Messer Wochcn-Matt, Num. L Dienstag den 6. Januarii 1750. Gedanken über verschiedene unnütze Gebräuche. As einmal beyden Menschen zur Gewohnheit worden, setzet sich bet) ihnen so feste, daß es auch mit der grösten Gewalt schwerlich wieder vertrieben wird. In Jrrland kostete es die allerstrengste Gesetze, um die Bauren dahin zu bringen, daß sie aufhörten, ihre Pferde mit den Schwei* fen anzubinden. Daher sind wir ftei)lich viel zu schwach, die unnütze Gebräuche, von welchen wir jetzo reden wollen , durch unsre Vorstellungen abzuschaffen. Wir haben aber auch nicht so viel Einbildung von uns , als erforderlich ist, um sich so viel vornehmen zu können; sondern unsre ganze Bemühung zielet dahin, daß wir unferm ?efer einen Begriff von dergleichen Handlung u bci-- dringen und übrigens seiner Überlegung anheim stellen wollen, was er vor gu'beendet zu thun, oder zu lassen ; welches wir endlich, ohne unfern Kräften zu viel zu zutrauen, ins Werk stellen zu können gedenken. Man hat auch nicht im Sinne, von allen und jeden Misbräusien ru handeln ; jg nicht einmal ein Verzeichniß von den meisten Arten derselben aufzusetzm. A Dieses x Gresser Wochett-Blatt / dlum. I. Dieses fände auf so wenigen Seiten, als man jetzo vor sich hat, nicht Raum genug; und zu jenem würde man sich vor die gröste Belohnung nicht verstehen. Denn man hätte nicht nur eine Arbeit, die mehr als eines Menschen Alter erfordert, vor sich : sondern wenn man auch damit durch vieler andrer Hülsse endlich, wofern es za möglich ist, vollkommen zu stände gekommen wäre, was für einen Dank würde man sich versprechen dürfen ? Die ganze Welt würde einem diese auf beyden Seiten verdrießliche Bemühung mit der ärgsten Feindschaft vergelten, weil sie das meiste , was täglich zu geschehen pfleget und nicht unter die groben Fehler gerechnet wird , unter dem Titul der artigen Thorheiten beschrieben finden würde. Ein sichrer Freund , mit dem wir von diesen Dingen vor einiger Zeit sprachen , versicherte uns nachmals bald darauf, er habe nur neulich in einer Gesellschaft, da er sich unsrer Unterredung erinnerte, alles vorgegangene sorgfältig beobachtet, und nach angestellter genauer Rechnung befunden, daß die vernünftige Thaten und Reden zu den unvernünftigen, die gleichwohl alle durch die Gewohnheit gerechtfertiget würden, sich verhalten wie neun zu neun und neunzig, und behauptete mir vielen Gründen, die hier zu erzählen zu weitläuftig sind, daß diese Verhältniß unveränderlich sey , und im galten Leben von vorn an biß ans Ende beobachtet werde. Wir haben zwar seine Zahlen nid)t mit aller Aufmerksamkeit durchsehen: wenn wir aber überlegen, was man mit uns vornimmt, wann wir anfangen aus dein Schauplätze derWelkzu erscheinen, und von demselben wieder unfern Abschied nehmen, und was wir darzwifchen selbst verrichten; so glauben wir, daß man es bey feinet Aussage, ohne merklichen Iruhum zu begehen, kürme bewenden lassen. Fluchen und schwören sind viel zu häßliche Sünden, als daß in diesem Bogen auch von ihnen könnte gesprochen werden. Sie gehören zwar in soweit auch mit unter die unnütze Gewohnheiten, weil manche, die sich selbst vor so beruffene Lügner anzusehen scheinen , daß sie meinen, ohne Schwur glaube man ihnen keine S»lbe, und die sich einbilden ihre Worte seyen wie Speisen ohne Salz, wenn sie nicht durch ein Dutzend laste-, sicher Flüche gewürzet und nachd.