Nttffrr Wochcil-Wlittk, 61 v—' Nurn. V. Dienstag den z. Februarii 1750. i Beschluß der auö dem Französischen übersetzten Rede 3- Barbcyracs von der Zulassung der Gesetzen. . soll ich aber anfangen ? Wen fbt ich anretzen 2 So Siele verschißene BÄrer stellen sich meiner Einbildungskraft haufenweise vor, v-asi ich nicht weis, was ich erwählen soll. Wir wollen nehmen, was uns uon ungefähr zu erst kämmt. Ihr, die ich vergessen, oder nm Fleis zurück! lassen werde, ihr möget nun seyn, wer ihr wollet - lernet an dem, was ich andern sage, die rechte Bedeutung eines Worts verstehen, woran euch nicht weniger gelegen ist , einen richtigen Begriff davon zu haben. Was sich mr zu erst vorstellet, ist jener eitele Mensch / welcher dabey allzeit an« derer Augen auf sich zu ziehen sucht. Ich sehe an ihm seines gleichen. Ihr Ehrgeitzi- gen/ es ist euch also erlaubt/ nichts als zu hoch für euch anzulehen/ euch mit dem grö- strn Eifer um die nichtswürdigsten Kennzeichen des Vorzugs zu bewerben/ und aller- ley Kunstgriffe anzuwcnden / um einen Endzweck zu erreichen. Ihr Geitzigen cs «st euch erlaubt / auS eurem Gelds eurev Abgott zu machen/ und euch durch List und Betrüge- rcvcn/ welche so fein sind/ daß sie nicht entdeckt / oder von den Gesetzen nickt gestraft werden können/ zu bereichern. Ihr Wollüstigen/ es ist euch erlaubt/ als Stutzer zu leben/ und euren Lüsten alles/ so viel in eurem Vermögen stehet/ ohne euch vor dem öffentlichen Schimpfe zu fürchten / aufzuopfern. Ihr/ die ihr in Bedienung urch in Ansehen stehet/ eöist euch erlaubt/ eure Stimme den umvurdrgm zu geben/ und 34 Giesser Wochenblatt/ Num* v. auf nichts als auf E gennutz/ Verwandtschaft und die Vorworte anderer zu sehen. Ihr Rlchkereö i|l euch uiaubiv auf germhewohl em Urkheil zu fällen/ oder euren Ausspruch auf etwas ganz anders als auf Recht und Billigkeit zu gründen. Lhr Soldaten, es ist euch erlaubt eure 2)un|te und euer Leben den meistbietenden zu verkaufen/ oh» ne im geringsten daran zu denken / daß ihr die rechtmäßige Sache des kriegführenden Theiles unter suchen wollt. Ihr Kaufleute/ es ist euch erlaubt/ eure Maaren listig zu verfälschen, von ihnen was ganz ander svorzugeben/ als sie in der Thal sind / und euch die Einfalt und Unwissenheit der Käufer zu Nutze zu machen. Ihr Gastwirthe und ihr Henn der Spielhäuser und anderer verdächtigen Omer / es ist euch erlaubt/ den jungen reuten Gelegenheit und Mittel an Hand zu geben / lüderlich zu werden. Ihr Künstler und Handweiksleute / eß ist euch erlaubt / vielen zu versprechen / was ihr niemand halten wollt / schlimme Arbeit vor gut auszugeberr / und diese schlecht zu machen. Ihr Manner, es ist euch erlaubt / mit euren Weibern recht unvernünftig und als kleine Tyrannen umzugehen. Ihr Weiber es ist euch erlaubt mit der Gefälligkeit eurer Manner ee aufß äusserste zu treiben. Ihr Herrn/ eß ist euch erlaubt/eurem Gesinde ohne U. fache übel zu begegnen, ihm schlechte Kost zu geben / und es übel zu bezahlen. Ihr Knechte und Magde / eß ist euch erlaubt/ auf den Nutzen eurer Herr» schäft gar nicht zu sehen/ und sie nur zu bedienen/ trenn sie die Augen auf euch hat. Ihr Väter, es ist euch erlaubt, euren Kindern schlimme Anweisungen zu geben, und mit noch schlimmem Beyspielen vorzugehen , und höchstens darauf bedacht zu ftyn, Geld für sie zusammen zu scharren , ohne euch zu bemühen , sie wahrhaftig tugendhaft und dabey zu den Aemtern , wozu ihr sie bestimmet, geschickt zu machen. Ihr K nder, es i|l euch erlaubt, euch gegen einen treuen und sorgfältigen Vater, der mehre ver-aumer und ersparet, um eß