Messer Wochcll-Matt, Num. XXL Dienstag den r.6. Maji, 17^0. Mit Hochfürstl. Hessmdarmstädtifcher gnädigsten Erlaubniff, Von der Hülfe, welche der Staat und die llniver- sität eines von dem andern zu gewarten haben. nftr beliebter Herr Professor Hebel hat am rf. diese- die im xix. Blatte zum voraus angeführte Rede auf das Gedächtniß der Erneuerung unsrer Universität mit allgemeinem Beyfall abgelegek. Er har sich dazu einen Hauptsatz erwählet/ welcher/ wie er von ihm mit den ausgesuchtesten Gedanken und Worten ausgeführet worden / also auch verdienet jederman/ der den W«"h einer hohen Schule einsiehet/ oder einsehen lernen will / noch ferner bekannt gemacht zu werden. Wir haben deswegen denen? die die Gelegenheit diese vortrefliche Rede anzuhören nicht gehabt/ oder dieselbe in ihrer Grundsprache nicht verstehen würden/ einen Gefallen Damit ju erweisen gedacht/ daß wir einen deutschen zusammenhängenden Auszug aus derselben in gegenwärtigem Boq gen vorlegen/ welchem wir den herzlichen Wunsch vorsetzen/ daß in unscrm lieben Vaterlands der Staat und die Universität die hierin ausgedruckte Hülfe bis in die späteste Zeiten reichlich von einander geniessen mögen. Die göttliche Wohlthat/ welche wir an unsrer hohen Schule erkennen/ iss desto höher zu schätzen/ je grösser die Vortheile sind/ welche sie bis hieher unter K man- vp; .O'JwN t6x, Giesser wdchen--Blatt/ Num. XXL mancherlei) Zufällen gebracht hat. Sie stehet noch auf ihrem festen Grunde/ und solches wird billig der Weisheit GOltes, der Gnade des Fürsten und der Redlich- lichkeit ihrer" Lehrer zugeschrisben. Welches ein jeder leicht zu geben wird / wenn er nur an ihre Stiftung / an ihre Verlegung nach Marburg / an ihre Gesetze und Frei-Heiten/ an ihre Güter/ an ihre dem ganzen Lande und so vielen Provinzen in Deutschland und ganz Europa/ wie auch an ihre vor hundert Jahren auf diesen Tag allhier geschehene Erneuerung gedenken will. Dieser Tag erinnert uns eben/ solche grosse Wohlthaten mit Freuden / aber auch mit Dankbarkeit zu betrachten. Wobey wir auö der Geschichte dieser Academie zu merken haben / daß gleich beym Anfänge der Reformation/ nemlich »P7. Landgraf Philippus der Großmüthigs eine Universität zu Marburg angeleget/ und da seine Länder unter seine Nachfolger ver- theilet worden/ das Hochfürstliche Hauß Hessen-Cassel.diese Universität an sich gezogen/destelben Enkel Landgraf Philippus der treue zu Hessen - Darmstadt gleichfalls eine im Jahr 1607. zu Giessen gestiftet habe/ iiachdem schon vorher die berühmtesten Professores von Marburg hieher gezogen waren. Die Giessische Universität kam gar bald in eine grosse Aufnahme / bis sie im Jahr 161.$ / da das ganze -Ober» fürstemhum Hessen dem Hochfürstlichen Hause Hessen - Darmstadt zu erkannt wurde/ nach Marburg verleget und mit der dasigen vereiniget worden. Im Jahr 1648. ge- rieth Marburg wieder unter Casselische BottMäsigkeit und die beyden Häuser verglichen sich wegen der Universität / daß sie gemeinschaftlich seyn sollte. Solches wahrere aber nicht lange. Denn der Durchlauchtigste Fürst / Landgraf Georg der zweite/ sähe sich genörhiget zu Erhaltung der reinen Glaubenslehre eine Theilung vorzunehmen/ und seine Universität in Giessen wieder herzustrllen. Welches 1650. den-f. Ma» mir eben solchem Pracht geschähe/ als wenn sie neu angeleget würde. Von üfr Zeit an ist sie unter dem Seegen GQttes und dem Schutze ihrer gnädigsten Erhalter bis hieher in beständigem Flor geblieben. Und wir erkennen uns