Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis 81/, Uhr desBormittagS Ameigen-Preiser Änzetgenteil 7Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreits Nachlässe: Wiederholung Malstaffell AbschlüsseMengenstaffelS Platzoorschrift lvorherige Vereinbarung) 25°/* mehr General-Anzeiger für Oberhessen (93. Jahrgang Nr. (24 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat imBild- DieScholle Bezugsvreis: Monatlich .RM.1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Postscheck 11686 Frankf./M. Aiar d Lamstag, 29./Sonntag, 30. Mal (943 Gießener Anzeiger Japanische Nachtangriffe aus Attu dem des Rom, 28. Mai. (Europapreß.) Im gesamten Nahen Osten gärt es, in Iran, im Irak, in Syrien und Aegypten sind bereits Revolten ousge- brochen. Der Grund dieser Unruhen ist in der Ausplünderung der arabischen Bevölkerung durch die Besatzungstruppen zu suchen. Die Lage Irans wird in einem Bericht des „Messaggero" als chaotisch bezeichnet. Die südöstlichen Provinzen sind gegen die Engländer, die nördlichen gegen die Sowjets im Aufruhr. Die Eisenbahn Basra—Disful— Teheran wurde an mehreren Stellen unterbrochen. Auf der Straße Bender-Bufchir—Teheran wurde ein Autozug von der hungernden Bevölkerung angegriffen. Diele Nationalisten flohen nach Afghanistan und Belud schistan, da sie von britisch-nord- amerikanifchen Militärgerichten verurteilt worden In Matrase in T r a n s j o r d a n t e n ist ein Brennstoffdepot von Rebellen zerstört worden. Auch eine Raffinerie wurde in Brand gesteckt. Biele irakische Nationalisten fliehen nach Neged. Ganze Familien im Irak sind von den Engländern verhaftet worden, ihr Gut wurde beschlagnahmt. Außerdem werden Strafmaßnahmen durchgeführt, insbesondere gegen solche, die sich darüber beklagen, daß die versprochenen Lebensmittellieferungen nicht eintreffen. Dor die Kriegsgerichte wurden auch bekannte Persönlichkeiten nni) einige Scheiche zitiert. Der britische Kommissar in Syrien, Casey, verlangte in Damaskus vom syrischen Dersorgungsministe- Korvettenkapitän Kemnade, 1911 als Sohn eines Reichsbahnbeamten geboren, wuchs in Hannover auf und war Jahrgangskamerad Günther Priens. Sie waren auch zusammen Fähnriche auf dem Kreuzer „Königsberg". Kemnade wurde dann bereits als junger Leutnant Kommandant in der ersten Schnellbootflottille. Seit Mitte Mai 1940 Chef der Schnellbootflottille, an deren Spitze er heute noch steht, hat Kemnade über 150 Unternehmungen erfolgreich durchgeführt. Die Flottille war nacheinander im Westen, im Osten, anschließend wieder im Kanal und danach im Mittelmeer eingesetzt. Nach der englisch-nordamerikanischen Landung in Nordafrika fiel ihr die Aufgabe zu, mit der Luftwaffe die Gegenaktion zur Bildung des Brückenkopfes Tunesien zu führen. In den Häfen von Tunis und Bi- zerta zeigte sie als erste die deutsche Kriegsflagge und sicherte die Landung der deutschen und italie» nischen Truppen. Die Dersenkungserfolge der Flöt« tille, der auch der mit dem Eichenlaub aus* gezeichnete Kapitänleutnant Wup permann cm- gehörte, umfassen sowohl die Vernichtung von fast 100 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes wie die Versenkung zahlreicher Kriegsschiffe, insbesondere Zerstörer. Das Eichenlaub für Korvettenkapitän Kemnade. Berlin, 28. Mai. (DRV.) Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Korvettenkapitän Friedrich Kemnade, Ehef einer Schnellbootflottille, als 249. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Tokio, 28. Mai. (DNB.) Die Kämpfe auf der Insel Attu werden weiterhin mit großer Erbitterung geführt. Die auf dem nordöstlichen Teil der Insel kämpfenden japanischen Streitkräfte bringen den USA.-Truppen trotz deren zahlenmäßiger Ueberlegenheit durch überraschende Nachtangriffe immer wieder schwere Verluste bei. Den strategischen Gewinn aus ihren Nachtangriffen zog die japanische Attu-Besatzung, indem sie am Donnerstag ihre eigene Frontlinie in den Bergstellungen verbesserte. Da klares Wetter herrschte, konnten die Japaner vom Festland aus feststellcn, wie sehr sich die Reche der vor Attu ankerndn USA.-Kriegsschiffe vermindert hat. Man führt dies aus die schweren Verluste zurück, die der USA.-Flotte durch Unterseeboote und durch die Luftwaffe der Japaner zugefügt worden sind. Seit dem 23. Mai wurden nämlich durch Aktionen der Luftwaffe ein nordamerikani- scher Kreuzer und ein Zerstörer sowie ein Kriegsschiff nicht festgestellten Typs versenkt, während ein zunächst nur als schwer beschädigt gemeldetes Schlachtschiff und ein Kreuzer durch Torpedos japanischer U-Boote versenkt und zwei weitere Kriegsschiffe schwer beschädigt wurden. Mit rund 38 Jagdflugzeugen und Bombern, gedeckt durch zwei Zerstörer zur See, unternahmen die Nordamerikaner einen Angriff gegen die Positionen der Japaner im Nordosten der Insel an der Massacre-Bucht. Nach japanischen Berichten wurden die Angriffe zurückgeschlagen. Die Leistungen der Japaner auf Attu sind um so höher einzuschätzen, als die Verteidiger der Insel tagsüber fortgesetzten Angriffen der Amerikaner ausgesetzt sind, die nicht nur aus dem Lande zahlenmäßig überlegen sind und ihre schwersten Geschütze einsetzen können, sondern auch mit ihren Schi ff s- geschützen die japanischen Stellungen beschießen, während die Luftwaffe gleichzeitig unausgesetzt in großen Formationen in die Bodenkämpfe eingreift. So spricht es für den ungebrochenen Kampfgeist der japanischen Streitkräfte, daß sie trotzdem noch während der Nacht Angriffsoperationen unternehmen und damit Erfolg haben. rium die Bereitstellung aller Lebensmittel, weil die Lage immer besorgniserregender wird. Gleichzeitig wurden in den Städten Damaskus, Aleppo und Tripolis strenge Maßnahmen gegen die meuternde Bevölkerung ergriffen. Im Gebiet von Mallani in Aegypten ist ein Aufstand ausgebrochen, weil die Engländer die Beschlagnahme der Ernte verfügt haben. Zwei bewaffnete Familien haben deshalb eine englisch Patrouille angegriffen. Die Engländer schickten zwei Kompanien, die das Dors Mallani umzingelten, alle Wohnungen durchsuchten und dabei zahlreiche geheime Waffendepots entdeckten. Drei Aegypter kamen bei den Zusammenstößen ums Leben. Brutale Gewalt in Nordasrika. Rom, 29. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Stefani-Meldung ereignete sich bei Fez ein Eisenbahnunglück, das zahlreiche Tote und Verwundete, zum größten Teil Militärpersonen, forderte. Da die nordamerikanischen und die gaullistischen Militärbehörden einen Sabotageakt vermuteten, haben sie 50 Berber eines Stammes, auf dessen Gebiet das Unglück sich ereignete, kurzerhand erschossen. Um sich hiergegen zu wehren, griff eine starke Gruppe Marokkaner, die verschiedenen Stämmen angehören, einige amerikanische Wachposten in der Umgebung von Fez an und tötete dabei zahlreiche Soldaten. politische Neugestaltung Indiens wird der Ausgang Krieges deshalb von entscheidender Bedeutung fein. Unter der direkten Herrschastsgewalt der britischen Krone stehen, wenn auch im einzelnen in verschiedenen staatsrechtlichen Formen, schließlich die Kronkolonien, die durch Gouverneure verwaltet werden. Unter diese Kategorie fallen die britischen Kolonien in Afrika, sowie die Stützpunkte im Mittelmeer und in der westlichen Hemisphäre. Letztere sind schon weitgehend in die politische Machtsphäre der Vereinigten Staaten geraten. Der gegenwärtige Krieg wird unter allen Umständen weitgehende Veränderungen im Gefüge des britischen Empire zur Folge haben, über deren Ausmaß sich heute noch nichts Endgültiges aussagen läßt. Jedenfalls ist England mit dem von ihm entfesselten Krieg gegen Deutschland der Totengräber seines eigenen Reichs in seiner bisherigen Gestaltung geworden. Zu engster Zusammenarbeit. Englischer Gewerkschaftssekretär fährt nach Moskau. Stockholm, 28. Mai. (Europapreß.) Die Zusammenarbeit zwischen der britischen Labour-Party und den britischen Gewerkschaften mit den Sowjets hat offenbar durch die „Auflösung" der Komintern einen neuen Impuls erhalten. Auch Sir Walter Citrin e, der Generalsekretär des britischen Gewerkschaftskongresses begibt sich mit anderen Gewerkschaftlern in Kürze nach Sowjetrußland, um sich zu bemühen, eine Basis für die Zusammenarbeit zwischen dem englrsch-sowjetischen Gewerkschasts- komitee und den USA.-Gewerkschaften herzustellen, Oie Ausplünderung des Nahen Ostens Oie gepeinigte Bevölkerung seht sich zur Wehr. Cingeschloffene Tschungking-Oivisionen. N a n fi n g, 28. Mai. (Europapreß.) Aus Raum von I ch i a n g , wo der Mittellauf die sich bisher ablehnend verhielten. Die Frage war bereits bei einem Besuch Cittines in den Vereinigten Staaten behandelt worden. Außerdem will sich Citrine in Moskau mit dem Schicksal der „Profintern" befassen, das ist die vor etwa zwanzig Jahren aufgezogene internationale kommunistische Gewerkschaftsorganisation, das gewerkschaftliche Gegenstück zur Komintern. Citrine will in Moskau klären, ob die Tätigkeit der Profintern durch die „Auflösung" der Komintern berührt wird oder nicht. Teilen und herrschen. England verhindert Verständigung zwischen Kongreß und Moslem-Liga. Bangkok, 28. Mai. (Europapreß.) „Ein typisches Beispiel der englischen Politik des Divide et impera" nennt der Rundfunksender des freien indischen Hauptguartiers in Schonan (Singapur) die englische Bekanntmachung, daß das von Gandhi gewünschte Zusammentreffen mit Dschinnah, dem Führer der Moslem-Liga, nicht zugelassen werde. Dschinnah hatte in seiner letzten Rede Gandhi eingeladen, durch persönlichen Kontakt eine Lösung des Mohammedanerproblems herbeizuführen. Dieser Aufforderung war Gandhi gefolgt. Während die englische Regierung also bisher immer auf den Zwiespalt zwischen Nationalkongreß und Moslem-Liga als das größte Hindernis der indischen Unabhängigkeit hingewiesen hat, ist nun dieselbe Regierung äußerst bemüht, die Lösung des Zwiespalts unmöglich zu machen. Unter scheinheiligen Vorwänden wird ein Zusammentreffen zwischen Gandhi und Dschinnah verhindert, denn ein Abkommen zwischen Gandhi und Dschinnah würde die größte Gefahr für den britischen Imperialismus bedeuten. England weiß das und versucht deshalb, eine solche Verständigung mit allen Mitteln zu verhindern, denn auf der Uneinigkeit der Inder basiert die englische Herrschaft in Indien. Miss feine Borgänger, das spanische und das portugiesische Kolonialreich, entstand das britische Weltreich zunächst nur als das zusammenhanglose Ergebnis von Beutezügen und Eroberungen einzelner Abenteurer. Erst die Seeherrschaft der englischen Flotte schuf und sicherte den Zusammenhang zwischen den weit verstreuten Teilen des Weltreiches. Dieser Entstehung des britischen Weltreiches entsprach auch die geistige Haltung der britischen Kolonialpolitik. Sie hat von Anfang an feine einheitliche Linie besessen. Nicht rassenmäßiges Denken, sondern der Glaube an die gottgewollte Ueberlegenheit des puritanischen Angelsachsentums über alle anderen Völker weißer und farbiger Rassen bestimmte das englische kolonialpolitische Denken. Ausbeutung und Anpassung waren die beiden beherrschenden Gesichtspunkte,' nach denen die britische Kolonialpolitik geführt wurde, Ausbeutung vor allem in der Hinsicht, daß alle britischen Kolonien nur den Interessen des Mutterlandes dienstbar gemacht wurden. Diese durchgängige Linie der britischen kolonialen Ausbeutungspolitik änderte sich erst, als die nord- amerikanischen Kolonien sich ihre Unabhängigkeit erkämpft hatten, wodurch England eines seiner größten Kolonialgebiete verlor. In Anpassung an diese neuen politischen Tatsachen schlug England den ihm verbliebenen angelsächsischen Siedlungskolonien gegenüber eine andere Taktik ein und schuf den Begriff des Dominion, d. h. der sich selbst regierenden Kolonie. Es ist auch kein Zufall, daß das Nachbarland der Vereinigten Staaten, Kanada, als erstes diesen Dominionstatus erlangt Für das Wesen der Dominions ist aber nicht die Einführung des parlamentarischen Systems, sondern die Tatsache entscheidend, daß in den Dominions das angelsächsische Element die unbedingte politische Herrschaft ausübt. Die Durchführung dieses Programms war einfach in den Dominions Australien, Neuseeland, Kanada und Neufundland, wo die Urbevölkerung ganz oder fast völlig aus gerettet wurde und die Herrschaft der weißen Rasse eine unbestrittene ist. Schon schwieriger liegen die Verhältnisse in der Südafrikanischen Union, wo die Neger- und Mischlingsfrage ein ernstes Problem bildet. Es bedeutet deshalb eine typische, der britischen Geisteshaltung entsprechende Vernebelung der historischen Tatsachen, wenn England Indien mit der Verleihung des „Dominionstatus" zu ködern versucht, der nach Beendigung des jetzigen Krieges eingeführt werden und die von den Indern geforderte Unabhängigkeit Indiens ersetzen solle. Denn bei Indien handelt es sich nicht um eine angelsächsische Siedlungskolonie, sondern um einen gewaltigen, von 400 Millionen rassefremder Menschen bewohnten Sub- fo n t i n e n t, der bisher in den Formen reiner Kolonialpolitik von etwa 120 000 Briten regiert und verwaltet worden ist. Von einer politischen Gleichstellung der Inder ist aber nie die Rede gewesen, das beweist schon die inferiore Behandlung, die die Inder in einem britischen Dominion wie der Südafrikanischen Union gefunden haben, wo man ihnen jede politische Gleichstellung verweigert hat. So bildet das britische Empire heute keine politische Einheit, sondern zerfällt in mehrere politisch differenzierte Teile. Das jetzige Rückgrat des Weltreichs bilden die Dominions, die mit dem Mutterlande in dem Bund britischer Nationen (British Commonwealth of Nations) zusammengeschlossen sind. Sie sind heute unabhängige Staaten, aber durch das gemeinsame angelsächsische Rässe- und Herrschaftsgefühl an das Mutterland, wenn auch in verschieden starkem Maße, gekettet. Sv haben sich die meisten von ihnen (Kanada, Australien, Neuseeland) unbedingt, die Südafrikanische Union erst gegen den Widerstand des nationalistischen Burenelementes dem Kriege Englands gegen Deutschland angeschlossen. Nur der irische Freistaat, der ebenfalls im Dominionstatus lebt, aber durch seine Lage und die Eigenart