dahin zu bringen, daß ihr würdige Glieder Der me sch : heu und bürgerlichen Gesellschaft siyn möget,'nichtwillfährig zu bet zeigen 3braute von aller ley Alter, Stand und Geschlecht, es ist euch erlaubt, tausend andere d.rglechen Sachen zu thun; aber in eben dem Verstände, welchen eine Verordnung der Lacedämonischen Obrigkeit wegen des Muthwillens , den einige fnmbe iu ne Leute in ihrem Lande begangen hatten , in sich begriffe, närn- sich : p) Es ist den Clazomcmcrn erlaubt / ohne Gchaam zu fcw. Emer mag urte ilen, ob er sich noch eines so schändlichen Vorrechts bedienen will. Ich überlasse eß den Gesetzgebern zu untersuchen, ob sie nicht die Zulassung ihrer Gesetze ohne widrig- Folgen enger einschränken , oder zum wenigsten andere dienliche Mittel anwenden i«tonten, um mehrere Bürger dadurch zu bewegen, daß sie sich des Rechtes, welches die meiste durch diese übelverstandene Zulassung zu erhalten sich einbilden, freywillig begeben. Ich will auch hier die Religion nicht zum Beysiande nehmen. Ich will euch folgende Ermahnung eines Apostels nivvt vor Auge? stellen: -) Was wahrhaftig ist/ was ehrbar/was Le- f) Zcb«n. Vat\ Hiß. L. 2. C. //. - ) Philipp. 4.1. *3* Barbeyrac/ von Zulajftntg der Gesetzen, f f gerecht/ was keusch/ was lieblich / was wohl lautet/ ist etwa eine Tagend/ ist etwa tüt Lob/ dem denket nach. Hierdurch gibt er genug zu ver- ftchen, daß man es dabey nicht soll bewenden lassen , nichts wider die besetze zu thun. Allein ich will euch nicht in die Schule JEsu Christi führen, ich führe euch in die Schule eurer eigenen Vernunft. Ich fordre euch rncht für den Rlchter- ftuhl dessen, welcher über die Todten und Lebendigen das Envuttheil sprechen wird; ich fordre euch vor den natürlichen Richterstuhl eurer Gewissen. Man muß erst ein Mensch syn, ehe man ein Christ wird; und wer die Stimme der Natur nidx höret, wird eben so wenig die Stimme des Gesetzes und des Evangeliums hör.-n. Bestrebet euch nur hier eben so vernünftige Gedanken und Meinungen zu hegen, als Vie weisen Heiden hatten. Mehr verlange ich nicht. Sehet, was ste gesagt haben; und diesem denket bey müßigen Stunden nach ; Wie ein schlechtes unsträfliches Leben ist es/ nur nach dem Gessye kugendhase zu scyn wie viel weiter erstrecket sich die Vorftbrifc der Pflichten / als die Kettel des Rechtes / Wie vieles erfordert nicht die Frömmigkeit/ die LeurstUgkeit/ die Gerechtigkeit/ die Freigebigkeit/ Treue und Glauben / welches alles in den bürgerlichen Geleyen nicht enthalten ist k 16 ) Dieses sind Worte des Smcca. Ihr jungen Leute, ich muß mich an euch wenden, indem ich schliessen will, weil ihr die Gelegenheit zu meiner Rede gegeben habt; wäre es euch wohl auch erlaubt, die Pflichten, die euch zukommen, hindauzusetzen, und euch irgendeiner küderlichkeit zu ergeben. L) ! Wenn eure Aeltern, wenn diejenigen, welche die Aufsicht über eure Aufführung besonders haben , so unglücklich sind , daß sie euch einen so verderblichen Muthwillen gestatten ; so sey GDtt davor, daß ihr hierin an uns eine Stütze finden möget! Da sey G-Ott vor, daß wir, so viel an uns ist, etwas versäumen , um zu verhindern, daß euch die Hitze der Jugend nicht hin- reisse, und um euch bey Zeiten die Gründe beyzubringen, welche euch gegen die schädliche Reitzungen der schlimmen Sachen , welche die Gesetze oder eure Aeltern euch zulasten möchten, unempfindlich machen können! Aber man kann auf eure Handlungen nicht unaufhörlich Achtung geben, und ihr wisset sie nur allzuwohl vor der genauesten Aufstcht verborgen zu halten. Mistrauet euch selbst , so oft ihr in die