ücklicher gemacht würden , sich nach und nach in dergleichen verdammlichen Redensarten eine Fertigkeit zu wege bringen , vermöge deren sie, so oft fle Athem holen, die böse Geister heraus fordern, und alle Elementen jammt allen feurigen und wässerigen Lufterschei- nunqen unterei-ander mengen. Allein, weil sie von Vergröbern Gattung sind, so wollen wir uns damit dieftsmal nicht beschäftigen. Wann ich einen guten Freund besuche, so fängt er alsbald mit mir an zu handeln, wir vertauschen unsere Gesundheiten mit einander, er trinkt die meinige, und ich die seinige, und wann dieses geschehen , so sind die Gesundheiten der ganzen übrigen Welt preis. Die Schwedische Landleute, besonders in Schunen, Halland tt. verschonten vorZeiren so gar GHcttö nicht/UNd dieEngellänver lassen bey dem v-tt verschieden unnützen Gebräuchen. j dem Weine noch heut zu Tage ihren verstorbenen Königen und andern geehrten Personen im Grabe keine Ruhe. Man hat Ursache sich zu verwundern, daß diese Sitten nicht auch von uns nachgeahmet werken , weil sie wenigstens eben so viel Grund haben , wie die unsrigen. Dann in so gutem Ansehen diese immer stehen, so wenig ist dahinter. Wir machen einen Unterscheid zwischen dem Getränke, und lassen fast keiner andern Art, als dem Weine, die Ehre dieser Cercmonie wieder- fahren ; wir nehmen das Glas mit gröster Ehrerbietigkeit in die Hände, bucke« uns tief, sprechen dieses oder jenes Mannes Gesundheit darüber, trinken alsdann, und wenn wir gar höflich seyn wollen, so stellen wir das Glas wieder mit gekrück- tem Iiücken nieder. Der andre, den wir während dieser ftyerlichen Handlung aip sehen, danket auf eine sehr veibundene Weise, und machet sich bereit, die ihm erwiesene Ehre uns gleich wiederum anzuthun. Nun sind wir fertig vor einmal, und meinen uns nicht wenig von dem unvernünftigemVieh unterschieden zu haben, das strack nach der Quellen lauft , und ohne weiteren Um- und Eingang seinen Durst mit Wasser löschet- Diese ganze Verrichtung aber, ob sie gleich den Namen vor» der Gesundheit hat, heilet dennoch nicht das geringste, sondern schadet vielmehr, und man mag sie betrachten, so sorgfältig als man immer will , so wird man nichts finden, wozu sie dienet, als etwan um einander bey dem Trinken, das ohnehin im Sitzen zu geschehen pfleget, eine kleine vorträgliche Bewegung zu machen, unD einen zum Zeugen anzurufen , der etwa im Fall der 9'ßtl) beschwören könnte , daß man zu der Zeit nicht im Sinne gehabt, Dursts zu sterben. Eine Absicht ist wohl noch zurücke, es wäre aber besser, man hätte sie nicht. Dann wann man den gegenwärtigen und abwesenden Personen seine Hochachtung erwiesen , so bringt man, um angefangener Weise fortznfahren, andre Sprüchlein auf die Bahn , die gleichsam Gesetze sind , wordurch man verbunden wird sein Glas auszuleeren , und auf welche man ohnfthlbar deswegen vei fall en ist , weil es sich vor einen ehrbaren Mann nicht schicket, seinen Gast bey der Kehle zu kriegen und ihm den Wein mit Gewalt in den Hals zu schütten. In der That, wenn ja etwas seyn muß, so gefiele uns die Gewohnheit verschiedener fremder Völker besser, die bey solcher Gelegenheit einen darauf passenden Gesang anstimmen. Denn die Natur selbst , der man zu folgen schuldig ist , trabt den Schwanen an , sich vor seinem Tode ein Strrblied zu singen : warum sollte die menschliche Vernunft, die doch viel edler ist, nicht in gleichen Umständen ein gleiches thun , und es zu thun ein Recht haben. Die Trinkceremonien, welche wir nicht weiter zu verfolgen gedenken, geben uns Anlaß einige der übrigen Complimenten, die man in allen Zusammenkünften, bey allen Vorftllenheiten und zu allen Zeiten einander macht und saget, ein wenig cmzusehen. Wir sind nicht im Stande, die Gedanken darüber, welche der Zuschauer von einem Brittischen Gotteögelehrten entlehnet, zu verbessern, daher neh- A r men 4 Giesser Wochen-Blatt/ dlum. l» men wir uns die Freyheit, dieselbe aus ftinem y f7ten Stücke auszuschreiben: „ Die alte Ehrlichkeit und Treue, heiset es , diese großmüthige Redlichkeit der „ Natur, diese wohlanständige Gemüthsart, die allemal eine wahre Hoheit der „ Seelen anzeiget, und niemals ohne Muth und herzhafte Entschliessung ist/ geht „ in grossem Maasse unter uns verlohren. Die gesellschaftlichen