MteW Uocheil>Wlakt, Nu«. XIII. Dienstag dm St. Merz. 1752. tHit Hschfürstl. Hessendarmstädtifcher gttädlgstett Erlauöttrff. Von der AnferSehnng der Tobten nach dem Zmgvisse -er Vmumst imd Heil. Schrift- 1 Auferstehung der Tobten ist mit Der Aufersteblwa unter« aufs genaueste verbunden/ und so beschaffen / bat liem unserer evangelischen Gkaubenslehre einen Hauvtar- kickel ausmachüt. Es ist umsonst/ daß man sich des Gkau- dens an Christum rühmet/ wenn man dabey die Auferste« ... , . düng entweder läugnet / oder in Zweifel ziehet/ oder auch nur m Unwissenheit aus der Acht lasset. Sie hat einen solchen Einfluß in das thätiae Christenchum/ daß ein Mensch durch sie in dem schwe.esten Leiden attMet/ in de« Tugendwandel gestärket/und von der Lasterbahn mit dem grösten Nachdrucke zurück" gehalten werden kann. Mr erachten es deinnach unsere Schuldigkeit tu fron/ den L'ut'gm Leser bey gegenwärtiger Fcyer der Aufe»-stehung JEsu an seine lukünfstae eigene Auferstehung zu erinnern: dergestalt daß wir die Sache selbst nach ihrer Mabr- heit und ihrem Einfluß in unser Christenchum betrachten / und hiermit dem/ was ihr entgegen gesetzt zu werdenpfleget/nach Möglichkeit begegnen. Wir entsinnen uns da- bey wohl / wie herrlich diese Lehre zu unfern Zeiten von geschickten Männern abgehandelt und aufgeklaret worden, a ' Zur Auferstehung der Todten wird erfordert/ daß die Leiber/ welchem ihre 91 Ver- • J Giesser w-chett--Blatt/ Num, X1H. fl^anci« / wieder hervorgestellet und mit ihren Seelen zu einem ferneren Weich/daß die MEn nach der auÄimgebfliOie* »er* styn müsse»/ Ole f« vor chrem «De gewesen, SE, hmiu / welche» au» u-ehretn ©riinDcn dargeihan werden mug / daß fie von ± K «Sieben/ äo eben deswegen einen Dum aufgeieglen / O., verttarten kew muffen Den verklarten Leib nehmen Wik IN einem weillaustigen £3«» LÄ7Kr emm solchen Milen! der zur ewigen Belohnung und Strafe des Men- fd)en forti)auren könne. EinemTodten das Leben geben/ kann ohne Auferweckimg nicht geschehen. Daher Hegreiffen wir gar leicht/ daß sie eme Wirkung der alimach* tigen Krast G^tes^y^^^^ tkfcr Auferstehung erfordert. Erstlich müssen die F>auvttkeile des Cörpers wieder in der Ordnung zusammen gebracht werden/ mwel- §er sie vo» dem Tode in diesem Leben stunden. Darin liegt nichts unmögliches. Denn 8- Natur löset nicht einmal auf bis auf die ersten Theile der Zusammensetzung/ ge- to»Ä$fie «Mrni*te., follie. Die Theile de» menschlichenblechen Stauch bey ihrer grösten Auflösung und Zerstreuung m der Natur. Sie haben em. mal eine gewisse Art der Zusammensetzung und Ordnung gehabt ; folglich ist da-a Ä nW widersprechendes / daß sie solche wiederum bekommen, owentens muß d.e ^eele eines Menschen noch vorhanden seyn mit ihrer wesentlichen K> ast. Dieses i ^ud)t ®Ikin keine Unmöglichkeit/ sondern eine gewisse unläugbare Wahrheit/ weil Die Seele •ined sThenfcbtn ein unsterblicher Geist ist / welcher weder durch sich / noch dm ch die «ame Natur vernichtet werden / oder ihre einige wesentliche Kraft verliehren kann. SSmufi“Srindtnlicbc tiefer hergestellke aber verklärte Leib m.t der nämlichen annoch Sehnen ®eeleSeine Person »er«* werden/ -Itz daß-» der «orlge Men ch tev/ iedod) in einem andernZustande und mit einigen zufalligm