verpflichtet das Andenken dieser wichtigen Veränderung wenigstens durch eine Lob- und Dank^ rede zu erneuern. Erwegen wir dabey/ was GOtt derselben für Wohlthaten zu- sliessen lassen/ was der Durchlauchtigste Landesherr jederzeit für Sorge um ihre Erhaltung getragen/ und bedenken zugleich/ was sie hinwiederum zur Verherrlichung des Namens GQtteö und zur Beförderung de?allgemeinen Wohlfarth geleistet habe; so werden . die gemeinschaftlichen vorcheile einer Academie von dem Staate/ ttnd des Staats von einer Academie der würdigste Gegenstand unsrer Rede seyn. Sie sind sehr genau mit ein- arMr verbunden/ wovon uns das Beyspiel unsrer Ludwigs-Universität überzen- , gen soll. Unter dem Staat verstehen wir nicht so wohl in einer bürgerlichen Gesell- fchafft stehende Einwohner eines Landes/ als vielmehr die öbersten Regenten/ welchen die Sorge für die Glückseligkeit deö ganzen Landes zukonm. Was dieser in Anse, Dienstag den röten Ma? i7fo. iC* Ansehung einer Academie rhun und zu Ihrem Vortheil bevtragen könne/ bestehet in folgenden totucfett. 17 i. Daß er eine solche in seinem Lande zum besten des gemeinen Wesens/ zum Nutzen aller Menschen/ und vornemlich zur Ehre GOttes stifte. Darin folget er dem Exempel GOttes/ welcher in seinem Volke nicht allein einen Stamm aueson- berte und m gewisse Stadt« vertheilke / sondern auch demselben auftrug/ den GotteS- dienst und der Unterwestung ihrer Brüder zu warten. , -. Daß er sie mit tüchtigen Lehrern besetze/ und nach deren Abgang jedes# mal wieder solche wähle oder berufe / welche wegen ihrer Gelehrsamkeit/ Gottesfurcht/ Treue und Gabe zu lehren die gewisseste -ßofhung geben/ daß durch sie die wahren Absichten wurden erreichet werden. ?. Daß er ihr solche Einkünfte verordne/ wovon die Lehrer ordentlich besoldet/ andre Bedienten unterhalten/ öffentliche Gebäude angeschaffet/ Bibliothecken angeleget/ Leute/ die zu den Wissenschaften geschickt/ von eigenen Mitteln aber ent# bioset sind/ versorget und andre wichtige Dinge bestritten werden können. GÖtt hat wohl gewust/ daß man sich aus die freygebige Dankbarkeit der Menschen nicht verlassen könne/ daher hat er eine gleiche Fürsorge für sein Haus und den Stamm Levi getragen. 4- Daß er sie mit guten Gesetzen und Ordnungen versehe. Denn auch Menschen von der besten Art bedörfen doch noch Vorschriften/ wornach sie ihre Handlungen einrichten sollen: wie vielmehr solche/ die etwa schon auf Irrwege gerathen und in Gefahr stehen/ weiter zu verfallen. Nach dergleichen akademischen Gesetzen wird also einem jeden sein Amt angewiesen/ Gerechtigkeit beobachtet/ der Tugend und Gelehrsamkeit aufgeholfen/ das Böse bestraft/ das Gute belohnt und durch eine kluge Verwaltung aller Güter der Academie wahre Glückseligkeit erhalten. „ f. Daß er ihr nützliche Frevheiten ertheile/ über denselben fest halte und die ihren Burgern gegebene Hofnung erfülle / durch jenes werden die Feinde einer ho- hm Schule/ welche ihr angenehmes Leben mit schehlen Augen ansehen/ im Zaum gehalten: durch dieses aber werden die Liebhaber der Weisheit und Gelehrsamkeit desto hurtiger gemacht/ ihre Pflichten treulich auszurichten. Denn wenn sie unter dem Schutze ihres theuren Landeövaters vor allem Frevel sicher sind und sich auf die wohlverdiente Belohnung ihres Fleisses freuen können/ so bestreben sie sich desto eifriger um den rechten Gebrauch der Universität/ und diese wird in einen herrlichen Flor gesetzet. Welches sich alles ganz anders verhält/ wenn von jenem das Gögemheil geschiehet. 