Kieffer Wochen-Wlakt, Num. LI. Dienstag den 22. Decembr, I7;o. Mit Hschfürstl. Hcstendarmstädkischer gnädigsten Erlaubniß. Die N)thwendigkeit des Erlösers der Menschen. •ßi x< y* ly- > M^28M pr feiten in diesen Tagen das Andenken der heilsamen Geburth y\'< r• fcrcä Erlösers: unb o da6 wir es nur rerhr fcii»rf<>n i nirht *) conf. i.g.xt alcui i Hiß.ZccI, N. T> 8 sc. I. C. I. Sedl. I. §. VIIL p. ?34-,faq. H Ft AKss ZjjZK i'-ir rciren IN vielen 'Lagen vas Akwenren oer beiiiamen Geburtl) UN. s"es Erlösers: und o daß wir eS nur recht feierten.' nicht nach Art der gemeinen Geburthstägen unserer Herrn und Freunden; iOU—sondern auf die Weise/ wie cs die Hoheit dieses himmlischen Koni- <--ges/ unsers besten Seelenfreundcs/ und unsere eigene wahre Glückseligkeit erfordert. Ware gleich die Zeit/ da wir dieses Fest feiern/ nicht gerade diejenige/ in welcher der Weltheiland gebohren worden ♦); so machte doch solches die Gewohnheit der ganzen christlichen Kirche/ zu der cininal bejsimmten Zeit ihre Dankbarkeit gegen GOtt zu bezeugen/ heilige Betrachtungen über die Geburth ISsu an- zuliellen/ und sich unter einander gemeinschaftlich zu erbauen/ nicht verwerflich. Es bleibet vielmehr eine grosse Pfi-cht der Christenheit/ diejenige Zeit beyzubchalten/welche unsere Väter angrsetzet haben/ und sie dazu anzuwenden / wozu sie verordnet ist. Gegenwärtiges Vorhaben ist dieser Absicht gewidmet/ und wir glauben nicht einen schicklichern Satz wählen zu können/ wenn wir bedenken/ was die Schwär- m.reven gewisser Leute in unfern Tagen / theils durch Vorschuß des vom Satan ent. sprungenen Unglaubens/ theils durch Verwirrung ihrer in Unvernunft verfallenen Vernunft für finstere Wolken von neuem ausgeduftet haben/ um die Lehre von Christ» Dili innen zu verhütten und den Augen der Menschen gänzlich zu entziehen. Unsere _________ , Ece Betracht 4S2, GresserWochen-Blaer/ Num. Li. Betrachtung soll aber etwas weiter gehen / als auf die Nothwendigkeit der Sendung und wirklichen -Offenbarung eines Seligmachers: sie soll zugleich auf die ->olhwendiae Beschaffenheit seiner Person/ und den eben so nothwendlgen Eifolg der Ausrichtung seines Mittlerainteö gerichtet werden. Wir erfüllen damit ein ehedem gelhaneS Ver- sprechen. Die Nothwendigkeit eines Erlöses erkennen wir einmal aus den Eigen- schäften GOttes und aus seiner Absicht/ welche er bey der Schöpfung des mensihli» chen Geschlechts gehabt hat. Diese Absicht war die ewige Verherrlichung seines gön- lichen Namens durchDie Glückseligkeit der Menschen/ welchen er feine Liebe und dir grössesten Wohllbaten seiner Liebe nuttheilen wollte. Nun verliessen zwar die Men- scheu seine Gemeinschaft / und sielen durch die Sünde in einen solchen elenden Zustand/ darin kein Theilder Absicht GOttcs/ weder seine Verherrlichung durch Lob/ mit) Preis/ und Dank/ noch ihre Seligkeit erhalten werden konnte. Inzwischen blieb seine Absicht unverändert/ welches wir daraus erkennen/ weil sie ein ganzes Geschlecht seiner Geschöpfen/ nämlich alle Menschen/ alle vernünftige Einwohner des Erdbodens/ betrifft; weil er ferner die Menschen leben und sie fortpflanzen läßt/ welches gcw.