Veränderungen. Auch Dieks enthalt nichts widersprechendes / weil es vorher so gewesen. In w fti n wir die- ses alles erkennen/ eignen wir der Auferstehung der ^oDten eine innere tu. Lasset unö zugleich an die Auferweckung durch GOtt gedenken. G^rtt ist allwissend / und weis daher vollkommen/ wo ein jeder Theil sin und wohm er gehöre. Er c J hje köcbne Weisheit und Allmacht/ wodurch er alles mögliche wir.licl-nrachen/ nrlr olle mis vor^mmende Schwierls,keilen oder Hindernisse bebe» tann. Wr wnr. ten uns demnach sehr vergehen / wenn wir seiner Macht die alleiM'iigiien Schranken Lken wollten. Wahrhaftig wer den Menschen und die ganze Welt aus nichts hat schaffen können / der kann auch Die vorhandene aber rerstreuete Theile de^ö menschllchm $. uL nieder Zusammen bringen / und Die ^.odten aufwecken / ( Apost. ", 8.) Jier- Web t die ä»Mrc rMsllchkert/ diese mit der inneren zusammen genommen machet die Möglichkeit der Aufersiehung aus. Darum schliessen wir nun mit Recht/ die Ä Ä'Ä—»: Wenn der menschliche tob mit fliien Thciien/ die er Mal (Wi sich getragen/ wieder hergestellk werden so«tt^so Dienstag den zitm Mare. 17-fo. <. würde em gi'euliches Ungeheuer herauskelnmen ; und schliesset darau L/ daß sie taniw entweder unmöglich sey und gar nicht geschchr/ oder ein ganz andrer Leib Hel borgen bracht werde- Mein wer siehst nicht/ daß man hiermit von dem wahren Begriffe der Sache abweiche. Zum menschlichen Cörper werden nicht alle und jede NahrungS- theile gerechnet / die er an sich nimmt und wieder ableget / seine Haupt-und weftmli- che Theile zu erhalten ; sondern man verstehet nur diese allein/ die nach seinem Tode M Erde worden / unD bey der Auferweckung wieder hervorkommen. Wir können nicht anders / als hierbei) auf die vortrefliche und eines reifen NachsiimenS würdige Erklärung Pauli l.Cor.'5. ; 5 - 44/ verweisen. Andre spreche» wiederum: Wie iss es möglich / daß ein jeder Mensch zu seinem Labe das seinige wieder kriege/da dieTbei- le eincs CörperS durch die Auflösung und Ansetzung immer Theile eineöandern werden? Was ietzo dieser an seinem Leibe traget / das trägt über 2.0 Jahren em andrer. Davor lasse man nur GOtteS Allmacht und Allwissenheit sorgen. Der HErr wird schon einen jeden Theil erhalten / wozu er besiinmiet ist. So hat auch der/ weicher diesen Zweifel macht/ erst zu ben'eisen / daß die Nahiungs und Ausfüklungstheile des eine« -Haupttbeile des andern/ oder Haupttheile deö einen auch Hauptthelle des andern werden. Gleiche Beschaffenheit hat es mit denen Tbeilen unsres Leibes/ welche zwar jtt diesen/ aber nicht zu jenem Leben nöthig sind. Woraus abermals einige einen Zivei- fel thcils wider die Auferstchung überhaupt / theils wieder den gcivöhnlichen Begriff derselben machen. Denn diese Sache steiget zu iveir in die nähere Beschaffenheit der Lluferstchung herunter / die wir der Weisheit GOttes und der künftigen Erfahrung überlassen müssen. Wiewohl uns die H. Schr ift weit genug führet r indem sie zeiget/ daß kein Theil fehlen wird / der jum ganzen Menschen gehörtt. Wir begnügen imt ietzo mit der erwiesenen Möglichkeit /und gehen weiter fort / um zusehen/ was umi die Vernunft voll ihrer Wirklichkeit sagt. Wenn wir den Menschen nach der nächsten Absicht seiner