WWr Mochcil-Wlath Num. XXXIII. Dienstag den 18. Aug. lyyo. IHit Hocbfurstl. Hestendarmstädtrsther gnädigsten Erlaubnis. Pt Pf WdSzß Vom Selbstmord. -.. ♦ jBwiM** *u| j1 ♦ Ä>'K 55 Kor wenige« Tagen / nämlich mn ufon dieses Monaths / -trug .sichz B/E A !«/ daßom Gefangener in hiesigem Stockhause/ Der .dem Verlau- f£H "ach ein geringes und nich^ ausnehmend strafbares Verbrechen KX,1—;'(CV.' te .T.n; mir einem s.xy f-llst . .. Kchr.- . ■ ritte. , se abscheuliche und unmenschliche That ist zwar in unsren Gegenden nicht so gemein/'als an andern -Orten z. E- in Engeland/ wo nun alle Wochen von einem oder etlichen Selbstmördern höret; gleichwohl aber ist sie so-selten nicht/ daß »narr nicht Ursache halte /in beherzigen / daß auch der Versi'chrer unter uns geschäftig • und die unsren Seelen gestellte Gefahr.groß ist. Eine Gefahr die deswegen ganz entsetzlich ist, 'weil sie denjenigen / Der darin umkommt in ein mit keiner Kunst und keinen Worten zu beschreibendes Elend und unerträglichen Aammer stürzet. -Wir lassen uns . daher den betrübten Vorfall zu einer Gele-etihci't dienen/ von dem Selbstmord'eine- • moralische Betrachtung dem geneigten Leser auf diesem Blatte vürzulrgeu/ worin die - Abscheulichkeit dieser Sünde an den Tag gcleget/ lind die-blendende Gründe her Ent- schuldigung aufgelöset werden/in der Absicht/sdaß'man sowohl diesesbe gebührend, anzu- sehen/ als auch gegen dir Versuchung/ woreiihman durch Lönliche Zulassung verfalle kann/sich zu wehren wissen. •' • Niemand sehe Den letzten Endzweck vor überstüsssg an./ nnd-.denkt: auf einen so verzweifelten Anschlag mich selbst um das Leben zu bringen werde ichgewis nicht ver- ' fallen/ meinetwegen hätte man mögen ohne Sorgen schn. Denn GOtt sey gelobet/ daß die vcmid;te Gedanken und Vornehmen.nicht so allgemein sindDrr da stehet Kk aber/ xy$ Giesser Wochen-Blatt/ hlum. xxxlll. aber / sehe sich wohl für / daß er nicht falle / denn man ist nicht so sicher / als matt sich wohl einbildet. Zu was ist der Mensch mehr geneigt / als zur Sünde- unv braucht man etwas mehr/ als darzuthun / daß etwas eine Sünd- ist/ um zu beweisen/ daß du darein verfallen kannst ? Ist man jetzo ftey von der Versuchung/ o so danke man der Güte Gottes / die sie bisher abgewendet / und bitte / daß sie uns nie darein kommen / oder sie wenigstens so ein Ende gewinnen lassen möge / daß wir sie können ertragen; verlasse sich aber nicht auf sich selbst. Zu dem so ist der Selbstmord dicht jederzeit so grob. Nein es zickt andere Arten/ die nicht so sichtbar find. Man muß sich nicht gerade an einem Strick aufhängen / man muß sich nicht gerade erschiessen / erstechen / ersäuffen/ u. d- g. Sondern man ermordet sich auch selbst/ wenn man $. E. durch Unmäßigkeit/ Fressen / Saustet, u- f. w. sich um die Gesundheit und zuletzt ums Leben bringet; wenn man dienliche aber unangenehme Mittel zu seiner Erhaltung oder Wiedergenesung mit Gewalt nicht brauchen will; wenn man sich unno- thiger Gefahr aus Muthwillen oder Ruhmsucht aussetzt; wenn man sein Leib und Leben im Zwcykampfe auf die Spitze setzt und in andern vielen dergleichen Fällen. Wenn wir durch dergleichen in den Tod hinein rennen / was sind wir anders / alo Selbstmörder ? Man sage nicht/ daß man in solchen Umständen eigentlich nicht im Sinne habe sich zu töden. Denn erstlich ist diese Ausflucht mehrcntheils falsch / und die Exempel zeigen klärlich/ daß sich viele mit Fleiß tod saufen/ daß viele mit Fleiß Händel suchen/ damit sie nur endlich an jemand kommen / der sie über den Hausten stosse u- s. w. ZweytcnS aber dient man sich sehr schlecht mit solcher Antwort. Denn wer sich in eine solche Gefahr begiebl mit Wissen und Willen/ die ihn nothwendig hinrichten muß / oder aus welcher er nicht anders/ als durch ein sonderbares Glück errettet werden kann/ und weis auch wohl/ daß die Gefahr so beschaffen ist , der mag nun seinen Untergang ausdrücklich wollen und zur Absicht haben oder nicht / so ist er nichts desto weniger sein eigener Hencker. Wer Bist trinkt und weis / daß es tödlicher Gift ist / der bringet sich selbst um/ er mag ihn nun trinken des TodS halben oder warum er sonst immer will. Da nun der Selbstmord/ besonders von dem allwissenden GOTT/ in der Welt viel häussigcr augetroffcn wird / als man wohl meinen sollte / so ist es desto nö- thigcr zu zeigen i wie sehr derselbe den göttlichen und natürlichen Gesetzen zuwider ist. Eben dieses aber ist so leicht zu begreifen/ daß man sich wundern muß / daß eö Menschen giebt/ die sich das Gegentheil im Ernst überreden können. Ewjeder Mensch ist verbunden sich selbst zu erhalten / und sich so glücklich zu macken als er immer kann. Wer sich aber selbst tödet / kann der dem Gebotte seinen Gehorsam aus eine nachdrücklichere Weise aufkündigett. kann er sich um mehr bringen / als um sein Leben/ kann er sich in ein grösseres Unglück als in die Klauen des Tods und in den Rachen der Hölle stürzen ? In der That ein solcher Unmensch ist nicht anders anzusehcn/ als einer der an einem zarten Faden über dem ewig brennenden Pfuhl von Pech und Sckwefel anfqchangen schwebrl / detn die Zeit zu lange währt / bis der Faden von sich selbst zer- hricht / und der also ihn aus Ungedult gbschneidet.um sich selbst desto eher in sein äusserste- Dienstag den i?ten Aug. 17 fo. rf, jttstcs und durch keine Reue wiederum $u linderndes Verderben hinunter tu werfen & fließt m viele / um deren blutigen Leichnam man nach ihrem gewalrthäkigen Ab. schied mifgeschlagene B'bAi/ Gesang , und Gebckbucha- antrift; die f«b eine lange Zeit vor ihrer grausamen Execmion einer besondern Frömmigkeit zu beMaen fd)ei. flm/.aucb wohl Zettel jurucke.,affen / Darin sie bezeugen, daß sie mit KL öhn und in der Meinung einen gnädigen Richter an ihm anzutreffen/ aus dieser Welt ae- fahren; ja die muten unter dem singen und baten in die Fußtapfen des veuweifelten Ju^is emtrekten. Aber meld) ein Wahnwitz bringt die Leute um ihre Ueberlegung/ daß sie nicht sehen/daß ihr Gebat dem HERRN nicht gefällt / weil ihre Hande voll Blutes sind ? Was mag nur das Gewissen einem solchen Unsinnigen sagen/ wenn er denkt: du fiehest GOTT an/ er wolle dich aufnehmen / er wolle dich nicht strafen/ sondern in die ewige Selikeit versetzen/ und hast doch im Sinne dich mit der ab- scheulichsten Unthat zu besudeln und dazu dir die Zeit zu nehmen / daß du in wahrer Buffe GOtt um Verzeihung bitten könntest? Glaubt man denn/daß er mit sich spielen oder sich überreden lasse/ man ehre/ furchte/ liebe ibn/ da man sein Gesetz mit Füssen tritt/ und im Begriff liehet / es ganz und gar zu Schanden zu machen - °ta Wahr, fjeit/ wenn man nicht mit solchen Leuten/ als mit rasenden/ ein Mitleiden haben und übiig Vf ich mich also von chm entfernen / wenn ich keine Lust mehr habe bey ihm zu seyn; darf ich entweichen und meinen Bruder allein lassm/ zu dessen Wartung ich bestimmet war; darf ich glauben/ daß mich der nicht zu Rede setzen und