Giesser N o ch t II (H in t Reim und Zwanzigstks Stück. DimskaAs dm i6. 'Julü 1771. Mit Hochfurstl. Hessen Darmstädtischcr gnädigster Erlaubnis Folgendes ist emgeschr^t worden. Von der Luftrne. EM« Provence bauet man eine Pflanze, Luserne, lateinisch Medica ge- tzM «annk, d:eft Pflanze ist für das Vieh in einen hohen Grad nähr, hast. Im Winter dienet sie dem abgematteten Vieh zur ErKol,- lung und die Kühe werden in dieser Jahreszeit sehr Milchreich. Sie ist ein gutes Mikkel junge Füllen wohl zu füttern, Kälbern ein gutes Ansehen ju geben und Lämmer fein groß zu ziehen, und man kann sagen , daß sie bei) Pstrden die Stelle des Heues und Hafers vertritt. Aus diesem (Wt>e!»atzet man in Frankreich einen Morgen Juferne Feld so hoch, als drey ?.>orgen Wieseftld. Die Stenge! dieser Pflanze gehen gerade in die Höhe und kheilen sich in viele Aeste, von denen Blättern stehen al, lemahl drey und drei) bevsammen, wie bey dem Klee. Die Blüten haben e.ne von Violett und Purpur vermischte Farbe. Der Saamm ist we s und gleichet einer kleinen Niere. Man findet ihn in der Frucht die au« zweyen Helffken bestehet, welche an den Enden zusammen gewachsen sind, und sich so übereinander legen, wie eine Schraube. Der Boden , den man zu ihren Anbau erwehlet, muß der beste, und eher sandig, als tho- mgt, von allen Schatten befrepet, und etwas abhängig seyn, damit das Wasser ablaufen könne, das Feld muß wohl gepflügt und von allen Wurzeln geremiget, und mit folchem Dünger zuber-itet werden, twred verfaulet ist. Man säet dieses Kraut im M rtz; (in Teuksch,and etwas such ter) man vermiftbet 6en Santen mit Wicken oder Hepdekorn daß die Lu- lerne den vierdtetlkheil auömachet; dieses Gesäme streuet man so dicke als 8f mög- Wochenblatt. rz8 möglich, um das Unkraut abzuhalten. Man rnato bie Lus-rne ab.wenn sie in v-r Blute stehet, man kann sie bei; hitzigem Sommer em bis fünf mahl abmähen. In dem dritten Jahre ist die Ernde weit reichlicher, als in den ersten beyden Jahren. Diese Fruchtbarkeit datiert i» bis if; cvaiir fort, 6b schon Plinius vorgiebt, man könne diese Felder 30 jal)t Ian« nutzen Fremde Kräuter sind der kuserne zu wieder und muffen fle,« sia ausgerottet werden. Alles Geflügel nebst dem V,ehe muß von dwsen Aeckern abgehalten werden, weil ihr Biß der Lusern- schädlich ist. Das abaeschnittene Kraut muß schnell getrocknet seyn, und wenn em Regen -mlallt, m einen bedeckten Ort gebracht werden, indem cS sich gar leicht erhitzet und auszuschlagen pfleget. Wenn man in diesem Kram bleiche Spitzen bemerket, di- von der Beschädigung einer schwartzen Raupe herruhren ; fo ist es Nest , die Sufernc zu schneiden, damit dieses Ungeziffer welches siirbet, sobald di- Pflanze umgchauen ist , nicht weiter um sich greife. Den Samen darf man nicht eher, als im andern Jahre nach der Aus- taat einsammlen, wenn das Kraut in diesem Jahre zum drittcnmahl her. vortreibet, man läffet alsdenn die Stengel etwas starker werden und schneidet die Frucht mit dem Anbruch des Tages gantz behutsam ab, wenn der Samen anfängk auszufallen. Si- werden in der Sonne gedörret und in einem Tuche ausgedroschen Wenn das Feld nicht mehr zu tra aen im Stande ist; so kann man entweder dasselbe mit einer Hacke auf-« graben, im Herbste vfluaen und im M-rtz wieder besäen , oder welches bester ist, ein anderes Feld darzu erwählen, und das alte fuserne Feld durch fleißige Wäßerung zur Wies- machen. Di-s- 2ö>esen bringen ein dem Klee ähnliches Kraut hervor, weiches man gut Heu nennet, und touren in diesem Zustande eine geraume Zeit. B-h der Fütterung der »„ferne muß man die Vorsicht brauchen, daß man