Schöpfung betrachten ; so ist aus unlaugbaren Gründen gewiß/ daß er zu einer' beständigen Glückseligkeit und zwar / um der göttlichen Weisheit und Liebe willen / ohne Zweifel zu einer ewig wähl'enden Seligkeit geschaffen sey. Die Hindernisse / welche von der Sünde in den Weg geleget worden / hat Christus unsir Mittler und Erlöser gehoben. Daher muß auch jene Absicht rctzo noch gelten. Der Mensch bestehet aus Leib und Seel/und wiewohl die Seele vornehmlich der wahren Glückseligkeit fähig ist; so erkennen wir doch aus der Erfahrung/ daß den Mensche» recht wohl sey/ wenn Leib und Seel vollkommen sind. Hieraus schliessen wir nicht unwahrscheinlich/ daß auch die ewige Seligkeit des Menschen viel grösser sey / wenn Leib und Seel zugleich daran Theil nehmen/ als wenn sie der Seele allein zrikäme. Inzwischen vermodert der Leib nach dern Tode. So ist denn kein andres Mittel übrig/ weil doch G-Ott den Menschen so glückselig haben will/ als möglich ist/ als daß der auf eine Zeitlang zu Erde gewordene Leib wieder auferwecket werde. Nichts ist demnach vernünftiger / :als daß wir die Auferstehung der Todten mit guten Grunde behaupten. Wir können sie hiermit noch nicht N r für reo Giesser Wochen-Bl/ttt / Num. XIH. für ßrtrtf gewiß halten > sondern begnügen und mit ihrer grossen Wahrscheinlichkeit. Doch ist es erlaubt weiter zu gehen. Alle grosse Verändrungen / die GOtt mit den Menschen vornimmt / sind so beschaffen / daß diese immer behalten/ was sie haben/und noch mehreres dazu bekommen. Erstlicl) waren sie blos möglich; durch die Schöpfung bekmuen sie ihre Wirklichkeit / wobei) ihnen di« Möglichkeit bliebe. Äusser Streit hat GOlt im Anfänge alles/ folglich auch das ganze menschliche Geschlecht erschaffen /folg- lich einem jeden Leib und Seele im kleinen / worüber andre disputiren mögen/ beygelegt. Wenn nun einer gebobren wird / so behält er nicht nur/ was in dem kleinen Saamen liegt / sondern bekommt auch noch was mehreres. Seine Lebenskraft breitet sich aus / der Leib wird groß / die Seele kommt in den Zustand klarer und deutlicher Vorstellungen / und das menschliche Leben äussert sich in allen Stücken. In dem Tode gehet «dermal eine grosse Veränderung vor; wir wissen / daß solche in Ansehung der Seele ein ewiges Leben entweder zur herrlichen Belohnung ihres Wohlverhaltens/ oder zur Bestrafung ihrs Uebelverhaltens/ nach sich ziehe. Sollte nun der Leib m der Verwesung bleiben / und die Seele ewiglich allein bestehen; so müsse GOtt vori seiner gewöhnlichen Weise in dergleichen grossen Veränderungen abgehen. Wir haben keinen Grund / das zu glauben. Mithin ist es gegründeter / daß die Seele auch m der Ewigkeit wieder einen Leib bekomme. Das kann entweder ein neuer und ganz andrer / oder ihr voriger Cöiper seyn. Das erste gehet nicht an/ thcilS rveil GO» einen neuen Leib vor sie schaffen müsse/welches überstüßig wäre/ indem er ihr ja den ihrigen wieder «eben kann; theilö weil der Mensch das behält in den grossen Verändrungen/was ex vorher schon gehabt hat. Folglich bekommt die Seele ihren Leib wieder. Solches kann ohne Auferstehung nicht geschehen. Darum ist nun noch wahrschemlicher / daß vnsre Leiber wieder auferstehen werden/ damit wir in der Ewigkeit ganze Menschen seyn mögen. Wir