strafen wird/ der mich geheissen hat / bey jenem zu seyn/ bis er mich selbst abrufet? Man darf nicht sagen: der Nebenmensch ilt deswegen nicht verlassen / es giebt noch Leute genug / die um ihn sind/ ich muß nicht gerade da seyn. Denn deine Kinder / Dein Weib/ dein Vater / dein Landoherr u. s. w. weiden dir sagen / es fei) ihnen an dir gelegen / und sie fühlen deine Abwesenheit. Ueberdieses gilt die Antwort auch darum nichts/ weil/ wenn du hattest können oder sollen hinweg sinn/ so würde dich ©Ott nicht haben hierher gesetzt / und wer ist Richter darüber/ ob du da seyn must oder nicht; bist du derselbe/ oder ist es ©Ott ? Es ist also ganz klar/ daß Der Selbstmörder nicht nur die Pflichten gegen sich / die er vor gering und vor solche halt / die er ,ich erlassen könne; sondern alle Pflichten gegen ©Ott und andre/ wie sie Namen haben mögen./ mit eins zu Boden tritt. Gäbe doch der Mensch acht auf die weise Anordnung Gottes/ so würde er sehen/ wie er ihm mit dem Finger auf das deutet/ was er tbun und was er lassen soll. Warum hat ©Ott es so eingerichtet / daß diejenige Handlungen/ die zur Erhaltung der Menschen nöthig sind/ mit einem allgemeinen Vergnügen und die schädliche mit einem aUgemeinen Miövergnügen begleitet werden. Warum hat er gemacht daß der Hunger schmerzlich ist/ daß dagegen die Speisen und das Getränk wohl schmecken/ und daß dem Menschen wohl ist/ wenn er gesunde Speisen in gebührendem Maase genossen daß ihm wiederum übel ist/ wenn er sich damit überladen? ©Ott winket damit und treibet den Menschen an/ daß er durch gu/e und mäßige Nahrung feinen Hunger stille. Und desgleichen findet man durchaus / oder wenigstens bey den meisten Arten dec Handlungen. Daher stehet man auch/ warum ©Ott einen Abscheu vor dem Tode in Die menschliche Natur geleget / und wozu man sich Denfeibcn antreiben lassen soll. ©Ott hat den Tod fürchterlich gemacht/ Damit Niemand sich die Lust ankommen lasse/ sich selbst denselben anzulhun; und weil er/ wie ein alter Weiser sagte, unter allen entsetzlichen Dingen das entsetzlichste ist ; so soll man lieber alles/ was man verabscheuet/ über sich ergehen lasse« / als zu dem verdammten Entschluß / sich selbst zu ermorden/ schreiten. Es wäre unnöthig / wenn wir uns bey dem Beweise eines bereits genugsam bestärkten Satzes länger auchalten wollten. Sonst liesse sich auch folgendes unter Wehr«/ pqö wir stillschweMd pochtpgm / gnMen» Wenn man nicht eine sol- a* Dimsk.rg den 18 tert Aug. i7fe# rsi che tbörichte Gtsetzkosigkeit behauptet/ vermöge 'deren alles erlaubt und tnchts verbot- ten ist; fo muß man gestehen / daß sowohl Gottes Wort/ als die Natur uns vieles zu unterlassen befiehlef/ Laö lange nicht die schlimme Folgen nach sich stehet/ die aus dem Selbstmord entspringen. Heißt etwa sich selbst entleiben weniger/ als Äö.'lerey/ heißt cs weniger als Hurerey/ ill weniger daran gelegen / als an etlichen Thalem/ die man dem andern stichlet/ u. s- w. Gleichwohl sind dieses grobe Ucbcrtrettunaen / die mit zeitlichen und ewigen Strafen sollen gerochen werden. Wieviel sündlichcr muß es nicht seyn / sich selbst Gewalt anjuthtm/ und wie viel härtere Strafe muß (iu solcher nach dem Tode auszustchen haben/ der sich nicht scheuet / sein eignes Blut zu vergiessen. Man kann nicht anders schliessen / als ein dergleichen Feind seiner selbst mug entweder glauben/ daß kein GOtt tm Himmel wohne / oder daß seine Seele bey denr Ende des Lebens dahin stiegt in die Luft/ wie ein Schall / der sogleich darin vergehet. Denn bat es ganz ein Ende mit uns/ so bald wir tod sind. Wohlan so ist nach unser m Abschied nichts niehr zu furchten. Sollte man sich also durch den Selbstmord doch so stark versündigen/ was liegt daran / man kann ja doch nicht mehr deswegen gestraft werden/ und hat gewiü so viel zum Vorthcil/ daß man allem Elend/ Cieutz Und Kummer entronnen. 