Kieffer . , Wochtil-Matt, Num, XVII. Dienstag den i8. April, 17p. Wie Hochfürstl. Hessmdarmstädtischer gnädigsten Erlnubniff. Abhandlung von dem rechten Begriffe von der Welt und den Einwohnern der Planeten. ermSge unseres itu Vsrberichte gechanen Verbrechens fotfeM keine allzubekannte und gemeine Dinge zu Vorwürfen unsrer Betrachtungen erwählet werden. Vielleicht aera- then nicht wenige bey Lesung der Ueberschrift auf die Gedanken/ daß wir unser gegebenes Wort dieses mal auö dea Augen setzten. Wir achten uns also verbunden diese gegenwärtigem Blatte gefährliche Meinung dem geehrtesten Lesek zuvorderst zu benehmen? und die Absichten zu entdecken/ die uns bewogen haben/ von einer so bekannten Sache zu schreiben. Die vornehniste ist diese/ daß unter den Liebhabern unsrer Wochenschrift wenige sind/ die sich in der Sternwissenschaft so weit umgesehen/ daß man den rechten Begriff von der Welt/ und was weiter dazu gehöret/ für eine in Ansehung ihrer nicht ferner zu erklärende Sache halten könnte. Die meisten haben nur aus der Unterredung mit andern/ die selten selbst genugsam unterrichtet sind / etwas davon vernommen. Diesen sagen wir also etwas neues; jene erinnern wir an etwas/ ob wohl bekanntes / doch ihnen und den andern angenehmes. Denn sollte sich wohl jemand um das grosse Haus/ darin er wohnet/ fo gar wenig bekümmern/ daß er nicht be. _ R gierig , Giesser Wochenblatt/ Num. XVH. gierig wäre wissen/ was für Zimmer darin/ und wie sie angeleget/ und ob roch mehr Hausleute darin sind 2 Die Marquisin / mit der sich der Herr vonLsntene» in siinen Geiprächsn vom mehr als einer Welt unterredet/ gestehet/ daß wenn sie an ihren vorigen Begriff von der Welt/ den sie vor seiner E kicirung gehabt/ zurücke Denfc' ihr der Rsm^darin so enge scheme-/ daß sie eine Schwürigkeit i/n Äthern« HM n zu empfinden vermeine. Vielleicht tbut unsre Beschreibung bey einigen unsern Lesern auch dieselbe Würkung/, und zeiget ihnen / daß sie das prächtige und erstaunende Gebäude sich bisher viel zu kleinstättssch eingebildet. Vielleicht kommen auch wohl einige in ihier Ueberlegnug-mss den grossen. Bamneister/ der diesen herrlichen Plan entworfen und mit einem einzigen allmächtigen Worte äusgesuhret. Vielleicht rufen am Ende einige aus: HErr/ wie siM deine Werke so groß und viel/ und du hast sie alle weislich geordnet ! Die Sorne scheinet zlvar alle Tage nebst dem aefammten himmlischen Heere sich einmal um den Erdboden herum zu bewegen. Wenn man aber der Sache genauer nag denkt und dabey die besondre Beobachtungen der Sternkunt igen / womit wir uns jetzo nicht aufhalten wollen/ in Betrachtung ziehet/ so findet mein/ daß es sich ganz anders verhält/ imD daß vielmehr Die Sonne an ihrem Crte ganz fest und stille stehet/ der Erdboden aber sich innerhalb 24. Stunden^ wie ein Rad um feine Axe drehet/ und daher der ganze Himmel sich herumzuwälzen fchcinet/ so wie das Äuge. betrügen wird/ wenn es/ da man im Schiffe den Strohm hinunter fahret/ meinet die Baume kommen gegen dasselbe herauf. Es ist wahr/ der Erdboden mich sich sehr schnelle d eben/ und in dem mitteten Eirkel der Kugel/ wo die Bewegung am heftigsten ist/ muß ein jeder Punct in einer einzigen Minute bey nahe vier deutsche Meilen zurücke legeni allein Niemand weiche ein/ daß m.gu eme-sMe schleunige Bewemng doch in etwas sich len muste. Demi/ wenn man ganz gleich geschwinde ohne Erschütterung fortgebracht wird/ so merkt man e,s nicht/ wie die Schiffe berußen; die Luft kann auch durch -kein rcnsschendes Blasen ein Merkmahl an die Hand g.ben/ weil sie selbst mit hingerissen wird. Vielmehr bedenke mach/ daß die blose Sonne ein Cörper/ der nach seinem ganzen Jnnhalt eine Million drci)hundert sieben und sechzig tausend mal grösser ist chls Der Erdboden / in einer einzigen Minute fünf und vierzig tausend deutsche Meilen