Giesser WAMMM Neunzehntes Stuck. Dienstags derr 7tert Mas 1771. Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. Conrad Dietrichs Beschreibung der Stadt Giessen aus seinem l6sz. edireen inltirurr. oraror, übersttzt und mit Anmerkungen erläutert von M. K* * 1. Ursprung der Stadt Giessen ist ganz unbetont, a) daß yy sie aber doch eine der ältesten Städte in Hessen sey, beweisen noch Ueberbleibsel von Alterthümern. Man kann dieses schliefen aus einem lateinischen Diplom, das ihr LandgrafOtto im^Jahr Christi (jzf den r. 1 ten Augustertheilt hat, worin» er eben die bürgerliche Privilegien denen (dies sind die eigne Worte) die vor oder äusser der Stadt Giessen wohnen, verstattet, welche die Bürger innerhalb der Mauern geniestn. b) Daraus ist also wahrscheinlich, daß die (^DtaDt lange zuvor, und zwar zu den Zeiten der heil. Elisabeth schon gewesen sey, c) welches man auch aus dem Alterthum der Mauern urlheilen will. a) Den Namen Giessen schrieb man in den ältesten Zeiten Geyzen und Gie- zin, hernach Giessen, und sagte stets in der mehrern Zahl: die Giessen zu den Giessen rc. wie viele von Herrn Luchcndecker gesamletete Do- cumenten erweisen. Woher die Stadt solchen Namen bekommen, lst ungewiß. Abrah. Sanr und winckelnrann glauben, baß sie von Ergie- jung des hier jusammengefiossenen Reqenwassers also benennt worden, welches ihnen die neuere häufig nachgeschrieben. Mir aber schelnk dieses sehr zweyfelhaft, weil so viele andre Städte, Flecken und Dörfer, wohin sich auch, wegen der tiefen Lage, daö Gemäss r starck ergieset, dennoch den Namen Giessen nicht haben. Wenn übrigens doch hterinnen nur Muthmasungcn statt finden, so scheint mir diese die wahrscheinlichste, daß T sich 74 AV-chenblatt. M etwa ehemals an dem Ort, wo jetzo Giessen, oder doch die Burg siebet, eine angesehene Familie, die sich Gissonen (Giezonen) oder Gies- ten genannt, aufgehalten habe, wovon hernach der Name der Stadt: die (vressen, «nd die Redensarten: zu den Giessen , bey den Giessen tc» entstanden; gleichwie viele glauben, daß St^ Goar von einem daselbst sonst wohnhaft gewesenen Einsiedler, dieses Namens, benennet worden. Siehe den Rheinischen Antiquar. S. <68. Don dem Ursprung der Stadt schreibt Lbrah. Saur, ein vormaliger 'ridvocat zu Marburg, in seinem A. 1593. herausgegebenen thcatro vrbium paruo S. 20c. also: Giessen ist vorzeiten ein klein Nest oder Dorf gewesen, D ewu nge n genannt, in einem Schlamps oder ^üchnrals vom Regenwasser so hausse«rweiß daselbst hlngefiosten kommen Giessen, confiuentia fiuldaiis genannt ?vordeu. Ls rst em -^eingrabe umhcro , mrd wie nun sagt, auf dem Marckt so nef gewesen, daß die wagen bis an die 2lx*n sevn emgegangen. Man weiß aber nicht, wenn es zu bawen feve anae, fcl*3ust. winckelmann aber gibt in seiner M. Chromck, die er 1697. geschrieben, Th. 2 Cap 6» folgende Nachricht: Der urHrunglr^en Erbauung Giessens ist man nicht allerdings ger wch. Glaubwürdig wird dafür gehalten, daß vor gar alten Zeiten drep Dörfer, als Seltzer, da uzodas Seltzerthor, Gropbach, vor den» Neustättcrchor, annoch das Gropbacherfcld genannt, und Lstheim, wo imo die Gasseder Asterweg genannt stehet, allhier sollen gcwcr sc» scyn, darzwischen zunächst cm Burgschloß gestanden, irzo noch die alte Burg genannt (wodurch ohne Zweifel die von Schwalbachrfche Bura verstanden wird) dessen alte Mauern mit dem Umgang und Schießlochern m der Mrtte zu sehen, welcher Ort, wegen des damalen umgebenen Niorasts sehr fest gewesen, wie stch denn nochvor '^ah, ren sehr rief unter der Erden, ein auf starcken psälen gepftasterrcr s.