Feuerin die Gestalt der Luft, iie Luft in Die Gestalt DeS Wasser«, und DaS Wasser in Die Gestalt Der ®rhen, uns dadurch werden Die vorhin angegebenen Grunde von Der Sche'dung DeS ersien Wesens bestätiget. Denn , so wie Go t Die Elemente schiede Mi« d m ersten Grundgeschöpfe, so werden auch Die Elemente wiederum ^^ ^r Äuer in ihr erstes Geschöpf zurück gebracht Das sieht man an ewer brennenden Lampe ; hier bemerkt man keinen Unterschied zwischen d-M Ockl und der Flamme - DaS Oehl ist selbst Die Flamme unD Die klamme ist Das 0ehl, welches Durch Die Flamme gehet, unD wird Durch Die Kälte als DeS FeurS Widerpart!) wieder in fein Element geb;acht. Wer nun Dieses vorhergehende genugsam einsichet, Der erkennet auch kÄ Wasser sich vermindert hak; di- Ursache ist, nÄ di- kust ln der Ä™ «men Grad warm, .st ms das Wasser/' «f^mals ab-e ttäak S?h ttn lunt)C!Ne6Jf»mmfbh)1|UntVr$l‘,-lr9 ®ÖKne" fei,le Windstille tictfpü' ^es kommt daher, weil wir weit von dem Ort, da das Wat- ftr und Luft solvut werden, entlegen sind ; der Wind aber folgt auf die Solution , tvie wir durch ba$ Getöse, das in der Ferne von uns gemacht ^nKnen ' $ßnn wir hören den Schall erst lange nachher, da wir doch schon das Feuer, welches die Lust entbindet, blitzen sehen' tue starke Bewegung wegen des Unmamd ^er @on, MM?fmo”btt9itl 9i zwsschen Wochenblatt. 174 Avertiflement. wir denen respectiven Herrn und Gönnern unserer Blatter für dero gütigen Bsytrag den veÄ)indlichsten Dank abzustatten haben, so bitten wir ferner uns mit solchen nützlichen und lehrsamen Abhandlungen zube- ■■; i ... chren, tTkackricht füe einige Hauswirthe, welche zu wessen Verlangten, " wie das Silbergeschirr am besten zu reinigen und zu putzen wäre. Die silberne Geschirre werden am besten auf folgende Weise gereini- aet und geputzt. Man nimr Frausneis brennet solches, und zerstößt es auf das zarteste, alSdenn nimt man Weinstein, stoßt ihn ebenfals sehr rart^ und vermischet solchen mit dem Fraueneisstaube. Mit diesem gemischten Fraueneise und Weinsteine reibet man anfänglich mit einer Bur- fle und sodann mit einem Leder das Geschirr trocken ab , wodurch solches rbeils vom Schmutze gereiniget, theils einen schönen Glanz erhalt. Oat aber das Silbergeschirr Flecken und dergleichen, so reibt und putzet man solches zum erstenmale naß mit obigem Fraueneise und Weinsteine und zuletzt wie vorhin trocken ab. daß es alles naß wird, thut solches in den gekochten Hopfen und läßt es nur einmal damit aufstoßen oder auskochen, sodann wird es gleich von Feuer genommen. Wenn es so weit abgekuhlet ist , daß es noch so vkl Warme hat, als das Bier, wenn es gestellet wird, haben muß, so v^ird so viel Pottasche, als ein Taubeney groß , und so viel Barm, als in einer halben Tonne sich findet wenn das Bier davon gezapset ist , dazu aethan, und damit wohl durch einander grrühret Dusts arbE sich zu einem guten Gest, und wird zu obbemeldeten 4 bi« f Hunten Lchrok, - *8S8 SSflKtt ww -«■ ei*. WS Ä'Ä’Äfi S'fiiÄ- gebraucht, und giebt, wenn e-gut Mach, mehr Branntwein, a!S sonsten von Gest«. 