Messer Dochcn-Klatt, Nurn. XIX. Dienstag den 12, Maji. 1752. tUrt Hschfürstl. Hesscndarmstädtlscher gnädigsten Erlaubttrß. Kurze Historie der hiesigen löblichen Universität bev Gelegenheit der Erinnerung ihrer Erneuerung aufqcscht. n /etlicher Mensch ist geneigt/ sich zu erfreuen/ wann tt feinen Geburthötag abcrmal glücklich erlebet / und ein aufrichtiger greund desselben/ der nicht aus seine Verlassenschaft wartet / nimmt daran vergnügten Antheil. Nichts ist billiger bey einer solchen Gelegenheit / als daß man die Hände in Andacht faltet und so wohl dem Urheber des Lebens vov bisherigen gnädigen Bcystand demüthigsi danket / als ihn um, seinen ferneren Schutz und Schirm eifrigst anruftt und ihm sich und alles seinige zu seiner weitern väterlichen Vorsorge kindlich empfiehlet. Wir würden also unsre Pflicht strafbarer Weise auf die Seire setzen/ wann wir an dem Tage/ da vor hundert Jahren die hiesige löbliche Universität/ an welcher Wohlfarth dem ganzen Lande gelegen ist / wiederum von neuem hergestellet iund gleichsam aufs neue gebohren worden / nicht auch unsre Hände zu GOtt aufhebcn und ihm vor den bisher auf dieselbe ausgeschütteten Seegen herzlich danken/ daneben aber auch brünstig bitten wollten/ daß er diese Pflanzstätte der Wis- ftrsschaft und Tugend auch künftig in seine gnädige -Obhut nehmen wolle. Erlaubet T - uns Giesser wdcbcrl-Blatt/ Nurn. XIX. •46 unö / c^hr / die ihr unsre Freude über die Vorsorge des Allmächtigen vor lobwürdig Erkennet' erlaubet uns / daß unser Mund von Dem übergehe/ dessen das Herz voll ist; vereiniae't euer Gebät mit Dem unsrigen/ Ihr / Die ihr wohlgesinnetseyd 1 damit Der Va- ter Der Weisheit Den unter uns aufgeschlagenen Sitz Derselben erhalte und seinen Glan; täglich vcimchre^^ ^^chüchsten tißr Schulen und Universitäten kann wohl schwerlich an einer andern deutlicher/ als an unfrei- wahrgenommen werden. Und weil Diese Velrachtiing so wobl zu dem jetzigen Zeimmstand sich vorzüglich schicket/als unser Gemüth zu der ächten Dankbarkeit und treuem Wunsche bestens vorbereitet; so haben wir in diesen Blatte Die Geschichte Der hiesigen löblichen Hohenschule kürzlich zu beschreiben und in einem Auszüge Das merkwürdigste Davon vorzulegen vor gut be- funken. Erster Ursprung war zu / all wo sie von ömn Landgrafen Philipp dcmGrdssmüthigm / glorreichen Gedächtnißeö/ im Jahr - 517. den jo. y)rav gestiftet UND sogleich mit reichlichen Einkünften versehen worden. Die zu den öf- irntlichcn Vorlesungen nöthige Hörsäle musten die damals dort befindliche Mönche hergeben. Dann Der Kugclherrn Kirche und Kloster am Barfüsser Thor wurde itt Vas theologische; das Dominicanerkloster an der Lahne wurde in das juristische Collegium und Die Zimmer des Pädagogii verwandelt ; das Barfnsserkloster aber Den Medicis und Philosophie zugctheilet. Zum ersten Rector wurde Iohaun Ferra- rius aus Amöneburg gebürtig erwählet. Die von Kayser Carl dem fünften ertheil- te Privilegia aber folgten erst vierzehn Jahr hernach / und wurden durch Den Damast, gen Heßischen Cantzler Dr. Iohann Feigen im Jahr is4'. Den 10. August öffentlich verlesen. Im Anfang des vorigen Jahrhunderts lidte die zu Marburg errichtete Universität grosse Verändrimgen/ die hier zu erzählen zu weitläustig fallen würden; Die alte bey Der unveränderten Augspurgischen Confesson beharrende Proftssores wurden beurlaubet und neue eingesetzt/ und der ganzen Einrichtung ein andres Ansehen gegeben. Dieses alles aber vcranlasscte Herrn Landgrafen Ludwigen den Ungern die vorher in Marburg gewesene Universität anderswo zu pflanzen. Er