feiner Bevölkerung eine Sonderstellung einnimmt, hat von seiner Befugnis als unabhängiger Staat Gebrauch gemacht und feine Neutralität erklärt. Wichtig 'ist, daß die außereuropäischen Dominions — wobei Neufundland, dessen Dominionstatus zur Zeit aufgehoben ist, zu Kanada gerechnet werden muß — territoriale Großräume sind, die an sich zur Selbstbehauptung imstande wären. Dazu kommt, daß die Verbindungen von Kanada zu den Bereinigten Staaten von jeher besonders enge waren, da nie 'eine eigentliche Grenze zwischen beiden bestanden hat. Der jetzige Krieg hat aber auch Australien und Neuseeland, ja neuestens auch die Südafrikanische Union in die Arme der Vereinigten Staaten getrieben, so daß sich die Grundlinien eines angelsächsischen Weltteiches mit den Vereinigten Staaten als Kernland immer deutlicher ab- zeichnen. e „, v . . Das bisherige Mutterland, in dem sich das wesentliche Zenttum außerdem noch in London und im Radius von zwei Schellzugstunden um London kon- zenttiert, ist zu klein und liegt zu sehr an der Außensphäre des Weltteichs, um sich bet der heutigen Neubildung der Welt in Großräume noch als politischer Mittelpunkt des Weltteiches behaupten zu können. Deshalb greift der amerikanische Einfluß im raschen Tempo auch auf die übrigen Teile des Weltteiches über, vor allem auf Aegypten und Indien, Aegypten ist formell unabhängig, steht aber unter dem politischen und militärischen Einslim Großbritanniens, das von hier aus seinen Emftuß auf den Vorderen Orient auszuüben versucht, um den Weg nach Indien zu sichern. Denn Indien bildet immer noch den Mittelpunkt des britischen Wettreiches. Es muß England alles daran liegen, den beherrschenden politischen Einfluß über Indien zu behalten, um so mehr, ols die Führung im ostasiatischen Großraum am Japan übergegangen ist. In Indien zieht Engl deshalb auch alle Register feiner Kolomalpolittk und sucht die Unabhängigkeitsbestrebungen des Volkes mit der Erhaltung der britischen Herrschaft vergeblich auf einen Nenner zu bringen, tfur oie öie politische Ideengestaltung im Empire Von Professor Dr. Otto Koettreuttcr, München. Rundsicht. Angesichts der weltweiten Entfaltung dieses Krieg ges, der in irgendeiner Form alle bewohnten Räume des Erdballs und alle Meere in feinen Bann gezogen hat, ist es immer wieder notwendig, zu Der» suchen, zwischen den politischen und militärischen Ereignissen auf den so weit auseinanderliegenden und in jeder Beziehung so ganz verschieden gearteten Kriegsschauplätzen die großen Züsammenhänge her- zustellen, um ein Bild der augenblicklichen Gesamtlage des Krieges zu gewinnen. Nur auf diese Weise läßt sich auf die Frage: „Wo stehen wir?" eine Ant« wort' finden. Und diese Frage taucht immer dann mit besonderem Nachdruck auf, wenn nach einer Zeit der Vorbereitungen, der Umgruppierungen großen Stils, nach einer Konzentration der Kräfte in neuen Ausgangsstellungen sich ein neuer Abschnitt des großen Ringens ankündigt. In ihn tritt der europäische Kontinent im Bewußtsein einer bisher nicht gekannten Solidarität gegenüber den allen seinen Völkern gleichermaßen drohenden Gefahren, zwischen dem nordamerikanischen Weltherrschaftsanspruch und dem bolschewistischen Ausdehnungsdrang zerrieben zu werden. Wie England und fein Empire durch den Verrat feiner plutokratischen Führungsschicht an der Sache Europas und an der eigenen weltpolitischen Mission Britanniens zu einem bloßen Anhängsel, Sprungbrett und Ausbeutungsobjekt des amerita« nischen Imperialismus geworden ist, so soll der europäische Kontinent, die Wiege der abendländi-. schen Kultur, seit vielen Jahrhunderten das Nerven« zenttum der Menschheit überhaupt, soweit sie diesen Namen verdient, nach dem Willen der jüdischen Kriegsmacher, die in London und Washington die Drähte ziehen, dem Bolschewismus als Experimentierfeld für seine revolutionären Doktrinen ausgeliefert werden. Mag in besorgten Gemütern einiger Engländer und Amerikaner bei dieser skrupellosen Preisgabe Europas der Hintergedanke mitsprechen, daß nach einem Siege des Bolschewismus der ihm überlassene europäische Kontinent gleichsam einen breiten Qua« rantäneftreifen bilden werde, hinter dem man sich nor der Ansteckungsgefahr durch den bolschewistischen Bazillus verhältnismäßig sicher fühlen könnte, die für diese Rolle ausersehenen Völker fragen nicht nach den Motiven einer Politik, die ganz in das Bild paßt, die die Geschichte von der krassen Eigensucht der anglo-amerikanischen Rasse gezeichnet hat, die aber auch die grenzenlose Verblendung zeigt, mit der man vor allem in London den Kopf in den Sand steckt angesichts der immer offener zutage tretenden Anzeichen einer schon mitten im Kriege stürmisch fortschreitenden Volschewisierung des eigenen Volkes durch eine notgedrungen geduldete unk» ganz zielbewußt arbeitende Sowjetagitation, mit der Stalins Botschafter Maisky und seine jüdischen Agenten dank der ihnen zur Verfügung stehenden Querverbindungen zur jüdisch-liberalen Hochfinanz nicht nur ihre legitimen Interessen in der Hauptstadt des Bundesgenossen vertreten, sondern auch hinter den Kulissen nicht minder eifrig die Saat säen, aus der einmal für die englische Plutokratie die Drachenzähne furchtbarer Vergeltung für ihr Versagen in einer Entscheidungsstunde des Empire emporwach- fen werden. Die europäischen Völker sind an diesem England drohenden Schicksal heute nur noch beiläufig interessiert. Wenn der zweite Winterfeldzug im Osten mit der nur mit Aufbietung aller Kräfte des deutschen Ostheeres und feiner Verbündeten zum (Stegen gebrachten Offensive Stalins etwas Gutes gehabt hat, fo ist es die Tatsache, daß sie den Völkern die Augen geöffnet hat darüber, welch furchtbares Geschick ihrer unausweichlich geharrt hätte, wenn es, wie es in Stalins Absicht gelegen hatte, den Sowjet- marfchällen gelungen wäre, durch den Dammbruch im Südabschnitt der Ostfront ihre Horden aus der öfllichen Stepve in die Kulturgefilde des westlichen Europas zu führen, wo sie dann mit ihren jüdischen Kommissaren an der Spitze brennend und mordend das Banner des Sowiettegimes im Herzen Europas aufaepflanzt hätten. Das grauenhafte Schicksal der 12 000 polnischen Offiziere im Walde von Katyn, das Schicksal der Taufende von den Sowjets bet ihrem kurzen Vorstoß nach Westen aus den baltischen Ländern, aus Polen und Bessarabien Verschleppten spricht eine zu deutliche Sprache, als daß sie selbst von denen noch länger überhört werden Jangtsekiang beginnt, führen die japanischen Truppen ihre große Sommerschlacht in Zentral-China in nordwestlicher und südwestlicher Richtung fort Nach der Ueberquerung des Jangtseflusses stehen die Japaner in erfolgreichen Gefechten gegen die 11., 18. und 34. Division der 18. Tschungkingarmee, die sich unter dem Kommando des Generals Tfchent- fcheng bereits zurückzieht. Japanische Streitkräfte schließen im Gebiete der Tschien Niulinghügel, 20 km westlich von dem Jangtsehafen Jchang, den Ring um die drei Tschungkingdivisionen immer enger. Gleichzeitig haben japanische Fliegerverbände die feindlichen Stellungen stark