ß nickt darum gefchiehet/ damit er sie alle in dem nunmehro natürlichen Verderben ewig verdammen könnte; weil übe»dem die Menschen nicht durch eigenen Trieb/ sondern durch Betrug und Verführung des Sacans gefallen: mithin noch ein gerechtes und zureichendes Mittel aussindig zu machen war/ sie wieder mit GOtt zu vereinigen und selig zu machen. Das konnte nicht anders als durch eine Erlchung geschehen- folglich ist sie um der Absicht und Eigenschaften GOttes willen für nothwendig anzusehen. Solches erkennen wir Zum andern aus der Beschaffenheit der Menschen selber. Alle Menschen finden / wenn sie sich nur aufrichtig betrachten wollen/ ein tiefes Verderben / eine Uns tüchtigkeit zu allem Guten/ hingegen eine Neigung und Fertigkeit zu allem Bös.n/ in ihnen/ und das zwar deswegen / weil sic keines/ weder das Gute noch das Böse recht erkennen / .ja wenn sie es gleich erkennen/ dennoch von der sinnlichen Lust auch so gar wider das Urtheil des Verstandes vom Guten zurück gehalten unh zum Bösen hingerissen werden. Hieraus können sie leicht den Schluß machen/ daß sie in solchem Zustande GOtt sowenig gefallen und selig werden könnnen/ als gewiß sie eikennen/ daß sie nicht durch seine/ sondern ihre Schuld in selbigen gerathen schn müssen. Gehen sie weiter/ so werden sie bald gewahr/ daß sie ihnen selber aus diesem Elende nicht helfen können; weil sie weder der beleidigten Gerechtigkeit GOtts vollkommene Genug- rhuung zu leisten / noch ihre Seelen von den eingewurzelten Flecken zu reinigen/ noch auch den Willen GOtts vollkommen zg erfüllen vermögen. Sie wollen und sollen aber doch selig werden/ und GOtt in Ewigkeit loben: darum schliessen sie auf die Nothwendigkeit ihrer Erlösung / als wodurch eben jenes bewirket wird. Hieran haben wir genug die Nothwendigkeit des Erlösers der Menschen zu erkennen. Henn der Gerechtigkeit GOttes genug zu thun/ seinen Zorn erdulden / sei- NM Dienstag den rreenDccembr. i7f». 4o} ncn Willen »Mn/ für der Menschen Schulden völlig bezahlen/ ihre Strafen aus- stchen/ ihnen eine vollgültige Gerechtigkeit im Gerichte GOkteS erwerben/ sie von den Sunden reinigen / voin 't GOtt wieder aussöhnen/ vereinigen und ;ur Absicht des Schöpfers tüchtig machen/ das sind Handlungen einer Person/ die um deswillen unser Erlöser genennct £ . ,,.:SoUte ,)lt:r >emant> einwenden, das alles wäre nicht nöchig/ indem die frei,- Liebe Gattes dem Menscheii Gnade und Barmherzigkeit wiederfahren lassen/ nnv ihn ohne eine solche strenge Veisöhnung annehmen könnte/ wenn er nur sein verbrechen eikennte und um Verzeihung bcheo so würde ein solcher einen offenbaren Widerspruch m GOlt setzen/ und ohne Vernunft reden. Denn das wäre wider die Gerechtigkeit G Ottes; diese würbe der HErr ablegen müssen/ wenn er so handeln Ä6 ,D'e Liebe konnte sich da erst zu dem Menschen neigen/ als GOlt in dem E'löftr die Genngthuung für die Forderungen seiner Gerechtigkeit sähe: rind die Ge- rcchligkeit nahm dieses Mittel an/ weil GOlt d,e Liebe selber ist. Diese zwo Eigenschaften st'lnmeten zugleich auf einmal überein: Denn wie die L ebe GOttes durch '"en wirklichen E>folg des Sundenfalls gänzlich wäre ve-scherzet worden/ also war sie schon in d-m ewig-n Friedensrat!) dcm völligen Verderben der Menschen zuvor gekommen und hatte das für die Gerechtigkeit GOttes zulängliche Versöhnungsmiktel änge- nommen/ ohne welches dem Menschen nicht hätte können geholfen werden. Der Er- ftier ist es demnaM/ in welchem wir nach dem Sündenfalle der erbarmenden Liebe GOltes sind theilhaftig