'Ist aber kein GOtt / kein Richter der Lebendigen und Toden / so mag die Seele unflerblich styn/ sie kann doch von Niemand ihrer Handlungen halber zur Rede gesetzt werden / und mag sich also aus der Welt heraus schaffen / wie sie will- Auf solche feine Gründe muß sich das Lehrgebäude derer siülzen/ die wider sich selbst rasen. ES ist aber noch dazu auf dieselbe übel befestiget. Derm gesetzt/ wie doch grundfalsch ist/ die Seele sei- lterblich und eS gäbe keinen GOtt dazu/ fo verbindet dich doch die Natur / daß du lebest / so lange sie will/ und wer diesem Bcsehl nicht gehorchet / i|t ein Rebell wider sie. vergehet man sich in seinen Gedanken nicht so gar stark/ so entschuldiget man doch sonst seine unmenschliche Grausamkeit mit andern gleich untauglichen Gründen. Man sagt z. E. Ich bin in Die allererbärmlichste Umstände gesetzt, ich bin an Bettelstab gerathcn / und kann nicht einmal Brod und Wassers habhaft werden/ um mich wider Den Hunger und Den Durst zu mehren; oder ich bin vor aller Welt zu Schanden worden / alle Ehre und Reputation ist dahin / wer mich ansiehet / schüttelt Den Kopf und fpenet aus ; oder ein unerträglicher Schmerz martert mich ohne Unterlaß/ und mein Leib versieget vor,grosser Krankheit; so wird denn GOtt Mitleiden mit miv haben und mir zu gut halten/wann mich die Angst der Seele übernimmt/daß ich sieauS ihrem Kerker brfwye. Allein so gut sich das hören läßt; so wenig Stich hält eS- Denn alles dergleichen Uebel hat man sich durch seine Umhafen entweder selbst über den HalS gezogen/ oder eS'trift emen unschuldig als e:n Unglück. Ist jenes/ so ist es eine Strafe des gerechten Gottes / der man sich weder entstehen darf/ noch^gmr. Welche Thorhelt verleitet einen dazu/ feinem HErrn ins Gesicht zu sagen / du strasit imch/ wie ein Tyrann/ siehe J ich will Deiner Muth ein Ende machen unD mich selbst auftci- < Kk r wn> r6L Gresser Wochctt-Blatd/ Num.^xxiiL ben*> und wr's willst du dich auf» eiben / armer Mensch / daß du ihm aus feinen Händen kommest ? Du fliehest aus dem Gefängniß und retirirst dich unter dsu Galgen. Wenn Du toi) bist/ bist Du Denn nun außer seiner Gewalt/ und wird er dich nicht deswegen ärger züchtigen / weil Du dich fernen Züchtigungen mit solcher Hartnäckigkeit entgegen setzest? Ist aber solches liebel ein Unglück ; so kann man nicht ärger wider Die göttliche Vorsicht murren / und wider dessen Regiment revoltieren / als wenn man Die Ungeduld bis zur äussersten Verzweiflung steigert lässet; und dazu hilft man sich sehr schlecht. Aus Der Welt / da cm durch die Einbildung hauptsächlich vergrös- ferter Jammer etliche Tage oder Jahre währet / stürzet man sich in Die Hölle/ Da eine unbeschreibliche Pein in Ewigkeit Dauret. Auf Die Barmherzigkeit Gottes pochet man mit Unrecht- Denn 650rt ist wider Die/ Die Die Feindseligkeit gegen ihn durch die unmenschlichste That ganz abscheulich an den Tag zu legen sich nicht scheuen. Warum bringt Der sonst löbliche Begriff dem Menschen nicht lieber diese Gedanken bet): GOtt wird mein Unglück und meine Strafe wenden / wenn ich