bombardiert Dabei haben die bereits desorganisierten Tschung- kingttuppen schwere Verluste erlitten. Eine Ansammlung von Tschungkingttuppen, die von der japanischen Luftwaffe in der Nähe von Mutschiachsi, 25 km nordwestlich von Tschangyang, entdeckt wurde, konnte heftig bombardiert und zur Flucht gezwungen werden. Wachsende Besorgnis in Tschungking. ^Schanghai, 28. Mai. (Europapreß.) Eine Schlacht von entscheidender Bedeutung erwarten militärische Kreise in Tschungking in nächster Zukunft. Nach Mitteilung des Militärsprechers werde diese Schlacht darüber entscheiden, ob China seine Kriegshauptstadt davor bewahren kann, von den Japanern besetzt zu werden. Nach den neuesten in Tschungking vorliegenden Frontberichten nähern sich etwa 70—80 000 Japaner den chinesischen Befestigungen am Jangtse bei Jschang, das nur 195 Mellen östlich von Tschungking liegt. Als Ziel der Japaner erkennt man in Tschungking die Vernichtung dieser Befestigungen und den Stoß gegen Tschungking selbst. Ion nie, di- bisher noch in kurzsichtiger UeLerheblich- keit gemeint hatten, die deutsche Warnung vor dem Bolschewismus als reine Propaganda mit leichter Hand abtun zu können. Im zweiten Winterfeldzug an der Ostfront ist das neue Europa geboren worden und es steht bereit, in einer zusammengefaßteu Anstrengung ohnegleichen, Len Waffengang mit Bolschewismus und Plutokratien bis zum Siege Lurch- zustehen. Der Krieg im Osten wird in den Plänen beider kriegführenden Parteien nach wie vor den Platz einnehmen, den er durch die Stärke der sich hier gegenüberstehenden Heeresmassen und durch den einzigartigen Eharakter dieses Feldzuges beanspruchen muß. Noch liegt ein dichter Schleier über den Absichten der deutschen Führung, die sich durch die offensive Beendigung des Winterfeldzuges die volle Freiheit des Entschlusses gesichert hat. Noch scheint die Phase der Vorbereitungen und Umgruppierungen nicht abgeschlossen au sein. Der Feind sucht sich durch gewaltsame Erkundungen und verstärkte Luftaufklärung Einblick in unsere Absichten zu verschaffen, vielleicht auch günstige Ansatzpunkte für eine eigene Initiative abzutasten. Besonders hindernd für seine Pläne empfindet er den Sperriegel, den deutsche und rumänische Truppen mit dem Kuban-Brückenkopf vor die Straße von Kertsch gelegt haben. Er sieht hier eine gefährliche Bedrohung seiner Südflanke, die er beseitigen möchte, bevor vielleicht an anderer Stelle von ihm Entschlüsse gefordert werden, die Bewegungsfreiheit verlangen. Deshalb hat er feit Ende Februar immer wieder mit massierten Kräften und ohne schwerste Opfer an Menschen und Material zu scheuen, die deutschen und rumänischen Stellungen des Brückenkopfes angegriffen, um ihn einzudrücken und nach dem Durchbruch die Straße von Kertsch zu gewinnen, wodurch sich die Bedrohung der eigenen Südflanke mit einem Schlage in eine Bedrohung der deutschen Südflanke wandeln würde. Das erhellt die außerordentliche strategische Bedeutung dieser erbitterten Kämpfe für die gesamte Ostfront und es ist ein besonderes Ruhmesblatt für die Verteidiger des Kuban-Brückenkopfes, daß sie sich in dem Halbkreis, der sich von den Lagunen des Kuban- Deltas am Asowschen Meer bis zu den zerklüfteten Ausläufern des nordwestlichen Kaukasus südlich der Seefestung ^Noworossijsk erstreckt, in einem von Sümpfen, Seen und zahlreichen Wasserläufen durch. zogenen Gelände gegen einen immer wieder in gewaltiger Ueberzähl anrennenden Gegner in harten Abwehrkämpfen behaupten und mit ihrem tapferen Einsatz eine wichtige Schlüsselstellung der deutschen Ostfront sichern. Auf gesamtkontinentale Maßstäbe übertragen hatte der Brückenkopf von Tunis eine ähnliche Funktion. Seine Behauptung noch volle sechs Mo- nate hindurch nach der Landung der englisch-nord- amerikanischen Truppen in Marokko und Algier sicherte das afrikanische Vorfeld des Kontinents so lange, bis dieser selbst gerüstet war, den Feind, wo immer er einen Landungsversuch wagen sollte, gebührend zu empfangen. Die geringen deutschen und italienischen Truppenverbände, die hier unter allepschwierigsten Umständen bald ohne wesentlichen Nachschub ganz auf sich allein gestellt und auf immer schmalerem Raum zusammengedrängt, bis zur letzten Patrone und zur letzten Handgranate dem kon- zentrischen Angriffe vielfach überlegener feindlicher Armeen auch dann noch standhielten, als sie vor der von allen Seiten andrängenden Uebermacht aus den günstigen Verteidigungsstellungen des Höhengeländes in die deckungslose Ebene hatten weichen müssen, haben mit diesem tapferen Ausharren, das die Offensivarmeen zweier Weltreiche ein halbes Jahr hindurch band, einen politisch-strategischen Erfolg für die Achse daoongetragen, der erst in das rechte Licht rückt, wenn man ihn in Zusammenhang bringt mit dem lebhaften Meinungsstreit im alliierten Laaer, der dort über die Frage entstanden ist, ob der späte Erfolg des Nord- afvika-Unternehmens im Gesamtkriegsplan der Alliierten gesehen, die ungeheuren Aufwendungen gelohnt habe, die inzwischen dem pazifischen Kriegsschauplatz entzogen worden seien. Die erste Enttäuschung war es gewesen, daß es den Alliierten nicht gelang, die Besetzung der afrikanischen Gegen- füfte in ihrer ganzen Ausdehnung, wenn nicht gar den Angriff auf den europäischen Kontinent selbst, mit der bolschewistischen Gegenoffensive zu Beginn des Winters aleichzufchalten. Und dann hatte das Unternehmen sehr erheblich mehr Kräfte auf weit längere Zeit hin gefesselt als vorgesehen gewesen war, abgesehen von den schweren Einbußen an Tonnage, die der Nachschub über den Atlantik und durch das westliche Mittelmser gekostet hatte und die bei dem chronischen Mangel an Schiffsraum für die alliierte Kriegführung beträchtlich ins Gewicht fiel. Diese Feststellungen sollen nicht darüber Hinwegtäuschen, daß nun, da der Feind Herr der ganzen nordafrikanischen Gegenküste geworden ist, die Situation im Mittelmeer eine grundlegende Aende- rung in mancherlei Richtung erfahren hat. Das wider alle Erfahrungsregeln der Kriegskunst trotz fehlender Ueberlegenheit zur See solange verhindert zu haben, wird stets ein Ruhmesblatt deutschen Soldatentums bleiben. Aber nun heißt es, der veränderten Lage füfy ins Auge blicken. Der Feind hat jetzt jene Aufmarschbasis, die er für die Invasion nach Europa erstrebt hat. Er hat auch seinen Nachschubweg durch das Mittelmeer von der ihm sehr peinlichen Einschnürung zumindest gelockert, denn die Straße von Sizilien ist nach der Räumung von Tunis nur noch von einer Seite her als Durch- aang bedroht. Er kann auch den Kampf um die Luftherrschaft von seinen neugewonnenen Stützpunkten aus mit besserer Aussicht auf Erfolg aufnehmen als bisher. Das alles braucht keineswegs verschwiegen zu werden, weil wir uns auf der anderen Seite bewußt find, welch ungeheuren Schwierigkeiten trotz der eben angedeuteten Vorteile jedem feindlichen Landungsunternehmen größeren Stils entgegenstehen müssen, wo auch immer es an den Küsten des europäischen Kontinents, ob in Südfrankreich, in Sardinien, Sizilien oder auf dem Balkan versucht