Giesser MoOenölalt. . ^8) Noch • Eremit 12z. St. 1769. Siebentes Stuck. Dienstags den nun Febr. 1771. Mit Hochfürstl. Hessen Darmstadtischer gnädigsten Erlaubnis. Fortsetzung der practischen Rachschläge , ßZr dieienitte welche sie nöthig haben. ♦ a !7) rathe auch den Studirenden eine vernünftige Sparsamkeit Universitäten an, wie begütert sie oder ihre Eltern auch ■ immer seyn mögen: Hier ist nicht der Ort, wo man durch einen grosen Aufwand und Verschwendung angesehen seyn muß Geschick- ^^tundFlersserwerben auf dem Musensitze das einzige Ansehm , di! rechte Größe und die wahre Hochachtung. Der angehende Gelehrte hat auch einen Zeitpunkt vor sich , von dem wir alsofort reden werden, der sehr große Kosten erfordert, und in welchem sie wohl und nützlich angewandt sind. Er w,rd immer wohl chun, darauf zu sparen, ohne gleichwM von demjenigen etwas abgehen zu lassen, was auf der Uflioerf. äfTfeinem und staudesmäßigen Unterhalte, oder zur Erlernung d ? Ädiffenschaften erfodert wird. Diejenige Verschwendung aber ist auf Umversitaten dtt schädlichste, welche auf Ausschweifungen in der Liebe, im Getränke, un schwärmen , Saufen, Reiten, Tabackschwelgm und an! dre dergleichen Nttdertrachtigkeitm verwandt wird; weil von ihnen nicht- \ ott em verletzter Körper und eine verdorbene Gesundheit nachbleibk. Alle 1 Sollen , dre auf vernünftige Vergnügungen, als Musik, T^an- e ""d dergleichen gewendet werden, sind dem Körper nie- mals^chüd.ich, und lassen allemal in der Seele eine heitere 2hiffidrtinA und ^alentenach sich , die nicht mit Gelde zu bezahlen sind/ a U d YPtcbenbUtt. 18) Nach glücklich vollbrachten Studiis sind Reisen überaus nützlich. Kein Land in her Welt enthalt in seinem Schooße alles mögliche Gute, und das Sehens würdige kommt nicht auf unfern Wink zu uns in unser Cabinet. Ein Gelehrter aber muß als ein Gelehrter reisen, und seine Absicht nie aus den Augen ferjen. Er hat große und berühmte Manner, schöne Büchersäle, merkwürdige Sammlungen und Cabinetrer zu besuchen. i9) Diejenigen Gelehrten, welche sich dem Dienste des Staats widmen, haben in diesem Stücke noch vielmehr zu beobachten. Sie müssen große Swatsleute, Gesetze, Anordnungen, und die ganze Versas- sung der vornehmsten Lander und Reiche kennen lernen. 20) Der Gelehrte wird nie fertig. Sein ganzes Leben ist ein Zusammenhang von Lesen, Nachdenken, Skudiren, Versuchen und Ausüben. 21) Wir haben oben gezeigt, daß ein jeder feine Studia nach feiner Destimmm'.g emrichten muß. Die Hauptbestrmmung eines Frauenzimmers ist, angenehm zu seyn. Das weibliche Geschlecht wird weder m y-m Staatsrathe, vocl; auf der Eanzek, noch in den Gerichtshöfen, noch uir Armeykunst, noch zu philosophischen Unterweisungen gebraucht. Wir haben zwar Beyspiele, Daß Frauenzmmier die Mediein studirt, und die höchste Würde in dieser Kunst erlangt Habern . Man sieht auch nicht ab, warum sie von der Arzneykunde ausgeschlossen seyn sollten, Da alle Weiher eine fo starke natürliche Neigung dazu haben, und sonderlich in den Krankheiten ihres Geschlechts viel bessere Hülfe würden leisten können, als die Aerzte, Gleichwohl aber sind das seltene Fälle, und es ist einmal hergebracht, daß Das Frauenzimmer nur studiren kann, entweder zu seinem eigne». Unterricht, oder zu feinem Vergnügen, oder gefällig zu wcrden. zzj Hieraus folgt, daß Desselben Gelehrsamkeit folgende Gcgen- stande haben müsse. . . - 23) Einen Begriff von der allgemeinen Gclehrsamkert, das i|t von hem Wesen und dem Zusammenhänge aller Wissenschaften. 