Äz DK k ’• - Dienstag, 30. Wär$l945 Ernst Jünger. Flamme versehrt. Oie Abwehrkämpfe am Ladogasee » Sie schaffende Heimat ist das MM der Front Und wenn man die Männer steht, die schweigend, Helm an Helm, unter dem Gesang der Motoren neuen Entscheidungen entgegen getragen werden, diese neue und kühne Rasse, die in allen Feuern gehärtet ist, so steigt der Wunsch auf, daß sie nicht alle dem Lande verloren gehen. Aber wenn auch nicht einer von ihnen wiederkebrt, io Netzen sie doch ein Matz zurück, wie es der Mensch nur selten erreicht. Richt kämpften sie in strahlender Rüstung, und nicht vergönnt war ihnen der Triumph, den der hohe Mittag gewährt. Die Erde war ihr Panzer und das Feuer ihr Element. Aber ein höchstes Gesetz erfüllt, wer in einsamer Rächt und aus verlorenem Posten fällt. Ihrer wird man gedenken, wo immer man die Bitterkeit des Unterganges liebt und den hohen Sinn, den keine dennoch unter Einsetzung von Menschen und Material und aller Verluste. weil ihnen eben unter Nichtachtung keine andere opera- die Wendungen der teristisch für diese reine deutsche Fanrilienleben. Was aber vor allem dem Menschen Moltke patriotisches Herz und mich immer besonders mit verband, war sein heißes sein aufrechter und zielbe- bie abt iten nen ilb- auf ffer Di« iöh- 5:2. —L rbd Ittol; m. l.d. 3ed. Der Ladogasee war uns vor diesem Kriege im wesentlichen nur aus der Geographiestunde bekannt, und zwar als der größte Binnensee Europas. Im Herbst 1941 drangen deutsche Truppen bis an sein Ufer vor. Seither ist er der Schauplatz erbitterter .Kämpfe, die von der bolschewistischen Seite mit dem Zrele geführt werden, den Einschließungs- rin g um Leningrad zu sprengen. Auch im Nahmen der diesjährigen großen bolschewistischen L'ntero'fensive spielt der Ladogasee eine erhebliche Nolle Südlich davon haben die Sowiets immer wieder versucht, einen Durchbruch in Richtung Leningrad zu erzielen. Sie verfolgen damit also den gleichen Zweck wie bei den Angristsoperationen, die seit Jahr und Tag im Raume des Ilmensees geschlagen. Ä . . Auch am gestrigen Tage setzte der Teint, Kme Angriffe an zahlreichen Stellen der tunesischen Front fort. Er wurde wieder blutig abgewrefen. In Südtunesien scheiterten feindl'che Um- rassunasversuche am entschlossenen W'derstand un durch eneraiich geführte Gegenangriffe unserer e- weglich kämpfenden Truppen. Deutsch-ltalrenifche Verbände besetzten in diesem Frontabschnitt planmäßig neue Stellungen. Bei Angriffen feindlicher Fliegerkräfte gegen Orte in den beseiten Mestaebieten hatte die Bevölkerung hohe Verluste, hierbei und an der norwegischen Küste verlor der Feind 18 Flugzeuge. Ein Verband schwerer deutscher Kampfflugzeuge belegte in der vergangenen Rächt erneut den 3n- dustrieplah Rorwich mit vielen Spreng- und Brandbomben. Das C'ck-nlaub »um Wtterlreuz. Berlin, 29. März. (DRV.)' Der Führer vierlieh am 23. Marz 1943 dem Generalmajor P o st el, Kommandeur einer Infanteriedivision, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Der Führer sandte an Generalmajor Postel nachstehendes Telegramm: „3n dankbarer Würdigung 3hres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 215. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler." Ehrenwache der Sportkameraden am Sarge des verstorbenen Reichssportführers von T^jcham - m e r und Osten im Reiterhaus auf dem Reichs- sportfeld. Zahlreiche Männer und Frauen der deutschen Sportgemeinde waren erschienen, um dem Förderer der deutschen Leibeserziehung die letzte Ehre zu erweisen. — (Scherl-Bilde rdiensf-M.) mutigen", schreibt er 1831 an Freiherrn von Latzberg, „ich hoffe und vertraue, daß wir zuletzt siegreich daraus hervorgehen werden", oder an .Hoffmann von Fallersleben: „Durch das Unglück pflegen wir sonst besser zu werden und uns zu erheben, ich hoffe auch dieses Mal." Der Traum von der Einigung und Einheit der deutschen Stämme bildete sein politisches Glaubensbekenntnis. Auch in schweren Zeiten muß das Volk stolze Haltung bewahren: „hart ist die Zeit und wird uns noch zu stärkeren Entbehrungen zwingen. Wer aber an Opfer sich gewöhnt, bringt sie freudiger und erkennt, daß nicht Gut und habe, nur Tugend und Eintracht uns zu retten vermögen. Vereinzelt und ohne ein aufgestecktes Banner sinken die deutschen Stämme zu Boden; wer es erhebt trnb damit geschlossen in die Gefahr tritt, dem schlagen alle Herzen entgegen." Und wahrhaft prophetische Worte sprach Jacob Grimm 1850: „Solche Prüfungen werden nicht verloren sein, sondern ihren Lohn tragen. Das Dunkel wird sich einmal erhellen und dann neue Macht leuchten über unserem Vaterland." . W. Sch. schuldig geblieben ist. Er hat sie durch sein Wirken für Großdeutschland gegeben. Der Führer und das ganze deutsche Volk grüßen durch mich zum letztenmal ihren toten Botschafter. \ Der Reichsaußenminister legte, während die Fah» nen sich senkten, unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden den Kranz des Führers nieder. Nach den Liedern der Nation wurde der Sarg aus dem Landeshaus getragen und unter Erweisung der Ehrenbezeigungen eines Bataillons der Wehrmacht auf die Lafette gehoben, um nach dem Heimatort des Botschafters übergeführt zu werden, wo die Beisetzung in dem Erbbegräbnis der Familie im ' engsten Familienkreis stattfinden wird. Aites »tte* auch enzu* it zünden >n. tive Wahl bleibt. Aber wir dürfen uns durch ... .. . deutschen Wehrmachtberichte über die immer wieder erfolgte vernichtende Abfuhr des Feindes nicht darüber täuschen lassen, daß auch diese Kämpfe von - großer Härte sind und an die deutschen Divisionen, die dort oben. eingesetzt sind, die größten Anforderungen stellen. Immer wieder wird gemeldet, daß der Feind bei seinen vergeblichen Durchbruchs versuchen größte Verluste an Panzern und auch an Mannschaften hatte. Allein die mitgeteilten Zahlen der vernichteten feindlichen Panzer genügen, um einen Eindruck von der Härte dieser Abwehrkampfe zu erwecken. Daß es dem Feinde an keiner Stelle gelungen ist, die deutsche Abwebrfront zu durchbrechen, ist ein Beweis für die Kampfesleiskung der deutschen Divisionen, die hier eingesetzt sind und deren Tapferkeit genau so gewürdigt tu jperben ! verdient wie die ihrer Kameraden an den südlicheren Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8' »Uhr desVormittags Anzergen-Preiie: Änzeigenteil 7Rvf. le mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvs. le mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel 1 AbschlüüeMengenstafsel B Platzvorschrist (vorherige Vereinbarung) 25° o mehr Abschnitten. Der Webrniacktbericht. I DM. AusdemAührerh-llpiquarNer 29. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt von ihnen durchgeführt worden sind. Es ist kein Zufall, daß die Kämpfe um den Ladogasee im Augenblick wohl den Schwerpunkt der feindlichen Unternehmungen an der Ostfront darstellen. Es ist weiterhin kein Zufall, daß im Laufe der letzten Wochen der Schwerpunkt der feindlichen Durchbruchsversuche sich immer weiter nach Norden verlagert hat. Das hängt mit der fortschreitenden Jahreszeit zusammen. Während nämlich im Süden schon längst das Matschwetter des .Frühlings eingetreten ist, durch das die Wege fast ungangbar werden, herrschen weiter im Norden noch Temperaturen, die eine Fortführung der Kämpfe ermöglichen. Wenn auch die Bolschewisten heute geringere Aussichten haben denn je, sozusagen vor Torschluß der Winterzeit noch zu einem strategischen Erfolge zu gelängen, so versuchen sie es ' starken Masten an [93. Jahrgang Nr. 75 Erscheint täglich, außer Lonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat'mPild DieScholle Bezugspreis: Monatlich. . RM.1.80 Zustellgebühr. . „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt bekannt: 3m südlichen und mittleren Teil der O st f r o n t kam es auch gestern nur zu örtlichen Kämpfen. Rordöstlich Orel fchosten Grenadiere einer 3nfanteriedivision von acht im Tiefflug eingreifenden feindlichen Flugzeugen sieben ab, darunter vier gepanzerte Schlachtflieger. Südlich des 3 l men fees und am Ladogasee nchn der Feind feine Angriffe wieder auf. Die ilnariffe, die den ganzen Tag über andauerten, wurden mit schweren Verlusten für den Gegner ab- Breslau, 29. März. (DNB.) Der Staatsakt für den am 22. März in Madrid verstorbenen Botschafter von Moltke fand im Landeshaus zu Breslau statt, wo sich Vertreter von Staat, Partei und Wehrmacht und viels Beamte des Auswärtigen Amtes sowie viele persönliche Freunde des Verstorbenen eingefunden hatten, darunter 30 Bergmänner und Landarbeiter aus den Moltkeschen Besitzungen. An der Spitze der Angehörigen seiner Botschaft war der spanische Botschafter in Berlin, Vidal Saura erschienen. In Begleitung des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes, Freiherrn von Weizsäcker, betrat Frau von Moltke mit den Familienangehörigen den Raum. Um 15.30 Uhr traf als Vertreter des Führers der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop ein. K __ Der Staatsakt wurde eingeleitet mit dem Trauer- marfd) aus Be^hovens Eroica, dann sprach Reichsaußenminister v o n R i b b e n t r o p. Mit Moltke, so sagte er, ist einer der fähigsten und zuverlässigsten Diplomaten unseres auswärtigen Dienstes, ein echter Patriot, der sein Land über alles liebte, und vor allem ein wahrer Freund und Kamerad von uns gegangen. Wer in die ernsten, klugen und doch so treuen und guten Augen Moltkes blickte, mußte ihm von Herzen zuaekan sein. Hans Adolf von Moltke wurde 1884 in Oppeln als Sohn des königlich-preußischen Staatsministers Friedrich von Moltke geboren. 1913 trat er als Ast"ehe ins Auswärtige Amt ein. Bei Ausbruch des Weltkrieges ging er als Oberleutnant mit feinem Regiment ins Feld. Sva- ter war er mit einer wichtigen divlomatischen Am- qabe beim Generalgouvernement Brüssel tätig. Schon bald nach dem Unal"ck von Versailles sehen wir ihn im oberschlesischen Grenzschutz, wo er feine Heimat gegen polnisches Untermenschentum verteidigen hilft Dann übernimmt er wieder eine diplomatische 2Ir= beit bei den politischen Kämpfen um altes deutsches Land Oberschlesiens. Nach efner mehrjährigen diplomatischen Verwendung in Konstanitinopel wird er 1928 in die Ostabteilung des Auswärtigen Amtes berufen. Seine Kenntnisse in deutschen Ostfragen schwedische Wea" führe sie wieder zum europäischen Ziele. Die Neutralität, welche nach außen die Verteidigung des nationalen Bestandes bezweckt, führt im Innern zu einer Verhärtung der eigenen Art. So erschwert die Neutralität in mancher Hinsicht den Blick für die Notwendigkeiten des Gemeinsamen, ohne daß man bestreiten kann, daß dieses Gemeinsame Europa heißt. Die Weltofsenheit Stockholms ist im vierten Kriegsjahr notgedrungen von anderer Art als früher. Der Verkehr nach Ueberfee hat fast gänzlich aufgehört. Nur ein kärglicher, wenngleich wirtschaftlich äußerst wichtiger Schiffsverkehr nach Süd- amerika ist von dem ständigen Strom der Atlantikfahrer in Friedenszeiten übrig, geblieben. Um so lebhafter ist der Verkehr im Aetyer. Stockholm ist heute einer der wichtigsten Knotenpunkte im internationalen Nachrichtenverkehr. Alle Großmächte haben ihre Beobachtungsposten hier feit Kriegsausbruch verstärkt. So ist an die Stelle der vielen Touristen eine seßhafte Art Besucher getreten, und sie trägt wesentlich dazu bei, daß Stockholm immer noch Weltstadt ist. Das Straßenbild beherrschen allerdings die Schweden, und zwar die schwedischen Uniformen. Schweden hat schneller als manche andere kleine Nation begriffen, daß Neutralität nicht mehr ein bequemes Zuschauen be= sicher Liebe zu seinem Land und zu seinem Diplomatenberuf ein ernstes und tiefes Verantwortungs« gefühl und restlose Hingabe an seine Arbeit verband. §ür ihn galt nur die Sache. Er selbst trat in seiner Bescheidenheit und Bedürfnislosigkeit stets zurück; ein durch und durch vornehmer und fester Charakter und ein vorbildlicher Kamerad. In seinem uns allen bekannten innigen Familienleben sand er stets neue Kraft für seine Arbeit. Mit größter Liebe hing er an seiner Frau und seinen acht Kindern. Auch feine Liebe zur Kunst, besonders zur Musik, war charak- ............ Natur und für dieses echte ^ernsvrechanschlust 2251 Druck und Verlag: Srahtanfchnrt: „Anzeiger" Postscheck 1168k Franks.>M. vruylsche univerfitattdruckerei 8. Lange waren für das Reich besonders wertvoll, dies war auch der Grund, daß Moltke 1931 Gesandter in Warschau wurde. Auf diesem Posten, den er 8Vz Jahre bekleidete, fand er Gelegenheit, seinem Lande große Dienste zu keiften. Denkt man zurück an die unerträglichen Zeiten des polnischen Korridors und des polnischen Terrors in Oberschlesien, so versteht man, wie schwierig der Posten war, aus den Moltke 1931 gestellt wurde. Er hat es nur dank feiner charaktervollen Persönlichkeit und seiner ungewöhnlichen Begabung verstanden, selbst auf diesem schwierigen Terrain die Voraussetzungen zu schaffen, daß wenige Tage später, als der Führer den Weg zu einem deutsch-polnischen Ausgleich frei zu machen suchte, die ersten Schritte in dieser Richtung auch erfolgreich zurückgelegt werden konnten. Es hat an der Verblendung der Männer gelegen, die nach dem Tode des Marschalls Pilsudski die Geschicke Polens in die Hand nahmen, wenn dieser Weg später nicht weiter verfolg! werden konnte. Moltke hat dann in den Jahren 1939/42 in hervorragender Weise an den Aufgaben mitgearbeitet, durch die die Kriegsschuld unserer Gegner ange- prangert wird. Anfang des Jahres ging er als Botschafter nach Madrid. In der kurzen Zeit seiner Tätigkeit gelang es ihm, das Vertrauen des spanischen Staatschefs und der maßgebenden politische« Kreise in hohem Maße zu gewinnen und zur Vertiefung der Freundschaft zwischen Deutschland und Spanien beizutragen. Die hohen Ehrungen durch den spanischen Staatschef und die ritterliche spanische Nation bei seinem Tode sind ein Zeichen für die großen Sympathien, die sich die Persönlichkeit Moltkes in der kurzen Zeit seines Wirkens dort erworben hatte. So wirkte der Botschafter noch in seinem Tode für sein Land als wahrhaft guter Botschafter, und sein Heimgang wurde zu einer herzlichen Bekundung der deutsch-spanischen Freundschaft. Als Träger eines großen Namens der deutschen Geschichte hat er sich der Vergangenheit seines Geschlechtes in. jeder Beziehung würdig erwiesen. Er steht vor uns als ein Mann, der mit leidenschaft- wußter Wille, den Weg zum nationalsozialistischen Staat zu finden. Er war ein Mann, der, obwohl aufgewachsen in den Anschauungen einer vergangenen Epoche, es verstanden hat, alle guten Seiten alt- preußischer Tradition in den Dienst für das neue Deutschland zu stellen und sie mit unseren national« sozialistischen Anschauungen zu verbinden. So wurde er Mitglied der NSDAP.. Ein Wort ist charakteristisch für ihn, das er einmal im Unwillen über einige unverbesserliche Abseitsstehende äußerte: „Wenn meine Söhne einmal groß geworden sind und sie später fragen, was tatest du denn in dieser großen Zeit, dann will ich ihnen die Antwort nicht schuldig bleiben." Ich kann heute in dieser Stunde vor dem ganzen deutschen Volke sagen, daß Hans Adolf oon Moltke die Antwort auf eine solche Frage nicht Vaterlandsliebe. , Mehr als einmal — so lehrt uns die Geschichte — jmt die verbissene Geschlossenheit und Einigkeit einer Schicksalsgemeinschaft das zurückerobert, was bereits verloren war. Diesmal geht es um mehr, fleht es um Leben und Sterben des Volkes. In (iner solchen Zeit ist es geboten, sich an der gläubigen Zuversicht der Männer und Frauen auszulichten, welche in den dunkelsten Tagen der deutschen Geschichte die seelische Aufrüstung des Volkes rorbereiten halfen. Zu ihnen gehört in erster Linie ftacob Grimm, der „Deutscheste der Deutschen, dessen Zeugnis mehr gilt als das der Million", wie jGervinus bekqnnt hat. Er hat Zeit seines Lebens lief im Herzen den unerschütterlichen Glauben an die Sendung des deutschen Volkes getragen und auch dann nicht an einer besseren deutschen Zukunft gezweifelt, als andere nach der bitteren Enttäuschung des Wiener Kongresses oder nach den fruchtlosen Verhandlungen der Paulskirche längst auf« gehört hatten, an "eine Wiedergeburt des deutschen Volkes zu glauben. „Die Vaterlandsliebe", bekannte Jacob Grimm In seiner Göttinger Antrittsrede, „ist ein so ^gött» liches und jeder menschlichen Brust so tief einge- prägtes Gefühl, daß sie durch Leiden und Unglücks- iälle, die uns im Geburtsland treffen, nicht geschwächt, sondern eher noch gesteigert wird." Wie Hart er sich dem Vaterland verpflichtet fühlte, das hat er in der - Selbstanzeige des vierten Bandes Ieiner „Deutschen Weistümer" ausgesprochen: „Alle meine Arbeiten wandten sich auf das Vaterland, von dessen Boden sie auch ihre Kraft gewannen, mir schwebte unbewußt und bewußt vor, daß es uns am sichersten führe und leite, daß wir ihm zuerst verpflich- tet seien." In jedem Deutschen, so führte er bei einer anderen Gelegenheit aus, schlummert diese Vaterlandsliebe. Sie muß nur geweckt und richtig geleitet werden und offenbart sich in der Stunde der Gefahr am schönsten." Die Gefahr pflegt uns zu bessern und zu er- Stockholm im vierten Kriegsjahr Von unserem Dr. L.-Korrespondenten. Stockholm, im März 1943. Die großen Weltstädte führen von jeher ein Doppelleben: Ihren Bewohnern sind sie Heimat und oertrauter Aufenthalt, während die flüchtigen Fremden nur zeitweise Herberge, heitere Zerstreuung oder sachliche Belehrung in ihnen suchen. Beiden bieten die Städte ein völlig verschiedenes Seicht, beiden erschließen sie sich anders und keinem [ eigen sie ihr ganzes Wesen. Stockholm ist keine Ausnahme. Stockholm den großen Weltstädten zuzurechnen, wird nur demjenigen seltsam erscheinen, dessen Einschätzung lediglich von statistischen Grö- zenwerten abhängig ist. Freilich langt es bei Schwedens Hauptstadt noch längst nicht zur Aufnahme in die Spalten der Millionenstädte. Aber nicht die Zahl der Einwohner macht die Weltstadt, andern ihre lebendige Teilnahme an dem, was )raußen in der Welt vorgeht. Die Weltoffenheit der Schweden, die feil vielen Jahrhunderten in der vordersten Reihe der seefahrenden Völker gestanden haben, hat ihrer Hauptstadt das Gepräge gegeben. Trotzdem ist Stockholm nicht oder Abklatsch internationaler Vorbilder, sondern selbständiger Ausdruck schwedischer Eigenart. Darum ist auch die Bezeichnung „Venedig des Nordens" so falsch wie die meisten dieser von ftumpffinnnigen Touristen geprägten vergleichenden Beinamen großer Städte. Stockholm jedenfalls braucht sich derartige Vergleiche nicht gefallen zu lassen. Es hat genügend eigene Geschichte und eigenen Charakter, um als das, was es ist, seinen' Platz unter den Hauptstädten Europas und der Welt einzunehmen. In einem 1827 in Frankfurt am Main in französischer Sprache erschienenen „Handbuch für Reisende in Deutschland und den benachbarten Ländern" finden wir unter dem Titel Stockholm folgende einleitenden Sätze: „Schöne Hauptstadt des Königreichs Schweden und Residenz des Monarchen an der Mündung des Mälarsees in die Ostsee. Sie erstreckt sich über mehrere Inseln und das Festland. Ihre Lage -ift romantisch. Sie ist auf Pfahlwerk gebaut und bietet neben allen Gegenständen, welche eine schöne Stadt auszeichnen, Felsen, wilde Gegenden und bebaute Felder. Der Hafen ist vorzüglich, der Handel beträchtlich." Das alles trifft heute noch genau so zu. Nur die bebauten Felder finden sich nicht mehr im eigentlichen Stadtgebiet, sondern als Teil des Grüngürtels, welcher sich schützend zwischen Stockholm und feine Vorstädte legt. Wenn Stockholm auch Weltstadt in dem oben umschriebenen Sinne ist, so ist es doch vor allem eine europäische Stadt. Wir empfinden das heute noch mehr, obwohl Schweden nicht nur in geographischer Hinsicht am Rande unseres alten Erdteils liegt, sondern infolge seiner Neutralität im Kriege das Schicksal Europas nicht mehr zu teilen scheint. Die Schweden sagen allerdings, das sei ein Irrtum, wie er eben dem flüchtigen Fremden allzu leicht unterlaufe. Sie verweisen darauf, .daß die Neutralität sie nicht nur von den übrigen Völkern Europas scheide, sondern von nahezu der gesamten Welt. Hat sich Schweden von Europa losgesagt? Das Schicksal Europas bildet mehr denn je den Gegenstand besorgter, nachdenklicher, suchender Gespräche hier in Stockholm. Die Schweden meinen, „der Abschied von Botschafter von Moltke. Reichsaußenminister von Ribbentrop spricht bei dem Staatsakt in Breslau Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ®ieHen, Sd)ulftra(je 7-9 Oer Luftballon. Von Arne Marie Jürgentz. Am Rhein, dort, wo der breite Strom ist, dessen jenseitiges Ufer zwischen Weiden und Wiesen verdämmert, wachsen zwei kleine Iunaen auf, zwei Brüder, die meinem Herzen nahesteyn. Dem Geltesten, Henning, zehnjährig, sonnverbrannt und stämmig, einem 'Pimpf, wie er sein soll, mit einem echten, offenen Jungensgesicht, fliegen alle Herzen zu. Er ist immer vergnügt, immer zufrieden und vom Glück geliebt wie von den Menschen. Und wenn es ihn wirklich einmal im Stich läßt, so meint er, daß es hätte noch schlimmer kommen können. So steht er chtn Leben auf seinen festen, von Narben bedeckten Jungensbeinen. Nichts Böses kann ihm begegnen. Das Leben wird es gut mit ihm meinen. Er wird vielleicht niemals etwas Großes erreichen, denn es schenkt sich ihm alles zu leicht, doch er wird glücklich sein und zufrieden. Wir brauchen uns nicht um ihn zu sorgen. Aber unser Brüderchen — ach, unser kleines Brüderchen! Von Geburt an war es feiner Mutter Sorgenkind, durchaus nicht zimperlich, aber zart und anfällig, mit einem feinen Gesichtchen unter hellblondem, weichen Haar und dunkelblauen, sehr ernst dreinschauenden Äugen. Dieser kleine Kerl hat immer Unglück, er ist der Pechvogel sozusagen in der höchsten Potenz. Haben die anderen Kinder im Garten ein Messer achtlos fortgeworfen — Brüderchen stolpert hinein und tut sich sehr weh. Fällt ein dicker, reifer Apfel vorn Baum, so plumpst er anderen Kindern als willkommene Gabe vor die Füße, aber* Brüderchen fällt er unfehlbar auf den Kopf, und es gibt eine schmerzende Beule. An einem strahlenden Sommer-Sonntag ging ich mit den beiden Jungen zur Kirmes, und da passierte bann also die Sache mit dem Luftballon. Nachdem genug geschaukelt, geritten und Karussel gefahren war, bekam sedes Kind einen Groschen, um am Glücksrad zu setzen. Brüderchen stand mit gro- zen Augen da und sah voll Angst und Spannung )em knarrenden und ' rollenden Rade nach — jetzt tanb es still — — bebend und erwartungsvoll blickte das Kerlchen, das die Zahlen noch nicht lesen konnte, mich an: es war eine Niete. Natürlich war es eine Niete. Nun kam die Reihe an Henning. Er stand da, die Hände in den Hosentaschen, und pfiff sich eins, während das Rad sich drehte. Und als es anhielt, hatte er gewonnen! Natürlich hatte er gewonnen. Einen Korb voll Süßigkeiten, den er strahlend, aber keineswegs erschüttert, entgegennahm. Ich hatte den vermessenen Glauben, die Waage der Gerechtigkeit ins Gleichgewicht bringen zu können und spendierte noch einmal jedem einen