und viele tausend andre S^ne noch vielmal mehrere durchfliegen musten/ wenn die Erde ruhen sollte. Wir glauben/ daß'ein jeder/ Der nur Diesen einzigm Umstand überleget/ wenn er auch forst von keinem andern Beweise weis / völlig »beführet werden muss / daß GDtt/ Der all zeit den kürzeren Weg dem weiteren vorziehet/ die Sonne an ihrem -Orte befestiget/ und Die Erde alle Tage einmal um ihre Axe sich bewegen lasst. .... Die' Länge des Jahres und der Unterschied seiner Zeiten hänget von einet zweyten Bewegung der Eide ab/ Durch welche sie in eiiiem Enkel/ oder vielmehr in einer andern Figur Die demselben sehr ähnlich ist/ um Die Sonne he-umlaufet. Folglich i|t unfrt Erde ein Körper/ dessen runDe Gestalt ohnchm bekannt ist/ der sich inner» tv _ balv •' Dienstag den EM April i7fo. 131 halb Jtzhnis Frist einmal um die Sonne und zugleich täglich einmal um seine ?lxeherum beweaer. Eben dieses trift man bsy Den anDern sogenannten Planeten an / nur daß ihre Umläufe in lungern oder kürzeren Zeiten vollbracht werden. Daher wird un- fer Erdboden mit gjedjt unter die Planeten gezählet. Der Sonne also/ da sie bu lständig an rbrenr Orte bleibet/ gehöret dieser Name nicht; damit sie aber nicht zu kov; komme/ indem sie aus einem Range/ darein man sie gemeiniglich setzt/ ausgemustert wird/ so wollen wir sie im folgenden zu einer andern Gattung der Sterne rechnen. Demnach sichet das Stück der Welt/ das uns am meisten angchet/ also aus: In der Mitten dieses Theiles liegt die Svnne/ und bleibt immer daselbst; um sie herum bewegt sich am nächsten der MercuriuS; etwas weiter die Venus; alsdenn die Erde; hernach der Mars; ferner der Jupiter; und zu letzt am weitesten der Satur- nuö; ein jeder drehet sich in seiner gewissen Zeit um sich selbst. Der Mond gehöret nicht mit zu dieser Zahl / tind ist also mit Fleis übergaw- gen worden. Denn er gehet nicht seinen Weg um die Sonne/ sondern um die Tode in einem Kreise herum/ und wird erst mit dieser um jene herumgezogen. Aus Mr Ursache führt er den Namen eines Nebenplanetm. Unsre Erde aber i|t nicht der einzige Hauptplanete / der das Glück hat von einem andern begleitet zu werden; sondern der Saturnus hat fünf dergleichen Monde/wie wir einen haben; Jupiter hat derselben vier/ und die Venus einen/ den man erst vor kurzer Zeit entdecket hat. Es ist gänzlich zu vermuthen/ daß Mars und MercurwS auch nicht ganz leer ausgehen / und ersterer wohl mit zweyen oder gar mit dreyen versehen seyr allein cs ist eine bloss Muth- maßung/ die wir wohl schwerlich werben beweisen können/ ehe man die Ferngläser zu einem höhern Grabe der Vollkommenheit bringet. Auster dem grossen Raume / der von den um unsre Sonne sich herum bewegenden Planeten eingenommen wird/ befinden sich dieFxsterne/ die um den ganzen Himmel herum sehr dichte bey einander zu stehen scheinen. Von diesen die Planeten zu unterscheiden/ hat man das leichte Mittel/ daß man etliche Nächte hintereinander in obacht nimmt / welche Sterne immer gegen einander in einer Stellung bleiben/ und welche darunter ihren Ort verändern / und von einem zum andern fortrücken. Die erste sind Fixsterne; die andere sind Planeten. Jene sind Lörper/ die mit unsrer Sonne völlig überein kommen/ die ein eignes Licht haben / und keinesweges/ wie Die Planeten uns und unsre Erde ihnen/ mit dein von der Sonne empfangenen Glanze leuchten; mit einem Worte: sie sind Sonnen/ und unsre Sonne ist ein Fixstern. Dieses ist ihr Rang in welchem sie nunmehr gesetzt wird / da man sie nicht mehr unter den Planeten leibet. Man könnte zwar anfänglich auf die Gedanken kommen / als wenn Die Sonne zu groß/ und Die Fixsterne zu klein wären/ jene auch erwärmte/ und Diese nicht; Daher jene zu diesen nicht mit Recht könnte gezählet werden. Allein dergleichen Einwürfe verschwinden gar bald / wenn man erwäget / daß die andre