solch-, weil sie allzu nahrhaft ist, dem Hornvieh-niemals grün , sondern gedörret, und die Helfte mit Stroh vermischt, gebe, den Pferden hingegen kann man nicht zu viel davon geben. Im Jahr 1748 bat man den Anfang gemacht, diesen Samen an einigen Orten in.Dachsen auszusaen. Von der Espnrcecre. * • Dieses Futterkraut wird in dem Kraichgau und sonsten, Lsp-r, glich Esperklee genennek, ohnerachter es keine Gattung von Klee ist. * S Kurbaefasit. Unterricht vor den Baadendurlachischen kandmann wir man Vie vier »vrnchmken Futtertränter. - pflanzen und benutzen soll. Wochenblatt- MalH Met es Sainfom, und in einigen Provinzen von Frankreich eben so. Dieses Gewächs liebet die Berge und thut in der Ebene nicht so gut; dann cs verfaulet alda gar gern. Leichten Boden will es nicht; ein etwas schwerer Boden aber bekommt ihm wohl, wann er gleich voller Steine ist- In unsere Sandlander tauget es nicht; aber desto besser an die Halden, Berge und Raine unseres schweren Landes. Alda thuet es sowohl auf der Sommerseite als an der Winterseite gut; doch auf jener besser als auf dieser; wie es dann auch einen warmen Boden mehr liebet als einen kalten. Man säet Esparcetke in dem Aprillen , Mayen und Brachmonate. Auch, wann man in dem Frühjahre nicht gekont hat, in dem Herbstmonate. Viermahl so viel Saiwn brauchet man als Roggen. In der unteren Marggrafschaft Baden werden mithin auf einen Morgen zwey Malter erforderet. Er wird gejätet wie der ewige Klee; und das Land muß ebenfals so gut gebauet seyn, als es nur möglich ist. Man kann ihn dreymahl, und auch wohl viermahl abmähen. Auch lässet es sich zu Heu machen; nur muß es alsdann gemähet werden , wann die Stängel noch nicht zu hart sind; doch muß es nicht gar zu dür eingebracht werden, sonst fallen die Blätter sehr ab. Einmahl kann man ihn zu Samen sichen lassen. Wann dieser reif ist, alsdann sireifct man ihn nut denen Händen ab. Die dürren Stengel kann man in dem Winter unter das Futter schneiden. Es ist diese Samenzucht nützlich; Hannes wird das Simri um ;o Kreuzer, bis zu einem Gulden bezahlet, weilen gar viele Nachfrage nach diesem Futterkraute ist. Es ist sehr gut, ja nöthig, den Acker vor Winter mit langem Dunge zu überdecken, welcher in dem Aprillen wieder abgercchet wird. Das Futter ist so wohl vor das Rindvieh, als auch vor die Pfer. de. Es dauret ebenfals sechs Jahre in seiner volkommenen Stärke; aber in dem siebenten sänget es an hin und wieder leere Stellen zu zeigen ; da ist jedoch nicht nöthig, cs gleichbald abzuschaffen, sondern mnn hacket die leere Plätze tief und säet sie wieder an. Auf diese Art kann man den Acker noch verschiedene Jahre hindurch wohl benutzen. Wann man aber 8f * den 140 , Wochenblatt. den Esper will abgehen lassen, alsdann verfahret man mit ihme eben so wie vorhin bey dem ewigen Klee ist gemeldet worden. Der Äcker ist alsdann ein Ncstbruch i und wann er wegen der steilen Lage nicht gepfiüget werden könnte, würde er dennoch zu Grundbieren und dergleichen Gewächsen ein paar Jahre hindurch gar wohl benutzet werden können. Hernach gäbe man ihme seinen Dung und säete ihn wieder von neuem mit Esparcette an. rUcbrtcbt. Herr Gleim hat sich endlich entschlossen, die Sehnsucht des Pub- lieums nach einer ächten und vollständigen Ausgabe seiner sämtlichen Werke zu befriedigen, und hat die Besorgung derselben Herrn Eanom- cuS Iacobi aufgerragen, dieser verspricht den möglichsten 'Mß darauf zu verwenden, und inS besondere auch für den äußern Schmuck eines solchen klaßischen Dichters unsrer Nation zu sorgen. Da er aber dabey den Weg der Subfcription (a i. Lomsd’or) cingeschlagen, und