5 xy Wochenblatt. x? f ehren, welche wir willig und gerne bekannt machen wollen; hingegen aber verbittet man sich alle Anzüglichkeiten, und streitwürkende Sachen worzu eigentlich diese Blätter nicht gewidmet seyn. Gölte aber dergleichen eingefchickt werden, wird solches bey Seite gelegt und ungedruckt verbleiben. Die rte Classe der i rten Churcöünischen Lotterie wird am -ten Ju- mi gezogen, und die Einnahme allenthalben den 7ten geschlossen werden: deshalben erinnert man die Interessenten geziemend die Erneuerung ihrer Loosen nicht zu versäumen, auch sind bis dahin noch etliche Kaufloosen bey verschiedenen Einnehmern zu haben. neue Bücher. Lobrede auf den Herrn (Fried. Carl Casimir) Freyherrn von Creutz 8. Frf. 1771. zv kr. Megerlin (David Fried.) türkische Bibel oder des Korans allererste teut- sche Übersetzung 8 grf. 1772. r fl. von Moser (Fried. Carl) Beyträge zu dem Staats und Völkerrecht und der Geschichte 4ter B- gr. 8- Frf. 177^ 1 fl 40 kr. Katechismus der Sittenlehre für das Landvolk 8. Leipz. 1 f kr. Bahrdt (Carl Friederich) Predigten 8. Frf 1772. 48 kr. Erzählungen lmoralische) zur Ergänzung der Landbibl. rter Band 8- Frf. 1772. 1 fl. Briefe über die wichtigen Wahrheiten der Offenbahrung 8. Bern 1772. 4f kr. O Em--und auspaßrrende vom 23. HTay bis den 30. Mav 1772. Herr Major Dinklage, in Hannöverischen Diensten, logiert im Posthaus. Herr Haushofmeister Schellenberg, von Weilburg, logirt im Posk haus. Herr Hauptmann Nebel, in Churmaynzischen Diensten, paff, durch. Herr 176 Wochenblatt- H-rr Baron von Schlitz, und Herr Baron von Schatz, paßirea durch. Herr Baron von Langenheim, und Herr Baron von Breidenbach, paßi- ren durch. Herr RegierungSrath Ehmann von Wetzlar, pass, durch. Herr von Heydwolf von Marburg, log. im Einhorn. Pen Hofrath Mergenthal von Frankfurt, pass durch. Herr Geheimterrath von Breidenbach, log. im PosthauS. Herr Assessor von Harprecht, pass, durch. Herr Hofcammerrath Kopf von Churmaynz, pass, durch. Herr Amtmann Geyer von Friedberg, log. im Posihaus. Frucht-und andere Preiße am Markttag den ;o May. 1772. Giesser Maas. Achtel Korn fi. alb. of. w. alb. pf. W. alb. Pf. 1 Karpfen 5 Ochscnfleisch f 6 4 24 f I 6 4 i 2 «MaaßFruchtBrandew. iZalb. rPf. Bratwurst 6 alb. r Pf. inländische Seife/alb. 1 Meste Saltz 24 alb. Becker - Preist lb. Loth. Qu alb. pf. tb l Loth Qu. Brod. » 2 2 1 Butter Bretzel , ! 4 f f 2 2 1 1 3 6 4 2 4 4 i Lichter # 8 Eyer 6 4 9 6 9 15 «5 >5 1 l 6 6 9 2 4 2 3 3 4 »2 3 Weck 9 t Teitscher , 1 Achte! Gerste f t Achtel Wartzen - 1 Achtel Hafer ♦ , Meste Erbsen , 1 Hecht - 1 Persing - 1 Barmen i Echleyen 1 Butter- 1 Achtel Korn 180 pf. Gerste - ♦ Pfund klein geschälte Gerste - Meste Linsen - Pfund Hirse Pfund geschälte alb.wf. ♦ 4 < ’ 4 Pfund. st^Ialb. 7 Rindsfett n 15 7 Hamelsf. 1 15 Kalbfleisch - Rindfleisch - Knhfieisch - Schweinefleisä) Hammelfleisch Schaffieisch Bockfleisch - Wurst - Kalbsgelüng Kalbs - Leber Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Johann Philipp Krieger Universitäts Buchhändlern hieselbst, an die Herrn Liebhaber gegen einen Rthlr. halbjähriger Pränumeration geliefert. Einzelne Bogen werden für 4. fr. auS, gegeben. Man kann auch den Herren Liebhabern mit denen schon herarrsgekomme, »rn Stücken dienen,