Groschen. Brüderchen heimste feine zweite Niete ein. und Henning — gewann den ersten Preis! Ich lüge nicht, er gewann den ersten Preis! Der bestand aus einem Kanarienvogel, einem „ff hochedlen Rol-, fcr\ allerdings ohne Bauer, das mußte, da dieses Glückspfand fönst schwerlich nach Haufe zu schaffen mar, bei dem geschäftstüchtigen Diener Fortunas für etliche Mark dazu erstanden werden. (Unter uns: gesungen hat er nie, er war ein Weibchen, der hochedle Roller!) Nun ist es aber unmöglich, mit zwei Kindern von der Kirmes nach Hause zu gehen, von denen das eine in der einen Hand einen Korb mit Süßigkeiten, in der anderen einen Voael im Bauer heim- träqt, während das zweite Kind teere Hände hat. Also wurde Brüderchen nach seinen Wünschen gefragt, und da es sich einen Luftballon wünschte, wurde dieser Wunsch lo^rt erfüllt. Als ich die verklärte Freude sah, mit der die schöne bunte Kuacl betrachtet wurde, schien mir nun dennoch die Göttin der Gerechtigkeit ein Einsehen nehabt zu haben. Doch grausame, unerbittliche Mächte standen in Gestalt einer Weißdornhecke heimtückisch im Hinterhalt und lauerten auf ihr Opfer, das sich ihnen ahnungslos und kirmesselig nahte. Da streckten sie chre langen, spitzen Dornen aus — und knall! ein schöner, bunter Luftballon war gewesen, war ganz einfach zerplatzt, verschwunden, aufgelöst in ein Nichts! Ich nahm Brüderchen fest an die Hand und rief: „Komm, wir laufen zurück und kaufen einen neuen!" Und wir holten einen noch schöneren, noch leuchtenderen, purpurroten! Und diesmal kamen wir unbeschadet an der Hecke vorbei, Brüderchen hielt ihn fest, ganz fest — und doch nicht fest genug! Bengel warfen einen Knallfrosch vor unsere Füße, Brüderchen erschrak — und von dannen flog der Luftballon! Höher und höher, kleiner und kleiner werdend, zuletzt nur mehr ein rotes Fünkchen im unendlichen Himmelsraum Lange hat Brüderchen dagestanden, die kleine, leere Faust noch erhoben, und es ganz einfach nicht gefaßt. Dann kam der Schmerz und das bittere Weinen. So kehrten wir heim von der Kirmes. Doch was ist das? Was hängt im Fliederbusch im Garten? Wiegt sich hin und her und kann doch nicht auf und davon, weil sein Haltefaden im' Gebüsch verwickelt ist? Eine leuchtende Kugel! Ein roter Luftballon!! Und die kleinen Hände nesteln ihn los, tragen ihn beseligt ins Haus. Und ich nehme unseren kleinen Jungen auf den Schoß und erzähle ihm leise in der Dämmerung, daß der liebe Gott zu dem Luftballon sagte, als er in den Himmel kam: „Flieg schnell wieder zurück zur Erde, damit Brüderchen nicht traurig ist!" Und Brüderchen schmiegt sich an mich, und die heimatliche Stube mit ihren schützenden Wänden ist um ihn und die rote Kugel, die nichts und niemand ihm wieder entreißen kann ... Da klingelt es schrill, und man hört, wie Nachbars Suse eingelassen wird. „Suse!", ruft Brüderchen und läuft ihr entgegen, „der liebe Gott ..." „Gib sofort meinen Luftballon her!" schreit Suse im höchsten Zorn, „er ist mir fortgeflogen und in eurem Fliederbusch hänaengeblieben, u'nb du hast ihn dir hingenommen! Alle haben es gesehen, und deutet, sondern tätige Wachsamkeit. Die Rüstung des Landes hat allmählich Achtung gebietenden Umfang erreicht. Stockholm legt dafür nicht nur mit den vielen Uniformen im Straßenbild, sondern auch Mit der Wohnungsnot Zeugnis ab, welche vor allem eine Folge der in der Reichszentrale konzentrierten und vermehrten Wehrbehörden ist. Der flüchtige Fremde, der abends durch die erleuchteten Straßen wandert, der in den Restaurants die elegant gekleideten Stockholmer bei heiterer Geselligkeit beobachtet oder in den Geschäften die immer noch gefüllten Regale sieht, wird leicht den Eindruck nach Hause nehmen, er sei auf einer Insel, des Friedens gewesen, in einer Welt von vorgestern, welche von dem harten Geschehen von heute nicht berührt ist. Gewiß ist Schweden eine Insel des Friedens im Sturm der Zeit. Wer aber länger au] dieser Insel wohnt, weiß, daß der Schein des ersten Eindrucks den reisenden Geschäftsmann oder Unternehmer heute nicht weniger leicht irreführt, als früher den Touristen. Der Atem »des Krieges tft auch hier in Stockholm zu spüren. Seine Wrkun- gen sind, in manchem geringer, in manchem aber nur andersartig als in den übrigen Ländern Europas. Vergangenheit und Gegenwart Stockholms sind uns bekannt. Wird es auch eine Zukunft haben, welche ihm mehr verspricht als nur die Stellung einer Hauptstadt Schwedens und Residenz des Monarchen?" Wir find uns bewußt, daß nicht mir, sondern die Schweden die Antwort zu finden haben. Kampfgemeinschaft auf Gedeih und Verderb. OaS deutsche Volk macht Churchills Bombenterror zuschanden. Berlin, 29.März. (DNB.) Aus Anlaß eines Besuches im Westen des Reiches svrach Reichspressechef Dr. Dietrich vor der Presse über seine Eindrücke in den bombardierten Gebieten. Er kennzeichnete den Terrorkrieg unserer Gegner als einen Vernichtungsfeldzug gegen die Zivilisation, gegen die menschlichen Wohnungen und Heimstätten von Frauen und Kindern. Als Beweis für die vorbedachte Absicht und die wahre Taktik dieser verbrecherischen Kriegführung führte er ein unwiderlegliches Zeugnis Winston Churchills an, der schon im Jahve 1934 einen Zeitungsartikel veröffentlichte, in dem er zukunftweifend schrieb: „Vielleicht werde es sich im nächsten Krieg darum handeln, Frauen und Kinder, oder die Zivilbevölkerung überhaupt, zu toten, und die Siegesgöttin wird sich zuletzt voll Entsetzen jenem vermählen, der dies im gewaltigsten Ausmaß zu organisieren versteht.? Das seien seherische Worte des Schuldigen am Terrorkrieg, der das Verbrechen, das er damals beschrieb, nun in die Tat umsetzen möchte. Er habe den Bombenkrieg gegen Frauen und Kinder begonnen und den Mord gegen die Zivilbevölkerung kriegsmäßig organisiert. Um die Tapferkeit der Gesinnung in die Herzen oller zu pflanzen, müssen wir unsere Herzen verhärten und uns auch innerlich auf den Boden einer grausamen Gegenwart stellen. In dem vom Bombenkrieg unserer Gegner getroffenen Gebiet hat die Bevölkerung diese Umstellung des Denkens vollzogen. Sie hat die Hoffnung unserer Feinde, durch Bombenterror gegen Frauen und Kinder die moralische Kraft, die Siegeszuversicht und den Kampfeswillen des deutschen Volkes niederbvechen zu wollen, durch ihre bewundernswerte Haltung zuschanden gemacht. Die Briten hatf>en das Gegentell von dem erreicht, was sie durch ihre Mordbrennerei erreichen wollten. Sie haben die Bevölkerung nicht schwach und wankelmütig gemacht, sondern h a r t und v e r b i ff e n und zu einer Kampfgemeinschaft auf Gedeih und Verderb zusammengeschweißt. Diese starke Haltung der Bevölkerung in den bombardierten Gebieten wird die Haltung des ganzen deutschen Volkes sein, wohin unsere Gegner auch immer ihre verbrecherischen Terrorangriffe richten werden. Aus dieser wahrhaft großen Haltung, aus dieser bedingungslosen Hingabe an die Nation und chrer Entschlossenheit zu kämpfen und zu siegen, erwachsen die Kräfte, die der Sieg in diesem harten Kampf von uns fordert. Mit dem tt-Epähtrupp unterwegs. Aus dem Reich. Mit 80 Zähren im aktiven Wehrdienst. Oberstleutnant d. R. Z. V. Hans-Heinrich Hof- r i ch t e r, der älteste hn aktiven Wehrdienst stehende Offizier der deutschen Wehrmacht, vollendete das 80. Lebensjahr. Er wurde in Königsberg geboren. Nachdem er in Reval die Reifeprüfung abgelegt und dann an der Universität Berlin Geschichte und Volkswirtschaft studiert-hatte, trat er 1886 als Einjährig-Freiwilliger in das Felb-Art.-Regt. 1 in Königsberg ein, in hem er 1905 Leutnant d. R. wurde. Den ersten Weltkrieg machte er an der Front mit. Ass Major schied er aus dem Heeresdienste aus. 1930 trat er in Stettin in die NSDAP, und in die SA. ein, in der er zuletzt als SA.-Oberführer zum Stabe der SA.-Gruvpe Berlin-Brandenburg gehörte. Bei Ausbruch Oes Krieges stellte er sich tkotz seines hohen Alters für eine Frontverwendung zur Verfügung. Er hat als SA.-Führer und als Offizier bero'iefen, daß man sich auch im hohen Alter wehrfähig erhalten kann. Wegen feiner Verdienste im rückwärtigen Heeresgebiet im Osten wurden ihm die Kriegsverdienstkreuze 2. und 1. Klasse verliehen. Der Führer hat dem in zwei Kriegen hochbewährten Offizier und dem um die wehrgeistige Erziehung verdienten SA.-Führer in einem persönlichen Handschreiben die Glückwünsche zum 80. Geburtstag ausgesprochen und ihn zum Oberst befördert. Reichsminister Dr. Goebbels sprach ihm seine herzlichen Glückwünsche aus. Stabschef Lutze überbrachte ihm fein. Bild mit eigenhändiger Unterschrift und beförderte ihn zum Brigadeführer. Lufischuhdieuflpflicht. Durch die 8. Aenderungsoerordnung zum Luft- schutzrecht sind nun im gesamten Reichsgebiet alle Personen, bei denen nicht körperliche Behinderung oder besondere Berufspflichten entgegenstehen, traft Gesetzes zur Luf t schutz d ien stp f l i ch t im Selbstschutz herangezogen worden. Eine polizeiliche Heranttehung einzelner Personen zum Selbstschutz entfällt in Zukunft. Alle im Hause zur Verfügung stehenden Kräfte können von den örtlichen Luftschutzttitern für Am gaben des Selbstschutzes ein» geteilt werden. Wo Gefahren für Leden oder Sachwerte entstanden sind, können ferner außer den Polizeibeamten alle Führer des Selbstschutzes und ihre Vertreter sowie mit polizeilichem Ausweis versehens Amtsträger des Reichsluftschutzbundes alle in der Nähe der Schadensstelle sich aufhallenden Personen, die nicht anderweitig eingesetzt sind, zu Diensüei- ftungen im Luftschutz einsetzen. Zu den Führern im Selbstschutz gehören die Luftschutzwarte, die Selbst- schutztruppführex und die Führer der Luftschutzgemeinschaften. Der Aufforderung der Polizeibeamten öder dieser Organe des Selbstschutzes, sich aii der Brandbekämpfung, bei der Bergung Verschütteter oder bei sonstigen Hilfeleistungen zu beteiligen, muß Folge geleistet werden. Bei Körperschäden, die infolge solcher Dienstleistungen im Luftschutz eintreten, wird vorn Reich Fürsorge und Versorgung gewahrt. Das Reid) erhebt die Gewerbesteuer. Um eine weitere Vereinfachung des Steuerwesens durchzuführen, wird die Gewerbesteuer (außer der Lohnsummensteuer) vom 1. April 1943 ab durch das Reich erhoben. Die Gewerbesteuer gehört zu den Realsteuern, die bisher von den Gemeinden zu erheben waren. Da jedoch die Finanzämter ohnehin den Pewerbesteuermeßbetrag festgesetzt haben, dient es^r Verwaltungsoereinfachung, wenn die Finanzämter auch die Gewerbesteuer selbst erheben. Die Erhebung der Grundsteuer erfolgt weiterhin durch die Gemeinden. Neben einer Neureae- lung der Besteuerung des Wandergewerbes sollen weitere Maßnahmen zur Vereinfachung der Gewerbebesteuerung getroffen werden. Das Aufkommen der Gewerbesteuer fließt den Gemeinden zu. Kleine politische Nachrichten. Am 31. Marz findet die Prämienziehung der durch die Reichsleitung dek NSDAP, durchgeführ- ten Kriegs-Winterhilfe-Lotterie 1942/43 statt. Zur Verlosung kommen 1236 Prämien im Gesamtwert von 192 000 RM., darunter 12 Sonderprämien zu je 5000 RM. Das Ergebnis wird durch Gewinnlisten bekanntgegeben, die ab 7. April in allen Losvertriebsstellen au fliegen. In Berlin starb Friedrich H u ff o n g, der jahrelang Leitartikler der früheren „Täglichen Rundschau war. Seit 1919 wirkte er an den Zeitungen und Zeitschriften des Scherloerlages. Wetten Kreisen NSG. Die L e i b st a n d a r t e ff „Adolf Hitler" stellt Freiwillige ein. Das Merk- ' blatt über die ausführlichen Einstellungsbe- bingungen ist bei den Ergänzungsämtern der Waffen--- Rhein (XII), Wiesbaden, Bahnhofstraße 