-mrv-g vor dem Seltzerchor gefunden hat, welcher dLLr Zett zu dem Ende , dannt man die Straßen brauchen können , geegt gewesen. Lus solchen dreien Dörfern ist hernach ein Stadt, lein erbauet, welches wegen Ergiessung des zusanmrengeflossenen Wassers Gress» mag seyn genennt worden. Das Städlei,; ist 2\tv fangs rund gewesen, wie dessen alte Mauern hin und wieder auf? welsen. In gedachter alten Burg find die Gebäue und Gründe frey darm ist auch die Superintendur mit Sauß, -5Zof, Stall und Garten begnssen, an deren von Schwalbach adelichen Wohnung ist vormals ein Fürst!. Lehen gewesen, aber im ^ahr 158s' mir Lewr - ligung des Landestursten von den S a l v e l d e n erblich zum Ober- pfarrhauß erkauft Lls nach der-LZand die Bürgerschaft zugenom" men, haben sie wegen des fruchtbaren Feldes, Wicsenwachs und des vorbeyflrefendenflschre»chen Lohnflusses, erlichevorMte erbautw. d) Das Wochenblatt. 7 5 d) Das gantze Diplom, wie es in Nuchenbeckers analeftis Haff. coli. I. p. 268- zu finden, lautet teutsch also: wir Otto, von (Bottes Gnaden Landgraf, Aerr des -^essenlandes rc. und ferne Gemahlin Adelheid mit unfern gegenwärtigen Erben, bekennen, daß unsere Bürgerder neuen Stadt (d. i. der N-nuiadt) Giezin, und alle unfre übrige Bürger die vor oder ausserhalb der Thoren unferer Stadt Giezin bleiben und wohnen 5 aller hechte Vergünstigungen und (Be# bräuche immerdar ßemefen und sich erfreuen follen , welche unfre Bürger die innerhalb den Htauern bleiben und wohnen , von uns haben und geniesen; auch sollen sie nicht zu eines andern Diensten durch uns oder unfre Beamten gezwungen werden , als zu denen, weiche die innerhalb den Mauern der Stadt wohnende Bürger uns zu leisten verbunden und gehalten sind. Zum Zeugnüß dessen haben wir gegenwärtigen Brief mit unferm Insiegel bekräftiget. Im Jahr Christi taufend dreihundert und fünf und zwanzig , den 2 i ten August. Die lateinische Urkunde von diesem Patent findet sich auch noch in hiesigem Stadtarchiv. Man siehet aber deutlich daraus, daß nicht nur die Neustadt, sondern auch noch andre Vorstädte damals gewe- fen, die zugleich alle bürgerliche Privilegien erhalten. Landgraf Otto, der sie ertheilt hat, ist der erste dieses Namens und Henrici Jnfantis Sohn. Er hatte Hessenland mit seinem Halbbruder Johann gcmeinschaft# lich, so daß Otto Marburg samt dem Oberfürstenthum an der Lahn, Johann aber Cassel und das Niederfürstemhum regierte, bis ins Jahr r;r», da Johann an der Pest starb, und Otto das ganze Hessenland zuficl. v c) Dies wird noch deutlicher durch eine altere Urkunde von 1296. Damals war ein Streit zwischen Landgraf Oennch dem Eltern, mit dem Zunamen Infans, und seinem altestenSohn, Henrich dem Jüngern, über dieThei# lung Hessenlandes entstanden, welchen Kaiser Adolph , zu Gunsten des Vaters, in Franckfurt Ä. 1296. am Tage VIrici entschied, so daß Henrich dem Jüngern folgendes zufallen sollte: Marburg, Grünenberg dazu der Wald zu Ulrichstein höret , Geyzen, Merlowe, Homburg, Nordeckeu k. Und alles was zu den vorigen Festen gehört , es sey Mann oder Mannleben, oder was dazu hörende ist. Siche Nu« chenbeckers analefta Haffiaca colleft. 8. p- 374. Hier wird unter (Bey# Zen ohnfehlbar Glessen verstanden, welches Ocnu schon damals zu den Fe« ften oder Städten gehörte. Erwägt man nun daß Elisabeth A. 1231.9c# storben und also dieser Kaiserliche Theilungsplan nur 65. Jahr nach ihrem Tod gemacht worden, so ist wohl kein Zweifel, daß Giessen zu der heil. Elisabeth Zeit gewesen. 