Gespräche schwel- ,, len von Cei emonien und Complimenten dergestalt auf , und werden durch die „ Ausdrücke der Gütigkeit und der Ehrfurcht dermassen verhunzt/ daß, wenn ein „ Mensch / der vor ein oder zwenhundert Jahren gelebt hat/ wieder in die Welt „ kommen sollte> er in derThat eines Wörterbuchs benöthiget seyn würde/ um „ seine eigene Muttersprache zu verstehen , und das wahre innerliche Gehalt der „ neumodischen Ausdrucke zu merken. Ja er würde anfangs kaum glauben fön*- „ nen, wie geringhaltig die höchsten Gattungen der ersinnlichsten Freundfchaftsbe- „ zeugungen in gewöhnlichen Curse sind. Wenn er aber davon überzeuget würde, „ so mülle er gewiß viel Zeit haben , ehe er sich würde entfchllessen können , mit „ frohem Gesichte und gutem Gewissen mit unfern heutigen Weltleuten, nach dieser „ neumodischen umzugehen. „ Es ist weder dieses tiefsinnigen Mannes noch auch unsre Meinung/ daß man'alle Höflichkeit aus feinen Gesprächen und Gebärden verbannen soll/ denn dieselbe ist allerdings ein lobwürdiges Mittel/ sich bcy jedermann beliebt und angenehm zu machen ; noch auch daß man sich in dem Umgang mit Leuten/ die daran gewöhnet sind/ aller Ehrenworten gänzlich enthalten soll, roeii man durch solche enthusiastische abgesonderte Aufführung den Namen eines ungezogenen M.nschen gewiß davon tragen würde : sondern man soll seine Hochach- rungs. und Freundschaftsversicherungen / Diensterbietungen u. f. w. dergestalt mäst sigen/ daß sie keine nichts bedeutende Tone oder falsche Schmeichelepen, sondern wir / im Fall wir an unfern Wösten sollten gehalten werden / willig und bereit feyn alles/ was wir gesagt , zu vollziehen. Man stehet vor sich selbst , daß die Aufrichtigkeit und Tugend dieses von uns fordern. Wer auch daraus so viel nicht macht/ der wird doch wenigstens gestehen müssn, daß alle anders eingerichtete Complnnenten lächerliche Geschwätze sind. Man erkläre doch einmal mit deutln chen und verständlichen Worten/ was das heisten soll : Es ist mir eine grosseEhret daß ich dre Er aubniß gehabt habe, meinem hochgeehrtesten Herrn gehorsamst aufzuwarten. Ich empfehle mich zu fernerem hohem Wohlwollen und werde mich des Ticuls, als Dero gehorsamsterDiener/ jederzeit würdiger zu machen suchen. Dieses ist zwar noch sehr leidlich: aber was soll gleichwohl die Ehre bedeuten. Wird denn der abgelegte Besuch von denen Leuten für eine so grosse That ausgenommen werden/ daß sie deswegen ein sotrefllchgutes Urtheil, worum die Ehre bestehet, von dem fällen werden, der ihn ableget ? Was ist das vor eine gehorsame Aufwartung ; hat man etwa so vieleBeftble des Patrons ausgerichtet? Nein! man hat sich einen Ltubl von ihm stellen lass n , hat sich darauf gesetzt, hat ihm eine Laiche Wein ausgetruuken, und ihm die Ohren mit Lügen von Hochachtung u. d. g. von verschiedenen unnützen Gebräuchen. f d. g. vollgefüllet, und da man sich genug von ihm auswarten lassen, hat man ihm dre Gefälligkeit erzeiget, wieder fortzugehen. Um nur das Hauptsächliche zu be» rühren , was versteht man letztlich hier wohl durch einen Diener ? Gewiß keinen Menschen der verbunden ist, zu thun, was man ihm gebietet J Denn alle Diener von der Art machen nur dergleichen beschriebene Aufwartungen, und lassen sich zu andern Diensten nicht gebrauchen. Dieser Ton bedeutet also in solchen Gelegen» heuen gar nichts- Wann einem Unerfahrnen dergleichen Redensarten vorgesprochen und von ihm vor gründlichen Ernst ausgenommen würden , so könnte man ihm nicht verdenken, daß er sich dieselbe wohl gefallen liesse. Allein da der Hörende gar wohl weis, daß des andern Herz nichts oder ganz was anders denket; der Redende auch nicht fordert, daß man ihm glaubeir soll , ja vielmehr sehr unwillig werden würde, wenn man ihm glarwte : so ist es schwer zu begreifen , wie vernünftige Leute, vornehmlich wenn