BicfTct Wochen-Watt, Num. XXVHL Dienstag dm 14. Jul, 1750. Mit Hochfürstl. Hessendarmskädtlscher gnädigsten Erlaubniß. Vom Lasset/ Thce und Taback. letzten Blatte habt» wir aus Scherz versprochen/ mit der Zeit einmal eilt f <\1\ Blatt vom Caffee zu schreiben. Man halt uns aber an unser Wort/ und will/ daß wir ohne fernern Aufschub sogleich in diesem Bogen davon handeln. Weil die Sache viele Freunde hat/ so hoffen wir/ es soll Niemand verdrießlich kenn/ daß dem Verlangen hier ein Genüge gcschiehet und der Scherz in Ernst verwandelt wird. Allein wir haben nicht mehr versprochen / als einen Auszug aus den von dieser Sache in unferm Vüchervorrathe befindlichen Schriften; also wird auch dadurch unfer Wort gänzlich gehalten werden. Beym Nachsuchcn fand sich hiervon nichts/ als des berühmten Höllischen Lehrer- Herrn Ioh. G^ctl. Rrügero Gedanken vdm TKee/ Caffee und Laback/ und diese waren v-llig hinreichend. Sie gaben aber auch Gelegenheit dem Caffee zwey Gesellen beyzufugen/ so wohl weil sie mit demsel- ben in den Vorstellungen der Liebhaber genau verknüpft sind / als auch weil sie so viel nulten und schaden können / als jener immer. Denn diese- ist-/ worauf wrr hauptsächlich sehen. Wir wollen nicht nur denen einen Gefallen erzeigen / deren Willen wir 1(60 erfüllen; sondern auch aus unser- belobten Anführers Gedanken einem jeden toorÜeUen/ was er bcy dem Gebrauche eines jeden zu bedenken/ in acht zu nehmen und ru verhüten hat. Ob damit denen / die die Mässigkeit nicht lieben/ em Dienst geschieht/ wissen wir zwar nicht» das wissen wir aber/ daß dieses doch die Meinung sey. Der Caffee ist die Gelegenheit. Also soll er auch den Anfang machen. Vor ohngefahr 100. Jahren hat man in Frankreich angefangen Caffee zu trinken/ nach dem man schon von alten Zeiten her in Aegypten sich desselben bediente. Die Lust / die Franzosen nachzuahmen/ und der sich selbst recommanpierende/ Ge- e schmaek gil Giesser Wochen- Blatt/ Num. XXVIil. Schmack machte das Getränk bald in Europa gemein und zwar so gemein / daß man heut zu Tage die Bohnen und ihr Zugehöhr in Häusern uiinift/ darin manchmal kein Brod zu finden ist. Der Caffee wachst in Arabien auf einem Baume/ der 10. bis 40. Schuh hoch ist/ wie wohl er wegen grossem Unterschied der Wärme hier zu Lande kaum auf 16. kommt. Man hat sie daselbst / wie auch in Ostindien in Plantagen und sucht dazu feuchte und schatligle Gegenden aus. Das Holz des Baumes tfi weich / biegsam und schmackhaft/ die Rinde weißlicht/ die Blätter zwar nicht so dicke / aber giös- ser wie die Lorbeerblätter/ und diese haben weder Geschmack noch Geruch. Der Baum ist das ganze Jahr grün/ und zu allen Zeiten mit Blüten/ unreisten und reisten Früchten zugleichve>sehen. Die Blumen sind wie Jasmine/ weiß/ bieweilen etwas röch« sich und von starkem Geruch. Die Frucht ist Anfangs grün/ hernach wird sie röthlich und bcy völliger Reisse dunkelroth. S>e gleichet einer länglichten Kirsche. Unter der äuffern rothen Haut befindet sich eine wenige zähe und eckelhaft süsse Materie / welche den Kern umgiebt. Der Kern ist anfangs ziemlich grün und durchsichtig/ bestehet aus zwei) Theilen/ zwischen weichen sich eine Spalte befindet / und ein jeder sicht daher einer Bohne ähnlich/ wovon der sonst unschickliche Name kommt. Im Frühling/ Sommer und Herbst ist Ernde/ und die geschiehet also/ daß man Tücher unter die Bäu- Nie breitet und dieselbe schülleit/damit die reisten Früchte herab fallen. Diese trocknet man hernach in der Sonne/ damit die äussere Schale vertrocknet und abgehet. DaS letztere desto besser zu befördern rollet man schwere