Gestirne unbeschreiblich viel weiter von uns weg R r stehen/ ,;r Giesser Wochen-Blätt/ Num. xvn. flehen/ folglich auch so viel kleiner auffchen müssen/ als die Sonne; auch der allzu- groffen Entfernung wegen keine Warme zu uns herunter bringen können. Wozu sollen aber soviel Sonnen dienen? Was nutzen sie in der Welt/ da inan sie bey Tage vor dem Hellen Lichte nicht sehen/ und bey Nacht wieder von ihnen Nichts geniessen kann / als daß sie den Himmel wie glänzende Funken zieren / die von wenigen Menschen angesehen werden? Ist das der höchsten Weisheit GOttes gemäß/ so ungeheure unsrer Sonnen ohngefähr gleiche/ folglich hundert und eilf mal so dicke Cöi per/ als unser Erdboden/ in einer so erstaunenden Weite von uns hinzusetzen/ die uns zu nichts dienen; da der Zierrath deS himmlischen Gewölbes/ der nur -u der Zeit sichtbar ist/ da man schläft/ und den so wenige anzusehen sich bemühen mögen/ du ch ganz kleine qlüende Kügelein in der Nähe hätte können erhalten werben ? Die Frage ist ganz gut/ und sie ist der Fad.n der uns in unserm Nachdenken leitet. Frevlich sind sie am wenigsten vor uns; freylich würde der geringe Dienst/den sie uns leisten / nicht vermögend gewesen seyn/ den weisen Urheber der Natur zu ihrer Schöpfung zu bewegen. Die iLternkundige sind also auf eine sehr vernünftige und von denen/ die sich einen recht masestätischeil Begriff von GOtt machen können/ allerdings zu lobende Vermuthung gerathen/ daß ein jeder Fixstern/ weil er eineSon- rie ist/ eben so wie die unsre eine gewisse Anzahl von Planeren werde um sich herum laufen haben/ sie erleuchten und erwärmen. Niemand verlange diese fremde Planeten mit Augen oder mit Ferngläsern zu sehen. Denn dergleichen Würkung ist von der grölten Vollkommenheit der Gläser nicht zu erwarten. Die Nebenplaneten des Sakurnus sind uns unbegreiflich viel näher/ als jene/ und es gehöret ein sehr grosses und gutes Perspectiv darzu/ um sie alle fünfe zu sehen. Wie will man nun die andre so viel tausendmal weitere damit zu Gesichte bekommen? Die Fixsterne selbst würde man nimmermehr erblicken können / wenn sie nicht em brennendes Feuer wären / das man / wenn es noch so klein ist / dennoch weiter sehen kann/ als a'idre Dinge. Aber lieben sie nicht zu nahe beysammen / als daß ihre vermuthete Planeten Platz genung zwischen ihnen hätten/ wann solche etwa beynahe so viel Raum erfordern/ wie die unsre? Es ist keine Gefahr davor. Denn erstlich weis man ja/ daß ferne Sachen allezeit klein aussehen/ ob sie gleich groß sind/ und daß folglich bey dieser unermeßlichen Weite der Sternen von uns sie sehr weit von einander selbst entlegen sind/ ob ste gleich nahe beysammcn zu stehen scheinen. Zweytens sind die Sterne nicht alle in einer Reibe neben einander/ wie eö scheinet; sondern einer ist weit Dornen / der andre weit hinten/ daher auch einer bem blosen Auge grösser erscheinet/ als der andre. Auf diese Weise bekommt das Weltgebäude eine solche Gestalt/ daß eS tverth ist «iven »inendlich weisen und mächtigen Urheber zu haben. So viel tausend Sterne sind vorhaiiden/ deren jegliche ihre gewisse Anzahl Planeten und diese vielleicht abermal ihre Nebenplaneten haben. Man kann wenigstens eine Million Fixsterne annehmen / ohne zu befürchten/ daß es zu viel seyn. Gesetzt/ ein jeder habe so »bl Planeten als unsere Sonne/ das ist/so vH nm annoch weis/siebzehn; sosind dergleichen Dienstag den r,8tenApril i?fo» fleiden Cörper wie unsere Erde siebzehn Millionen / oder siebzehn tausendmal tausend in tw Welt. Hut die Marqmsin des Herrn von FonreneN nicht recht/ daß/ wenn man von einem solchen Begriffe auf seinen vorigen zmücke gehet/ darin man sich die W.tt wie ein klein Hausgen von einem Swekweik vorstellet/ einem der Raum zu enge vorkommt/ wie in einem Kasten/ daß man meinet an Luft zum Athemyohlen Mangel zu leiden? Wir