Versuchung fallet, etwas heimlicher Weise und ohne Genehmhaltung eurer Vorgesetzten zu thun. Ihr seyd noch nicht im Stande euch selbst vo zustehen und eure Begierden sollen euch verdächtig feyn. Ihr liebet die Kleinigkeiten vielmehr als das Gründliche, mehr das Angenehme, als das Nützliche. Und wenn euch die Begriffe des Tugendhaften ein wenig rühren, wofern man sie euch auf eine gewis- se Art vorstellet; so haben sie weit weniger Macht über euch, als eure Leidenschaft ten. Bedenket also, das euch nichts erlaubt ist, worin ihr euren Neigungen ab ________________________________ E r___lein 16 ) De tra L. x. c. 17. Schulung, fermo acad. de ungujl* innocentm hominu nd legem. Giesser WSchm-Blatt/ Num. V. lein folget. Sucht euren Ruhm darin , daß ihr in der That vernünftiger ftyd, als diejenigen / welche es allezeit in gewisser Maaffe weniger seyn würden, als ihr, Wenn ihr so thätet, als sie. Richtet euch nach den kehren eurer Vorgesetzten, die vernünftig sind und auf euer Bestes sehen. Ihr werbet die leicht kennen lernen, welche so beschaffen sind- Thut nichts,welches ihnen misfallen kann. Siebet fie hin« iviederum, scheuet sie, und furchtet euch vor ihrem gerechten Unwillen. Man muß mit euch umtieben, wie man kann, und zu der Zeit, da die Vernunft noch schwach ist, thut eö Noth, Furcht mit guter Behutsamkeit anzuwenden, um die Hinder- mssen aus dem Wege zu räumen, welche euch endlich unfähig machen möchten/vernünftig Meinungen zu hegen. W^nn man nichts durch Gelindigkeit von euch erhalten kann ; so wird man euch wenigstens durch Furcht zum Gehorsam zu lenken suchen, damit man sich nichts vorzuwerfen habe. Aber itzo ist nicht die Zeit, Verweise zu geben, oder zu tadeln , sondern kob auszutheilen. Wir legen es auch denen, die es nur ein wenig verdient haben, Mit dem graten Vergnügen von der Welt bei). Könnte es sie und andere nur antreiben, uns von Tage zu Tage immer grössere Proben von ihrem Flei- fe und von Ausübung ihrer Pflichten überhaupt zu geben. * # * # bekannte Schreiben des Milzfüchtigen hat äusser verschiedenen Urtbetfeir, X- die es sich zu ezogen , einem unter dem Namen Don Viv3CafLino zu zween Briefen Ä laß gegeben. In dem einen, welcher den Titel einer Beantwortung führet, wird jenes seine Schreibart hauptsächlich angegriffen , und ihm nebenher der Vo>wmf gemacht, warum er nämlich nicht auch über den fürchterlichen Thon Les Sackischen Nachtborns und über das laute Rusin auf dem Walle schmähle. Zn dem andern geschiehst Nebst der Ansmnung an den Verleger, den ersten Brief in das Blättgen zu setzen, die Versicherung/ daß Don Vivataflwo seinem Gegner mit Gelehrsamkeit allezeit die Spitze zu diethen getraue. Beyde Briefe bat der Mi'zsuchtige nach der öffentlich erhaltenen Nachricht abhohlen lassen und sie nebst einem von ihm selbst wieder einqchhickt. 'Dabey ist er so vorsichtig zu Werk ge- gangen, daß alles Nachspüren und Bemühen, ihn zu entdecken, vergebens gewesen. Sein Schreiben ist, wie das voiige, mit lateinischen Wörtern und einigen recht orbfian sehen Redensarten rreflich ausgefpickt. Dem Leser, welchem das andere nicht g'cicbgulüg g. schienen > möchte ein Auszug von diesem , das an sich zu lang aercrben , nicht zuwider seyn. Man theilet ihn darum mit. Die frem< den Ausdrücke aber wird man mit deutschen verwechseln, damit jeneim Leftn f. inert Anstoß perurl>chen, und den Beschwerden, welche ein Frauenzimmer dem Namen Auszug einiger Schreibe« wegen de» Milzsnchtkgen Brief. Z7 ttten nach über dieselbe schriftlich angebracht hat, gefälligst abgeholfen werde. Der Milzsüchtige