Walzen darüber her und zwinget also auch dadurch die beyde Bohnen voneinander Zu letzt schwingt man sie/ daß Vie Schälen wie Spreu davon fliegen/ und laßt sie in der Luft vollends ausdnicknen. Es giebt hauptsächlich dreyerlcy Arten von Bohnen. Die Arabische oder kevantisä e sind die beste aber kleinste und haben eine etwas dunkelgell e Farbe. Die Ostindische oder Javanische sind die gröste und blaßgelb. Die Mestindianische/ oder Amerikanische/ oder Surinamische sind von mittlerer Grösse und grünlichter Farbe. Wer gut vom Caffee urtheilen will / beobachte folgende Regeln. Je grünlicher er ist/ je frischer ist er; wenn er recht trocken ist / so ist er leicht/ doch muß er nicht auf dem Wasser schwimmen; er muß nicht dumpficht scyn/ nicht vom Seewaffer verdorben/ und beym Brennen einen starken Geruch haben. Man trinckt ihn nach Dr.2(nbry Rath ungebrannt/wie Thee. Wenn aber unser Geschmack Richter seyn darf; so schmeckt blosses warmes Wasser besser. Wenn er gebrannt ist/ muß er bald genossen werden / sonst verraucht das beste. Ja wenn er so wohl recht schmackhaft/ als gesimd seyn soll / so ist folgendes die rechte Art ihn zu bereiten. Er muß in einem verschlossenen Gefäß daß unLr der Zeit wenig oder gar nicht geöfnet wird / nicht zu viel gebrannt werden ; so bad er recht ist / treufftlr man einige wenige Tropfen süsses Mandelöl darauf/damit die Schweißlöcher verstopft werden und das feinste nicht durch die Ausdünstung verlohren gehe/ und schwingt ihn wohl untereinander und lasset ihn also kalt werden. Wenn er kalt ist / mahlt man Dienstag den r^en Jul. i7fo/ r , ihn alsbald und thut ihn sogleich in die Kanne/ schüttet heisses Wasser barauf/ halt dasselbe ein wenig in der Warme doch so/ daß es nicht siede/ und so genießt man ihn. Man muß fteylich auf diese Weise mehr Caffee auf ein Maaß nehmen als sonst/ aber er ist auch desto besser und/ obwohl nicht dick und zähe/ doch stärker und dem Leibe vorträglicher. Hiervon kann man vernünftig urtheilen / wenn man weis, woraus dcr Caffee bestehet/ und was sich von ihm im Wasser auflöset. Er enthält aber erstlich erdichte Theile und zweytens harjichte / welche beyde sich im Wasser nicht auflösen / also auch von Niemand genossen werden/ alS welcher den Satz zu essen Lust hat. Drittens aber bestehet er auö einem Gummi und viertens aus einem sehr flüchtigen und feinen Oele. Das letzte ist daS beste / gehet aber mehrentheils verlohren/ wenn der Caffee zu hart gebrannt wird/ oder zu lange liegen bleibt/ wenn er gebrannt ist. Kocht man ihn stark/ so ver- stiegt auch daS mer|te -Oel und man trinkt alsdenn das übrige Gummiwasser. Unser kaum vorgeschlagenes Recept lehrt also den Caffee so zu brennen/ das man das wenigste Oel verliehret/ durch das Mandelöl das übrige nicht entwischen läßt / nnd endlich im Kochen wenig Gummi und fast nur lauter Oel aufiöset. Nach der gemeinen Art aber verfliegt daS Oel und man trinkt den lautern Gummi / so wie dieses noch mehr geschieht/ wenn man den schon einmal abgetrunkenen Satz noch einmal auflocht. Der Caffee hat seine Patronen und seine Feinde. Jene machen ihn zu einer Panacee / die vor alles gutseyn soll; diese machen ihn zu einem Gift / und würden/ wenn sie könnten / alle Bäume desselben auf dem Erdboden vertilgen. Wer hat wohl recht ? Die allgemeine Antwort ist/ wie allemal in dergleichen Fällen: alle beyde und keiner von beyden. Denri dem einen ist er eine Arzeney / dem andern ein Gift; zu welcher Classe aber einjeber gehöre/ kann ihn die Aufmerksamkeit auf sich selbst am besten lehren. Damit man aber auch regelmässig spreche/ so kann man