worberi. Woher haben wir denn nun diese Erkenntniß? aus einer göttlichen Offenbarung oder aus der Vernunft? Die Sache antwortet selber/ weil wir aus der Schrift und mit der Schrift reden. Diese göttliche Offenbarung giebt uns ein Helles Liebt/ worin wir diese theure Wahrheit deutlich und mit Gewißheit^! kennen Doch können wir einer wohlgearteten Vernunft nicht allen Schein absprechen / sondern gestatten ihr/ wenn sie nachforschen will/ klare Spuren und viele Warscheiniich- keiten/ und eine Bereitwilligkeit der Sache/ wenn sie ihr geoffenbaret wird/ bei)« rupften/ und sie nicht nur als möglich/ sondern auch als sehr gut anzunehmen. Die heilige Offenbarung soll unsere Gedanken rechtfertigen/ wenn sie alle Völker ui Zeugen dieser Wahrheit aufstellet/ welche Ucbereinstimmung der Völker sodann eine klare E fahrnng ist/ worauf wir unsere Gedanken gründen. So spricht aber GOtt Hagg. 2. 7.8. Es ist noch ein kleines dahin / daß ich den Himmel und die Erde/ das Meer und Trockme bewegen werde. Ja alle Heiden will id) bewegen / da soll Demi Fümmen oHer Reiben Lrost. Diese letzten Worte heissen eigentlich: Da soll denn aller Völker Ver äugen kommen. Es ist augenscheinlich die Rede vom Meß a / dem versprochenen Erlöser des menschlichen Geschlechts/ und der wird das Verlangen aller Völker/ d. v Derjenige genennct/ auf welchen alle Völker mit grossm Verlangen warteten/ den sie folglich alle erkannten. Wiewohl nun nicht zu leugnen ist/ daß ste diele Erkemstniß aus der erstey Verheissung/ aus dm wiederhohllm Verheissungen Eee r un£> Giesser Wscherr-Blatt/ Num. LL 404 mb Meissagungen/ aus Dem Umgang mit den Gläubigen utib aus dm göttlichen Schufen gcschöpfet haben: so erhellet doch so viel daraus/ daß sie die Wahrheit als möglich/rrehng/ annehmungswürdig und heilsam angesehen/ und nach ihrer Erfül» lung ein Verlangen getragen haben. Wir wollen nicht weit zurück geben/ sondern un,erc Gedanken nur richten auf die Egyptier/ die mit den Kindern Israel aus-oacn/ üuf den Diod und ferne Freunde/ aufden Bileam/ auf die Weisen aus Morgenland/ und auf die Camantcr; Dörften mir Kü-ze halber die unverwerfliche Nachrichten von den Egyptiem/ Assyrern/ Babylon,ern/ Griechen/ Lateinern/ und ivas neuerer Z W?em> der Osiind,schm Heiden aufgeschrieben ist / anführen: so wür- ben wir arei Or.cn Helle Stralen.von dem Lichte antreffen/ das die ganze Welt erleuchten sollte / und welchem diese Völker theils als zukünftig mit Verlangen entge- flfn gesehen / theils dasselbe als erschienen verehret haben: zur offenbaren Beschämung derer / welche dieftn Erlöser der Welt in der, ältesten Zeiten verleugnet haben / u!ch letzo noch verwerfen / und gleich denen emzrlen Nachtvögeln in der dicke,len Memifi herumflattern/ von seinem Lichte nud 5.11er aber/ das ihnen zuweilen in die Augen fallet/ geblendet und verzehret werden. Was die nothwendige Beschaffenheit der Person dieses Erlösers betrift/ so ist solche folgendermassen zu betrachten. Der Mensch hakte wider GOtt aesündiget/ ^arum muffe ihr Ver söhver alis ihrem Mittel/ d. r- eine solche Person s'yn/ aufwel# che biv Kunden des ganzen menschlichen Geschlechts geleget/ und die Strafen des er# regten göttlichen Zorns gewendet werden konnten/ also daß die Sünden für ihr eigen unb die Strafen für ihren verdienten Lohn anzusehen waren. Dieses erforderte "die Weisheit und die Gerechtigkeit insbesondre- Was die Art der Strafe aiilanaet/ so war selbige nach dem unwandelbaren Ausspruch GOkkes der Tod. Es menge nicht an/ M GOtt/ welcher diese Strafe einmal gesetzt hatte/ davon wieder abgegangm rod# re. Der Erlöser muffe demnach des Todes sterben. Der Erfolg hiervon bestund in der Beftevung der Menschen von Schuld und Strafe und in einer solchen Zurech# nung des Verdienstes ihres an sich unschuldigen Erlösers/ als ob es ihr eigenes Werk wäre/ za als ob sie niemal gesündiget hätten. Aus dem allen folget ganz beuilid)/ uß unser Erlöser em wahrer Mensch habe scyn müssen/ weil er sonst nicht hätte den Verse hnungslod aussiehen können. Unschuldig/ gerecht und heilig muste er seyn. ®enn sein Verdienst sollte aller ?)?enfd)en Schtild ab tragen/ welches kiicht hätte ge# fchehen können / wenn er eigener Sünden halben wäre verhaftet cenxfcn. D,cfts führet unsrioch weiter in unserer Betrachtung. Wir haben ehedem nach , er Sachen eigenen Natur und nach den Zeugnissen scharfsinniger und unver- wersicher Lehrer behauptet / daß in den Sünden der Menschen gewisser Massen eine lineni uchkeit stakt ßnde. Unendlich ist diese Schuld in Ansehung der Beleidigung des unendlichen GOttes und seiner unendlichen Mas stäk. GOkt ist beleidiget: hier lasen sich keine Grenzen setzen. Es ist genug die Unendlichkeit darzulhun/ wenn wir MN / anGOtt/ unserem Schöpfer/ Vater/ Erhalter und höchsten Gut haben wir uns Dienstag den rrtenDecembr. i7fo> 4of uns versündiget. Unendlich iii die Beleidigung in Ansehung des Menschen/ dec GOttes Ebenbild verunehret/ ja verlohren hat/ das er in Ewigkeit nicht allein nicht wieder Herstellen/ sondern in dessen Ermangelung er auch nimmermehr etwas Gutes GOtt wohlgefälliges thun kann. Der Mensch ist Tod in Sünden/ er kann fotvc# nig etwas zum Löfegeld für sich geben/ als wenig er sich selbst vom Tode erwecken/ und/ was geschehen ist/ machen kann/ daß es nicht geschehen sen. Unendlich ist die Sünde / weil sie selber eine unendliche Neigung und eine Erstreckung auf eine im- mer weitere Abweichung von GOtt und seinem heiligen Willen hat. Unendlich ist sie/ weil sie durch Aergerniß ohne Aufhören andere in ihr Garn ziehet/ und als ein Sa« nie des Unkrauts so lange und so weit sich ausbreitet/ als sie Land findet/ darin sie wurzeln kann. Sollte nun der Erlöser diesem unaussprechlichen Schaden abhelfen/ durch sein Lösegeld die unendliche Schuld tilgen/ GOtt wieder versöhnen, und die Menschen von dem Uebel einer ewigen Verdammniß frei) machen / so meiste er ein Verdienst von unendlichem Werth leisten/ und dem Verderben eine Kraft entgegen setzen / die/ so groß auch jenes war/ dermochwcit grösser als daffelbige erfunden würde- Dieses stunde in keines Menschen/ keines Engels/ ja keines Geschöpfes Vermögen/ sondern bliebe GOtt allein übrig. Folglich muste der Erlöser nicht nur em um sündiger Mensch/ sondern auch zug'eich wahrer GOtt seyn. ES war nur ein Erlöser nöthig und möglich / mithin muste derselbe GOtt und Mensch in einer Person fern. Die heilige Schrift kläret diese wichtige Wahrheiten vollkommen auf/ indem sie bezeuget/ daß GOtt seinen eingebohrnen Sobn/ der mit dem Vater gleicher GOttvoir Macht und Herrlichkeit ist/ in dieWelt gesandt habe / und daß diese zwei)» te Person der GOtcheit auch wirklich