werden sollte. Denn abgesehen davon, daß die Achse das halbe Jahr des ihr durch das heldenmütige Durchstehen der deutschen und italienischen Tunis-Kämpfer errungenen Zeitgewinns nicht ungenutzt hat verstreichen lassen, hat sie für die Konzentration starker Abwehrkräfte von der inneren Linie her den weit kürzeren und sicheren Nachschubweg zu allen bedrohten Punkten, wo sie auch immer sein mögen, während der Sprung über das Mittelmeer für den Feind das Risiko des Kampfes mit unseren U-Booten einschließt und die Erringung der Luftherrschaft voraussetzt. Wie schlecht es damit bestellt ist, zeigen die täglichen Abschußziffern der deutsch-italienischen Luftabwehr im Mittelmeerraum zur Genüge. Daß man sich darüber auch im Laster der Alliierten keinen Illusionen hingibt, beweist, daß immer wieder der Zweifel laut wird, ob man nicht über der Forcierung irgendwelcher, in ihren Erfolgs- möglichkeiten durchaus vager Jnvaiionspläne gegen Europa den ostasiatischen Kriegsschauplatz zu sehr vernachlässige und damit Gefahr laufe, den Japanern Zeit zu lassen, ihre in der ersten Phase des Pazifik-Krieges weit gegen Australien und Indien vorgeschobenen Positionen so auszubauen, daß nach einer Niederwerfung Europas eine Offensive zur Rückgewinnung der verlorenen Gebiete in der Süd- see nicht mehr zum Zuge kommen könnte, zumal auch die Erfolge der japanischen Waffen in Mittel- China ein Erlahmen der Widerstandskraft Tschuna- kings deutlich machen, womit nicht nur das erhebliche Menschenrefervoir, über das Tschiangtaischet verfügt und das man in Washington immer in Rechnung gestellt hat, abgeschrieben werden müßte, sondern auch die Stützpunkte ausfielen, von denen aus man am ehesten einen Luftkrieg gegen die ja- janischen Heimatinseln führen könnte. So zeigt die strategische Gesamtkonstellation, mag sie auch Auf den ersten Blick dem Gegner manche augenblicklichen Vorteile zu bieten scheinen, bei näherer Betrachtung und im Zusammenhang gesehen, für ihn ebenso viele Fragezeichen und schwachen Punkte. Ein Grund mehr, dem Abwehrwillen Europas stärkste Impulse zu geben in der Gewißheit, daß der Sieg unser sein wird, denn Leben und Freiheit der Völ- ter des europäischen Kontinents find ein zu kostbares Gut, als daß es sich nicht verlohnen würde, für feine Verteidigung gegen die im Bündnis zwischen Plutokratie und Bolschewismus unter jüdischer Führung zusammengeschlossenen Feinde jeder menschlichen Gesittung das Letzte einzusetzen und das Aeußerste auf sich zu nehmen. Dr. Fr. W. Lange. Angriff ans Güdost? Die Chancen eines Landungsversuchs. - Oer gesamte Raum des östlichen Mittelmeers unter Lustkontrolle der Achse. Von unserer Berliner Schriftleitung. Unter der Ueberschrift „Angriff aus Südost?" untersucht Vizeadmiral Pfeiffer in der „Berliner Börsen-Zeitung" die Chancen, d-ie die Anglo- Amerikaner im Falle des Versuches einer Landung im Südosten Europas hätten. Bei der Ideenarmut im Feindlager sei man, wie auch schon in früheren Fällen, so schreibt Vizeadmiral Pfeiffer, auf die Entwicklung zurückgekommen, die der Welt- krieg bot, als seinerzeit die Alliierten i n Saloniki landeten, von dorther den Widerstand Bulgariens und Oesterreich-Ungarns brachen und schließlich die Entscheidung des Krieges herbeiführten. Heute liege die Versuchung nahe, wieder pn weitgesteckte Ziele im Mittelmeerraum zu denken. Vizeadmiral Pfeiffer vergleicht dann die Lage im Weltkrieg mit der heutigen Lage in diesem Gebiet, deren bedeutendste Aenderung gegen 1918 in dem Vorhandensein einer modernen Luftwaffe mit Fernwirkung sowie von Seekriegsmit«- teln aller Art i'm Vorfeld der beherrschenden Küstenzonen liegt. Wenn damals lediglich U-Boote und Minen weit in das von den Gegnern beherrschte Seegebiet hätten vorgeschoben werden tonnen, so sei heute praktisch der gesamte Raum des östlichen Mittelmeeres in das Küstenvorfeldgebiet der Achsenmächte einbezogen, dank der Beherrschung des Balkans und Griechenlands, durch die Flanbenftellung Italiens mit Albanien und dem Dodekanes und durch den Belitz Kretas. Das gesamte Becken des östlichen Mittelmeeres ist, wie Vizeadmiral Pfeiffer feststellt, von den Flugstützpunkten der vorgenannten Küsten in allen Richtungen zu überbrücken und unter Luftkontrolle zu halten, da in keinem Falle eine grö- ßere Luftstrecke für Hin- und Rückflug als je 666 km zurückzulegen ist. Heute, so fährt der Vizeadmiral fort, müßte jeder Angriff, wenn er Erfolg haben sollte, angesichts der zu erwartenden Abwehr der Küsten Verteidigung der Achsenmächte mit starken Kräften durchgeführt werden, die einen um so größeren N ach- schub erfordern, wenn die Landung in einem Gebiet erfolgen würde, das zur Versorgung eines modernen Heeres wenig ober gar nichts bietet. Nach dem Hinweis darauf, daß eine Landung an der griechischen ober Balkan-Küste in hohem Maße nachschubbedingt ist, stellt Vizeadmiral Pfeiffer fest, daß auf allen Nachschubwegen der Nachschub auch den U-Booten vor die Rohre läuft Dazu bieten das Jnselgewirr des Aegäischen Meeres und die reichyegliedertsn Küsten Griechenlands und der Chalcidice viele gute Schlupfwinkel und Stützpunkte für U-Boote, Schnellboote, Minenleger, U-Boot-Jäger usw. Alle Liest Umstände, so schließt der Admiral, verstärken im hohen Maße die abstoßende Wirkung der Küsten Griechenlands und des Balkans gegen ein Angriffsunternehmen und verleihen ihnen eine gegen den Weltkrieg erheblich erhöhte Defensivkraft. Schwere Abwehrkämpse am Man-Müenkopf Berlin, 28. Mai. (iLNB.) In den Schluchten an der Ostfront des Kuban-Brückenkopfes standen unsere Truppen weiterhin in harten Abwehrkämpfen. Die Bolschewisten hatten nicht verhindern können, daß unsere Truppen große Teile der alten Hauptkampflinie zurückgewannen. Vom frühen Morgen an griffen dann die Bolschewisten jeweils etwa in Regimentsstärke und mit 10 bis 15 Panzern fortgesetzt an. Obwohl gleichzeitig Tiefangriffe von 30 bis 40 feindlichen Schlachtflugzeugen keine Minute abrissen, konnten sich die Sowjets gegen den Widerstand unserer Grenadiere und Jäger nicht durchsetzen. Darauf faßte der Feind noch einmal 40 bis 50 Panzer und etwa eine Schützendivision zusammen und berannte mit diesen Kräften einige Höhenstel- lungen. Auch dieser schwere Angriff brach nach Abschuß von sechs feindlichen Panzern unter hohen Verlusten für die Sowjets zusammen. Jagdflieger schossen von neuem 39 Sowjetflugzeuge ab. Außer tausenden Toten haben die zweitägigen Abwehrkämpfe dem Feind bisher rund neunzig Flugzeuge gekostet. Das Risiko eines Landungsversuches. General Rodolfo C o r s e l l i, ein italienische» Militärschriftsteller, der früher das Blatt der ttali^ nischen Wehrmacht leitete, untersucht in einem AufH satz die Chancen einer feindlichen Landung auf dein europäischen Festland unter besonderer Bcrücksicht gung eines solchen Anschlags auf Italien uni) feine Inseln. Er glaubt, daß ein solcher Landungstz versuch an irgendeiner Stelle unternommen werden wird, allein schon, um dem Bündnis mit den Boi* schewisten neuen Auftrjeb zu geben. Im Novemdeys 1942 hätten die