baden daö erste Stück unsere Vorhabens so weit auSgefübret/ als die A'si bt erfordert/ und geben nun auf das andre/ m-d erzehlen die Ursachen/ derent- halber es glaublich ist / daß alle Planeten mit vernünftigen Einwohnern beseht sind. 2>e Sonne also/ die der obigen Anmerkung zu folge nicht in diese Zahl gehöret/ und alle Fixsterne werden zuvorderst ausgeschlossen. Denn da dieselben nichts anders als ungeheure Klumpen brennenden Feuers sind/ so kann sich darin nichts lebendiges auf» halten / es scy denn daß man sie zu einem Quartier der Salamander machen woltte/von den man die ungegründete Meinung gemeiniglich heget/ daß sie in der Flamme leben. Ob die Sonne/ wie sich einige eingebildet/ der Pfuhl von Pech und Schwefel sey/ darin die verdammte Seelen gemartert werden/ lassen wir an seinen -Ort gestellet seyn/ und/ weil wir nicht von verstorbenen sondern von lebendigen Einwohnern jetzo zu reden haben/ lassen wir sie und dir andere Sterne/ die mit ihr von einerlei) Art sind/ unterdessen leer stehen. Mit den Planeten aber verhält es sich ganz anders/ der Mond soll der erste seyn den wir betrachten / weil er uns am nächsten lit/ und sich folglich am besten beschauen lasset. Man sinder in ihm Helle und dunkle Theile. Jene aber sind uneben und bücke,icht mit grossen Erhöhungen und Vertiefungen versehen; diese aber sind gleich und eben / als wären sie abgedrehet. Da nun/ wenn wir den Erdboden von einer solchen Ferne ansehen könnten / wir das Meer dunkel aber gerade / die Erde Helle aber uneben voll Berge und Thäler eben so sehen würden/ wie wir kaum vom Monde beschrieben; so müssen in ihm Die schwärzliche Gegenden Meere seyn / und die Helle fe- ste Erde. Jene müssen der darin sichtbaren helleren Flecken halber mit Inseln und Klippen'/ dieie aber mit Thälern und Bergen/ davon man die Schatten so gar ganz genau erkennen kann/ versehen seyn. Der Mond ist ferner mit einer Luft umgebe,,/ in der die Dünste aufsteigen und nieder sinken/ er wird auch von der Sonne beschienen und erwärmet. Wer wollte also zweifeln, daß in einem so grossen und bequemen Blade nicht auch Pflanzen wachsen sollten; da man von allem/was dazu erfordert wird/ völlig versichert ist/ bis auf den fruchtbaren Saamen/ den man nur vermachet. Solche,gestalt also ist Der Mond Der Erden ganz ähnlich / und Da Die andern Planeten um unsre und Die andere Sonnen mit jenem überein kommen; so si>,d alle Planeten solche Eöwer wie unsre Erde. Warum soll also unser Erdboden allein bewohnt und andre/ Die zum Theile viel grösser und bequemer sind/ sollen öde und wüst liegen? Solche Gedanken schicken sich nur/ wenn man die Erde/ als das Haupksiück der Welt m der Mitten ruhend und die andre himmlische Eö.per als kleine Lichtergen um,en als 'n deutscher zu haben ist. Sie ist auf das anmuthigste geschrieben/ daß Ä'Äff*1' aM rai< *erem V"gmg«i>/ wniflfcnl Geschsch- .1 Dienstag den rl April. i7fo. ' r;x Geschichte. Utn dem verderblichen Ucbel, welches die Heuschrecken im verwiche- neu Jahre verschiedenen Gegenden Deutschlands qcdrohet, in Zeiten vorzukommen, hat der hochlöblichc Fränkische Kreis eine gemeinschaftliche Kreisvcrordnung abgefasset, welche den r6. Merz publi. civct worden, und ihrenr wesentlichen Inhalt nach dahin gehet; . . Daß i) ben fetziger bequemen Witterung die in den Hölen und Ritzen der Erde/ oder auch unter Sträuchen/ Dörnern/ dürren Mist rc. gelegte Eyer mit allem Fleis aufgesuchet/ zusammen gelesen und ausgerottet/ z) von allen Ober=>und Unrer- beamten an den Orten/ wo die Heuschrecken im Herbste liegen geblieben / daß solche Gegenden genau durchsuchet werden/ die nöthigen Anstalten vorgekehret/ ;) bey Beobachtung einiger schwarzen erdfarbigen oder anderer/ wie A meishäufen jrrsammev gehäufter ungeivöhnl cher kleiner Würmer in Feldern/Wiesen/ Wäldern / oder in der Ebene