2. Die Stadt liegt an einem Ort/ der ein alter Sitz und Wohnplatz der Catten gewesen, nämlich in dem Theil des Obenchessen , der an die Wetterau grenzet, an einem ebenen und sumpfigtcn , aber doch sehr bequemen Ort, nämlich gegen Mittag 6 Meilen von Franckfurt am Mayn, T 2 . r gegen 76 Wochenblatt. atm Abend eine Meile von Wetzlar, gegen Mitternacht r Meilen von Marburg/ und gegen Morgen zwo Meilen von Grünberg. Diese La- ae gibt ihr auch deswegen einen Vorzug vor den übrigen HeßischenStad- ten, weit die Hauptstraße von gantz Hessen / die nach Franckfurr und Speyer führet / mitten durch die Stadt gebet, vermög welcher auö ganz Sachsen und den meisten umliegenden / so wohl mittägigen / als auch Abend-und Morgendgegenden des gesamten TeukschlandeS, den Stu- denken und übrigen Einwohnern der Stadt wöchentlich Briefe durch die sichere Briesposten von ihren Eltern und Anverwandten überschickt/ andere Nothwendigkeiten aber durch die Postwagen ohne große Kosten zugeführt werden können. Die Fortsetzung folgt. Das heldenmürhige Rind. Ein Knabe war noch nrcht acht Jahr / Als ihn aufs nächste Dorf/ wo etwa Kirchmeß war, Um auch einmal ihm eine Lust zu machen, Der Vater mit zu Pferde nahm. Der Knabe der vorher nicht aus der Stube kam, Sah lauter wunderbare Sachen. Neugierig war er von Natur, Und das ist überhaupt den kleinen Bürgern eigen. Wie vielmal bat er nicht den Vater, abzusteigen, Und ihm bald das, bald jenes recht zu zeigen ! Bald sah er eine grosse Flur, Die war ihm schon cm Reich, ein Hügel - Pyrenäen, Ihm waren Teiche grosse Seen, Ein Birkenbusch ein ungeheurer Wald. Zum Unglück kam aus einem Bauergute Ein grosser Budelhund daher. Was ist das, sprach das Kind, das nie mit Fragen ruhte. Ach! rief der Varer aus, mein Sohn, ein Bär! ein Bar! - Umarme mich! Er lechzt nach unftrm Blute! - Hier müssen wir des Todes seyn. Gut! sprach das Kind, mir fallt ein Mittel ein. , Gleich werfen Sie mich von dem Pferde; Indem ich mich nun fressen lassen werde, So jagen Sie davon. Das wird doch Sie befreyn! Held! welcher Muth in scheinbaren Gefahren Für einen Knaben von acht Jahren! Michaeli». Giesser Wochenblatt. Nurn. 19. Dienstags -en 7. May. 1771» Die Erziehung der Jugend hat schon viel gewonnen , wenn man nur einmal von ihrer Wichtigkeit überzeugt ist. Das weiß man schon lang, wird man uns entgegen rufen, und es rst überflüssig, sich bey einer Wahrheit aufzuhalten, die jedermann bekannt ist und niemand läugnct. - Vor- theilhasteres für die Erziehung und unsere Wochenschrift könnte man unS nichts sagen, als dieses, wenn wir uns sichrer darauf verlassen dürften. Allein, warum sieht eS dessen ohngeachtet in den meisten Häusern noch immer so gar schlecht mit der Kindcrzucht aus ? Warum wird sie noch von so vielen Eltern, wie eine Sache von der geringsten Bedeutung, behandelt, und die Besorgung derselben fast allen andern Geschafften, oft so gar elenden Zeitverderbnissen nachgesetzt ? Warum hört man noch so manche Vater die sorglose Sprache führen: „ Ich habe mehr und wich- „ tigere Dinge zu thun, als mit meinen Kindern umzugehen ; sie haben „ ihr Essen, ihr Trinken, ihre Kleidung ; ich halte den Kleinern eine „ Wärterin, den Gröffern einens Informator, oder schicke sie in die Schu- „ le; das kostet mich mein Geld ; - kann ich mehr thun? „ - -Oder warum trift man so viele Mütter an, deren zärtliche Ohren das Getümmel ihrer Kinder so wenig ausstehen können, daß sie denselben, soviel immer möglich ist, entfliehen; die zu stolz sind, als daß sie sich mit den Kleinen so viel abgeben mögen, oder von der Beschäftigung mit denselben einen Abbruch ihrer Besuche befürchten, die lieber ihre mütterliche Pflichten