6. Daß er/ wenn durch allerley Zufälle die Academie in Abnahme geräth/ dder gar aufhöret zu seyn, selbige durch weisliche Anstalten erneuren und auf den vorigen Fuß zu setzen / ja durch eine vorsichtige Zuordnung kluger Männer in grösseres Aufnehmen zu bringen trachten. Der Vortheil dieses Mittels ist desto zuverläßlger/ ja ein deutlicheres Bevspiel wir davon an unsrer hohen Schule und dem/ was ihr vor io». Jahren begegnet ist/ haben. X» Daß i<4 Giesser Wochen-Blatk/ Num, XXL Daß Giessen alle diese Wohlthaten an den Gnadenbezeugungen der Durchlauch- tigsten Fürsten von Hessen und an dein Veystande des ganzen Vaterlands dankbare lich zu verehren habe/ lehret uns die augenscheinliche Erfahrung. Philippus der «rossmüehige/ ein gesegneter Beherrscher von ganz Hessen und Stammvater aller nach ihn» gekommenen Heßischen Fürsten gründete schon 1517. die Universität zu Marburg. Alle evangelische Stände fasteten auf einer Versammlung zu Schmalkalden iH7. den löblichen Schluß von den Kloster- Stifts-und Kirchen-Gütern/ Pfarreyen/ Superintenduren niedrigen und hohen Schulen anzulegen und mit zulänglichen Einkünften zu versehen. Philippus der fünfte der GOtt unb dem Kayser getreue Fürst / erfüllet«/ nachdem ihm das Darmstädtische Antheil und die Helft« des Oberfürftenthums Marburg zugefallen/ 1607. diesen Entschluß und er- hub nach eingeengten Kayserlichen Privilegien sein in Giessen etliche Jahre vorher an- selegtes Gymnasium illustre zur Würde einer Universität. DaS im siebenden Jahr des gegenwärtigen Scruli feyerlich begangene Gedächtnißfest dieser Stiftung ist rod) bei) vielen im frischen Andenken. Wie der Anfang / so der Fortgang. Durch GOttes Vorsehung wurden die gelehrtesten Männer/ welche theils schon im Vaterlande waren/ theils ausserhalb in grossem Ruhme stunden/ berufen und zu Lehrern verordnet. Diese zogen andre an / mit welchen wie aud) andern von fremden -Orten rrhaltenen Männern alle Stellen in den folgenden Zeiten also besetzt worden / daß Giessen seinen Ruhm noch immer behauptet und an geschickten Lehrern mit andern Akademien um den Vorzug streiten können. Hat es nicht manchmalen die vortref- lichsten Gelehrten anderswoher bekommen? Haben aber nicht auch Ausländer der- Sleichen von hier gesucht und mit ihrem grösten Vortheile zuweilen erhalten? DaS war der Grund seines blühenden Zustandes/ das kann er auch noch seyn/ wenn er nur recht betrachtet und gehörig angewendet wird. Die Freygebrgkeit und gewiß fürstliche Fürsorge der Durchlauchtigsten Herrn Landgrafen um einen beständigen Zufluß an Erhaltungsmitteln zu haben / ivar nicht geringer. Philippus der grosse müvhige stiftele schon so viel/ daß bey der gleiche» Theilung zwischen Marburg und Giessen der letzteren Academie eine beträchtliche Summe zu fiel/ welche aber nachge- jhends durch die Gnade Ludwigs des fünften/ Gcsrgens des andern undDe- »0 grossen Nachfolger / wie auch durch die Gulthäligkeit der Landesständen und bischerige gute Verwaltung also vermehret worden/ daß/ wo nicht die Ungerechtigkeit einen Eingriff gethan hätte/ alles ordentlich und hinreichend bestritten werden konnte. Was sollen wir ferner von unfern Gesetzen und Verordnungen sagen? Die sind/ ja eine jede Seite des Gesetzbuchs ist ein rechter Schatz der Wersheit/ Gerechtigkeit und Schalfsinnigftit. So wenig jemand im Stande ist/ denselben mit Der bündigsten Rede zu erschöpft»; so ungezweiftlt haben wir es ihm zu danken/ wenn in Verwaltung der Pflichten