46, und „Fulda-Werra" (IX), Kassel, Löwenburgstraße 10, sowie bei allen Dienststellen der Allgemeinen --, der Polizei und der Gendarmerie anzufordern. In der Division der ßeibftanbarte ff „Adolf Hiller" ist der Kommandeur der Aufklärungsabtei- lung bekannt unter dem Namen des „schnellen M.". Bei den letzten Unternehmungen zur Erkundung wichtiger strategischer Angriffspunkte hat der Kommandeur feinem Namen wieder alle Ehre gemacht, und auch die Abteilung erfüllte ihre Aufgabe mit Schneid. In.nächtlicher Fahrt über Wege, auf denen bisher noch kein deutsches Fahrzeug gefahren war, tauchten aus dem Morgennebel plötzlich die Umriffe eines Ortes auf. Als beherrschende Bauten waren der hohe Wasserturm und das Doppelgebäude der Mühle zu erkennen. Es galt festzustellen, ob und wie stark die Ortschaft befestigt war und ferner, die Zugangsmöglich- feiten zur Ortschaft zu erkunden. In scheinbarer Ruhe und Friedlichkeit lag der Ort vor uns. Die Sonne war inzwischen hochgekommen und brannte recht erfreulich auf die von der Nachtfahrt erstarrten Glieder. Dichte Hecken von in vierfacher Reche angepflanzten Akazien verliefen, jeweils recht- winkelig aufeinanderstoßend, vor der Ortschaft, und unterteilten fo das weite Vorland. Im Schutze dieser Hecken stießen wir vor. Nun mußten wir, vielleicht auf 500 Meter an den Ort herangekommen, die schützende Hecke verlassen. Ein Feldweg führte unmittelbar auf die Orttchast. Das Spitzenkrad tastete sich langsam an den Feind heran. Daß der Ort besetzt sein mußte, war inzwischen erkennbar geworden. Man sah Rauch aufsteigen, der sich langsam fortbewegte: durch das Glas erkannte man einen Güterzug, den die dampfende Lokomotive aus. dem Ort herauszog. Die in Stellung gebrachten Infanteriegeschütze eröffneten das Feuer, das bald erwidert wurde. Nun war es (klar: wo Geschütze waren, da muhte auch eine sie sichernde Jnfanteriestellung sein. lieber uns weg rauschten die Granaten der Geschütze. Wann würden wir auf die ersten feindlichen Stellungen stoßen? Bis auf 300 Meter waren wir an den Ort herangekommen. Eben wie ein Brett lag das Gelände vor uns. Nur unmittelbar am Ostrand -stand Gebüsch und verhinderte die Einsicht. Die Spitze hielt; mit den Gläsern versuchten wir, in dem von Sonnenglanz überflimmerten Land etwas auszumachen. Noch weiter tastete sich das Spitzenkrad vor und verhielt wieder. Da, ein einzelner Gewehrschuß zerriß die Stille und die in uns allen entstandene Spannung! Kaum hatte das Spitzenkrad gedreht, 'da setzte eine fürchterliche Beschießung ein. Der erste Gewehrschuß, den ein nervös geworbener Bolschewist abgegeben hatte, war nicht nur für uns Signal geworden. Maschinengewehrfeuer ratterte über uns hinweg, Pakschüsse knallten, und seitlich von uns wühlten sich die Sprengaranaten in den Boden/Viel zu hoch lagen die Schüsse — tu unserem Glsick, denn der mit 8 Mann besetzte Geländewagen mit dem anhängenden Pakgeschütz war ein großes Ziel. Jetzt hatten mir die schützende Hecke wieder erreicht. Mr wußten, von dieser Seite war es nicht möglich, in den Ort hineinzutommen. Im großen Bogen umfuhren mir den Ort und versuchten von einer anderen Seite aus unser Glück. Wieder dasselbe wie vorher. Noch ein dritter Versuch, diesmal kamen wir näher an den Ort heran. Riesige Strohmieten boten Deckung gegen Sicht und Beschuß. Von Strohmiete zu Sttohmiete stießen mir vor. Gerade waren mir hinter einem der Strohhaufen herangekommen, ^va knallte es dicht an unseren Ohren, und wir verspürten einen Luftdruck, daß wir meinten, es zerrisse uns das. Trommelfell. Schon schlugen die Granaten des 7-Zentimeter-Geschützes wenige Meter seitlich von uns in den Boden. „Gas"! schrie einer, und der Fahrer gab Gas, daß das Fahrzeug förmlich einen Sprung nach vorne tat. Mit uns brausten die anderen Fahrzeuge davon. Hinter uns stieg der Staub als schützende Wand auf. Was nun? Eine Schützenkompanie mit einem anderen Zug der Aufklärungsabteilung hatte, während wir den Gegner hinreichend beschäftigten, an einer anderen Seite der Ortschaft mehr Glück. Von Haus zu Haus waren die Kameraden oorgekommen. In ausholendem Bogen brausten wir nach. Fast mußten die Kameraden schon die Ortsmitte erreicht haben, da wurden wir noch seitlich von einigen nicht erledigten Stellungen beschossen. Hier, in einem Gehöft, hatten die Sowjets das Mittagessen zubereitet. Die Feldküche hatten sie zurückaelassen, und auf einem offenen Feuer stand ein Riesenkessel mit einem fade schmeckenden dicken Breü Etwa hundert Gefangene mit ihrem Gerät waren in unserer Hand, dazu zwei Geschütze, von denen eins dasjenige war, das uns so liebevoll bedacht hatte. Wir sahen uns den Ort an. Unsere Geschütze hatten gute Arbeit getan. Ein Volltreffer saß mitten in; Bahnhofsgebäude. Rings um den Ort hatten die Bolschewisten Feldstellungen ausgebaut mit Zickzacklaufgräben, Panzergräben und Stacheldraht. Sie waren nicht ganz fertig geworden, wett sie so schnell nicht mit uns gerechnet hatten. Ein gut Teil der Gegner mochte entkommen fein. Würden wir noch stärkeren Widerstand finden? Ein Spähtrupp, den mir am Abend noch einsetzten, zeigte uns, daß die Bolschewisten ihre Sicherungen wett vorgezogen hatten. Am anderen Morgen in aller Frühe stießen wir weiter vor und fanden die Stadt verlassen. ^-Kriegsberichter Dr. A. Venn. „Wie Amerikaner." Aufschlußreiche Feststellungen einer USA.-Zeitschrist. Lissabon, 29. März. (DNB.) „Die Sowjetunion", so schreibt die USA.-Zöitschrift i f e" , „ist gleich den Vereinigten Staaten ein, ungeheurer Schmelztiegel. Die Bolschewisten sehen aus wieAmerikaner, kleiden sich wie Amerikaner und denken wie Amerikaner. Lenin", so heißt es in der Zeitschrift weiter, „fei wahrscheinlich der größte Mann unserer Zeit. Er habe die Revolution zu einem sinnvollen Vorgang gemacht und ihr viel von der Ungezügelkhett der französischen Revolution genommen!" Deutlicher ist es ra wohl nun nicht mehr auszudrücken. Wenn die USA. bereits bolschewistisch denken, ist jeder weitere Beweis für die Bolfchewisie- rung der Amerikaner überflüssig. Der Welt aber wird es wieder einmal deutlich gefügt, daß Europa dem Bolschewismus überantwortet wird, daß dies das Ziel der Forderung Englands und der USA. ist. Die Verherrlichung Lenins in diesem Zusammenhang , zeugt im übrigen von kaum zu überbietendem Zynismus. Gegen das Schreckensregiment des> Bolschewismus., hat man sich selbst in den USA. empört. Freilich, heute behauptet mon dreist, daß es sich bei dem bolschewistischen Blutregiment um eine „gezügelte Revolution" gehandelt habe. Wenn Lenin und seine Schergen nach Ansicht der USA.-Zettschrift „gezügeü" waren, kann sich die gesamte ymlifterte Welt unschwer vorstellen, was aus Europa werden würde, wenn die bolschewistischen Horden sich „ungezügelt" brandschatzend und mordend über Europa ergießen würden. Allein die deutschen Soldaten und chre Verbündeten werden die bolschewistische Flut zurückschlagen und damit Europa gegen den Willen Englands und der USA. vor dem Untergang bewahren. Wird Iran aufgeteilt? Rom, 29. Mörz. (Europapreß.) Die Nachrichten über eine bevorstehende Teilung Irans in zwei Gebiete: in ein sowjetrussisches und ein britisches, erhalten nach einer Meldung von „Radio Mondar" neue Bestätigung. Die Agentur weiß zu berichten, daß der nördliche Teil Irans die" Verfassung einer sowjetischen Bundesrepublik erhalten und in dieser Form der Sowjetunion einverleibt werden würde. Der südliche Teil Irans sollte dem Irak angeschlossen und auf diese Weise unter britischen Einfluß gestellt werden. Das werde dadurch erleichtert, daß sich zahlreiche schiitische Heiligtümer im Irak befinden und ein Teil der Bevölkerung, wie die Perser schiitischer Religion sind. Die 1907 durch die Engländer und Russen an der gegenseitigen Einflußzone begonnene Zerstückelung des Irans würde damit durch die Beseitigung der nationalen iranischen Unabhängigkeit und. Einheit, die zuletzt noch 1939 von den Engländern am erkannt Ivorden war, vollendet werden. Der iranische Ministerpräsident Ali Suheili gab vor dem Parlament die schweren Zwischenfälle, die sich in Täbris zwischen sowjetischen Besatzungstruppen. und der Zivilbevölkerung abfpielten, zu. Aus Diplomatenkreisen wird bekannt, daß es sich um wochenlang andauernde Kämpfe zwischen sowjetischen Truppen und einheimischer Bevölkerung gehandelt habe. Letztere sei von iranischer Gendarmerie und Verbänden der alten Armee unterstützt worden. 3000 Opfer feien zu beklagen, darunter Frauen und Kinder. Mehr als 60 Ortschaften seien von sowjetischen Soldaten niebergebrannt worden. Das sowjetische Militär habe ebenfalls 200 bis 300 Tote gehabt. Die Ueberfälle. auf bolschewistische Soldaten seien so zahlreich gewesen, daß die Sowjets nur noch in Gruppen ausgehen dürfen. roenrj du ihn nicht gleich hergibst, kommt meine Mutter rüber und dann ..." Ja, so war das. Iustttia ist eben blind, ganz blind, und ich gebe es auf, ihr die Augen öffnen zu wollen. — Auch d u mußt deinen Weg gehen, mein Kind. Er wird nicht leicht fein — und ich kann nichts tun, als dich lieb haben, sehr lieb. Zeitschriften. — Im März-Heft der Zettschrist „Ne u e s Bo l ff' (Blätter des Rassenpolttischen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW. 68) findet man zu Beginn eine um ihrer grundsätzlichen Erwägungen willen be- merkenswerte Abhandlung von Hauptdienstletter Professor Dr. Walter Groß über Sippe und Volk Die rassischen Zusammenhänge in Afrika illustrieren Aufnahmen charakteristischer Volksiypen aus dem dunklen Erdteil. Aufschlußreiches Bildmaterial bringen auch die Beitrage Aber kroatische Kunst unüber den Antisemitismus in der Türkei. Ferner fei auf die aktuelle Sparte der „Völkischen Lebensfragen" hingewiesen, in der das Rassenpolitische Amt Auskünfte erteilt. — Die Konzentration aller Kräfte hat ^ur Einstellung der „neuen I i n sie" (Verlag Otto Beyer. Leipzig, Berlin) geführt. Wie aroß die Lücke ift die diese Kulturzeitschrist hinterlaßt, und wie sehr es ihr gelungen ist, im Kriege eine Brücke zwilchen Front und Heimat zu bauen, davon gibt das Märzheft noch einmal ein lebendiges Zeugnis. Sei es der Querschnitt durch das kulturelle Leben, der u. o- Bttdaustätze über Prag und über die Reichsuni- oerfität Pofen bringt, ferner Szenenbilder von neuen Tanzschöpfungen, seien es dik soldatischen Themen, deren sich die „neue linie" zum Heldengedenktag mit besonderer Liebe annimmt. Durch ihren Erzählerwettbewerb war die „neue linie" stets ein Förderer junger Talente; das Ergebnis des Wettbewerbs 1943 wird in der letzten Nmnmsr bekanntgegeben. n -o g# s»" rdb °ni .tu Trip fc-” JE*. ck- * S -nbisiUI«" Kun 1 A Mortis |Ü * m n, KZ Sw Zitier, 'w" K* ■ litt lS MMiS" Kjchlmd: W da mal rttnSinf“ w V «n jernhielt ds Selbstvei ßefinnung b Dff M ! ch zog sich 1 £’t, um _ ns einzu Ikörckge ure scheren per Mroff, a die bittere Hoche. Als len zeigt sich Baugrube" u mit vollem 5 ütn „Dichter lmsche in D feinem Roma in seinen Er, M man Helm Raabes .Mze und 1 Der ß Ser berühr Jr. Richard ' (ein 85. Leber rar die Enk Kr neunziger , af Srund s iopen - fii ' Mdernswer i P einer gen erreg«. Seit I Mde, daß d i der Insekten i lernte, wurb 1 iWgt. Ce i Immunität i (Bernie in j Weit einer Mus und Mleben sir s'ild und in ; Wen geblie ; ttn auch st Leiter von Midiagnost Men sich, I Wichen Ü i wbe Herbie I Schoren und Ser aie K erm I yritierum p verlieh ' ? golden« das en. den aus "war die Entdeckung des Influenzabazillus Anfang Goethe-Medaille verliehen. fuhr er serstülkt- [eitigunj in) Ein-1| t>ern an- hricht«' n zwe lonW ilifimr werd«, h „M kmopv en ii « W Ms lng br- Tr iftom: 'n $u Gießener Vortragsring. Oscar Besemfelder singt Volkslieder zur Laute. Den „Dichter des Handwerks". Wie stark das Dichterische in Winni gs Werk wirkt, wird deutlich in -seinem Roman „Wunderbare Welt". Wenn Winnig in seinen Erzählungen seinen Humor spielen läßt, glaubt man in ihm einen Geistesverwandten Wilhelm Raabes zu spüren, so in seinem kMichen Buch „Käuze und Schelme". Der Entdecker des Influenzabazillus. Der berühmte Bakteriologe Geheimrat Professor Dr. Richard Pfeiffer DoUerrbete am 27. März lein 85. Lebensjahr. Seine erste wissenschaftliche Tat Am kommenden Samstag und Sonntag werden sich unsere Soldaten in Gemeinschaft mit den Gefolgschaftsangehörigen der Wehrmacht, den allen Soldaten und dem Deutschen Roten kreuz für das Kriegs-Winter- hilfswerk einsehen. Unsere Soldaten haben sich für diese Veranstaltung vielerlei vorgenommen. Den Auftakt wird die Straßensammlung bringen, diss am Samstag, 3. April, beginnen wird. Mit den Sammelbüchsen werden die Angehörigen der Wehrmacht-Gefolgschaft, die Mitglieder der, RS.