2.4) Alle sogenannte galante Wissenschaften, als Mythologie, Historie u. s w. u 2$:\ Eine gute Beleftnhett und foWch eine Kenntniß der vorzüglichsten Schriftsteller. \ f Eine Wochenblatt. »7 „c k2lL®™ s*”tn*6 d-r von den Franzosen fogenannkm Memoi- bungcn u"°fKf U"° 9<6ün jht* Mter Prnfel malet mit einer unbeschreiblichen keich- ' und drückt auch in den feinsten Zügen alles glücklich und oft sehr stark aus. Sie können sich also aufden Briefstyk mit demaröß- re» Vertrauen legen, daß ihre Bemühung nicht vergeblich h Die Natur versagt gemeiniglich den Schönen, nnd sonderlich Ä' t^kv c,ne ^.k'lcde Erziehung gehabt haben, gewisse Kräfte des Eubes» und die europäischen Sttten verbinden sie zu einer strenaen Mobk- anstandigkeit. Veydes erlaubt nicht, daß sie sich auf Universitäten begeben, und^n den Walen berühmter Lehrer unter einen Kaufen iunaer und roher Skudemen, fchen kaffen, oder gelehrte Reifen t urfen. Die Wssenschäften müssen also zu ihnen in ihr Cabinet konr- men; und es P daher ein rechtes Wunderwerk, wenn man em gründe stch gelehrtes Frauenzimmer sieht. 3 r) Außer einig,m Privatunterricht m der Jugend und lmVaters chen Hause, bleibt also den Frauenzimmern fast kein Zuaana mm sw* Mfcf E, der W-g des Wi und Ä MmÄS Mdri^ne Wl« kmg-n-, den Ra'h gekchrker'-Fr-nnde Laloaos d-^ »»’***■•*!» i-LKWVS SMSLAKAWW Wochenblatt. rs "Jff die Theurung für den grössten Theil der Bewohner unserer «gegend vorrhcilh.rst oder fcbaMict) i Daß her Handwerksmann bey her Th urung her Früchte Scka. Den lewe, darf gar keines Erwe.se». Er kann darum seine verfertigte Tbaa. ren nicht höhe Anschlägen , ob es gleich billig so seyn lobte. Die Be- dienten welche Früchte ,ur Besoldung Haden. gewinnen augenscheinlich. H f« feine jum Verkauf übrig, so sparen sie doch eine große AuSga. • be.welclie diejenigen jetzo mehr haben, als sonsten, die Fruchte kaufen muffen. Fiandwerktleute und Bedienten machen den geringsten Theil der Emwoh- ner unserer Gegend, ja kaum den zwanzigsten Theil aus. Der andere Tdeil, sind solche, welche sich vom Feldbau nähren. Diese muffen niet ümi ieberseit Abgaben entrichten, und wovon diese» anders als von dem Ueberschuß ihrer Früchte, den sie tu Geld machen , so klein er auch ftvn ma« Der ist nun in jetzigen Zeiten viel einträglicher als sonsten. Wo jemand sonst ; ft einnahm da erhält er jetzo ,ß. Also wäre die Tdeu- runa kaum den zwanzigsten Theil schädlich. Doch, könnte man sagen, Jifene MiswachS gewesen, und viele könnten Nichts entubrigen. Das ist „ähr und deren gibt es eine Menge. Allein es bleibt doch die Frage, auf welcher Seiten das Uebergewicht seye. Ls wird wieder viel gesparek. Mer kaufen muß her sparet am Brod, und wer verkauft ebenwohl, um ndlo mehr Geld $u lösen. Hieraus ist wohl Hosnnng zu schöpfen. daß den dieser allgemeinen Spariamkeit, mancher der jetzo seinen. Kornboden verschliefet, bey einem guten Frühjahr stndui wird , daß er sich in seiner Rechnung betrogen habe. „m Rath gefragt hätten, nicht eher für den Druck zu arbeiten, bis sie ft* * recht geprüft, und ihre Kräfte auf das genauste abgewogen haben. Sa ist ein kritzelndes Vergnügen, ein Schriftsteller zu seyn , seinen Geist gleichsam in hie Hände des Publiti zu befehlen, und von seinen UZ.rken, von seinen Verlegern reden z» können; aber es ist zugleich ras aller..- fährlichste Vergnügen auf der Welt. Einem Manne verzeiht man oftmals, wenn ihn Amt, Berüf oder Roth zwingen, em schlechtes Bach tu schreiben. Von einem Frauenzimmer aber erwartet man nichts Mittelmäßiges. Ein pedantischer Gelehrter ist frenlicb die ekelhafteste UM« tut, hie stolz auf dem Erdboden dahinschleicht. Em pedantisches F>au. en zimmer aber ist vollends unausstehlich. Per lottert so Dienste fit eben. . «Eine Person fo Französisch versteht eine saubere Hand schreibt, auck lM Rechnen Wohl geübt und schon als Scribent bey einem Beamten ei, ^$rc, f sucht Gelegenheit bey einer Canzeley, oder als Atiuaritts emem Beamten wieder unter zu kommen. Bey Ausae- ber dieses kann man weitere Nachricht erhalten. y Ein Giesser Wochenblatt. Nurn. 7. Dienstags den 12. Februar. 