... „;t„ 0icssc t Wochenvlatt. Sechstes Stück. Dienstage den ften Zebr. i?7<. Mit Hochfürstl. Hessen Larmstädrischer gnädigsten Erlaubnis. Practische Rathstbläge , sirr diejenige welche ste . ; nöthrg Haden. * Qr ) Die Sprachen sind ebenfalls allen Gelehrten unentbehrlich; und diese theilen sich in todte und lebendige. . .. . ' 4) Todte sind die griechische und die lateinische Sprache. DieM- gen, welche in der Gottesgelahrtheit zu einer rechten Gründlichkeit zu gelangen suchen, müssen noch die morgenländischen , als Hebrasich, ura- disch. Syrisch' Cbaldäisch, Rabbinisch, Talmudisch rc. dazusetzen. <) Lebendige sind, erstlich die Muttersprache, worinn man gleichsam gebohren ist, und die jeder Gelehrter aus dem Grund wissen muß. Kerner die Französische, die eine allgemeine Sprache aller Höfe , aller politischen Geschaffte, aller Gesandschasten, und in vielen Stücken a er Gelelwsamkeit geworden ist, und worinnen die größten Meisterstücke aller Art geschrieben sind. Aus diesem letzten Grunde füge ich auch die englische und die italianische Sprache der obigen bey. 6) Die Logik oder Vernunftlehr ist ebenfalls allen Gelehrten gemeinnützig; desgleichen die Universalhistorie und Chronologie, die Geographie, Genealogie, Heraldik und so weiter. 7) Diese Wissenschaften müssen in der Jugend eUernt werden, weil sie grüßtentheilS vom Gedächtnisse abhängen welches in der Jugend am Wnnen ^tweder zu Hause von einem geschickten Unterweis ftv, oder auf guren Schulen, oder auf einem Gymnasio erlernt werden. In catholischen Ländern ist dazu in den Claffen und Hörsalen der Jesuiten besonders gute Gelegenheit, zumal wenn sie die aristotelische Phileso- vbie und das Pedantische ableqen wollten. 9) Nun ist der Zeitpunkt da, daß jeder Schuler der Gelehrsamkeit diejenige Wissenschaft erwählen muß, zu derer sich bestimmen will. Alles wissen ist unmöglich. Unser Verstand und unser Gedächtmß sind dazu viel zu eingeschränkt, und das menschliche Leben ist viel zu kurz. Diejenigen Gelehrten, die von einer Wissenschaft zur andern übergekreten sind, Haden gemeiniglich das betrübte Schicksal gehabt, daß sie ©tmn* per ^o^Jch'rVde hier von den sogenanten Handwerks-Wissenschaften, die den Stand der Menschen bestimmen, und womit sie ihr Brod verdienen ; sonderlich aber von der Theologie, Rechtsgelehrsamkeit und Arz- neykunde.) $$ von gründlichen Kenntniß (ex profeG fo) einer solchen Wissenschaft. Denn sonst geziemt eö einem Gelehrten sehr Wochenblatt. 13 wohl, daß er fn keiner von allen menschlichen Wissenschaften gänzlich ein Fremdling sey, sondern fit vielmehr alle wenigstens nach ihren Namen und Hauptgegenständen kenne; als wozu ihm unter andern ein neulich int Französischen herausgekommenes Buch, unter dem Titel r Les premiers Traits de V Erudition vniverfelle» gute Dienste leisten kann. 12) Jtzo sollen die höhern Wissenschaften erlernt werden. I« Deutschland kommt auf die Wahl der Universität gar vieles an. Was ist hiebeyzu überlegen? Folgende-: Wo find die besten und berühmtesten Proftffores in der Hauptwissenschaft, auf die man sich legen will? Wo ist die wenigste Gelegenheit zu Ausschweifungen, zur Verführung, zum Raufen, zum Müßiggänge, zu einer rohen und wilden Lebensart? Wo ist das für einen Gelehrten, für einen Schüler der Weisbeit so unschickliche, so ungereimte Degentragen verboten ? Wo sind die mehresten Mißbrauche des akademischen Lebens abgeschaft? Wo herrschen die sanftesten Sitten und die feinste Lebensart? Wo kann man endlich um ein billiges leben? . 