-Kriegsöpferversorgung, des NS.-Reichs- krtegerbundes, des RS.-Marinebundes, des Reichstreubundes, die Männer und Frauen des Deutschen Roten Kreuzes und selbstverständlich auch wieder unsere Nachrichtenhelferinnen, die „Blitzmädel", an alle Volksgenossen herantreten, um deren Opferspende für das Kriegs-WHW. entgegenzunehmen. Bei der oft bewährten und bekannten Spendefreudigkeit, aber auch im Hinblick auf die feit Jahrzehnten traditionelle enge Verbundenheit unserer Bevölkerung mit den Soldaten kann man heute schon die Gewißheit aussprechen, daß die Sammelbüchsen wiederum ganz ansehnliche Summen ausschütten werden. Neben der Straßensammlung wird auch in unseren Kasernen wieder allerlei zu erleben sein. Wie schon immer, werden auch diesmal die SoLa- tenköchen für den Sonntag. 4. April, mit einem outen Mittagessen aufwarten. Im Fliegerborst, in der Bergkaserne, im Cafe Leib und aus der Küche der Verdun-Kaserne werden die Hungrigen mit einem kräftigen Soldatenessen gesättigt werden. Tausende von Portionen werden die Soldatenköche und die Kochfrauen zubereiten. Selbstverständlich gibt es Eintopf, wahrscheinlich werden Erbsen mit Fleischeinlage und Nudeln mit Fleisch im Vordergrund stehen; der genaue Küchenzettel steht jedoch bis jetzt noch nicht fest, so daß man die nähere Mitteilung im Laufe dieser Woche abwarten muß. Aber eines sei heute schon besonders betont und muß von jedem Besucher dieses Mittagtisches beachtet werden: Löffel sind mitzubringen! Niemand kann darauf rechnen, in den Kasernen Antwort verstimmte ihn. So durfte man ihm mcht kommen. Dann war es mit der Sympathie vorbei. Wenn jemand versuchte, eine nun einmal feststehende Tatsache so naiv abzuleugnen, dann war auch seinen weiteren Antworten meist nicht sonderlich zu trauen. „Es steht doch fest, Herr Doktor", iahrr- Ruck dmgei • Zw utweu le den rise um i werk chiitischt leil der "ivr tibji, W- Uten 'btr ttekr e in- rette N Uft. »iets f her Ur* ttn dien! nm • Die ein Mittel zur Erhöhung unseres Einsatzes für Krieg dar. Das Kriegsverdienstkreuz. Unsere Soldaten helfen dem Kriegs-Winterhilfswerk Kunst und Wissenschaft Der Dichter des Handwerks. Dem Unteroffizier Joseph Höwekamp__ Gießen, Kaiserallee 68, wurde im Osten das Kriegs- verdienstkreuz H. Klasse mit Schwertern verliehen. jeiti c>ot n fällt satzunP lten, »■ j es w i|i schen so-11 jofterur.? GeM''! tnterfW: bantnto * ten seir° j! tDOrt^ ’ > bis 30C' i tf»e 6* | Das hundertste Semester. Am vorigen Freitgg schloß der Ordinarius für Botanik und Direktor des Botanischen Instituts unserer Universität, Prof. Dr. Küster, mit einer Vorlesung über die Pftanzenzelle, insbesondere über das Problem der Wuchsstoffe, sein 100. akademisches Semester. Von dieser langen Zeit hat der Gelehrte ungefähr die Hälfte unserer Universität gewidmet. Professor Dr. K ü st e r kam im Jahre 1920 als Nachfolger von Hansen als Ordinarius für Botanik und Direktor des Botanischen Instituts nach Gießen. Die meisten Jahre seines Gießener Wirkens widmete er dem Studium bet Pflanzenzelle. Meldepflicht für Wohnungen im Rahmen der Maßnahmen zur Wohnraumlenkung. Durch § 12 der Verordnung zur Wohnraumlenkung vom 27. Februar 1943 ist angeordnet, daß jeder Wohnungsinhaber, der Über' mehr als eine selbständige möblierte oder unmöblierte Wohnung für seinen eigenen Bedarf oder den seiner Familie verfügt, hierüber bis zum 10. April 1943 eine Meldung an jene untere Verwaltungsbehörde zu machen hat, in deren räumlichem Bereich er eine ober mehrere derartige Wohnungen besitzt. Ferner hat jede Einzelperson, die eine selbständige möblierte oder unmöblierte Wohnung innehat, dies unter Angabe der Zahl der zu der Wohnung gehörenden Räume und der etwa darin befindlichen Untermieter und Untermieterfamilien bis zum 10. April 1943 der Gemeinde zu melden. Hierdurch soll ein Ueberblick über den vorhandenen Bestand gewonnen werden. Als selbständig gilt jede Wohnung, die mindestens eine eigene Kochgelegenheit hat und nicht Teil einer größeren Wohnung ist. Als Einzelperson gilt der Mieter oder Benutzer der Wohnung, wenn zu seinem Hausstand weder sein Ehegatte noch Verwandte ober Verschwägerte von ihm gehören. Die Angaben in den beiden Meldungen sind nach dem Stoüde vom 10. März 1943 zu machen. Die beiden Meldepflichten bestehen allgemein kraft Gesetzes, ohne daß es einer besonderen Aufforderung bedarf. Auf die genaue Innehaltung- des Termins wird besonders hingewiesen. Unterlassung der rechtzeitigen Meldung kann Bestrafung nach sich ziehen. Verdunkelungszeit: 30. März von 20.50 bis 6.31 Uhr. hey, dtz 'M ’innitt h Te i allen G S •;ä uE aus i* mat^U n enpoW’i fe »»dl, iA l I E- (juit fachlich fort, ,Zaß Sie am vergangenen Samstag mit Fräulein Hammerkott nach Köln gefahren sind ..." „Was hat das damit zu tun?" fuhr Hellingrach int mein’ ; in*! sin i lichtste ,-Stehn zwei Stern am hohen Himmel" mit scherzhaft betonten Gesängen wie der übermütigen Ehestandsweise vom Kuckuck und feinen elf Frauen, dem Fensterlied „Wers Lieben betrachtet" und dem Spottlied „3 gung emol spaziere" leicht zusammen. Mit einem romantischen Ständchen von Eichendorff als Zugabe verabschiedete sich Besemfelder, für den reichen Beifall der Hörerschaft anmutig dankend.— Der stilvoll abgerundete, sehr anregende Vortragsabend wurde durch eine Reihe vortrefflicher Darbietungen des Bauerschen Gesangvereins unter der sorgfältigen Führung von Musiklehrer Blaß bereichert. Der Chor sang zweimal drei Lieder — „Abschied", „Wenn ich ein Vöglein wär", „Tauber und Täubin", „Muß i denn", „Es ritten drei Reiter" und „Blutrot sank die Sonne ..." — und bewies im dynamisch wohlabaetönten. sonoren Zusammenklang der Stimmgruppen eine gründliche Vorbereitung und eine den alten Idealen des Männergesanges hingegebene, gesunde Musizierfreudigkeit, die ebenfalls lebhafte Anerkennung fanden. Hans Thyriot. Lichtspielhaus: „Karin und verfremde-' Es ist zu begrüßen, daß sich die deutsche Seffent« lichtest von den kulturellen Bemühungen und Leistungen des uns im Kampfe gegen den Bolschewismus verbündeten finnischen Volkes nun — unseres Wissens hier zum ersten Male — auch aus dem Gebiete der Filmproduktion in etwa eine Vorstellung machen kann, was bischer wohl nur im literarischen Bereiche einigermaßen möglich war. Unter dem Titel „Äarm und der Fremde" lernt man einen Aka-Sptelfilm der Suomi-Produktion kennen, der, nach einer Romanvorlage gedreht, in deutscher Sprache nach synchronisiert wurde und. wenn man die regiemäßige und darstellerische Gesamtleistung überschaut, ein sympathisches und respektables Bild vom jungen finnischen Filmschaffen vermittelt, fo* fern es gestattet ist, von dieser vorerst einzigen Probe auf einen breiteren Durchschnitt zu schließen. Nichten lg eine: L- der neunziger Jahre. Zur gleichen Zeit kam Pfeiffer erhalt« I «auf Grund seiner Arbeiten über parasitische Pro- > verleibt tozoen — für sie hatte er schon damals eine bewundernswerte photographische Technik entwickelt — zu einer genialen Vorausschau über die Molaria- -crreger. Seine Ansicht, die auch von Koch geteilt -wurde, daß die Malaria durch den Stich blutsaugender Insekten auf den Menschen übertragen werden könnte, wurde wenige Jahre später wissenschaftlich bestätigt. Seine Forschungen über Probleme der Immunität wurden veranlaßt durch die Choleraepidemie in Hamburg 1892, Pfeiffer schuf die Möglichkeit einer Schutzimpfung des Menschen gegen Typhus und Cholera. Hunderttaüftnde von Menschenleben sind während des ersten Westkrieges im Feld und in der Heimat durch seine Entdeckung erhalten geblieben. Von praktischer Bedeutung würben auch seine sereologifchen Studien. Als Mit- «arbeiter von Robert Koch beim Ausbau der Tuber- kulmdiagnostik, bei Pest- und Malaria-Studien, die । ihn als Begleiter von Robert Koch nach Indien und l Italien führten, als Leiter der großen wissen- ( schastlichen Abteilung des Instituts hatte Pfeiffer große Verdienste. Pfeiffer wurde in Zduny (Posen) geboren und wurde 1891 Dozent in Berlin. 1899 I Hing er als o. Professor nach Königsberg, 1909 I liebelte er nach Breslau über, wo er bis zu seiner «Emeritierung 1926 lehrte. Die Universität Heidel- | berg verlieh ihm die Kußmaul-Medaille, Stockholm | Büe' golbene Pasteur-Medaille, 1933 wurde ihm die Aus -er Stadt Gießen. Oie Sommerzeit. Woher stammt der Gedanke der Sommerzeit, die gestern Deutschland wieder in Kraft getreten ist? Den Urheber kennt man nicht. Man nimmt an, der niederländische Gelehrte Hunrecht habe sich im Jahre 1784 durch einen Zeitungsartikel dazu anregen laßen; seine daraufhin gemachten Anregungen wurden als „Narreteien" abgetan und belacht. Andere „Phantasten" griffen den Gedanken immer wieder auf, aber ebenso erfolglos. Vor rund 50 Jahren stellten dann einige kleinere südamerikanische Staaten den Versuch mit der Sommerzeit an, der jedoch mißlang. Die 1907 in England beabsichtigten Versuche scheiterten an der konservativen Haltung des Oberhauses. Man sagte, die Lords hätten Angst gehabt, ihre „astronomisch korrekte abendliche Kamm- stunde" zu verlieren. Deutschland erhielt auf seltsamen Umwegen zuerst die Sommerzeit. Bereits vor dem ersten Weltkrieg hatte eine Schokoladenfabrik 120 000 Unterschriften gesammelt und sie einer Eingabe um Einführung der Sommerzeit beigefügt. Ein Niedersachse aus Hameln griff den Gedanken auf und bedachte alle möglichen Reichs- und Vandesbehö^den mit Eingaben. Eines Tages legte der damalige Oberbürgermeister von Breslau seinen Plan dem Bundesrat vor, dieser nahm chn im März 1916 an, und Deutschland hatte die erste Sommerzeit vom 1. Mai bis Zum 30. September dieses Jahres. 