Meffer Mochcil-Bllttk, Nurn. XXVII. Dienstag dm 7. Jul. 1752. IBit Hochfürstl. Hcstcndarmstädtlscher gnädigstcir Erlaubniß. Nachstehender Brief ist von einem Freunde dem Verleger zugesandt worden. nn es Ihnen auf den Beyfall/ den Dero Wochenblatt bey nur findet/ ankäme; so kannte ich sie desselben völlig versichern. An der Absicht/ welche Sie mit diesen Bogen/ die recht geschickt zu erbauen sind/ haben/ weis ich nicht das geringste auszusetzen. Sie gefällt mir sowohl/ als die Einrichtung/ dabey ich auch nichts zu erinnern finde. Und was die Stucke betrifft/ welche bisher darin erschienen sind; so habe ich sie mit so vielem Nutzen und Vergnügen gelesen / daß ich Ihnen deswegen verbunden bin Dreines Orts wünsche ich daher/ daß das Wochenblatt immer fortgesetzt würde; gleichwohl aber kann ich Ihnen/ wenn ich meine Meinung aufrichtig sagen soll/ dazu nicht rathcn / und zwar darum/ weil Sie sich nicht getrosten dürfen / daß Sie Ihren Endzweck damit erreichen werden. Einige wenige mögen wohl noch nebst mir einen Gefallen daran haben: Allein bey den allermeisten stchet eö in einem sehr schleckten Ansehen / und von vielen wird es ganz unbarmherzig durchgezogen. Die Erfahrung hat mich dieses sattsam gelchret/ da ich die Urtheile der Leuten darüber öfters mit Fleis angeböret habe. Einige heissen es aus Verachtung einen Zettel: Viele sagen/ sie wüsten nicht wozu es diene: Andere meinen es wäre wunderlich eingerichtet/ und Dd kämm xi® Giesser Wochm-Blätt!/ Num. XXVII. kämen allerhand Sachen darin vor/ die sich weder zusammen reimten/ noch schickten; verschiedene tadeln saft ein jedes Stück ohne Ausnahme. Die munter geschriebene/ welche die gewöhnliche Thorheiten nach ihrer Gestalt darstellen/ werden Pasquillen/ die ernsthafte trocken oder metaphysisch; die theologischen und juristischen vcrdrieSiich genennet. Manche Leser machen gewisse Aufsätze herunter/ und verstehen sie nicht; wie dann/ um nur ein Beyspiel anzuführen / etliche die scharfsinnige Abhandlung von dem Kusse gar unrichtig beurtheilet haben/ indem sie geglaubet der tugendhafte So^ trat wäre in Ernst gescholten und widerlegt/ und die verliebten Küsse in der That gelobt und vcrtheidiget worden. Welch ein Geschmack! Mit diesem verhält es sich bey den meisten nicht besser als mit dem Willen vieler anderer / welche das Wochenblatt nicht lesen und es doch verachten. Vornemlich geschiehet dieses von Weibsleu- ten. Denselben zu gefallen hat man in der guten Meinung die ihnen so nöthigeBegriffe beyzubringen verschiedene Stücke verfertiget; Allein was Hilsts? Bey nicht wenigen gehet es/ wie bey jener Frau. Als dieselbe gefragt wurde / ob sie das Wochenblatt/ bas ihr Mann hielte/ nicht zumZeitvertreibe auch läse/ antwortete sie: Ich Habemir die Mühe noch nicht gegeben / äusser neulich/ da ich hörte/ daß der Caffee in lVer- sen gelobt worden/ ließ ich sie mir/ weil ich ihn gern trinke/ vorlesen. Deren / dis es ihres Anblicks würdigen/ ist eine unglaublich geringe Anzahl/ und es ist noch zweifelhaft, ob man ihnen den Namen der Leserinnen/ wofern man das Wort im rechten Verstände nimmt/ beylegen kann. Sind diese schon nicht im Stande das Lehrreiche im Wochenblatte recht zu verstehen; so haben sie doch die Fertigkeit/ wenn sie sich getroffen finden/darauf loßzuziehen und es verhaßt zu machen. Unter den Mannspersonen siebt es viele von eben der Art/ welche so wenig als jene leiden können / daß man als ein Tensor ihre Fehler bestrafet / und gleichsam als auf einer Schaubühne lächerlich vorstellet. AuS alle dem / welches