ihn demuthig Darum bitte. Sollte man aber nicht befugt feyn/ sich selbst zu töden/ wenn man sichet/ daß eine sehr schmerzliche Krankheit unfern Tod doch nach sich ziehen muß / und wi» unsre Marker schleunig durch Den Mord endigen können ? Nichts weniger als das. Denn woher weis man Denn gewis/ daß Die Pein den Tod sachte nach sich ziehen und bis ans Ende Dauren wird ? Kann Denn GOtt nicht helfen / und Die Gesundheit und Leben wieder schenken. Zu Dem so will GOtt / daß man dieses alles leide in Geduld/ und hat seine heilige Ursachen / warum er einen stäupet / ehe er ihn aufnimmt / daß man/ ohne sich seiner Ordnung zu widersetzen / sich keine Ungeduld ankommen lassen Darf. Der Wurm des Gewissens Der ohne Ablaß naget / Die Reue wegen begangener Sünde find sehr mächtig den Menschen zur Vernichtung seiner selbst anzutrei- ben. Allein man befriediget sich sehr übel / man will sich von den Bissen des Gewissens durch Sünde befreiten ; man will ein Loch zumachen und reisset es grösser. Die Christliche Religion zeiget ein ganz andres Mittel; sie reichet uns eine Arzeney von unendlicher Kraft und Würksamkeit / Die Den Wurm tödet / Die eine Versöhnung mit GOTT herstellt / und alle Mängel unsres Geistes herrlich heilet. Zu Der nehme man feine Zuflucht / wenn man ängstlich unD beladen ist / denn sie erquicket. Man hat angemerkt/ daß auch Die schändlichste Laster gewisser heiligen Entschuldigungen fähig silid; sollte man nicht auch wohl zu der verworfeiisten That durch eine brünstige Begierde / bey GOTT zu seyn / angetrieben werden / oder wenigstens solchen Trieb vorgeben können. Es mangelt nicht an Bevspielen. Aber was nimmt man für einen Weg / zu GOtt zu kommen ? Führt Denn ein Pfad in Die Hölle und in Den Himmel ? Es ist unmöglich / an Den Ort Der ewigen Ruhe durch Die äusserste Uebertrettung Der göttlichen Gebotten und durch ck>ie scheußlichste Schandthat zu flelgngen. Zum Dienstag de» iStm Ang. i7fo» X<1 Zum Beschlüsse giebt uns der Vorfall/ der des ganzen Aussätze- Anlakwar/ auch noch Gelegenheit/ die Frage zu beantworten/ ob ein Miffethäter/ dem ein schimpflicher und schmählicher Tod bereits angekündiget ist/ nicht dem Scharftichter zuvorkommm/ und die Erccution mit sich selbst vornehmen dürfe/ um nicht grössere Quaal auSzustehen/ und seine Schande nicht mit eigenen Augen anzusehen. Auch in diesem Fall bleibt roabv / was bisher behauptet worden. Der Mrffethäter empfängt die Strafe zu seinem Lohne von der weltlichen Obrigkeit / die an GOtteS statt in der Welt ist/ und das Schwerdt von ihm empfangen hat. Diese strafet im Namen und auf Befehl GOttes. Ist es also an dem/ daß man sich der Strafe GOt« tes mit Geduld und Buße unterwerfen muß/ so bleibet es auch in diesem Falle dabey. Ueberdieseö ist eö auch unvernünftig lieber mit Ungestümm in dis ewige Feuer der Rache hinein stürmen /als auf di« den Gesetzen GOttes gemäße Art sich zu den Füssen seiner Barmherzigkeit zu werfen/ und ein gelindttS Urtheil wegen der zukünftigen Ewigkeit von ihm ju erwarten. verschiedene Rechtssachen. Im vorigen Wochenblatt Nro. xxxu. haben wir eine historische Erzählung V0N den Hohenlohischen Religion- * Irrungen gedacht. Nunmehro können wir auch eine kurtzgefaßte Nachricht von den Verrichtungen der Anspachischen Commißion im Hohenlohischen mittheilen. Den 8. Iunii dieses Jahrs kamen die Herren Rache/ Appolv und Strebel zu Oehringm an. Den ziten solte die Commißion eröfnet werden/ sie wurde aber bis auf den 