und Gerechtigkeit/ in Beobachtung guter Ordnung/ im Gebrauch der erteilten Freyheiten kem Abgang erscheinet. Die Freyheiten fei» der schliessen sich an die Gesetze und sind eben so vernünftig/ als anZenehm. Sollte Dienstag dm r6tm IHoy I7fo» 16; tifllcid) geschehen/ daß ein unverständiger sich erkühnen wollte/ ihnen Abbruch zu thun/ so würde er durch ihre Kraft gar leicht eingetrieben und gewahr werden/ daß die Fürsten von Hessen/ insonderheit ein solcher LandeSvaler/ als Ludwig verachte i|t / keine Vorrechte zum Schein ertheilen/ sondern derselben Schwächung für eine Beleidigung Dero eignen Hoheit ansehen. Die Erfahrung leget uns hievon einen gedoppelten Beweis vor Augen/ woraus wir die angenehme Hofnung schöpfen / daß solcher Schutz unter dem Zepter des Hauses Hessen - Darmstadt bis ans Ende der Welt fortdauren werde. Der erste ist von der schon erwehnten Herstellung unsrer Academie hergenommen. Sie hatte das Schicksal unter mancherlei) Abwechslungen tu gerathen/ endlich wollte es gar das Ansehen gewinnen/ daß sie völlig vernichtet werden sollte. Allein der kluge und hcldenmüthige zweite Georg gieng diesem Unheil entgegen/ sonderte das seinige von Marburg ab und erneuerte vor heute 100. Jahren Dero eigne Universität in Giessen. Seine Rathgcber waren die klügste Leute/ darum blieb nichts zurücke welches nicht wäre wieder hergestellet/ verbessert und in den Stand gesetzt worden/ daß wir bis auf den heutigen Tag die edelsten Früchten davon geniessen/ und / GOttgcbe es/ unsre Nachkommen in allen Jahrhunderten geniessen werden. Den andern Beweisgrund nehmen wir von der ihr in unsern Tagen wiederfahrnen mächtigen Beschützung her. Es ist Reichökündig / daß eine Art Leute/ welche dem Nächsten das seinige misgönnen und zu entwenden suchen/ eine« grossen und zum Hause Hessen gehörigen Fürsten durch ihre anhaltende Verspiegelungen endlich dahin vermocht/ daß sie unter seinem Schutze einige dieser Universität zu- gebö iae Gitter wegnehmen dörfen. Wie aber solches Verfahren wider alle Verträge und E'dschwüre/ ja wider den allgemeinen Westphälischen Frieden streitet: also hat auch unser Durchlauchtigster Landesvater dieser Ungerechtigkeit Dero Gerechtigkeit/ Macht und Schutz dergestalt entgegen gesehet/ daß doch endlich die gerechte Sache durchdringen und hiesige Umversität auf ihrem dauerhaften Grunde unbeweglich erhalten werde« wird. Diese Vortheile sind unläugbar groß/ aber die/ welche der Staat von einer Academie zu erwarten hat/ sind nicht geringer. Denn diese ,st allezeit dankbar und vergilt/ was ihr gutes wiederfahren/ reichlich. Der Regent/ die Kirche / alle Stände und die Stadt selbst/ welche ein solches Kleinod in ihren Mauren hat / haben selbiges zu geniessn. Denn eine Universität ist nichts anders/ als eine Gesellschaft/ worin junge Leute unter gewissen Freyheiten von andern Gelehrteii m aller Weisheit und Wissenschaft unterrichtet und zum Dienste der Kirche und des gemeinen lesens zubereitet werden. S>e ist nach Luchen Sinn ein Tarten GOttes/ von der das Evangelium in alle Theile der Welt fortgepflanzet wird. -O daß solches »echt bedache würde! Insbesondre hievon zu reden / so ist bekannt: X r i. Daß i6S Giesser wochM--Bl»tk/ Num. XXI. r. Daß auch: der Landesherren ihre Rechte/ Länder und Hoheit öfters an» gegriffen / folglich müssen verlheidiget werden; daß ihr Regnnent glücklich sey / wenn alle Einkünfte wohl verwaltet/ Recht und Billigkeit beobachtet/ und alle -Obrigkeit in ihrem Ansehen Zeschützet