Nlcht eher mit dem Drucke anfangen lassen wird , als bis eine hinlängliche Anzahl Subfcribenten vorhanden sind, so hat er nicht nur den vovtik)um)* Handlungen, sondern auch einigen Liebhabern der schonen Wlffenschasten aufgetragen, Subfcription anzunehmen. Stolz unter diesen genannt zu seyn, eile ich meinen neuen Mitbürgern diese Nachricht bekannt -u machen, und hege das Vertrauen zu ihnen, daß ihnen dle tarnen okim und Iacobi ohne meine Empfehlung ehrwürdig sind. Christian Heinrich Schmid, Do&or der Rechte und ProfefTor der Dichtkunst. Auf hohen Befehl und Genehmigung S?renilllmi noflri ist ein neues Gesangbuch von Herrn Hofpredigcr Ouvrier in Darmstadt zusammen getragen worden. Die erste Absicht ist die Erbauung zu befördern. weis nicht, wie viel ein rührendes und feuriges Lied dazu beptragcn kann; und wem ist unbekannt, daß dergleichen Verbesserungen fast in allen protestantisch n Ländern schon längst getroffen sind s und daß es der allaememe Wunsch sepe, daß viele Lieder in den alten Gesangbüchern welche durch unschlcku- YVocbcnblatt. x 141 che Ausdrücke verunstaltet, und der Andacht mehr hinderlich alS förderlich sind, entweder verbessert, oder ganz weggelassen werden möchten; wie auch daß man mehrere geistreiche Gesänge, welche dieser und jener Wahrheit des Christenthums, und dem öffentlichen Vortrag derselben angemessen seyen, zum Gebrauch des Gottesdienstes haben könnte. Diesen Wunsch werden wir in diesem neuen Gesangbuch vollkommen erfüllet sehen, indem diese Arbeit einem Gelehrten in die Hande gefallen ist, dessen Eifer für die Religion und guter Geschmack durch seine so gelehrten als erbauliche Schriften schon längstens bekannt sind. Dieses Gesangbuch wird aus £00 Liedern bestehen, und nach Art des Zollrkoferrschen eingerichtet seyn. Die besten alten Lieder von Luther/ Gerhard, Tambach rc. werden mit einigen Veränderungen, wo solche nöthrg waren, beybehalten, und die Zahl derselben sich auf 200 be* laufen. Die andern haben Cramer, Tlopstock / Löwe, Schlegeln rc. zu Verfassern. Bey jedem Lied wird der Verfasser des Gesan- ges angesühret, wann man denselbigen weis; und bey den alten kommt der Dichter zur linken Hand, und der Verbesserer, wann er bekannt ist, zur rechten Hand. Die -Ordnung in welcher sie stehen werden, wird nach der vernünftigen Folge der Glaubens - und Lebens- Warheiten eingerichtet seyn. Ein solches Inftmnum verdiente schon an und für sich alle Unterstützung , wann auch der Verlag von einem Priuaro übernommen würde Hier sind aber zwo Absichten mit einander verbunden, deren eine der andern den Vorzug streitig machet. Nämlich der Verlag ist dem Waysenhaus in Darmstadt übertragen worden, und dieses wird lediglich allen Vortheil davon ziehen, wann etwan ein solcher einst aus demselben entspringen sollte. Doch wird dafür gesorget, daß es wohlfeil ftye und dadurch desto leichter zu jedermanns Händen kommen möge. Da aber leicht zu erachten ist, daß eine solche Auflage ein ansehnliches Capital erfodere, und das Waysenhaus dadurch genöthiget wird sol- - ches aufzunehmen, und Interessen zu zahlen, so sucht man diese Last durch Pränumeration einigermasen zu verringern. Ff i Das i4ä - Wochenblatt. Das osliikofenscb« Gesangbuch wird zwar mit ifl. 