17. ausaesetzt- Den jo. setzten sie dieällcllor„deS Contiftorii Knapp und Meyer in ihre Würde wiedtt ein/ und versetzten dieses Gerichte von Pfedelbach wieder nach Oehringm. Den r. Jul. verfügten sie sich nach Sindringen und gaben dem entsetzten Pfarrer Pelin seine Würde wieder. Den 8. wurde die Commißion beschlossen und eine gute Anzahl Eepemplarien von dem Schluffe des Evangelischen Corpcr s unter die Einwohner ausgetheilt. Den -ten kehrten sie von Oebringen nach Anspach zurück/ nachdem sie sich 1. Monath und 1. Tag lang in den Hohenlohischen Landeri aufgchalken hatten. Wegen der Obcrgrafschast Hanau Buschweiler/ wurde von Jhro Königs. Majestät m Pohlen und Chmfürstl. Drrrchl- zu Sachsen / gegen den Durchs. Herrn Erb« Prinzen zu Hesscn ♦ Darmstadt eine Rechtsklage an das Königliche Französische Parlament zu Colmar/ anhängig gemacht. Seine Königliche Majestät von Pohlen gründeten sich auf ein« Anwartschaft, welche Kayser Ferdinand u. dem Hause Sachsen auf diese Lehm die von dem Reich abhangen / gegeben/ und bestehen in 21. Dorfschaftm so disseits Rhein liegen unD zu dem richtebergischen Lehen gehören. Deme ohngcachret hat man Sr. Majestät diese Forderung abgesprochen/ und den Durch!. Herrn Erb-Prinzen von Hessen - Darmstadt in ruhigem Besitz dieser Gülher be- stgtigtt, AYER- Giesser Wachen-Blatt/ Num. xxxiil A.y E RT1SSEMENT. । Mit der Heuen Aüfiage des fei. Hmn Dr. Ich. Jacob Rambachs Rach GOttes vorder Menschen Seligkeit/ r. Theile! in 4(0/ ist cs dtirch GOttes Hülfe fo re cif gekommen/ daß das Werk bis Ende dieses MonatS Angusii d-e Presse ver- iassen mrd. Es werden dahero die Herrn ColUSores welche darauf *■ p. Vorschuß eMienonrmen/ dienstfreundlich ersucht / ihre Exemplaria gütigst zu berichten/ und dar- gcaen einen Schein von dem Verleger Johann Phi.'ipp Krimer zu gewarten/ dch ste solches Buch bey Herrn Brönnern in Frankfurth gegen die Zahlung ablangen lass ftn können/ ohne dieses/wird das Werk vom r.Septemb. bis Ende der F-ankfuriher Herbstmess! nicht anders als r.st. ?o. kr. abgegeben/ nach Vermessung dieser Zeit aber wirb der alte Preiß -?. p. feste stehen. > "i/j i-.,1 j. ir< ..1 ’ ■ . V7cu attgekdmmene Bücher. Vern. Cantzler vollständige Anweisung zum Land» und Feldmessen / mit Kupfern, 8. Nmnb. l7so. r.ss;o.kr. , Joh. Tob- Köhler Verthejdigung der L)ber-Pfaltz gegen die Verunglimpfung des Herrn Prof. Gottscheds/4» ^50.4. kr. Matth. Arnold Pfänner/ Sammlung verschiedener merkwürdiger Falle / welche. theils in die gerichtliche theils in die practische Medicin emschlagen / 8. Nürnberg 1750. 45. kr. Poetische Erzehlungen/groß 8. Frf- 1750. 24. kr. Ioh. Friede. (Stapfen Grundlegung zur wahren Religion/ 7ter Theil/ 8.Zurch 1750. 1. f|. ijbjr; Georg BagUvii Opera onjnia medico-pra&ica & anaromica , accedunt J. D. Santori- ni opufcula quatuö'r 4:0 Noumb. 1751. 2. st. ij.fr. Das Cadaver des angeführten Selbstmörders ist in die Anatomie gebracht NMden / und wird von Herrn Dr. Voigt den hiesigen Herren Studiofis Medicinae und Chirurgis die Zergliederung desselben vorgezeigt und erklärt. In No. xxxii. unter dem Titel der Veränderung bey Hochfürsts. Regierung / ist Herr Schultz aus Versehen eingeruckt worden. Dieses Wochenblatt wird alle Dienstage allhier bey dem Verleger Johann Philipp Krieger den Herrn Pramumeranten ausgeliefert/ man kan auch die von vordem halbem Jahr bereits herauögekommene Stücke a i, fl, noch erhalten/ jedes Stück aber wird einzeln vorkr. abgegeben.