wundert sich in seinem Briefe, daß sein vor einigen Wochen übersendeter Aufsatz der Schreibart halber anständig gewesen und abgedruckt worden, und betheuret, wie er in seinem Gewissen sich überzeugt befinde, daß an derselben in Betrachtung der Wörter nichts schönes und löbliches zu finden sey. Er gestehet, daßersich mehr lateinisch,als deutsch,zu denken und zu fchreibko.ngewöhnethabe,Und dadurch in seiner eigenen Muttersprache, auf deren rechte Kenntniß er sich ohne Ruhm zu melden nie geleget, sehr verwahrloset worden. Nach dieser offenherzigen Erklärung, hoffet er, werde sich der durch seine Schreibart erregte Gegentheil gütigst besänftigen lassen , und ihm einen Fehler , den er erkenne und bereue, nicht zu hoch aufzumutzen geneigt seyn. In Ansehung der Sache aber glaubet er ganz zuversichtlich , daß, wann ibn gleich derselbe wirklich einen Gegner zu nennen beliebe, er denselben zu Rettung dessen Ehre und der Beantwortung halber, worin er ihn nicht anfechte, für den (einigen nimmermehr halten dörfe. Ueberhaupt, meinet er, wäre niemand in dem Stande, seine Sache mit Recht und einem guten Gewift fen anzugreifen , geschweige zu widerlegen. Und wenn sich jemand dessen unter- fienge, so müste er wider die ausdrücklichsten esetze und die deutlichst,n Aussprüche der gesunden Vernunft, welche die Nachtschwämw^ven verbölbm und für schändlich erklärten , streiten, oder vorher darthun, daß es verstatrer wäre , wider die Gesetze zu handeln und ohne Schaam zu seyn. Er behauptet feiner, daß eS sehr mislich aussähe, wenn sich einer in Ernst wider ihn derSache annebmen wollte. Andere möchten alsdann fragen, warum es derselbe thue, und nicht ohne Grund aus die Gedanken kommen , er billige einen unerlaubten Unfug, oder habe wohl gar selbst Theil daran- Dessen aber wäre ein Musensohn , dafür der Verfasser der so genannten Beantwortung angesehen seyn wolle, keineswegcs fähig zu achten ; indem derselbe, als ein solcher, an dem die Sittsamkeit und Bescheidenheit Haupteigenschaften und vorzügliche K nnzeichen wären, unmöglich an einem wilden und unbändigen Wesen einen Gefallen baden könnte, *) es ftv dann, daß er sich um seinen schätzbaren Namen und seine Ehre wenig bekümmern, und sich deren unwürdig und verlustig machen wolle. Weiter , sagt er, dörfe er sich seines Nebels halber in die Sache nicht cinlassn, und er brauche auch nicht mehr davon vorzubringen, da er sich auf den Barbeyrac, einen so gelehrten, als rechtschaffenen Mann berufen könne, der in feiner Rede vi.les für ihn anführe. Er danket auf das verbindlichste, daß dieselbe, welche er wegen ihrer Giündlichkeit und wegen der für die meisten Mei-schen sehr nöthigen und nützbchen kehren ungemein lobet, überjetzt wokoen, und wünschet dabey inbrünstig, daß auch diejenigen, welchen eö C 3 iu *) Hrerbey führet er die bekannte Stelle an: , . Dtdiciffe fideliter artet Smolin mortf, nec finit eße fertig 3t Giesser W-chm-251MC/ Num, v. > . zu verdrießlich zu feyn pflegte, ernsthafte Stücke angssehm, und die ohm zu denken, daß die Warheit für sie gehöre, nur vor Vie lange Weile etwas lullrgcs lasen, sie mit Bedacht durch zu gehen und sich zu ihrem Besten daraus zu erbauen Nicht unterlassen möchten, da zumal eine so schöne Abhandlung von der Trägheit, und andere nachdrückliche Stellen darin anzutreffen waren. Der Schluß des Brieses enthält die Erzählung in sich, es wäre neulich, als einige des Wachts auf der Gasse ein starkes Geschrey gemacht hätten, und er von dessen Anhörung in der Nahe gleich die übelste Wirkungen in seinem Leibe und Gemüthe gespuret, einer zu »men gekommen und habe durch ein leutseliges und kräftiges Zureden, daß sie von dem Lermen ablassen möchten, sie wirklich zum Stilleschwcigen und zur Ruhe bewogen- durch ein solches edelmüchiges Bezeugen eines wackeren Menschensey nach einer plötzlichen Veränderung, die in ihm vorgegangen, sein Herz so geruhret worden, daß ihm vor Vergnügen die Thränen in die Augen gestiegen^und in dieser angenehmen Bewegung habe er vaö eben neben ihm stehende Glas Wem ergns sen und es auf das Wohlseyn des Ruhestifters, daß er nämlich lange und glückselig Leben möge, ausgetrunken; dabey er nichts mehr gewünschet, als daß er eS einem so rechtschaffenen Menschen, gegen den er, wenn er ,hn gleich Nicht kenne, innerlich die gröste Hochachtung hegte, hätte zubringen können- Aus gewissen Ursachen hat man des angeführten Streits zwischen dem Milzfüchtigen und dem Don Vivataflano gedenken , aber dabey zugleich anmerren wollen, daß sonst in dem Wochenblatt keine ordentliche Streitschriften Platz sin- den werden- __ ______ _____———I-- Aus des Coburgischcrr Auszugs 2.ter Nachlese vom ictett Ianuarü i7so. wird zu allgemeinem Nutzen der Deconomie folgendes mirgetheilet. Coppenhagen. Da die leidige Seuche unter dem Hornvieh sich noch hier und da in den Provintzen unserer Nachbarschaft äussert, so hat man für dienlich erachtet , dem publko ein Mittel dagegen mitzutheilen , welches nut erwünschter Wirkung zuerst in Holland und hernach auf einem gewissen herrschaftlichen Gut hier tu Lande gebraucht worden ist, und in folgendem bestehet: Auf ein jedes Stück Vieh nimmt man 2. oder). Quartier Rocken Kleyen, oftkr bey deren Ermangelung so viel Weitzen Kleyen. Diese setzet man Mit 6. oder 8. Quartier guten fliessenden Wassers übers Feuer, und das lasset man so lang kochen, bis der dritte Theil desselben eingekocht ist, darauf nimmt man es von dem Feuer ab und zwinget es durch ein rein Tuch- Zu dieser abgesottmen SUM komt ein halbes Pfund venedische Seife, damit setzet man es wieder auf einige gluenve Kohlen, doch ohne es kochen zu lassen, bis man durch steisiges Umimhren verspm ret, daß die Seife ganz zerschmolzen ist, davon die Suppe ziemlich zähe wird- Als. Mittel wider die Viehseuche. denn läßt man dieselbe ein wenig abfühlm, bis sie nicht mehr als Milchwarm ist, und giebt diese p°ruon dem Stück Vieh, wo möglich, auf einmal mit einem Hom ein. HierauNäßt man das Vieh sich ein wenig bewegen, und fahret fort, demselben diesen Trank jeden Tag einmahl zugeben, bis man merkliche Besserung sie- btt/ welche sich insgemein nach dem Gebrauch von r Portionen zeiget. Uberdie« ftö kann man auch nach Belieben ; Stunden hernach, nachdem das Vieh daS obige einbekommen hat, jedem Stück ein Pulver von i. und ein halbes Drachme Jalappawurzel und zwar in einem Spitzglas voll Kornbrantwein eingeben. Von dergleichen nützlichen Mitteln gegen diese schädliche Seuche haben ver« schiedene Autorcs insbesondere geschrieben , woraus mehr Raths zu erhöhten. Goal, üe Uocrricber Betrachtung von der Vieh-Seuche 8v. Frf. 17)7.8.5. Ludwig Holbcrg, Gedanken über die jetzige Vieh-Seuche rvoWist mar. 1746. 8. fr. Fried Marc. Nrgrisölr'/ Gedanken von der Viehseuche und vornehmlich des Horn-Viehes 8vo Leipzig 174-. 8. fr. Sammlung einiger bewährter Arznei)-Mittel wider die Krankheiten des Horn-Viehes Fol. Prentzlau 8. fr. Betrachtung über die jetzt graßirende Vieh-Seuche 8vo Hamb. »746. 8. Kreutzer. Hannai hisiorische Beschreibung der Vieh-Seuche welche seit 1745. in den Hanwurgi sehen Gebiet graßirte 8vo Hamb. 1748. g. fr. Ioh. Ernst Wrcden Untersuchung von der Vieh-Seuche 8vo Han« nover 1746. 