Mittwoch, 2b. Mai MS Eichener Anzeiger Annahme von Anzeige« für die Mittagsnummer bis8'»Ubr desBormittagS Anzeigen-Preise: Anzeigenteil 7 Rps le mm bei 22 mm Zeilenbreite, Terttetl 50 Rvf. le mm bei 70 mm Zeilenbreite Nachlässe: Wiederholung Malstaffel I SlbschlüneMengenstaffelS Platzvorschrift l vorherige Vereinbarung) 25°'. mehr vrühlscheUnlversttS1rdnnkererS.L Provinz nach Teheran gebracht haben. Die Posten sind verstärkt. Die Deutschen sind in ihren Häusern und wissen noch nichts von ihrem schweren Schicksal. Wilde Gerüchte berichten vom Einfall sowjetischer und britischer Truppen in iranisches Gebiet und von erbarmungsloser Bombardierung offener Städte wie Täbris, Mianeh und Pahleoi. Eine Welle des Wider ft andes geht vom einfachen Hamal (Tagelöhner) bis zur Umgebung des Schah durch das Volk, in dem der Kampfgeist noch wach ist. Die iranischen Truppen verlassen die Hauptstadt, damit Teheran zur offenen Stadt erklärt werden kann. Die englischiranische Oelgesellschaft setzt mit ihren Transporten aus. Eine fremde Wirtschaftsmacht beraubt so das Gastvolk mit einem Schlage seiner notwendigsten nationalen Güter. Der Vormarsch der Briten und Bolschewisten geht zunächst langsam vor sich. Die iranisch Armee leistet verbissenen Widerstand. Der Kampf gegen die Heimatfront wird um so rücksichtsloser geführt. Terrorangriffe gegen die Zivilbevölkerung und ein-Regen von Hunderttausenden von Flugblättern, in denen auch ein Steckbrief gegen mich enthalten ist, sollen in der Bevölkerung den Glauben an die nationale Kraft töten und den Irrtum Hervorrufen, die Deutschen seien Urheber aller Hebel und Nöte. Die Antwort ist eindeutig. In allen Städten werden die Flugblätter öffentlich verbrannt. Die Deutschen, fast 700 Menschen, haben sich auf engstem Raum im Sommersitz der deutschen Gesandtschaft in Schimeran bei Teheran versammelt. Engländer und Sowjets verlangen wiederholt die Auslieferung aller Deutschen von der iranischen Regierung und drohen die Bombardierung Teherans bei Nichterfüllung der Forderung an. Bange Tage vergehen. Am 29. August hären wir Motorengeräusche. Ein starker Sowjetverband fliegt Teheran von Nordwesten an. Flakfeuer setzt ein. Sekunden später bricht die Hölle los. Di« Detonationen dröhnen zwischen den Felswänden. Staubfontänen steigen Hunderte von Metern hoch und hüllen die Erde in ihre Schatten. Der zweit« Einflug gilt dem Südteil der Stadt, in dem die Aermsten wohnen. Der Perser baut seine Häuser aus Lehm, die, in der Sonnenglut gebrannt, staubtrocken dem Luftdruck nicht gewachsen sind. Ein Staubmeer fällt auf die heimgesuchte Stadt. Ein einziger iranischer Flieger steigt ohne Befehl auf, um Rache zu nehmen. Einsam kurbelt er im Aetherblau. Immer wieder versucht er den überlegenen Gegner anzugreifen. Auf Befehl wird er von der eigenen Flak abgeschossen. Dann wird es still. Erbarmungslos brennt die Sonne auf das Elend nieder, das in wenigen Minuten entstand. „Heue Shina-po!itik" gegen Tschungking-Regime Eine Unterredung mit dem Pressechef der japanischen Tlordchina-Armee. Peking, 25. Mai. (Europapreß.) Dr. Karl Heinz Abshagen, der als Sonderkorrespondent von Transocean-Europapreß zur Zeit die japanische Front in China bereist, hatte ein Interview mit dem Chef der Presseabtellung im Hauptquartier der japanischen Nordchina-Armee. Nach Katos Ansicht kann zwischen dem Kamps der Japaner auf dem chinesischen Kontinent und dem der europäischen Heere gegen die Sowjetarmee insofern eine Parallele gezogen werden, als die erfolgreiche Beendigung der beiden Feldzüge den Dreierpaktmächten eine breite Sicherheitsbasis geben würde. Auf dieser Basis könnten sie alle Kräfte zusammenfassen, um weitere entscheidende Schläge gegen Briten und Nordamerikaner zu führen. Nach Ansicht Katos besteht jedoch insofern ein. Unterschied zwischen den beiden kontinentalen ' Kriegen, als die europäischen Nationen a n einer einheitlichen Fr 0 ntlinie den Kräften des Feindes gegenüberstehen, während die Japaner einen Gegner stellen müssen, der von der Größe des chinesischen Raumes Gebrauch macht, indem er verfolgt werden muß, bevor er besiegt werden kann. Außerdem seien die Streitkräfte des japanischen ^hina-Expeditionskorps in zahllosen Bandenkämpfen engagiert. Obschon die Ueberlegenheit der japanischen Führung und des Kampfgeistes außer Zweifel stehe, würden durch diesen Guerillakrieg rasche Entscheidungen erschwert. Di« japanische Wehrmacht hat in Zusammenhang mit der Nankingregierung zwei Aufgaben in China zu lösen, nicht nur die Tschungking-Armee und das Tschiangkaischek-Regime sind zu bekämpfen es müssen vielmehr auch die Herzen der chinesischen Lolksmassen für das Ideal einer chinesisch-japanischen Zusammenarbeit in einem von fremden Einflüssen befreiten Ostasien begeistert werden. Oberst Kato meinte, es sei natürlich schwierig abzuschätzen, wie weit die öffentliche Meinung in den von Tschungking-Truppen besetzten Gebieten sich durch Nallonglchinas Kriegseintritt von Japans ,;neu«r China-Politik" habe beeinflussen lassen. Maßgebende chinesische Kreise in Peking seien jedoch fest überzeugt, daß diese neue China-Politik, wie sie sich auch in der Uebergabe der exterritorialen Rechte an die Nanking-Regierung dokumentierte, die innere Lage in den Tschungki ng- Gebieten stark beeinflussen könne. Zudem laste die ungenügende Kriegsmaterialversorgung durch Engländer und Nordamerikaner drückend auf der Moral der Tschiangkaischek-Truppen, wie dies aus dem Ueber- tritt zahlreicher Tschungking-Generale hervorgehe. Auch die japanischen Operationen am Mayu ° Fluß, durch die Wavells Versuch einer Rück- eroberuna Burmas gescheitert sei, wirkten sich aus, ebenso oie japanische Luftakttvität gegen die Tschunking- und USA.