'skr-beiah- let, auf dieses aber weiches doch > 5° Lieder mehr hat, wird mehr nicht als 2.0 ft. pränumeriret. Auf ein solches aber welches auf gröber Papier ab« gedruckt ist, werden 16 kr. und wann man Evangelia und Episteln dabey verlangt 24 kr. pränumeriret. Künftigen Michaelis denckt man es zu liefern "Man hoffet daß alle die welche von edlem Eifer für die Erbauung und'von Menschenliebe und Mitleiden insbesondere gegen Waysen (worauf Haden wir bey betrübten Zeiten mehr zu gedenken als auf Waysen -) belebet werden, dieses heilame lattnutum befördern, und sichumPranu- meranten bemühen werden. Dem mir geschehenen Auftrag gemaö erbiete ich mich die Pranumerat. in hiesigen Gegenden gegen Ausstellung eines Scheines anzunehmen, und an Behörde zu befördern. 2J. G. G. Schwarz Pfarrer zu Giesen. In der Kriegerischen Buchhandlung wird dem Publico eine gedruckte Nachricht bekannt gemacht!, wie-Herr Prof. Joh. Ehr. Fr. Schulz allhier eine Bibliothek der neuesten und besten Englischen Predigten herauszugeben entschlossen. Es soll l>iß Michaelis auf den ersten Tbeil ein halber Thaler pranumerirc werden. Bey denr Verleger kann man die Nachricht erhalten, wer 10 Exemplar pränumerirt bekommt das Ute St- gratis. In eben dieser Handlung ist zu haben, Tra&atio de appellatio- nibus & evocationibus ad Curiam Romanam ad illuftrationem Art. XIV. §. HL IV & V. Capitulationis Caefareae 4to Frf. & Lipiiae 1771. 30 kr. Avertifiements. Ms der ;ten Ziehung der Freyenreichsstad Wetzlar Zahlenlotto sind den 10. Sui. dieses folgende Nummern auß dem Glückrad gezogen worden 64. 13. r. 84- 3° Die 4te Ziehung bleibt den z 1 dieses festgesetzt. Von Wochenblatt. 14$ 1. Von der eilsten Churcöllnischen Geldlotterie ist ein neuer Plan angelangt, sie ist mit der vorhergehenden gleiches Inhalts und besteht aus 50000 Loosen in 4 Elasten darinne die ansehnlichste Gewinnste besonders in der 4ten Elaste 1 Looß 100000 fl. zu erhalten ftyn. Zur ersten Elaste wird das Loos mit 4 fl- ro fr. bezahlt die den 9ten Sepkembr. 1771- gezogen, die zweyte a 8 20 fr. und geschieht den 21 October dieses die zte wird den iten Deeember vor sich gehen, die vierte wird mit 8 st- 20 kr. bezahlt und wird den 13 Jan. 177*. gezogen. Plans und Loose sind bey dem Verleger dieses zu haben. Auch ist die Hochgräflich Neuwiedische ?te Armenhaußlotkerie nach dem Plan mit aller Accurakeffe ausgezogen worden, wovon die Listen angelangtsind, und denen Herrn Interessenten zur Einsicht zu Diensten stehen. Es wird auch ein neuer Plan zur achten Armenhauslotterie bekannt gemacht. Desgleichen wird von der Hochgräflich Neuwiedischen 2ten Milden Stiftung die 2te Elaste nächstens gezogen werden. Plans und Loose kann man bey Ausgeber dieses erhalten, und nach Verlangen mit Kaufloo- ßen gedient werden. Die Hertzogl. WürtenbergischeMonathslotteriesind die 10 Monath nach d''M neu5 Schweinefteiscl 4 1 6 Pfund. 4 ft- 4 7 Eyer 4 2 Brod Butrer,'Bretzel # \ 4 \ 1 i 1 1 4 2 2 7 Rindsfett 1 Hamelsf. j 1 Lichter t Weck - - Tcitscher , 20 28 28 2 2 3 2 Pf. 4 6 4 alb. 3 2 8 7 10 3 3 6 1 Achtel Korn - t Achtel Gerste ♦ 1 Achtel Wachen 1 Achtel Hafer 1 Meste Erbsen 1 Meste Linsen , Pfund klein ge schalte Gerste♦ Pfund Hirse Pfund geschälte Gerste - - - alb.!pf. 5 ■ 6 l 6 alb. Pf. l *1 alb. pf. f 4 1 Ochsenflersch t 1 Kalbfleisch / 1 lI^ndficisch » 1 Kuhfleisch - ft. Loth.!Q« - 6 1 - 8 ! 2 älb.lpf. 15 15 9 ft. Loth' Qu. ♦ 10 2 3 । ft.' r! Karpfen 1 Hecht f 1 Per sing < l Barmen 1 Schleyen 1 Butter, »MaaßFruchtBrandew. i Z alb. iPf. Bratwurst 5 alb. 1 Pf. inländische Seife7 ach Becker Preist. Hammelfleisch Schaffieisch Bockfleisch - Wurst # - Kalbsgelüng Kalbs - Leber k Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Johann Philipp Krie, gerUniversitats Buchhändlern hieselbst, andre Herrn Liebhaber gegen ernen Rthlr. halbjähriger Pränumeration geliefert. Einzelne halbe Vogen werden für 2. kr. aus- gegeben. Man kann auch den Herren Liebhaber» mitdenen schon herausaekomme- uen Stucken dienen.