1919 gab Deutschland die Sommerzeit wieder auf, weil, wie ein Abgeordneter damals behauptete, die .Kühe ftreiften". Dieses unsinnige Argument wurde geglaubt, obwohl man doch eigentlich schon durch die Erfahrung gemerkt hatte, daß gerade die Landwirtschaft durch die Sommerzeit keinen Schaden genommen hatte. Es war ein echter Schildbürgerstreich des Parlayien- tarismus. Heute können wir uns kaum noch die Schwierige feiten und Widerstände vorstellen, die sich früher um die Einführung der Sommerzeit rankten. Vor allem jetzt im Krüge stellt die bessere Ausnutzung des Tageslichts einen starken Spartektor und damit einen Löffel zu erhalten. Ebenso wichttg und sorgsam zu beachten ist, daß jeder nur in der Kaserne essen kann, die auf der E s s e n k a r t e genannt ist. Das Essen wird oh ne Marken abgegeben, denn die Lebensmittel für düse Mafsenspei«- |ung haben sich unsere Soldaten von ihren Der- pflegungssätzen abgespart, um sie bei dieser Veranstaltung gegen ein geringes Entgelt an die Bevölkerung in Form eines kräftigen Schlages Suppe abzugeben und mit dem Erlös dem Kriegs-WHW. zu helfen Neben dem Mittagessen bereiten sich unsere Soldaten aber auch auf mancherlei Vorführungen vor, die den Besuchern einen Einblick in den täglichen Dienst und das Leben bei der Wehrmacht geben sollen. Ein sehr umfangreiches Programm" haben sich die Männer des Fliegerhorstes vorgenommen, aber auch in der Bergkaferne werden die Besucher allerlei zu sehen bekommen, lieber die Einzelheiten dieser Darbietungen wird in den nächsten Tagen noch zu berichten sein, heute kann zusammenfassend schon so viel gesagt werden, daß alle Darbietungen vielseitig und interessant verlaufen dürften, so daß es sich schon lohnt, dabei zu sein. Den Besuchern von auswärts sei zur Kenntnis gebracht, daß sie, falls die Fahrt nach Gießen mit dem Fahrrad unternommen wird, im Fliegerhorst ihre Räder in sicheren Gewahrsam abstellen können. Den Liebhabern des Photographierens sei gesagt, daß sie ihre Photoapparate zu Hause lassen mögen, da in den Kasernen nicht photographiert werden darf, es also unnütz ist, sich mit dem Apparat zu behängen. Wer dennoch seinen Photokasten mitbringt, muß ihn auf der Wache abgeben und erhält ihn erst beim Verlassen des Ka-- fernengeläntfes zurück. Diese Veranstaltung unserer Soldaten läßt nach allem, was wir bei einer Besprechung mit den verantwortlichen Stellen in den letzten Tagen hören konnten, viel Erlebens- und Sehenswertes erroar* ten. Also gilt der Weg am Sonntag, 4. April, den Kasernen unserer Soldaten in Gießen, um mit ihnen gemeinsam den Tag zu verleben und dabei wieder für das Kriegs-WHW. zu wirken und es mit neuer Kraft für feine großen Aufgaben auszu- statten. Glück auf, Renate! Roman von Ernst Grau. 84. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Renate sieht den fremden Mann vor sich, dessen Mund so warme Worte zu finden weiß. Sie sieht iihn und sieht ihn doch nicht, ihre klugen bücken «rach innen. Sie will auch seine Worte nicht boren, fite kann nicht mehr daran glauben, wenn em. Mann iwarme, weiche Worte zu ihr spricht, jebes gute Wort ist Lug und Trug. Sie hat uberrounöen, sie glaubt wenigstens, überwunden zu haben, und weiß »licht, daß sie sich damit selbst belügt Sie denkt mir immer, daß jetzt alles aus ist, daß alles aus Üein muß. Sie vergißt, daß es dazu ^eit braucht, iciel Zeit. In drei, vier Stunden vergißt man nicyl. Sie sieht nur, daß alle. Brücken in Trümmern liegen, die hinüierführen» in die seligen Stunden eines riun zerbrochenen Glücks, eines traumhaft schcmen Hlücks, mit dem sie noch heute früh dem lungen Tag, der unter Blitz und Donner daherkam, entgegen- gelächelt hatte. Heute früh? Sind wirklich eist wenige Stunden seitdem vergangen? Liegen nuht chon Jahre zwischen dem Jetzt und Vorhin. Jte- nate ist zumute, als liege das alles schon weit, weit Zurück. Sie begreift nicht, daß sie em paar glückliche Tage so teuer bezahlen soll. Nein ... Renate begreift das nicht ... Aber der Mann vor ihr wird unruhig. (£r yar sine bestimmte Frage an sie Seichtet uiÄ erwar- ete darauf eine bestimmte Antwort. Es geht vi eicht um den Kopf eines Menschen ... war es nicht so ...? Sind wirklich alle Verbindungen nach 0inten abgerissen? Glimmt nicht noch irgendwo eine winzig kleine Hoffnung? Hundertmal hat sie es «chon laut vor sich hingesagt: er wußte, daß ich Renate Hammerkott bin, er wußte es, ledes D von ihm, jedes Lächeln, jeder Blick, sem Kuß, alle war eine einzige große Lüge, all fern Streben galt August Winnig, der am 31. März das fünf» imdsechzigste Lebensjahr vollendet, kam aus dem " einfachen Volke und schloß sich früh der Gewerk- , | schaftsbewegung an. Als Maurer durchwanderte er Q | ■ Deutschland von der Nordsee bis zu den Alpen. Mi - 6chon damals erkannte er die Notwendigkeit des '1 ganzen Einsatzes der Persönlichkeit für das Gemein- wohl; was ihn von den meisten seiner Kollegen unterschied, war die Tatsache, daß er mit Instinktsicherheit sich von allen internationalen Bestrebungen fernhielt und die Bindung an das eigene Volk als Selbstverständlichkeit forderte. Diese deutsche Gesinnung beendete seine politische Laufbahn (er ■mar zuletzt Oberpräsident von Dftpreufcen). Winnig zog sich in die Stille seines Potsdamer Heims zurück, um in Büchern die Ernte eine^ reichen Lebens einzubringen. Aus diesen spricht derselbe lebendige unb aufrechte Mensch wie aus seinem früheren persönlichen Wirken. In den Büchern Frührot", „Der weite Weg" und „Heimkehr zieht er die bittere Bilanz aus Deutschlands traurigster Epoche. Als genauer Kenner des deutschen Arbeiters zeigt sich Winnig in den Schriften „Die große Baugrube" und „Der Arbeiter im Dritten Reich"; mit vollem Recht nannte man ihn' bereits damals Religion I iffen an | Mit einem dankbaren Blick ging sie hinaus. Werner Hellingrath beeilte sich nicht. Er wußte, daß Renate jetzt aus dem Verhör kam und auf ihr Zimmer ging. Und er wollte nicht sehen, wie sie ihm auch jetzt wieder ausweichen würde. Es war ihm unfaßbar geblieben, warum sie es so erschüttert hatte, als sie hörte, daß er ihren Namen wußte. Warum nur? Ohne Terbrüggens Dazwischentreten hätte er ihr ja in den nächsten fünf Minuten ganz von selbst gesagt, roas/er wußte. Terbrüggens Beschuldigung hatte sie anscheinend nicht so stark berührt, als dieses an sich doch so belanglos^ Wißen um ihren Namen. Aber ehe er mit ihr darüber sprechen konnte, mußte dieser unselige Zwischenfall geklärt sein. Mit einem solchen Verdacht beloben, konnte er nicht vor sie Eintreten. Dann saß er dem Kommissar gegenüber. Zunächst einige Fragen zur Vorgeschichte des Falles, Herr Doktor ..." hörte er den Beamten zu seiner Verwunderung sagen. „Sett wann bestanden die Differenzen zwischen Ihnen und Herrn Mein- ders?" Werner Hellingrath fuhr verblüfft auf. Diese Frage traf ihn wie ein Peitsch en schlag. Es war, als ob sie einen Schleier beiseite riß, der bisher über der Sache gelegen hatte. Mit einem Male erkannte er die Gefahr, in der er schwebte, in ihrer ganzen Grüße. Natürlich ... der auf Meinders geschossen hatte, mußte sa wohl in Zwietracht mit ihm gelebt haben. Sehr gut ersonnen, aber auch ebenso falsch, verehrter Herr Kommissar! „Ich verkenne den Sinn dieser Frage durchaus nicht. Aber sie ist zwecklos. Zwischen Meinders und mir bestanden niemals Differenzen. Dazu hatten wir schon rein äußerlich zu wenig Berührungspunkte." Bärensprung machte eine unwillige Handbewegung, und seine Züge wurden härter. „Auf diese Weise werden wir nie zu einem Ziel kommen, Herr Doktor Hellingrath", sagte er grob. Diesen Hellingrath hatte er bisher für einen recht sympathischen Kerl gehalten, aber eine derartig« nicht ihr, galt nur der Erbin von Hammerkott. Wie viele hundert Male wird sie es noch denken und sagen müssen, bis darunter endlich das Bild erstickt, das sich eigenwillig immer wieder hervordrängt, das sie nun enbgültig und für alle Zeiten vergessen muß. . Er wußte es ... noch immer erscheint es ihr unfaßbar. Er wußte genau, was er tat Er ging geradewegs auf sein Ziel los. Was wog dagegen sein Angriff auf Meinders ... denn auch daran darf sie jetzt nicht mehr zweifeln. Warum war er am Samstag so plötzlich zur Stelle, als sie mit Meinders nach Köln fahren wollte? Ein Konkurrent, den man aus dem Felde schlagen mußte. Nein ... auch darum gab es keinen Zweifel. Er hatte alle Möglichkeiten genau berechnet ... er wußte, worum es ging ... Der Mann, der da vor ihr am Tisch sitzt, räuspert sich ungeduldig. Seine kühle Gelassenheit hat Grenzen. Er ist von der Polizei und hat ein Recht, seine bohrenden Fragen zu stellen. Sie weiß es. Iekt wartet er auf Antwort, und es ist so schwer, diese Antwort zu finden, in Worte zu kleiden, vor fremden Ohren auszusprechen. Und was sie jetzt sagen tonnte, es hat auch so wenig zu tun mit dem, was der Mann hier von ihr wissen will. „Nun ... Fräulein Hammerkott ..." mahnte die ungeduldige Stimme des Beamten und riß sie aus ihrem Staunen. „Sie haben mir nicht geantwortet." „Nein ... ich kann nichts weiter sogen", stieß sie gequält und von einem tiefinneren Aufweinen gepackt hervor. „Ich weiß nichts mehr." Kommissar Bärensprung hatte seine Erfahrungen und wußte, daß hier im Augenblick jede wettere Frage so ziemlich zwecklos sein würde. Das Mädchen mußte sich erst einmal beruhigen, erst zu sich selbst zurückfinden, ehe man mehr von ihr erfahren würde. „Ich danke Ihnen einstweilen, Fräulein Hammerkott", sagte er unerwartet wohltuend. Und zu dem Mann an der Tür gewendet: ,^)err Dr. Hellingrath bitte. Er wartet sinken in der Vorhalle." Auf Einladung des Gießener Vortragsringes — Arbeitsgemeinschaft NSG. „Kraft durch Freude", Goethe-Bund, Kulturelle Vereinigung — sang Oscar Besemfelder, Bariton, alte deutsche Volkslieder und Balladen zur Laute. Sein warm timbrier- tes, groß und füllig sich entfaltendes, in allen Lagen gleichermaßen tragfähiges und ausdrucksvolles Organ verschmilzt mtt dem begleitenden Lautenklang zu einer schönen Harmonie. Die gepflegte, klar artikulierende Naturstimme verbindet sich in Besemfelder mit Kunstverstand und ausgeprägtem Gefühl für die stilistische Eigenart des volkstümlich gewachsenen Liedes. Die Vortragsfolge, aus dem unerschöpflichen Vorrat des alten deutschen Volksliedergutes schöpfend, hatte die in sich charakteristische Auswahl in chronologisch und thematisch zusammengehörige Gruppen aufgeteilt. Lieder der Fahrenden — vom Scheidelied ,^ch fahr dahin" aus dem berühmten Lochheimer Liederbuch (1452) bis zum ältesten Fuhrmannslled „Hüh, Schimmel, zieh" (1611) mit feiner ausdrucksvoll lautmalenden Instrumentalbegleitung — machten den Anfang und ließen mit Abschied, Liebe und Tod die für diese Gruppe rote für die volkstümliche Liedpoesie schlechthin charakteristischen Motive antlingen. Wohl die schönste und einheitlichste Folge, organisch aufgebaut und innerlich verbunden, bildete die Gruppe der Lieder aus dem 30jäbriaen Kriege mit den stimmungsstarken Trommelreimen zum Fünfschlag, dem Landsknechtslied „Unser lieben Frauen von Kaltenbronnen" und dem Wiegenlied „Horch, Kind, horch .. ", dem einzigen Kunstliede des Programms (nach einem Text von Ricarda Huch). Sehr schön fügten sich dann die Lieder aus dem Osten zueinander, Svinnstuben-, Schnitter- und Liebeslieder aus Oftprenften und Memelland; einem lustigen masurischen Scherzliede schloß sich das heitere, textlich und musikalisch hübsch pointierte schlesische „ßob des Bauernstandes" an. Den Beschluß bildete eine bunte Liederreihe. Hier fanden< sich die schwermütig sanften, echt und ursprünglich volkstümlichen Liebeslieder „Dort oben auf jenem Berge" und aufgebracht dazwischen. „Schr viel, Herr Hellingrach. Denn Sie roiffen auch, daß die Dame vorher Herrn Meinders versprochen hatte, die Reise mit ihm zu machen. Glauben Sie nun wirklich, daß Herr Meinders Ihr Da« zwischentreten als einen Freundschaftsbeweis Ihrerseits aufgefaht hat? Die Tatsache persönlicher Differenzen liegt also klar auf der Hand, uni) ich be* greife nicht, warum Sie das abzustreiten versuchen. Ich möchte nun nur noch wissen, ob vorher schon irgendwelche Mißhelligkeiten zwischen Ihnen bestanden haben." Werner lächelte trübe. Also so war das gemeint, dachte er vergrämt. lerbrüqgen hatte auch gut vorge