Engländer und Amerikaner zue Landung von 140 000 Mann an der schlecht obetf gar nicht verteidigten Küste von Französisch-Noriä afrifa 800 Schiffe mit mindestens zwei Millionen B R T. gebraucht und dabei die empfindlichsten Verluste cinftetfen müssen. General Corstlli nimmt an, daß der Feind bei einer San« düng in Europa mindestens 500 000 bis 600 000 Mann "befördern und dafür acht Millionen BRT. einsetzen müsse, wenn er ein mit Panzern, Geschützen aller Kaliber und großen Munition^ mengen ausgestattetes Expeditionsheer landen wolle. Dazu komme noch die ständige Versorgung eines so großen Heeres, wobei er zum Vergleich an führt, daß allein die britische 8. Armee in Nbrd- afvika einen täglichen Nachschubbedarf von 2500 Tonnen hatte. Der Ausbildungsstand und die Tapferkeit der Verteidigung lasse aber erwarte^ daß jeder solche Versuch zu einem aiganti? scheu „Stepp e" führen werde. Daß sich darübev auch verantwortlich denkende Engländer Klarhett gäben, beweise der „Observer", der am 14. März schrieb: „Eine Landung auf dem europäischen Fest-t land stellt das schwierigste je von einem Heetz durchgeführte Unternehmen dar." s—'I ---------u.»....... W Die mehrwöchigen Angriffsvorbereitungen betf Bolschewisten gegen den KubanBrückenkopf erstreck^ ten sich neben dem Ostabschnitt auch auf da «k Lagunengebiet an der Küste des Asowschen Meeres. Brandenburgische Grenadiere stießen borj Überraschend in die feindlichen Aufmarschbewegungcj hinein, die auf eine Umfassung unserer Nord flanke hinzielten. In drei Stoßgruppen gegliedert, nähmest sie im ersten Anlauf den vordersten Graben unh rieben die Besatzung im Nahkampf auf. Dem meii teren Vordringen setzten Wasser, Sümpfe und Schilf« flächen große Schwierigkeiten entgegen. Dennoch ar« beiteten sich die Grenadiere an die sowjetischen SteH lungen heran und nahmen trotz erbitterten Widers standes Stützpunkt um Stützpunkt. Nach zweitägiges harten Kämpfen in Sumpf und Morast vereinigten sich die drei Stoßgruppen, stürmten eine weiters Sperrstellung und richteten dort einen eigenen vorr geschobenen Stützpunkt ein. Der Wehrmachtbericht. DNV. Aus demFührerhauptquartiekL 28. Mai. Das Oberkommando der wehrmachl gibt bekannt: An der Ostfront des Kuban-Brücken^ ko pfes fetzte der Feind gestern'die von Panzer^ und Fliegerverbänden unterstützten Angriffe den ganzen Tag über fort. Nach schweren, wechselvotteiz Kämpfen, in die unsere Lustwaffe mit starken Kräften entscheidend eingriff, wurden die Sowjets! blutig zurückgeschlagen. Au der übrigen Ostfront herrschte bis auf er^ folgreiche eigene Späh- und Stoßtrupptätigkeit Ruhe. Einige leichte britische Bombenflugzeuge flogen am gestrigen Abend unter dem Schuh der Wolfen* decke in das Reichsgebiet ein und warfen auf einige Orte Sprengbomben. Drei Flugzeuge wurden abgeschossen. 3n der vergangenen Nacht griff die britische £uff< waffe westdeutsches Gebiet an. Besonders in Essen entstand in Wohnvierteln und an zwei Kranken* Häusern durch Spreng- und Brandbomben größeretz Schaden. Die Bevölkerung hatte Verluste. Nacht* jäger und Flakartillerie der Luftwaffe vernichte* ten nach vorläufigen Meldungen 24 feindlich«! Bomber. Schwere Kampfflugzeuge bombardierten dia Häfen von Bizerta und Sousse und erzielten Treffer auf Schiffen und Kaianlagen. Wns und Ljmz Kirch rrovtlle von Meodor Norm (Schluß.) — — Es ging schon in den Vormittag, als Frau Lina, da sie unten in die Stube trat, das Frühstück ihres Vaters unberührt fand; als sie dann in dis Schlafkammer ging, lag er noch in feinem Bette; er konnte nicht aufftehen, denn ein Schlaganfall hatte ihn getroffen, freilich nur an der einen Seite und ohne ihn am Sprechen zu behindern. Er verlangte nach feinem alten Arzte, und die Tochter lief selbst nach dem Hause des Juftizrats und stand bald wieder zugleich mit diesem an des Vaters Lager. Es war nicht gar so schlimm, es würde wohl so vorübergehen, lautete dessen Ausspruch. Aber Hans Kirch hörte kaum darauf; mehr als bei feiner Krankheit waren feine Gedanken bei den Vorgängen der verflossenen Nacht: Heinz hatte sich gemeldet, Heinz war tot, und der Tote hatte alle Rechte, die er noch eben dem Lebenden nicht mehr hatte zugestehen wollen. Als Frau Lina es ihm ausreden wollte, berief er sich eifrig auf den Justizrat, der ja seit Jahr und Tag in manches Seemannshaus gekommen sei. Der Justizrat suchte zu beschwichtigen: „Freilich", fügte er hinzu, „wir Aerzte kennen Zustände, wo die Träume selbst am Hellen Werktag das Gehirn verlassen und dem Menschen leibhaftig in die Augen schauen." Hans Kirch warf verdießlich seinen Kopf herum: „Das ist mir zu gelehrt, Doktor; wie war's denn damals mit dem Sohn des alten Rickerts?" Der Arzte faßte den Puls des Kranken. „Es trifft, es trifft auch nicht", sagte er bedächtig; „das war der ältere Sohn; der jüngere, der sich auch gemeldet haben sollte, fährt noch heute seines Vaters Schiff." Hans Kirch schwieg; er wußte es doch besser als alle andern, was weit von hier in dieser Nacht geschehen war. » * Wie der Arzt es vorher gesagt hatte, so geschah etz. Nach einigen Wochen, konnte der KrwM öas. Bett und allmählich auch das Zimmer, ja sogar das Haus verlassen; nur bedurfte er bann, csteich seiner Schwester, eines Krückstockes, den er bisher verschmäht hatte. Don seinem früheren Jähzorn schien meist nur eine weinerliche Ungeduld zurückgeblieben; wenn es ihn aber einmal wie vordem überkam, dann brach er hinterher erschöpft zusammen. Als es Sommer wurde, verlangte er aus der Stadt hinaus, und ftrau Lina begleitete ihn mehrmals auf döm hohen Uferwege um die Bucht, von wo er nicht nur die Inseln, sondern ostwärts auch auf das freie Wasser sehen konnte. Da das Ufer an mehreren Stellen tief und steil gegen den Strand hinabfällt, so wagte man ihn hier nicht allein zu lassen und gab ihm zu andern Malen, wenn die Tochter keine Zeit hatte, einen der Arbeiter oder sonst eine andere sichere Person zur Seite. --Auf den Sommer war der Herbst gefolgt, und es war um die Zeit, da Heinzens kurze Einkehr in das Elternhaus zum zweitenmal sich jährte. Hans Kirch faß auf einem sandigen Vorsprunge des steilen Ufers und ließ die Nachmittagssonne seinen weißen Kopf bescheinen, während er die Hande vor sich auf seinen Stock gefaltet hielt und seine Augen über die glatte See hinausstarrten. Neben chrn stand ein Weib, anscheinend in gleicher Teilnahmslosigkeit, welche den Hut des alten Mannes in der herabhängenden Hand hielt. Sie mochte kaum vierzig Jahre zählen; aber nur ein schärferes Auge hätte in diesem Antlitz die Spuren einer früh zerstörten Anmut finden können. Sie schien nichts davon zu hören, was der alte Schiffer, ohne sich zu rühren, vor sich hinsprach; es war auch nur ein Flüstern, als ob er es nur den leeren Lüften anvertraue; allmählich aber wurde es lauter: „Heinz, Heinz!" rief er. „Wo ist Heinz Kirch geblieben?" Dann wieder bewegte er langsam seinen Kopf: „Es ist auch einerlei, denn es kennt ihn (einer mehr." Da seufzte das Weib an seiner Seite, daß er sich wandte und zu ihr auffckh. Als sie das blasse Gesicht zu ihm