wird; wenn der Kriegsstaat in einer guten Verfassung ist. Zu dem allem bietet eine Universttät hülfreiche Hände. Ihre Lehrer bekümmern sich um die Rechte des HauseS und leiten solche aus den ältesten Urkunden her; sie sprechen nicht allein in wichtigen und zweifelhaften Fällen selbst Recht; sondern ziehen auch solche Männer an / welche des Herrn Güter treulich verwalten/ und die Gerechtigkeit nebst dem Ansehen ihres Standes behaupten •> sie legen den Grund zum Flor beö Kriegswesens / wie die mächtigsten Königreiche zu ihrenr grösten Vortbeil erfahren haben. Was unsre Hobe Schule in diesem Stücke vor wichtige und pflichtschuldige Dienste gethan habe/ davon geben uns die Geschichte manches Zeugniß. Wir wisse» ferner r. Daß es in der Kirche GOttes wohl stehe/ wann gelehrte und fromme Lehrer das Evangelium rein und unverfälscht ihren Gemeinen vortragen. Die Tüchtigkeit der Haushalter über GOttes Geheimnisse kann man heute zu Tage nicht von einer ausserordentlichen Zubereitung G-vtteS erwarten/ sondern muß durch ordentliche Mittel erworben werden. Dazu sind die Universitäten. Denn welche daS Wort GOttes lauter und rein annehmen/ auf diesen wird die ächte Glaubenslehre erhalten. Da haben also zukünftige Lehrer und Prediger Gelegenheit/ die himmlische Weisheit zu erlernen. Der Segen ist desto grösser/ je mehrere von den Lehrer» diesen Weg selbst wandeln. Daß unsre Academie dieses Lobes niemals ermangelt habe/ davon wird ein jeder billiger Richter Zeugniß geben. Es ist offenbar/ daß ein Land glückselig sey, wann es nebst der wahren Reli-r Hon innerliche Ruhe/ Friede und gute Ordnung geniesset/ auch vor die leibliche Gesundheit und deren Erhaltung gesorget wird. Eins wohlangelegte Universität gibt dem Regenden geheimbde/ Regierungs- und andre Räche/ den Landschaften ihre Beamten/ den Städten ihre Richter und allen ihre Aertzte. Diese Wohlrhat aber erweiset sie nicht allein dem Vaterlande / sondern auch allen fremden Völkern / die sich ihres Guten bedienen wollen. Wir würden nicht bald zu Ende kommen/ tvenn Wir alle die vortreflichen Männer namentlich erzählen wollten/ welche unser Giessen zum Dienst des Fürsten/ zum besten deö Vaterlandes und zum Nutzen andrer Leute erzogen hat. Und wir leben der gewissen Zuversicht/ daß sie öcrgk idten noch an allen denen erziehet / welche auf ihrer Seiten eben das thun/ was die Absicht ihrer acade- mischen Jahren von ihnen erfordert. Wir dürfen endlich 4. der Stadt und Bürgerschaft selber nicht vergessen/ welche von ihrem Ober- Dienstag den rLtm May 17so. l6j Oberherrn mit der edlen Zierde einer Academie begnadiget wird. Diese erhält / wenn sie nur will/ die Vortheile der Höflichkeit vor alle ihre Einwohner/ der @dcbrfam< keie vor ihre studierende Kinder / der Vorsichtigkeit und Klugheit in ihren Handlun« gm/ und der Hestern Nahrungsmitteln im leiblichen. Handel und Wandel blühen um so viel mehr/ je mehrere dazu Gelegenheit geben/ oder wirklich Theil' daran nehmen. Die Universitäten sind besser/ als die einträglichste Manufakturen/ und Bergwerke ; denn der Student bringt sein gemünztes Geld mit / und man gewinne! es oh. ne.kostbare Anstalten. Das wüsten die Städte in Hessen/ Giessen/ Darmstadt/ Alsfeld/ Grünberg wohl/ darum gaben sie sich um die Wette grosse Mühe/ die Universität bey ihrer Wiederherstellung zu bekommen. Das sind die Vortheile des Staats von der Universität/ nach den Vorthei- len her letzteren von dem ersteren. Jeberman wird hieraus erkennen/ daß die Kosten/ welche auf eine hohe Schule verwendet werden / gar wohl angeleget und der Schutz/ wodurch man der Lehrer Amt unterstützet, zu lauter Scegen erwiesen werden. Eine Sache die sich an dem heutigen Tage unser Aufmerksamkeit würdig nlachet. Hierauf folgte eine Aufmunterung an die hiesige Musensöhne/ eine Danksagung gegen GOtt und dem Durchlauchtigsten Lanvesvater/ und ein Gebet um ferneren Seegen. Nachricht. Von Leipziger Messe sind nunmehro die Bücher angelangt/und wird innerhalb acht Tagen davon ein neuer Catalogus ausgegeben werden. Der 4te Theil von Stärkens Synofis v. Teft. welcher die Psalmen Davids und Salomonischen Bücher nebst einen vollständigen Register über das ganze Werk enthält/ wird nunmehro denen Herren Pr$numeranten ausgeliefert. Weilen dieser Tomu$ stärker als die vorhergehenden angewachsen / so verlangt der Verleger in Leipzig einen Nachschuß a 1. Rthlr. oder hiesiges Gelds i. fl. ;6. Kreutzer. Das Porto dafür ist 20. Kr. Es belieben daher» die Herrn intereflenrgti noch 1. fl. s6. Kr. wegen des Nachschusses und Fracht nebst dem Schein einzusenden / so wird dieser fte und letzte Theil dargegen richtig behändiget werben. Dahingegen das ganze Werk über das alte Testament nunmehro is.fl. stehen kommen wird. Von Herrn vr. Siegmund Baumgartens Uebersetzung der allgemeinen Welthistorie/ die durch eine Gesellschaft von Gelehrten in Engeland ansgeftrtiget worden/ wird der Theil denen Herrn Prreoumerqmen gegen Zurückgebung des vori- Giesser Wochenblatt/ ttum. XXL vorigen Scheins und Vorausbezahlung auf den iottn Theil bey AuSge, dem dieses ausgeliefert. 3u verkauften. Nachdem sich die Herren von Steprodt das zu Hungen in der Wetterau tieaende freyadeliche Gut/ welches äusser der ihm anklebenden Immunität von allen fo wohl ordent - als ausserordentlichen Comributioncn und Ä lagen / auch das zur Haushaltung nölhige Holtz, die zur Nothdurft reftringirte Braugereü-tigkeit/ Ma- ftuna und übrige ein Gut nutzbar machende Qiialkdten und Eigenschaften hat/ zu veräuffern refolviret und entschlössen haben; So ist solches hierdurch dem Publica bekannt zu machen vor dienlich erachtet worden. Solte , sich ein Liebhaber zu schon gedachtem Gut vorfinden/ und um sich in Tratten deefalö desto sicherer einlassen zu können/ eine na!>ere und zuverläßigr Nachricht davon verlangen; so kann sich solcher an den Advocat Herrn SameS zu Hungen addrefliren / welcher ihm eine vollständige Defignation vom ganzen Gut einzuhändigen nach seiner Schuldigkeit nicht ermangeln wird. Eine Partie alter raren 8pecie5 - nnd Gedächtniß-Tbaker von verschiedenen Kaysern/ Cdursürsten und Ständen des Heil. Röm. Reichs sind zu verkaufen/ bey Ausgebern dieses kann man Bescheid davon haben. Donnerstags den 4. Jumi dieses Jahrs wird allhier in Weismbruchischen Dauö verschiedenes Haus- und Küchengeräthe an den meistbiethenden öffentlich übertaffen werden/ dahero die Liebhaber selben Tages Nachmittags um 1. Uhr in besagte Behausung sich einzufinden belieben. Zu leihen. Es verlanget jemand einen kleinen Gemüßgarten / der etwa einen halben Morgen/ oder/ wenn Graßbodendabey wäre/ auch grösser seyn kann/ und nicht sehr weit von der Stadt gelegen seyn muß/ auf etliche Jahre gegen billige Zinse zu leyhen- Wer rinon solchen zu verleyhen gedenket/ beliebe sich bey dem Verleger zu melden. Dieses Wochenblatt wird alle Dienstage allhier bey dem Verleger Johann Philipp Krieger denen Herrn Pr-caumeramen ausgelieftrt/ auch einzeln das Stück vP- r, fr. abgegeben,