arbeit et. Unwillkürlich fuhr er sich an den Hals, als fühle er schon die Schlinge, die eine widrige Hand ihm umgelegt und die lener andere hier zuzuziehen bemüht war. „Meine Beziehungen zu Herrn Meinders waren bisher nicht so, daß sie zu Zwistigkeiten führen konnten. Und auch der Vorfall vom Samstag .. Bärensprung unterbrach ihn. „Wir werden hoffentlich Gelegenhett haben, auch Herrn'Meinders hierüber zu hören. So lange mutz ich mich mit der nun einmal feststehenden Tatsache begnügen, die Sie ja auch nicht in Abrede stellen können. Mer selbst wenn wir annehmen, daß Sie mit Meinders auf gutem Fuß standen, so bestanden andererseits doch recht erhebliche Mißhelllgkeiten bi Ihrem Verhältnis zu Terbrüggen, die schließlich zu der gestrigen Kündigung führten ..." (Fortsetzung folgt) An der tunesischen Front fand Divisionsgeneral Pizzo lato den Heldentod. Pizzoloto nahm be- retts am letzten Weltkrieg teil. Mafy längerem Einsatz in Tripolltanien, Eritrea und der Cyrenoika wurde er 1938 Vizekommandeur der motorisierten Division „Trento", später Kommandeur einer schnellen Division unbK im Februar 1941 einer Pcm- zerdimston. Dann übernahm er dos Kommando über die Lufttransportdivision ,La Spezia", ' er bis zu feinem Tode innehatte. ist Husfong durch feine Leitartikel, Reiseberichte Rundsunkvorttäge und durch mehrere Bücher be-' Fannt geworden. Im Rahmen der Heimkehraktion für internierte Reichsangehörige in Ueberfee sind 25 Reichsdeutsche ausSaudi-Arabien in Bari ein- getroffen, wo sie vom Botschaftsrat der deutschen Botschaft in Rom, Gesandten von Plessen, begrüßt wurden Sie werden demnächst die Heimreise nach Deutschland forffetzen. * Der Königlich Ungarische Minister für Kultus und öffentlichen Unterricht Jenoe Merse von Szinye traf in der Relchshauptstadt zur Besichtigung von Einrichtungen des deuffchen Erzjehungs- und Bil- dlMdswesen em. Er wurde von Reichserziehunqs- mintfter Rust und Staatssekretär Zschintzsch begrüßt. in I setzt sich ausschließlich aus Freiwilligen der SA- «w rcc tiohi im 9iorhrtnh einer motonfrerter ■ Gieren, den 27. März 1943. 10250 Straße 37, aus statt. 02057 ) । 1 1 j 1 Verschiedenes] 02000 Hilfsarbei ersinnen) Tau. 2.30,4.45,7.30: So. 2.00, 4.30.7.30 M übernommen. Schr. Ang. unt. 02034 a.d.G.A. sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es Tllva | Verkäufe | Oickwurz z. verkauf. [02033 Schützenstraßes. Die auf dem Lande noch vorhandenen Reserven, ob jung oder alt, Frau oder Mann, sie alle müssen mehr denn je ihre Pflicht tun. Deshalb wird die Göring-Verordnung in diesem Jahre entschiedener durchgeführt als 1942. NSG. Am 9. August 1942 verlieh der Führer m Anerkennung des-heldenmütigen Einsatzes der SA. an der Front dem Grenadierre-giment, in dem das aus SA.-Freiwilligen bestehende Bataillon „Feld- herrnhalle" focht, die Bezeichnung Grenadierregi- ment „Feldherrnhalle" und die Berechtigung zum Tragen eines Aermelstreifens mit der Aufschrift für leichte Arbeit gesucht. Tapetenhaus Heinr.Kreiling Bahnhofstraße 33. [1027D Statt Karten. Heute früh entschlief sänft im festen Glauben an ihren Erlöser, nach kurzer schwerer Krankheit, im78.Lebensjahre, unsere geliebteMutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Marie v. Lemmers-Danforth geb. Ahrens-Neu-Schlagsdorf Inhaberin des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter in Silber. Sie folgte ihrem vor 4Monaten heimgegangenen Lebensgefährten in die Ewigkeit nach, In tiefer Trauer: Ilse v. Lemmers-Danforth Dr. med. Irmgard v. Lemmers-Danforth Hildegard Haberkorn, geb. v. Lemmers-Danforth und Söhne Gerhard und Axel. Gießen (Moltkestr. 5), Hinterzarten und Wetzlar, den 28. März 1943. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 31. März, 14.45 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. __02030 Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie für den Oberbürgermeister der StadH Gießen Der Landrat des Landkreises Gießen. Dr. Lotz. Rüdiger-Rudolf 27. März 1943 Unser erstes Kind ein kräftiger Stammhalter ist angekommen! In dankbarer Freude Frau Irmgard Theiß, geb. Ullrich Dr. med. vet. Otto Theiß Gießen, Frankfurter Str. 87 \.02046/ Wir suchen einen LeW laut erteilter Zustimmung des Arbeitsamts Gießen. Seßr. Jlicolaus Baudekoration Gießen, Am Nahrungsberg 2 989 P 1 weiblicher Lehrling für Büro gesucht. Einstellung erfolgt über das Arbeitsamt. Heinr. Lieh jnn., Sonnenatr. 31 Sanitäre Einrichtungen 1007 D Hitler-Jugend und die Mädelgruppenführerin Martha Dörr die Jungen bzw. Mädel verpflichteten. Die Feier wurde mit Chürender Jugend und gemeinsam gesungenen Liedern bereichert. Oer Arbeitseinsatz in der Landwirtschaft. Alles was arbeiten kann, muh zupacken. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen meinen lieben, herzensguten Mann, meinen lb., treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager u. Onkel Ludwig Velten XII. ehern. Rechner und Lagerhalter der Bezugs- und Absatz-Genossenschaft nach langem, schwerem, mit großer. Geduld ertragenem Leiden, im 59. Lebensjahre, in die Ewigkeit abzurufen. In stiller Trauer: Marie Velten, geb.Hardt Wilhelm Velten, z.Z. im Felde, und Frau Elli, geb. Luh, nebst Söhnchen Dieter. I Großen-Linden, den 29. März 1943. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 31. März, nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Frankfurter Friseur-Gehilfe gesucht Jetzt oder später. Es wird ihm Gelegenheit geboten, sich im Wasserwellen u. Ondulieren weiter auszubilden. Xudivig Jfrausßopf Herren- und Damenfriseur Großen-Linden. [02031 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern unser liebes, herzensgutes, einziges Töchterchen, Enkelchen, Nichtchen und Gotchen Ursula nach kurzer Krankheit, im Alter von 1 Jahr, zu sich in sein himmliches Reich zu nehmen. In tiefem Schmerz: Ludwig Harnisch, z. Z. Wehrmacht und Frau Karoline, geb. Häuser. Watzenborn-Steinberg, den 29. März 1943. Die Beerdigung findet heute Dienstag, um 15Uhr, vom Trauerhause, Bruchstr. 6, aus statt 02040 Kleiner [02047 KlMerMM Gr.1,67z.0,75m, z. kaufen gesucht. Hünermund, Wolkengasse 17. Hart und schwer traf uns die unfaßbare Nachricht, daß unser herzensguter, hoffnungsvoller Sohn u. Bruder Heinz Lutz Gefreiter in einem Panzer-Gren.-Regt. im Alter von 20 Jahren bei den schweren Kämpfen an der Ostfront den Heldentod starb und nie mehr zurückkehren wird. — „Mag kommen, was will, uns kann nichts erschüttern!“ Das waren die letzten Worte, die er an seinem Todestage an uns schrieb. - In diesem Glauben und in dieser Zuversicht gab er sein junges Leben für Deutschland. In tiefem Schmerz: '' Heinrich Lutz und Frau Emma, geb. Klaus Werner Lutz, z. Z. bei der Luftwaffe Gisela und Hanfried Lutz. Gießen (Am Kugelberg 19), im März 1943. _____________________02035 Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte der Landkreise Alsfled, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach, sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. Betr.: Futtermittelscheine für Pferde. Der Wschnitt 6 der Futtermittelscheine für Pferde wird zum 1. 4. 1943 aufgerufen. Dieser Wschnitt dient zur Versorgung der nichtlandwirtschaftlichen Tierhalter mit Futtermitteln in den Monaten Mai und Juni 1943. Die Futtermittelverteiler werden aufgefordert, die Wschnitte 5 der Futtermittelscheine bis zum 15. 4.1943 dem Ernährungsamt, Wt. A, zum Umtausch in Bezugscheine vorzulegen. Die Wschnitte sind geordnet mit einer Zusammenstellung einzureichen. Die Richtigkeit der Zusammenstellung ist schriftlich zu bescheinigen und gleichzeitig zu versichern, daß sämtliche Wschnitte beliefert worden sind. Hierbei werden,bie Verteiler der Grenzgebiete ausdrücklich darauf hingetviesen, daß den Ernährungsämtern LEA. Rhein-Main nur die Ab- schnitte von hssn im eigenen Bezirk ausgegebenen Futtermittelscheine« einzureichen sind, nicht aber die von angrenzenden Bezirken. Hart ynd schwer traf uns die Nachrieht, daß mein lieber Mann, der glückliche Vater seines einzigen Kindes, mein lieber Sohn, unser lieber Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Karl Wallwaey Soldat in einem Grenadier-Regiment im Alter von 30 Jahren, im Osten für Führer, Volk und Vaterland gefallen ist. In tiefer Trauer: Else Wallwaey, geb. Schröder, und Kind Wilh. Wallwaey; Familie Wilh. Wallwaey Familie Erich Wallwaey; Farn. Heinr. Mips Farn. Paul Kröck; Farn. Gustav Schröder, nebst allen Angehörigen. Fleisbach, Kinzenbacher Mühle, Kinzenbach, Mittelseemen, Koblenz, Offenbach, und z. Z. im Felde. _________________02022 Tieferschüttert und für uns kam faßbar erhielten wir die traurige Nachricht, daß mein innigstgeliebter Mann, der treusorgende Vater seines Sohnes, unser hoffnungsvoller Sohn, mein herzensguter Enkel, unser guter Bruder, stets hilfsbereiter Schwiegersohn, Schwager, Onkel, Pate und Vetter Heinrich Rühl Gefreiter in einem Panzer-Gren.-Regt. Inh. des E. K. 2, des Panzersturmabzgichens und der Ostmedaille im fast vollendeten 23. Lebensjahre, infolge einer schweren Verwundung in einem Feldlazarett im Osten sein hoffnungsvolles Leben für sein Vaterland hingab. In tiefem Schmerz: Erna Rühl, geb. Jung, und Söhnchen Karl-Heinz Karl RUhl und Flau; Marie Rühl Wwe.; Ernst Schneiderund Frau, geb. Rühl; Uffz. Albert Rühl, z. Z. bei der Wehrmacht; Soldat Erich RUhl, z. Z. im Osten; Lina Rühl; Heinrich Jung und Frau; nebst allen Verwandten. Staufenberg, den 27. März 1943. Bekanntmachung. Ab-J. April 1943 werben die Zahlstellen Grünberg, Hungen, Laubach und Lich der Allg. Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis (ghefeen, sowie der Landkrankenkasse für den Landkreis Metzen wieder für den Geschäftsverkehr geöffnet. Die Geschäftsstunden sind: In vorderster Front für Führer und Volk. Das Grenadierregiment „Feldherrnhalle" stellt Freiwillige ein. Wachmänner für besetzte Westgebiete gesucht Hannoversches 980 v Wach- und Schließ - Institut G.m.b.H., Hannover Hausmannstr. 7. Tel. 21768. Nach Gottes unerforschlichem Rat- I Schluß entschlief am 27. d. M. nach I kuTzer, schwerer Krankheit in einem I Heimatlazarett mein heißgeliebter, herzens- ■ guter Mann, unser lieber Bruder, Schwieger- I sohn, Schwager und Onkel Albert Mandler Gefreiter in einem Grenadier-Regiment im Alter von 29 Jahren, , In unsagbarem Schmerz: Käthe Mandler, geb. D Scherer; Anna Mandler, und alle Angehörigen. K Hörnsheim, Königsberg, Werdohl u. im Felde, E den 29. März 1943. Beerdigung: Mittwoch, den 31. März, 14 Uhr. I 1022 D W ■MHraBHBBIMMIMH Das ländliche Arbeitsjahr erreicht in diesen Wochen feinen ersten jahreszeitlichen Höhepunkt. Der Umstand, daß die den ländlichen Arbeitseinsatz auch 1943 bestimmende Göring-Verordnung vom 7. März 1942 einen größeren Kreis einsetzbarer Personen erfaßt, als die neue Meldepflicht für Aufgaben der Reichsverteidigung, ist kennzeichnend für die Situation. Während für die Arbeit in den Rüstungsfabriken nur solche Personen aufgerufen sind, die noch in Frage kommen, können und müssen auf dem Lande alle landarbeitgewohnten Menschen des Dorfes und der Landstadt an die Arbeit der Sicherung der Kriegsernähruna gehen. Die in den vergangenen Wochen in den Dörfern für die ** Eine Achtzigjährige. Frau Regina Scherer, Ebelstraße 18 wohnhaft, kann am heutigen Dienstag, 30. März, ihren 80. Geburtstag begehen. An den Ereignissen unserer großen Zeit nimmt die Jubilarin noch regen Anteil. Der Jubi« larin bringen auch wir unseren herzlichen Glückwunsch dar. ** Seinen 7 5. Geburtstag kann am mor. • giqen Mittwoch, 31. März, der Schneidermeister Karl B a r n i ck, Walltorstraße 55 wohnhaft, begehen. Trotz seines hohen Alters ist der Jubilar noch - unermüdlich in seinem Beruf tätig. Seit 36 Jahren wohnt der alte Herr in dem Hause Walltorstraße 55, ein gutes Zeichen für das schöne Einvernehmen zwischen ihm und dem Vermieter. Dem Jubilar gellen auch unsere herzlichen Glückwünsche zu seinem Geburtstage. ♦♦ Silberne Hochzeit. Das Ehepaar Karl Hammel, Ludwigstraße 21, kann am heutigen Dienstag, 30. März, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Herzlichen Glückwunsch. ** Vom Theater der Äniversitäts- - stadt Gießen wird uns mitgeteilt: Unter der Spielleitung des neuverpflichteten Oberspielleiters Paul O l m ü h l findet am Mittwoch, 31. März, die Erstaufführung der modernen Operette „Abenteuer im Atlantik" von Albrecht Nehring statt. Musikalische Leitung: Egon Bosch, Tanzleitung: Inge Berg, Bühnenbilder: Karl Löffler. Mitwirkende Gabriele Pos- sinke, Annemarie Schwind, Lia Zimmer, Heinrich Appel, Georg Böhm, Willy Fuhrmann, Hugo Hell- mers-Hallwegh, Erich Siegfried Klein, Paul Olmühl, Franz Payer, Kurt Sauerland, Heinz Schommer, Karl Dolck. ** Sprachen kurse der Dolksbil- dungsstätte. Die NSG. ,Kraft durch Freude", Abteilung Volksbildungswert, eröffnet Anfang April wieder eine Reihe von Sprachenkursen, zu denen noch Anmeldungen entgegengenommen werden können. ** Zuweisungsschein als Ausweis f ü r H I. - K l e i d u n g. HJ.