wollen nod) einen Grund verlegen. Die Vernmift erkennet gar deutlich/ daß GOtt vermöge seiner Heiligkeit / Liebe und Gerechtigkeit die Tugenden der Merrschen sich Wohlgefallen lasse und belohne, die Laster derselben aber hasse und bestrafe. Wir würden GOtt seine Ehre rauben/ ivenn wir anders denken wölken. Nun aber wild dieses in gegenwärtigem Leden nicht überall erfüllet. Die Gotkloseri leben grossen Theilö alle Tage herrlich und in Freuden / und fterben auch so dahin; die Frommen leben unter viel Kreutz und Trübsal innerlich und äusserlich. Daher musten wir mit Assaph in daö Heiligthum GOttes gehen/ das Ende dazu nehmen und versichert seyn / daß die Gerechtigkeit GOtteS sich das Leben der Menschen nach dieser Zeit |um unpartheyischen Gerichte Vorbehalten habe. Nach dem Tode werden die Gottlos fen bestrafet/ die Frommen aus Gnaden belohnet Nun wer wirdalsdenn empfangen/ was er verdienet hat bey Leibesleben/ iS sey gut oder bös ? Der iMensch. ^M)t «'n The» deS Menschen/ sondern der ganze Mensch nach Leib und Seele. Der Leib ist todt und verstaubet; so muß er wieder hergessellt werden. Folglid) »st oie Auferstehung der Tobten höchstwahrscheinlich. Nehmen wir alle Grunde zu- fcmn/ vornehmlich den letzten in seiner ßqiuen Stärke/ so wird uns leicht eimeum- Dienstag den ziren Mare. 175» idi MV warum diese der Vernunft eine Gewisheit in der Lehre von der Auferstehung der Toden zu erkennen. 2Lir wollen die Zweifel nicht gänzlich vorbey gehen / welche einem oder dem andern hierwider einfallen möchten. Man kan denken / ju den ewigen Strafen und Gnadenbelohnungen bedöi fe es keines Leibes: Schmerzen und Freude giengen in der Seele vor / und die könnten ohne Cörper lebhaft und empfindlich genug seyn- Hierauf ist bereits geantwortet. Einmal/ in allen grossen Veränderungen behält der Mensch/ was er vorher hatte; warum auch nicht im eivigcn Leben ? Sodann soll der.Mensch / der ganze Mensch/ gutes oder böses empfangen. Wer gesündiget oder wohlgethan hat / wird gestraft oder selig gemacht. Wer heisset uns scheiden / was GOtt im Wesen des Menschen zusammen gefüget hat. Endlich ist ja der Leib / wie ein Werkzeug der Sünde und Tugend / also auch efn Werkzeug der Strafe und Freude; und das nicht allein/ sondern auch mit ein Naturtheil des Menschen. Wir begreiffen leicht die Ehre des Leibes / daß er eit: Tempel dcS Allc> heiligsten und ein jedes Glied desselben ein Werkzeug im Dienste GOttcs sei-/ darum wollen w,r ihn auch der Ehre des ewigen Lebens nicht berauben. Der Einwurf/ welcher aus dem von vielen beliebten will- kührlichen Satz genommen werden fannj daß die Seele sogleich nach dem Tode einen subtilen Leib erhalte/ der ste vor dem Schlafe desto sicherer bewahre/ wird wenigen bcvfallen / und kann uns auch nicht entgegen seyn. Denn / wenn auch dieser Meinung gelten solte; so hebet er die besondre Anoidnung GOttes/ tn der Seele ihren vorigen ganzen Leib wieder aufznwecken und bcyzulegen/ gar nicht auf. Denn eine andre Beschaffenheit hat es mit dem Menschen von seinem Tode an bis an die Auferstehung von denTodten/ und eine andre hinwiederum von hier an bis in die unendliche Ewigkeit. Es ist nun Zeit von der unumstößlichen Gewißheit dieser Sache zu reden/ welche nach aller wahrer