177z, “ Nachricht. F^S« ergangener Hochfürst,. Regierungs-Verotd. nung das Hypothequenbuch des nunmehro mit dem hiesigen 2lnit canih^ nitten Amts Stornsels, worinnen sich viele Unrichtigkeiten geausirt . un. kersucht und neu gemacht werden solle: so werden alle diejenige wcstd« Schuldv-k|chre,bungen aus besagten. Amt Stornfels, die amtlich co sir. miretsind, mHanven haben, sie mögen alt oder neu sinn, au* ni, welche brs zum Uten Marr annoch ausgestellt werben dörrten . bi-rmie edictalit-r und unter Verwarnung, daß nachmals ihr- Obligat,one« nur für Handschriften gelten sollen, citiret und bedeutet, von dato an ms ium Uten Mart, laufenden Jahrs von ihren Verbriefungen bealaubte und vivimrrte Abschriften an den hiesigen Amtsschreiber Meyer einmt-n° den, wornach solche untersucht und welche richtig, in daö neue Bucb an-. getragen, die Abschriften aber mit gebührender Atteftanon an den Cre ditoiem remittiret werden sollen; wohingegen alle diejenige vor den, , I März ,771- ausgestellte Obligationen, welche mit vorbemeldter Ariella' non nicht beleget werden können, unrichtig sind, dannenhero von denen Creditoribus so gewiß ausgeklagt werden müssen, als künftig solche anderst nicht als für simple Handschriften geachtet werden sollen. Schotten den 2}toi Jan. 1771. * “ Fürstlich Hessisches Amt daselbst. E. G. O. Mever. ©n Candidatus Tbeologiaeber sich schon ein« geraume Zett witIn- fotmiren beschäftiget, dato aber noch engag.rt ist , und etfl «uf eine Veränderung vornehmen kann, sucht wt-derauf^itcheAtt unf u ein raifonables Salanmn bis dahin eine vortheilhafte Station. Lleseni qe reP ckive Herrn Die Derlei) fubieitum nöthig haben, gelieben sich gesck> Hast an Den Buchhändler Krieger aühier zu addreßiren, welcher Nachricht von seinem Aufenthalt und Nahmen geben kann. BekanrmachunF. Der Buchhändler Förster in Bremen macht bekannt, daß Herr Pastor Pratje in Steinkirchen willens ist, eine neue Ausgabe der heili, acn Sckrist neuen Testaments auf Subfcnption in seinen Verlag Drutfen zu kaffem und wrv auf solche .2 gr. oder hiesiges G-Id 54 kr pranumer.t, und besagte« Buch auf Ostern g.G. .77-. die Presse verlassen, als köm neu Dieienige resp Herren so Belieben tragen, Daraufzu pranumeriren, sich bey Zeiten bei) mir Ioh. Philipp Krieger melden. ES sollen auf den »ten Mart. h. a. in Freyens-en eine S«>ndevon kau, bach die BüchervesDaselbstverstorbenen Herrn Pfarrer Huffels, an den Meistbiedenten verstrichen werden, wovon ein geschriebener Catalogu« zur Einsicht gegeben wird. Folgende Bücher werden zu kaufen verlangt r) Thumnmmuth schleußt niemand aus Fol. z) Krumbstab schleuset die We.ber aus M , . srrvckii Differtation. Vol. Imum vsque IVtum mcl.4) LuDvIfiLchau- bühne der Welt >ter und ater Theil 5) Confilia Marburgenfia Vol. Atum big vltimum 6) Pez-iScriptores Herum Aultnacar. Tom. jus. »nl« jemand von diesen Büchern eines und daS andere zu verkaufen hakte, beliebe sich beym Verleger zu melden. Folgende einzelne Theile von Zedlerischen k-xico werden roh oder gebunden verlangt, nemlich der; - bis38. sodann der 4' und 4*te Theil otiet aber den zoten und alle folgende Theile apart. Ferner so zemanv den qfen bis isten Band von Londorpii publica einzeln tob oder gebunden um einen billigen Preiß verkaufen wollte, so bittet man Die Anzeige an den Verleger dieses Blatts einzusende». L.;. ' Findet Zu F.'ndet sich jemand der die unschuldigen Nachrichten von 1720. und so weit sie heraus sind, zu verkaufen hat, der beliebe sich an den Verleger dieses zu wenden, welcher an den Liebhaber die Anweisung geben wird- ES miflte jemand-Dutzend beschlagene und noch wohlconditionirte Stuhle eines wohlseilen Preises