ich ihnen hiemit als ein guter Freund melde/ werden sie sehen / wie wenige Ursache sie haben/ das Wochenblatt fortzusetzcn. Ich zum wenigsten rathe Ihnen ganz ernstlich / da dasselbe fast keinen Nutzen schäft/ daß Sie in dem folgenden halben Jahre keinen Bogen davon mehr drucken lassen. Folgen sie meinem wohlgemeinten Rath und glauben/ daß ich bin u.f.w. Antwort. Weil in vorstehendem Schreiben wohlmeinend gerathen wird/ das Wochenblatt mit dem ersten halben Jahre zu beschliessen/ und sehr viele vernünftige Gründe den von uns bey nahe gebilligten Vorschlag unterstützen; so hat man vor nöthig gehalten/ so wohl jenes selbst bey dem Anfänge der zweyten Helfte deS Jahrgangs eindrucken zu lassen / als auch nebst kurzen und brauchbaren Anmerkungen über die darin berührte widrige Urtheile verschiedener Leuten/ die Ursachen zu eröfnen/ derenthalben man entschlossen ist/ aller angeführten Gcgengründen ungeachtet wenigstens diese- halbe Jahr die angefangene Schrift noch fort zu setzen- DirfeS alles kann am leichte- Dienstag den 7ten Jul. i7fo. xii sten geschehen/ wenn wir unsres Freundes Brief jetzo von Work zu Wort beantworten. , ,L Es ist uns angenehm / daß so wohl unser Vorsatz/ als die Ausführung des. flben/ des -HerrnVerfassers Beyfall erhalten. Damit er sich nicht fürchte/ von den meisten deswegen eines üblen Geschmackes beschuldiget zu werden / so melden wir «dm zum D oste doch uns ohne Vorwurf der Ruhmredigkeit/ daß er Gesellschaft bat/ und daß em guter Abgang bei) Auswärtigen/ auch bei) weit entfernten uns den Much giebt unter dem Schutze deö Sprüchworts/ daß der Prophet in seinem Vaterlande nichts gilt/ ein und anders unangenehmes Urtheil vor übereilt zu halten und es en,er » och nicht zu ihrer völligen Reisse gediehenen Ueberlegungskraft zuzuschreiben. Man denke nicht/ daß wir uns selbst rühmen wollen; denn wir wissen wohl/ was mar» von dem eignen lobe sagt. Man lasse uns aber das allgemeine Recht/ daö einen, ,adt/ doch bei) Auswärtigen; wo nicht in der Nähe/ doch in der Ferne erreichen / und wollen daher mit der göttlichen Hülfe und unter Erwartung besserer Zeiten unsre noch nicht vor unnütz zu erkennende Arbeit fortsetzen. Allen zu gefallen i|t unmöglich. Wir verlangen es also nicht. Ja wir wollen nur wenigen gefallen / damit wir den verständigen gefallen. Die unsre Blätter durchziehende Unbarmherzigkeit hat uns/ Gottlob! noch nichts geschadet/ wird es auch wohl ins künftige nicht thun. Wir sprechen mit einer von Niemand übel zu deutenden Sicherheit/ weil wir uns einer redlichen Gottes und aller vernünftigen Menschen Beystand würdigen Absicht und nicht des mindesten bösen Nebenzweckes bewust sind. Der Name Settel ist uns nicht verdrießlich. Denn wir haben unsrer Arbeit selbst keinen hochtrabenden Titel vorgesetzt. Soll aber eine Verachtung dahinter verborgen seyn/ so rettet uns Der kaum vorherstehende Absatz. Zu fernerer Verthei- digung aber melden mir / daS Der am Ende des vorigen Jahrs viermal wiederhohlte Vorbericht einen jeden belehren Fan / warum wir keine sehr tiefsinnige Abhandlungen emrücken wollen. Man verstehet/ uns wie wir wohl wissen/ öfters übel/ da wir lauter über den gemeinen Horizont nicht viel erhabne Dinge vortragen; was würde gesche- feen/ wenn wir/ wozu wir sonst im Stande zu seyn Ehrenhalber glauben müssen/ Do r m Gießer Wachen- Blatt/ Num. xxvil. L-'L in Wissms^aften UNS tiefer cinlassen wollten. UebklgtNs ist es auch bekanntermassen ?Um "Sb<«r«Gedatikm -mjuschlckm. aber hin« ->«!» fldtbtt«/ hm« nicht tum allgemeinen Nutzen