Christen einmüthigen Geständniß aus GOttes Wort herge- teitet wird. Bleibet der Vernunft gleich noch manches dunkel und kann sie auf keinen festen unbeweglichen Grund kommen/ so fället doch das Licht der heiligen Offen» bahrnng desto Heller in unsre Augen. Dieses kommt dem natürlichen Verstände in Hülfe/ und lasset nicht einen Schein des Zweifels übrig/ wenn wir es nur recht betrachten. Den ersten Beweis nehmen wir billig von dem Grunde des Gnadenreichs her / welcher ist Christus unfer Heiland / der wahrhaftig von den Todten auferstanden ist durch seine und des himmlischen Vaters Kraft. Paulus schliesset i Cor. 15, iz. u. f. also: ist die Auferstehung der Todten nichts / so ist auch Christus nicht aufersiau- den / so ist euer ©taube eitel/ so seyd ihr noch in evren Sünden und verlohren. Wir schliesst:, daher mit Recht nach dem Sinne Pauli: ist Christus ausersianden / so müssen auch wir wieder auferftehen; so ist unser Glaube wahrhaftig ; wir sind durch ihn erlöste und fcelig. Daß dieses der Sinn Pauli fey / erhellet aus dem x z. v. So aber Christus gepredigt wird / daß er fey von den Todten aufersianden; wie sagen denn etliche unter euch/ die Auferstehung der Todten fey nichts ? Nehmet die das Ungereimte des gegenstitigen Jrnhums anzeigende Frage weg; so heisset der Satz also; Sv a- N r der Giesset V?-chenb!atik/ Num. Xlll. toi brr Christus gepredigt wird/ daß er sev von den Toden auferstanden: so muß ja wahr-- hastig eine Auferstehung der Todten seyn. Und v. zo. Nun aber ist Christus aufer- standen von den Todlen und der Erstling worden unter denen/ die da schlafen/ d. i. alle Verstorbenen werdet» nach ihm auferstehen / in den davon folgenden Versen die Ordnung angezeiget wird. Der Unterscheid der Menschen will / daß wir auch hier unterschiedene Sätze machen, i.) Christus ist auferstanden / darum werden auch die Gläubige wieder auferwecket werden. Betrachtet Christum als deri der imfve menschliche Natur angenommen / der unser Bruder/ das Haupt der Gläubigen / unscrHErr und König ist / und als GOtt und Mensch den Thron der göttliche:-» Herrlichkeit em<- tingenommen hat. Wisset aber auch / daß eben um desivillen die Gläubigen / als Glieder seines geistlichen Leibes im Tode unmöglich jinücfe bleiben können / sondern nach ihrer ganzen Natur mit Leib und Seele in den Hanmei eingehen / folglich ihren Leib durch die Auferweckung wieder bekommen werden. Solches muß um der ihnen verheissenen Gnadenbelohnung willen geschehen. Christi Verdienst und Auferstehung ist also der gewisse Grund ihre unausbleiblichen Auferstehung von den» Todten. Siehe eisen herrlichen Trost in allen Leiden und Anfechtungen dieser Zei.t / selbst wider die Bitterkeit des Todes/ aber auch eln vortrefliches Verwahrunqsmittel vor dem Unglauben und aller Ungerechtigkeit, i.) Christus ist auferstanden / darum werden auch die Gottlosen wieder auferwecket werd«». Wozu? Auf daß sie wegen des Unglau» bens und der dem drcyeinigeu GOtt zugefügten Beleidigungen nach Leib und Seele Bestrafet werden. Der Grund ihrer Auferstehung ist nicht das Verdienst / sondern das richterliche Amt JEsu/ da ihm / als dem wieder lebendig gewordenen GOttmen- scheu gegeben ist/ Gewalt und Gericht zu halten über siine Feinde. Lasset uns