kaufen Es werden noch wohl condikionirke Fenster-Vorhänge um einen bis. l'd k .JU ftUtn Kcsuchk/ es gilr gleich ob ste grün oder weis sind, es wird blos auf chre Gute reflcctiret. Von S-sten der kandbaugesellschaft hat man sich zeither viele Mü. he gegeben , zu Beförderung des inländischen Handels nut gebleichtem Lm- ®arn/ an schicklichen «Orten gute Bleichen anlegen zu lassen, wo das Wasser sowolst als die Lage selbst die besten Gelegenheiten zeiget. Gleichwie aber, äusser der nötigen Geschicklichkeit, auch solche Leute er, fodert werden, denen man eine Quantität Linnen, Bildwerk oder auch Garn anvertrauen kann, und sich dann gegen Vermachen gefunden, daß das Dorf Fernawahishaulen ohnfern Lippoldsberge eine ziemliche starke Bleicheren gegen em lehr leibliches Bleicherlohn treibe und jährlich bey aoco© ro^,umacd;U Hlr nehme deswegen aber in dem Innern deS Landes mcht sehr bekannt worden, weil die dasige Bleich-Gesellschaft sowohl in. als ausserhalb Landes in dortiger Nachbarschaft so viel Zutrauen und Arbeit gefunden, daß sie sich theils silbst um keine mehrere Kundschaft bewor. ben, theils auch die Lmnenhändler ihren Vortheil darin gesucht haben, baß diese Bleicheren nicht akzu bekannt werden mögte: und dann doch dem Publrco ohne Zweifel daran gelegen ist, Nachricht zu erhalten, daß an gedachtem Orte, nemlich Fernawahlhausen ohirweik Lippoldsberge an dem Weser EStrohm, eine solche Bleicherer) - Gesellschaft vorhanden , welcher man nicht alleineme Quantität Linnen anvertrauen, sondern auch von der- selben sich gute Arbeit um einen geringen Sohn versprechen könne; So bat man solches- »ad daß man sich hauptsächlich an die daselbst wohnhaften u"5 ®nnen als Bildwerk, wie nicht weniger Karn bleichen lassen , und der, Er-'b", von dem hart an Lippoldsberge vorbei-und nach Bremen fliessenden Le'er. tDri ohm, profitiren könne, hiedurch bekannt machen wollen; Cassel den iten Zebr. 1771. Zu Verlohnen. T . ,* Es kiaeen 1000 fi.unverdrent zu verlehnen für eine Gemeinde oder Stadt gegen sichere Obligation; Verleger giebt davon weitere NaclMcht. Nicht weit von der Stadtkirche sind L. räumliche Stuben zwey T«p- pen hoch, auch Fenster vorn heraus , für eine einzelne Person um diUr- gen Preis zu verlehnen. Gebdhrne und Getaufte. Am 24. Jan. Philipp Rudolph, Johann Wilhelm Herberts, VurgerS und Zimmermeisters allhier ehe!. Söhnlein. . 16. Johann Philipp, Jost Sunons, Burgers und Fuhrmanns all- Am r^Jan 'Johann Moritz, Johann Emanuel Haas, Bürgers und Strumpfwebers allhier ehel. Söhnlein. Em-und auspaßr'rende vom 26. Ian. bis den r. Februar« 177t- Doctor Fürstenau von Lübeck, paßiret durch. Herr Cammerrath Usner von Hohensolms, paff, durch. Herr Admiral Nootz aus London, paßiret durch. Herr Baron von Keith, komt von Paris, paß. durch. Herr Lieutenant v. der Lahr, von der Hessen Casselischen Garde paff, durch. frucht-und andere Preiße cm Markttag den 9. Mr. 177.. Gresser Maas. ® tu alb.jpf. tb. «»b. pr-’tb.: alb.pf. . Achtel Korn , 8 r Ochsen fleisch - ; 1 Karpfen 5 J H St , 4 15 1 Kalbfleisch - i 1 Hecht - s 2 Achtel Gerste , 4 ') . 2 2 . Bersina; 6 1 Per sing - 6 Rindfleisch 2 2 1 8 4 1 2 4 Pf. f l| Kalbs - Leber e Eyer iPf Bratwurst 5 alb. x Pf. inländische Seifte akö alb.pf, Teitscher - 6 6 4 4 5 2 2 2 2 r x 1 20 Achtel Wachen Achtel Hafer - Mcste Erbsen Meße Linsen - Pfund Hirse Pfund geschälte xMaaß^ruchtBrandew.22a!b Kühflcisch - Schweinefleisch Hammelfleisch Schaffiei sch Bockfieisch - Wurst i - stalbsgelüng Prod. t BntterDretzel! f alb. pf. ( 4 * 4 tb. Lots) Qu. t 12 3 ’ 3 Gerste - - * Pfund klein ges schälte Gerste - I i Barmen 1 Sch le Yen i Butter - Pfund. fl. 8 Rindöfett 1 Hameisf. j 1 Lichter - 3 3 8 alb. 15 15 8 2 Becker Preist. Ib. Loch.An. f 7 3 Weck - , i<> 1 ■ ri *'