gekommen/ menschliche Natur angenommen und in derselben durch Leiden und Tod das grosse Werk der Erlösung ausgerichtet habe. Mit dem Bevfügen/ daß dieft Eenugrhuung ihrem vollgültigen Werth nach zwar für alle Sünden aller Menschen geschehen sey/ doch aber nur denen zu ihrem wirklichen Heil zu Theil werde/ die sie mit Verleugnung ihrer selbst in wahrem Glauben ergreiffcn/ und diesen durch ein gottseliges Leben/ wenn ihnen der HErr dazu Frist giebt / erweisen. So redet Gottes Wort/ so kehret die christliche Religion/ so glauben wir/ und so hat auch dieses Licht zwar schwache jedoch merkliche Stralen unter die Heiden geworfen. Wir haben vorhin schon deö Hauses Hiobs/ des VileamS/ der Weisen aus Morgenland und der Samariter/ welche letztere nicht völlig zu den Juden gehörten *♦} / Meldung gethan/ und eü ist uns aus den heiligen Büchern bekannt/ was sie vom Heilande der Welt geglaubt und bezeuget haben. Jetzo können wir zugleich an die übrigen Völker gedenken. Nicht nur ihre Götterfabeln/ welche nichts anders alo die durch Menschencinfälle und Lügen verdunkelte Wahrheit sind / sondern Eee ) auch **) D. Sr'cgm. Iac. Baumgartens Allszug der Kirchengeschichttkl von tW Geburch IElu an / im i. Iahrh. §. iot 46. Giesser Wochenblatt/ Num. ll " 406 auch ihre deutliche Aussprüche von einem göttlichen Erlöser/ Menschgewordenem 65Otte/ Ueberwindung des Bösen durch denselben u. s. tv. bestärken unsere Gedanken. Wer will kann davon mit mehreren unter andern Phil. Mom^m de verum« Religionis ChrißiMe c. VI. XXVII. und XXXII. und von den heutigen Heiden Phil Entdeckung der Abgötterei) der ostindischen Heiden / insonderheit die ostmaliae Verwandlung des Gottes Vistnum in einen Menschen/ nachlesen. Dieser soll ein mittlerer Gott feyn zwischen zween andern/ und z-E- einmal die vom Feind Moblne Welt befreyet und auS der Tiefe wieder hervorgebracht haben. So weit GOtt auchd e rrkeken Menschen aus gerechtem Gericht in verkehrten Sinn gegeben hat.- um so viel thörichter handeln jedoch die heutigen Religionsmacher/ die sich'alle Mühe geben/ aus der Ueberemstimmung aller Völker eine blos natürliche Religion zu schmieden/ darin Christus mehr nicht als die Ehre eines ftommen Mannes bekoinmt; aber eben diele Uebercinstlinmung in der Lehre eines nothwendigen göttlichen Er lösers blindlings übe/, sehen/ oder gar verlästern. Da sie doch kein Recht haben/ nur das/ was ihnen ge, fallt/ hcraus zu reissen/ und das andere/ welches eben so wahr ist/ zu vewerstn Das letztere sollten sie mit desto grösserer Ehrerbietigkeit annehmen/ weil sich der Ursprung dieser gehelmnißvollen Wahrheit auS GOtt sattsam an den Tag leget. . . ^kstEht denn endlich der nothwendige Erfolg / welchen die Erfüllung bcS Mittleramtes unser- Heilandes hat? Er bestehet in der wirklichen Erlösung der Menschen von dem ganzen Sündenübei und i-.r der Herstellung derselben in ihren Mi» ^'Zustand/ dessen sie sich in der Vereinigung mit GOtt zu erfreuen haben. Wir wollen Die Sache stückweise betrachten. Der unendlichen Schuld wegen der beleidigten unendlichen Maiesiät Gattes wird der unendliche Werth des göttlichen Verdienstes JEsu Christi entarten aL stellet. So weit hier das Recht GOttes gehet zu strafen / so wnt erstrechtt sich d. Genugthuung GOltes unsers Heilandes. Und eben dieser Werth der Genuatbu. un?r? sttzek den Menschen