dieses einen starken Bewegungsgrund wider alle Laster und Uebertrettungen ftyn. Denn ist die Quaal der Verdammten schon groß/ wenn sie nur allein an der Seele gepeiniget werden; wie viel schrecklicher wird sie seyn/ wenn sie nach der Auferstehung und dem firengen Gerichte GOttes mit Leib und Seele in die ewige Verdamniß geworfen werden. Den andern Beweis führen wir aus den klaren und ausdrücklichen Worten göttlicher Offenbarung so wohl des alten / als des neuen Testaments / damit sederman von der Richtigkeit dieser alten und allgemcmen Wahrheit desto mehr überzeugt werde. Aus dem alten Testamente gehöret hierher r B. Mos. 6. welches Zeugnis unser allwissender JEsus folgender Gestalt anführet Makh.r, ;i. -r. Habt ihr nicht gelesen von der Todten Auferstehung/ das euch gesagt ist von GOtt/ da er spricht: 3d) bin der GOtt Abraham/ und der GOtt Isaac/ und der GOtt Jacob. GOtt aber ist nicht ein GOtt der Todten / sondern der Lebendigen. Wobey man ferner merken muß/ GOtt ist nicht ein GOtt der Halblebendigen/ sondern der Ganzlebendi- gen nod) Leib und Seele/ welches / so lange die Leiber in der Erden liegen die zuküns« ltige Auferstehung gewiß in sich schliesset« £)M. u, ,z. Viele (d. i. alle/ diejusam, men Dr'-nfkag tett i i ten Mcwt-. 17)61) ,v> Mil diese sind) so unter der Erden schlaffen liegen/ werden aufwachen/ etliche zum e* wigen Leben/ etliche zur ewigen Schmach und Schande. Daß Abraham und ganz Israel eben diesen Glauben gehabt halben / das erkennet man/ was den ersten betritt/ aus dem Zeugnisse Pauli Hebr. 2, 9. Er gedachte/ da er seinen Sohn Isaac schlachten solte und wolle/ GOtt kann ja wohl wieder von denTodten auferivecken/ daher er ihn zum Füibilde wieder nahm. Was jene betritt/ aus dem Bekenntnis Martha/ Joh. 2 , 14. Ich weis wohl / daß mein Bruder auferstehen wird/ in der Auferstehung am jüngsten Tage. Hiob 19,15. Ich weis/ daß mein Erlöser lebt / und er wird mich hernach aus der Erden auferwecken/ und werde hernach mit dieser meiner «Oaut umgeben werden, und werde in meinem Fleische G-Ott sehen/ denselben werde ich miw sehen/und meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder. Aus dem neuen Testamente merken wir unter gar vielen uns noch diese wenige an. Luc. 14, 14, ES wird dir vergolten werden in der Auferstehung der Gerechten. Joh. 6,40. DaS ist der Wille GOttes/ daß wer den Sohn sichet und glaubet an ihn/, das ewig« Leben habe / und der Sohn ihn auferwecke am jüngsten Tage. Röm- 6, s. 1 Cor-6,14. Das ganze 15.Cap. dieses Briefes/ als der Hauptort. Job. f, 28. 29. Es kommt die Stunde/ in welcher alle / die in den Gräbern find/ werden die Stimme des Sohnes hören / und werden hervor gehen / die da Gutes gethan haben / zur Auferstehung des Lebens/ die aber Uebelsgethan haben/ zur Auferstehung des Gerichts. Apostelgesch. 24, Jf. U. V. 12. Nehmen wir ein Exempel wirklich von den Toden auferweckter Personen im Alten und neuen Testamente dazu / so wird die Sache noch immer gewisser. Sie stehen «achzuschlagen. i-Kön.-?, 17- r.Kön. 4,18. und 13,23. Math. 27, f2. 53. Joh ", 4) 44- Luc.7, "-is. und 8,41- Apost. Gefch. 