nieberbcugte, suchte er ihre Hand zu fassen: „Nein, nein, Wieb, du — du kanntest ihn; dafür" und er nickte vertraulich zu ihr auf — ,Hleibst du auch bei mir, so lang' ich lebe; und auch nachher — ich habe in meinem Testament das fest- gemacht; es ist nur gut, daß dein Taugenichts von Mann sich tot getrunken." Als sie nicht antwortete, wandte er seinen Kopf wieder ab, und seine Augen folgten einer Möve, die vom Sttande über das Wasser hinausflog. „Und dort", begann er wieder, und seine (Stimme klang jetzt ganz munter, während er mit seinem Krückstock nach dem Warder zeigte, „da hat er damals dich hinausgefahren? Und dann schalten sie vom Schiff herüber?" — Und als sie schweigend zu ihm hinabnickte, lachte er leise vor sich hin. Aber bald verfiel er wieder in fein Selbstgespräch, während seine Augen vor ihm in die große Leere starrten. „Nur in der Ewigkeit, Heinz! Nur in der Ewigkeit!" rief er, in plötzliches Weinen ausbrechend, und streckte zitternd beide Arme nach dem Himmel. Aber seine laut gesprochenen Worte erhielten diesmal eine Antwort. „Was haben wir Menschen mit der Ewigkeit zu schaffen?" sprach eine heisere Stimme neben ihm. Es war ein her Hauptschristleiter»: Ernst Blumschein. Verantwortlich für PolttÜ und Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für da» Feuilleton: Dr. Han» Thyrtot; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Bwmschew. Druck and «erlag: Brühlsche UniversttätSdruüerei vi. Lange K.G. BerlagSleiter: Dr^Ina. Erich Hamann, z. Z. Wehrmacht. Lnzeigenletter: HanS Beck. — Anzeigenpretzliste Nr. 6. Profesior Dr. Hmis 2) riin e r, der als Geschichtsschreiber Frankfurts im Weltkrieg sich be* sondere Perdienste erworben hat, wurde anläßlich seines 70. Geburtstages die „Plakette der Stadt des deutschen Handwerks Frankfurt am Main füV kulturelle Verdienste" überreicht. Ganz Italien feiert 5ett Icchre-iäg fet täts-Mliz^Im gegemvärttgen Kn eg, im Abeffmiem! und im Spanien-Feldzug wurden an Freiwillig« der Universitäts-Miliz 42 goldene, 177 silberne Ms? daillen, 72 Kriegsverdienstkreuze und 39 ausländ dische Auszeichnungen verliehen. Krakau, 28. Mai. (DNB.) Tag für Xagt wird btc Exhumierung und Identifizierung der Zeichen aus den Massengräbern im Walde von Katyn' fortgesetzt. Immer neue Einzelheiten über das grausige Schicksal der von Misck-bolschewistischen GPU.- Henkern ermordeten polnischen Offiziere werdey damit bekannt. Bis zum 23. Mai sind sieben der Massengräber im Walde von Katyn geöffnet und 3000 Leichen exhumiert und soweit wie miMch identifizert worden. In den letzten Tagen ist ’ooai der technischen Kommission des Polnischen Roieü Kreuzes auch die Leiche des in polnischen Aerzüet kreisen bekannten Dr. Diktvr Kalicinski gebar* gen worden, der mehrere Jahre lang Hausarzt des Marschalls Pilfudski gewesen ist. Die bei feinetA Leiche gefundenen Papiere ergeben ein erschüttern^ des Biw von dem Schicksal dieses in bolschewistische ...__,v„.o___________ ^,V| Bnerifanem und Engländer urchill teilnahm, abgeschlosien sultat dieser Zusammenkunft Im Zuge der Reinigung Rumäniens von jübi«t scheu Verbrechern ist auf Befehl des Sta ats sich rers der Jude Filderman, der ehemalige PräMent bett „Vereinigung jüdischer Kultusgemeinden", verhaftet! worben. Er hat sich schon bei politischen Umtrieben betätigt. In letzter Zeit war er bemüht, die Subnt in Rumänien gegen eine von der Regierung ver< ordnete einmalige Sonderabgabe aufzuwiegeln. * Die argentinische Regierung hat beide Kammer« des Kongresses im Hinblick auf die kommenden^ Präsidentenwahlen für den 8. Juni zusammen-, berufen. Die Amtszeit des Staatspräsidenten Dr« Ramon S. Castillo erlischt am 24. Juni. in das Gefangenenlager Starobielsk übergeführt und Anfang 1940 nach Koz-ielsk verschleppt, wo er der tierischen Barbarei seiner jüdischen Gefangenenwärter ausgesetzt war. Boliviens Forderung nach einem Hafen Lissabon, 28. Mai. (Europapreß.) Die von Bolivien erhobenen Ansprüche auf einen Pazifikhafen nennt die chilenische Zeitung „El Mercurio" „abscheulich". Die durch den Mund des bolivianischen Präsidenten Penaranda erneut Dem Städtchen kein angew^ffeneZ Ööartfer fand, iiefc er sich nahe dabei ein kleines Chateau bauen, nach dem bekannten Schema: mehrstöckiger Mittel- bau and zwei nach vorn gehende Flügel. Es heißt iwch heute, etwas ftanzösiert, „Maison Crafford’’. 3etzt wohnt ein deutscher Korvettenkapitän darin und wacht über den ihm zugeteilten Abschnitt der neuen Inselbefesttgung. Imposant ist die hohe Steilküste in der Nähe von «auzvn. Wenn hier die Brandungswellen des Ozeans anrollen, schlägt der weiße Gischt haus- hoch an dem schwarzen Felsen empor. Die Gewalt des Wassers hat in eine vorgelagerte Klippe, Roche percee ein rundes Loch geschlagen, und auf der 3nfel selbst eine tiefe Höhle ausgenagt, zu der man bei ruhigem Wasser hinabsteigen kann. Sie führt den merkwürdigen Namen Apothicairerie, angeblich weil die Fische fangenden Seeraben ober Cormo- rane wie Apothekerflaschen in einer Menge von Rischen im Innern der Höhle sitzen. Oben, nahe öem Steilrand, steht ein kleines französisches Hotel, das in Friedenszeiten viel besucht ist. Hier habe ich mit unserem Kapitän ein gutes Omelette gegessen und nur erzählen lassen, wie alle in Frage kommenden Landungsstellen im Kreuzfeuer deutscher Batterien liegen. Die Frage, ob es Hummern gäbe, würbe leider verneint. Diese Tiere erreichen an den Äuften der Bretagne eine unwahrscheinliche Größe, aitf dem Festland habe ich etwas von der Hummer- saison genossen, die Inselfischer aber haben in diesen Tagen leider keinen Fang getan. Dafür gab es 3um Soldatenessen in der Maison Crafford inter. effante Unterhaltung bei einem Glase guten Rotweins. Erdbeben in Württemberg. In der dritten Morgenstunde des 28. Mai wurd^ von den württembergifchen Erdbebenwarten Stutt«' gart, Ravens-burg und Messtetten ein Erdbeben ausgezeichnet, dessen Herd 56 Kilometer südwestlich bis südsüdwestlüh von Stuttgart liegt. Dem Erdbeben vom 2. Mai ist ein weiteres Beben gefolgt, das das erste an Stärke übertraf. Am meisten betroffen? wurde die im Kreis Balingen gelegene Gemeinde Onstmettin gen. Außer zahlreichen Äaminein* kurzen sind auch Schäden an Hausgiebeln entstand den. Hausdächer wurden vielfach abgedeckt. In üre«' len Wohnungen sind Bruchschäden an Geschirr, Silbern und Spiegeln eingetreten. Einige Personeiv würben durch Glassplitter unb Mauerwerk leicht' verletzt. Während des Bebens hat man eigenartige Lichterscheinungen wahrgenommen. Aehnlich lautem die Berichte aus Tailfingen. Deutlich wahrge- nommen wurden die Erschütterungen in ganz, Württemberg, in Baden und im Elsaß. Alles irr' allem nahm aber auch dieses von dem uralten Erdbebenherd der Südwest alb ausgefyenbe tektonische Beben einen Verlauf, der zu irgendwelchen Beunruhigungen keinen Anlaß bietet. Es handelt sich um die bekannten Gesteinsoerlagerungen, die viele, Kilometer unter der Erdoberfläche vor sich gehen und sich von Zeit zu Zeit in stärkeren Erschütterungen der Erdoberfläche bemerkbar machen. Das Erdbeben wurde auch in zahlreichen