-Luffftreitkräfte. Der ftetige Fortschritt der Sommerschlacht in Zentralchina westlich des Tungting-Sees tut ein übriges. Anschließend wies der Pressechef auf die bedrohliche wirtschaftliche Lage im Tschungking- Gebiet hin. Die Entwertung der Tschungking-Wäh- rung und das ständige Steigen der Lebenshaltungskosten, die teilweise 50 v. H. höher sind als vor Beginn des China-Zwischenfalles, weisen auf die Verelendung der breiten Massen hin. Während die unter national-chinesischer Herrschaft stehenden östlichen Gebiete Nordchinas dank reichlicher Regenfälle einer guten Ernte entgegensehen, würde der trockene Frühling in den westlichen Regionen mit wenigen Ausnahmen eine beträchtliche Kürzung bei Reis und anderen Nahrungsmitteln mit sich bringen. Man rechnet zwar in Peking nicht mit einem baldigen Zusammenbruch des Tschungking-Regimes. Dennoch wird Tschungking in den nächsten Monaten sich immer schwereren Sorgen gegenübersehen. Der wandelbare Herr Davies. Belgische Erinnerungen an Boosevelts Sonderbotschafter in Moskau. Brüssel, 25, Mar zusammenqeschachert hatte. Er ließ seine L £ lacht aus den USA. nach Antwerpen kommen, uni cuf ihr feudale Gesellschaften zu geben, die alle Welt in Staunen setzten. In "en Straßen von Brüssel und Antwerpen sah man täglich die kleine Lieferwagen mit der Aufschrift: ,'0av,es ämer, can Ambassador“, die weiß Gott was hm und her zu transporieren hallen." „Einmal, es war im Jahre 1938 , so schreibt Pierre Daye weiter, „überraschte Davies bei einem großen Empfang di« Anwesenden mit einer halbstündigen Rede, die sich wie eine Predigt anhörte: vollgespickt mit Bibelworten, frommen Sentenzen und Anrufungen des Allmächttgen. Das Thema der scheinheiligen Andachtsübung war di« teuflische Gefahr des Bolschewismus für die Zivilisation, den Davies schon aus nächster Nähe kennengelernt hatte. Di« Rede gipfelte in einem flammenden Appell an alle, sich zusammenzufcharen zum Kampf gegen das „Ungeheuer im Kreml" — dem derselbe Davies heute lächelnd die Hand schüttelt mit allerhand Empfehlungen, Ratschlägen und Bittgesuchen Roosevelts." Oie Aussiedlung der Juden aus Gosia. S o f i a, 25. Mai. (Europapreß.) Die Aussiedlung der Juden von Sofia nach einigen bestimmten Provinzorten in Nordbulgarien und in die Gegend von Burgas hat begonnen. Die Reaktion in der Bevölkerung auf die Feststellung der Polizei, daß die Juden einen maßgeblichen Anteil an den politischen Terrorakten der letzten Monate hatten und den Schwarzhandel beherrschen, war so heftig, daß eine Beschleunigung der Säuberung Sofias sich als notwendig erwies. Besonders schwerwiegend wurde die Entdeckung einer Fälscher- zentrale zur Herstellung von Pässen in Sofia und Skoplj-e empfunden, die V jüdische Terroristen mit falschen Dokumenten versorgte und ihnen auf diese Weise die Möglichkeit verschaffte, die Grenze zu überschreiten. Ein Attentäter, der Jude Leon Pappo, der bei dem Mordversuch auf den Ingenieur Janakieff feftgenommen werden konnte, hatte sich während der Razzia in Sofia der Polizei mit einem solchen gefälschten Paß ausgewiesen. Bis zum 7.Juni soll Sofia von allen Juden gesäubert fein. Während jene 14 000 Juden, die in Mazedonien und Thrazien wohnten, bereits früher nachPolen deportiert und den ■ dortigen deutschen Behörden übergeben wurden, heißt es, daß die Juden, die Sofia und die anderen Städte Räumen müssen, nicht nach dem Ausland gebracht, sondern im Innern Bulgariens untergebracht werden sollen. Gleigende Kriegsausgaben Englands. S t o ck h o l m, 25. Mai. (Europapreß.) Die rasend steigenden Kriegsausgaben Englands veranlaßten den britischen Schatzkanzler Kingsley Wood im Unterhaus die Bewilligung von einer weiteren Milliarde Pfund Sterling zur Deckung der Kriegskosten zu beantragen. Der am 26. Januar bewilligte Milliardenkredit für das Jahr 1943 wird vermutlich bereits zu Anfang des sechsten Monats erschöpft sein, fügte er hinzu. Auch der neu geforderte Kredit werde die Kriegskosten nur bis August dieses Jahres decken. Ein gewisser Ausgleich sei geschaffen worden durch die Stützungsaktion Kanadas, die die stark angespannte Devisenlage Englands ein wenig entlaste. Nun könne England und andere gegen die Achse kämpfende Nationen, denen bisher die kanadischen Dollars zum Einkauf von Kriegsmaterial in Kanada fehlten, dort kriegswichtige Stoffe einkaufen, ohne ihre Kriegsschulden in diesem Lande zu erhöhen. Das Bitierkreuz für italienischen !l-Boot-Kommandanten Der Führer verlieb auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Korvettenkapitän Gazzana, der als Kommandant des italienischen Unterseebootes „Archimedes" 12 feindliche Handelsschiffe mit 101 929 BRT. versenkt und einen Kreuzer der Pen- sacola-Klasse torpediert hat. Llnsterblicher Idealismus. Von Gaustudentenführer Walter Balorr. Die Studenten der Gaue Hesien-Nassatt und Kurhessen führen am heutigen Nachmittag auf1 ihrer historischen Stätte, dem Gleiberg bei Gießen, eine Schlageter-Kundgebung durch, auf der Gauleiter und Reichsstatt- halter Sprenger und Reichsstudentenführer Dr. Scheel sprechen werden. Ein Sturm der Entrüstung erfaßte die Herzen der deutschen Jugend, als im Mai 1923 die Nachricht von Sch lageters gewaltsamem und widerrechtlich herbeigeführtem Tode durch die entehrten und entrechteten deutschen Lande eilte. Tiefe Scham t K % $ "1 brannte diese Kunde in die geschändete Nation, deren Staat weder gewillt noch fähig war, für einen Kämpfer einzutreten, der ihr und nur ihr allein gelebt hatte. Wohl erstmalig feit dem inneren Zusammenbruch des Jahres 1918 vereinigte diese Welle nationaler Empfindung alle ehrlich und rechtlich Denkenden des ganzen Volkes über Parteien, Stände und Konfessionen hinweg. So wurde die Erschießung des Freiburger Studenten, die im ersten Morgengrauen des 26. Mai 1923 van den fremben Besatzungstruppen in einer Kiesgrube der Golzheimer Heide bei Düsseldorf vollzogen worden war, zum Fanal, das dem Marsch zur Münchner Feldherrnhalle des gleichen Jahres als zündender Weckruf vorausging. In einem Gepäckwagen, der einem Schnellzug angehängt war, sollte die Leiche des Freiheits- kämpfers Anfang Juni möglichst unauffällig zur Beisetzung in das heimatliche Schwarzwaldstädtchen Schönau gebracht werden. Aber hier war nichts mehr zu verbergen. Diese letzte Fahrt wurde statt dessen Anlaß zu einer Kette leidenschaftlicher Kundgebungen. Der Transportwagen war bald mit Tannengirlanden und mit einem großen Eisernen Kreuz geschmückt. Besonders in den Universitätsstädten, wie M ar b u r-g und Gießen, füllte sich der Der ewige Freiwillige. Zum 20. Todestage Albert Leo Schlageters. Unser Bild zeigt die Erschießung Schlageters auf der Golzheimer Heide nach einer Zeichnung von Schwarmstedt. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Albert Leo Schlageter, der vor zwanzig Jahren auf der Golzheimer Heide in Düsseldorf unter dem Feuer französischer Soldaten sein junges Leben für Deutschland hinaab, ist für uns der ewige Freiwillige des deutschen Volkes geworden. Sein Leben und feine Taten künden uns von dem Freiheitswillen des aufrechten Kämpfers, der auch durch Niederlagen, Not und Elend nicht gebeugt werden kann Schlageter ist für uns heute der letzte Gefallene des Weltkrieges und zugleich auch das erste Opfer der nationalen Erhebung. Als der Weltkrieg nicht durch die Entscheidung der Waffen, sondern durch Verrat und Schwachheit sein Ende fand, bäumten sich die besten gegen das Schicksal auf und kämpften weiter. Das waren die ewigen Freiwilligen der Nation, die den von ihrem Gewissen gegebenen Auftrag unter rücksichtslosem Einsatz ihres Lebens erfüllten. So haben wir Schlageter in den Reihen der deutschen Freiheitskämpfer im Baltikum, in Kurland und in Riga gesehen, und so stand er wieder auch in vorderster Front, als von den Feinden der Frieden verraten, an Rhein und Ruhr die Trikolore gehißt und mitten im Frieden über Deutsche eine schier unerträgliche Zwangsherrschaft ausgeübt wurde. Vom Haus des Kohlen- fyndikats in Essen, das bisher das Herz einer kraftvoll pulsierenden Arbeit gewesen war, gingen die Blutbefehle der Besatzungstruppen aus, die 150 OOO Deutschen mitten in einem sogenannten Frieden ihre Heimat kostete, und durch die 137 den Tod fanden und über 600 schwere Verletzungen davontrugen. In dieser Stunde tiefster Demütigung regt sich der deutsche Widerstand. Die Befehle des Feindes werden nicht ausgeführt, und dem Raub der Ruhrkohle wird durch Anschläge auf die Bahnkörper entgegengearbeitet. Unter den Männern, die unter liefern Einsatz ihres Lebens für Deutschland kämpfen, ist Albert Leo Schlageter einer der ersten. Am 5. April wird im ganzen Ruhrgebiet durch Steckbrief nach ihm gefahndet. In einem Hotel in Essen, wo er übermüdet eingeschlafen ist, wird er ergriffen, am 8. Mai 1923 steht er vor dem Kriegsgericht in Düsseldorf. Albert Leo Schlageter wird zum Tode verurteilt, am 26. Mai wird das Urteil oollstteckt. Sein Opfer war nicht umsonst. Schlageter war im Tode noch zum Bannerträger der nationalen Erhebung geworden. Heute sieht das ganze deuffche Volk bereit, unter Einsatz feiner ganzen Kraft dafür zu sorgen, daß niemals wieder deutsches Land durch einen Schmachfrieden unter fremde Herrschaft geraten wird. eltjudentum Das die , „ . . „ocy Din mcyt um nyem unD Ruhr gefallenen Arbeite, gewohnt, um Gnade zu betteln ..Aus Paris traf fentlichkeit übergeben. Mehr noch als steinerne der Befehl zur Vollstreckung des Todesurteils ein > Denkmale aber künden die Einheit und Geschlossen- will die Brotversorgung diktieren. Oie Hintergründe de« plan« einer Internationalen Lebensmittelbank Von unserer Berliner SchrifLleitung. Selbstverständlich werden diese Pläne, wie es Juden mit allen ihren verbrecherischen Absichten Was in Hot Springs, dem nordamerikanischen Luxuskurort, von den von Roosevelt zusammengetrommelten Vertretern der Achsengegner ausgeheckt wird, scheut grundsätzlich so sehr das Licht der Weltöffentlichkeit, daß nicht einmal die USA.-Presse zu den Beratungen zugelassen wurde. Die Geheimnistuerei der Konferenzleiter ist verständlich, denn was jetzt durch den USA.-Funk und durch Reuter, also zwei gewiß unverdächtige Quellen, bekannt wird, ist geeignet, alle Völker, soweit sie sich noch ein Gefühl für politische Zusammenhänge bewahrt haben, aufs Höchste zu erregen. War schon der vor der Eröffnung der Konferenz bekanntgewordene Plan, den europäischen Völkern die Versorgung aus eigener Produktion zu verbieten, um sie in ständiger Abhängigkeit von überseeischen Getreidelieferanten zu halten, verdächtig genug, so läßt das Projekt einer ^Jnternatio'nalenLebensmittelbank", wie es jetzt „als wichtigster Vorschlag" — so sagt Reuter — den Delegierten vorgelegt wurde, die Katze vollends aus dem Sack. Darum also geht es kchrt, in Haß und Verachtung, und als er mit roher Gewalt auf seinem Eherecht bestehen will, schießt sie ihn nieder. * Ein uraltes, immer wieder aktuelles Motiv, das an sich unserer menschlichen Anteilnahme gewiß sein darf, aber es wird unserem Empfinden, das eine andere, natürlichere, minder unerfreuliche Lösung bereit hält, angesichts der psychologischen Ueber- hitzung dieser kroatischen Version nicht leicht gemacht, sich damit abzufinden. Die Spielleitung des Herrn Zeppenfeld bemühte sich redlich, dem südländischen Gast den Boden zu bereiten und die Monotonie des auf zwei Partner angewiesenen Dialoges nicht allein theatralisch aufzulockern, sondern auch von innen her zu interifioieren. (Wir würden auf die naturalistischen Windstöße ruhig verzichten, zumal das Telephon schon ausgiebige Nebengeräusche vermittelt.) ' Die Darstellung war gut und lebendig und tat auch ihrerseits das Mögliche, dem Stück Gehör und Verständnis zu verschaffen. Friedl Gollmann hatte sich mit spürbarer Beteiligung in das Wesen und die Seelenverfassung der jungen Giga ein gelebt und fand vor allem für die engelsgeduldige, sanfte, nachgiebig beruhigende und ausgleichende Fraulichkeit dieser Gestalt sympathisch überzeugenden Ausdruck. — Herr Fun ke spielte den Mann, den Heimkehrer Marko, mit einer wilden, heftigen, bösartig und verletzend ausbrechenden Besessenheit verirrten Gefühls, mit deutlichen Zügen einer schon krankhaften Leidenschaft, der man die zuletzt jäh umschlagende Stimmung kaum noch zu glauben vermag. — * Die Besucher, stellenweise recht unruhig, stellenweise auch überraschend erheitert, spendeten zum Schluß anhaltenden Beifall. Hans Thyriot. Kurz vor Vollendung seines 85. Lebensjahres starb der seit 1923 im Ruhestand lebende lang- Mrrge Observator und Abteilungsoorsteher am Geodätischen Institut in Potsdam, Geheimer Re- gierungsrat Prof. Dr. Andreas Galle. 1858 in Breslau geboren, studierte er in Göttingen, Berlin und Breslau und promovierte 1883 in Breslau 1900 habilitierte er sich an der TH. Charlotten- burg und wurde dort 1902 Professor. Gleich seinem Vater, Johann Gottfried Galle, dem berühmten Entdecker des Planeten Neptun, widmete er sich astronomischen Studien, insbesondere der rechnenden Astronomie. Er schrieb auch ein Lehrbuch der Geodäsie. Mit liebevollem Eifer ging er auch dem Wirken von C. F. Gauß als Geodät nach. Die Leopoldina in Halle, die Astronomische Gesellschaft und die Gesellschaft für Erdkunde zählten ihn zu ihrem Mitglied. Uraufführung von Velhges „kopernikus" in Frankfurt. Das letzte der drei Dramen Friedrich B e t h g e s, die er als „Preußische Rebellion" zusammenfaßt, ist das Mysterium „K o p er n i ku s". Ihm waren „Heinrich von Plauen" und „Annke von Skoepen" vorangegangen, die den Kampf des Deutschen Ritterordens um den Osten behandeln. In Kopernikus regt sich ein anderes Preußen: das des großen Forschers, der nur dem eigenen Erkennen folgt und sich von keiner kirchlichen Institution bezichtigen läßt, wenn seine Erkenntnis das Rechte gefunden zu haben glaubt, denn auch er verteidigt hier ein Reich, und eines, das ohne Grenzen ist. Die sechs Szenen sind jede sozusagen ein kleines Drama für sich, doch sind alle zum „Preußentum der Gesinnung" zusam- mengehalten. Das setzte sich in der gestalterischen