9, 40, und 20, 9. iq. Erwögen wir aber diese Wahrheit fleisig zur Befestigung unseres Glaubens nnb zur Vorsichtigkeit in unserem Wandel / vornemlich wenn wir die Auferstehung deö Siegesfürsten unseres grossen Heilandes ftvern ; so werden wir die seligsten Früchte davon zu geniessen haben/ und dem Tage der allgemeinen Auferweckung mit Freuden entgegen sehen/ da wir mit unserem Fleische wieder Überkleidet siegreich auferstehen und in die Herrlichkeit des Sohnes GL)ttes / der unsre Natur schon sö hoch erhoben hat/ daß sie zur Rechten der Kraft G-Lttes sitzet / eingehen sollen. G-Ott schenke allen / die solches lesen und Betrachten/ seine Gnade dazu. Nachdeme einige zur Ramspeckischen Concours mafla gehörige extra gute Rhein-Weine und zwar »70- '7-8. und i7?o. in 9. Fässern/zusammen ohnge- fthr in 24. Ohm bestehend / durch einen öffentlichen Strich Faß weise an die meist» bietende gegen haare Zahlung verkauft werden sollen/ und darzu terminus auf Montag dm sten Aprilis angesetzt worden / als wird solches jederman hierdurch zu dem Ende bekannt gemacht/ damit diejenigen / welche davon was zu kaufen belieben / sich in prac- (H Gieffer Wdchvni-Blabt/ Nam. xril. praefiro Nachmittass um r Uhr aufhirsigem Cantzeleybau bey dem darM bestelltm Kiefer/ welcher aus jedem Faß den Wein zuforderst ju probiren gebet» wird einsinden fönnen. Liessen dem En Jan. i?fo. Fürst!. Hessische Regierung daselbst. Von Stuttgart ist die Nachricht eingelauffen / daß der berühmte Herr geheime Rarh Georg Bernhard Bilfinger mit Tod abgegangen. Er war erstlich Profeflbr Phyficz & Machefeos im CoHegto illuftri jtl Tübingen von da kam er nach Petersburg/ und versah dort eben dasselbe Amt. Darauf ging er wieder zurück nach Tübingen und trat eben benannte Profeßion bey der Universität allda an. Wur- de einige Zeit hernach Profeflbr Theologiac Ordinarius daselbst / und verließ endlich bett geistlichen Stand / da er als wirklicher Geheimer Rach nach Stuttgardt berufen wurde. Er war dabey Praeiident des Hochfürstlichen Confiflotii , Secretaritis des grossen Jäger »Ordens Hubcrti, wie auch vieler Academien und Sociecaeten der Wiffensoiaften Mitglied. Die gelehrte Welt verliehret an ihm einen der grösten Weltweisen / Mathematicorum , Ingenieurs Theologorum , und Staatsleuten ; er aber nimmt den Ruhm mit in die Grust/ daß er ein Mann war/ der im (Stan* de war alles zu seyn/ was er wolte. Frucht-und andere preise am Marcke-Tage den 17. Mart 17 fo. Giesser Maß. I sk. x. Achtel Korn - f 4 auch - 1 4 - Gersten ♦ I 2 - - Weitzen - 1 6 1 - Hafter - - | 1 ft geschählte Gerste - | * - - kleine Gerste » | - x^Meste Erbsen - | - - - Linsen - 1 * Alb. Pf' lalb. !Pf. 10. j 1. ft. OchsemFlessch, | 2. 4. 7 4 - Kuh-Fleisch - | 2 |- r5. - - Rind-Fleisch - | x |- - - - Kalb-Fleisch « \ 1 \6 rs * - Sck)weine-Fleisch j z \i. I i. - - Hammel Fleisch | l. 4. - Schaaf Zleisch - | * - Eyer - - j r s- 15.1 - i.ft. Butter t « ( 4 [1 Dieses Wochenblatt wird alle Diensttage allhier bey dem Verleger Johann Philipp Krieger denjenigen, so auf ein Jahr mit r. st oder auf ein halb Jahr mit r. ß. f-r-numeriret, zugefendek; auch wird das Stück einzeln vor r.kr. abgegeben. Diejenigen so dieses Wochenblatt zu halten stch annoch entschliessen wollen, belieben die Vorausbezahlung auf hiesiges Postamt einzufenden, so wird man -uch tmit den bereits heraus gekommenen Stücken dienen.