an andere Leute verdingen, und froh sind, daß es Schulen gibt, die ihnen die Last ihrer Kinder auf einige Stunden des Tags abnehmen möf> sen. - Warum finden sich so viele Hausväter, besonders aufdem Land, die sich mit . der Sorge für ihre Aecker, Wiesen und Weinberge unermüdet beschäftigen, ihre Kinder aber brach liegen lassen, bis sie fast keiner Bearbeitung mehr fähig sind; die nach ihrem Vieh auf das sorgfältigste sehen, es zu rechter Zeit ein-und austreiben , ihre Kinder aber auf den Gassen herum laufen, und unbesorgt, wie und wo sie ihre Zeit zubrin- gen, herum schwärmen lassen? - Diese so unlaugbare und für die Kinderzucht so betrübte Beobachtungen, dergleichen wir noch viele anführen könnten , machen uns gegen das Vorgeben einer allgemeinen Ueberzeugung von «en der Wichtigkeit btt Kinderzucht sehr miskrauisch, wenigstens nökhi- gel) sie uns zu glauben, daß Siele, die allgemeinen Sage von der Wich- kiake c der Kinderzucht nur nachbeten, ohne zu wissen, warum sie so wich» r, isi 3roat werden viele die Erziehung der Jugend für wichtig halten, weil sie schwer ist, und viele Klugheit erfordert. Wir leugnen nicht,daß diele Ursachen mit zu den Gründen der Wichtigkeit vcr^Kinderzucht gehören. Allein sie find ihr nicht allzu vortheilhaft. Sie schrecken den Eifer in Bearbeitung einer so wichtigen Sache mehr ab, als daß sie ihn mi reiben sollten, und geben den trägen und leichtsinnigen Eltern Gelegenheit zu Ausfiüchten, sich dem Erziehungsgeschäste unter dem Vorwand, daß man >hm nicht gewachsen fei), gar ju entziehen. Wenn die Wich- Hafeit der Erziehung ein kräftiges Beförderungsmittel zur Erziehung scyn f.,n u nlU|j sie aus einer andern Quelle hergeleitet werden, und zu dieser führet uns ein aufmerksames Nachforschen nach der Hauptursache, die, b eingestandener Wichtigkeit der Kinderzucht, doch so viele Eltern in et. ner tränen Gleichgültigkeit gegen die Ausübung derselben unterhalt; und tollte es wohl schwer seyn, sie zu errathen? Den meisten ist der Werth ikiitöcr/ der sie zum Eifer in derLrziehung auffvdern soll, unbekannt. Wenn Eltern einmal überzeugt sind , daß sie nichts Kosibarers inihren jMufern haben, als ihre Kinder; daß der Werth derselben den Werth aller ihrer Habseligkeiten weit übersteigt, daß die schätzbare Geschenke ei- neu noch so gröffern Werth durch die Erziehung erlangen: so dunen sich di- sinder ganz gewiß eben der, und noch einer weit gröffern Vorsorge und Eifer für ihre Erhaltung und Wohl getröflen, als man Dingen widmet, die man werth hält. Schwerlich wird dann ein Hausvater fort» tobten, mehr für seine Feldgüter und Vieh, als für seine Kinder zu sor- aen; und die Mutter wird sich so wenig entschliessen , Die Kinder , ihre Kleinodien, andern ganz zu überlassen, als sie sich entschliessen wird, ihr toübarsteS Geschmeide einer Magd zur Verwahrung anzuvertrauen Jener Vater wird es bereuen, die wichtigste Beschäftigung mit der Kmder- udit bis daher andern minder wichtigen Geschäfften nachgesetzt zu haben; er wird nun alle seine Nebenstunden , und sollten es auch feine Ruhe- stunden se»n, fleißig sammeln, und sie mit zärtlichem Vergnügen seinen Kindern widmen. , flacbricbt. Der Buchdrucker Wilh Ftid. Hotter in Friedberg avertirt hiermit ein geehrtes Publ. daß « willens M. Jvh. PH. Koch Jnspect wie auch rIH 1 Consistorial Consistorjal und ersten Pfarrer der Burg Friedberg unter dem Tittel erbauliche Betrachtungen über die Bergpredigt Jesu , wie solche von dem heiligen Geschichtschreiber Mathaus im sten 6ten 7ten Caprttel seiner Evangel. GWichke ausgezeichnet und in dem