folgends merken. Der Caffee / aber nicht eigentlich er selbst/ sondern das Wasser/ worin er gekocht wird, macht daS Blut dünne/ und seine Warme befördert die zur Gesundheit höchst nölhige Ausdünstung. Zu beyden trägt sein flüchtiges Oel bei). W nn er zu häuffig getrunken wird / macht er / wie alles warme Wasser die Fasern des Magens und der Eingeweiden schlaff / und bringet den in der übertriebenen Ausdünstung bestehenden und der Natur nur in besondem Fällen nützlichen sonst aber nachtheiligen Schweiß hervor/ aus welchem / wenn man zur Unzeit ,n die Luft kommt/ wie bekannt/ viele Beschwerlichkeiten entstehen. Die/wiewohl vom Wasser nicht aufgelösete/ doch im Caffee schwimmende in dische Theile verzehren die im Magen befindliche Säure und vertreiben also den von ihr herrührenden Hunger/ aber hindern also auch die Verdauung. Daher ists nicht rathfatn gleich nach TischeCaffee zu trinken/ äusser wenn man etwas Kopfweh nach der Mahlzeit empfindet/ welches von der durch das in die innere Theile getrettene Geblüth gehemmten Ausdünstung entstehet/ und folglich durch das beschriebene Getränk gehoben wird. Der Caffee verstärket / besonders bei) vollblütigen Personen / bei Puls > schwächet durch die Wärme des Wassers den Magen / erzeuget €e 2 alss Giesser Wochen---L>!att/ Num. XXV1IL 119 aifo ^inbe/ die durch Erhebung des Zwerchfells das Geblüth in der Lunge mcht or- drntlich lauffm lassen/ und dadurch Beängstigung auch wohl eine von der vorigen un- terfchi.dene Art des Kopfwehes hervorbringen. Davor wäre gut/ wenn Leute/ Vie foid;e Würkung empfinden den Eaffee aus dem Leibe liessen; wenn er aber doch darin Qyn muß/ so thut ein Glas kaltes Wasser / oder Wein / das durch die Kälte den Maaen empfindlich macht und zusammen ziehet/ also so tvoh( die Blähung niederschlagt/ als auch die übrige Ungelegenheiten wieder aufhebt/ gute Dienste. So viel vom Caf- fee; denn weim man sich weiter einliesse/ würde man schwerlich viel Gureö von ihm rühmen / also wenig Dank verdienen können. Der Thee kommt aus China zu uns/ und mag daselbst vor ohngefahr ros. wahren zu einem gewöhnlichen Getränks worden seyn. Er ist ein Staudengewächs/ das den Rosenstöcken am nächsten kommt / nur daß ep nicht so hoch und nicht mit Dornen wächst. Seine Blütben sehen wie weisse Rosen aus / sind aber kleiner und haben keinen Geruch. Die Früchte sind den Nüßen ziemlich ähnlich / die Blatter aber dem Kirschlaube. Die Chmeser pflanzen ihn auf eigenen Leckern / und an Orte/ wo ihn die Sonne wohl bescheinen kann. Im Herbst machen fir kleine Gruben m die Erde/ und werfen/ weil die meisten verderben / etliche Früchten herein und bedecken fit mit Erde und Mist. Nach drey Jahren wächst ein Strauch herfär, derW'NterS mit Stioh wider die Kalte verwahret wird/ und dann und wann / wie alleGewachse/ beschnitten wird. So bleibt er bis zehen Jahre im Stande/ daß man Blatter von $m Durste Erndte deS THee geschieht zu Anfang des Merzens und dieses ist die allerschönste und zarteste Sorte/ welche unter dem Namen des Kaysers Theebekannt/ oder vielmehr in unfern Gegenden unbekannt ist / weil er bei) grosser Strafe alle an den Kayserl. Chinesischen Hof geliefert werden muß/ wo das Pfund selbst vor >oo. Thaler bezahlt wird. Zu Anfang des Aprils emdtei man zum zweytcnmal/ im Anfang des Mays aber zum dritten mal; und von dieser letzten Sotten bekommen wir. Am Ende des Mays nimmt man vollends ohne Unterscheid alle Blätter ab / und deren bedienen sich in Chma die gemeinen Leute. Ben allen Sammlungen ziehen sie Handschuhe von feinem Leder an/ und nehmen ein Blatt nach dem andern ad / daher ,S langsam damit zugeket. , . , K Der ganz frische Thee kann mcht gebraucht werden / weil er wie das Opium «ine schlafmachende Kraft hat. Man trucknet ihn also auf Oefen / die oben eine eiserne Blatte haben/ und die nicht mehr erhitzt werden / als daß man die Hand noch auf der Blatte leiden kann. Die daraus gelegte Blatter rollen sie so lange mit ben Händen herum / bis sie sich anfangen zu krümmen. Hernach legt man sie auf Tafckn dis von Binsen verfertiget werden/ und rollet sie ferner/ kühlet sie auch zugleich nut Fächern/ dadurch krümmen sie sich besser/ und behalten die Farbe. Dabcy befleißt man sich aller Möglicher Sauberkeit/ so gar daß den damit umgehenden Leuten gewisse Cptifen porgeschriebm sind/ damit nicht etwa der Äthern dem leicht anziehenden Thee Dienstag den i^tcn Jul. i7fo. 221 tfncn Geruch uii'ttheile; sondern ihm sein natürlicher aber durch betrügerische Leute in Europa oft gekünstelter Heugeruch bleibe. Der The« wird mehr als einmal getrucknet/ weil er leicht Feuchtigkeit anziehct und zu letzt in wohlverwahrte zinnerne Capsuln gepackt. Das war bisher der grüne Thee/ der Theebou ist di« schlechteste Sorte deS vorigen/ wenigstens kann mans nicht anders erfahren/ den man mit weniger Sorgfalt lractiret/ und mit etwas anmacht / wovon er eine braune Farbe und den Rosengeruch bekommt. Die Hollander / welche ehedem den Thee nach Europa allein zu bringen pflegten/ vertauschten in China em Pfund Salbev gegen zwei) Pfund Thee/ und jene tranken die Chineser mit gröstem Appetit und hiessen sie Europäischen Thee/ zuin Zeichen daß die Welt thöricht ist/ die selbst verzehren könnte/ was ße hat/ und doch mit gröfier Gefahr von andern -Orten höhlt / was ihr nicht mehr nutzt/ als das ihrige. Der Thee hat keine iveitere Kräfte/ als das warme Wasser überhaupt/ welche wir oben bep dem Caffee bereits erzählet / äusser daß seine irrdische Theilgm / besonders des Theebou/ eine gelinde zusammenziebendeKraft haben/ dadurch die muscu- lösen Fäsergen des Magens einigeimaffen gestärkt und geschickt gemacht werden/ das warme Wasser desto besser zu vertragen. Wir reden von dem Thee/ wie wir ihn trinken , d. i. der sehr lange gelegen und alle Kräfte verlohren hat. Wenn man ibn in China trinkt/ so lang er noch jung und kräftig ist/ mag er mehr Vermögen haben/ um welches wir uns aber/ so lange wir in Giessen sind / micht bekümmern wollen. Wer die Abwechslung/ oder das Neue / oder aud) das Gesunde liebt/ der kann in den angeführten angenehmen Gedanken des Herrn Krügers p- 43 die Beschreibung eines delicaten und nicht sonderlich kostbarenCitronemhee finden. Der Verleger kann auch mit einem Tractätgen dienen/ darin arigewiesen wird/ einen guten Thee/ auch Caffee / ja Cbrcolave aus Mandeln zu machen. Dm Laback hat man vor ohngefähr ros. Zähren in Europa angefangen zu rauchen. Damals brachte man ihn aus America; jetzo zieht man ihn in unfern Feldern. Der Cnaster ist der rechte american>sche Taback / der seinen Namen von dcm Wort Cmaftro, ein Korb/ bekommen / und heißt daher Cnaster - oder Korbtaback/ weil er in gewissen von Rohr geflochtenen Körben herausgeschickt wird. Man kann ihn aber nun nachmachen / und bekommt daher jetzo keinen ächten Cnaster mehr. Es ist wohl wunderbar / daß man darauf verfallen ist/ den Taback zu rauchen. Denn der Geschmack ist denen / die nicht da, an gewöhnet sind / sehr unangenehm / und an sich ist der Tal ack eigentlich ein Wundkraut. Wenn über dieses der erste gewust hätte/ was im Taback steckt / so würde er schwehrlich das Herz gehabt haben / seine Pfeiff« damit zu liopfen. Denn er bestehet aus den