berufte Die alldort beurlaubte Theologos urd andre bcy unverändertem Glauben beharrende Lehrer nach Giessen und gründete allhier im Jahr i^of. den 10. October erstlich ein Gymnasium/ welches sehr bald in einen gulet?Ruf und zu einer grossen Aufnahme gekommen. Sein Eifer aber trieb ihn darauf an/ Daß er A. ,607. selbst sich nach Prag crhub und von Kayser Rudolph dem andern Die Privilegia urd Frcyheiten zu Aufrichtung einer andern Universität erlangte und erhielt; auch noch in selbigem Jahre Den 7. -Oktober solche in hiesiger Stadtkirche verlesen ließ. Nebst einer freiwilligen Steuer Der Landsständen brachte Der benannte Herr Landgraf/ Höchstseeligen Angedenkens / Die Drei) unter feiner hohen Landesfürsilichen -Obrigkeit gelegene Universitäls Vogteyen Giessen / Grünberg und Alsfeld sammt ihren Einkünften und Zugehörungen hinbev und schoß noch andre an- Dienstag den uten May i7fo> 145 ansehnliche Summen aus den Fürstlichen Cammergütern zu. Den tf. August legte er den Grund zu dem kostbaren Collegio welches im September x6o8. vollendet wurde. Der erste Rector war allhier auf Dem Gymnasto iin ftchzebnhundert fünf und sechsten Jabre »..Johann Wmkelmann/ auf Der Unioerfnal aber im folg uden Dr. Gottfried Anconü Cantzler unD erster Lehrer der Rechten. Sie blieb im Flor bis auf das Zahr i6if. Alsdenn aber und zwar am if. May verlegte höchstqedachter Herr Landgraf Ludwig der fünfte mit grossen Feyerlichkeiten dieGiessische Hobe Schule nach Marburg/ bestattigre ihre alte Ordnungen nnd schenkte ihr dabey 60000. Gulden schweren Cammergeldes / schickte auch / wie allezeit be» solchen neuen Anfängen geschehen und vor ein Mittel zu baldigem Rufe angesehen worden / die Fürstliche junge Herr« schafft dahin. Der erste Rector war Dr. Balthasar tNenzerus Unterdessen rückte die Zeit herbev / daß die Universität das Jubelfest ihrer Stiftung begehen sollte und / da Herr Landgraf Ludwig V. den 27. Juln i6r6. versterben war/ veranstaltete selbiges veffen in her Regierung nachfolgender Herr Sohn/Her» Landgraf Georg. Dasselbe wurde den Ma» 1627. würklich vollzogen und des Heim LandgrafenS Hochfürstl. Durchlaucht gaben durch Dero eigene Gegenwart allen Solennitäten den grösten Glanz. Im Jahr i6ji. begabte Ferdinand der andre Römischer Kayser die Universität mit bessern Freyheiten und machte den Decanum löblicher Juristenfacul- tätzum Comire Palatino, welches Privilegium nachgehends A- i6;o. bey wieder Auf- richtgung der Universität Giessen an dieselbe gelanget. Inzwischen fiel ein vor unsre Academie unglücklicher Zeitkauf ein. Sie wurde so wohl durch den dreyssigjährigen Krieg/ als durch alkrle» innerliche Jrrsalen und Streitigkeiten zerrüttet- Beyde Fürstliche Häuser Hessen - Darmstadt und Cassel suchten zwar / vermöge eines am 14. April »6 ,8. zu Cassel getroffenen Vergleichs/ durch ihre Abgeordnete sich wegen Wiederbestellung der Universität Marburg unt> Anrichtung der gesummten Adminiftration zu vergleichen/ allein diese Gemeinschaft wollte sich nicht schicken/ und beyde Fürstliche Häuser kamen endlich überein / daß ein jegliches in feinen Landen / wo es ihm beliebte eine eigne hohe Schule haben wollte. Der Durchlauchtigste Landgraf Georg der andre überlegte also / wo sich Die semige am besten hinschicken würde. Darmstadt/ Giessen/ Grünberg und Alsfeld waren tm Vorschlag / und eine jegliche dieser Städte t-achtete ihre Vorzüge am meisten hervorzuthun. Allein da ehedem bereits Giessen Der Ort war/ wo sich Die Mu» ftn niedergelassen hatten/ und sich unter allen am bellen dazu zu schicken schiene; so fiel der Fürstliche Entschluß dahin aus/ daß unsre geliebte Stadt Den übiigen vorgezogen wurde. Es geschähe also / daß den f.May i6fo. Die Universität zu Giessen wiederum hergestellet und nut vielem Pracht erneuert wurde / von welchen Vorgang wir nun noch eine kleine Nachricht zu geben haben. Der mit unterthänigster Dankbarkeit vor seine recht ernstlich bewiesene Lan- desväterliche Vorsorge zu nennende höchstselige Herr Landgraf Georg ließ durch gapz T 2 Deutsch- Gresser wdchen-Blatt/ Num. XIX. Deutschland vorher bekannt machen / daß er seine hohe Schule in hiesiger Stadt auf Demeldte Zeit zu erneuern Vorhabens sey/ und ließ um gesegneten Fortgang benag. April auf allen Canzeln bäten. Endlich den 4. May kamen seine Durchlauchtiglie beyd» »Herrn Sühne/ Herr Ludwig und Herr Georg/ Landgrafen zu Hessen rc. unter Abfeururrg des Geschützes aus den Wällen allhier an/ und wurde von den bestellten Lehrern im Schloßhöfe empfangen. In ihrem Geleite war Herr Georg Ernst Graf von Erbach/ der Herr Präsident Otto Hermann von Schlitz genannt Gory/ der Herr Canzler Philipp Ludwig Fabricmo/und der Herr Ober-Amtmann Henrich Hermann von Oenhausen. Sie wurden bewillkommet von dem -damaligen Universiräts-und Regierungs-Canzler Dr.Just Sinold genannt Schütz. Den andern Tag morgends fuhr man in die Kirche uud den Durchiauchligsten Prinzen wurden von einigen jungen EVellcuten die Scepter und das übrige vorgetragen. Der berühmte Dr. Peter Haberkorn hielte die Predigt / und nach derselben setzte auf höheren Befehl der Geheime Rath und Lantzler Fabricius den sek. Dr. Just Feuerborn $utn ersten Rector öffentlich ein. Den 4. May wmoen etliche DoccoreS Der Rechten und der Arzneywissenschaft gemacht/ und damit wurden alle Feyerlichkei- Jen glücklich zu Ende gebracht. Zu besondrer Ehre gereichet löblicher Universität / daß viele grosse Herren das Amt eines Reiior» Magnificentiflimi auf derselben zu bekleiden beliebet. Und aus der Ursache führen wir dieselbe allhier an. Im Jahr 1609. hatte das academische Regiment Johann Georg Herzog in Schleßwig und Hollstein ; das Jahr darauf dessen Herr Bruder Joachim Ernst. Während dem Aufenthalt der hohen Schule in Marburg waren A> 1^6. Heinrich Landgraf vonHessen/1 Lr«. Friedrich gleichfalls Landgraf von Hessen / und A. > 64). Ludwig / nachmals der sechste genannt/ und vnd 21.1644. Georg ebenfalls aus diesem Hochfürstlichen Hause Rectores. Das fol- igende Jahr übernahm diese Würde Ernst August Herzog von Braunschweig und Lüneburg ; zu dessen Zeiten befanden sich alldort fünf Prinzen / neun Grafen / ein Baron / und sehr viele Edelleute. Nachdem die Universität wiederum hieher verleget worden/ hatte die academische Scepter im Jahr 1652. Wolfgang Erato Burggraf von Kirchberg/ Herr in Farnroda; zwei) Jahre nach ihm at'tr Ulrich Graf von Promnitz/ Herr in Soran. Anno 1657. wurde Philipp Ernst Graf von Sain und Wittgenstein / folgendes Jahr Johann Christoph Baron von Scheidingen Und das darauf kommende Hermann Adolph Mloriy Graf von Solms zum-Oberhaupt erwählet. Hierauf giengen acht Jahre hin / bis 1667. Ludwig Landgraf von Hessen / 1668. Ludwig Friedrich Graf von Wied und Runkel und 1676. Friede rich Landgraf von Hessen Kedlores Magnitkentiflimi wurden. Bald darauf A. 1674. vertratte eben solche Stells Ludwig Erato Burggraf von Kirchberg / Herr in Farnroda; 1619. Georg August Samuel Graf von Nassau/ Saarbrücken und Saarwerden; 168 r. Ludwig Grafvon Solms; 1685.Philipp und 1689.Hein<« Ach beyde kmpMferi von Hessen. Im. testen Jahre dieses sccuii war der Dritte ■ Dienstag den uten i?feu 149 Burggraf von Kirchberg Georg Friedrich Rector. A. 1707- aber haben des jetzo re* gierendem Herrn Landgrafens von Hessen» Darmstadt/ Ludwig des achten / Hoch* fürstliche Durchleucht löblicher Utiiverfirät Die hohe Gnade erzeiget / daS Regiment bey derselben zu führen. Anno 1709. folgte Franz Ernst Landgraf von Hessen und i7*h Ludwig Johann willhelm Gruno Landgrafvvn Hessen-Homburg nach. Also hat die löbliche Universität den Ruhm bisher vier und zwanzig Remersahls Meinung/ daß b:e Ehe eines Witwers mit der Schwester seiner verstorbenen Frauen den Christen i» der Bibel nicht verboten. ;) Eines Predigers auf dem Lande bey Hannover Gedmiken von der Verbindlichkeit der Ehegesetze imsj-B- Mosis C- i8 v. zo. 4) M. Johann Jacob plikts Vernunft und schrlslmässi- ge Gedancken von dem Ui Iprung der so grossen menge Wassers bey der Sündflath nach Anleitung der Worte i.B-Mos.7/n- s) nova hcerana. He« angekommene Bücher. Leonhard Rost / Mathematischer Lust« und Nutz - Garten darinnen daS nokhwendlchte von der Arithmctica vulgari decimali und fexagefimali desgleichen von der Geometrie Trigonometrie &c. groö 8- Nurnb. 174s. 1. fl. 24. Fr. Johann Georg Estor/ pragische Anleitung zur Anenprobe so bey den Teutschen Erz- und Hochstiftern/ Ritterorden und Ganerbschaften gewöhnlich/ mit Kupfern und Anenbäumen/ 4- Marb. i?io. j. fl. 1$. kr. Friedr. Christoph Schminck / Monumenta HatTuca, Theil. 8. Cassel 1750. 24. kr. Philipp Kmpfchild, de fideicommiflis farailiarum nobihum von Stamm - Gütern/ 4. Auguftae i7fo. 2. fl. 4s- kr- Petri Kingii, HifturiaSymbuli Apollolici cum obfervationibus ecdefiaflicis & criticis, g.Bafil 1770. jo. Michael Beuther/ Confukadones & rdponfa de jure prxlations, 4. Colonir 1750. 4s. Vorlegung der anwachserrden Reichs - Ritterschaftlichen Irrungen und dabero entstehender Nothdurft eines endlichen hinlänglichen gerecht- und billigmässigcn Reichs-Regulativs/ fol. Fkf. i7f<>. «. fl- rs. kr. Theod. Georg Guilh. Emminghaufe, mcmorabilia Sufatenfia, 4. Jen. 1749. 2. fl. jo. kr. Lionard de Vinci, höchst nützlicher Tradac von der Mahlerey mit Kupfern/ gros 4. Nürnb. z. fl. , jallubert, Versuche über die Eledricir-r aus denen der herrliche Nutzen derselben in der Arzcnev - Wissenschaft und ins besondere in der Cur eines Lahmen zu ersehen 8. Basel i7f°. 24. kr. vrohann Taylor / Mechanismus oder Abhandlung von der kütistlichen Zusammensetzung des menschlichen Auges mit Kupfern/ 8- Frf. i?fo. 1. fl. Sofj. Christoph Gottscheds zwey Gedichte/ womit gegen das Ende des -7-1-. Jahrs .. j v . , bey- Dienstag den men tftay 17^0. ift bevderseits Römisch-Kayserl. auch zu Hungarn und Böheimb Königliche 9)?jje|tdten aller unterthänigst verehret worden/ 4. Cassel 17$°. 1*. fr. Fablet & Contes de Mr. Gellert, 8- ä Strasb. / 750. 40.fr. Ich. Ludw. Christoph Venator, das auf Sinnlichkeit gegründete Lehr- Gebäude in der Herrnhunschen Secte/ z- Frf. 1750. 40. Siegmund Jac. Baumgarten / kurtzer Begriff der Theologischen Streitigkeiten zum akademischen Gebrauch/ s. Zrf. 1750. ro. k. Arzneymittel wider den Stein. Der Schwedische Lerbarz Herr Linn$u$ bemerket in seiner Deputation de generatione calculi die im verwichenen Jahr zu Upsal gehalten worden / daß er block durch den anhaltenden Gebrauch der Wermutheffenz einen mit dem Stein behafteten Kranken/ der alle Morgen einen Löstet voll davon eingenommen/ nach einem halben Jahr völlig hergestellet haben. Von der grassierenden Hornvieh Seuche. Wider die Viehseuche hat man ohnlängst folgende Mittel bekannt gemacht/ da- erste kommt aus Engelland und besonders aus der Grafschaft Aorck. So bald die Einwohner einige Zeichen der Krankheit an dem Vieh merkten / sonderte») sie dasselbe von dem andern gänzlich ab / und hielten es sehr warm um den Schweis zu befördern / dabei) gaben sie ihm nichts als gekochte Milch mit Rockenmehl untermengt und dann und wann einen Zug warmes Wassers. Wann es gar nicht oder wenig schwirrt/ gaben sie demselben eine Dosin Venerianischen Teriac mit Safran gemen- get- Verschiedene Personen versichern/ daß sie durch diese Mittel ihr Vieh von der Seuche gerettet haben. Z) Mittel wird von einem geschickten Hauswirth aus dem Zellischen mitgetheilet / so bald das Hornvieh nicht recht fressen will/ lies er demselben zerschnitten Brod in warmes Wasser eingeweicht/ darunter etwas Baumöl gemengt war/ des Morgens/Mittags und Abends in den Hals schütten oder giessen/dieses wurde solang fortgesetzt/ bis das Vieh die Krankheit ganz überstanden hatte und ordentlich wieder ju kauen anfieng. 3) Mittel wird von einem Mecklenburgischen Landwirth also beschrieben: da ich angemerkt/ daß die Seuche nichts anders / als die rothe und weise Ruhr sei)/ habe ich das Vieh so bald solches nicht mehr recht fressen wolte / von dem andern ab» gesondert/ in einen recht warmen Stall bringen und demselben täglich zwepmal em starkes i$v Giesser Wdchm--Blatt? XIX. starkes warmes Bier/ darinne ».bis r. gute Löffel voll Holundersaft/ eben so viel Honig uni) i bis | oder ein ganzes Pfunv Gänseschmalz / Butter over abgeschöpftes Zett klein gerührt war / lauwarm eingiessen lassen. Ich setzte dieses so lange fort bis ich eine Besserung merkte. Wann aber das VieK sehr f? anf und verstopft wurde/ so gab ich ihme des Tages dreymal von diesem warmen Bier mit etwas mehrerem Fett ein. Darauf sicngeSden andern over dritten Tag an zu purgiren. Alsdann hörte ich mit dem Hollundersaft/ Honig und andern Fett auf und gab ihm nur ein ordentlich warm Bier nut Brod und Butter. Wurde aber der Durchlaufen stark/ wie er bev der Ruhr zu fe»n pfleget / so gab ich dem Vieh täglich zwey auch.wohl vier mahl ein helles Bier« glas Franzbrandtwein oder arich Korubrandtwein untz^ben so viel von altem Baumöl ein/ bis sich der Durchlauf setzte. So lang ich diese Mittel recht gebraucht habe/ sind mir nur iz. Stück an der S«uche Morden/ und ich sche'daraus daß öfters die leichteste Mittel die besten seyn. Zu verkaufen. Donnerstags den 4. Junst wird allhier im Weissmbruchischen Hauß verschiedener Haußrath und Küchengerälh an den Meistbietenden öffentlich überlasten werden/ es können sich dahero die Liebhaber Nachmittags um i..Uhr daselbst en-sinden. Bedienungluchende. Eine Person aus Sachsen bürng / (0 schon als Laqvey gedient und mit guten Attestaten versehen / schreibt eine saubere Hand / verstehet auch Rechnung und was Perouquen zu accomodiren/ Haare zu ftisiren/ sucht wieder dergleichen Dienste. Bey Ausgebern dieses kan man weiters Nachricht erhalten. Frucht-und andere presse am Marckr -- Tage den 9. May 1750. Giesser Maß. fk- Alb. Pf. alb. Pf. 1. Achtel Korn - 1 4 2 4 1. ft. Ochset,-Fleisch - 2 4- auch - 3 2 2s - Kuh-Fleisch . 2 — Gersten - 2 20. 1 - Rind-Fleisch » 2 — --Weitzen - * 6 IO - Kalb.Jleisch « 1 6 1.- Hafter - » I If S - Schweinen-Fleisch t - ft geschählte Gerste # # I. ♦ - Hammel-Fleisch - - kleine Gerste - • I. 4. - Schaaf-Fleisch - ,. Meste Erbsen ♦ - If. # r. ft. Butter ♦ 6 3 6 - - Linsen - - - 's. » 11 Ever * - 4 Dieses Wochenblatt wird alle Dienstage allhier bey dem Verleger Johann Philipp Krieger denen Herrn ftxoumsHntcn ausgeliefert/ auch einzeln das Stück vor h fr, abgegeben.