sie Zuschauer haben, sich ohne zu Lachen zusammenstellen und mit einem ernsthaften Gesichte und vielen beschwerlichen Lubesbe- wegungen dergleichen Dunst einander unter die Nas blasen können. Dem ungeachtet geschiehet es alle Tage, und der geringste Vorfall gibt darzu Gelegenheit. Besonders ist ein sehr wichtiger Umstand , der viele Complimenten verursachet , um das Messen. Denn so bald dieses einem in der Gesellschaft wrederfäh- ret, so bücken sich die übrige und wünschen , daß es wohl bekommen möge. Der Gebrauch mag von einer Seuche, die zu Pabsts Gregorii M «gm Zeiten die Niessin- den schleunig hingerissen haben soll, oder von den uralten heidnischen Aberglauben, oder wo man sonst will, herzuholen sey« ; so macht ihn fein Ursprung weder gut noch böse, indem ein jeder seinGotthels aus keiner Absicht, sondern aus bloser Gewohnheit spricht, und man würde nichts daran aussctzen , wenn das Messen nur das geringste an sich hätte, woraus man begreissen fönte, daß sich ein solcher Zuruf darauf schicket Denn wir zweifeln, ob unter allen unfern Lesern einige sich eines Beyspiels eri »nein werden, da dasslbe jemand etwas genutzet oder geschadet hätte. Warum gratuliret man einem nicht, wenn er ein Stück Brodt hinunter geschlu- cket, daß es Nicht im Halse stecken geblieben ; oder wenn er ein Glas Wasser getrunken , daß es ihm nicht in die unrechte Kehle gekommen ? Denn, in Wahrheit , diese Sachen sind viel gefährlicher, und haben, so lange die Welt stehet, wohl mehr Menschen um das Leben gebracht, als die obige Seuche, wenn sie auch ihre vollkommene Richtigkeit hat, und weil sie viel öfter vorkommen als daS Messen, so gewähren sie den Complimentenliebhabern viel bessere Gelegenheit ihre Beredlsamkeit ju z-igen, als dieses. Doch dem Himmel sey Dank, daß unsre Vorfahren darauf nicht verfallet» sind. Dann ma - kan sich leicht vorstellen, was man alsdenn das ganze Jahr über »uezustehen haom wurde, wenn man bedenket, was man in diesen Tagen leiden A r muß. Giesser Wochm-Blatt/ Num. k. 6 muß Wir haben vor kurzem angefangen, eine andere Jahrzabl zu schreiben, und von der Stunde an ist jederman beschäftiget dieselbe mit unzähligen gesprochenen, aesunacnen, geschriebenen, gegeigten, gepfiffenen, getrommelten rc. Complnnen- ten einzuweyhen. Wenn die Menschen so viel macht über die Natur, als über ihren Mund hätten, so würden von nun an lauter Könige und reiche Fürsten, de- l/en es an keiner Herrlichkeit mangelt, auf dem Erdboden leben. Es bleibet aber, levder' alles wie es war, der Kranke wird nicht gesund, der Arme wird nicht rnch, der Geringe wird nicht gros, und also ist alle Mühe und Arbeit vergebens. Soll «nan etwa bey dem Mangel der Kräften den guten Willen loben ; so wären wir danu sehr geneigt, wenn wir nur nicht deutlich sähen , daß alle Wunsche ein leeres Wortgepränge sind, weil man sie nur am neuen Jahre höret, und die folgende Seit niemand mehr etwas davon erwehnet, vielweniger aber eine Bereitwilligkeit führen lasset, etwas angenehmes uns in derThat zuzuwenden. Es ist nicht we- niaer ausgemacht, daß unter zehen solcher von Glück und Seegen triefenden Anreden kaum eine einzige von Herzen gehet- Die meisten führen Milch und Honig auf derFunqen, und in ihrem Sinne denken sie: Ich wolle, daß du noch heute Arm und Bein zerbrächest. Andern ist im geringsten nichts an unserm Wohlergehen gelegen, sie gönnen uns aber nicht gerade Böses, sondern verlangen nur, daß ficb unser Beutel öfnen soll. Sie verkaufen uns also , vor baar Geld, Waaren dk wir Feit Lebens nicht bekommen, und über welche sie auch nicht zu disponiren haben , sind aber doch noch erträglich , wann sie ohne Aufruhr und Lernun ihre verblümte Nothdurft in der Stille vortragen. Wenn sie aber vollens mit grossem Getöse unsre Häuser erfüllen, oder auf Hornern blasend durch die Strassen