Messer Wochtn-Matt, Num. XL. Dienstag dm 6. Oftobr. 1752. Mit Hochfiarstl. Hcstendarmstädtisther gnädigsten Erlaubnis. r-q e’Wh» r/ ZMM i l gan hat gegkaubet/ es würde dem geneigten Leser nicht zu wider seyn/ AM. wenn folgender besondere Aufsatz/ welcher mit der frankfurrher ^bost eingelaufen/ hier erschien. Er last sich aber in der Gestatt/ die 'hm in der Handschrift gegeben worden/ nicht völlig sehen. Die --hierin in der griechischen/ ftaa,ösischen/ englischen und spanischen Sprache angeführte Stellen werden nebft einigen Lateinischen weqgelassen/ und man bringt nur den Inhalt davon in dem Deutschen kurz vor. Die Mrnamen der anqe- zogencn Schriftsteller/ welche allemal mit dem Namen ganz und zwar mit grossen Buchstaben nach der löblichen Gewohnheit einiger heutigen Skribenten geschrieben worden / last man auch nicht so abdrucken. Bey diesen Aenderungen hat man die Regeln von der Einrichtung des Wochenblatts vor Augen gehabt. Abhandlung von den römischen und eigenmächtigen Dieta- torn, und von den seltenen Vorzügen dieser vor jenen, mit allerhand grundgelehrten und zur Erläuterung der Sachen höchst nöthiacn Anmerkungen versehen von Ccnförütus Manlivs. Vor ') zwey tausend zwey hundert sechs und vierzig Jahren legten die Rö- R r - mer im Jahre der Stadt Rom/ tmd ^-6. Jahre vor Christi GchMhI". d9m Chionologia in Dionylu Hahcaroadci Antiquität«« Romanas. 7 P4 Giesser Wschen-Blabb/ Num. XL. Mer / bi< nachmalige z) Herrn der Welt / in ihrem ftrym Staate die Würde eines I) Diktators einer Person ju erst bey. Die Norh gab Anlaß dazu / 4) als damals f) die lateinischen Völker/ welche sich alle zusammen auf Ansiiften des gewesenen römi* r) Wenn gleich die Römer nicht über die gan$e Erde/ wie sie der alte Hübircr in ei* nem i r. Bande und fein Sohn in drev Bänden in s. beschricben/ geherrschet haben; so heissen sie doch/ wie sie sich nennetrn/ von Rechtswegen Herrn drrWelt- Auf eine solche Herrschaft gaben ihnen die alte Weissagungen den richtigsten An* fprvch. Livius L. 1. c. l6. 5c ff. Virgilms Aencid. L. t, v. 2gz. Hsratius L. cd. 3. v. 5}. Daß sie jene wirklich erlangt/ davon jeugen ganz ausdrücklich ci«re Oran contra Rullum ad pop. c. ;j. unö pro Domo c, 90. Lucanus L. 1 .v, 160. Retroutus fatyr. c. 119. cd. Burrn, Lex 9. ff", de Leg. R'hod. Und Mehrere. Daß st- dieselbe mit Recht besessen/ beweiset Dantes -Altgheritts Monarchie L. 2. mit Der* nunftschlüssen nach aristotelischer Art gar bündig. Und wer sich erkühnen wollte/ die römischen Kayser nicht für Herrn der Welt zu halten / der ist nach dem Aus* spMche Barteli ad Leg. 24. Dig. dc captiv. & poftlim. &c. . Im. J 7. und Servmm ad Virgil, Aen. 8. v. ;r,. nach- 6) Neun Jahre vorher war er noch Koni. Eutrop. l. r. e. ,r. Er wurde vertrieben und Rom freyggemacht/ weil sein ältester Prinz Sextus die Ikucretia geschändet/! und diese sich des angcthancn Schimpfes halber in dem Alter von 22. Jahren/ Monaten und 6. Tagen einen Dolch oder Messer in die Brust gestochen/ daß sie gestorben war. P- Bayle Di&ionaire hiftor. Si crir, art. Lucrecc. Von einem so erbärmlichen Tode gtebt auch Hübner in seinen historischen Fragen 1. Th. 307. S- Nachricht / wo er anfuhret/ daß sich heutiges Tages nach dem Exempel dieser keuschen Frau keine mehr erstäche". Solchemnach wäre auch jetzo nicht mehr zu befürchten/ daß aus dieser Ursache Könige verjagt und Staaten frey gemacht werden möchten. 