-Kleidung wird auf Be- zugsabschnitte der Reichskleiderkarte nur dann abgegeben, wenn der Inhaber der Karte gleichzeitig feinen HJ.-Ausweis vorlegt. Die Reichsjugendführung hat hierzu mitgeteilt, daß. bis zum Al. Juli der im Besitz der in das Deutsche Jungvolk und den Jungmädelbund aufgenommenen Zehnjährigen befindliche Zuweisungsschein zusammen mit der vierten Reichskleiderkarte beim Kauf parteiamtlicher Uniformstücke als gültiger HJ.-Ausuuis vorg»1egt werden kann. Landkreis Stehen. * Rödgen, 30. März. Das Ehepaar Ludwig Schneider kann am morgigen Mittwoch, dem 31. März, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar unseren herzlichen Glückwunsch. Zahlstelle Grünberg: Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 8-13 Uhr, Hungen: Dienstag und Freitag von 8-13 Uhr, Laubach: Mittwoch und Samstag von 8-13 Uhr, Lich: Montag und Donnerstag von 8-13 Uhr. Vortragsfolge unterhielt in abwechslungsreicher Weise die Verwundeten aufs beste. — Zu den Vorstellungen im Laufe der Woche hatte die Intendanz des Theaters Verwundete 'einaeladen. Der Bann 116'der Hitler-Jugend hatte zu seiner Veranstaltung anläßlich der Verpflichtung der Jugend ebenfalls Verwundete zu Gast. — Im Laufe der Woche kamen in allen Lazaretten Liebesgaben der Kreisamtsleitung Wetterau der NSV., wie..Zigaretten, Gebäck und Bonbons, durch die Betreuerinnen der NS.-Frauenschaft und den Lazarettbetreuer der NSKOV. zur Verteilung. — Am Sonntag hatte die Ortsgruppe der NSDAP, in Beuern mit ihren Gliederungen eine große Zahl Verwundete eingeladen. Diese waren Gäste bei den Familien und nahmen nachmittags an einer frohen Unterhaltung teil. Der Zellenleiter der NSDAP. Volk hatte die Veranstaltung gut vorbereitet. Aiesten-Klein-Linden. „Feldherrnhalle". Damit wurde das Grenadierregiment „Feldherrnhalle" zum Feldtxuppenteil der SA.-Standarte Feldherrnhalle, in der schon vor dem Kriege Freiwillige aus allen Gauen Großdeutschlands den kämpferischen Idealismus der SA. verkörperten. Bereits 1937 hatte Adolf Hitler den ersten J2l.= Führer, Hermann Göring, zum Chef der SA.-Standarte Feldherrnhalle ernannt und damit die besondere Bedeutung dieser Einheit gekennzeichnet. Bei Kriegsausbruch traten die meisten Männer der Standarte freiwillig zu den Fallschirmjäger- und Luftlanderegimentern. Aus dem Rest der Standarte wurde das Infanterie-Bataillon „Feldherrnhalle" gebildet, das im Westen beim Durchbruch durch die Maginotlinie und bei den harten Kämpfen im Osten sich besonders bewährte. Das Regiment hat somit eine kurze, aber stolze Tradition. Im Bewußtsein der besonderen Verpflichtung, die sich aus seinem Namen ergibt, wendet es sich deshalb an diejenigen jungen wehrfähigen Deutschen, die entschlossen sind, in glühendem Idealismus vorbehaltlos und unentwegt in vorderster Front für Führer und Volk zu kämpfen. Das Regiment in Gietzen für älteres Ehepaar gesucht. [02044 W.Mank, Weserstratze 29. Alleinst. Dame, berufstät., sucht RieiarooHnuBg l.Kochmöglichk.), in gutem Hause. Schr. Ang. unt. 02049 a.d.G.A. Die Leidens- und Liebesgeschichte einer in unglücklicher Ehe lebenden Frau entwickelt sich Szene um Szene folgerichtig, spannend und psychologisch üben zeugend, eingebaut in die dramatisch bewegte Rahmenhandlung des Schwurgerichtes, das über den unaufhaltsam einer Katastrophe zutreibenden, mit Tötung aus Notwehr endenden Konflikt.zu urteilen hat. Im Gegensatz zu jener naturgegebenen Dramatik liegt über den analytisch entschleiernden Szenen der Vorgeschichte eine wortkarge, pausenreiche, oft düstere, selten von einer gewissen schwerblütigen und schwermütigen Jdyllik aufgehellte epische Ruhe und Gelassenheit, die an den Ton mancher skandinavischen Romane erinnert. Dazu paßt gut die weiträumige, herbe Landsd)aft, welche die Kamera als ein atmosphärisch lebhaft mitspielendes Stimmungs- element ins Bild bringt, auch eine gelegentliche, vorsichtig eingeführte Symbolik und ein bei aller Sparsamkeit in Wort und Gebärde recht ausdrucksvoller Darstellungsstil, der sich, zumal bei den Trägern der Hauptrollen, Raisu Leppänen und Aino Kaipainen, auch durch das Medium der Synchronisierung hindurch eindringlich behauptet, während daneben einige mit heftigen komödiantischen Mitteln agierende Figuren in dieser sehr in sich geschlossenen Umgebung fast stilfremd anmuten. — Der deutsche Besucher, der zumal im Kriege nicht häufig Gelegenheit hat, die vertraute eigene Leistung mit der anderer Nationen zu vergleichen, was immer lehrreich ist, wird diesem aus befreundeter Hand üargebotenen Beispiel mit besonderer Aufmerksamkeit begegnen. Im Beiprogramm^ sieht man die hier schon besprochene neue Wochenschau und einen Kulturfilm aus dem Leben der Wildenten. Hans Thyriot. Ein verdienter Turner gestorben. Vor einigen Tagen ist der in der Gießener Geschäftswelt und namentlich in Turnerkreisen weit über Gießen hinaus bekannte frühere Kaufmann Karl Lang gestorben. Seit 1889 gehörte'er der Deutschen Türnerschaft an. Dem Männerturnverein Gießen, dessen Vorstandsmitglied er nahezu 30 Jahre war, hat er über 54 Jahre angehört. In Würdigung seiner Verdienste um die deutsche Turnsache hatte ihn der Männerturnverein Gießen vor Jahren zum Ehrenmitglied ernannt. Der Turnkreis 9 (Mittelrhein) der früheren Deutschen Turnerschaft und die Deutsche Turnerschaft selbst hotten in durch Verleihung ihres Ehrenbriefes ausgezeichnet. Karl Lang erfreute sich sowohl als alter Gießener wie auch als Turner in weiten Bevölkerungskreisen großer Wertschätzung. Für unsere Verwundeten. Die NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Lehrer Appelmann zeigte im Auftrage der Kreisbildstelle in zwei Lazaretten verschiedene Filme über die Holzwirtschaft. — In einem Lazarett spielte die Hauskapelle des Cafe Wien frohe Melodien. Die var Mein lebensfroher, herzlicher Sohn, ItoS» unser jüngster Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Alfred Bormuth Uffz. in einem Grenadier-Regiment Inh. des E. K. 2, des Sturmabzeichens in Silber und der Ostmedaille ist in den Kämpfen um Charkow im Alter von 31 Jahren für Großdeutschland gefallen. Die trauernden Hinterbliebenen: Elise Bormuth, geb. Bocher Oberfeldwebel Georg Bormuth, z. Z. im Osten, und Familie; Oberleutnant Willy Bormuth, z. Z. Genes.-Komp., und Familie. Gießen (Im Gartfeld 7), im März 1943. 02045 Einzahlung von Beiträgen, Ausstellung von Krankenscheinen, Annahme der An- und Abmeldungen und sonstige Angelegenheiten werden von den Zahlstellen erledigt. r . Leistungsansprüche (Auszahlung von Krankengeld, Wochen- und Stillgeld) sind nicht bet den Zahlstellen, sondern bei den Hauvtkassen in Giehen, Ludwigstratze 12, und Kaiserallee 7, geltend zu machen. [1026p Allg. Ortskrankenkasse für Stadt- und Landkreis Gietzen. Landkrankenkasse für den Landkreis Gietzen. jammen. Es steht im Verband einer motorisierten Division mit ihren vielseitigen Einsatzmöglichkeiten als Kradmelder, Kradschütze, Funker, Fernsprecher, Infanterie-Pionier, JG.-Schütze, Panzerjäger usw. Freiwilligen mit technischen Interessen ist besondere Gelegenheit geboten, ihre Fähigkeiten in einer Jn- fanterieeinheit zu bewähren. Wer sich zum Eintritt in das Regiment „Feldherrnhalle" freiwillig meldet, wird zuerst kurzfristig in der SA.-Standarte „Feldherrnhalle" ausgebildet. Er rückt dann zur - Ersatzeinheit des Regiments '„Feldherrnhalle" ein, wo die Ausbildung vervollkommnet und abgeschlossen wird. Freiwillige, die schon längere Zeit in der SA. stehen, können sofort dem Grenadierersatzbataillon „Feldherrnhalle" überwiesen werden. Don dort erfolgt die Zuweisung zum Feldregiment. Freiwillige, die zur SA.-Standarte „Feldherrnhalle" einberufen werden, können auf ihren Wunsch und bei Tauglichkeit nach kurzer vormilitärischer Ausbildung auch zu einer Fall- Biete gediegene Ucbergctrbin. 0. Pliisch-Chaisel.- Tecke. - Suche mod. Nähwagen oder -Kasten. Schr. Ang. unt. 02036 a.d.G.A. | Kaufgesuche | Mehrere Kleinmotoren für Gleichstrom, 220 Volt, y4 PS, '/« PS u. V« PS, mit 1200 bis 1500 Touren, zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unt. 02043 a.d.G.A. Houptfchriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellverrreter bei hauptlchriftleiters: Ernst Blumschein. VerantworUich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; iür Stadt Gießen, Provinz, Wirtichaft und Sport: Ernst Blumschein. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsvruckerei R. Lange K. G. Berlagsieiter: Tr..§ng. Erich Hamann: Lln;eigenleiter: Hans Beck. Anzeigenprei-liste Nr. 6. schirmjäqereinheit übertreten. Die Angehörigen des Grenadierregiments „Feldherrnhalle" werden später nach ihrer Bewährung einen großen Teil de- Unterführer- urtb Führernachwuchses der SA. und der Bewegung Jtellen. Melde dich sofort bei dem SA.-Sturm oder der SA.-Standarte deines Heimatortes als Freiwilliger zur SA.-Standarte „Feldherrnhalle". Dort erfährst du alles Wissenswerte über EinstellungSbedinungen und Einsatzmöglichkeiten. Ihre Vermählüng beehren sich anzuzeigen Dr. med. Walter Luh Assistenzarzt Gretl Luh. geb. Knapp Sprachlehrerin Gießen-Klein-Linden, Wien Mansch- Schönberg, Wien ________________________02042/ Im Heim der Hitler-Jugend fand am Sonntagvormittag in Gegenwart der Eltern und der Lehrer .... --ö . die feierliche Verpflichtung der schulentlassenen Ju- tFront freigemachten Manner muffen erseht werden, gend von Klein-Linden und Allendorf (Lahn) start. *"E |S ° """"" Schulleiter Lehrer Möller verabschiedete die Kinder aus der Schule, Ortsgruppenleiter Kehl sprach zu ihnen über die Bedeutung des Tages, worauf Kameradschaftsführer Jung als Vertreter der (... . . ] Junge Frau mit Mietgesucnß I Zjäbr. Kind sucht „ 1 möbl. Zimmer. Z-Klmmer- Bettwäsche Wird LICHTSP1EL»TH KATER Blorla-Palast, '»eitersweg: Die goldene Stadt Idchtiplelhau», Bahnhofstraße Karin und der Fremde 1711< alle lästig. Haare Leberflecken und sonstigen Schön- • heitsfehler entfernt für immer Frau B. Gulden seit 1935 Fr.W. Henkel Am BlegelpUd 32 Svrechstund.letzt Mittwochs,Gießen 9-17 Uhr dnrchg. 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