CienenDe/ hin« ju Verdruß Anlaß gebend«/ und keine schmu. tzige/ wie von allen dies-n Arten bisher eingekommen und m unferm Archiv cm jedes «us seiner eignen Ursache aufgehoben wird. * 1 M?er nicht weis/ wozu das Wochenblatt bienet/ der lese den jetzt angeführten ^storbericht/ und vergleiche einen jeden Auflatz damit. Daß die AbhaMungcn nicht zusammen hangen/ kommt daher/ weil man kein Buchd sondern em Wochcn- blatt schreiben will. Man verlangt also weiter nichts/ a.s daß ein Bogen m>t |id) «elbst »usammenhängt/ und läßt vor daß mehrere etwa mit der Zeit ^n Buchbmi. er sorgen/ der cs einem jeden in der Ordnung heften kann/ wie es ihm gefallt. Wer dergleichen Blätttr/ Anzeigen u. s. w. gesehen hat/ der wird verstehen/ daß solche Schriften mcht^nd^s^y. un^n ^Lxgen sich eine Pasquille befände / wäre imstande uns das Geblüth wann zu machen/ wenn wir nicht bedachten / daß unmöglich von Leuten / die wehrt sind/ daß man sich ihremhalber erzürne/ also S^utthci- lctweiDen könne. Weis man denn wohl/ was eine Pasquille ist? Es ist nöthig/ daß wir hier nicht selbst reden/ und Anlaß geben zu denken/ als wollten wir durch uber- flüßig scheinende Einschränkungen uns heraus wickeln. Wir fuhren also an/ waS ch)erc Gottsched im Uten Theile der vernünftigen Tadlcrmncir S^74 .davon schreibt.! Es heißt also: Eine Pasquille ist/ meiner Einsicht nach / eine Ccbitft/ da- buid) sich ein boshafter Mensch/ aus Feindschaft/ Rachgier oder Neid/ be» mühet den guten Namen rechtschaffener Leuten zu kränken: indem er ihiieli em» weder ^ehl^r da'innen vorrüchet/ die sie nicht an sich haben; oder doch die klcr- ne» Mäugcl / Centn fit als Menschen unterwerfen |m6/ |U sl,S’. .-‘'X.1'* P mach,/ ober fie auch sonst durch grobe Schimpfwort« und rmjuglr*« gttd ns. Ä« Satire bmgeaen ist, f«: rct er sott/ nah mein in Begriff«/«i. 7-RS/ darinnen ein «shlgesitteeer Moralist« ans mii-rlichem UnreiUc.ruber älleu / was tboriebe/ lasterhaft und ahgelehmackt ist/und aus cirriaein Vera la,wen*-Uns unmrsrLndrg« West»obfebafe uitb breaUgemcmc eSIucFldig# SefÄäU f«^««/ Kd bemühet / di« irrigen Meinung«» / boenSttrm ’S in ö rtrlebtHent ®«b:md>en feiner Zeit ,u entdecken/und so adfcheulrch Udtt ohl äuch UcherUch al-Mtnalm/ daß selbst die Freund« der»lb«n aiisang-n »En/sich darüber m« künftige i» todm.u. Wir haben m»t nüthig mehrere an. ufffen wenn liian wiü/ kann man hieran« den UntertoeiD genugsam erhnnen. Ä uni aubetrift; (o ist erstlich unsre Meinung nicht/ i«mand auMapsen/ solidem ein« allgemein« Moral vorjuschreiben/ di« sich ftderman kann gesagt ,ei>n lassen; uitd roaita « meinen mir Niemand insbesondre. Daß die hüt« Auslegungen machen/ £ „„„ wir nicht/ und das wird man un6 hoffentlich nicht Mtchnent besonder« to wir &it W»»fr sagen zu dem/ der lächerliche rhaten begehet: Mein Freund! chue das nicht/ sonst rnachst du dich unglücklich oder verächtlich. Ist das nun Bosheit/ oder ist es Liebe? “SS trorte n>er da <15111, und wer verstand hat und den nicht gerade der Schmers von einem ohngefahr treffenden Wurf zu einem unbesonnenen Zorn verleitet. Ist em La« sier des Hohnes werth/ und hat es jemand an sich: Ihr Freunde! was sonnen wir davor/ eaß ^horheil lächerlich/ und daß dieser oder jener damit beladen ist? Wenn er durch uns etwa errettet wird/ soll er und danken / oder des mir der Hellüng notd- wendi.1 verknüpften Schmerzens halber ans und lästern? -Ohne icmand zu schelten/ fugen wir dieses zum Beschlüsse kürzlich an/daß man aus BrlmqueUs Disputation de piftura fimofa p. 9. (cq„ beweisen kann/ derjenige/ der einen ehrlichen/ aus autee Meinung wider die Laster schreibenden Mann einen Pasquillanten nennet/ seu selbk em unverschämter Pasquillant. Theologische und juristische Stücke sind vor besondre Leser / wiewohl jene allen dienen können. Ernsthafte Aufsätze müssen die meisten feyn. Vor einen Schna- ckenschreibelIäßl man sich nicht gebrauchen/ verlangt auch/ daß man die munterge- fchilebens Sachen mit genügsamer Aufmerksamkeit ansehe/ und wahrnehme/ daß sie nicht blos zum Lachen/ sondern zu einem grössern Vortheile geschrieben sind. Wer nichts ernsthastes lesen mag/ dem kann der Herr Verleger mit dem Eulenspiegel und dergleichen Werken dienen. Die hier geltende Bedeutung des Worts Meraphy- stck ist uns unbekannt/ wir glauben aber/ daß eö dem Richter in dieser und allen andern noch unbekannter seyn mag. Mer nicht sieht/ daß wir die verliebten Küsse zum Spotte vertheidiget/ dessen Verstand ist in bejammernswürdigen Umständen. Entweder aber hat das Stück das Unglück gehabt in die Hände eines Halbschlafenden Richters zu fallen/oder unser geehrter Freund hat seine besondre Ursachen ein solches unvermukheteS Urtheil zu erdichten. Das letzte ist das glaublichste. Denn wie sollte man deutlicher an den Tag legen/ daß man sich der Satire bedient/ als geschehen ist/ ohne gar mit der Thur ins Hauß zu fallen. Ja / wenn man doch etwas daran auösetzen will/ so ist die Satire nicht genug darin versteckt / und sie würde auch in der That vielmehr sevn verborgen worden/ wenn man nicht besorget hätte/ man nröchte alsdenn denen/ die nicht weiter denken/ als sie lesen/ Ursache geben zu glauben/als sei) es Ernst. Gocra« aber ist so gescholten/ daß nur diejenige/ die seinen Namen nie gehört/ oder glauben/ der Verfasser habe ihn nie gehört / auf die Gedanken gerathen können / man wolle ihn wirklich verachten. Auf alle dergleichen Einwürfe geben wir diese einige Antwort: Wenn wir schreiben so denken wir; wer liefet/ der gebe sich die Mühe auch zu denken. Die Wörter Leser und Lescnir sind frevlich sehr zweydeutig/ und wir glauben gewiß/ Niemand/ der uns verstehet/ werde leugnen / daß der Buchdrucker mehr Leser hqk/ als der Schreiber. Wir müssen aber was dieses betriff / alles eines Dd 3 jeden Gresser Wöchcn-Blatt/ Num. xxvil. 114 Nachricht. Eine Nachricht von den in der König!, und Churfürlichen Residenzstadt »Hannover herauszugebenden wöchentlichen gelehrten und andern Anzeigen ist und ruaeschickt worden: Sie beschreibet anfänglich die unsrer Natur eingepfianzte Ve- aierde nach Neuigkeiten/ und ihren Nutzen/ wenn sie den Mitbürgern zuträgliche Vorwürfehat/ und ihren Schaden hingegen / wenn sie zu einem wirklichen Nachtherl vieler Menschen gereichet. Aus den angeführten Gründen der löblichen Ncubegicrde/ wirt) Ut Veranlassung zu den herauszugebenden wöchentlichen Nachrichten oder sogenannten reden Belieben überlassen, lieber die gute Caffeetrinkerin aber fmd wir gar Nicht böse. Denn ein jeder liefet gern/ was er verstehet/ und es tfl eine Regel des vernünftigen und angenehmen Umganges/ daß man mit einem jeden aus feinem Handwerke sprechen soll Ihr zu Liebe/ weil wir sie doch bisher noch so lchlecht unterhalten/ wollen wir mit der Zeit einmal einen Auszug aus den in unserm Voirathe besinvlichen Buchern machen/worin von der Erzeugung und der schmackhaftesten Zubereitung des C-ss- fee soll gehandelt werden. Der Herr Verfasser des Briefes mag aus em,gen Blattern eine Antipathie gegen das weibliche Geschlecht geschlossen haben / und bat vielleicht m (Sinne gehabt/ uns zu heftigen