reiten, als wenn die ganze Stadt mit Extrapost dem altenjJahre nachfahren wolte, oder mit Krieg und Kriegsgeschrey Vie Thüren belagern; so ist die Art unnöthiges Glück ums Geld heuchlerisch anzuwünschen noch viel wunderbarer und weniger zu loben. Kurl;, zum neuen Jahre gratuliren heißt allemal, man mag es einkleiden, wie man will , so viel, als sich freuen, daß der andre um einen grossen Schritt dem Tode näher gekommen , dreyhundert und fünf und sechzig Tage weniger zu leben, viele unwiederbringliche Gelegenheiten gutes zu thun versäumet, viel böses, das nicht wieder zmücke genommen werden kau, vollbracht hat, und nun desto eher unö mehr Rechenschaft "davon wirb geben müssen , und dieses kan auf eine mehr und weniger verdrießliche Art vorgetragen werben- Wir können uns nicht entschliessen, unsere geehrteste Leser mit einem solchen Compliment zu beleybigen, wenn wir gleich ben bittern Inhalt mit süssen Worten zu überziehen wüsten. Damit wir aber nach unsrer eigenen Regel die Gewohnheit , Die heut zu Tage jederman beobachtet, nicht gänzlich aus den Augen setzen, so wünschen wir von Grund des Herzens einem jeden Gönner und unfern gesamten Freunden und Feinden, daß Ihnen dieses Jahr alles wieder fahren möge, was in von verschiedenen unntetn Gebräuchen. 7 w eines jeglichen Umständen das allerbeste ist. Die gütige Vorsorge GQttes waltet dergestalt über die Menschen und ihre Angelegenheiten, daß sie einem jeden jedesmal jutheiiet, was ihm am vorträglichsten ist, ob man es gleich nicht allemal verstehen. Also sind wir versichert, daß unser aufrichtiger Wunsch vollkommen erfüllet werden wird. Sollen wir aber noch einen, und zwarzuunsermVortheil, wie es gemeiniglich zu geschehen pfleget, hinjufügen; so wünschen wir unfern) Wochen-Blatte viele geneigte Leser. Pnmtrfttftte. Neuigkeiten. Am verwichenen Neujahrstag hat der abgehende Re&or magnificus Herr j wann Ludwig Alcfcld, Prufeflor Philofophiae primarius & ftipendiatorum E- phcrus Die -chemische Scepter an Se. Hochwürden den Herrn O. Reinhard Hein- Nch Rolhum, S. 5. Theologie Pi ufeflorem ordinarmm, Der Alsfel0ischen Dioeces Superintendenten U. deö hiesigen Hochlüblichen Confiltorii AlTeflorem mit gewöhnlicher Feyerlichkeit übergeben. Der abgehende Herr Reflor hielte bet; dieser Gelegenhett eine mit groser Gelehrsamkeit und vieler Belesenheit ausgezierte Rede von einigen gwssen Überschwemmungen, die vor alten Zeiten viele Länder verheeret, besonders aber von der berühmten Fluth des DeucaleonS , zöge aus den fabelhaften Erzählungen Die historische Wahrheit heraus und erklährte Die phyiicahf$e Ursachen Der traurigen Begebenheit. Der neue Herr Reftor traft fein wichtiges Amt an mit einer gleichfals so gelehrten, als erbaulichen Rede, worin die Geschichte Der wichtigen Lehre von Der Gnade von den Zeiten der Aposteln an biß auf die unsrige vorgetragen wurde. Unser berühmter und fl.'isiger Lehrer Herr M. Heinrich Daniel Müller, blßheriger ProfeHI»r Theologin; eitraordinarius, Stadtpfarrer und Dcfinitoc wird mit nächstem unsere hohe Schule und Kii che verlassen um das ihm aufgetragenr Amt eines lnspc<^oris zu Echzel zu übernehmen. Zu verkaufen. Unser gelehrter Herr v. Gottlob August Ienichen hat eine kurze Abhandlung von dem Werth, Ansehen und Nutzen des Lünigifchen Corporis Juris feuda-* lis Germanici in 4to herau^gegeven, wordurch die Lanckische Buchhandlung besonders bekannt macht, daß sie dieses in r. Folianten bestehende Werk, welches sonst vor iv.Rthlr. verkauft wird, von.äato bis-Oßem >7so denen Herrn Liebhabern für 6. Rrhlr. > 6. Ggr. oder i®. Gulden zu überlassen gesonnen fetje- Der Verlegor dieses Blattes wird solches Geld gegen Schein annehmen , und treulich besorgen. Dig< itorum (. PaiideÄarum Libri Qainquaginta , editi Norimbergae per Gre- gorinm Halo^drum, Anno 1519. in qto. ist bet) d