13) Zwey biS drey Jahre müssen nothwendig dem Aufenthalte aus Universitäten gewidmet werden. Es ist nicht zu viel, alle nothwendige Tdeile einer jeden höhern Wissenschaft ein Paar mal durch zu hören. Jeder Studirender muß auch nothw-nvig ven ganzen Umfang der Philosophie wenigstens einmal durchgehen. Ich rathe ihm aber dadey, sich keinen gar zu großen Begriff von der systematischen Philosophie selbst zu machen, noch sie biS zur Grillenfängerey zu treiben. Die wahre Philosophie dient mehr, uns zu zeigen, wieviel noch in allen Stücken an unsrer Erkenntniß mangelt, als unS einen erhabnen Begriff von unsrer vermeintlichen großen Erkenntniß und Einsicht der Dinge zu geben; und wehe, wehe dem Menschen, der immer DefinitioneS und Schlüsse macht l Es ist der nächste Weg sich zu betrügen und zu verirren. In gewissen Theilen der speculativen Philosophie wird der aufrichtigste Lehrer selbst gestehen, daß wir wenig oder nichts wissen und begreifen. Wer aber wird sich viel Mühe geben, wer wird den edelsten Theil seiner Lebenszeit damit zubringen, ein Ignorant zu werden? 14) Unendlich großer Fleis, wenig Versäumnis, nicht viel Zerstreuungen, und überhaupt eine vernünftige Lebensart, sind die Hauptstücke deS akademischen Lebens, wenn die dazu gewidmeten drey Jahre nicht F * frucht- Wochenblatt. »4 fruchklo« verstreichen, sondern auf dieganze übrige. Lebenszeit Nutzenbrin- g«n sollen. ch»" tr) Exercikien, als Reiten, Fechten, Tanzen u. f. w. müssen «leidifaW nicht versäumt werden. Sie sind in der gesitteten Welt unenb K-Kriich, und dienen den fleisig Studirenven zu einer höchstnöthigen Be- tvegung, machen auch den Körper geschickt, leicht und gelenkig. 14) Von der Wahl unsres Standes hängt die ganz- Glückseelig. keit unsres künftigen Ledens, und von der Wahl der Wissenschaften , de, neu wir uns in der Jugend widmen, der ganze Fortgang unserS Studi, rens ab. Unglücklich ist d-rs-nig-, der Zeitlebens wider einen Stand, wider -ine Wissenschaft zu kämpfen hat, di- mit. feiner natürlichen Neu auna, mit feinem Geschmack-, mit,einen Fähigkeiten streiten. «Rie wird g“ -km-iifch zu einet in der W lt möglichen Vollkommenheit gelangen, wenn er nicht in fein rechtes Fach kömmt, und kistenige Wissenschaft er. areift, woiu ihn di- Natur b-siimmt zu haben scheint. Die Vorberei. tungs. Wissenschaften, welch- zu den drei) höhcin lenen, sind wehren, tbeifs anmutkig, gründlich, sicher, und fast allen Menschen gefällig. Die Ködern Wissenschaften selbst aber haben diese Eigcnlchaften nicht in Ken Auq«n aU-r derer, die sich d-nfelb-n ergeben Wenn allo ein Stu. BiienCer mit den ersteren, nämlich den Vorbereifungs Wissenschaften, recht gründlich bekannt ist, und aus der Universität bemerkt, daß diejeni. ae Köh-r« Wissenschaft, wozu er sich, oder vielmehr feine Seltern ihn be- flimmt hatten, feiner Neigung, feinem Geschmack und seinen Fähigkei« «en »uwider ist; so wird er sehr vernünftig handeln, wenn er je eher te lieber davon absieht, und zu einer andern übertritt, in welcher er einen alücklichern Fortgang zu hoffen hat. Wer vielleicht ein ,'üocr# 1 ,n t>6t Arznei-kunst geworden wär-, wird manchmal ein S füllt, »et auf der Canzei. Durch diesen wvhlgemeynten Rath aber will i» niemanden zur Unbeständigkeit und zum Leichtsinn reizen Man muß den Plan seines LebenS und sonderlich seiner Studien so wenig al« möglich verändern, und nicht alle Augenblicke von einer Sachaus die andre fallen. Es erwächst daraus nichts, al« eine seicht« und schwankende Gelehrsamkeit. Pi- Fortsetzung folgt künftig. Giesser Wochenblatt. Num. 6. Dkmstngs dm f. Februar. 