Vermahnungen Anlaß zu geben. Allem wie er sich mi ersten stark irret/ so wird ihm das letzte nicht nach Wunsch gerachen. Dmn wir wissen wohl/ wie viel man von einem Frauenzimmer fordern darf/ und da jre ihre Augen zu alleriey wichtigeren Geschäften nöchig brauchen / so muthen wir ihnen nicht zu, dieselbe über unsrer Schrift zu verderben. .. Daß unter den Mannspersone,, wenige leiden können/ wenn man als em Lensor ihre Fehler besiraftt/ ist gar natürlich. Denn das Wesen eines Menschen bringet mit sich/ daß ein jeder sich einbildet/ es sen nichts an ihm zu tadeln. Wir werden dieses nächstens in einem Stücke vom Sechstbetrug weiter ausfuhren. Al- lein warum ziehen solche Leute auf sich/ was überhaupt gesagt wird? Haben sie die verworfene Fehler nicht an sich/ so können sie als solche/ die nach unserm obigen Aus- svruche nicht gemeint sind/ mit der grösten Gelassenheit lesen. Sind sie aber g trof- fen/ so weiden sie uns wenigstens das Recht wiederfahren lasten / daß man einem MN Spiegel in der ©tube gönnet. Wer wird dem böse werden/ wenn er einen vor- ßelliO wir also dargetban/ daß die widrigen Urtbcile gegen unsre Wochenschrift ungegründet sind/ so wird man nicht vor unvernünftig halten/ daß mir und nid)! an dieselbige kehren; sondern vielmehr/ da der Verleger noch zur Zeit keinen Schaden spübret/ im Gegentheil sich täglich mehr Nutzen verspricht/ das angefange- n^Werk in diesem halben Jahre fort setzen. M'r wollen uns bemühen/ daßbie- ienigen/ die bisher gut gegen uns gesinnet waren/ keine Ursache bekommen/ ihre Meinung zu ändern/und hoffen die bisher unbilligen Richter werden mit der Zeit emschen/ paß sie unS Unrecht thun. Dienstag den?ten Iul. i7fo, n; een Inftnigenzbtaft gezogen. Die Einrichtung kommt mit dem unsrigen fast überein/ -uster daß man neost den neuen Nachrichten / auch neue und tiefsinnige Gedanken aus diesen Blattern lesen soll. Der Abdruck der Gelehrten Artickel wird also eingerichtet werden / daß sie besonders gebunden und mit einem Register versehen werden Fön* tun. x>ie Einsendung der Gelehrten Artickel und anderer Nachrichten geschiehet an das Inccllcgenrcomcoir in Hannover/ und bezahlet dasselbe das davor zu entrichtende Postgeld. Mit Ausgabe dieser Blätter soll den i^ten Junii dieses Jahrs der An« fang gemacht werden / der Preis davon ist in der Stadt Hannover/ wenn wöchentlich » Stück ausgegeben werden/ alle Vierteljahr u. Ggr. oder 14 Mgr./ auswärtig aber 20. Ggr. oder 30. Mgr-/ und sollen nach Art anderer Zeitungen den Liebhabern spoft« ftey zugeschickt werden. Bei) dem Verleger dieses ist diese Nachricht umson,t zuhaben. Naeur-Gesihichre. Aus hiesiger Nachbarschaft ist uns als etwas besonders einbcrichtet worden/ daß man in Furzer Zeit nach einander ein paar schlosweisse Maulwürfe gefangen und zwar in einem Bezirk/ wo man in langer Zeit dergleichen Thiere nicht verspührt. Di« Herrn Naturforscher haben Gelegenheit ihre Untersuchung über dieses Spiel der Na« kur anzustellen. Es ist uns übrigens versprochen worden/ dm Balg davon zur Versicherung der Wahrheit einzusenden. Bey -Odehausen im Weilburgischen an der Lahn hat man bet) diesem grossen Segen im Kornfelde wahrgenommen / daß ein einziger Halm < 6. Arhren hervorgebracht. Oeconomifche Nachricht. In dem rrten Stücke der Leipziger a-conom. Nachricht wird eine vortheilhaf« te Beschreibung der sogenannten Reisgerste mitgetheilet. Sie hat ein länglichtes Korn/ wie Rocken/ welches wie die Farbe des Weihens in das gelbe fällt und eine fast noch -ärtere Hülse hat. Diese Gerste wird