unten den dichten Schrollen / Stauden rc. dieselben mit bequemen Schlag und Stoshölzern/ gleichwie an andern Olten mit gutem Erfolg geschehen / zerknirschet und mit Stob verbrennet/ 4) bey Anwendung dieser Mittel aller ersinniiche Fleis angewendet f) wenn die Feldfruchte zur Reife gelangen/ nach Beschaffenheit des Erdreichs an den Orten/ wo der Schwarm am grösten ist / ein gewisser Bezirk von Feldern und Früchten von vielen Leuten umfangen / die Heuschrecken mit Schellen/ Trom- mehl und andern lermenden Instrumenten undGeschrey/ gegen 8. und-.Uhr des Morgens auf einem abgemahlen oder sonst öden Platz zusammen getrieben / daselbfi mit Dreschßeg'ln zerquetschet und verb-ennet; <$) Um dieses Ungeziesir desto gewisser aus- zurolten / solches Mittel öffterö wiederholet/ 7) nach der Lage und Beschaffenheit jedes =0116 nahe an dem grösten Schwarm ein ellentiefer und eben so breiter Graben verfertiget/ hinter di fern eine Reibe von Leuten dicht an einander mit langen Stangen/ die meisten Leute aber in einem halben Zirkel von einem Ende des Gi a- bens zum andern gest.Uet/ und die Heuschrecken mit Getöse in den Graben getrieben/ zerschlagen und nut Eingleichung des Grabens/ völlig verschüttet/ 8) zu desto besser rer Ordnung und förmlicher St.llung der Mannschaften die Beamten jedes Orts in Person erscheinen / und mit guten Anstalten bis zu gänzlicher Ausrottung forlfahren; 9) Wenn sich dieses Ungeziefer wieder Vermuthen aus andern Ländern da und dort mehrencheils um daS Ende des Augusts oder Septembers wicher eiusmden sollte, dessen Äe.tilgung von allen und jeden Gemeinden dfrt st veranstaltet/ und die nächst Angrenzenden Einwohner/ wessen Herrschasst sie auch sein möoen, eilrast auch du.ch teilende Boten zu Hülfe gerufen; 10) Da sich die Heuschrecken gegen Abend/ nw Giesser MschMr-Blätt/ Nurn. XV1T. die Luft kühle wird/ in die Wälder zubegeben / und an die Aeste der Bäume dichte anzusetzen pflegen/ von dein versammleten Volke die des Abends und Morgens von der Nässe des Thaues jum Fliegen noch ungeschickte Heuschrecken von den Aestm der Bäume abstreift und getödket/ und/ wenn sie noch äusser den Wäldern und Weinbergen an den Rainen der Aecker rc. ruhen/ mit Stroh decket/ und verbrennet • ix) Bey aller dieser angewandten und dennoch etwa vergeblichen Sorgfalt die durch dieses Ungeziefer verunreinigte Felder und Gegenden zeitlich / und / damit die Heu- schreckeneyer in die Höhe kommen und durch die Nässe und Kälte des Winters ge- tödtet werden mögen/ etwas flach umgeackert oder mit Hacken urngea beitet/ hernach zweymal geeget/ und wenn solches wegen der Lage nicht möglich/ die Erde ganz klein gehackt und auf das genaueste zerschlagen werden soll. Allhier ist heraus gekommen. Hf*r* Chrißeph, Nebel, Eloq. & Poe/. P. P. O. Diambe de militia Romana, mo- numentis Horatii Flaccii illuftrata. GifTae apud loh. Phil. Krieger -750. 4to 6. und einen halben Bogen. Es hat der Verfasser bisher/ in seinen Collegiis über den lateinischen Stilum, Horatii Gedichte erkläret/ und/ nachdem er diesen Poeten zu Ende gebracht, in gegenwärtiger Schrift seinen Zuhörern ausführlicher zeigen wollen/ wie man die alten Schriftsteller benutzen/ gewisse Wahrheiten heraus nehmen/ und nach den Gründen jo ivol der Vernunft als auch der erklärten Bücher selbst abhandeln könte. Das Römische Kriegswesen wird hier weiter nicht betrachtet oder mit Zeugnissen erläutert/ als man die deutlichsten Spuren davon im Horatio gefunden Hierdurch wird andern weitläustigern Werken das ihrige gelassen/ und zugleich etwas geliefert/ das andere/ so viel man weis/ noch nicht geschoben haben. Ein Candidatus Juris, her fein< Studia (Ulf Academien abfolvirt/ suchet Gon* dition bei) einem Beamten / sich zu üben/und dabey auch I»5ormatiotr anzunehmen. 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