Disziplin Hans Meißners, der Regie führte, auch in der Darstellung machtvoll durch. Die fast vierstündige Aufführung hielt die Zuschauer im Frankfurter Schauspielhause bis zur letzten Szene in ihrem Bann. Ludwig Beil. Das dreiaktige Schauspiel von Milan Begovic gestattet einen nicht uninteressanten Einblick in die literarischen Bemühungen eines Volkes, das gegenwärtig auf Grund seiner politischen Haltung und seiner militärischen Leistung im Kampfe gegen den Bolschewismus die deutsche Oeffentlichkeit intensiver beschäftigt, als das vor dem Kriege der Fall war. Begovic, 1876 geboren, ist Dalmatiner, studierte in Wien, kämpfte im Weltkriege auf unserer Seite als Offizier, wurde später Professor an der Schauspielschule in Zagreb, ist heute Mitglied des kroatischen Dichterkreises und hat sich durch Uebersetzung deutscher Klassiker um die Verständigung und den geistigen Austausch zwischen befreundeten Nationen verdient gemacht. Ein junger, schneidiger Offizier wurde 1916 in Frankreich zu unserer 5. Batterie — der Batterie Ettinger im Feldartillerie-Reaiment 76 — versetzt und wurde mein neuer Zugführer: Leutnant Schlageter! Keiner von uns — ich selbst war damals Geschützführer — vermutete zunächst in dem ruhigen, sicheren Offizier diesen begeisternden, unheimlichen Draufgänger, wie wir ihn später in so manchem Gefecht kennenlernten, der das Wort Angst so völlig aus seinem Gedankengut gesttichen zu haben schien, als habe er es nie gehört oder empfunden; der uns durch seine Art so mitriß, daß wir keine Gefahren mehr kannten, denn wenn er seinem Zuge und später — nachdem Leutnant Ettinger gefallen war — feiner Batterie voranritt, kannte keiner einen anderen Gedanken, als ihm dichtauf zu folgen. Kaum sah ich ihn jemals — selbst unter heftigstem Feindbeschuß — seinen Stahlhelm aufsetzen, und wenn er mit seiner Feldmütze oder meist auch barhäuptig neben den Geschützen stand, dann strahlte er trotz der ringsum einschlagenden Granaten eine solche Ruhe auf uns aus, daß geladen Und so war es immer! Ich entsinne mich eines Morgens, als wir im Angriff eine englische Stellung genommen hatten und unser Abschnitt plötzlich mit starkem feindlichen Artilleriebeschuß belegt wurde. Ich sprang sofort mit meinen Leuten in den verlassenen englischen Graden und rief auch meinem Zugführer zu, hier in Deckung zu gehen. Der aber rief nur zurück: „Ach, wissen Sie H., wenn's einen haschen sott, dann ist es auch gleich, ob hier oder da!" Diese Worte waren charakteristisch für seine Einstellung >u dem Begriff Schicksal, cha- rakteristisch für sein Gottoertrauen. „Wenn's einen treffen soll, dann trifft’s ja doch, ob hier oder da, und darum: drauf und dran!" Avs der Siadi Gieße«. Da« Herz auf dem rechten Fleck. Das läßt sich doch jeder gern sagen, daß er das Aekz auf dem rechten Fleck habe. Nur der kleine Schulbub gestern in der Straßenbahn kriegte dabei erst rote Ohren, dann guckte er unmißverständlich erzürnt im Kreise umher, wo er aber nur lachenden Mienen begegnete. Und es kam noch besser, denn nun behauptete ein Mann mit vergnügtem Schmun- 3eht, daß dieser Junge sogar zwei Herzen auf einmal am rechten Fleck hätte. Aber da griff ein altes Mütterchen helfend ein, denn dem Jungen standen schon die Tränen verdächtig blank in den Augem „Fein hat das deine Mutter gemacht, mein 3unge", sagte die Frau, „darauf müßte sie wirklich einen Preis bekommen!" Der Kleine sah erst "och ein wenig unsicher drein, dann warf er den Hopf stolz in den Nacken, er fühlte sich nicht mehr ausgelacht. Und wo saßen denn nun die zwei Herzen, die er auf dem rechten Fleck haben sollte? Auf den beiden Ellenbogen seiner hübschen Strickweste, die wahrscheinlich ohne diesen Schutz längst durchgewetzt sein würden. So aber waren da keine häßliche flicken, sondern je ein allerliebstes Herz zu sehen — erfinderische Idee einer liebevoll sorgenden Mutter. G. K-H. Kriegsgerichtsrat i. 2R. Bramm 80 Jahre alt. 21m heutigen Mittwoch, 26. Mai, wird der Kriegs- gerichtsrat i. R. Friedrich Bramm in Gießen in geijtiger und körperlicher Frische 80 Jahre alt. Der Jubilar ist geborener Gießener, ein Neffe des früheren Gießener Bürgermeisters Bramm. Nach dem Besuch der Realschule und des Gymnasiums zu Gießen von 1869 bis 1885 studierte Friedrich Bramm an der Universität Gießen Kameralund Rechtswissenschaft. Im November 1889 bestand er das Fakultätsexamen. Dann war er zu seiner weiteren Ausbildung in Gießen und in Butzbach tätig. Im April 1892 bestand er in Darmstadt das Staatsexamen, dann erfolgte feine Ernennung zum Gerichtsassessor. Als Einjährig-Freiwilliger diente er im altert Gießener JR^ 116, bei dem er auch Reserveoffizier wurde. Im Juli 1893 wurde er als Gerichtsassessor in den Militärjustizdienst übernommen, in dem er im Laufe der Jahre eine Reihe von Dienststellungen m Darmstadt, Glatz, Kassel, Freiburg L Br., Thorn, Bromberg, Straßburg im Elsaß, Saarburg und Erfurt bekleidete, bis er im August 1914 mit ins Feld rückte. Den Weltkrieg machte er von Anfang August 1914 bis Mitte Dezember 1918 zum Teil als Feldkriegsgerichtsrat bzw. in der Stellung eines Feld-Oberkriegsgerichtsrats, zum Teil als Hauptmann unb Kompaniechef bzw. als Bataillonsführer mit. Nach dem Kriege war er wiederum als Kriegsgerichtsrat in Erfurt bis Ende Dezember 1920 tätig. Dann trat er in den Wartestand über und wurde schließlich im August 1928 in den Ruhe- tand versetzt. Neben seiner dienstlichen Tätigkeit widmete Kriegsgerichtsrat Bramm seine Arbeitskraft und ein Wissen noch einer Reihe von ehrenamtlichen pflichten, die ihn von 1910 bis 1926 in den ver- HM mö Heinz Mch Novelle von Meodoc Storm 15. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Es war eine rauhe Männerstimme, die diese Worte rief und jetzt verstummte, als habe sie allen Odem an sie hingegeben. Und doch, über das verblühte Antlitz des Weibes flog es wie ein Rosenschimmer, und während zugleich die Gläser klirrend auf den Boden fielen, entstieg ein Aufschrei ihrer Brust, wer hätte sagen mögen, ob es Leid, ob Freude war. „Heinz!" rief sie, „Heinz, ini bist es; o sie sagten, du seist es nicht." Ein finftres Lächeln zuckte um den Mund des Mannes: „Ja, Wieb; ich wußt's wohl schon vorher; ich hätte nicht mehr kommen sollen. Auch dich — das alles war ja längst vorbei — ich wollte dich nicht Wiedersehen, nichts von dir hören, Wieb; ich biß die Zähne aufeinander, wenn dein Name nur darüber wollte. Aber — gestern abend — es war wieder einmal Jahrmarkt drüben — wie als Junge hab' ich mir ein Boot gestohlen; ich mußte, es ging nicht anders; vor jeder Bude, auf allen Tanzböden hab' ich dich gesucht; ich war ein Narr, ich dachte, die alte Möddersch lebe noch; o süße, kleine Wieb, ich dacht' wohl nur an dich; ich wußte selbst nicht, was ich dachte!" Seine Stimme bebte, seine Arme streckten sich weit geöffnet ihr entgegen. Aber sie warf sich nicht hinein; nur ihre Augen blickten traurig auf ihn hin: „O Heinz!' rief fie, „ou bist ei! Aber ich, ich bins nicht mehr! — Du bist zu spät gekommen, Heinz!" , Da riß er sie an sich und fieß sie wieder los und streckte beide Arme hoch empor: „Ja, Wieb, das sind auch nicht mehr die unschuldigen Hande, womit ich damals dir die roten Aepfel stahl; by Jove, das schleißt, so siebzehn Jahre unter diesem Volk! Sie war neben dem Herde auf die Kme gesunken: „Heinz", murmelte sie, „o Heinz; die alte Zeit! Wie verlegen stand er neben ihr; dann aber buckle er sich und ergriff die eine ihrer Hande, und sie duldete es still. r, „Wieb", sagte er leise, „wir wollen sehen, daß wir uns wiederfinden, du und ich!" Sie sagte nichts; aber er fühlte eine Bewegung ihrer Hand, als ob fie schmerzlich in der seinen zucke. Don der Schenkstube her erscholl ein wüstes Durcheinander; Gläser klirrten, mitunter dröhnte ein Faustschlag. „Kleine Wieb", flüsterte er wieder, „wollen wir weit von all den bösen Menschen fort?" Sie hatte den Kops auf den steinernen Herd sinken lassen und stöhnte schmerzlich. Da wurden schlurfende Schrite in dem Gange hörbar, und als Heinz sich wandte, stand ein Betrunkener in der Tür; es war derselbe Mensch mit dem schlaffen, gemeinen Antlitz, den er vorhin unter den andern Schiffern bemerkt hatte. Er hielt sich an dem Türpfosten, und seine Augen schienen, ohne zu sehen, in dem dämmerigen Raum umherzustarren. ,Wo bleibt der Grog?" stammelte er. „Sechs neue Gläser. Der rote Jakob flucht nach seinem Grog!" Der Trunkene hatte sich wieder entfernt; sie hörten die Tür der Schenkstube hinter ihm zufallen. „Wer war das?" frug Heinz. Wieb erhob sich mühsam. „Mein Mann", sagte sie; „er fährt als Matrose auf England; ich diene bei meinem Stiefvater hier als Schenkmagd." Heinz sagte nichts darauf; aber feine Hand fuhr nach der bchaarten Brust, und es war, als ob er gewaltsam etwas von seinem Nacken reiße. „Siehst du", sagte er tonlos und hielt einen kleinen Ring empor, von dem die Enden einer zerrissenen Schnur herabhingen, „da ist auch noch das Kinderspiel! Wär's Gold gewesen, er wär' so lang' wohl nicht bei mir geblieben. Aber auch sonst — ich weiß nicht, war's um dich? Es war wohl nur ein Aberglaube, weil's doch noch das letzte Stück von Hause war." Wieb stand ihm gegenüber, und er sah, wie ihre Lippen sich bewegten. „Was sagst du?" frug er. Aber sie antwortete nichts; es war nur, als flehten ihre Augen um Erbarmen. Dann wandte sie sich und machte sich daran, wie es ihr befohlen war, den heißen Trank zu mischen. Nur einmal stockte sie in ihrer Arbeit, als ein ferner Metallklang auf dem steinernen Fußboden ihr Ohr-getroffen hatte. Aber sie wußte es, sie brauchte nicht erst umzusehen, was sollte er denn jetzt noch mit dem Ringe! Heinz hatte sich auf einen hölzernen Stuhl gesetzt und sah schweigend zu ihr hinüber; sie hatte das Feuer geschürzt, und die Flammen lohten und warfen über beide einen roten Schein. Als sie fort gegangen war, saß er noch da; endlich sprang er auf und trat in den Gang, der nach der Schenkstube führte. „Ein Glas Grog; aber ein festes!" rief er, als Wieb ihm von dorther aus der Tür entgegenkam; dann setzte er sich wieder allein an seinen Tisch. Bald darauf kam Wieb und stellte das Glas vor ihm hin, und noch einmal sah er zu ihr auf; „Wieb, kleines Wieb- chen!" murmelte er, als sie fortgegangen war; dann trank er, und als das Glas leer war, rief er nach einem neuen, und als sie es schweigend brachte, ließ er es, ohne aufzusehen, vor sich hinstellen. Arn andern Tische lärmten fie und kümmerten sich nicht mehr um den einsamen Gast; eine Stunde der Nacht schlug nach der andern, ein Glas nach dem andern trank er; nur wie durch einen Nebel sah er mitunter bas arme, schöne Antlitz des ihm verlorenen Weibes, bis er endlich dennoch nach den andern fortging und dann spät am Vormittag mit wüstem Kops in seinem Bett erwachte. * In der Kirchschen Familie war es schon kein Geheimnis mehr, in welchem Hause Heinz diesmal seine Nacht verbracht hatte. Das Mittagsmahl war, wie am gestrigen Tage, schweigend eingenommen; jetzt am Nachmittage saß Hans Kirch in seinem Kontor und rechnete. Zwar lag unter den Schiffen im Hafen auch das feine, und die Kohlen, die es von England-gebracht hatte, wurden heut gelöscht, wobei Hans Adam niemals sonst zu fehlen pflegte; aber diesmal hatte er feinen Tochter mann geschickt; er hatte Wichtigeres zu tun: er rechnete, er summierte und subtrahierte, er wollte wissen, was ihn dieser Sohn, den er sich so unbedacht zurückgeholt hatte, ober — wenn es nicht fein Sohn war — dieser Mensch noch kosten dürfe. Mit rascher Hand tauchte er seine Feder ein und schrieb seine Zahlen nieder; Sohn ober nicht, das stand ihm fest, es mußte jetzt ein Ende haben. Aber fteilich — und seine Feder stockte einen Augenblick — um weniges würde er ja schwerlich gehen; und — wenn es dennoch Heinz wäre, den Sohn durfte er mit wenigem nicht gehen heißen. Er hatte.sogar daran gedacht, ihm ein für allemal das Pflichtteil seines Erbes auszuzahlen; aber die gerichtliche Quittung, wie war die zu beschaffen? denn sicher mußte es doch gemacht werben, damit er nicht noch einmal wieder- kornme. Er warf die Feder hin, und der Laut, der an den Zähnen ihm verstummte, klang beinahe wie ein Lachen: es war ja aber nicht fein Heinz! Der Justizrat, der verstand es doch; und der alte Heinrich Jakobs trug seinen Anker noch mit seinen achtzig Jahren! Hans Kirch streckte die Hand nach einer neben ihm liegenden Ledertasche aus; langsam öffnete er sie und nahm eine Anzahl Kassenscheine von geringem Werte aus derselben. Nachdem er fie vor sich ausgebrertet und bann einen Teil und nach einigem Zögern noch einen Teil davon in die Ledertasche zurückgelegt hatte, steckte er die übrigen in ein bereit gehaltenes Kuvert; er hatte genau die mäßige Summe abgewogen. Er war nun fertig; aber noch immer saß er da, mit herabhängendem Unterkiefer, die müßigen Hände an den Tisch geklammert. Plötzlich fuhr er auf, seine grauen Augen öffneten sich weit: ,^Hans! Hans!" hatte es gerufen; hier im leeren Zimmer, wo, wie er jetzt bemerkte, schon die Dämmerung in allen Winkeln lag. Aber er besann sich; nur seine eigenen Gedanken waren über ihn gekommen; es war nicht jetzt, es war schon viele Jahre her, daß ihn diese