in der Gegend um Dresden mit gutem Fortgang Bebauet. Man hat von 1. Scheffel Aussaat / acht und noch mehr Schock erhalten/ und von 6. Metzen/ die man in ein Krautland eingesäet 9. Scheffel ausgedroschen. Die Körner geben ein überaus schönes/ weisses und süsses Mehl/ welches dem Wci- tzenmehl sehr nahe kommt. Man hat mit gutem Erfolg den Versuch gemacht/ das beste Weiöbier daraus zu brauen. Sie wird im Frühjahr mit der ordentlichen Gerste/ jedoch nicht allzuspat und weit dünner und £>ie Helfte so viel / als von der andern Ger« sie/ gesäet. Sie erfordert einen fetten oder sonst wohlgedüngten und nicht allzu nassen Boden / und man muß den Saamen in den Acker bringen wenn er noch etwas gelinde ist oder Regen vermuthct wird / damit er bald zum Auskäumen gelange. Todes-- Fälle. Dm 4ten Julis dieses verstarb allhier der Hochfürstl. Hessen # Darmstädtische Regier-und Consisiorialrath/ Hrn. Joh. Jeremias Laurentius Franck/ der beydm Rechten Dockor/in einem hohen Älter von 77. Jahren/dieser geschickte und gelehrte Mann ' ' wird Giesser Wochenblatt/ Num* xx,vn. n<$ AVERTISSEMENT. Weil mit verflossenen Monat?) die Vorausbezahlung dieses Wochenblatts 411 Ende erlaufen/ als werdendie refpcßivc Gönner und Jreunde/wqnn sie solches ferner mit» zuhalten belieben tragen/ eien,ssfreundlich und geziemend ersucht die fernere Vorausbezahlung für das künftige halbe Jahr vom Julio bis Decembns mit r. fl. hancb gutigsi einzusenden entweder an hiesiges Posraml oder an den Verleger/ und sich dar» gegen richtiger Übersendung zu versichern. Man kann auch das ganze vorhergehende balde Jahr gegen 1. fl. noch bekommen/ eMlemaber das Slükk a z.fr. Zu verstreichen und zu verkauffeir. Weil sich die Weiffenbruchische Kinder und lhrilS derselben Vormündere «A.-it tzizrbero ausgebrachten Decreds alienandi entschlossen haben / das in den neuen MHrn.kis«! Eckstein siosse.de WohKM nebst Scheuer/ Stallen und Haus ^Garten / Montags den z?mt dieses/ öffentlich zu versticichen/ so hat man solches hiermit Anzeigen und. die Liebhaber darzu emladen wollen. wird wegen seinesunermüdeten Fleisses sehr bcdauret/ von seinen übrigen Lebensumständen werden wir im folgenden Wochenblatt em mehreres zu berichten Gelegenheit haben. Folgende gebundene Bücher stynd zu verkaufen. Johann Peter Ludewig/ vollständige Erläuterung der güldenen Bulle/ in r. säubern \V0lf3. Ad. Lauterbach Diilmationes Academicx 4. Volum. |I1 4. säubern QuartbaN- ben/ Tübingen 1727. . .... , . Documenta rediviva monafteriorum przcipuorum in ducatu Wirtenbergico, lu- bingx 16;6. . Godofredi GuiHelmi , Leibnitii, fcnptores rcrum Brunsvicenfium , Tomus Imus fol. Hanov. 1707. ______ _________________________ Den l jten Juln soll allhier eine ausehnüche Nwiioth.c von allerhand nütz- lichen/ theils raren besonders aber verschiedenen schönen Manufcriptis, wie auch ein auserlesener Vorrat!) von Juristischen Büchern wraudtionn t werden. Der Catalo- gus davon wird bei) Ausgebern dieses gratisErgeben. DiHrte Lotterie für das Armem.Waisen- und Arbeits- Hauß zu Frankfurt/ bestchend in Classcn von iocoo. losen/ worunter über4000. Gewmste/ also kum anderlbalbe Fehler gegen ein i. Treffer / soll den 27ten dieses Monachs ui Frankfurt gezogen werden / zur ersten Classe wird r.fl. / zur ztcn 2.ft./ zur ;ten aber eingelegt. A/an suchet eine Gesellschaft/ zu zehen Loosn/ m Gemeinschaft auf Gewinn und Verlust / wer Velirbcn tragt in diese Gesellschaft bevzutreten kann sich zwischen heut und den i s ten dieses/ melden. Die Plane sind zu h-rben beym Verleger.