7) Wenn einer von der -Obrigkeit einen römifchenBürger wollte am Leben/ oder um Geld strafen/oder mit Ruthen hauen lassen; so konnte derselbe an das Volk appelliren. Dieses Vorrecht hatte den Bürgern im Jahre der StadtRom 24s. P. Valerius/ welcher vornhemlich daher den Bepnamen Publicola, Bürgerfreund/ erhielt/ durch ein Gesetz / welches nach ihm das Valerische Gesetz genennet wurde/zu wegen gebracht. Auf dieses Recht zu appellimi gründete sich die Rr r Frev- >i£ Giesier Wochen^ Blaer/ Num. XL geriehen die Hochfürsichkigen Herren des Raths auf den 8) Einfall/ eine ?) für sich ftepherrsehende und 10) ununtcrwürfige obriskeitlichr Person/ deren Gewalt der n) monar» Freyheit des römischen Staats. Liv. L. j. c. 5$. & 56. Cicer. deOratore Lx. c- 48. Dadurch wurde dem Volke vieles eingeräumet/ und die Macht der Bürger» meister und des RalhS merklich geschwächek. Montes^™ de 1‘Esprit des toix. Livr. 11. ch 18. Deshalden suchten diese Herrn manchmal durch verschiedene Kunst» griffe dltseS Gesetz kraftlos jtt Machen. Hcinec. Antiq. Rum. Adpenda.§. 17. r) Die Einfalle vermögen viel in der Welt / noch mehr aber vermag die Noch/ welche die Murrer der Erfindungen und folglich der Einfalle ist. Äda^a variorum in Fol. p. 369. s66. & feq. Gewiß Würden dem Rache ohne Noch fo wenig in den Sinn gekommen seyn / einen Delator zu machen / als das Volk hernach ohne dieselbe darauf verfallen seyn würde/ die Zunftmeistereinzufuhren. Liv. L. 2.. c.i3 & §) Dieses Wort wird im Griechischen be» verschiedenen Schriftstellern auch von denen gebraucht/ die nicht unumschränkt herrfcheten/ alö Bürgermeister. Smdai Lexic. Graec. edir. L. Kufteri. i°) Nach dem griechischen Worte Heist es Nicht allein/ welche niemand in allem, was sie will und tbul/ unterworfen ist / sondern auch / die keinem Menschen von seinem Thun und Lassen Rechenschaft zu g.bru hat/ wie cvauch Pufendorf. de off. H &C.L 2. c. erkläret- Eme solche Obrigkeit wolle gern derRach nicht seiner» halben/ londern in Ansehung des Volkes haben/ wie die Geschichte es selbst zeiget. «>) Im Grm dtexte stehet/ der Tyrannen gleich wäre/ welches so viel bedeutet/ als der monarchischen oder königlichen Gewalt, ^nftotda. Pulk. L. c. 14. Fabn The- fauius. Lat, Ling, voce Tyrannu«. Hierbey kömt die Etrcnfage vor/ob dieDicta» tor wiikliff^ Monarchm/oder ganz uneingeschränkte Obei Herrn gewesen. Von dem ersten Diktator meldet DtjnßiHs. l. p, p, jjd>. oder Edir, Oxon, c. 7 $ t)aß er -um ersten Monarchen in Rom gemacht worden/ und eine freye Gewalt im Kriege «nb Frieden/ und in allen andern Vernchtunge-« gehabt habe/ und auf der vorher» Seheiiden Seite sagt er/ desselben Macht ftp grösser als die königliche gewesen Di« obigen Fragen bejahen auch Gratis, de 1 ure belli et pacis L. r. c. j §. 8. n. i, 11- n. z zum Tbeil; überhaupt aber B«rbeyrae ad h. I. verf. Gallica. Cenri». de Regno. §. 4. /. F. Hornms Architedon de civirare. L. r. c. I o. §. 3. R. G. Knt- fhen Oper polit. L. 1. p.i. c. ch, 2 expl. 4. lenßut de Dictatoribus nop. Romani. Hingegen verneinen sie 1. Bodinnt de Republ, L. r.c. 8. jirmfatm in Dodrina polit c. 9. §. 5. Pufendorf. de /. N. & G. L. 7. c. 6. §. 1 f Obrecht, de extraoed. pop. Rotn imperns§. 41. feqq. Buddcus lurispr, hiff fpecim. §. 44. feqq. Boeder«r, H et S. de Cocceii ad Gret. d.l. Ich bin der letzten Meinung und bei use mich hauptsächlich «us dl« römischen Geschichte/ woraus mir niemand wird unwrdersprechlich darrhun lotv Dienstag den 6t7so. 20. fr. Dieses Wochenblatt wird alle Dienstage allhier bey dem Verleger Johann Philipp Krieger den Herrn Pr.vnumrrantei: ausgcliefert/ man kan auch die von vo- ngem halbem Jahr bereits hercuisgekonimene Stücke » 1. fl. noch erhalten / jedes aber wird einzeln vorfr. abgegeben.