eiifftt Wochclivlat«. Ein und Zwanzigstes Stück. Dienstags den ueen Mav 1771. Mit Hoch fürst!. Hessen Darmstädtifcher gnädigsten Erlaubnis. Fortsetzung der Dieerichischen Beschreibung der Stadt Giessen mit Anmerkungen von M. * Z. Hauser der Stadt Giessen geben keinen Spanischen lieber# SSW muth oder Italienische Pracht zu erkennen, sondern sind nie- 025 drig, von Holtz, mit Leimen und Kalk beworfen , und mit Ziegeln gedeckt, haben aber doch wegen der alten Bauart ihr Ansehen. Dies gereicht auch der Stadt so wenig zur Unehre, als es Wittenberg dazu gereichte, welches wie die Historie derselben Akademie lehret, bevor e6 eine Universität worden, leimerne und mit Stroh gedeckte Hauser hatte, ob eS gleich nun an prächtigen Hausern mit andern Städten um Den Vorzug streiten kann. Und eben dieses können wir uns von Giessen gewiß versprechen, wenn die Einwohner in ihrem Fleiß, theils neue Häuser zu bauen, theils die alten zu verbessern und zu verschönern fortfahren werden.«) Ehedem sind hier zwo Kirchen gewesen, die eine, die dem heil. Selrcern gewidmet war, und äusser der Stadt auf dem S.ltzersberg, ohnweit der Ziegelhütte, lag, die aber von Landgraf Philipp, damit sie der Vestung, der sie so nahe war, nicht schaden konnte, niedergeriffen worden, b) Die andre, welche dem heil, pancraz gewährt worden, und mitten in der Stadt liegt, ist zwar niedrig und eng, aber doch mit einem hohen Thum und wohlklingenden G'.ocken versehen, c) Indessen berathschlaget man sich eben jetzt bcy Hof einen neuen und prächtigen Tempel zu bauen, d) Gegen Morgen liegt das alte Schloßt worinn der Hauptmann wohnet, e) T a) Dies 86 Wochenblatt» a) Dies ist wirklich gröstentheils erfüllt und wird Giessen von Jahr zu Jahr schöner. Man findet nur noch wenige uralte Hauser darinnen, bte aUtt; wenigste aber haben von ausen ein verächtliches Ansehen. Ware fett vlelcn Jahren der Geldmangel nicht so groß, so würde nun die Stadt keiner von ihrer Art, etwas nachgeben. Wenn sonst Ritter in f. cosmograpb. pro- ibmetrica. die er 1619 geschrieben S. 489 sagt/ daß die neuen Mauser der Professoren, d»e mit großen Bosten und ungemeiner Bunst erbaut worden, eine befoubre Zierde der Stadt seyen : so muß dleß wohl von Häusern, die sich einige wohlhabende Professoren, zu seiner Zerr, auf eigne Kosten erbauet, zu verstchen feyn. Wenigstens haben die Pro- fessores seit langer Zeit kerne Besoldungühäuser gehabt. b) Von dieser Kirche gibt Winckelmann (p. 210.) folgende Nachricht, damals ( nämlich A 1320) bat Giessen schon zwep Bilchen gehabt, eine äusser der Stadt, welche 511 Ehren St. Perri in SeUcei-n, daher der Ort den r^amendes Selzersberg bisannochdeyalten,wleriar zu sehen aus einem im Jahr 13 36 zu Zvignion gegebenen vaplstr- schen Brief, darinn unter andern diese Werre zu lesen: cupientes igi- tur, vt ecclefia parochialis fanfti Petri inSeltyrfe extra muros Gyezen & Capella fanfti Pancratii Beatae Mariae in Gyezen cet. wie auch noch aus dreven andern Briefen, gegeben zu Coblentz 13 37 den 19