177t. Nachn'che. 8»lge ergangener Hochfürstl. Regierung«. Verord. riung da« Hypothequenbuch des nunmehro mit dem hiesigen Amt tombi« Bitten Amt« StornftlS, wotinnen sich viele Unrichtigkeiten geäusert . un- ^sucht und neu gemacht werden solle: so werden alle diejenige, welche Schuldverschreibungen au« besagtem Amt StornfelS, die amtlich confir. "'s" sind, ,n Händen haben, sie mögen alt oder neu seyn, auch die, welche bis zum Uten Mart, annoch ausgestellt werden dörsten , hiermit edittaliter und unter Verwarnung , daß nachmals ihre Obligationen nur für Handschriften gelten sollen, citiret und bedeutet, »ondatoan bi« ium 1 * "n Mart. lausenden Stahrs von ihren Verbriefungen bealaubte und vidimirte Abschriften an den hiesigen AmtsschreiberMeyer.ch-usm! den, wornach solche untersucht und welche richtig, in da« neue Buch ein- getragen, d.e Abschriften aber mit gebührender Atreftarion an tenCre- ditorem reminiret werden sollen; wohingegen alle diejenige vor 6cm1 ,l Mar, ,77'. ausgestellte Obligationen, welche mit votbemeldter A-terta uon nicht beleget werden können, unrichtig sind, dannenhero von denen Crednonbus so g-wifi auSgeklagt werden müssen, als künftig solche an. derst nicht als für sinipie Handschriften geachtet werden sollen? Schotten den 2)ten Jan. 1771. v,>wvul11 Fürstlich Hesiischeo Ame daselbst. E. <5. O. mtyer. Der iweyte Band der ausführlichen Geschichte der Hessen der bi, B-g-benheitin Oer Catten und Hessen, von 5". bis ausd^ 1,24 E insich schliesset, wird aufkunstige Pfingsten >771. ohnfehlbar die Preße verlassen, --dieser Band wird dem ersten an der Boaemabl 6 en Nov an biß au, Ostern 1771. angenommen, und ersuchet man die Herren Lolley kanten solche je eher je lieber Franco cinzusenden. ;) Da sich nach derHand noch viele Liebhaber der Vaterländischen Geschichte gesunden, welche den ersten Band dieses Werks noch um den Präyumerationspms zu h°ben wünschen, so har man sich entschlossen, ihnen solchen noch bis nu, nächst künftige Ostern unter der Bedingung um einen Gulden ju erlassen, cag folie zugleich in die Pränumeration der übrigen Bände einkrrken. r Dieser Band kann alsodaid nach der Zahlung eingehändlgt werden , 4) du Pränumerationsgeloer können an die Herrn Buchfuhrer in Fcankutt, Brönner, Andreas Raspe, Wischer, KW in Gissen Darms,ad- an Den Herrn Hofbuchdinder Sparschneider, Buchbinder j W. e» ael, Marburg an Buchbinder Boms und Grimm. Cassel an Herrn Pros Pioerik und Buchhändler Cramer. Hirschfeld^an H-rrn Mohr , Frankenberg an Herrn Buchbinder Folkmar, iLregen an Herrn Buchbinder Fritsch, Berlebug an Herrn Buchdrucker Ickl-r.Bie- K.k°pf an Herrn Verfasser und Zerleger selbsten , oder an Herrn Buchbinder Bast, alikrer eingesandt werden 4) Wird denen Herrn Colle« tanken das eilfte Exemplar jedesmal wie gewöhnlich vor ihre B-muhung überlassen werden. 6) die übrige Bande d-rer noch r om 4 fol^n nur 6en , sollen die Herrn Liebhaber bald möglrchst erhalte«. Biedenkopf den 4-«n Jan. 177'- 3. Tciirhorn §z wird hiermit bekannt gemacht, daß Samstags den ->ken Febr. «ine schöne, fast noch ganz neue, hellrothe sammele mir Silber ssl>r,reich gestickte Schaberague, mit dazu gehörigen Pistolen - Kappen ourch eie Würfel heraus gespielek werden sollen; z8. Loose sind dazu bestimmt» davon eines 1 st kostet. Wer miizuspiilengeneigtist-derkannsichin des Briefträger Linkers Behausung asthier melden, und die Schaberague beaugenscheinigen.. Die rke Claffe 6er Siebenden Hochgrastick' Neuwieder Armen - und Krankenhäuser Geld Lotterie ist den 8ten dieses richtig gezogen worden da- von die Ziehungsliste eingelangt und können dieselbe zur WML denen Herrn Mtereffenken mitgetheilt werden' Die sich '»dies,ME Lok- kerie noch einzukaufen Belieben tragen, kann