Stimme so gerufen hatte. Und dennoch, als ob er widerwillig einem außer sich Gehorsam leiste, öffneten seine Hände noch einmal die Ledertasche und nahmen zögernd eine Anzahl großer Kassenscheine aus derselben. Aber mit jedem einzelnen, den Hans Adam jetzt der vorher bemessenen kleinen Summe zugesellte, stieg fein Groll gegen den, der dafür, Heimat und Vaterhaus an ihn verkaufen sollte; denn was zum Ausbau lang gehegter Lebenspläne hatte dienen sollen, das mußte er jetzt hinwerfen, nur um die letzten Trümmer davon wegzuräumen. --Als Heinz etwa eine Stunde später, von einem Gange durch die Stadt zurückkehrend, die Treppe nach dem Oberhaäs hinaufging, trat gleiche zeitig Hans Warn unten aus feiner Zimmertür und folgte ihm fo hastig, daß beide fast miteinander in des Sohnes Kammer traten. Die Magd, welche oben auf dem Vorplatz arbeitete, ließ bald beide Hände ruhen; sie wußte es ja wohl, daß zwischen Vater und Sohn nicht alles in der Ordnung war, und drinnen hinter der geschlossenen Tür schien es jetzt zu einem heftigen Gespräch zu kommen. (Fortsetzung folgt.) Ll« Sie Schmidt und Lucie Römer eine frohe Unterhaltung würde. Uffz. H. srühere' h am bis Akkordronfprel brachte Otti Ottmar frohe Stimmung. Die drei Friescos musizierten am Tylophon. Wall<- traud und Willy Brethon brachten Akrobatik. Die Ansage gab Franz Jochim, der als Humorist und Kunstpfeifer für viel Frohsinn sorgte. Martha Keßler begleitete die Künstler am Flügel und sorgte für die musikalische Umrahmung. Den Künstlern wurde mit herzlichem Beifall gedankt. In zwei Lazaretten zeigte Lehrer Appelmann im Aufttage der Kreisbildstelle Filme über Zuckergewinnung und Bierbrauereien. Einige lustige Filme trugen zur Erheiterung bei. — Zu den Vorstellungen hatte das Theater der Universitätsstadt Gießen im Laufe der Woche Verwundete eingeladen. Ebenso hatte der HJ.-Bann 116 zu der Vorstellung „Anke von Skoepen" Kameraden zu Gast. — Die BDM.-Gruppe Wieseck besuchte die Verwundeten in einem Teillazarett. In abwechslungsreicher Folge wurde unter Leitung der Führerinnen Inge Sprechstunde des Kreisleiters. Die Sprechstunde des Kreisleiters findet Donnerstag, 27. Mai 1943, nachmittags von 15 17 Uhr in Gießen, Alicenstraße 10, statt. Nas Kriegsverdienstkreuz. cftscbeii freute. — Eine große Zahl Verwundeter hatte die Kreisamtsleitung der NSV. am Freitag zum Besuch des Zirkus Belli eingeladen. — Zu der Veranstaltung des Vortragsringes in der Aula „Wanderung mit Adalbert Stifter" hatte KdF. Verwundete eingeladen. Am Abschluß eines Dersehrtenkursus fand eine kleine Abschiedsfeier statt. Die Jugendgruppe der NS.-Frauenschaft unter Führung von Frl. Goebel bot ein Unterhaltungsprogramm, zu dessen Erweiterung die Kameraden selbst beitrugen. Kuchen der Ortsfrauenschaft Großen-Linden und Liebesgaben der Kreisamtsleitung der NSV. halfen den Abend verschönern. Eine Musikabteilung der Wehrmacht bereicherte das Programm. Der gemischte Chor aus Watzenborn-Steinberg unter Leitung seines Dirigenten Habermehl veranstaltete in einem Lazarett ein Konzert. Chöre und Lieder ' von Mücke, Schubert, Beethoven, Kreutzer und Hermann wurden zu Gehör gebracht. In einem anderen Lazarett sang der Verein „Heitertet" aus Gießen Chöre und Lieder unter der Stabführung von Chormeister Schüttler. — In einer weiteren Lazarettabtellung brachte der Gesangverein „Liederkranz" in Heuchelheim unter seinem Chorleiter Bernhard Chöre und | aus Tehe f von den i öern inic f. ZU entzic ■ ich aus £ 5 ein wicht f Die Beh | Man wa ; jeder die von den ! hch rasse ' men und l einem zrr ! falls in ■ bert -war, »■ ausgetroll Hieran i In stu [• Ketten, w I banken, d fallen, er; . Anbruch i i Ramerab. j des Felsf > 40 Grad ; 'Lüden, ti Unabläffic ! win. Iru| enhchließe j zukehren. (Eber) 1,31 RM. Marktoerlauf: alles zugeteilt, verdunkelungszeik: 26. Mai von 22.26 bis 4.41 Uhr. * ** Von der Universität. Der außerplan- 27 bis 45, Kälber 35 bis 57, Hämmel 15 bis 45 Rpf. je Vz kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,45 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,43, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,41, c (100 bis 119,5 kg) 1,37, d (80 bis 99,5 kg) 1,31, e bis k (unter 80 kg) 1,25, gl (fette Specksauen) 1,45, i (Altschneider) 1,41, g2 (andere Sauen) 1,31, Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter 6e8 Hauptschriftletters: Ernst Blumschetn. Verantwortlich für Politik und BUder: Dr. Ft. W. Lange,- für das Feullleton: Dr. Hans Thyriot; • für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschetn. Druck und Verlag: Brühlsche UniversitätSdruckeret R. Lange K.S. BerlagSleiter: Dr^-Jna. Erich Hamann, z. Z. Wehrmacht. Anzeigenletter: Hans Beck. — Anzeigenpreisliste Nr. 6. arzt Urlaub, und es gab ein großes Halloh mit meinen Kameraden, als wir uns in Betzdorf — wohin ich ihnen entgegengegangen war *— so unerwartet wiedersahen. Abends wurde ich von meinem Batteriechef S ch l a g e t e r mit einigen Kameraden in ein Lokal in Kirchen eingeladen, und in angeregter Unterhaltung tauschten wir unsere Erinnerungen aus und dachten an so manche harte Tage und Stunden. Schlageter war über den Ausgang des Krieges sehr verbittert, und als ich davon sprach, wie verlottert, ohne Gewehr und Munition so viele Einheiten durchzögen, wie e^akt dagegen unsere Batterie in Kirchen einmarfchiert sei, sagte er hart: „Als Soldaten sind wir ausgerückt -unb als Soldaten marschieren wir auch wieder in die Heimat ein. Von meiner Batterie wird weder ein Geschütz noch ein einziger Schuß Munition abgegeben, das steht fest!" Und in diesem Geist zog die Batterie Schlageter weiter, stramm, soldatisch,' wie sie es immer gewesen! Ich schaute ihr mit seltsamen Gedanken und Linem vielleicht etwas wehmütigen Gefühl nach, dachte an meinen schneidigen, 'draufgängerischen Zugführer und Batteriechef und ahnte nicht, welch überragendes Heldentum sich auf ewige Zeiten mit diesem Mann und seinem Namen noch verbinden MM AilM' 'b Monatl von ein infolge «ernf^ ,, MM ; Wilsche die ausländischen Zivilarbetter erhalten die Sonder» Zuteilung. Entsprechende örtliche Bekanntmachung bleibt abzuwarten. Neue Reise- und Gaststättenmarken. Die geltenden Reise- und Gaftstättenmarken sowie die entsprechenden Lebensmittelmarken für Sonder« Zuteilungen treten gemäß ihrem Ausdruck mit dem 30. September außer Kraft. Nur bis zu diesem Tage können die Verbraucher Ware auf diese Marken beziehen. Wie der Reichsernährungsminister in einem Erlaß mitteilt, werden mit Beginn der 54. Zuteilungsperiode neue Reise- und Gaststättenmarken sowie neue Lebensmittelmarken für Brot, Fleisch, Butter usw. ausgegeben, die ab 20. September zum Einkauf berechtigen und deren Gültigkeit bis zum 6. Februar 1944 befristet ist. Gießener Schlachtviehmarkt. Auf dem gesttigen Gießener Schlachtviehmarkt Der Gefreite Otto Artz aus Gießen, Asterweg 86, der seit Beginn des Krieges gegen die Sowjets als Kradmelder im Osten steht, wurde mit dem Kriegs- verdiensttreuz II. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. !?ür unsere Verwundeten. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderr^rat „Truppenbetreuung" im Reichsministeium fü Volksaufklärung und Propaganda folgende Veranstaltungen durch: In einem Lazarett erfreute die Vorttagsfolge „Beschwingte Frühlingsklänge", durch Frankfurter. Künstler geboten, die Verwundeten. Erna Stoll (Alt), Erich Meyer-Stephan (Bariton), Alex Molzahn (Cello) und Else Willy-Altendorf (Klavier) gestalteten ein Konzert, das in abwechslungsreicher Folge Kompositionen unserer Meister der Musik zu Gehör brachte. — Zu einem frohen Nachmittag hatten sich Verwundete aus allen Lazaretten zusammengefunden, um sich an der Vorttagsfolge „Lustig und bunt" zu erfreuen. Roma Fostell und Jres del Ray zeigten eine Tanzschau verschiedenster Art. Mit Chansons am Flügel und ausgezeichnetem naten neben mir sagen: „Einer wttd's schon länger aushalten, die oder wir!" Und wieder war es der — in der Abteilung schon bekannt gewordene — 1. Zug, der den längeren Atem hatte und die feindliche Artillerie zum Schweigen brachte. Oder ich denke an den 21. März 1918. Wir hatten morgens durch einen englischen Feuerüberfall schon große Verluste gehabt und sollten nun mit den „Maikäfern" über eine Höhe vor Berttix bei Ba- paume vorrücken. Mer es ging und ging picht vorwärts. Die Engländer hatten sich in fester Stellung eingegraben und unsere Infanterie lag davor fest, als plötzlich Schlageter aus eigenem Entschluß mit seinen Geschützen durch das wildeste Feuer in die vordersten Linien preschte und in direktem Beschuß die feindlichen Stellungen beharkte, daß es eine Freude war und die Infanterie nun mit „Hurra" in die englischen Gräben einbrechen konnte. Derartige Ereignisse mit Leutnant Schlageter im Rahmen des großen Ringens konnten wir so oft erleben, daß sie uns damals schon kaum mehr als Besonderheiten auffielen, so sehr hatten wir uns das draufgängerische, kurz entschlossene Vorgehen unseres nunmehrigen Batteriechefs zu eigen gemacht, der von feinen Kanonieren das Aeußerfte verlangte und heraushoLte, weil er es bei sich selbst nicht anders konnte. So wußte er auch beim Rückzug 1918, als er ruhiger und verbissener denn je seiner Batterie voranritt, diese immer so einzusetzen, daß dem Feind noch manches Mal klar wurde, daß er gegen Soldaten zu kämpfen hatte, die sich keineswegs besiegt fühtten. Am 27. September 1918 — drei Tage vor meiner Verwundung — marschierten wir hinter dem Gros, als Nachhut eingesetzt, auf einer Straße, von der wir deutlich die marschierenden Einheiten der Franzosen und hauptsächlich der Engländer erkennen konyten. Im Nachbarabschnitt war der Feind bereits tief eingebrochen, und es bestand die Möglichkeit, daß wir abgeschnitten wurden. Immer mehr bekamen wir nun auch im Rücken den Druck des Gegners zu spüren, und unter seinem heftigen Beschuß glaubten wir alle, bald die Geschütze zurücklassen zu müssen, als Schlageter plötzlich seinen alten ^1. Zug in Gegenrichtung angaloppieren ließ, den Engländern dicht vor der Nase in Stellung ging und sie unter direktem Beschuß so mit Feuer belegte, daß sie in wilden Haufen zurückfluteten. So wurden die Geschütze frei, und bald hatten auch wir wieder den Anschluß an die Truppe gefunden. Drei Tage später — am 30. September — wurde ich verwundet und kam über verschiedene andere Stellen in das Lazarett Kirchen an der Sieg. Hier erlebte ich den Zusammenbruch de?" Front mit seinem schmählichen Waffenstillstand, und meine Gedanken waren die gleichen, die jeden anständigen Soldaten in jener Zeit beschäftigten. Wie groß war * verständlicherweise die Freude, als ich lange Zeit später — schon fast wieder genesen — durch Quar- tierrüacher erfuhr, daß meine Batterie in Kirchen Quartier beziehen würde. Ich erhielt vom Lazarett- im Freien geboten, die die Verwundeten sichtlich er- (Schlachtviehverteilungsmarkt) in ter SBte^-Derfteige« • -• - ~ -- *• ..... rungshall-e Rhem-Mam kosteten: Ochsen 37 bis 42 I Rpf., Bullen 40 bis 50, Kühe 16 bis 47, Färsen Volkslieder zum Vorttag. Den Sängern und ihren Chormeistern, wurde mit lebhaftem Beifall herzlich gedankt. 125 Gramm Käse-Sonderzuteilung. Nach einem Erlaß des Reichsernährungstninisters ist für die in der nächsten Woche beginnende 50. Zuteilungsperiode eine Käse-'Sonderzuteilung von 125 Gramm vorgesehen. Die günstige Versorgungslage hat es ermöglicht, daß über die ursprüngliche An- künüiung einer Sonderzuteilung von mindestens 62,5 Gramm hinausgegangen werden konnte. Die Sonderzuteilung erfolgt auf die b-Abschnitte der Reichsfettkarte aller Altersstufen mit Ausnahme der . Selbstversorger in Schlachtfetten und Butter. Auch mäßige Professor Dr. Werner Meyer-Barkhaufen ist beauftragt worden, in der philosophischen Fakultät der Universität Gießen die kunstge- fchichtlichen Hilfswissenschaften in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. Prof. Meyer, 1889 in Bielefeld geboren, studierte in Marburg und Leipzig und promovierte 1914 in Marburg. 1931 habilitierte er sich in Gießen für mittlere und neuere Kunstgeschichte. 1938 wurde er hier zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Von seinen Werken nennen mir: „Die Elisabethkirche in Marburg". ** Liederabend Druschel. Am morgigen Donnerstag wird der vor kurzem angekündigte, dann aber wegen einer Spielplanänderung des Theaters verlegte Liederabend von Ludwig D r u f ch e l in der Aula' der Universität stattfinden. ** Die Anmeldung zum Bezug von. Süßwaren muß in der Zeit vom 27. Mai bis 5. Juni erfolgen, wie das Ernährungsamt der Stadt Gießen heute bekannt gibt. Ihre Verlobung geben bekannt Emma Flett Willi Zeug 26. Mai 1943 03423/ 03455/ 03405/ 03419/ LICHTSPIEL-TH E ATER THL 3.00,5.15,8.00; So. 2.80,5.00,8.01 Dir Ahrweiler Rheinland Heuchelheim bei Gießen Unsere vollzogene Verlobung beehren wir uns anzuzeigen Schwester Lina Müller Feldwebel Hans Sattler Gießen Seltersweg 58 Lollar Bad-Nauheim Für die anläßlich unserer Verlobung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir auf diesem Wege herzlichst Marie Größer / Erwin Weller Gießen-Klein-Linden im Mai 1943 Bachstraße 29 Rest. Sportzentrale im Mai 1943 Für die vielen Glückwünsche und Aufmerksamkeiten zu unsrer goldenen Hoch zeit danken wir herzlichst Gg. Biedenkapp und Frau Gießen, Rodheimer Str. 102 im Mai 1943 Ihre Kriegstrauung geben bekannt Adolf Steinmüller Unterscharführer in der Waffen-// Minna Steinmüller geb. Gerlach illli, •°0ll Rin sw •loria-Palait, Seltersweg ltteC Nacht ohne Abschied IiiehtsyiaUia», Bahnhofstraße Abenteuer im Grand-Hotel ji Jfc^ ‘ ierlauchen. i< ~ytran re d» fid) || M- ' Wig pro! jurütf. afr Mundfunk, "' en Ita Am 11.; Ersuch. Ren in !’