jüngst abgewichenen mofen Jahres der Burg Friedberg in 47- Predigten vorgetragen , aus Pränumeration zu drucken, und zwar so, daß der ne Tbeil bis M. M 1771. fertig sein soll, und dessen der rte sogleich darauf erfolgen soll, auf jeden Tbeil ist zo kr. Pränumeration bestimmt, und wird in allem in zwey Oc- tavbänden bestehen. Bey mir Johann Philipp Krieger, wird Pränumeration darauf angenonnnen. Jjerr D. Adolphs hat herausgeben; GGrer'ben eines Sohnes an seinen Vater / über die erhaltene Nachricht vom Lode ihres Königs. Der Verfasser ist Herr M. Erich Christian Rlevesahl. Diese zu Wetzlar bey Wincklern gedruckte Schrift ist auch hier bey Uni- versitäts Buchhändlern Krieger zu Haden. In Leipzig kommt auf Schreibpappier eine Schrift auf Pränumeration heraus, unter dem Tittel wahre Bildung christl. Printzen zu würdigen Regenten und ihrer Unterthanen zu würdigen Menschen, in 8 wo von der erste Tbeil diese Leip; -0. M. die Presse verlassen hat, und der zweyte aufM. M. 1771. fertig wird, aufbeyde Theile wird noch 1 Rthlr. 12. ggr. Pränumeration angenommen. Sollte sich jemand finden der allensals noch Lust bezeiget in die Pränumeration einzutreten , kann vom Verleger bedient werden. Es wird den i zten HujuS und folgende Tage in Wetzlar eine ansehnliche Vüchcrauction so meistentheilS in juristischen und historischen bestehet gehalten, welche dem verstorbenen Herrn Gesandten König von Künigthal gehörig, gegen baare Zahlung verauctionirt. Der Verleger offe- rirt seine Dienste, wann jemand ihm Commißion übertragen will. Die Ziehung der 4ten oder Schlußclaffe roter ChurCöllnischen Lotterie wird den 14km May angrfangen, und täglich äusser Sonn-und Feyertags bis zur völligen Ausziehung deren 50000 Loosen, aus welchen diese Lotterie bestehet, sortgefahren werden , auch jedes Tags eine Liste von 2000 Loosen in Druck geben. Es wird ferner mit dem ersten Liste Bogen allen Collectoren der Plan, wie auch eine Anzahl von der zukünftigen eilsten Lotterie zugeftrtiget werden, welche wie die gegenwärtige rote einge- eingerichtet ist, weilen diese hier überall, wo beträchtliche CoKetten sind, sonderbaren Beyfall gefunden hat. was verlobten gegangen. Zwischen hier und Grünberg ist den rZten April einem fremden Passagier welcher dahin abreifen wollen , ein Paquer worinnen meisten- theils Briefschaften befindlich verrohren gegangen, falls jemand solche- zu Händen gekommen, wird gütigst ersucht solches weil eS ohnedem niemand nutzen kann, an den Verleger abzugeben. Ein-und auspaßirende vom 19. April bis den 4-May 1771- Herr Capitain von Dersner in Hannöverischen Diensten, paff, durch. Herr Marsch Commiffarius Welcker von Langen, Herr AmtsactuariuS Pfeil von Homburg, und Herr Secretarius Rode, von Thalitter, logirn im Einhorn. Herr Regierungsrath Schüler von Darmstadt, paff, durch. Herr Capitain von Vrechling in Braunschweigischen Diensten , paßiret durch. Herr von Pappenheim, und.HerrvonClauburg von Wilvcrsheim, log. im Einhorn. Herr Rentmeister Düster weg von Weilmünster, log. im Einhorn. Gebohrne und Getaufte. Am r<-April Franz Philipp, Herrn Johannes Braun, dcsXVI.Raths Mitgliedes allhier, Söhnlein. Am 27. April. Johann Daniel, Johann Conrad Zinsers, Bürgers und Farbermeisters allhier, Söhnlein. Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Johann Philipp Krie- gerUniversitäts Buchhändlern hieselbst, an dieHcrrn Liebhaber gegen einen Rkhlr. halbjähriger Pränumeration geliefert. Einzelne halbe Bogen werden für 2. kr. aus- gegeben. Man kann auch den Herren Liebhabern mit denen schon herausgelomme, «en ßtücken dienen»