beyden ärgsten Giften / die in der Welt sind. Ein Theil desselben hat die völlige Kraft des Arsmici und Mercurii fuhlimati / um die widernatürlichste und heftigste Bewegung im menschlichen Cörper hmorLubringen. Der andre Theil ist dem Opium u-d, gl, ähnlich und hemmt Er 3 alle 11s Giesser Wochen-Blatk/ Nurn» XXVIII. eße Erfindungen und zum Leben nöchige Bewegungen. Zu allem Glück aber sind diese zwey Gilt« einander zu wider und so genau mit einander verknüpft / daß eins die Würkung des andern aufhebt / und daher ist diese Verknüpfung zweyer Gifte kein Gift mehr. Gleichwohl zeigen sich doch die Würkungen davon noch im kleinen. Denn von dem ersten kommt die purgierende und Brechen erregende / von dem andern aber die schlafmachende Kraft des Tabacks her. Dieses Kraut hat allerdings feinen grossen Nutzen/ habet) aber auch nicht geringen Schaden. Wir wollen so wohl jenen / als diesen erzählen. Er hat die Kraft/ den Hunger zu vertreiben / und thut also dem Soldaten im Felde / wenn er nichts zu Essen und zu Trinken haben kann/ grosse Dienste- Die Erfahrung lehrts/ und die Ursache ist nicht schwer zu begreifen. Denn obwohl der Taback nichts in Magen bringt/ so vermindert er doch die Empfindung/ woraus der Hunger entspringt; er führet auch den Speichel ab/ der dazu das seinige beyttägt. Weil aber der Speichel zur Verdauung erforderlich ist/ so siehst man/ daß es übel ist/ kurz vor ooer kurz nach teni Essen zu rauchen. Mit Trinken kann mans wenigstens nicht wieder gut machen/denn dadurch bekommt man wohl Feuchtigkeit / aber nicht Speichel in Magen- Ferner ist der Taback allem Ungeziefer der^Tod r er heilet die Krätze / wenn man auf seine Blatter warmes Wasser giesset und sich damit / wenn es kalt worden ist / waschet; ec vertreibt auch das Zahnweh / vielleicht alles aus einerlw Ursache. Denn man will durch Vergrösserungsgläser wahrgenommea haben/ daß in den Krätzblasen / so wohl als in faulen Zahnen sich Würmer aufhalten/die den Schmerz hervor bringen und vom Taback sterben müssen, lieber dieses hält er den Leib offen/ zci theilctdie Flüsse und thut noch mehr andre ersprießliche Dienste, unter tvelchen nicht Der geringste ist / daß auf dem Felde das Kraut vor dem Ungeziefer bewahret wild/ wenn man Taback dazwischen pflanzet- Hingegen schickt er sich gar nicht für junge vollblütige Leute. Er fetzt das Geblüt in Wallung und verursachet Kopfschmerzen. Er tauget nicht vor trockene und cholerische Personen/ Deren Blut sich mit der gissten Lebhaftigkeit und Heftigkeit beweget. Aber er ist phlegmatischen Leuten eine heilsame Arzneo. Denn es ist gut/ daß ihr Blut einen lebhaften Umlauf bekommt/ und ihr Cörper ist Dergestalt mit wässerich» tcn Feuchtigkeiten erfüllt / Daß es ihnen nicht schädlich seyn kann / wenn sie habet) auswerfen. Hieraus und aus der Aufmerksamkeit auf sich selbst / wird einjeder sehen / ob derTaback/ und wie viel ihm gut und schädlich fty. Als am ersten Iulii gewöhnlicher Weise im grossen Hörsale Des Universitäts- Hauses Die Gesetze öffentlich verlesen wurden / hielt der zeitige Redor Magnificus, Hm. Dr.Rolhi Hochw. eine zierliche Rede von der Unschuld der Marburgischcn Lutherischen ProfeHorum Theologie , welche von Landgraf Mauritio unter dem Vorwand/ daß sie von der reinen Lehre sbwiechen / vertrieben worden. Zu Anhörung derselben invltirte St Magnificcnz durch ein Programma dc Acadcmia Giflcnfis ante hos centum anno« rcftaura.rx Redete primo. Am 1 Dienstag den i4tett Jul. 17fo. Am-tendieses vertheidigte unter dem VorsitzSr. Hochw.