nicht allein in die erste wohlthäti. ge Liebe GOttes/ sondern giebt dieser Liebe auch noch ein grösseres Gewicht/ sich m UüÄ n- £)n^° nlit( ncuen1I‘!lD grössern Gaben zu neigen. Denn der Gehorsam Christi für uns ist viel giösser und viel vollkommener/ als aller Menschen Gehören wurde gewesen se»n/ wenn wir im Stande der Unschuld geblieben wären Nunmek- ro wenn wir an Christum glauben/ stehet uns GOlt nicht blos als gehorsame Kinder/ sondern als seine Kinder in seinem eingebohrnen Sohne / in Christo ^gfu an. Das hat mehr zu bedeuten. ; 1 ES 'st ein unerrdlicher Schade eines eben so grossen Verbrechens/ da die Menschen durch ihren Abfall von GOtt das herrliche Ebenbild GOttes/ den edelsten Schmuck ihrer Seelen verlohren und dadurch ihren unsterblichen Geist aufs schändlichste verdorben haben. Da tritt der göttliche Eriöser ins Mittel. Die Sclml. d.n sammt den St!äsen hat er abgethan/ und schenktt Denen/ Die ihn in wahrem Dlauben annehmm/ seine Unschuld/ Gerechtigkeit und Heiligkeit/ nebst hinreichen. ' der Dienstag den 12tert Decembr. i7f«. 407 der Kraft vor GOtt zu wandeln/ welche sein heiliger Geist erhalt/ stärket und ver. mehret. Adders war uns nicht zu helfen/ aber fo ist uns gar herrlich geholfen wor. beu. Eöerchild G Ottes wird aus diese Weise in den Gläubigen nicht nur her- gestellet und der Schade völlig abgethan; sondern der grosse Heiland ersetzet alles auf eine so überschwengliche Art/ daß er nun selber mit seinem ganzen Verdienst unser eigen seyn will und wir m fein Bild verkläret/ ja feiner göttlichen Natur theilhaftig werden sollen. Nun ist in denen / die Christo angehören/ nicht nur GOttes Eben- bild/ sondern Christus selbst/ und sie in ihm/ und GOtt stehet sie an / als geistliche Glieder seines lieben SohnS/ deren Natur er in Christo auf seinen Thron gesetzet/ und seiner unendlichen herrlichen Majestät theilhaftig gemacht hat. Hat die Sünde selbst eine unaufhörliche Erstreckung und gehet solchergestalt unendlich fort in der Uebertrettung des göttlichen Gesetzes ; so hat hingegen auch das Verdienst des Erlösers einen unendlichen Werth zur Vefriedigung der Gerechtigkeit GOtteS/ und bey denen/ die dasselbige annehmen / eine unendliche Kraft die Sünde zu hemmen und ihrem wirklichen Ausbruch Grenzen zu setzen. Dazu kommt Denn daß GOtt die Genugthuung des Mittlers aus Gnaden annimml/ sie dem Sünder jmechnet / seine Missethaten bedecket / und sich erkläret/ daß um dessen willen ihrer in Ewigkeit nicht solle gedacht werden. Wo also die Sünden begraben werden / ihre Macht zerbrochen i|t/ und der Mensch in der Kraft seines Erlösers sie immer mehr tödtet/ daß sie zu keinem Ausbruch mehr kommen können / Da muß notbwendig ihre unendliche Verschuldung aufhören/ und sie können nicht ewiglich verdammen. DaS heisset sodann: wo Die Sünde mächtig ist/ da ist die Gnade noch viel mächtiger. Und ebendarum/ weil es die Reinigung unsterblicher Seelen/ die Wiederbringung abgcfaliener Geister betraf, müsse es ein Erlöser seyn/der GOtt selber ist. Das A.'rgermsi Der Ucbertreltungen/ wodurch immer andere in Die unselige Gemeinschaft gezogen werden/ gehet beständig fort. Es müssen aber hier allezeit zwo Personen betrachtet werden. Die eine/ welche Aergerniß giebt/ und die ande- re / welche geärgert wird. Jene stecket in grosser Schuld: diese aber ist auch nicht ganz frey. Denn hat sie Den Gebrauch ihrer Vernunft/ so kann sie sich davor hüten/und das vollkommenste Mittel im Glauben und Wandel/ JEsum Christum/ zu Hülfe nehmen: ist sie aber noch unmündig/ so kann sie bey Heranwachsenden Jahren und durch Den rechrmäsigen Gebrauch Der von GOtt verordneten Gnadenmitteln aus der Schuld herauskömmen und von ihrem genommenen Aergerniß frey werden. Sol- chenmach stehet Der unendliche Werth des Verdienstes unseres Heilandes dem unendlichen Aergerniß aller Sünden dergestalt entgegen / daß diejenigen/ welche sie begangen haben / davon frey werden / und ihre Seelen erretten/ folglich an Dem Verberben der Geärgerten keine Schuld mehr haben; diese aber/ wenn sie wollen/ gleich- fals erlöset werden Finnen / wenn sie aber nicht wollen / alsdenn ihre eigene Schuld tragen/ uni» um ihres Unglaubens willen verdammet werden. Mik 4°8 Gresser Wochenblatt Num. LL Wir sehen aus dieser Abhandlung/ daß die vollkommene Errettung der sündigen Menschen von dem Verdienste des göttlichen Erlösers nolhwendig abhange/ der- mafstn daß alle Sünden um des unMlichen Werths seiner Genugtbuung willen ihre unendliche Schuld und Macht verlieh!en/ und nicht/ wie es sonst ftyn müste/ ewig verdammen/ ja gar keine wirkliche Verdammung »ach sich ziehen/ weil sie an der Bestrafung unseres Bürgens/ der den ewigen Tod erlitten/ ihre Kraft eingebüsset haben. Jedoch ist dieses in eine gewisse Ordnung eingeschränket/ nämlich in die Ord- nung der Busse und des Glaubens. Ohne die hat Niemand Thest an Christo und die Sünde bleibet in ihrer völligen Kraft. Billig ist es daher daß ein jeder sich mit diesem grossen Heilande recht bekannt mache und dahin trachte/ damit er in ihm neuge- bohren werde. Erkennet der himmlische Vater das Bild keines Sohnes in einem Menschen/ so schenket er ihm mit demselben das Erbtheil des ewigen Lebens. Modi dem der das Andenken des GeburlhötageS JEsu treulich dazu anwendet! Zu verstreichen. Es sollen ex Decreto ül. Dicafterii von des verstorbenen Herrn Dr. Dillenii Verlassenschaft verschiedene Meublen unD Effetien nächst künftiges i7;iles Jahr öffentlich an den Meistbietenden gegen baare Zahlung verkauft werben / und Damit Montags den 11. Januar. Morgens przcife nach 9. Uhr der Anfang gemacht werden. Wer demnach zu ein und dem andern Lust hat / kann sich zur bestimmten Zeil in besagten Herrn Dr. Dillenii Haus auf dem Asterweg emfinden. Wie Denn auch nach diesem dtstcn ans Jurist- Medicim Theolog-und Philosophischen Büchern bestehende Bibliothec ebenfalls gegen baar Geld verlleigert werden soll/ der Catalogus ist unter der Presse und davon poft feftum nativitacis Chrirti bey dem Buchbinder Göring Sen. Exemplaria zu bekommen. 5n Verlehnett. In einem wohlgelegenen Wohnhaus auf einer gangbaren Strasse/ ist eins Stube/ Kammer/ Küche und etwas Keller/ auch andre Beqnemlichkeir für Hausleuthe zu vermiethcn. Man verlangt darauf 100. fi. oDenoo. Rthlr. geschossen zu haben/ und will die Interesse versitzen lassen. Mehrere Nachricht ist bey Ausgebern dieses zu bekommen. Dieses Wochenblatt wird alle L'ienstaae alihier bey toi Verleger Johann Philipp Krieger de» ZZerm Prznumeranteii ausgelirsert/ mau rann auch die von vorigem halbem Jahr bereits Herausgebern' mene Etliche -i l.fi. noch erhalten/ jedes Enck aber wird einzeln vor 3. fr. abgegeben.