6. fr. Am verwichenen Dienstag haben wir das Glück gehabt, den Durch« lauchrigsken Prinzen Georg Wckhelm von Hessen Darmstadt in unsrer Stadt zu sehen- Nachdem Sr. Hochfürstliche Durchlauche das hiesige Regiment in hohen Augenschein genommen und zu Mittag gespeifet hatten , so waren Dieselbe zwar Willens, die Rückreise nach Darmstadt gleich anzutretten: Weil Sie aber vernommen , daß eine Anzahl der hufigen Herrn Studenten Ihnen chre unterthäniaste Ehrfurcht durch eme Abendmusic zu bezeugen Anstalt gemacht: so gerührten Sie biß 9. Uhr Abends hier zu verharren. Die Herrn Studenten, welche um 6 Uhr mit Fackeln in den Händen unter dem Schall der Paucken und Trompeten vor dem Fürstlichen Quartier in schönster OrDr.ung anlangten, und bey ihrer angenehmen Music an Sr. Hochfurstlrchett Lurchlauchr einen so gnädigen als aufmerfsamen Zuhörer hatten, wurden durch diese und viele andre ausnehmende Gnadenbezeugungen von Dero Neigung gegen düjenige, welche sich der Gelrhrsamfeit gewidmet, zu ihrem ungemeinen Vergnügen sattsam überführet. Von Wolfenbüttel ist vor kurzem die Nachricht eingeläufen, daß daselb- sien der berüchtigte Uebersetzer der Wertheimischen Bibel Ioh. Lorenz Gchmiv plötzlich Giesser wdchest-Blatt / Nurn. V. plötzlich m einem Polipus gestorben. Er war Pagen Hofmeister.unter dem Namen Schröter hat er sich vor einiger Zeit in Hamburg aufgehalten, auch daselbsten Can- wmirs Geschichte des Ottomannischen Reichs / Tendals Beweis daß das Christen- thum so alt als die Welt sey, undSpinoza Sittenlehre ins Dorsche übersetzt. An neuen Büchern sind bey dem Verleger angek-mmen: Sammlung von Urtheilen der vornehmsten Akademien von Europa über den beglückten Fortgang der Operationen des Herrn Johann Tay.ors rc. welcher ein kurier Inhalt seiner Schriften und seines unvergleichlichen apparatus, mgleichm tin Abriß seiner öffentlichen Vorlesung über die Kunst das Gesicht zu erhalten und wieder herzustellen beygefügt. 8vo Frf. «7fo. 8. kr. D Ludw. Gottf. Mögen, Abhandlung vom Memryd 8vo. Frf. i7fo.8,f. Joh. Heinrich Schröders merkwürdige Rechen nach Ost»Andren und verschiedenen orientalischen Inseln. 8vo Leipzig 174-. ro. kr. Die listigen und unqetrcuen Dienst- Magde m Entdeckung ihrer Künste reich zu werden : dem beygefügt die erbare und scheinheilige Hure Corinna m Leivsta 1749. jo. kr. Ocvl) Arndt wahres Christenthum mit 6r. Kupfern nebst einer Catecheti« schm Einleitung von r88. Fragen nebst deffen Paradießgärtlcm^to in grobem Druck 2. fi. rf. kr. Ebendas, ohne Kupfer 1. st. jo. kr., Es wird ein Lehrling zu einer Handlung verlangt, welcher etwas lateinisch verstehet, und im Rechnen und Schreiben geübt ist, dabey auch Caucion stellen kaan; wegen des Lehrgeldes wird man weitere Abrede nehmen. Andrem Francifci du Chcfbe Hiftorix Francorum Smptotes. Fol. Tom. iu$ »das und ?u$ wird zu kaufen gesucht; wer diese Theile einzeln besitzt, Fan an Ausgebern dieses nach belieben den nächsten Preis berichten. Nachricht. Zn verlchnen und zu verpachten. Vor dem Walllhor an der Taubentränk, ist ein wohlbestellterGarten mit guten tragbaren -Obst-Bäumen, worinne ein wohlgebautes Gartenhäußgen, auf etliche Jahre gegen einen billigen Zins zu verlchmn / bey Ausgebern dieses kam» man mehr Bescheid erhalten. Dieses Wochenblatt wird alle Diensttage allhier bey dem Verleger Johann Philipp Krieger denjenigen, so auf ein Jahr mit 1. fl oder auf ein halb Jahr mit 1. st. prxnumeriret, zugesendet; auch wird das Stück einzeln vor z.kr. abgegeben. 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