«r u n q Maus. Tr »n. D Aultiere mV"1 K Trugs uni > Ui d--> «us, M die 4 « d°z S Meili, S «?,r N 3- °ii mich zu v . aber das ' Grenzberc dem zentr 1. Nptem Deutschen dunklen $ i Hotel. Ich Präsidium Ich muß : Zieht sein >l'l plötzliü Präsidium die wir s ‘ hauptstad Da jebi :nel- dungen zum Bezug von Süßwaren hat zu unterbleiben. II. Die Abschnitte N 35 der Nährmittelkarte 49 sind abzuttennen. Dio Rückseite der Stammabschnitte ist mit dem Firmenstempel unter Hinzufügung eines großgeschriebenen „S" zu versehen. III. Die abgettcnnten Abschnitte der Nährmittelkarte und sonstige Bedarfsnachweise sind in der Zeit vom 7. bis 12 Juni 1943 in einen Bezugschein A umzutauschen. Die Abschnitte von Personen bis 18 Jahren und von Personen über 18 Jahre sind auf gesonderten Bogen zu je 1OO Stück auszukleben. Außer einem Bezugschein erhält der Kleinverteiler eine Bescheinigung über die vorgelegten Anmeldungen, die aufzubewahren ist. IV. Kleinverteiler, die seither ihre Süßwaren ganz oder vorwiegend beim Großhandel bezogen haben, haben die ihnen ausgestellten Bezugscheine bis zum 16.6.1943 an ihren Großhändler weiterzugeben. Der Großhandel (Sortimentsgroßhandel, Fachgroßhandel und Genossenschaften) gibt die bei ihm eingegangenen Bezugscheine gesammelt unter Beifügung einet Aufstellung unverzüglich an die Wirtschaftsgruppe Groß- und Außenhandel, Bezirksgruppe Rhein-Main, in Frankfurt a. M. Diejenigen Kleinvertciler, die seither ihre Süßwaren ganz oder vorwiegend durch den Hersteller bezogen haben, geben, sofern iie weiterhin vom Hersteller beziehen wollen, ihre Bezugscheine bis zum 16. 6.1943 an die Wirtschastsgrnppe Einzelhandel, Bezirksfachgruppe Nahrungs- und Geuußmittel, in Frankfurt a. M. Hierbei ist anzugeben, durch welche Hersteller seither die Süßwaren bezogen wurden. Voraussetzung für den Bezug beim Hersteller ist jedoch, daß Süßwaren in einer Menge von 60 Kilogramm und darüber bet einem Her- Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie den Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Der Landrat des Landkreises Gießen. Dr. Lotz. Junge Witwe mit fünfjährig. Mädel sucht möbliertes Zimmer m.Kochgelegenb. i. Giesien-Stadt. Etw. Hausarbeit wird gerne mitübernommen. Schriftl. Angeb. Am 24. Mai mittags verschied nach kurzem, schwerem Leiden meine herzensgute Frau, unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Gote Frau Margarete Döring geb. Bindeburg nach einem arbeitsreichem Leben, im Alter von nahezu 79 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Döring; Nikolaus Schneider, z. Z. bei der Wehrmacht, und Fr u Marie, geb. Döring; Karl Mootz und Frau Margarete, geb. Döring und 3 Enkelkinder. Annerod, Großen-Buseck, den 24. Mai 1943. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 27. Mai, 14 Uhr, in Annerod statt. Wanzen, Schaben usw. vernichtet zuverlässig T-Gas und Tritox Schädlingsgroßbekämpfung und Pflanzenschutz Walter Jancke Org.-Büro Gießen, Wolfstraße 16 1 bis 2 mittlere Lagerräume mit Büro evtl, auch mit kleinem Laden od. Schaufenster gesucht. Angebote unt. 03364 an den Gießener Anz. Sdiffioe 472-Zimmer-WolinnDg 1. Stock, mit Balkon u. 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Zuteilungsperiode erhalten alle Inhaber von Reichsfettkarten mit Ausnahme der Inhaber^ der Reichsfettkarten für Selbstversorger mit Schlachtfetten und der Reichsfettkarten für Selbswersorger aller SllterSstufen mit Butter und Schlachtfetten (SV 2, SV 4, SV 6 und SV 7) eine Sonderzuteilung von 125 Gramm Labkäse. Die Abgäbe der Sonderzuteilung erfolgt auf den b-Abschnitt der Reichsfettkarten 50 für alle Altersstufen einschließlich der Reichsfettkarten SV 1, SV 3 und SV 5 sowie auf den Abschnitt W1 der Wochenkarten für ausländische Zivilarbetter der ersten Woche,' die Abschnitte berechtigen bis zum 27. Juni 1943 (Ablauf der 50. Zuteilungsperiode) zum Käsebezug. Die Sonderzutellung von Käse erfolgt auch an Personen, die, ohne im Besitz von Fettkarten zu sein, sich in Gemeinschaftsverpflegung befinden. In gleicher Weise erhalten auch vorübergehend anwesende Personen, wie Urlauber, wenn sie mindestens 7 Tage Urlaub haben, der in die 50. Zuteilungsperiode fällt, die Sonderzuteilung. In diesen Fällen haben die Kartenausgabestellen entsprechende Berechttgungsscheine auszustellen. Die Einzelhändler liefern die abgetrennten und aufgeklebten Mschnitte-in der 1. Woche der 51. Zuteilungsperiode, getrennt von den übrigen Marken, bei den Bezugscheinstellen der-Ernährungsämter bzw. wo solche Bezugscheinstellen noch nicht bestehen, bei ihren Kartenausgabestellen ab und erhalten von diesen Stellen entsprechendeBezugscheine. Die mit dem Aufdruck „J" ober „Jude" versehenen Reichsfettkarten berechtigen nicht zum Bezug der KäsesonderzuteUung. Auf den Käseabschnitt 1 der Reichsfettkarten wird auch in der 50. Zuteilungsperiode Sauermilchkäse abgegeben. Für die ausländischen Zivilarbeiter werden auch hier in der 50. Zuteilungsperiode die Käseabschnitte der 1. und 3. Woche nur mit SErmllchkäse beliefert. und Bruder Lukas Temesväry Leutnant in einem Gebirgsjäger-Regiment Inh. des E. K. 1 u. 2 u. and. Auszeichnungen In tiefer Trauer: Prof. Dr. Stefan Temesväry Maria Temesväry, geb. Fanck Dr. Stefan Temesväry jun., Uffz. In ein. Flak-Regt. cand. phil. Annemarie Temesväry Maike Oertmann, als Braut. Gießen, Freiburg i. Br., im Mai 1943. 1623 V Mietgesuche I Wohnung ober Teilwohnung 3-4Räume,mbl.. teilw. möbl. ob, leer, evtl, mit Kuch.-Ben., von Fam. mit Kinb i. Giesien, Wetzlar ober näherer Umgebung ges. Schr. Ang. unt. 03421 a.b.G.A. ^■reNner, Rentenempfänger sowie sonstige für Wachdienst in den besetzten Westgebieten geeignete Männer dauernd gesucht. Ruhegehalt und Renten werden nicht angerechnet. Auskunft u. Einstellungs-Bedingungen [602V Wachdienst Niedersachsen Frankfurt am Main Kaiserstraße 18 Fernspr. 29214. Jg. berufstätige Dame sucht sof. gut möbliertes Zimmer i. gevfl. Haush. Bettwäsche wirb gestellt. Schriftl. Angeb. unt. 03456 a. b. Giesi. Anzeiger. Raum zum Unterstellen gut. Möbel ges. Schr. Angeb. m. 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