anderen Orten Südwestdeutschlands verspürt, so daß in Frankfurt a. M. die Bewohner aus dem Schlaf' erwachten. Auch in Gießen ist es bemerkt worden. Sauzon, Mai 1943. ^eibe angesichts der Brandung des Atlan- Än P3T5 6egen Felsküste einer bretonischen Insel, zu der man in einer Stunde von der Spike der Halbinsel Q u i b e r o n-chinüberfährt. Vom Heck des kleinen Dampfers wehte die französische Triko- ^re, aber von den Fahrgästen trug bie Mehrzahl ^Feldgrau oder Marineblau der deutschen Wehr- macht. Belle-Ile-en-Mer ist heute ein mirhtinor Punkt hn Sufbau der Atlantikfront. Mr sind hier in einer merkwürdigen Gegend im Departement Mardihan. was im Bretonischen soviel bedeutet wie „Kleines Meer". So nennen die Einheimischen eine in das Felsgeriijt der Bretagne ein- schneidende, stark zerlappte Meeresbucht vor der als eine S-waltige natürliche Mole noch die lange, schmale Halbinsel von Ouiberon liegt und eine zweite, nach Süden geöffnete Bucht aeaen die o,ea- Nischen Weststürme schützt. Diese Vorzüge der natür. litten Lage haben schon in entfernter Vorzeit eine kräftige, mit ihrem Leben seewärts gewandte Be- volkerung angezogen. Als stumme Zeugnisse ihres Daseins hat sie die aus ged chn testen prähistorischen Steinsetzungen Europas hinterlassen: Grabbauten die den norddeutschen Hünengräbern ähnlich sind' hoch ausgerlchtete Langsteine, die von den Bretonen Menhir genannt werden, Stein kreise und Stein- alleen, französisch alignements, die in vielen parallelen Reihen sich über Tausende von Metern hin- ziehen. Die Menhirs deutet man als Seelenthrone auf denen die Seele eines verstorbenen Heros den Totenspielen zusehend gedacht wurde, die zu ihren Ehren abgehalten wurden. Auch die alignements, werden eine Beziehung zum Totenkult gehabt haben. Vielleicht jagten durch sie die Streitwagen hindurch, mit denen, wie schon bei den homerischen Helden, die Wettrennen bei einer Heroenfeier abgehalten wurden. Von dem Städtchen Carnac aus habe ich diese Anlagen schon einmal vor Jahren befudjt und über die gewaltige Leistung gestaunt, mit der diese immensen Steinmassen bewegt und in zehnfachen Reihen geordnet wurden. Das ist nur denkbar bei straffer Zusammenfassung vieler Arbeitskräfte durch Fürstenmacht und eine kultische Idee. Die Ueberfahrt geht von Quiberon, das mit feinen vielen Hotels den Sommerfrischlern aus Paris und in Friedenszeiten auch englischen Gästen einen gern ausgesuchten Aufenthalt bietet, nach dem Hauptort der Insel, dem Städtchen Le Palais. Es liegt an der Mündung einer langen, schlauchförmigen Bucht, hat einen durch Molen geschützten kleinen Hasen und wird überragt von einer imposanten Zitadelle, die Ludwig XIV. durch seinen Festungsbaumeister Vauban errichten ließ. Im Siebenjährigen Kriege, 1761, nahmen die Engländer, die mit 8000 Mann gelandet waren, nach fünfwöchiger Belagerung das Werk im Sturm. Die Bresche, durch die sie schließlich eindrangen, ist in dem wiederhergestellten Mauerwerk noch zu erkennen. Schon im 17. Jahrhundert suchten einmal die Holländer in einem Seekrieg mit Frankreich Belle-Ile als Stützpuntt einzuliehmen, konnten sich aber nicht behaupten. Die rings umlaufende Steilküste erlaubt nur an wenigen Stellen mit sandiger Strandbildung einen Versuch zu landen. Hier stehen meist alte ftanzösische Festungswerke; gegenwärtig wird Krewel-Leu ff en G.m.b.H. Köln Garant guter Arznei-Präparate - seit 1893 — nach wie vor gut, aber jetzt sparsam verwenden. 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Mai 1943 _______________1635 D/ Wir wechseln es etwas weniger oft, als wir dies von früher her gewöhnt sind, und schon haben wir eine Menge Waschmittel gespart und außerdem das „punkteteure" Hemd geschont, das vom allzu häufigen Waschen ja auch nicht besser wird. Natürlich darf das Hemd durch das längere Tragen nicht schmutziger werden. Mehr Schmutz in der Wasche verbraucht mehr Seife, wir hätten •Iso kaum gespart. Beherzigen wir darum, was unsere Bilder zeigen. Die Seifenkarte dankt es ans. Statt Karten! Ihre Kriegstrauung geben bekannt Diplom-Volkswirt Dr. rer. pol, Georg Lotz i. Z. bei der Luftwaffe Erika Lotz, geb. Schmidt Gießen Frankfurt a. M. Kalserallee 11 Alt-Eediersheim 2 im Mai 1943 03530/ Für die lieben Grüße, Glückwünsche und Geschenke anläßlich unserer Silberhochzeit sagen wir uns. herzlichen Dank. Wilhelm Brück u. Frau Wilhelmine, geb. Bohlaudraff Gießen, im Mai 1943. _________________ 03564/ Villingen (Oberh.) Gelnhausen Hungener Strafte 28 Burgstrafte 3 x. Z. Lazarett Im Mal 1943 03480/ Statt Karten I Für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Verlobung sagen wir, auch im Namen unserer Eltern, herzlichen Dank Linny Reitz Gießen, Hultschlncr Straße 4 Hans Göbel Feldwebel der Luftwaffe z. Z. Gießen _______________03533, 1940, 1941 und 1942 sorgfältig aufzubewahren. Die Karten ermöglichen einen Vergleich, des derzeitigen Verbrauchs mit demjenigen der gleichen Ableseveriode der Vorjahre. Durch diese Selbstkontrolle werden Verstehe gegen die Einschränkung^ bestimmungen und damit unliebsame Weiterungen vermieden. 1652D Giehen/ den 27. Mai 1943. ___________________________Stahlwerke Giehen. Urlaubsheimfahrt- und Rückkehrscheine für ausländische Arbeitskräfte. Für Urlaubsheimfahrt und Rückkehr ausländischer Arbeitskräfte sind neue reichseinheitliche Urlaubs- und Mückkehrscheine erschienen, die vom Transportslab der Deutschen Arbeitsfront, Frankfurt am Main, Bürger- straße 69/77, bezogen werden können. Diese neuen Unterlagen müssen für die ab 1. 6.1943 verkehrenden Sonderzüge benutzt werden^ die früher in Gebrauch gewesenen Urlaubs- und Rückkehrformulare verlieren von diesem Zeitpunkt an ihre Gültigkeit. ES wird gebeten zu beachten, daß die jetzt erschienenen Urlaubs- und Rückkehrpaptere nicht auf Vorrat an die Betriebe ausgegeben werden können, sondern erst nach Vorliegen der Anmeldung zu den gewählten, Ar-Zügen in der jeweils erforderlichen Anzahl auögehändigt werden. Sie dienen dann gleichzeitig als Plahbelegung. Anmeldungen sind vier Wochen vor Abgang deS Zuges an den Transportstab der Deutschen Arbeitsfront zu richten. AlS zweckmäßige Unterlage zu den Urlaubsdispositionen der Betriebe dient der/Fahrplan für Ar-Züge, der auf Anforderung den Betrieben zugestellt wird. Ebenso sind noch Merkblätter vorrätig, d'e die einschlägigen Richtlinien betreffend Urlaubsheimfahrt und Rückkehr ausländischer Arbeitskräfte enthalten und ebenfalls angefordert werden können. Jahresplanuugen und Ar-Zugbelegungen erleichtern für den Betrieb und die DAF.-Dienststelle die Zugplanung und Verteilung. Betriebe, die die genannten Unterlagen noch nicht im Gebrauch haben, wenden sich daher schriftlich unverzüglich an den TranSportstab der Deutschen Arbeitsfront. Gleichzeitig wird bekanntgegeben, daß Urlaubsan trage für litauische Arbeiter und Arbeiterinnen ab sofort für den am 10.7.1948 von Frankfurt am Main nach Wilna verkehrende Sonderzug entgegengenommen werden. Ferner fahren außer den bekannten Zügen nach Frankreich, Belgien und Holland noch nachstehende Ar-Züge: