Messer WochMMM Num. XZL Dienstag den n. Agnl 17p. WKt H-chfürstt. Hessendarmstädttst, »;r gnädigsten Erlaubttlst. Von dem Abk'Wnbm. U lächerlich/ theils abscheulich sind. Die Götter waren männlichen und weiblichen Geschlechts; sie zeugten Kinder; manchmal frassen sie sie wieder auf; manchmal wurden sie von ihnen aus dem Himmel gejagt; sie trieben Unzucht unter einander und mit den Menschen; sie stahlen und raubten/ und hatten alle Untugenden an sich/ die man kaum nennen kann und mag. Sie wurden daher auch auf eine thörichte Art verehret/ ein jeder nach seinem Amte/ oder nach feinem Handwercke; z E-derVenu- diente man auf eine solche Weise/ daß man linker lins vor würdig geachtet würde/ wegen seiner unzüchtigen Andacht in den Karren gespannet zu werden/ oder Kirchenbuße zu thun. GOttlobl daß ein solcher grober Aberglaube von uns weit entfernet ist! Ob einer gewissen Sette der Christenheit etwas demselben nahekoinmendes an. & klebe/ "ker.dem Worte/ Aberglauben/ verstehet man jkvevecky. Dmge/ die be»Se nichts taugen/ obgleich das eine schlimmer ist / als dar andere. Mit dem ärgsten wollen wir uns diesmal nicht aufhalten/ welches in einem falschen Be« griff von der G-Ottheit/ und einem darauf gegründeten ver- w , kehrten und unvernünftigen Gottesdienste bestehet. Ben den Heiden findet man diesen im höchsten Grade. Denn sie glaubten eine unbeschreibliche eil Gresser Wochenblatt / Num. XVI. klebe; ob unter uns einer und die andre mit etwas ähnliches angestecket sey/ und wie weit/ mit welcher und wie viel Würkung/ Verstellung u. d.g. wollen wir jetzo nicht untersuchen- Noch viel weniger aber lassen wir uns in den Streit einiger belehrten «in/ ob die Ungörrerey/oder der grobe Aberglaube an sich ärger und dem gemeinen Wesen schädlicher sey; sondern merken davon im Vorbeygehen an/ wie ein sehr ver- «ünstiger Weltweiser sich ausdrücket/ es sey eben so zu antworten/ als wenn uns je» mand fragte: ob es schlimmer sey/ sich mit einer» Federmesser/ oder mit einem Raufdegen tot) zu stechen? Die Aberglauben von der geringer» Art feiten der Vorwurf unsrer gegenwärtigen Ueberlegung sey»/ unter welchen wir eine aus Unwissenheit entspringende keichtglaubigkett verstehen / traft derm man gewissen Dingen eine theils gute/^lbeilS böse Würkung oder Bedeutung zuschreibet/ mit welcher sie nicht die geringste Ver- knüpfung haben. Z. E- die Traumdeuterey beruhet aus einem solchen Aberglauben/ wovon man voitteflich überführet werden kann/ wenn man das erneuerte und viel vermehrte Traumbüchlein/ wie man rc. zu durchtesen sich d e Mühe giebt/oder auch nur aus der Vorrede desselben erlernet/ durch was vor Kunstgriffe man die Auslegungen heraus gebracht. Denn darin stehet/ man habe die Deutung daher/ daß man wahrgenommcn / wie ein Traum einem solchen oder andern Ding / so uns selbst »der andre Leute anbetrifft/ vergliche,r werden möge. So soll der Traum von einem Löwen / wenn ihn ein grosser Herr hat/ ibn selbst-, wenn ihn ein geringer hat/ fernen Herr» bedeute». Warum? 2l!nS)ort: Weil der Löwe ein König aller Thier« Kenennet wird. Sonst soll er auch Fcuersnoth/ pestilentialische Krankheiten und hi- tziae Fieber bedeuten. Fragst du: Warum i|l Denn der Löwe so ein trauriger Vor- bvtlx ? so bekommst du die tröstliche Antwort: darum/ daß dieses Thier unter des Gestirnes Zeichen hitzig geachtet wird. C das sind herrliche Beweisgründe/ die eben so schön schliessen/ als immer die Vergleichung jenes ungeschickten Redners passet/ der sich also vernehmen ließ: Gleichwie der Löwe ein grimmiges Thier ist; also lasset un- in einem neuen Leben wandeln. Es wäre vielleicht vielen Lesern angenehm / wenn sie hier ein Verzeichniß der meisten in unsrer Gegend herrschenden Aberglauben finden wü: den. Allein die Kürze des Raums worinn unsre gegenwärtige Gedanken eingeschloffen werden müssen/ erlaubet uns nicht dieselbe zu vergnügen/ so wie uns auch einige Furcht/ daß wir etwa manche von vielen vor höchstwichtig angesehene Grundsätze mit unter diesen Titel brin- ßen möchten/ davon abhält. Man darf atich nur ein wenig auf die Unterredungen gemeiner und anderer schlecht unteind;reter Leuten acht geben/ so ka» man sich bald eine beträchtliche Sammlung machen. Einen kleinen Anfang dazu wollen wir mittbei- len. Die arme unschuldige Grillen / die zu ihrem grossen Leidwesen mit dem Grase von dem Felde in Die Häuser getragen werden/ werden als He-olde unglücklicher Begebenheiten verabscheuet/ und gleichwohl hat man nicht das Herz/ das man sie tödtet. Ein vor Die Thim geschlossener Hund/ der mit seinem unangenehmen Geheule vis Nach- • Dienstag de» rite» April 1750, Nachbarschaft um Herberge anspricht/ muß ein Prophet deS Brandes /eyn/ wen« er den Kops in die Höhe hält/ und des Todes/ wann er ihn gegen die Erde wendet- Em Nachtvogel/ der das Unglück hat/ bei) Tag« nichts zu sehen/ muß ein Todenvo« gel seyn/ wenn er des Nachts seine Gtiinme hören lastet- Eine Kindbetterin darf wahrenden Wochen nichts verlehnen/ damit man ihr nicht die Milch vertreibe oder einen andern Schaden zufüge. Den ersten May auf den berühmten Walpur- giS Tag darf inan kein Feuer aus dein Haus gebe»/ und die Viehmagd muß nicht vergessen drey Creutze über die Stallthüre zu machen / damit die Hexen keine Gewalt im Hause oder im Stalle bekommen. Wenn man Hüner kaufet/ von welchen man fürchtet/ daß sie aus dem Hofe entrinnen naschten; so soll man/ ehe man sie auf dir Erde setzet/ sie in- Wasser tauchen/ alsdenn ihnen ein Stück von Schwänze auf der Schwelle abhauen/ und indem man die Federn vor die Thüre wirft/ sagen: das Hun ins HauS/ die Federn hinaus. Wenn jemand durch seirrrn Fleiß sich ein gutes Vermögen erwirbt; so gibt man dein Drachen Schuld/ er habe eö ihm durchden Schornstein zugesühret. Werm einem etwas gestohlen worden; so lauft man zu dem Wahrsager/ oder der Weisen Frau/ und begehret/ daß sie einem den Dieb nennen/ oder ihm die Aiigen auöstechen. U. s- w. Gleichwie aber die Unwissenheit den Aberglauben selbst gebiehrek; so hält fib auch öfters etwas ganz vernünftiges für einen solchen/ wenn sie sich dünket klug zu seyn. Dergleichen Jrrthum gründet sich in einer übereilten Anwendung des odi,»» Begriffes. Man bildet sich nemlich ein/ die flWtoder böse Würkung oder Bedeutung/ welche von erfahrnen und weisen Leuten einer gewissen Sache zugeschriebe» wird/ kommen ihr nicht zu aus der Ursache/ weil man gefunden oder gehört/ daßeben solche oder ähnliche Würkungen andern Dingen fälschlich beygeleget werden. Z. E. Weil sonst die Pi ophezeyungen der Witterungen aus der Betrachtung des Himmel« zu den ungegründeten Einbildungen gehören/ so rechnet mancher auch dazu/ werm manaus einem Nordscheine eine lang oder kurz anhaltende Kälte vorher sagt. Mehrentheils ist folgendes der Weg/ durch welchen man zu den Aberglaube« verführet wird. Man siehet daß eine nicht gar zugewöhnliche Begebenheit sich ereignet/ und zu eben derselben Zeit/ oder kurz vorher/ oder auf einen gewissen Tag vorher dieses geschehen; daher schliesset man/ so oft dieses geschehe/ müsse auch jene« erfolgen/ und giebt dieses vor d,e Ursache oder wenigstens das Zeichen von jenem aus. Es mag sich einmal zugetragen haben/ daß jemand auf den Neujahrstag sieben Acvfek gegessen / und in demselben Jahr sieben Geschwühre an sich bekommen; daraus hak man denn sogleich den Schluß gemacht/ man solle auf den Neujahrötag keine Aepfel essen/ sonst würde man das Jahr über mit so viel Geschwühren geplagt werden/ al« vielt Aepfel man auf denselben Tag verzehret. Vielmals aber geschiehet eS auch / daß lustige Köpfe bey müßigen Stunden sich mit Vorsatz auf albere Einbildungen besinnen/ und dieselbe einem alten Mütterlein im Vertrauen und mit der Versicherung daß sie so vonjhm Ururgroßmutter unterrichtet worden/ offenbaren/ die denwgeschäf- 1 Q r tig 124 Gresser W-Hm-Büm/ Num. XVI. tig und ihre Weisheit auf die jünger« forzupfianzen bemühet ist / wodurch die Erfti- bung/ so bald sie einmal den Drittel» Mund paßiret und ein Dutzend Anhänger gefunden/ zu der vollständigen Kraft eines Aberglaubens gedeihet. Sollte man/ wenn man den rechten Canal weis/ »richt bald auf solche Weise die halbe Stadt Klauber» machen können / es sey ein dienliches Mittel vor die Leute die nicht schlafen können/ wenn man am 2.7. Zunius als am Siebenschläferötag einer Ratze/ die nach der gemeinen Erzählung den ganzen Winter über schläft/ mit dem Pudermessergen/ das man an seinem eignen Haupte zu brauchen pfleget/ den Kopf/ worin der Schlaf steckt/ abschneidet/ ihn in ein Stück seiner wohlverschweiß- len Schlafhaube nahet/ und an den linken ober« Stollen der Bettlade mit einem schwarzen seidenen Faden auf seinen eignen Geburlhstag anhängt; Wir wenigstens meinen / wann wir unsre saubre Erfindung nicht drucken lasten / sondern am rechten Orte mit der gehörigen Mine entdecket hätten / so wollten wir es so weit oder weiter damit gebracht haben als der/ der die Leute überredet/ daß die mit dem Munde abge- bistene und den Kinder»» angehängte Mäuseköpfe gut vors Zahnen sind. Die Authorität des Aberglaubens beruhet hauptsächlich auf seinem eigenen Alter / und dem grauer» Haare derer/ die ihn mit einer hochweisen Gesichtsstellung erzählen oder ihm Beysall geben; hat ihn aber das Glück ein paar mal durch den Erfolg unterstützet/ so hat er das Recht erhalten/ daß man Den vor einen Atheistenaus- schreyet/ der nicht an ihn glaubet- Zu seinem grösten Vortheil dienet ihm Die natürliche und bcy wenigen durch gründliche Wissenschaft vertriebene Leichtgläubigkeit / welche sich zu einem heftigen und begierigen Wunsch nach dem/ was durch Die Abergläubische Mittel erhalten werden soll / gesellet. Denn wann z. E. em junges Frauenzimmer / das im Begriff stehet Die Kinderschuh zu zerreissen/ ein ungrsiümmeS Verlangen fühlet zu wissen/ in was für eines.Schatzes Armen sie bald zu liegen kommen wird; so wird sie von ihrem Feuer gezwungen ohne Widerrede ihres ohnehin meisten- theils schweigenden Verstandes alles zu glauben/ was ihr als ein Weg zur Erfüllung ihres Wunsches vorgeschlagen wird. Kommt denn eine alte Taglöhnerin/ die wegen ihrer Künste bey ihr in grossem Ansehen stehet / und giebt Den Anschlag Mit wohlausgesuchten Betheurungen/ daß es viel hundertmal richtig eingeu offen/ man müsse in Der Andreas Nacht um zwölf Uhr geschmoltzen Bley in eine Schüssel voll Wasser giessen / und aus Den Gestalten der Körner die Verrichtungen des zukünftigen Bräutigams erkennen; so ivird der Rath mit beyden Annen ergriffen/ daS Bley muß herbey und Die gute Nacht muß sich mit der Ausführung Der einfältigsten Ceremonie beschimpfen lassen. ES ist schwer / alte und tief eingewurzelte Vorurtheile dem Menschen aus Dem Kopfe zu treiben; daher versprechen wir uns nicht/ daß dieses Blatt alle Aberglauben aus unsrer Gegend verjagen wird. Damit wir aber doch so viel thun / als wir können; so wollen wir zuvorderst den Nachtheil/ Den sie bringen / kürzlich beruh. Wi Vdniit t>re HMtdtt desto williger gemacht werden/ dieselbe fahren zu lassen. A De» Dienstag dm rr 2kpn7. zyfo# xzf Der beträchtlichste Schade ist dieser / daß man in seinen Handlungen sich nach ihnen richtet/ unD alsdenn von ihnen auf den Stumpf gefuhret wird. Uns daurtt der arme Mann/so oft wir an ihn denken / Der aus des Guckugs Geschrey geschloßen/ daß er nur noch vier Jahre leben werde/ und in der Meinung das seinige rein aufgezehret/ so/daß er nun schon seit 6. Jahren/ die er dau'iber gelebt / von der Gnade und Barmherzig« keü andrer leben muß. Urberdieseö erwachsen aus solchen leeren Einbildungen urmö- thige Gemürhsbewegungen und vielfältiger Verdruß. Wie mancher lebt nicht wegen einem Fall/i den man des Nachts aus der Bühne gehört/ in Angst und Sorgen/ und meint/ er werde entweder selber nächstens sterben/ oder einen feiner nächsten Freunde verliehren / da er in aller Ruhe seyn könnte/ wenn er nichts auf dergleichen Possen gäbe. Damit wir vieles vorbev gehen/ so führen wir nur noch das einzige an / daß allen Abergläubischen gewiß wiedei fahret. Wenn sie nämlich in einer Gesellschaft mit ihrer Philosophie herausrücken/ so werden sie zum Gelächter/ und haben den Spott jum Lohne. Geschieht es auch / daß man aus Hochachtung vor sie nicht überlaut lachet ; so tbut mans doch im Herzen. Denn es giebt dergleichen heimliche Vögel/ die schweigen stille und stellen sich von aussen/ als glaubten sie alles wie ein Evangelium; jl-wendig aber treiben sie ihren Hohn und denken: Du armer Tropf/ wärest du mit deiner Weisheit zu Hause geblieben/ so hatte ich etwas auf Deinen Verstand gehalten. Der Rath/ wie man sich vor allem Aberglauben sicher und gewiß bewahret/ ist dieser/ daß man sich in Der Naturlehre umsehe/ und daraus die Kräfte und Wür- kungen Der Dinge begreifen lerne- Denn/ wenn man dieses gethan hat/ so kann man ohne Mühe die Wahrheit von Den abgeschmackten Einbildungen unterscheiden. Wem dazu an Zeit oder Gelegenheit fehlet/ Der setze einen Zweifel in alle diejenige Regeln / Die er nicht von klugen und in dazu gehörigen Sachen wohlerfahrnen Leuten gelernet/ so bald er nicht begreifen kann/ wie es zu gehet. Sollte er gleich auf diese Weise ein oder das andee nützliche mit hinwegwerfen / so versichert er sich doch wider alle Aberglauben/ und ist bey seinen UmitänDen keines bessern Mittels fähig. Verzeichniß der Vorlesungen, welche dieses Sommerhalbjahr ans hiesiger hohen Schule werden gehalten werden- *3n der Gottesgelahrther't. Herr D. Remh. Hem. Rollr'us/ zeitiger Redor Magnificos wird öffentlich di« Hormome Der Evangelisten nach Sandhagens Anleitung erklären/ und m einem Jahre zu Ende kommen; Die Vorlesungen über Die dogmatische Theologie beschliessen/ W)D die polemische nach Fechtens Unterricht auölegen. . Hm d. Ioh, Hern), Benner wird Die dogmatische Theologie und die theow- £ 3 Asche rz6 Gresser Wochen-Blatt/ Num. XVL aische Moral/ auch die Kirchen-Historie kürzlich nach den Mascampischen Tafeln und weitläufnger nach PfaffenS Einleitung lehren. 3« der Lechtsgelahrther't. Herr D. Ioh. Friedr. Laystr/ welcher als Diredor hiesiger Regierung und Confiftorii von Dm Vorlesungen befreyet ist/ biethet seine Dienste in Ledionibus pri- vatiflimis und öffentlichen Disputationen an. Herr d. Franz Just. Lorchold wird über die Pandecten/ wie auch über das -Öffentliche unv Lehl»-Recht lesen. Herr D. Gottlob Aug. Ienichen wnd das Lehnrecht nach Struvens Anführung auelegen/ auch eben dcsselben Jurispr. forenfem erläutern/ und über Ludo- V1ci Lehnrecht Difputir-Uebung anstellen. Herr D. Ioh. Ernst Hopfner wird das peinliche Recht nach Böhmers/ die inttitutionm nach Heineccii/ unv das Lehnrecht nach des Herrn v. Senkenbergs Anfangsgründen vortragen. Herr D. Ioh. Christoph Balser wird Heineccii Institutionen / BöhmerS * Pandecten/ und dessen Canonischeö Recht erklären. Herr d. Christoph Ludwig Loch wird das besondre deutsche Recht nach Engaus Ansangsgründen/ und die Hiftoriam Juris lehren. In der Arzneywissenschafe. Herr d. Lud Henr. Leo Hilchen wird der purgierenden Arzneymittel Beschaffenheit/ Gebrauch und Würkungsart auslegerr/ auch den mcthodum mcdendi und Inftituüones lehren. In der Weltweisheit. Herr Ioh. Ludw- Aleftld wird die Natur-Lehre Vorträgen/ die'nöthige Versuche anstellen/ unddascollezium dsspmarorium fortsetzen. Herr Ernst Chom wird deö Herrn B. von Wolfs Anfangsgründe des Natur-und Völkerrechts / Baumeiliers Moral/ und Heineccii Völkerrecht erklären. Herr Andr. Boehm wird die Vernunftkunst und Metaphysik erklären/ die reine Meßkunst von neuem anfangen / wie auch die im vorigen halben Jahre ange- fangene mathematische Vorlesungen fortsetzen; einige wenige / die sich dazu melden werden/ in der Ausübung der Vernunftkunst unterrichten/ öffentlich aber die Gno- monic, Baukunst und Algeber vortragen. Herr Henr. Christoph Nebel wird Horatii Dichtkunst/ und die Lateinische Beredtsamkeü nach Heineccii Einleitung und die Redekunst auslegen. Herr D. Christoph Ludwig Loch wird die Erklärung von Gebauers Abriß der Geschichte der Europäischen Reichen zu Ende dringen/ die Geschichte des - " L ° Römi, Dienstag -en utettApnl 17 fo* Hl Am verwichenen Donnerstag hat Herr rite. Jod. Hsrva^- atu? dein Herzogthum Limburg / seine Piobestreitschrift über die Frage: ob die Trauung juv linken Hand au« den Rechten wegen der Ungleichheit des Standes/ oder aus dem Vertrage fit ff«? mit lobwürdiger Fertigkeit vettheidiget. Zm iren Abschnitte wird von der Trauung zur linken Hand überhaupt gehandelt; im Uten von den Würkun- aen derselben nach den Gesetzen des H. Röm. Reichs und der allgemeinen Gewohnheit b y hoben Personen unter einander; im ntten von der Ehe ernes Frusten/ Gia- fen und Frcyherrn mit einem Frauenzimmer aus der unmitte'baren Ritter schafft; ob dieselbe vor eine gleiche Ehe zu halten/ und die daraus kommende Kinder völlig fuccedi- ren können? in der ivten von den Wirkungen der Ehe einer hohen Maunsperso« mit einem Frauenzimmer/ so nicht von Adel ist. Römischen Deutschen Reichs nach Mascau oder Schmaussens Anführung Vorträgen. In der Französischen und Ztalianischen Sprache/ kann man hinlänglichen Unterricht hey den dazu bestellten Meistern haben. Vor diejenigen/ welche in der Reit» gecht- und Tanzkunst sich übe» wollen / ist gleichfalls alle Gelegenheit vorhanden. Es ist uns ein kleines Büchlein zu Gesicht gekommen/ welches in diesem «lahre zu Lemgo bey Joh. Henr. Mey r in 8. auf $6. Seiten gedruckt worden/und folgenden Titul führet: Versuch wie die Meteora des Donners und Blitzes/ Item M Aufsteigenö der Dünste/ ingleichen des Nordscheines aus electrischen Wurkun- gen herzuleiten und zu erklären sind / entworfen und den Herrn Naturkundigern zur Prüfung vorgelegt von I. B. Wir thun desselben aus der Ursache hier Meldung / weil viele theils auf die Würkungen der Eledhicität sehr neugierig sind/ tbeils dieselbe als einen unnützen Zeitvertreib verspotten. Der Raum lasset uns nicht zu / einen Hirn eichenden Auszug aus demselben zu machen; wir können aber nicht umhin/die- fcb'’ so wohl der witzigen und der Gründlichkeit nahe kommenden Einfallen halber/ als auch der onfrrn Schreibart wegen/ Den Liebhabern anzupreisen. Man findet darin eine wenigstens allen bisherigen an Wahrscheinlichkeit vorzuziehende Erklärung von dem U sprunge des Donners und Blitzes aus der Electricital der Erdkugel/ als einer groM Elektrischen Maschine/ und den unelectrischen Wolken. Das Aufsteigen der Dünste und ihre Erhaltung in Der Höhe wird sehr artig auf Die Erfahrung redudrt/ Da ein elektrischer Stab Die kleine Goldblättlein / welchen er erst fe ne Kraft mitgetheilel/ von sich in Die Höhe wirft / und in einer gewissen -Snffernung von sich «lhält. Der Nordschein wird von der glanzenden und nicht zündenden Materie her» »z8 Giesser --Blatk, Num. XVL gleitet/ die sich um die electriscl)e Kugel bey Nachtzeit sehen lasset. So wenig man leugnen kann/ daß bry verschiedenen Stellen bedenkliche Einwürfe übrig bleiben/ so wenig kann man doch dem Verfasser Den Ruhm absprechen/ daß er mir einer guten Scharfsinnigkeit gedacht und geschrieben. Fleue Bücher. Johann Sam, Stryckii Diflertationum Juridicarum Volumen primum nunquam as- tea editum, feu opcrum Volumen Xk. & XIt. fol. Francof. 17fo. f.fl. Phatmacopoea Wirtembergica in duas partes divifa editio zda priori mulco audior, fol. Studg. iyfo. 6. Franc. Ignat, Wolfg. von Hellersperg, Seledae enucleationes Confiliorum five Juris Refponforum. fol. ÄUgsp. 17^0. j, st. Zoh. Carl König/ Sele&a Juris publici noviffima roter Theil/ 8. Frf. ryfo. 30. Fr, Zoh. Jodocus Beck / Praxis aurea de jurisdrdione Operiere crumnali & centena 4ts Nürnberg 17?». r. st. Germanici Sinceri, der sich selbst rathende Advocat, Basel 1750. ;o. Fr. Aktenmasiger Vortrag Jhro Hochgräfi. Gnaden Friedrich Alexander Graf zu Wied- Neuwied und einen Theil derer Gemeinden Grentzbausscn und Hikgeroth/ so wohl auch derer diesen alMirenden hohen Erzstift zu Trier, fol. Neuwied >74?. if.fr. Henn von Loen / gesammlete kleine Schriften -ter Theil/ 8 Frf. i?fo. 4f. Fr. Alexander Volck/ das entdeckte Geheimnis der Bosheit der Hmnhutischm Secte/ 6ter Theil/ 8. Frf. 17/0. xf. Fr. Genealogisch«Historische Nachrichten/ i^ter Theil/ 8. Lei'pj 1750. z. Fr, Neuer Europäischer Staats» Secretarius Ater Theil/ 8. i7$o. 3. Fr- Hochgräfi. Vfenburgischeö Manifest wegen Emigrirung der Herrnhuter von Herm* hag/ fol. f. kr. Zu Verlerhen. Vev eben diesem Verleger sind auch allerhand gebundene Bücher gegen ein we- mges für das Alphabet zum Lesen vorhanden/ als Reisebeschreibungen/ Begebenheiten/ moralische Schriften/ Lebensbeschreibungen rc. Man halt sich aber aus/ daß selbe sauber zurück geliefert/ und in feine fremde Hande kommen/ und um eint gewisse Zeit zurück gegeben werdet!. Dieses Wochenblatt wird alle Dienstage allbier bey dem Verleger Johann Philipp Krieger Denen Herrn Frznumeunten ausgeliefert/ auch einzeln das Stück vor r, rr, abgegeben,