von Verleget dieses nut Plans und'Loose versehen werden. ' Nachdeme des hohen Teutschen Ritter-OrdenS, Watzenborn und Steinberg gelegen >zu dem TeutschenhauS Wetzlar gehörige Wiesen, welche böllig 7 Morgen halten, keyhfallig sind, und Donnerstags den i<-ten dieseS Vormittags um '< Uhr auf der Commende ©djiffenberg anderweitlichauf Z- oder 6 Jahre verleimet werden sollen: AlS wird solches hiermit bekannt gemacht, damit der oder diejenige, welche sothane Wiesen zu Pachten Lüsten baden, vor bestimmte Zeit sich zu Schiffenberg einfinden, die Pacht- Bedienungen vernehmen, so fort ihr Gebott thun, und hierauf das wei, tere gewärtigen können. Wetzlar den 4ken Februar ^77^. ___________________________H. E. Buff-___________g Anfrage Ob nicht die in Kupfer gestochene Bildnisse folgender ICtorum alS Chriftoph Befoldi loh. Bonchoke, Henr. Brenckmanni Ludov. CharondaeAnt.Chondnprofp.Farinacii, AemiL Ferren, Steph For- catuh Albert Gentilis Meleh. Goldatti Henr. Hahnii, Dav. Mevii Ev, Ottoms lac. Penzonii Petri Rebuffii loh. Voetii loh. lac. Wtflenba- chii einzeln, käuflich zu haben, oder dod) zum wenigsten Nachricht zu erhalten seve, in todd)er colle&ione chalcographica sie allenfals zu finden. . Was verlange wirb. Eine Kammer vor dem Waüthor gelegen, die rein von Ungezietzr und Feuchtigkeit, wird auf etliche Jahre auf Zinß zü lehnen verlangt. Beym Verleger bittet die Nachricht abzulegen. -——■ 1 -- -...........—-----------— ■ — --- was verlobren gegangen. Gestern Abend zwischen 7- und 8. hat eine gewisse Persohn einen künstlich ausgenehten rothen Seidenen Tabacksbeutel verlohren. Danun besagte Person diesen Tobacköbeutel als ein Geschenk von einem Frauen- zichmer sehr hoch schätzet, so wird gegen Zurückgebung desselben ein don* vencions * Thaler versprochen. Neue Bücher. Kramer (Christ.) Abhandlung aus dem deutschen Kirchen * Staats- Recht 8 Frf. und Leipzig 1770. 10 kr. Reckert (R- R.) vermischte Schriften iten Theil 8. Münster 1770. r fl. Reckert kleine Lieder 2. Ebendaselbst 2tx kr. Beantwortung des Briefes an mein Vatterland, 8. ' 770 8 kr. Held der junge in ner Gesängen 8. , f kr. Hoffmann (C. A.) Abhandlung von den Pocken irer Theil gr. 8. Münster 1 fl. zo kr. Smd in dtt Kriegerischen Bud-Handlung zu haben. Grbohr- Gebcchriie und Getaufte. Am 14. Maria Elisabttka, Johann Philipp Braun , Burgers und Weisgerbers allhier ehel. Töchterlein. Eodem Maria Elisabeth«, Herrn Johannes Taschen, Burgers und HänvelSmannS allhier ehel. Töchterlein. . Am joten Jan. Philipp Conrad, Wilhelm Jacob Nattenmullers/Bur- aers und SteindeckerS allhier ehel. Söhnlein. Am "oten Jan. Anna Elisabeth« Wilhelmina, Johann Georg Wahlen- felS, Bürgers und Beckers allhier ehel, Töchterlem. Am Li.Jan. Maria Christin«, Johannes Jucharvt, Burgers und Beckers allhier ehel. Töchterlem. Am rr. Jan. Adolph Melchior, Johann Valentin Fledden , Bürgers und EisenhandlerS ehel. Söhnlein. 9 • 5 f 2 i ft. k0thr>Qtt. alb. pf. 10 I I i 2 2 2 2 20 24 4 8 2 Weck - t Tcitfchck , 1 Achtel Korn , 1 Achtel Gerste ♦ 1 Achtel Waetzen I Achtel Hafer - 1 Meste Erbsen 1 Meste Linsen , j Pfund Hirse , Pfund geschalte Gerste » f 1 x Pfund klein geschälte Gerste - Kalbfleisch - Rindfleisch - Kühflersch - Schweinefleisch Hammelfleisch Schaffleisch Bockfleisch - Wurst - - KalbSgelüng Kalbs-Leher Beerdigte. am 17. °r«». Susann« Katharina, Balthasar Serkh, gewesenen Mul. 7 i„i allhier, ehel. Töchterlein. Alt i Jahr ist an einer Brustkrank. Am Jam Philipp Peter, Casimir Knaufs, BürgerS und Schuhmachers ehel. Söhnlein. Alt r Monat. Amr, Jan. Johan» Nikolaus Muller, Burger und Haarkaustr allhier. Alt k