^m.Superint.Dr Benners/ «Deir £u<. w.Fnedr. weiß aus Darmstadt/ eine sehr gelehrte theologische Deputation de caula mortis & vkx Chuft.. Rom.lV.if. Daö l Cav Derfelbcnf 9Rrtr7/nU^h^n Zl'sammenhang dcs Paulmischen Spruchs/ das'nie«WA n- ua n um unJl£r Slmde »rillen dahin gegeben. Das llite erklärt Oii r Lhrijlus ist um unserer Gerechtigkeit willen auserwecket. Da« Siu"-s H-b°pf->S/ tlwfos. und philoloMchn ärnnertungw r ^^oh. Phi.'iPP Krieger/ bat nun auch die Presse verlassen/ und enthält folgende Abhandlungen .) Dr. Joh. Jacob Rambachs Abhand- lu^g von c en vornehiWen Tugenden eines Präeeploriö 2) die Gerechtig# keit Gortes / als cm VewerS der Unsterblichkeit Der Seelen ; aus einigen S"'h’ÄT Mroni “btr X mS wufert ,) M. Job- Lhrrstrun Wrbcls / historische Untersuchung von denen jur Oehnngischen Stifts- Kirche chedesseugestifteten Rehquiis Adel, heidi«. 4 JMr. Ellas Friedrich Schmerfahls/ Pastors ru Stemmen ohntveit -Hannover/ Anmerkung bey des H. Dr.Iletnch Winklers Eiklärung der Schriftstelle/ Hebt. $17. 5). Novahucratia. Todes-- Fälle. «,«rn^S n6“4" Blatt Nro XXVII. txn Vttlust unfet« s-rtti R-. ^uur-ttkms Franck M-Idung stthan und «cn J*;6 Arschickten Maimeo Lchensumstanden ein'ge Nachricht zu ertheilen/ verspro« Es war derselbe Anno 167 r. den 1 sten Zulii zu Hohenweisel des Amts Buzbach «hem icrl 3oh. Ludw. Franck / mit vielem Segen als Prediger gi lianden/ gcbohren. Da ihm seine lieben Eltern frübjettifl Durch Den SoD enhiffen trer» rSL n.'H(T^e.^7??Ormach Bremen um einige nahe Anverwandte zu esuchen/ nach ubstaktung dieses Besuches begab er sich wieder auf Giessen und wur- 'v'" vw Aufsicht über einige junge Herrn so damals hier ftudirt anvettraut. Als t er Gt'efstr wochenbUwt/ Nurn* XXVIII. zH er sich vorherobey hiesigem Hochfürstlichen Oberamt in Pr«xi advocohndi geübet wur- >L!rWnnft iwt in die ^ahl der Herrn ^dvocskorum ausgenommen. I707.dfsi)^r rreer Äh HE und«,langt-b-pomijud-rZ-itP-achtigb-. «»nkwnUniwrfiuWiubiko dl- höchst- Würde d-r R-chi-grlchrih-itt alsS-nn reurbe SSKÄmtiStiftung«« aufg-tt-gm. ; ffg Knhtm «Maden als gelehrter uey dem peinlichen Gericht ernennet. Er war auch bey 2rn und auswärtigen höchst und hohen Berichten/ ^^len er mestn Gan- und adlichenFamilien Confulcndo bedient gewesen/ daß er eine selche starke Zeit Üb«r ctlichs my deiner vielen Verdienste und Geschicklichkeit halber wurden Jdio Hochsurjtl. Durchlaucht der hochselige Herr Landgraf Ernst Ludwig bewogen/ chme Anno < 7 y. zu Ä XftZErünU undConststorialrath und zu Dero Cammercoulalcmen S/ XÄc SXung « mit pfi'chtmassger Treue und Fleiß b.smsevn SÄÄÄS5JFS Tochter / Frau Augusta Elisabttha "erheyrath und 4?. Iahrmit fflmeäÄff©rjeSSr ». Kinder mit einander erziehlet/ wc^ von noch 3 Söbne / welche in ansehnlichen Bedienungen und r.Frau* und Jungfer Töchter vocham Lebe" Anno 1741- aber wurde er durch des Höchsten Hand zu «lnem betrübten Witwer und hat 17. Enkel erlebet. - «tn den SekSis rhyfico- orconomicis, so zu Stutgard heraus kommen wird %ÄS3ÄäÄ5‘Ä'ÄM8&. nun ber Würkung deö Taubenmistes zu/ mit welchem dieser Stock jährlich zwry- mal gedüngct worben. _____ _______________ AVERTISSEMENT. W«il mit verflossenen Monath die Vorausbezahlung dieses Wochenblatts zu e^nde gelaufen/als werden die restreÄlve Gönner und Freunr e/wann sie solchesfernei mit» ruhalten belieben tragen / dienst-freundlich und geziemend ersticht die fei nere Vorausbe- * tot hat kumtiae halbe W vom Jul,o bis Decembns mit 1. franco gytiflß einzusenven entweder an hiesiges Postamt oder an dm Verleger/ und sich dar- ««n richtiger Übersendung zu versichern. Man kann auch^as ganze vorhergehend- yoch bekommen/ einzelen aber das Stuck - Z'kr.